Beiträge von patrick*star


    Ich habe auch an der Uni (technische Uni) einige Jahre Erstsemester betreut - da fiel mir durchaus auf, dass Frauen aus reinen Mädchenschulen in den Reihen der Anfängerinnen stärker vertreten waren. Allerdings haben die auch überdurchschnittlich häufig abgebrochen (sowohl im Vergleich zu den anderen Frauen als auch im Vergleich zu den Männern).



    das ist interessant... vermutlich der aufprall :-/.

    bei uns früher im physik-grundkurs in der 11.1 machte der lehrer ständig witzchen, in die er die frauen einbezog. und er sagte SEHR DEUTLICH: ich bekomme den LK, wenn differenziert wird. und da will ich keine frauen drin haben. die taugen in der physik nichts. sagt das auch denen vom anderen kurs. falls eine meint, sie will doch LK wählen, dann wird die das bitter bereuen. das äußerte der. keine beschwerde dagegen brachte was (ich selbst und noch andere waren beim schulleiter).




    bei meinem sohn besteht der physikkurs nur aus männern, und das sind alles ausschließlich die nerds aus der clique meines sohns. der pk-lehrer sagte anfangs (ehrlich) traurig: "tja, schon wieder nur männer. immer wieder würde ich mich freuen, wenn ich hier auch mal frauen sitzen hätte. aber seit jahren ist es so, dass die das alle abwählen :-(, ich weiß gar nicht, wieso." informatik hat noch 2 frauen gerettet.


    im erziehungswissenschafts-LK gibt es 2 quotenmänner. im GK ein paar mehr, aber sie sind drastisch in der minderzahl.
    mathe ist gemischter, das haben auch einfach insgesamt sehr viele gewählt. da gibt es sogar 2 LKs, wie englisch auch.

    ich bin übrigens absolut für monoedukation. so lange irgend möglich.

    nicht jeglicher glaube.


    und ich selbst habe meinen eigenen arsch mit sehr viel kraft aus der scheiße gezerrt, brutal ausgedrückt. mit frauenunterstützung.


    ich halte also sehr viel von selbstwirksamkeit.



    aber das kann nur was werden, wenn man sich nichts vormacht und sich bzw. die eigenen einflussmöglichkeiten keinesfalls überschätzt.


    wo sitzen privilegien?

    wie wirkt geschlechtsspezifische sozialisation?

    was will ich realistisch erzielen und was wäre ein anzustrebender idealzustand?


    wo wirken sich meine ganz privaten entscheidungen gesellschaftlich aus?


    inwiefern ist mir zuzumuten, dass ich mich entsprechend verhalte?


    das muss man realistisch bis pessimistisch betrachten und in die eigenen entscheidungen einfließen lassen, finde ich persönlich.



    und "alles neutral" finde ich insofern falsch, als dass es mit der realität nichts zu tun hat.


    lg patrick

    ich halte grundsätzlich leuten die tür auf, wenn ich sehe, dass die da durchwollen. ich helfe in den mantel, hebe runtergefallene brocken auf und so weiter.


    beim bezahlen richtet sich meine kniepigkeit nach der des gegenübers. ich bin umso großzügiger, je großzügiger der/die andere in einer situation ist. und je großzügiger wir beide uns verhalten, umso wohler fühle ich mich. ich kann auch echt kniepig sein (innen drin), damit fühle ich mich dann immer scheiße. mein default ist eigentlich "großzügig". aber wenn ich z.b. bei einem date eingeladen werde und mich darüber freue und dann der typ sagt "aber beim nächsten mal zahlst du", dann werde ich mich a) von dem NIE WIEDER einladen lassen, sondern immer für beide zahlen und b) total aufs geld achten und mich ausnehmend scheiße fühlen dabei.


    ansonsten kommt es einfach vor, dass ich 5x hintereinander zahle. oder mich 3x einladen lasse und dann 2x zahle, einmal einladen, dann 4x zahlen. wie es halt passt. ich hasse die aufrechnerei und freue mich, wenn ich grundsätzlich mir alles leisten kann und jemand nettes mich begleitet.

    ich kenne es nicht anders. bei meiner ex-zahnärztin waren neben den türen so transparente kunststoffhalterungen angebracht, in die konnten diese patienten-pappkarten gesteckt werden, die kleinen akten. da steckten sie drin, für alle von außen sichtbar, während die patientin innen wartete, und wenn die zä ins behandlungszimmer kam, nahm sie sich die karte jeweils raus.


    einmal, als ich durch den flur ging, kam ich an einem zimmer vorbei, im halter klemmte die papp-akte, darauf war riesig vermerkt, mit kuli geschrieben und mit textmarker angemarkert: HIV+!!! - darüber standen der volle name und die adresse des patienten sowie das geburtsdatum. ich wusste nun also, dass herrr f. b. aus dortmund, geboren dann und dann und wohnhaft in straße xy, hiv-positiv ist.


    das habe ich an der anmeldung gesagt. es gab auch drastischen ärger für den vermerk bzw. dessen sichtbarkeit. aber das system gibt es immer noch.

    Dass Frauen im Schnitt 20% weniger verdienen, ist sicher nicht individuelle Blödheit.

    !!!!



    und besonders schlimm finde ich, dass diese tatsache mit macht geleugnet wird. von männern, aber auch von frauen im verzweifelten versuch, "selbstwirksamkeit" (hahahaaaaaaaahahaaaahaaa) aufrechtzuhalten. da heißt es dann "jaaaa, aber ist meine entscheiiiiiduuuuung". entscheidung am arsch.


    wir sind alle viel weniger "frei", als wir das gern glauben würden und als uns unsere kapitalistische indoktrination vorgaukelt.



    manchmal merken wir das erst, wenn wir raus sind aus den strukturen bzw. aus irgendeinem grund irgendwo nicht mitspielen können. weil wir zum beispiel den schutz der beziehung (danke dafür happy spider !) verlieren.



    lg patrick

    es ist wichtig, eine klare täter-opfer-einteilung zu haben. und opfer, namentlich komplett unschuldig und unbeteiligt an dem unrecht zu sein, was einem geschieht, ist nichts ehrenrühriges.


    allerdings wird in der öffentlichen debatte, gerne auch von männerseite, darauf hingewirkt, dass es was sein soll. wenn ich das wort "opferrolle" zum beispiel lese, möchte ich was anzünden.



    so geht es nämlich los: wenn du "nicht das opfer sein" willst, hast du IMMER auch eine beteiligung an der scheiße, bist selbst schuld. das weise ich von mir. selbst, wenn ich den dreck selbst mit reproduziere. selbst, wenn ich was "mit mir machen lasse" (noch so eine bullshitwendung, bei der ich anzünden will).


    die linie IST klar. es gibt da schwarz und weiß und kleine graue ränder. wer das negiert, bringt nur eine seite voran...

    Es ist oft schwer mit anzusehen, was sich manche Frauen von Männern gefallen lassen. Aber erstens haben diese Frauen eine biografische Vorgeschichte und zweitens sind die Männer oft meisterliche Manipulatoren. Sie setzen das Selbstwertgefühl der Frauen herab, so dass betreffende Frauen froh sind, dass die überhaupt jemand "haben will".




    das ist richtig und wichtig.



    ich verstehe den frust, der sich dabei einstellt, wenn frauen frauenhass zementieren und reproduzieren.
    da könnte ich oft wirklich ausrasten und schreien. und natürlich finde ich es schlimmer, bestimmte sprüche von frauen zu hören als von männern - da ist es ja einfach logisch. natürlich finde ich es schlimmer, wenn ich höre, dass FRAUEN die afd wählen oder auch nur die fdp. natürlich tut mir ein weibliches engagement auf "väterrechts"seite hundertmal mehr weh als fünfzig männliche engagements.



    aber trotzdem sehe ich die erhebliche problematik, die hier und anderswo oft aufkommt. wenn sich frauen gegen frauen wenden, geht das nicht gut aus...




    Ich glaube, es ist normal, dass die Opfer solcher Strukturen (also im diesem Fall die Frauen) versuchen, einen für sich möglichst erträglichen Weg zu finden. Und das überwiegend unbewusst, denn nicht jeder Frau ist die Ungerechtigkeit des Systems überhaupt bewusst und nicht jede Frau kann das für sich selbst reflektieren.



    das hier ist ein erhebliches problem. es ist für opfer sehr schlimm, anzuerkennen, dass sie in der tat opfer sind. dass sie NICHT die gleichen chancen haben wie männer. dass sie NICHT in der gleichen liga spielen. und genau so ist es nun mal. die mär der neutralen, gleich berechtigten gesellschaft treibt auch hier im forum absurde blüten.


    viele lieben männer (allgemein, oder einzelne) und es würde sie verzweifeln lassen, wenn sie eingestehen müssten, dass diese männer sie entgegen ihrer annahmen NICHT mitspielen lassen, egal wie sie sich verhalten.


    es ist frauen ansozialisiert, dass es erstrebenswert sein muss, bei männern mitzuspielen. dass reinen frauen-zusammenhängen was fehlt oder sie toxisch seien (was sie in erheblich geringerem maß sind als zusammenhänge, bei denen selbst einzelne männer involviert sind).


    und frauen springen viel frustrierter und aggressiver auf die einzelnen frauen an, die plakativ männer-/väterrechtsbullshit in die welt tragen als auf die milliarden männer, die den einfach, träge und gelassen jeden tag aufs neue zementieren. wie praktisch. da sind die frauen beschäftigt, sich über die unemanzipierten heimchen am herd aufzuregen, während sich die männer ins fäustchen lachen.


    ich will da nicht mitmachen. trotz des reflexes, der in mir anspringt, wenn frauen offensiv murks vertreten.



    lg patrick

    Es könnte ja ein Kind entstehen, und wenn du nicht abtreiben willst, dann sitzt du mit Kind in der Falle.

    Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Abtreibungen nach Einführung solcher Regelungen deutlich nach oben ginge.

    Und ich gehe auch davon aus, dass versucht würde, am Paragraph 218 zu schrauben.

    genau das...



    danke für dieses 20-sterne-posting!



    der vorstoß ist eine katastrophe!


    und um dein hervorragendes beispiel zu bestärken: ich wurde von einem mann aufgezogen, der kein sorgerecht hatte, meinem opa.


    meine mutter kümmert sich jeden tag liebevoll um meine nichten und hat sich sehr liebevoll um meinen sohn gekümmert, mehr in einem monat als mein ex in einem jahr.



    mich schockt das alles, und dass es so unterm radar läuft, ist das schlimmste.

    es geht hier um mütter.

    das ist wichtig festzustellen.


    Also den Wunsch von Mutter und Kind wieder beisammen zu sein als Zeichen einer Störrung zu sehen ist kein Zeichen von Überlastung, das ist was ganz anderes.

    !!!!!!!!!



    genau so. ich würde das hier in dem zusammenhang noch anbringen.


    https://www.bmjv.de/SharedDocs…SorgeUndUmgangsrecht.html



    nahezu unbeachtet von der öffentlichkeit laufen solche horrordinger ab... also, gezielt flachgehalten.


    würde das durchkommen, würde ich meinen nichten wirklich empfehlen, sich sterilisieren zu lassen, sobald sie geschlechtsreif sind.


    es heißt "patriarchat", nicht "maskulinat", und das aus gutem grund...


    ich bin inzwischen müde und möchte nicht mehr diskutieren und bin einfach froh, dass mein sohn knapp 18 ist und ich jetzt keine weiteren kinder mehr bekomme.

    ich nutze gerne


    - guten tag!

    - herzlich willkommen (zu...)

    - wir freuen uns, sie begrüßen zu dürfen (blablaerklärung)

    - danke für ihr interesse

    - wer sich im unternehmen für betriebssicherheit stark macht, braucht...

    - sie wünschen sich zu recht trallala und möchten daher xyz?

    - wenn sie fragen haben, wenden sie sich einfach an abc und nn (nicht: ihre ansprechpartner sind abc und nn)
    - betreut durch (statt "zuständiger" oder so)


    und ähnliche varianten. also ohne anredeform/spezifikation durch ein substantiv. die spezifikation kommt durch die situationsklärung. auch so fühlen sich diejenigen, die ich anspreche, "abgeholt".


    substantivierungen oder gefurschtelte neukombinationen mit "mensch" oder "person" lassen mir das blut in den adern gefrieren. da läuft viel sprachlich unschönes, was natürlich auch anderen auffällt, die fürs prinzip eh kein verständnis haben, und dadurch die akzeptanz fürs gendern an sich leider mindert. das finde ich wie gesagt sehr schädlich.

    lg patrick



    so hatte ich die anzeigen btw angepasst.


    und mich im konzern um klärung und aufklärung bemüht. da hat man auch zugehört und fand das irgendwie einleuchtend, aber das "sternchenheckmeck" zu unlesbar und nervig und außerdem die m/w/d-lösung halt daher irgendwie praktisch... man denkt darüber nach, macht dort weiter wie gewohnt und lässt die sache in der ausführung sonst bei den gesellschaften. da ich in einer solchen sitze, habe ich handlungsspielraum und den auch genutzt.


    letztlich habe ich einige anzeigen so belassen, aber bei manchen wurde da seitens der GF eine eindeutige richtung vorgegeben.


    übrigens ist es bei gewissen stellenbesetzungen auch ein krasser vorteil, sich auf diese weise exklusiv zu verhalten. wenn nämlich die zielgruppe (gewerblich/handwerk, aber auch ingenieurbereich/planung) das zu schätzen weiß. da gibt es zahlreiche kandidaten, die von der zusätzlichen weiblichen ansprache explizit genervt waren und froh sind, dass sie weg ist, bevor sie ihre wirkung entfalten konnte. und solche herzchen werden natürlich auch eingestellt....


    aber egal, wie so oft bei dem thema bin ich froh, bald fertig zu sein damit...

    die schwurbelbegründungen in diesem artikel dafür, dass "das generische maskulinum alle einschließt und niemanden ausschließt" sind an den haaren herbeigezogen, hanebüchen und schlicht falsch.


    der basisfehler ist hier schon mal folgender: das ist keine frage der linguistik (selbst dann wäre alles bullshit, was da steht, linguistisch ist das wertlos), sondern der empirie. wenn man herausfinden will, ob jemand ausgeschlossen wird, muss man fragen, ob sich a) ggf eine große gruppe ausgeschlossen sieht oder b) vor der tür ggf leute stehen.


    beides wurde lang und breit wissenschaftlich belegt. aber ganz unwissenschaftlich anekdotisch kann ich schon mal sagen, ich bin nicht eingeschlossen beim generischen maskulinum. ich bin kein christ, kein kunde, kein mitarbeiter oder kollege und fühle mich nullkommanull angesprochen, wenn sich ein text an diese richtet.


    und das mit der "sexualisierung der sprache" ist nachgerade ärgerlich. denn NATÜRLICH spielt es IMMER und überall eine rolle, ob jemand weiblich oder männlich ist. der zustand "geschlecht egal" existiert ebenso wenig wie "hautfarbe egal" in einer umgebung, die durch strukturelle diskriminierung geprägt ist. dies unsichtbar zu halten, zementiert die zustände. macht man sie sichtbar, kann man damit arbeiten. der "ständige kulturkampf" ist real. und wenn der unterdrücker zur unterdrückten sagt "kuck doch da nicht so hin", ist das brutal zynisch.


    was das "gendersternchen" etc. betrifft... seufz... genau das feiern ja diejenigen so, die sich das generische maskulinum zurück wünschen, so hart. bei stellenanzeigen haben sie es über m/w/d schon geschafft, dass frauen wieder in der schublade verschwinden oder noch schlimmer, an ihren rechtmäßigen platz verwiesen werden: gesucht wird der vertriebsingenieur m/w/d und die sekretärin m/w/d. herrlich, wie einfach das auf einmal wieder geht...


    ach ja, ich betreibe seit 16 jahren employer branding und fertige stellenanzeigen an, daher war ich live dabei. hatten wir bei "mitarbeiter/in für verwaltung/zentrale/empfang" 21 kandidaten vs. 89 kandidatinnen, so waren es bei "sekretärin m/w/d" 102 kandidatinnen und 0 kandidaten. anforderungs- und aufgabenprofil identisch. dieser erfolg wird hier in der tat gefeiert.


    raum für frauen kommt zuletzt. erst sind ALLE anderen dran.