Beiträge von Kysyra

    Jaga, aber Worte sind wichtig.
    Ich freu mich, dass Du hier aufgelaufen bist, dass Dir "unsere" Art zu denken gefällt (Siehst ja, dass es schon bei Kleinigkeiten auch hier durchaus sehr unterschiedliche Ansichten gibt...). Ich habe trotzdem den Eindruck, dass Dir eine Denkweise über Kinder beigebracht wurde, die sehr negativ ist, dessen Du Dir vielleicht gar nicht so richtig klar bist. Klar ist es hart, wenn so viel Kritik kommt, aber vielleicht schaffst Du es ja, es als Einladung zu sehen, diese verankerten Denkweisen zu hinterfragen, und zu einem positiven Kinderbild zu kommen, das Dir ja anscheinend "eigentlich" viel besser liegt. Sonst hättest Du Dich bei soviel Kritik ja längst verzogen, statt Dir das alles durchzulesen und darüber nachzudenken.


    Ich versuche es noch mal zu erklären, und hoffe, es wird nicht zuuuu lang... (bin im Beschäftigungsverbot und hatte noch nie im Leben so viel Zeit...):


    "Lügen" bedeutet nun mal, jemanden bewusst zu täuschen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Auch bei Erwachsenen. Ich versuche gerade meinen Kindern den Unterschied zwischen "jemand hat was Unwahres erzählt, weil er/sie sich geirrt hat" und "jemand hat gelogen" deutlich zu machen. Der Begriff "Lügen" unterstellt IMMER eine böse Absicht.


    Ein Begriff wie "verzeihen können" ist nun mal anders als "sich von dem Schreck erholen". Verzeihen muss ich Menschen nur Dinge, die diese auch in böser Absicht (oder zumindest kalter Gleichgültigkeit) getan haben. Wenn jemand gestoßen wurde, gegen mich fiel, mir beim Versuch sich aufzufangen auf den Fuss getreten ist und mir dabei den Fuss gebrochen hat, dann habe ich doch nicht die Wahrnehmung, dass es da irgendwas zu "verzeihen" gibt. Der konnte ja auch nichts dafür (was ich von dem A.... halte, der den gegen mich gestoßen hat, ist ein anderes Kapitel).
    Wenn ich darüber nachdenke, ob ich diesem Menschen "verzeihen" kann oder will, dann gehe ich ja von einem anderen Sachverhalt aus. Ich gehe davon aus, dass der z.B. völlig gleichgültig an mir vorbei gehastet ist und es ihm völlig egal war, ob er mich tritt. Oder noch schlimmer, dass er mich verletzen wollte. Das sind Situationen, in denen es um "verzeihen" geht.
    Vom Schreck erholen (und von den Schmerzen) muss ich mich auch im ersten Fall, aber ich käme nicht auf den Gedanken, den Unfallpartner wegen der Geschichte abzulehnen, nicht mit ihm zu reden oder ähnliches. Und in diesem Beispiel geht es um Erwachsene!


    Wenn ich anfange, ein Wort wie "manipulieren" im zwischenmenschlichen Kontext im Sinne von einem völlig neutralen "etwas bewirken wollen" zu benutzen, verliert es seinen Sinn. Denn wir alle wollen in jedem Kontakt mit Mitmenschen andauernd "etwas bewirken". Und wenn es nur ist, dass der andere "Aha" sagt, wenn ich sage, "Mann, bin ich müde".
    Jetzt gerade versuche ich Dich dahin zu manipulieren, dass Du Dir meine Ergüsse durchliest, in mein Denken eintauchst und im besten Fall zu Herzen nimmst...
    Insofern wäre manipulieren einfach ein völlig überflüssiger Begriff, völlig inhaltsleer. Benutzt wird er nun mal im sozialen Kontext negativ, ähnlich wie lügen.


    ja, ich gehöre da zu den Erbsenzählern, es ist mir sehr wichtig, dass die Menschen darüber nachdenken, WAS sie sagen. Dass sie überlegen, WIE sie andere beschreiben, benennen usw. Ich kriege auch einen Anfall, wenn ich höre, dass eine Mutter ihre 7 Wochen alte Tochter als "Terrorziege" bezeichnet.
    Letztendlich sagen Worte nämlich nicht nur aus, was wir denken, sondern sie FORMEN auch unser Denken.


    Wenn ich es als "Lügen" bezeichne, wenn meine Kinder mir fantastische Geschichten aus dem Kindergarten erzählen, was sie alles mit den anderen Kindern gemacht haben, dann färbt das meine Haltung gegenüber meinen Kindern. Irgendwann sehe ich sie als "Lügner". Also als Menschen, die mir aus Bösartigkeit was falsches erzählen. Nicht als Kinder, die sich den ganzen Tag Geschichten ausgedacht haben und halb in dieser fantastischen Welt versunken sind und denen es jetzt schwerfällt, in ihrem Bericht zu unterscheiden, was "echt" passiert ist und was "aus Spiel" war. Was wundervoll ist, mit Bösartigkeit nicht das geringste zu tun hat, und mir außerdem zeigt, dass meine Kinder in der Phase angekommen sind, in der ihnen klar ist, dass ich ja nicht dabei war, das alles also noch nicht weiß, und es deshalb sinn macht, es mir zu erzählen (Dreijährige kapieren noch nicht, warum Mama fragt. Muss sie doch eh schon alles wissen, oder?). Und Spass daran haben, mir das alles zu erzählen, mich teilhaben lassen wollen. Was noch viel toller ist.


    Das Ding ist für mich, dass Du keinen liebevollen Bericht über Dein Kind geschrieben hast, in den sich EINER der kritisierten Begriffe eingeschlichen hat und vielleicht durch Nachfragen aufgeklärt werden konnte.
    Sondern Du hast einen sehr langen Bericht verfasst, in dem VIELE Begriffe, die sehr negativ gefärbt sind, aufgetaucht sind. Lügen, manipulieren, verzeihen waren ja die, die am meisten aufgestoßen sind. Aber auch so ein Satz wie "Sie ist offensichtlich sehr clever, aber das geht zu weit" (nicht ganz wörtlich zitiert wahrscheinlich, aber so klang er mir im Kopf nach) macht mir Bauchweh. Weil "clever" in Verbindung mit vorher gefallenen Begriffen wie lügen eben eher kein Kompliment ist, sondern eher ein Hinweis, dass Du das Kind eben doch als "clever" genug siehst, absichtlich lügen zu können. Und "das geht zu weit" geht in eine ähnliche Richtung.


    Die Sache ist aber eben die, dass Kinder überhaupt gar nicht in solchen Dimensionen denken. Das "Runterschmeißspiel" wurde ja auch schon genannt. Das empfinden ja viele Eltern (und Erziehungsratgeber aus der "Zucht und Ordnung"-Fraktion) auch als "manipulativ" oder als Versuch des Kindes, die Eltern zu "beherrschen" und zu "tyrannisieren".
    Aber so denken Kinder nicht. Das Kind testet Hypothesen. zum Beispiel "Wenn ich das Ding loslasse, fällt es dann IMMER nach unten?" oder "Wenn ich es runterschmeiße, und nicht mehr sehen kann, ist es dann immer noch da?" natürlich auch "Hebt Mama es jedesmal auf?", aber auch hier geht es eben nicht darum, dass das Kind rauskriegen will, ob es seine blöde Mama dazu dressieren kann, immer zu tun, was es will. Sondern um ein Untersuchen der Realität. Um ein Verstehen der Welt.

    Stimmt schon, aber an dem Punkt isses ja nun mal schon, und die Aufforderung war ja, wenigstens hier die Reißleine zu ziehen und es nicht NOCH schlimmer zu machen.
    Wenn das Kind schon an dem Punkt ist, dass es selber das Friedensangebot macht, das dann nicht auch noch abzulehnen...

    Ich kenne das auch, dass ich eine Zeitlang so wütend bin, dass ich mich auf "normales", freundliches Verhalten dann erstmal nicht einlassen kann. Das sage ich dann auch, "Ich bin gerade stinksauer, und mag gerade nicht lieb sein", ich stelle aber auch immer wieder klar, dass das nichts mit "nicht mehr lieb haben" zu tun hat. Es ist mir wichtig, meinen Kindern immer wieder deutlich zu machen, dass ich sie immer lieb HABE, auch wenn ich sauer über ein bestimmtes Verhalten bin, und vielleicht gerade nicht lieb SEIN mag.
    Umgekehrt ist es ja auch so, wenn die Maus vor Wut kochend ins Schlafzimmer rennt und "lass mich in Ruhe!" brüllt, bemühe ich mich, ihr die Zeit, sich zu beruhigen, einfach mal zuzugestehen. Doof, wenn die Situation so ist, dass das nicht geht...


    Zu heute - das ist so eine typische Situation, in der meine eigene Wut/Hilflosigkeit/Sorge (mann, die ist ÜBER EINE STUNDE allein durch die Fussgängerzone gezuckelt, hat sich mit Leuten unterhalten, rumgebummelt... Im Kindergarten dachten die wohl inzwischen, sie kommt nicht, ich dachte, sie ist längst da... GGGGGRRRRRRR!!) trotzdem nicht dazu führen darf, dass ich ihr böse Absicht unterstelle.
    ICH war stocksauer, vor allem, weil ich einen Schreck gekriegt habe (und dann natürlich das schlechte Gewissen. Ich Rabenmutter hab mein Kind allein in den Kindergarten geschickt. Neben ihrem Gebettele, dass sie groß sein will, ist da ja auch die innere Stimme, die sagt, dann brauch ich nicht raus, ich bin eh so erkältet... Wer weiß, ob ich ihr das sonst erlaubt hätte, also war ich einfach faul und nachlässig... wenn ich mich verantwortlicher verhalten hätte, hätte das ja gar nicht passieren können! Wär ich mal wieder heimlich hinterher, dann wär alles gut gewesen!...)


    Aber mir ist auch klar, wie es Maus in dem Moment gegangen ist. Sie kam ja total fröhlich an, hatte überhaupt kein Gefühl dafür, wie VIEL Zeit inzwischen vergangen war, dachte sich nichts böses, wollte bloß noch schnell ihre Haarspange holen - und ich spring ihr voll ins Gesicht, schimpfe sie aus, und verderbe ihr den schönen Morgen.
    und sage auch noch, dass es das jetzt war mit dem allein in den Kindergarten gehen!
    Für sie war von einem Moment zum anderen aus strahlendem Sonnenschein ein Gewitter geworden...


    Damit wollte ich nur noch mal sagen, dass die Tatsache, dass ein Kind etwas tut, was uns ärgert/ wütend macht/ erschreckt... noch lange nicht heißt, dass es etwas tun WOLLTE, das uns ärgert/wütend macht/erschreckt.... und es einfach wichtig ist, das auseinanderzuhalten. Ich finde es wichtig, sich selber die Wut/Hilflosigkeit/Verletztheit auch zuzugestehen und zu äußern, aber gleichzeitig ist es wichtig, das trotzdem zu differenzieren und vorsichtig mit Absichtszuschreibungen zu sein.

    Schlimme Situationen in der Öffentlichkeit:
    Ich will irgendwas von der Maus (weiß absolut nicht mehr, was) auf dem Heimweg vom KiGa. Sie war 5. Sie bockt, ich schimpfe.
    Sie brüllt:
    "Ich will nicht mehr Dein Kind sein! Ich will tot sein! Ich will bei Gott sein!"


    Heute Morgen ist die Maus wütend rausgerannt, während ich meine Jacke angezogen habe. Als ich aus dem Haus kam, war sie schon um die Ecke, und hat sich demonstrativ weinend in einen Hauseingang gesetzt. Eine nette junge Frau stand bei ihr und versuchte wohl, sie zu trösten, und rauszukriegen, warum sie da ganz allein saß und wo die Eltern sind. Ich bin einfach nur hin, hab ihr gesagt, dass wir jetzt losmüssen, und wie durch ein Wunder hat sie auch tatsächlich meine Hand genommen und sich hochziehen lassen (hat aber noch den ganzen Weg zum KiGa geheult). Zu der Frau hab ich einfach nur "Danke" gesagt (dass sie sich gekümmert hat), ohne aber irgendwas zu erklären, und wir sind los.
    Vorgeschichte: Sie hatte sich erbettelt, allein in den KiGa gehen zu dürfen. Ich hatte ihr immer wieder erklärt, dass sie direkt hingehen muss, nicht irgendwo anders hin darf, nicht irgendwo reingehen darf, nicht einfach wieder zurückgehen darf... hat sie alles versprochen.
    Wir hatten es ein paar mal gemacht, dass sie allein gehen darf, und ich bin dann heimlich hinterher. Aber als sie das spitzgekriegt hat, war sie sauer. Allerdings hatte bei den malen alles gut geklappt.
    Und diesmal:
    Um 8h ist sie los. Um 9.20 klingelte sie an der Tür. Sie hatte über eine Stunde rumgebummelt, und dann war ihr eingefallen, dass sie noch eine Haarspange haben wollte.
    ich war stocksauer, und sie war dann wütend, weil ich sie nun nicht wieder allein habe hingehen lassen, sondern ganz klar gesagt habe, dass ich sie jetzt hinbringe.



    Irgendwie hab ich den Eindruck, dass - auch wenn hier sonst vieles ganz schrecklich ist - in dieser Stadt eine gute Kultur zum Umgang mit solchen Situationen in der Öffentlichkeit herrscht.
    Es ist hier nicht unüblich, dass bei brüllenden Kindern Passanten mitleidig lächelnd sowas sagen wie "GSD geht es nicht nur bei uns so". oder "Meine können das noch lauter". oder mit absolut ironischem Ton "Also MEINE Kinder sind immer brav und brüllen NIE herum" oder "Hey, genau DEN Dialog kenn ich auch!"
    Das tut ganz gut...

    Zum absichtlich Lügen wollte ich noch was loswerden:
    Um Lügen zu können, braucht man etwas, was sich "Theory of mind" nennt. Damit ist gemeint, dass man ein Bewusstsein dafür haben muss, dass der Andere etwas, was man selber weiß, NICHT weiß. Weil er jemand anders ist, und ich ich bin, und unser Wissen unterschiedlich ist.
    Sobald ich darüber bescheid weiß, kann ich andere bewusst täuschen und ihnen bewusst die Unwahrheit sagen - also Lügen.


    Zweijährige haben noch keine "Theory of Mind". Dein Kind glaubt noch, wenn es selber etwas weiß, dann weißt Du und Dein Mann und die Frau da drüben usw. das auch. Sie kann sich noch nicht vorstellen, dass das nicht so ist.
    Das fängt irgendwann mit drei Jahren an, sich rudimentär herauszubilden, so ca. mit 4 Jahren können die meisten Kinder das. Das heißt, 4 Jahre ist das absolute Mindestalter, das ein Kind braucht, um bewusst "lügen" zu können. Und auch, um so etwas wie echtes Einfühlungsvermögen haben zu können, so als andere Seite der Medaille.
    Denn vorher glaubt ein Kind mehr oder weniger "Wenn ich etwas lustig finde, ist es auch für alle anderen lustig". Bzw. "Wenn es mir nicht wehtut, wenn ich das andere Kind haue, dann tut es dem anderen Kind auch nicht weh". Man braucht die "Theory of Mind" also nicht nur, um den anderen täuschen zu können, sondern auch, um zu begreifen, dass ich jemandem mit meinem Verhalten weh tun kann. Dass jemand anders weint, obwohl es mir gut geht. Und dann kann ich Empathie entwickeln.


    Man kann das testen, ob die Fähigkeit vorhanden ist. Der klassische Test geht so, dass man einem Kind eine Schachtel, auf der z.B. Stifte abgebildet sind, zeigt, und vor seinen Augen etwas anderes, z.B. Bonbons, reintut.
    Und dann fragt, "Wenn Papa jetzt reinkommt, und wir zeigen ihm die Schachtel und fragen ihn, was das drin ist, was sagt er wohl?"
    Ein Kind, das bereits die Fähigkeit zur Theory of Mind hat, antwortet "Stifte", weil ihm klar ist, dass Papa ja nicht gesehen hat, dass Mama da Bonbons reingetan hat.
    Ein Kind, das das noch nicht kann, antwortet "Bonbons", weil es selber ja weiß, dass Bonbons drin sind, und sich nicht vorstellen kann, dass jemand anders etwas, was es selber weiß, nicht weiß.

    Wattwurm
    Ja, OK, kann sein, dass sie es nicht so gemeint hatte. Ich neige aber doch dazu zu denken, dass sie sich durch diese Worte einen Vorteil schaffen wollte und es daher absichtlich war. Na, das mal so dahingestellt, ist die Wirkung ja vernichtend... Mein Mann war leider nicht so cool wie Ihr, ist erstmal ueber Pupsi's neue Faehigkeit geschockt und hat Angst vor Reaktion der Mitmenschen. Ausserdem ist er ehrlich und sagt er kann in dem Moment Pupsi nicht mit Liebe auffangen. Er ist tief verletzt und braucht erstmal Zeit, um sie ueberhaupt erst verzeihen zu koennen. Kann man ihm seine Gefuehle veruebeln?


    Bitte bedenkt, dass er ein Mann ist. Realistisch betrachtet - wieviele der umstehenden Menschen wuerden "es kennen"? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die meisten Frauen, die ein schreiendes Kind in den Armen eines Mannes sehen, erstmal entweder denken "Der macht alles falsch" oder "Kind wird misshandelt". Das ist leider die traurige Wahrheit der heutigen Zeit / Gesellschaft. Kann sein, dass es sich von Land zu Land unterscheidet, aber zumindest hier ist es so...


    Sorry, bis eben konnte ich Dich (und Deinen Mann) ja noch ganz gut verstehen. Aber diese Worte...
    Nein, sie wollte sich keinen Vorteil verschaffen. Kinder in dem Alter benutzen Worte wie "Aua!" oft als Synonym für "Ich will das nicht!", sie KÖNNEN sich noch nicht komplex ausdrücken.
    Und ihr VERZEIHEN? Jetzt im Ernst? Sie kommt jetzt in die Trotzphase, es gehört zu ihrer gesunden Entwicklung dazu, solche Anfälle zu haben. Wie viel Zeit wollt Ihr damit verbringen, ihr "unversöhnlich" gegenüber zu stehen? Klar, eben gabs das noch nicht, sie war das süßeste Kind der Welt, konnte gerade sagen, was sie braucht und brauchte deshalb auch nicht mehr Schreien wie ein Baby. Und plötzlich liegt/steht da dieses brüllende "Monster", von dem Ihr denkt "Ist das MEIN Kind? Wo ist der süße Engel hin?", und ihr seid völlig überrollt und hilflos. Aber das gehört (leider) dazu...


    Ja, ich kann verstehen, dass der erste richtige Trotzanfall einen total umhaut. Ging mir nicht anders, ehrlich. Klar fühlt man sich da völlig hilflos und überrollt. Das geht mir auch heute, vier Jahre nach dem ersten Trotzanfall der Großen, in vielen Situationen immer noch so. Dass ich dann völlig hilflos da sitze, und keine Ahnung habe, was ich noch machen soll, aber wir MÜSSEN nun mal jetzt los/es ist schon lange nach Schlafenszeit/die Medizin ist wirklich verdammt wichtig usw. usf.
    Und ich bin ein sehr impulsiver Mensch, Hilflosigkeit macht mich wütend, und bin dann oft auch verdammt wütend auf die Kinder. Brülle oft auch dann rum, wenn ich nicht weiter weiß, was auch nicht gerade toll ist (das erzähl ich jetzt, um deutlich zu machen, dass ich hier alles andere als aus der Position einer perfekten, entspannten, super pädagogisch souveränen Mutter heraus schreibe).
    Aber VERZEIHEN? Bzw. NICHT verzeihen? Das ist für mich eine Wortwahl, die so gar nicht zur Situation passt.
    Nein, die Kinder wollen uns nicht bewusst verletzen oder manipulieren. Erst recht nicht mit knapp zwei Jahren!


    Ganz ernsthaft, JEDER, der Kinder hat, hat das erlebt. Und so gut wie jeder Kinderlose hat Kinder in dem Alter schon bei Trotzanfällen beobachtet und erlebt, wie die sich benehmen. Die werden den Gesichtsausdruck Deines Mannes gesehen und im Zweifelsfall Mitleid gehabt haben.
    Überhaupt - wenn er ihr erst die Socken anziehen musste, wo waren die überhaupt? Dann müssen sie doch irgendwo drinnen gewesen sein, und nicht unbedingt an einer Supermarktkasse zwischen lauter Fremden? Also irgendwo, wo die Leute vorher mitbekommen haben, dass sie zusammengehören?


    Und jeder, der nicht alleinerziehend ist, wird das kennen, dass die Kinder nach Mama brüllen, wenn Papa was will, was gerade unbeliebt ist, und nach Papa, wenn Mama das tut.


    Es ist einfach so, dass solche Szenen von jetzt an zu Eurem Leben dazugehören werden. Auf der einen Seite gibt es so praktische Tips wie einige hier sagten (Mama anrufen, Ausweis mitnehmen, laut aussprechen sowas wie "Nein, Du hast schon ein Eis bekommen, jetzt gibt es keine Gummibärchen" (das hält mitleidige Omas davon ab, dem armen armen Kind, das nie was Süßes von der bösen Mama bekommt, die Gummibärchen zu schenken) usw.
    Aber ansonsten geht es im Grunde nicht anders, als dass Ihr Euch ein bisschen locker macht, und akzeptiert, dass das zur normalen - notwendigen! - Entwicklung des Kindes dazugehört.

    #knuddel
    Ich hatte das auch zweimal hintereinander, eine Ursache konnte nicht gefunden werden.


    Haben denn die Ärzte was dazu gesagt, ob die OP da Probleme machen kann? Eigentlich kann ich mir das in der Konstellation kaum vorstellen, da das Baby sich ja nicht am Gebärmutterhals entwickelt.
    Ich hab mal gelesen, dass 30% aller Schwangerschaften sich nicht entwickeln, bei Erstschwangerschaften sogar bis zu 50%. Und wenn ich mich hier umhöre, scheinen ja SEHR sehr viele hier Fehlgeburten erlebt zu haben. Also ist es, so schmerzhaft es auch ist, noch lange nicht notwendigerweise ein Zeichen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist oder dass nicht noch ein Kind oder mehrere kommen können.
    Das sind ja zwei Dinge - das eine die Trauer, dass es ein Sternchen ist, das andere die Angst, dass es dabei bleiben muss.
    Die Trauer kann ihr ja leider keiner von uns nehmen, aber vielleicht kann die Angst ja ein bisschen gelindert werden.


    Ich wünsche Deiner Schwester alles Gute, und dass der nächste Versuch klappt und sie bald einen Wurm im Arm halten darf!

    Aber Übelkeit ist doch ein gutes Zeichen, immerhin.


    Mir war auch so ewig so übel in der Schwangerschaft, ich kann das nachfühlen.


    Ich wünsche Dir und Euch weiterhin alles Gute.


    Damit hab ich mich auch immer versucht, zu trösten, besonders nach den FGen.
    MWn spricht die Übelkeit ganz klar für eine intakte Schwangerschaft. Während natürlich auch die ohne Übelkeit meist okay ist, ist das Risiko für eine weitere FG MIT Übelkeit kaum mehr vorhanden. Ganz am Anfang hab ich mich bei der jetzigen Schwangerschaft sogar über die Übelkeit gefreut (die Freude war natürlich ganz schnell wieder vorbei, als ich wieder andauernd überm Klo hing, aber ganz am Anfang war sie noch da).
    Vielleicht kann Dich das ja emotional ein bisschen beruhigen, auch wenn es insgesamt halt total sch..... ist.

    Im Grunde finde ich es okay, wenn es auch Restaurants, Hotels, Biergärten etc. gibt, die keine Familien bedienen. Meine Eltern z.B., die absolut keine Kinderfeinde sind, haben letzt erst Urlaub in einer Ferienanlage gemacht, die explizit familienfrei ist. Einfach, um mal totale Ruhe zu haben (ich bin ziemlich sicher, dass die Anlage auch Junge-Leute-frei ist, was meinen Eltern wohl noch wichtiger war). Ich kann gerade ältere Menschen verstehen, die einfach mal "unter sich" sein wollen, und denke, es ist völlig legitim, wenn es auch Anlagen gibt, die das bedienen.


    Aber der Ton, in dem das Ganze gehalten ist...
    Was ich mich da frage, ist, ob ich in einem völligen Paralleluniversum lebe, oder ob ich wahrnehmungsgestört bin oder die Leute, die solche Artikel schreiben bzw. kommentieren:
    Ich war ja nun lange Zeit (bis Mitte 30) Single und kinderlos und habe an Kindern absolut null Interesse gehabt und sie auch im Großen und Ganzen nicht "süß" oder "cool" gefunden. Bis zu dem Moment, als ich selber schwanger war. Hab da also meiner Meinung nach frühestens seit 6 Jahren eine getönte Brille auf.
    Ich kann mich aber auch als kinderloser Single nicht daran erinnern, mich jemals durch Kinder so dermaßen gestört gefühlt zu haben, bzw. eine große Zahl von "schrecklichen" Kindern und "schrecklichen" Eltern erlebt zu haben, an denen ich mich gestoßen hätte, oder von denen ich mich umlagert gefühlt hättte, so dass ich den Wunsch verspürt hätte, die irgendwo wegzuhaben.
    Wie gesagt, ich kann ältere Menschen mit großem Ruhewunsch schon verstehen.
    Aber dieses "die Jugend/Kinder/Eltern von heute"- Gelabere kann ich irgendwie echt nicht nachvollziehen. Klar gibt es Arschl...-Kinder... . Gibt ja auch Arschl...-Erwachsene. Und auch Arschl...-Hunde, der Vollständigkeit halber (mit entsprechenden Haltern...). Aber der Großteil der Eltern lässt doch nicht seine Kinder locker-flockig alle möglichen Leute belästigen und nerven. Der Großteil der Kinder schmeisst nicht mit Essen. Der Großteil der Kinder beleidigt keine Leute wahllos usw. usf.
    Zumindest nicht in meinem Erleben. #weissnicht


    Also, wenn der Besitzer einfach "durchgreifender" wäre, und spezifisch die Menschen, die sich daneben benehmen, rauskomplimentieren würde, fänd ich das besser.
    Oder halt meinetwegen auch Familien- und Jugendlichenfreie Zone anbietet, aber eben nicht in Verbindung mit dieser massiven Abwertung der "schrecklichen" Eltern und Kinder (die ja in seiner Aussage epidemisch zu sein scheinen), sondern schlicht neutral als Angebot für besonders ruhebedürftige Menschen. Auch okay.
    Aber so...

    Alle zwei Stunden 5 Minuten empfinde ich eigentlich als recht entspannt. Meine Große hat so alle anderthalb bis zwei Stunden getrunken, anfangs auch sehr lange, ab so ca. 3 Monate dann auch so 5 bis 10 Minuten lang.
    Die Kleine hatte anfangs längere Abstände von ca. 3 Stunden, nach dem ersten Wachstumsschub blieb sie dann aber auch bei alle zwei Stunden. sie war von Anfang an nach so ca. 5 bis 10 Minuten fertig.
    Wenn ich Mütter getroffen habe, die längere Stillabstände hatten, wie z.B. alle 3-4 Stunden, haben die dafür dann auch jedesmal eine Halbe bis eine Stunde gestillt. Ich hab mir das dann mal durchgerechnet, und festgestellt, dass das Stillen insgesamt bei uns deutlich weniger Zeit in Anspruch genommen hat...
    Bei der Großen war es übrigens auch so, dass sie ein Zuviel postwendend wieder rausgegeben hat. Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass sie schlicht einen relativ kleinen Magen hat. Wenn sie mal beide Seiten getrunken hat, kam alles wieder hoch. Also lieber öfter und weniger. Da ließ sich wenig dran machen. Als sie größer wurde, kam sie dann so auf alle zweieinhalb bis drei Stunden, da reden wir dann aber von so nem halben Jahr oder so mindestens.
    10 Wochen ist schon noch sehr klein, das würde ich an den Abständen auch noch nicht rumdoktern wollen.
    Ach ja, bei der Kleinen hatte ich den Eindruck, dass die Milch anfangs immer mit sehr viel Gewalt rausschoß, und sie sich schnell verschluckte. Sie hat dann auch oft ungehalten und meckerig reagiert und Probleme mit dem Bäuerchen gehabt. Ne Zeitlang hab ich dann immer erst ein bisschen was ausgestrichen, bis der allererste Druck weg war, dann ging es besser.

    Vielleicht fand er es auch einfach nur ätzend... #schäm ich habe ja selber ein tattoo aber ich finde es so schrecklich wenn meine Kinder angemalt sind...ich hasse auch diese gesichtsschmikereien...gut, ich hätte es stillschweigend akzeptiert und mein Kind zu Hause geschrubbt...aber vielleicht...
    Wobei, wenn eine so strikte Trennung stattfand...


    Als Strafe für mein Intoleranz diesbezüglich hat meine Große sich solche Glitzertatoostifte in ihr geburtstagskörbchen gelegt #pinch #pinch #pinch #pinch die kauft garantiert einer...


    Glaub ich nicht. Wie gesagt, ich konnte mir den netten Herrn den halben Tag anhören. Da kam dauernd so ne Genderkacke.

    Die Patentochter meines Mannes hatte von uns zum Geburtstag ein Buch bekommen. Ein Buch über Piraten, mit braunem Einband. Ich schwöre, dieses Buch war der einzige Gegenstand auf dem gesamten (irre vollen) Geburtstagstisch, der nicht aus rosa Plastik bestand.
    Es gab ansonsten auch keinerlei Bücher oder sowas. Nur Barbie, Filly, Mein kleines Pony und Polly Pocket. Davon dann aber Unmengen.
    Der Vater hat inzwischen aufgegeben und sich seiner Frau und deren Kreis gebeugt, die eine absolute Trennung des Spielzeugs durchführen.


    Das heißeste war, dass ich auf diese Feier so Glitzer-Tattoo Zubehör mitgebracht hatte.
    Einer der Jungs hat sich von mir einen Kupferfarbenen Tiger auf den Arm machen lassen. Absolut glücklich und stolz lief er zu den Erwachsenen ins Wohnzimmer, um das Teil vorzuführen.
    und eine Minute später kam er total unglücklich zurück und bat mich darum, es wieder abzumachen. Ich hatte den Stiefvater schon mehrfach an dem Tag gehört, der hat unter Garantiert sowas gesagt wie "biste ein Mädchen oder schwul?". Naja, das Ding hat geglitzert. Sowas dürfen Jungs keinesfalls mögen, nicht mal wenns ein Tiger ist...

    Die Formulierung ist in den USA so eine Schlussmach-Phrase, so ähnlich wie "Es liegt nicht an Dir, es liegt an mir" in Deutschland.
    Damit will man sagen, dass der andere ein total toller Mensch ist, der einen tollen Partner verdient hat, aber dass dooferweise die eigenen Hormone nicht mitmachen und leider nicht auf diesen tollen Menschen anspringen.


    Edit: Gute Freunde, die platonische Liebe füreinander empfinden, oder verbundene Liebespaare, die einander auch nach dem ersten Hormonrausch noch auf "reifere" Art lieben, würden diesen Satz im Leben nicht benutzen. Die sagen dann einfach nur "I love you", ohne dieses Gelabere hinterher.


    Oder man könnte es noch in diesem "Lass uns Freunde sein"- Zusammenhang nutzen, wenn Du dem anderen gerade Deine Liebe gestanden hast, der die aber nicht erwidern kann. Dann sagt der in den USA auch sowas, um Deine Gefühle nicht zu verletzen.

    Gibt es nicht auch Hinweise darauf, dass das "Überrollen" im Schlaf so gut wie nicht möglich ist? Verdammt, ich sollte mir solche Studien echt immer gleich runterladen bzw. mir die Quellen in Büchern aufschreiben.
    Das hab ich nämlich auch noch im Hinterkopf, dass es eine recht gut erforschte Theorie gibt, dass "Überrollen" seit dem Altertum im Grunde ein Euphemismus für "getötet" ist.
    Dass das seltsamerweise so gut wie ausschließlich unerwünschten Kindern passierte und in vielen Kulturen als eine Art nachträgliche Geburtenkontrolle, ähnlich dem Aussetzen, angesehen wurde.
    Und dann muss man ja noch dazurechnen, dass ja z.B. in Europa es lange Zeit Usus war, Babys und Kleinkinder mit Alkohol und Mohnsaft ruhig zu stellen. Wenn ich mir vorstelle, wie leicht es da zu "versehentlichen" Überdosierungen kommen kann, wie schnell da der Organismus künstlich hervorgerufen genau so arbeitet, wie es bei SIDS anscheinend ja leider "von Natur aus" passiert (also zu tiefer Schlaf)...
    Im Vergleich dazu war echter plötzlicher Kindstod wohl über lange Zeiträume als Todesursache eher vernachlässigbar.


    Letztendlich finde ich es irre, dass wenn ein Baby im FB oder im Tragetuch verstorben ist (was ja anscheinend extrem selten der Fall zu sein scheint), dass dann sofort behauptet wird, dass das der GRUND dafür sein sollte.
    Wenn das Baby am nächsten Tag im eigenen Bett tot gefunden worden wäre, dann wäre es TROTZ allem, was die Eltern zu seinem Schutz getan haben, inklusive auf das Kuscheln im Elternbett - in Beachtung aller Sicherheitsregeln - zu verzichten, gestorben.


    unsere KiÄ hat so argumentiert: "WENN es tatsächlich passieren sollte, dass Ihr Kind an SIDS stirbt, und sie hatten es in ihrem Bett, dann werden Sie ihres Lebens nicht mehr froh. Dann müssen Sie immer davon ausgehen, dass Sie es hätten verhindern können!"
    Aber wenn ich es vorher brav in seine Wiege gelegt hätte, dann wäre ich ja schuldfrei...

    Ich erinnere mich noch grob, dass es vor ner Weile mal nen ziemlich heftigen Artikel zu SIDS in den USA gab. Was ich noch weiß:
    - Die SIDS-Raten sind tatsächlich sehr hoch, vor allem im Vergleich zu Europa.
    - Es gab bestimmte Großstädte in den USA, in denen tatsächlich vor allem Kinder im Familienbett an "SIDS" gestorben sind
    - in diesen "Krisengebieten" gab es extrem erhöhte Zahlen von Arbeitslosigkeit, jugendlichen Eltern und Drogenmissbrauch, und die Korrelation zwischen diesen Faktoren und "SIDS" (ich mach das in diesem Fall ganz bewusst in Anführungszeichen, weil der Artikel den Eindruck erweckt hat, dass es sich eben NICHT wirklich um SIDS handelte, sondern tatsächlich um alles mögliche von Erdrücken im Drogenrausch bis zu vertuschter Kindstötung, dass aber eben nicht genau genug geguckt und diagnostiziert, bzw. von den Alarmschlägern alles in einen Topf geschmissen wurde) war deutlich signifikanter als die zwischen FB und SIDS. Aber es haben eben auch genau viele dieser Eltern ihre Kinder mit im Bett gehabt, teilweise, weil sie nicht mal die räumlichen oder finanziellen Möglichkeiten gehabt hätten, um für ein eigenes Bett (was beim Drogenrausch der Eltern ja nun wirklich der sicherere Ort wäre) zu sorgen. Also auch nicht aus bewusster Überlegung heraus, oder dem Wunsch, für das Kind da zu sein.


    Edit: und dass das Ganze aber von den FB-Gegnern eben dazu genutzt wurde, ganz laut vor dem FB zu warnen (statt vor Drogenkonsum...).

    Ich glaube, auch wenn in der Situation keine akute "Eifersucht" für Dich erkennbar ist, dass es trotzdem genau darum geht. Er muss Euch plötzlich mit dem Baby teilen, soll der Große sein, kriegt weniger Aufmerksamkeit - er wird eifersüchtig sein.


    Ich weiß (aus Berichten), dass ich als vierjährige meinen kleinen Bruder mit Bauklötzen beschmissen habe. meinen Eltern fiel dazu nur ein, mich zu verhauen (was sie sonst nicht getan haben, aber hier richtig fanden), statt mir zu helfen, und wundern sich bis heute, wieso ich eifersüchtig war, mich ungerecht behandelt fühlte usw.


    Ich glaube, das beste, was Du tun kannst, ist, dem "Großen" so viel Aufmerksamkeit zu geben, wie es möglich ist, so viel Bestätigung und Zuneigung wie geht.
    Klar, auch begrenzen und deutlich machen, dass er dem kleinen weh tut. Aber nicht auf strafende Art.


    Und auch mir ist hier erst bewusst geworden, wie hoch die Anforderungen an unsere Maus waren, als sie mit 2 plötzlich große Schwester war, als das Fröschchen dann zwei war. Und mir da erst klar wurde, wie klein sie ist, sie war noch voll in der Rolle als Baby. Anscheinend haben wir es trotzdem geschafft, ihr genug Aufmerksamkeit zu geben (nach meiner Kindheitserfahrung war das für mich auch absolute Priorität) und es ihr leicht zu machen, so dass die Eifersucht sich in Grenzen hielt, und ihre kleine Schwester von Anfang an heiß und innig geliebt hat. Trotzdem glaube ich, dass wir sie damals ganz schön überfordert haben.

    Die pädagogen, die das so machen wollen nichts tun, was nur jungs können oder so was. Sondern sind der meinung, dass jungs aufgrund ihres kommunikationsverhaltens sowie ihres rollenverständnisses (woher auch immer das kommt, aber anscheinend haben jungs öfter probleme, in grossen gruppen sie selbst zu sein, scheinen öfter den harten kerl markieren zu wollen und nicht so gut wie mädchen über die dinge reden zu können, die sie bewegen. Drum schweigen sie in großer runde gerne oder kaspern rum). Also dieses phänomen auszuhebeln und ihnen einen anderen rahmen zu geben.


    ausserdem werden die treffen oft mit männlichen erziehern durchgeführt, was den jungs einen gutwn spiegel in form einer männlichen erwachsenen person gibt. Ich nehme die mittlerweile männlichen erzieher, die ich kennengelernt habe, im umgang mit jungs zimindest ganz anders wahr als all die weiblichen, auch wenn da einige recht burschikose dabei waren. Warum sollte das keine unterschied machen? Und warum sollte es nicht auch einen unterschied machen ob es eben auch mal geschlechtsgetrennte gruppen gibt.


    . Ich habe gelesen, dass jungs mit drei anfangen, sich als "nichtmädchrn" wahrzunehmen (und andersrum), ab fünf fängt dann so eine art abgrenzung an, dass sie in ihrer geschlechtergruppe die peergroup sehen. Stimmt das so.? Ist das längst überholtes wissen?


    Wenn das so gemacht wird, finde ich das gut.
    Bloß, was hier viele berichten, ist ja eher das genaue Gegenteil, das dann in den Einrichtungen gemacht wird. Also, dass mit den Jungs rausgegangen wird zum Indianertag, und mit den Mädchen wird drinnen gemalt oder was hübsches glitzeriges gebastelt.
    Und diese Realität finde ich furchtbar.