Beiträge von Kysyra

    ... aber wenn schlechte Qualität bei Kitas beanstandet wird, kann doch die Lösung nicht sein "weniger Kita".
    Sondern die Lösung muss sein, dass dieses Land sich endlich mal über seine Prioritäten im klaren werden muss.
    Es kann nun mal nicht angehen, dass "Kinder haben" für viele "Armut" bedeutet. Dass die Betreuungsschlüssel so niedrig sind.
    Dass Geburten, Kinderbetreuung und Bildung (bis hin zu Bafög) die Punkte sind, die in Deutschland irgendwie nichts kosten dürfen.
    Es ist für so viele Dinge Geld da, aber für alles das, was wirklich der Bevölkerung zugute kommen würde, ist keins da.


    Ich tu jetzt mal, als wäre der Staat eine Person.
    Die sagt gerade: Hey, wir brauchen dringend Kinder. Wie kriegen wir die Frauen/Familien dazu, Kinder zu kriegen.
    Dann stellt sich heraus, dass Eltern entweder eine ordentliche Grundsicherung brauchen, wenn einer zuhause bleibt, oder gute Betreuungsmöglichkeiten, wenn beide arbeiten gehen sollen.
    Und was macht dieser Mensch? Nee, Kinder haben ist die eigene private Entscheidung, Dein persönlicher Luxus. Wir sind nicht bereit, in Kitas und Horten anständige Betreuungszeiten, Betreuungsschlüssel und Konzepte zur Verfügung zu stellen. Wenn Du sowas willst, musst Du in private Einrichtungen gehen, und pro Kind ein "normales" Gehalt bezahlen (Also, bei einem Kind wird damit die Berufstätigkeit der Mutter zum Hobby, bei zweien lächerlich). Also, am besten bleiben die Mütter doch zu Hause. Wie? Was mit dem Gehalt ist? Wieso, Frauen sind doch eh in Hilfsberufen und verdienen nichts, oder? Und haben einen Vollzeitverdiener als Mann?
    nicht alle? Es gibt Familien, in denen zwei Gehälter gebraucht werden? oder Alleinerziehende? Oder Frauen, die arbeiten WOLLEN? Wie jetze.
    Also, wenn die Frauen zuhause bleiben wollen, brauchen sie Ersatz für ihr Gehalt? Na gut, ein Jahr, okay? Dann können sie doch wieder arbeiten gehen, ja?
    Wie, dann brauchen wir gute Betreuung?
    Nee, dann sollen die Frauen doch lieber zuhause bleiben. So drei Jahre braucht so ein Wurm doch die 24h Gegenwart der Mutter eh, oder? Wie, Geld? Ähm, Betreuungsgeld? 100,- pro Monat? Wie, das ist kein Ersatz für ein Gehalt? Naja, besser als 700,- Netto verdienen und 600,- für den Kitaplatz bezahlen, oder?
    Außerdem sind das doch Rabenmütter, die arbeiten gehen.
    Elterngeld für drei Jahre? oder länger? Nee, dann sollen sie doch arbeiten gehen. Die Kinder brauchen doch eh Frühförderung. Und wir brauchen doch die Arbeitskräfte. Und das sind doch eh nur Assis und alternative Glucken, die zuhause bleiben. Also, Frauen, geht arbeitetn.
    Wie, Teilzeit? Arbeitsschutz? Gehälter von denen man leben kann? Gute Kitas?
    Solche Karriereweiber sollen mal die Klappe halten...
    Hey, ich hab ne Idee- Ich stell das alles schön kontrovers in den Medien zur Diskussion, dann hauen sich die Leute mit unterschiedlichen Lebensentwürfen die Köpfe ein, sind abgelenkt, und keiner kommt auf die Idee, dass man sich vielleicht zusammen raufen und gemeinsam für eine verbesserte Situation der Eltern kämpfen könnte...



    Ich persönlich bin dafür, dass SOWOHL die Finanzierung für Familien, bei denen ein Elternteil zuhause bleibt, verbessert wird, ALS AUCH die Möglichkeiten zur Betreuung deutlich verbessert werden. Dazu gehören dann wieder Kitas mit langen Öffnungszeiten, dazu gehören Horte mit langen Öffnungszeiten, kurze Schließzeiten.
    Dazu gehört für mich Elterngeld für drei Jahre.
    Dazu gehört für mich gesamtgesellschaftlich eine anständige Entlohnung der Menschen, und ein weggehen von langen Arbeitszeiten für wenige bei hohen Arbeitslosenzahlen (und von dem Trend, gut ausgebildete Fachkräfte durch angelernte Leute zu ersetzen) und stattdessen eine Aufteilung der (ja anscheinend zur genüge vorhandenen) Arbeit auf eine größere Zahl von Menschen, die dafür unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten.
    Ein menschenfreundlicher Arbeitsmarkt ist wahrscheinlich automatisch ein deutlich elternfreundlicherer Arbeitsmarkt...

    Aber wie anders kann die betreuung bei schichtarbeitern von öffentlicher seite gewährleistet werden? Hier gibt es solche kitas, die nacht- und wochenendbetreuung ist die ausnahme, aber dass die möglichk2it besteht macht es den schichtlern halt möglich, ihre arbeitszeiten einzuhalten, auch wenn oma mal nicht kann oder mama auf dienstreise ist, während papa seine nachtschicht als busfahrer fährt.


    mehr arbeiten tun die leute nicht, nur zu anderen zeiten.


    An der bereitstellung soöcher randbetreuungszeitwn kann ich erstmal an sich nichts schlechtes finden. Man kannn sich als elter sicher fragen, ob der job das richtige ist, aber das ist ja ein anderes Thema


    Danke.
    Es geht doch nicht darum, dass Eltern ihre Kinder 24h in die Kita geben. Sondern dass sie 24h lang die Möglichkeit haben, während ihrer Arbeitszeit Betreuung zu bekommen.
    In meinem Beruf würde ich davon deutlich profitieren (wobei ich die Nächte nicht bräuchte, "nur" längere Öffnungszeiten am Nachmittag, dafür eben Vormittags statt morgens hin.
    Was ist denn z.B. mit einer Krankenschwester? Muss die ihren Beruf an den Nagel hängen, wenn sie Kinder hat? Was ist mit alleinerziehenden Krankenschwestern?
    Nicht jeder hat Partner, Ex, Oma, Tante oder sonstwen zur Verfügung.
    Und außerdem, ich denke immer, für ein Kind ist es doch viel mehr Kontinuität und Sicherheit, wenn es bei Nachtschicht der Mutter am selben Ort aufgehoben ist, wie tagsüber. Statt bei Nachtdiensten vielleicht von Tante zu Oma zu Babysitter weitergereicht werden...

    Silke, haben wir auch noch nie gehabt sonne Nummer...die meisten findes es süß wenn das Grüffel singt oder gut gelaunt rumalbert...Jepp


    Ludowica...etwas ähnliches ist dem Joe auch entfleucht, nachdem der Mensch weiter maulte...


    Und selbst wenn es jemanden stört, könnte der das ja "eigentlich" auch einfach mal ganz normal sagen...

    ich kenn das eigentlich nur von der Manduca, da wird das ja so beworben, weil ja der Steg nicht verstellbar ist und das Baby dann im Neugeboreneneinsatz sitzt.
    Vielleicht wurde da aus der Not eine "Tugend" gemacht?
    Weiß nicht, ob es wirklich sooooooo schlimm ist, aber Vorteile kann ich auch keine erkennen.

    Ich glaube auch, für die Sachen, die Du genannt hast, ist es noch deutlich zu früh.
    Mit Douglas Adams oder so hab ich mit 14 angefangen, und ich bin schon recht belesen und frühreif gewesen (okay, dann auch auf Englisch, aber trotzdem).


    Ohoh, ich seh gerade, ich habe falsch gerechnet, dachte, Dein Kind wäre ein Jahr ÄLTER als meins... oops, für Fünfjährige streiche ich meine Liste komplett wieder!


    Korrigierte Liste:
    - Astrid Lindgrens Michel oder Madita
    - Michael Ende "der Wunschpunsch"
    - Eva Ibbotson vielleicht schon "Wenn Hexen hexen" (hat nichts mit dem Film Hexen hexen zu tun)
    - hier sind auch noch viele Bilderbücher beliebt, das Muffelmonster, Käptn Sharky und ähnliches.

    Hier auch, -7 Dioptrien, Hornhautverkrümmung und trockene Augen. Und seit 22 Jahren Kontaktlinsen.
    Ich habe PureVision Linsen, mittlerweile torische. Das sind so Hydrogellinsen, die man theoretisch 30 Tage durchgängig tragen kann (wovon ich gar nichts halte, ich nehme sie jede nacht raus), und ich fahre super mit denen.

    Glitzer: wir sind mittendrin in der Kakapups-Phase.
    Ich glaub ich binde ihn mal mehr ins wickeln usw ein.
    Und das Baby rausnehmen werde ich auch mehr versuchen. Fürchte aber, das wird beiden nicht so passen. Baby ist mehr ein Schauling als ein Tragling und mein großer Sohn besteht durchaus auf seine Babyexklusivzeit ("Nein ich kann noch nicht in den Kindi ich muss erst noch den J ein bißchen muckeln!").
    Ich glaub außerdem, weil ich selber nicht so die gute Babymama bin und auch noch die Erstgeborene, tendiere ich eher dazu, meinen großen Sohn zu schützen als meinen kleinen :/


    Für Babyexklusivzeit müsste er bei mir ganz klar Grobheiten unterlassen!
    Ich bin selber auch eine Erstgeborene, die sehr unter dem Statusverlust gelitten hat, und es war mir sehr wichtig, der Maus nicht das Gefühl zu geben, plötzlich hintenanzustehen.
    Aber das Baby schützen ist doch auch Priorität! Und ich bin sicher, dass das Baby, wenn es halt mal ne Stunde auf den Rücken gebunden ist, damit der Große mehr Mamazeit haben kann und es gleichzeitig geschützt ist, deutlich weniger leidet, als wenn es gepiesackt wird!

    Sicher, dass er nicht doch ganz schön eifersüchtig ist? Es ist ja meist nicht so, dass das "große" Kind das Baby nicht mag, sondern die Situation, dass es weniger Aufmerksamkeit kriegt, Angst hat, abgeschrieben zu sein usw.
    Also, er kann das Baby total lieb haben, und gleichzeitig sehr eifersüchtig/ ängstlich sein. Und genau dieser Widerspruch kann sich in solchem groben Verhalten niederschlagen.
    Ich würde ihm auf der einen Seite sehr deutlich machen, dass er dem Baby weh tut und ihm Wege zeigen, besser mit ihm umzugehen.
    Und ihm gleichzeitig so viel Aufmerksamkeit, Zuspruch, Komplimente, Nähe usw. geben, wie irgendwie möglich ist.
    Z.B. hab ich das Fröschchen von Anfang an viel auf dem Rücken getragen, um die Arme für die Maus frei zu haben, habe mich oft mit beiden zusammen ins Bett gekuschelt, der Maus vorgelesen und das Fröschchen einfach nur daneben gehabt und lauter so Sachen.

    Ich hatte das Fröschchen fast von Anfang an (nicht ganz, brauchte noch Überwindungszeit. Aber deutlich vor dem propagierten Sitzalter, und denke, bei Nummer drei mache ich es wahrscheinlich noch früher) relativ viel auf dem Rücken, um der Maus gerecht werden zu können.
    Gut geklappt hat das bei mir eigentlich nur mit dem Bondolino, Tücher krieg ich auf dem Rücken irgendwie nicht hin.
    Ich hab den Hüftgurt umgemacht, B auf die Hüfte geschoben, Fröschchen rein, das Ganze auf den Rücken geschwungen und dann festgezurrt.
    Bei der Maus hab ich mich das nie getraut, beim Fröschchen war es mir wichtig, und sobald ich es einfach mal gemacht habe, ging es recht leicht. Und ihr gefiel witzigerweise gerade das rumschwingen, ds ich selber ja so angsteinflößend fand, am besten.


    Den Storchenwiege Carrier hab ich nie ausprobiert, kann mir aber vorstellen, dass das ähnlich wie mit dem Bondolino geht. Vielleicht eher sogar besser, der B ließ sich relativ schlecht hochkriegen und hat schon sehr dicke Träger (Kangatraining ging mit B auf dem Rücken nicht, die Träger waren so dick, dass ich die Arme nicht richtig hochgekriegt habe...).

    Auf keinen Fall jetzt einfach die normale Dosierung wieder anfangen, damit wird der Erreger dann nur immun.
    Entweder alles ist gut, dann weglassen, oder direkt wieder zum Tierarzt und entweder nochmal hochdosiert oder einen anderen Wirkstoff geben lassen.

    Ich hab das besagte Buch mal auf einem Flohmarkt gekauft, um es wegzuschmeißen!


    Je nach Ausgabe, schade. Ich sammle diesen ganzen Kram.
    ich hab hier JKKSL (eine alte Version, würde sie gerne mal vergleichen, ob IRGENDWAS geändert wurde), mehrere Ezzo-Bücher, Gina Ford in alt und neu, Johanna Haarer in alt und neu und "To train up a child" (fundamentalistisch-christliche Kackscheiße direkt aus der Hölle). Also, wenn jemand von Euch sowas auf Flohmärkten oder so findet, nicht wegschmeißen, mir schicken #ja )

    in unserer bücherei gibt es ein spanisches schlaflernbuch, gegen das jkksl harmlos ist.
    ich hab das mal bei den damen dort angesprochen. als ich das nächste mal dort war, stand es in der präsentiersektion...
    ich hab daraus gelernt, und mache nur noch anregungen für gute büche, statt schlechte zu kritisieren. Immerhin haben sie auf meine Anregung hin "Schlafen statt Schreien" gekauft (gleich 2 mal. Ich freu mich immer, wenn grad beide Exemplare nicht im Regal stehen). und irgendwie scheint die alte Riege der Damen dort langsam abgelöst zu werden, es wurde jetzt auch noch "Besucherritze", mehrere Renz-Polster Bücher u.ä. eingekauft.
    Aber "der Babyführerschein" und "So lernt Ihr Kind schlafen" (das spanische) stehen unverändert dort...

    Wir haben seit Geburt der Großen ein Familienbett, zunächst mit Beistellbett, dann mit Juniorbett angetaped, jetzt richtig gebaut.
    Die beiden schlafen aber auch zunehmend im Geschwister-Hochbett im Kinderzimmer.


    Für mich klingst Du irgendwie ein bisschen, als hättest Du ein schlechtes Gewissen, weil Euer Baby nicht bei Dir sondern bei Deinem Freund schläft, kann das sein?
    Falls das so sein sollte - brauchst Du sicher nicht, Ihr seid ja anscheinend alle drei mit dem Arrangement zufrieden und schlaft gut. Und das ist doch das einzige Kriterium, das zählt.

    So ganz erbsenzählerisch könnte man ja noch fragen, ob Dein Sohn jetzt gerade 11 geworden ist oder kurz vor dem zwölften Geburtstag steht...
    Ansonsten, wenn er die Jurassic-Park Filme schon kennt und sie ihm nichts ausgemacht haben, gehöre ich zu denen, die ihn hinlassen würden.
    Ich gehe jede Wette ein, dass Du als Antwort so ziemlich 50/50 kriegen wirst, also am Ende so schlau bist wie vorher. Also letztendlich kann Dir keiner die Entscheidung abnehmen.

    *jetzt hab ich zum ersten Mal seit ich hier bin, einen Post verfasst, den ich teilen muss, weil er zu lang ist! Hier Teil 2!*


    Was viele hier versuchen, auch in Worte zu fassen, ist, dass ein brüllendes schreiendes Baby oder Kleinkind IMMER in irgendeiner Not ist. Ob jetzt körperlicher oder seelischer Schmerz ist dabei relativ egal (auch uns Erwachsenen kann seelischer Schmerz ja fast noch mehr weh tun als körperlicher). Wichtig ist, dass es um REALES Leid geht. In dem Alter übertreiben die Kinder auch noch nicht.
    Ich hab so ab dreieinhalb anfangen können, zu beobachten, dass meine Kinder gerne auch mal "dramatisch" weinen, um etwas zu erreichen. Wobei das auch nie aus der Luft gegriffen ist. Es ist immer irgendeine "echte" Komponente dabei. Aber da kommt langsam eben diese ominöse "Theory of Mind" auf, und sie machen die Erfahrung, dass sie ihren Schmerz auch übertrieben darstellen können. Bloß sind sie darin noch nicht sonderlich gut, das dramatische Weinen ist sowas von künstlich, dass es mir meist eher schwerfällt, nicht zu lachen. Auch mit 4 und 6 sind sie also in der Abteilung "Lügen" noch ziemlich lausig. Sagen wir mal, sie üben, Dinge anders darzustellen, als sie sind. Die Kleine übt gerade, Angst zu spielen, wenn sie z.B. oben auf der Rutsche steht (sie ist in echt völlig furchtlos, wahrscheinlich hat sie genau deshalb Angst genommen, weil sie sich da so richtig ins Zeug legen kann).
    Aber wie gesagt, locker anderthalb Jahre mindestens kannst Du bei deiner Maus noch davon ausgehen, dass JEDES Weinen, Schreien, "Aua" absolut echt ist. Was ja wie gesagt nicht heißen muss, dass sie im erwachsenen Sinne körperliche Schmerzen hat, aber es "tut ihr was weh".
    Und dann kommt erstmal diese Experimentierphase, die ich eben beschrieben habe, in der "Lügen" sowas von offensichtlich sind, dass Du weiterhin keine Angst haben musst, dich "manipulieren" zu lassen, wenn Du echt wirkendes Weinen einfach als echt annimmst (okay, dann gibt es auch noch das Wunschdenken und das "ich war das nicht", aber das ist ein anderes Kapitel. und mit echtem Lügen hat auch das nichts zu tun).
    Also, bis Dein Kind dich wirklich bewusst in Täuschungsabsicht anlügt und Du darauf reinfallen kannst, würd ich mal so grob schätzen, musst Du bis zur ersten Klasse warten.


    Für mich ist das Schlimme an solchen "Trotzkonflikten" ja gerade, dass ich sehe, dass mein Kind "recht" hat und real leidet. Wenn es mich nur verarschen würde, wär ja alles ganz einfach (das ist ja der Standpunkt der Zucht-und-ordnung-Erziehungsratgeber. Vom Nachtschlaf über Stillabstände hin zur Quengelware. Alles ist nur ein "dummer Wunsch" des Kindes oder der Versuch, die Eltern zu unterwerfen. Wenn ich das so sehe, ist es natürlich total einfach: Bloß nicht drauf einlassen).


    [b]Das Kind will gerade barfuss sein, noch toben, noch malen, noch schlafen, jetzt was essen, SELBER machen usw. Das ist sein echtes Bedürfnis. Und in der Wahrnehmung des Kindes ist es eine ganz reale Katastrophe, dass ich mich - SCHON WIEDER - einfach darüber hinweg setze, darauf bestehe, dass wir JETZT gehen, dass sie SOFORT den Stift weglegt, dass sie die WARME Jacke anzieht usw usf. Wenn es jetzt heult und um sich tritt und "Aua" brüllt, macht es das nicht zum Spass. Und es will nicht SCHON WIEDER kämpfen, sondern bitte bitte einfach EINMAL eine Mama, die macht, was es sagt.


    Ja, toll, aber ICH muss JETZT los zur Arbeit. Außerdem hab ich schon vor 5 Minuten bescheid gesagt, dass sie fertig werden muss. Und es ist KALT draußen. Und ich bin AUCH müde. Und ich hab auch "recht". Und will nicht SCHON WIEDER kämpfen, sondern bitte bitte einfach EINMAL ein Kind, das einfach macht, was ich sage. [/b


    Ich bin mal total ausgeflippt, weil eine "Freundin" nach einem Streit um etwas, was mir sehr wichtig war, am Ende mit Augenaufschlag meinte, sie fände es ja sooo traurig, dass wir uns um so eine KLEINIGKEIT streiten müssten. Ach ja? Wenn es für Dich eine Kleinigkeit ist, warum zum Teufel konnten wir es dann nicht einfach so machen, wie ich es wollte? Denn ich hatte in dem Streit sehr deutlich gesagt, dass es für mich um alles andere als eine Kleinigkeit ging, sondern mir die Sache sehr wichtig war.
    Natürlich war es für sie keine Kleinigkeit. Aber es war ein Versuch, MEINEN Wunsch als unwichtig abzuwerten, und mich ins Unrecht zu setzen.
    Im Grunde machen wir genau das jeden Tag mit unseren Kindern. Wir setzen UNSER Bedürfnis als "realer" und "wichtiger" als das des Kindes, und wundern uns über die Wutausbrüche (ICH NEHME MICH DA KEIN STÜCK AUS!). Wir verlangen die ganze Zeit, dass die Kinder UNSERE Anforderungen als gesetzt sehen und als wichtiger als z.B. "nur spielen".
    Vielleicht ist es auch das, was mich oft so hilflos macht. Ich sehe das große Bild mit den großen Regeln (Arbeiten, pünktlich sein, zwischen 10 Leuten aushandeln, nicht nur die Wünsche von einem wichtig finden usw.). mein Kind KANN nur ihr persönliches Bild sehen.
    Und klar versuche ich, so oft auf sie zu hören, wie ich kann, aber in ihrer Wahrnehmung ist es eben so, dass sie sich eigentlich immer nur anpasst. Und irgendwann geht es zu weit, und sie flippt aus.
    Und genau so sehe ich es im selben Moment auch, bloß eben aus der anderen Richtung kommend.


    Ich versuche, so oft wie möglich, auf meine Kinder zu "hören", und dafür müssen sie dann bei den "indiskutablen" Sachen auf mich hören. Manchmal klappt das auch.
    Und ich versuche in all den Situationen, in denen ich mich einfach auch durchsetzen muss, mir halt immer wieder bewusst zu machen, dass es hier nicht darum geht, dass sie mir das Leben schwer machen will, sondern dass wir schlicht einen aktuell unlösbaren Konflikt haben. Für den sie genauso wenig kann wie ich.
    Und wenn ich mich durchsetzen muss, hat sie das recht darauf, wütend und verletzt zu sein.
    Meist ist es ja sehr schnell wieder gut, von Seiten des Kindes aus.
    Langen Groll hegen ja eher die Erwachsenen...