Beiträge von casa

    Was hattest Du im Ofen casa ?

    Gefüllte Paprika.

    Als J. etwas später heimkam und sich an den Tisch setzte, meinte er dazu: "Die sehen aber nicht mehr so ganz frisch aus?"

    Ich: "Das kommt vom Warmhalten, da wird halt die Haut ein bißchen schrumpelig."

    J.: "Schrumpelig? Das sieht mehr so schimmelig aus."


    (Morgen kocht mein Mann.)

    Talpa ich habe es ihm vorhin vorgelesen und er hat herzlich gelacht. Aber die f*ckenden Hühner findet er noch witziger.


    Eben hat er mittagshungrig in den Ofen geschaut und dann gemurmelt: "Oh schade, ich hätte lieber was Appetitliches."

    Heute früh lag hier alles ganz wunderbar im Nebel.

    J. und ich deklamieren feierlich Eduard Mörike: "Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen" usw..

    Herr Casa: "Jaja, das kennen wir schon, habt ihr nicht mal ein neues schönes Herbstgedicht?"

    E. begeistert: "Oh ja! Ich weiß eins! Die Hühner picken auf dem Hof!"

    J.: "Das ist kein Gedicht."

    E.: "Doch. Du mußt es nachsprechen und dabei so machen (schiebt die gekrümmten Zeigefinger in die Mundwinkel und zieht nach außen)."


    Wir haben es alle gemacht und uns schlappgelacht. Probiert es mal.

    Jetzt muß ich die ganze Zeit an Dich, an Euch denken. Ich weiß noch sooo gut, wie ich vor grad mal vier Wochen mit genau solchen Gedanken hier saß und im Forum geschrieben und dann den Hinweis bekommen habe, das unbedingt abklären zu lassen. An Diabetes habe ich von mir aus gar nicht gedacht.


    Wie geht es Dir, was haben die Teststreifen ergeben?


    Übrigens kann man hier in der Apotheke auch Blutzucker messen lassen. Vielleicht geht das bei Euch auch?

    Mein Mann grade: "Ey Leute, es ist schon acht Uhr durch!"

    J.: "Kann sein, aber das ist wahrscheinlich noch Sommerzeit."


    (ich geh jetzt schlafen, ich fühle mich den Kindern heute rhetorisch nicht mehr gewachsen.)

    Ich: Ein schöner Tag geht zuende, bald Schlafenszeit, Zähneputzen blablubb...

    J. zu E.: "Laß sie in dein Ohr reinsprechen und zu meinem wieder hinaus."

    Ich: "Habt ihr eigentlich heute eure Hausaufgaben schon gemacht?"

    Beide: "Ja! Wir haben getauscht!"

    Ich: #confused

    J.: "Ich hab die Aufgaben von E. gemacht."

    Ich: "Und was war das?"

    J.: "Fünfzehn mal auf dem rechten Bein hüpfen und fünfzehn mal auf dem linken."

    Ich: "Aha. Aber E. hat ja dann wohl nicht deine Aufgaben gemacht?"

    E.: "Doch."

    Ich: "Und was war das?"

    J.: "Ich hatte heute eine Befreiung."

    E. heute beim Überreichen seines Geburtstagsgeschenks an den großen Bruder: "Lieber J., viel Glück und viel Segen und viel Lego. Außerdem bist du jetzt 11 Jahre alt und kannst langsam mal stop machen, damit ich dich einholen kann. 11 ist ein gutes Alter, das kann eine Weile so bleiben. Amen."

    Ich möchte nochmal Mut machen, es auch selbst mit festhalten zu versuchen, wenn man nicht ganz gelassen und ruhig ist.

    Aber um das durchzuziehen, ohne dass es dem Kind noch zusätzliche Angst macht, muss man halt selbst voll dahinterstehen und ruhig bleiben, egal wie sehr das Kind sich wehrt und wie verzweifelt es ist. Unsicherheit oder Mitleid ist an der Stelle vermutlich schwierig

    Aber das hängt sehr von der Person ab. Wenn man das nicht kann, dann besser outsourcen, als mittendrin loszulassen und in tränen auszubrechen.

    Ich war auch unsicher und unruhig und habe die ganze Zeit geweint. Trotzdem habe ich festgehalten und war da. Wir sind da gemeinsam durchgegangen, beide mit inneren Widerständen, beide mit Angst (Kind hatte Angst vor der Blutentnahme, ich vor der Diagnose), beide waren wir geschockt von der unmittelbar vorhergegangenen Nachricht, daß wir stationär bleiben müssen. Also wirklich keine idealen Umstände. Aber auch das darf sein, auch ich als Mutter darf widersprüchlich sein in mir - und halte trotzdem an dem fest, was jetzt getan werden muß.

    Nägel schneiden, Haare bürsten, Zähne putzen, Füße waschen etc. machen wir hier nur, wenn das Kind freiwillig mitmacht. Da würde ich nicht festhalten.

    Wie ist das in eurem Fall praktikabel?

    [...] Mit Zwang meine ich jetzt so Sachen wie kurz seine Hand festhalten oder die Lippe hochziehen.

    Das haben wir in dem Alter auch so gemacht. Mit "Festhalten" meinte ich jetzt wirklich so etwas, wie ich es beschrieben habe, wo das Kind sich massiv wehrt und in Raserei und Todesangst um sich schlägt.


    J. zum Beispiel hat sich die ersten drei oder vier Jahre kein Wasser über den Kopf schütten lassen, weder mit der Duschbrause noch mit einer Gießkanne oder mit einem Waschlappen. Und er hatte langes Haar! Haarewaschen war für ihn so schlimm und er konnte da nicht kooperieren, er war panisch. Das hätte ich dann nicht fertiggebracht, ihn jede Woche oder auch nur monatlich mit aller Kraft dazu zu zwingen. Wir haben viel gebürstet und sind oft ins Schwimmbad gegangen, das mußte dann reichen, Und hat es auch.


    Beim Zähneputzen ging es so wie Du beschreibst, also etwas unwillig, aber ohne Panik. Es gab bei beiden Kindern Phasen, wo sie mal zurückgezuckt sind und gesagt haben, es tut weh. Da haben wir dann aufgehört zu bürsten an der Stelle und es am nächsten Tag nochmal und sanfter versucht. Das kommt grade beim Zahndurchbruch und beim Zahnwechsel vor, daß das Zahnfleisch stellenweise geschwollen ist und keinen Druck aushält. Da wäre es mir verkehrt vorgekommen, das Kind festzuhalten und stur drei Minuten lang zu putzen. Eine Freundin von mir hat das so gemacht, ihr Mann hat das brüllende und sich windende Kind am Boden kniend eingeklemmt und sie hat geschrubbt... ein Albtraum morgens und abends,. Heute haben ihre beiden Kinder wunderbar gesunde Zähne, meine haben Karies. Ich zweifle manchmal, ob ich es nicht wie sie hätte machen sollen, aber ich hätte es irgendwie nicht gekonnt.

    dem Kind zutrauen, damit klarzukommen, auchkurz mal eine unangenehme Situation auszuhalten, in der die Mutter etwas entscheidet, was das Kind blöd findet.

    Das sehe ich auch so, beim Blutabnehmen hatten wir keine andere Wahl und da haben wir versucht, es so kurz und klar wie möglich zu machen.

    Wir hatten vor wenigen Wochen genau die Situation, zusätzlich mußte ein Zugang in den Handrücken gelegt werden.

    da es wirklich sein musste, habe ich Sie vor die Wahl gestellt, ob freiwillig oder ich halte sie. Sie hat sich zum Glück für ersteres entschieden, ich hätte sie aber auch festgehalten und das wusste sie.

    So habe ich es auch gemacht. Mein Kind hat sich für festhalten entschieden.

    Also habe ich festgehalten.

    Blutabhahme wurde so gemacht, dass ich das Kind auf dem Schoß hatte und seine Beine eingeklemmt hatte, damit es nicht strampeln konnte. Die Sprechstundenhilfe hat den einen Arm festgehalten, der Doktor den anderen, er hat das Blut abgenommen. Dauerte alles in allem 2 min, Kind hat gebrüllt, konnte sich aber nicht bewegen, den Arm wegreißen oder so, keiner hat geschimpft, auch der Arzt nicht, als alles vorbei war, wurde das Kind getröstet, gelobt, hat kein Trauma davongetragen.

    Bei uns war noch eine weitere Sprechstundenhilfe dabei.


    Vorsichtshalber spoilere ich mal, wer da zartbesaitet ist, liest das vielleicht besser nicht:

    Das beschreibe ich so deutlich, weil man sich schon klarmachen muß, daß es eine heftige Situation sein kann.

    Aber sie geht vorüber.

    Ich würde auch behaupten, daß dadurch nichts kaputtgegangen ist, auch nicht an unserem Vertrauensverhältnis. Auf einer tieferen Ebene muß E. wohl doch gespürt haben, daß ich auf seiner Seite war.


    Wir werden jetzt auch alle 3 Monate Blut abnehmen lassen müssen und E. meint, das ist jetzt okay, weil er gemerkt hat, daß es vorbeigeht und wir haben es ja schonmal geschafft. Und er sagt, das Schlimme war nicht der Schmerz (er hatte sich auch die Emla Pflaster immer wieder runtergerissen), sondern daß es sich so angefühlt hat, als ob die ihn totstechen wollten. Ich deute das so, daß er einfach Todesangst hatte in dieser für ihn absolut bedrohlichen Situation, und daß er um sein leben gekämpft hat.

    Jetzt hat er es einmal überlebt, also wird es auch wieder überleben.


    ohne Festhalten wäre nichts machbar, was in irgendeiner Form den Körper manipuliert (dass Nägel einfach so geschnitten werden, ist völlig neu für uns).

    Nägel schneiden, Haare bürsten, Zähne putzen, Füße waschen etc. machen wir hier nur, wenn das Kind freiwillig mitmacht. Da würde ich nicht festhalten. Aber Blutabnehmen ist etwas anderes.


    Wir hatten das "Glück", daß wir schon dort waren und erst dort erfahren haben, daß Blut abgenommen werden muß. Wie man das Kind gegen seinen Widerstand ins Krankenhaus manövriert, weiß ich nicht. Allerdings hatte auch E. Angst, als er das Krankenhaus gesehen hat und wollte nicht aus dem Auto raus. Wir haben da dann gar nicht auf ihn eingeredet, ich war selber viel zu fertig, wir saßen einfach stumm im Auto, bestimmt eine Viertelstunde. Irgendwann hat mein Mann leise und traurig "scheiße" gesagt und ist losgegangen, und E. und ich hinterher.


    Ich wünsche Euch bzw. Deinen Freunden, daß sie irgendeinen Weg finden, der für sie paßt.

    E. überreicht uns feierlich einen Anmeldungszettel für die Harfen-AG.

    Ich: "Möchtest du denn in die Harfen-AG?"

    E.: "In was?"

    Ich: "Das ist eine Stunde in der Woche extra für Kinder, die Harfe spielen lernen wollen."

    E.: "Was ist das für ein Spiel? Muß man da Bälle schießen?"

    Ich: "Nein, Harfe ist ein Instrument."

    J.: "Eine riesige Gitarre, aber mit mehr Fäden als eine Gitarre, und nur die Fäden, ohne Gitarre drumherum."

    E.: "Und wie spielt man das?"

    J.: "Man hat eine Flechtfrisur und ein langes Kleid an und zupft an den Fäden und dann macht es leise klingklangklong."

    E.: "Geht das nicht rockisch?"

    J.: "Nein."

    E.: "Dann nicht."

    E.: "So langsam wird es schwierig in der Schule. Erst das mit den Eurythmieröckchen, also naja. Und dann hatten wir irgendwas bei einer Lehrerin, die hat so geredet, so - wie heißt das nochmal, wenn man was anderes sagt als man meint?"

    Familie Casa im Chor: "Ironie."

    E., seufzend: "Ja, die hat Ironie geredet."

    J.: "Ironisch. Wie sah die Lehrerin aus?"

    E.: "Wie Rosetta von Tinkerbell."

    J.: "Ah. Das war Madame G., die unterrichtet nicht ironisch, die unterrichtet französisch."

    E., empört: "Na und? Wieso kann sie nicht trotzdem sagen, was sie meint? Bringt die ein Brot mit und sagt, das heißt Baguette!"

    E.: "Mama, du hast das mit dem Babykriegen nicht so gut gemacht."

    Ich: #confused

    E.: "Es wäre besser gleichzeitig gewesen."

    Ich: #blink

    E.: "Dann wäre J. jetzt auch in der ersten Klasse und ich hätte ihn als Zwingele immer dabei."

    Mini-P. hat mir vor ein paar Wochen erklärt, wie ich mich verhalten muss, wenn ich auf dem Waldweg direkt neben unserem Haus auf einen Braunbären treffe

    Wie denn?

    Ich weiß nur, daß man sich angesichts eines wütenden Wildschweins vor einen Baum stellen und im letzten Moment einen Schritt zur Seite treten soll. Dann kann das Schwein nicht mehr wenden und rennt gegen den Baum und bleibt mit seinen Zähnen drin stecken.

    J. hat neue, breitere Reifen auf dem Fahrrad und sagt sehr zufrieden: "Das ist sehr gut, falls ich mich mal aus Versehen in eine Sandwüste verirre."

    Du musst echt ein Buch schreiben.

    Hab ich schon. Ein Buch für J. über sein erstes Jahr hier am neuen Wohnort und ein Buch für E. über seine drei Kindergartenjahre. Beide Bücher sind nur für die Kinder bestimmt. Und ich habe das im Juni diesen Jahres abgeschlossen, um mich endlich wieder anderen Themen zuzuwenden.... - aber irgendwie ist es doch eine never ending story mit den Kids... :)