Beiträge von Erbsprinzessin

    Ich habe noch keine praktischen Erfahrungen (Kind zu jung), aber die Comics für Kinder aus dem Reprodukt-Verlag finde ich interessant.

    Beste Grundlage um spätere Didi und Stulle-Leser zu generieren. ^^ Hoffe ich zumindest. Wir arbeiten dran. Kiste gibt es hier jedenfalls auch. Und die Hilda-Reihe fand die Tochter auch schön. Aber das waren nicht ihre ersten Comics.


    Neben den Reprodukt-Sachen haben wir der Tochter den Pipi Langstrumpf-Comic und den Märchen-Comic von Susanne Rotraud-Berner geschenkt. In beiden finde ich die Schrift gut lesbar für Erstleser und da hat unsere Tochter auch gern drin geschmöckert. Sie selbst hat irgendwann die Comic-Reihe "Fibi und ihr Einhorn" weggesuchtet. Da finde ich die Schrift auch voll in Ordnung und inhaltlich isses auch echt lustig.

    Bei Amazon z.B. kann man Vorschaubilder sehen.

    Die Freundin meines Vaters hat vor ein paar Jahren ein paar ehrenamtliche Wellcome-Einsätze gemacht.

    So vom Typ her ist sie nicht die einfachste Mensch, zumindest aus meiner Sicht. #pfeif Aber ich glaube die von ihr unterstützten Mütter fanden sie ganz gut. Sie war da Ende 50 und hat die Kinder immer in ner Trage rumgeschleppt, wenn die Mütter das wollten.

    Ob sie mit nem Tuch klargekommen wäre, keine Ahnung.


    Ich würde an deiner Stelle vermutlich noch ein bisschen dran rumdenken und dann anrufen und nachfragen. :)

    Also hier auch eine Stimme für: Nur Mut! Probier es aus.


    Edit

    Jetzt erst Mehrnoosh' Beiträge gelesen. Oh wei. Ja, keine Ahnung, wie ich damit umgehen würde nach so nem Beitrag.

    Mehrnoosh haben sich die Vorwürfe also bestätigt?

    Ah, nun verstehe ich es besser! Aber ich finde immer noch, dass du da sehr hohe Ansprüche an dich hast und dich da unverdient gerade fertig machst.

    Das unterschreibe ich.


    Liebe Casa, ich lese dich so gerne und das ist, soweit ich mich erinnere auch nicht der erste Beitrag von dir, in dem du hart mit dir ins Gericht gehst. Gerade weil du deine vermeintlichen Unperfektheiten und Versagensmomente so unverstellt hier schilderst, empfinde ich dich als gütig und warm. Und ich wäre viel viel viel weniger geduldig gewesen. Sowohl mit Mann als auch mit Kind.

    #zwinker

    Wie nutzt man den ":" denn richtig? Bei Lehrer:innen sind ja beide Worte lesbar, aber was ist bei "Ärzt:innen". Da fehlt ja das "e" für Ärzte, sind es dann einfach trotzdem "Ärzt:innen" oder "Ärzte:innen"?

    Das finde ich auch immer schwierig. Bei den anderen gendergerechten Schreibweisen isses aber ja das gleiche Problem. Ob ÄrztInnen oder Ärzt*innen. An der Stelle würde ich vermutlich auf Ärzteschaft ausweichen.

    Es ist weiterhin ein Herantasten und Ausprobieren.


    Ich habe jetzt mehrfach z.B. Kolleg:innen gelesen und es daher auch so verwendet. Obwohl ich das grammatikalisch auch nicht ganz korrekt finde, aber trotzdem scheint es mir am nutzerfreundlichsten.

    Ich habe auch erst Anfang Januar, als ich von der Lübecker Aktion las, vom Gender-Doppelpunkt erfahren und nutze es seither.

    Es kommt mir entgegen, weil ich regelmäßig Anzeigen für Praktika ausschreibe und ich es gerade da eleganter finde Praktikant:innen zu schreiben als auf Binnenmajuskel, Unterstrich oder Sternchen zurückzugreifen.

    Oh, wie schade. Aber ein langes Leben durfte sie haben und das hat sie genutzt. Ich hoffe sie hatte ein friedvolles Lebensende.


    Ich bin dankbar für ihre Jugendbücher. Auch wenn sie mich anstrengt und verstört haben, aber sie haben mich bis heute geprägt.


    Und dann gab es noch Die Rotwengel-Saga und die Bücher über die Rosinkawiese. Diese ganz andere Seite von Gudrun Pausewang, mit der sie mich als junge Erwachsene berührte und wieder stark prägte.

    Katielee

    Finde ich gut, dass du dich hier als Lehrerin zu Wort gemeldet hast. Naturgemäß werden in diesem Thread mehr Äußerungen kommen, in denen von Genderkacke durch Lehrkräfte die Rede ist. Und da verliert man mitunter aus den Augen, dass es anderswo viel besser läuft.

    Aber ich erlebe es auch ganz anders im Alltag meiner Kinder. Offensichtlich arbeiten an der Schule meiner Tochter Kolleg:innen im Geiste von dir. :) Zudem zeigt sich bei uns inzwischen vermutlich auch der Generationenwechsel im Kollegium, es gibt deutlich mehr junge als alte Lehrkräfte.


    Bei uns (Berlin, zentraler Stadtteil, gentrifizierender Brennpunktkiez) wird, soweit ich das mitbekomme, von den Lehrpersonen stark drauf geachtet, dass nicht durchgenderte Heteronormativität das Ideal ist. Im Kinderladen meines Sohnes ist es genauso.

    Da bin ich froh drum. Anders fände ich es wirklich schwer erträglich.

    Meine Tochter und ihre Freund:innen sind dahingehend auch sehr wach und reflektiert und streng. Bei reproduzierten Geschlechterklischees werden sie sauer.


    Trotzdem gibt es auch an ihrer Schule Kinder, die so aufwachsen, wie du es beschreibst, Katielee. Sich dem als Lehrkraft entgegen zu stellen, stellen ich mir wirklich herausfordernd vor.


    Übrigens, kleiner Themen-Schlenker zum Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk, meine Tochter liebt Checker Tobi, aber sie ärgert sich schon lange, dass es keine Checkerin gibt. Nur Tobi, Can und Julian sind Checker. Während es wiederum bei dem Tier-Format mit Anna und Paula nur Moderatorinnen gibt.

    Obwohl sie beide Sende-Format mag, aber da regt sie sich oft drüber auf.

    Seit sie mich darauf aufmerksam gemacht hat, ärgert mich das auch.

    Sie will jetzt an die Sendeleitung schreiben, dass es dringend eine Checkerin braucht.

    Zum Thema Astrid Lindgren: Haben Eure Männer die als Lieblingsautorin gespeichert? Mir kommt das so vor, als sei das eher ein Frauending (Ausnahme: Karlsson vom Dach, Kalle Blomquist, Saltkrokan). Unser Nachbar sagt, Bullerbü vorlesen sei Folter für ihn. In dem Buch passiere absolut nichts. Der Lauf der Jahreszeiten, die Rituale, die damit verbunden sind, interessieren Männer/Jungs vielleicht weniger?

    Mein Mann liebt fast alle Astrid Lindgren-Bücher. Da schließe ich mich an. Ausgenommen Karlsson - da sind sich hier auch alle einig - das ist unerträglicher Mist. Bullerbü wird und wurde aber ganz besonders geliebt.


    Im Gegensatz zu mir hat mein Mann als Kind selbst viele Astrid Lindgren-Bücher gelesen und wir haben einige seiner alten Bücher noch hier.

    Er hat, seit ich ihn kenne, also lange bevor er Vater wurde, es als inneren Auftrag wahrgenommen, seinen Kindern die Geschichten von Astrid Lindgren nahe zu bringen. Hat er gemacht, hat auch geklappt. :D

    ainu du hast Recht!!!!!

    Ich habe das zu kurz dargestellt.

    Ich finde es ätzend, dass es dieses zielgruppendenken gibt, weil es nämlich alle anderen ausschließt.


    Ich wünsche mir Kinderbücher, wo es um Menschen geht, die etwas erleben, was so ein bisschen die Lebensrealität möglichst vieler Kinder berührt

    Leslie, kennst du die Bücher von Maria Parr?

    "Waffelherzen an der Angel", "Sommersprossen auf den Knien" und "Manchmal kommt Glück in Gummistiefeln".

    Alle drei großartig. Die ersten beiden sind seit der ersten Klasse Lieblingsbücher der Tochter. Das dritte seit seinem Erscheinen letztes Jahr auch.


    Oder die Ella-Reihe? Kennst du bestimmt. Aber falls nicht, kann ich die empfehlen. Die Hedwig-Reihe auch.

    Trotz der Mädchennamen absolut ungenderig und auch von der Aufmachung her neutral.

    Ella ist vor allem lustig. Ich kann mir gut vorstellen, wie deine Hort-Kinder lachend auf dem Boden liegen. #freu


    Bei Hedwig gibt es mehr Alltagsambivalenzen, mein Mann und ich sind regelmäßig begeistert gewesen, wie perfekt Frida Nilsson aus Kindersicht erzählt und welche Themen sie berührt. Dadurch ist es aber auch manchmal nicht ganz leichte Kost. Genau wie die Bücher von Maria Parr. Aber das gefällt mir besonders.


    "Die Schule der magischen Tiere" fällt mir noch ein. Da hab ich nicht ganz den Überblick, weil das die Tochter selbst liest, aber soweit ich es mitbekomme, sind da die Geschlechter gleichermaßen vertreten und es werden alle möglichen, auch problematischen Begebenheiten und Ambivalenzen eines Kinderlebens beleuchtet.


    Oder du liest nacheinander "Igraine Ohnefurcht" und "Der kleine Ritter Trenk" vor? #freu

    Obwohl, ich glaube Igraine ist zumindest laut Altersangabe des Verlags erst ab 10 geeignet.


    Irgendwer erwähnte das Sams als Jungsbuch: Das Sams ist aber doch explizit geschlechtslos. Es wird sogar mehrfach erwähnt, dass man es nicht zuordnen kann.

    Den Genderkacke-Vorwurf finde ich daher nicht gerechtfertigt. Von den in heutigen Büchern kolportierten Geschlechterzuschreibungen isses erst recht MEILENWEIT weg.

    Insgesamt ist die ganze im Sams beschriebene Lebensrealität so schräg und aus der Zeit gefallen, dass ich weder als Kind noch jetzt als Mutter in Bezug auf meine Kinder dieses Buch als identifikationstauglich wahrgenommen habe. Es ist in erster Linie klamaukig.


    In meiner Grundschul-Zeit wurden neben dem Sams noch "Meine Schwester Klara und ich"-Geschichten vorgelesen. Davon haben wir den Kindern auch einige vorgelesen. Das liest sich aus heutiger Sicht stellenweise sehr merkwürdig, weil die Kinderwelt damals noch sehr anders war; Gewalt in der Erziehung, Angst als Druckmittel und Verächtlichmachen von übergewichtigen Menschen. War alles normal. Aber wenn man nur den Gender-Aspekt betrachtet sind die Geschichten geradezu fortschrittlich.


    Trotzdem, grundsätzlich finde ich es auch ätzend und auffällig, wie krass der Buchhandel meint Geschlechterstereotype reproduzieren zu müssen.

    Bei den Indoorspielplatz/Museums/Kreativwerkstatt/usw.-Geburtagsbesuchen gab es nie Mitgebsel-Tüten und das störte nie wen, soweit ich das mitbekam.

    Bei den privat ausgerichteten Feiern waren bislang immer Schatzsuchen im Programm und als Schatz halt die Tütchen. Mitgebsel-Tüten um der Tüten Willen habe ich hier tatsächlich noch nicht erlebt.


    Bei uns war es bisher auch immer der Schatz. Der nächste Tochter-Geburtstag wird in der Kreativwerkstatt gefeiert. Ich hätte ohne den Thread gar nicht drüber nachgedacht, ob da Tütchen erwartet würden... #pfeif

    Also nein, da gibbet keine Tütchen.


    Falls man ohne Tütchen extreme Unzufriedenheit generiert, das vermeiden möchte und günstige Mitgebselchen braucht, fällt mir noch ein: Tattoos, Bastelfedern/Pfeifenreiniger/Pompoms, Luftballons, Glasmurmeln, schöne Würfel.

    Also, nicht alles auf einmal, aber so als Ideen.

    Kam hier jeweils gut an.

    Als Süßigkeiten-Variante hatten wir auch schon Quetschies oder Fruchtriegel. Ist aber natürlich auch wieder Müll.

    Das hätte ich vor den Erfahrungen mit meinem Sohn beides auch so schreiben können.

    Bei meiner Tochter hat das in dem Alter nämlich immer geholfen. Und es wäre mir vermutlich ebenso schwer gefallen, mir vorzustellen, dass Reden, Spiegeln und Einfühlen in einem ruhigen Moment nicht helfen würde.

    Bei meinem explodierenden Sohn stand ich dann da, ratlos, hilflos und mit dem Gefühl eine Vollversagerin von Mutter zu sein, weil offensichtlich nicht einfühlsam genug.


    Zitat von Hering

    Nichtsdestotrotz - auch im Monent des Geschehens, wenn man selbst nicht die Nerven verliert, ruhig mit dem Kind redet, macht das Kind, was Mutter sagt. Vielleicht soll man ihm ein Paar Minuten Zeit geben und ruhig zuwarten. Ich weiß nicht, hier hat es immer funktioniert.

    Das piekt mich jetzt tatsächlich an und rührt an dem Vollversagerin-Gefühl.

    Aber tatsächlich geht dieser gut gemeinte Ratschlag komplett an meiner Lebensrealität vorbei. Weil, siehe oben. Bringt leider nix.

    Ich gehe davon aus, auch Mistbiene und andere Mütter mit Kindern, die so durchdrehen, haben diese naheliegendste aller Handlungsstrategien ausprobiert.

    Das Problem ist nämlich eben nicht zwangsläufig, dass die Mutter so eine unfähige Planschkuh ist, sondern, dass solche Kinder erst noch lernen müssen ihre überschäumenden Emotionen und Impulse zu regulieren.

    Das kommt bestimmt/hoffentlich und natürlich ist es wichtig und hilfreich, dem Kind zugewandt und einfühlsam zur Seite zu stehen. Aber es dauert eben bis das Wirkungen zeigt. Mutmaßlich einige Jahre.


    Bis heute klappt es übrigens nicht verlässlich, mit meinem Sohn ruhig vorab oder nachträglich schwierige Situationen zu besprechen und Strategien zu überlegen. Selbst wenn er dann verständig ist und sich wirklich gerne beim nächsten Mal anders verhalten würde.

    Aber wenn er von seinen Emotionen überflutet wird, kommt er mitunter nicht dagegen an. Das ist "glücklicherweise" nicht nur bei mir so, sondern überall. Oder unser gesamtes Umfeld ist ebenso unfähig, wie mein Mann und ich es sind.

    Aber tatsächlich ist der Sohn "einfach" sehr emotional und hat wenig Impulskontrolle. Er würde gerne kooperieren. So irgendwie, ganz tief in sich drin. Davon bin ich überzeugt, das sagt er auch, später, wenn wir ruhig drüber sprechen. Aber zu dem Punkt dringt er in dem Gefühlswust nicht durch.

    Trotzdem. Im Vergleich zu vor einem Jahr ist es schon viel besser geworden und ich nehme an, in einem Jahr ist es besser als jetzt.

    Mein Sohn kann auch so ein Total-Blockierer und Wüterich sein, besonders bei Hunger, müde, überreizt und platt.

    Mit drei war das am Schlimmsten.

    Mit meiner Tochter gab es solche Situationen nicht. Ich habe mir das früher so auch nicht vorstellen können. Ich dachte, irgendwas kann man doch tun, dann kooperiert das Kind. Machte es nur nicht.


    Der Sohn findet selbst jetzt mit 4 1/2 nur schwer und manchmal gar nicht raus aus seiner Erschöpfungswut und ist auch nicht empfänglich für ruhige Ansprachen, Abmachungen im Vorhinein oder sonstige rabige Tricks, die bei meiner Tochter immer gefunzt haben.


    Ich habe es in dem Alter deiner Tochter, Mistbiene, recht schnell aufgegeben mit dem Sohn zu Fuß laufen zu wollen. Fünf Minuten Fußweg können wirklich SEHR lang sein. Daher, mein vollstes Mitgefühl!

    Laufrad oder Roller gingen bedingt, aber waren mir bei ihm teilweise zu gefährlich, teilweise zu unverlässlich. Wenn er dann blockiert hat, musste ich Gefährt und Kind nach Hause kriegen.

    Und Tragen war bei dem Brocken mit drei Jahren auch nicht mehr möglich.


    Tatsächlich habe ich ihm dann ziemlich klar gesagt, dass es nur mit Buggy geht. Und dabei keinerlei Verhandlungsspielraum gelassen. Ich habe ihn mit was zu Essen (Kekse/Fruchtriegel/Schokolade...) in den Buggy gesetzt, idealerweise bevor er völlig durch war. Er hat dann selbst ziemlich schnell gemerkt, dass Buggyfahren viel angenehmer ist. Er war ja auch echt erschöpft. Meistens ist er dann ganz schnell eingeschlafen.


    Insgesamt war das eine anstrengende Zeit. Ich bin oft schweißgebadet und völlig fertig zu Hause angekommen. Inzwischen ist das viel besser geworden. Auch, wenn es noch hakelige Tage gibt. Wir haben aber auch einen sehr langen Heimweg.


    Den Buggy habe ich so um den 4. Geburtstag wieder abschaffen können. Im Straßenverkehr gibt es auch keine Probleme mehr. Ich klopf mal auf Holz. ;)


    Es war jedenfalls für mich echt schwierig, dass mein Sohn so ganz anders als meine Tochter in dem Alter war. Keine erprobten Vorgehensweisen, die bei ihr gefruchtet hatten, funktionierten mit ihm. Ich hätte mir früher nicht träumen lassen, dass ich mal meinem Kind einen Fruchtriegel in Hand drücke, ihn in den Buggy verfrachte und sage, da bleibst du jetzt.

    Aber anders ging es nicht. Und das war dann auch ok.


    Ich wünsche dir jedenfalls gute Nerven, liebe Mistbiene und eine gute oder wenigstens erträgliche Lösung!

    Wahrscheinlich hilft nachhaltig nur Älterwerden. #angst Bei meinem Sohn habe ich zumindest den Eindruck.