Beiträge von Rune

    Vergangenheit mit der Gegenwart verglichen. Von den Römern zu jetzt kannst du das etwas genauer beschreiben vielleicht ein Beispiel?

    Das hatte ich weiter vorne (S.14) schon geschrieben, hier noch etwas ausführlicher, es wurde also immer der Bezug zu heute gesucht, was hat sich verändert, wie hat es sich entwickelt.


    Den Vergleich Vergangenheit - Gegenwart, z. B. was ist eine römische "familia" und was bedeutet sie heute. Wie war das Verhältnis Mensch - Natur in der Antike im Vergleich zu heute. Wovon erzählt die antike Mythologie und warum ist sie heute in Literatur, Theater, etc. immer noch aktuell. Die Macht des Wortes (Caesar, Cicero), wir wurden damals politische Ziele umgesetzt und wie funktioniert Beeinflussung heute? Poesie (Catull, Horaz, Vergil): Grad des Widerspruchs, Opposition, gesellschaftliche Normen, was wagen die Poeten? Wo sind die Grenzen heute? Philosophie (Seneca): Wege zu einem glücklichen und selbstbestimmten Leben, etc.


    Nun wünsche ich Deiner Tochter eine für sie gute Entscheidung!

    Keine Ahnung da gabs 1 oder 2 Wochen so ein Lernen-Lernen-Seminar. Und dann hat den nie einer in der Klasse benutzt

    Hmm, also bei uns wird der zu Hause benutzt, nicht in der Klasse. Die Vokabeln lernt man ja daheim. In dem Seminar wurde wahrscheinlich erklärt, wie dieses System sinnvoll benutzt wird.

    Für visuelle Lerntypen kann ich das auf jeden Fall sehr empfehlen, schon beim Aufschreiben der Vokabeln bleibt einiges hängen und dann ist es einfach sehr befriedigend zu sehen, wie die Kärtchen nach hinten wandern.

    Praktisch ist es auch, man kann immer wieder mal schnell einen kleinen Stapel durchgehen, mitnehmen, wenn man irgendwo warten muss, etc...

    Junior hat das dann in jeder Fremdsprache so gehandhabt, das fand er viel effektiver als aus dem Vokabelheft/ dem Buch oder online zu lernen.

    Wenn sie jetzt Latein nimmt muss sie im Studium noch eine Fremdsprache wählen.

    Wenn sie jetzt französisch nimmt muss sie im Studium noch eine Fremdsprache wählen.

    Seit wann muss man heute im Studium zusätzliche Fremdsprachen lernen? In meiner Vorstellung gibt es nur wenige Fächer, in denen das so ist. Ich habe allerdings auch eine Naturwissenschaft studiert, wo man außer Englisch eigentlich nichts braucht.

    Ich glaube seit dem Bachelor in den meisten Fächern. Alle meine Freunde und Bekannte mussten noch eine Sprache machen. Auch die Biologen. Die Mediziner glaube ich nicht.

    Das ist mir jetzt auch völlig neu, ich kenne niemand, vielleicht liegt das ja an den Studienfächern?

    Naja nachdem Latein nun so zertreten wurde. Was spricht denn dann überhaupt noch für Latein? Welche Vorteile hat es denn nun noch?

    Abgesehen vom späteren Studienfach wo man es brauchen könnte und abgesehen von dem Inhalt "Geschichte" der einigen gefällt. Das Fach heißt ja nicht Geschichte sondern Latein.


    Also was bleibt noch übrig an Vorteilen?

    Meinem Sohn hat es einfach Spaß gemacht! Wie ich schon beschrieben habe, hatten sie einen recht lebendigen Unterricht und haben die Vergangenheit mit der Gegenwart verglichen. Er hat sich aber auch sehr für Römer und Geschichte interessiert, das Archäologische Museum ist sein zweites Zuhause.

    Sehr wahrscheinlich wird er Latein im kommenden Studium nicht benötigen. Aber als verlorene Zeit betrachtet er die 6 Jahre Latein nicht. Sie haben seinen Horizont und sein Sprachbewusstsein sehr erweitert. Es müssen doch nicht alle Fächer zweckorientiert sein.

    vokabeln lernen, sowohl in Latein als auch in Französisch: schreiben. schreiben. schreiben. und dann tatsächlich mit Kärtchen, jedenfalls im Latein hab ich das so gemacht. Französisch war ich irgendwie weniger strukturiert.

    Karteikasten mussten wir in der 3. Klasse kaufen für Englisch wurde aber noch nie benutzt.

    Eben das strukturierte in latein gefällt mir auch recht gut. Das würde ihr schon gut tun.

    Warum hat sie den denn nicht benutzt?

    in Französisch muss sie wirklich noch was dazu tun außer den Hausaufgaben die ihr schon so lästig sind.

    Das müsste sie in Latein doch aber auch, wenn nicht noch mehr? Wobei ich das nun nur aus der Erfahrung mit meinem Sohn sagen kann. Ich habe keine Ahnung wie es mit den Hausaufgaben an anderen Schulen läuft.


    Ansonsten:

    Gerade wenn man die Sprachen/n selbst nie gelernt hat, macht man sich viele Gedanken und versucht sich vorzustellen, welche für das Kind womöglich besser passen würde und auch um eventuell auf Aspekte hinzuweisen, die das Kind noch nicht beachtet hat.

    Ich habe mich genau hier in den "Lernwelten" vor ein paar Jahren bezüglich Altgriechisch informiert und Euch wohl Löcher in den Bauch gefragt. Die Entscheidung lag dann natürlich bei meinem Sohn, aber er war auch nicht zwiespältig sondern wusste genau, was er wollte.

    Ich dachte ja nur, falls sie sich wirklich nicht entscheiden kann, wäre ein Aspekt vielleicht, dass man Französisch oder bei Euch eben Spanisch, eher später noch lernen kann als Latein. Mit Austausch und eventuellem Auslandsaufenthalt geht das erfahrungsgemäß dann recht schnell.

    Aber vielleicht wird ihr ja auch das Natur/Technik-Profil gefallen, da hat sie ja auch noch Zeit bis zur Entscheidung.

    Wie ist es denn mit Französisch. Kommt da nicht auch viel Politik später dran und der 2. Weltkrieg, die Französische Revolution? Politische Texte lesen und übersetzen oder gar mit eigenen Worten wiedergeben würde meiner Tochter auch sehr missfallen.

    Das ist aber dann eher Abistufe - genauso wie in Englisch und Deutsch muss man dann Aufsätze zu aktuellen Fragestellungen schreiben müssen.


    ;) Die Lateintexte sind aber auch politisch - nur nicht mehr ganz so tagesaktuell.

    Letzteres wurde bei meinem Sohn aber häufig mit der Gegenwart verglichen, da kam es laut ihm öfter mal zu spannenden, interessanten Diskussionen.

    Wie ist es denn mit Französisch. Kommt da nicht auch viel Politik später dran und der 2. Weltkrieg, die Französische Revolution? Politische Texte lesen und übersetzen oder gar mit eigenen Worten wiedergeben würde meiner Tochter auch sehr missfallen.

    Ja, das kommt später natürlich mehr oder weniger auch. Zur Kultur des Landes gehört ja auch die Geschichte, die Literatur, etc... Aber das ist auch jedes Jahr unterschiedlich gewichtet und auch nach Bundesländern verschieden. Ich hatte die Französische Revolution als Thema im Abi. Inzwischen ist ja wieder alles anders aufgebaut, es gibt z. B. vor dem Abitur eine Hörverstehensprüfung. Im schriftlichen Abitur wird dann das Leseverstehen geprüft. Aber das ändert sich alle Jahre mal.

    Ich habe jetzt noch einmal meinen Sohn gefragt, der ja beide Sprachen hatte. Er meinte, wenn Deine Tochter überhaupt kein Interesse an Geschichte und den Römern hätte, sollte sie Latein auf jeden Fall nicht nehmen.

    Sie haben einige Exkursionen und Projekte zu den Römern gemacht, waren in Augusta Raurica,, haben Brot gebacken, machten römische Mosaike und Tongefäße.

    Er fand auch folgende Punkte sehr interessant:


    Den Vergleich Vergangenheit - Gegenwart, z. B. was ist eine römische "familia" und was bedeutet sie heute. Verhältnis Mensch - Natur. Antike Mythologie. Die Macht des Wortes (Caesar, Cicero), wie funktioniert Beeinflussung heute? Poesie (Catull, Horaz, Vergil). Philosophie (Seneca).


    Den Lernaufwand fand er genauso hoch wie bei Französisch, nur fand er die Themen in Latein interessanter und war dementsprechend höher motiviert. Wir Eltern hatten beide weder Latein noch Altgriechisch und besonders der Papa war ob Juniors Wahl sehr skeptisch, ich fand es einerseits auch sehr schade, da wir großen Bezug zu Frankreich haben. Aber andererseits fanden wir es dann auch wichtig, dass es "seine" Entscheidung ist.

    Leider wahrscheinlich Wunschtraum. Es geht im Lateinunterricht nicht um den Inhalt der Texte, sondern die werden tatsächlich Wort für Wort, Satz für Satz übersetzt. Für das Inhaltliche bleibt so gut wie keine Zeit. Der Schwerpunkt liegt auf der Grammatik.

    Nein, das war bei G. letztes Jahr definitiv anders. Jedes T-Stück (oder auch mal 2) hatte einen bestimmen thematischen Inhalt, der genauso besprochen wurde wie die Grammatik. Und zwar genau die Themen, die ich weiter oben aufgezählt hatte (Staatsformen, Familie, Bauwerke, Götter, Unterwelt, Sagen, Gründungsgeschichte etc etc etc).

    Dieses Thema wurde über den Text erarbeitet und musste auch gelernt werden (wurde in Schulaufgaben im Zusatzteil abgefragt - und zwar detailliert).

    Bei meinem Sohn war es auch wie bei Gwynifer und er war von den Themen begeistert. Sie haben Ausflüge zu römischen Ausgrabungsstätten gemacht, etc....

    Er hatte ab der 5. Klasse Latein und Französisch, Französisch hat er sobald es ging abgewählt (nach 4 Jahren mit Delf-Prüfung), obwohl er es schon in der Grundschule hatte (damals noch "Rheinschiene") und wir häufig in Frankreich sind und auch französische Freunde haben.

    Ich habe ihn vorhin gefragt, er würde auf jeden Fall wieder Latein wählen, Französisch bereitete ihm viel mehr Mühe, schon alleine das Hörverständnis. Und Vokabeln muss man bei allen Sprachen pauken. Ab der 7. Klasse hatte er dann Englisch und ab der 8. Klasse Altgriechisch. Philosophische Aspekte findet man dann übrigens eher bei den Griechen.


    Gibt es denn bei Euch die Möglichkeit einer Schnupperstunde? Aber wie überall steht und fällt es natürlich auch mit der Lehrkraft. Seine Lateinlehrerin der ersten drei Jahre war seine Lieblingslehrerin der ganzen Schulzeit überhaupt. #super

    Vetter und Base waren ursprünglich der Bruder bzw die Schwester des Vaters, Oheim und Muhme die Geschwister der Mutter

    der Wikipedia-Artikel dazu ist auch ganz interessant

    Das stimmt so aber nicht. Vetter und Basen wurden die KINDER der Tanten und Onkel genannt, nicht Bruder oder Schwester des Vaters, das sind ja Onkel oder Tante.

    Ich erinnere mich auch noch an den Menü-Zwang in Restaurants - das fand ich etwas einschränkend, dass man aufgefordert war mit Vor- und Nachspeise zu essen.

    Das habe ich jetzt überhaupt noch nie erlebt (also den Zwang) und wir sind sehr häufig in Frankreich, hängt das vielleicht von bestimmten Regionen oder Urlaubsorten ab?