Beiträge von ainu

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    Machen Eure Kinder das problemlos mit nett im Hintergrund zu sitzen? Meiner würde wahrscheinlich die Station bzw das Büro zerlegen #angst

    sagte ich ja schon, nein. Meine Kinder waren null kompatibel mit Orten, an denen sie ruhig und gesittet sein sollten. Sie zerlegten alles, rannten rum, schrien etc., ich konnte sie nicht ins Büro nehmen, nicht in einen Vortrag, auch bei einer Videokonferenz wäre das nicht gegangen, es ging auch kaum Restaurant oder sowas. Einzig Museum war kein Problem, da benahmen sie sich, waren artig, neugierig und interessiert, kein Geschrei, kein nix, warum auch immer.

    Meine Kinder hab ich als Babies und Kleinkinder auch an Tagungen mitgenommen, aber nie ohne backup. Ansonsten waren sie nicht sehr kompatibel mit allem, was mit zuhören oder still sein zu tun hatte. Heute kann ich sie problemlos mitnehmen.

    also mitnehmen hätte man meine kinder auch niemals können, weder in Vorlesungen, noch an irgendwelche events, noch in Restaurants. Das ging einfach nicht. Lustigerweise waren Museen nie ein Problem.

    Ich hatte meine grundsätzlich auch wegorganisiert, wenn ich arbeitete, dafür gab es gute Kinderbetreuung, die mein ganzes Gehalt aufass.

    Aber stillen tat ich überall und es war mir grundsätzlich eigentlich egal, vor allem, als sie wirklich noch Babies waren. Da sollten die anderen doch denken, was sie wollten, wenn alle stillenden Frauen sich verstecken oder mit irgendwelchen Tüchern rummachen, dann wird es nie normal sein.

    Aber ganz ehrlich: Die Meinung von Leuten, die so vom Hörensagen über Dritte urteilen, die würde ich als allererstes von der Liste meiner Bedeutung entfernen.

    das ist der Grund, warum ich an einem Ort wohne, der sowas gestattet - ich kann ganz fröhlich in meiner Bubble existieren, und was alle anderen machen, ist mir wumpe. Es hängt aber auch kein soziales kapital dran. In kleineren Gemeinschaften sieht das dann ganz anders aus.

    ainu eine Verständnisfrage - du regst dich also über das verpflichtende Basteln von insbesondereMüttern in den Schweizer öffentlichen Kindergärten auf? Das scheint mir dann schon sehr speziell zu sein. Ich würde auch nicht gerne für die Schule basteln müssen, und muss das hier zum Glück auch gar nicht.

    das ist einfach das, was ich im RL kenne, ich lebe halt hier.

    Das schlimmste hier ist wirklich, dass Gegenseitige Zerfleischen. Und ja ich erlebe das so. Ich habe eine einfache Geschichte erzählt und nur weil es sich um eine Schultüte dreht, fliegen die Emotionen hoch. War mir echt nicht klar, dass das Thema so brisant ist, und ich werde es künftig vermeiden, dass je wieder anzusprechen. Mannomann, ich war da echt ganz unbedarft und fand Schultüten bisher was ganz nettes und jetzt ist das so ein emotional-aufgeladenes Emanziaptionsthema..

    das ist der genderkackethread...

    und hier gibt es nicht mal Schultüten, wie gesagt, ich sehe das eher von aussen, und bin deshalb vielleicht auch emotional nicht involviert?

    mir geht es wirklich um das systemische. und da gehören solche Basteldinge einfach dazu... und hier, wenn ich von Kindergarten spreche, meine ich die ersten zwei Jahre der obligatorischen Schulzeit, das ist nicht mit einer Betriebskita zu vergleichen. Da ist das System hier einfach anders, der Kiga ist an die Schule angegliedert und alle kinder müssen da hin.

    Klar gab es Hausfrauen, die nebenher als Hobby bastelten und manch eine hat dafür auch die Karriere an den Nagel gehängt. Die werden aber doch schon lange immer weniger. - ich kenne zB niemanden persönlich, weder im Freundes noch im Familienkreis.

    die meisten Frauen, die ich kenne, haben nicht die Karriere, die sie hätten, wenn sie keine kinder hätten.

    Wie gesagt, ich kenne niemanden, der in der Kita Schultüten basteln musste. Und ich erlebte hier letztes Jahr eine breite Palette an unterschiedlichen Schultüten.


    ich hab das Gefühl hier wird einfach auf bedtimmte Hobbies und Freizeitbeschäftigungen drauf gehauen, weil es als weiblich angesehen wird. Von anderen Frauen wohlgemerkt.


    Klar gab es Hausfrauen, die nebenher als Hobby bastelten und manch eine hat dafür auch die Karriere an den Nagel gehängt. Die werden aber doch schon lange immer weniger. - ich kenne zB niemanden persönlich, weder im Freundes noch im Familienkreis.

    sorry, ich bin da komplett bei Magorma and happy spider . Es geht nicht darum, einem ein Hobby zu verderben, und schon gar nicht die Freude. Es ist ein strukturelles Problem. Und es sind genau solche "weiche Faktoren", die das aufrecht erhalten. Die investierte Zeit in etwas wird dann als Beweis von Liebe gesehen - es ist ja auch ganz wichtig, dass es "für" jemanden ist.

    Warum z.b. basteln die Kindergärten nicht einfach die Schultüten ohne die Eltern? Das wäre doch überhaupt kein Problem, passiert bei vielen anderen Basteldingen auch. Warum muss da ein Eltern (und meist eben doch ein Mutter-)event daraus gemacht werden?

    Und klar, man kann die ganzen Bastelevents und Kuchengedöns und alles einfach lassen. Da braucht Frau (ja Frau, Männer haben damit überhaupt kein Problem, weil sie nämlich sozial gar nicht gefragt sind) aber ein dickes Fell und genügend Selbstbewusstsein. Auch gegenüber den eigenen Kindern, deren Erwartungshaltung ja auch sozial geschürt wird.

    das bindet Kapazitäten, die dann nicht anderweitig genutzt werden.

    Richtig. Die Zeit, in der ich abends nähe, bastel und mir die schultüte ausdenke, nutzen viele meiner Kollegen zum fernsehgucken ...

    ich hab in der zeit meine Diss geschrieben.


    und ansonsten unterschreib ich bei Magorma

    Ich finde das hat alles einfach etwas strukturelles, und wenn man all die Frauen mit solchen Arbeiten beschäftigt, dann haben die auch ganz einfach keine Zeit, um Revolution oder Veränderung anzustreben. Ihr Gehirnschmalz geht dann für das Einwecken von Tomaten oder eben der Schultüte drauf.

    Mir war es wichtig diese deutsche Tradition weiter zu geben, auch gerade weil es das in der Kultur des Vaters gar nicht gibt. Der Vater gibt dafür andere (seine) kulturellen Dinge weiter ans Kind, die mir wiederum nicht so wichtig wären, weil ich sie nicht so kenne.


    Bei der Einschulung waren auch sehr viele fertig gekaufte Papptüten zu sehen, gebastelte und genähte. Soll doch jede Familie machen wie sie möchte.

    Es soll jede machen wie sie möchte. Aber nicht verschleiern, dass da doch eben ein systematisches ding dahintersteckt. Das ist wie die Chose mit den Männern, die immer den schöneren Nachnamen haben.

    Wusstet ihr, dass man Schultüten (aka Zuckertüten) mit sehr vielen verschiedenen Motiven auch für wenig Geld kaufen kann? 8o  #tuppern


    (In dem Buch "Wir sind doch alle längst gleichberechtigt" von Alexandra Zykonov gibt es ein Kapital dazu. "Germany's next Schultüte". Ich habe Tränen gelacht und bin dennoch ratlos, warum so viele Frauen (!) dieses Thema immer noch auf sich laden?! Im Leben wäre ich nicht auf die Idee gekommen unter irgendwelchem Aufwand so etwas zu basteln. Mein Jüngster hat dann das Spiel vollendet - er hat die Schultüte vom Großen aufgetragen mit der Begründung, es sei doch schlecht für die Umwelt und doof eine neue zu kaufen, wo die vom Bruder seit drei Jahren einfach nur unbenutzt rumsteht.)

    gleiche Sache wie Regenbogengeburtstagskuchen, selber Babykleider nähen, und am liebsten Selbstversorger sein und alles selbst gemacht haben... meine Theorie dazu ist: das bindet Kapazitäten, die dann nicht anderweitig genutzt werden.


    (hier gibt es keine Schultüten noch ist die Einschulung ein Festtag... das ist ein sehr sehr deutsches Ding - von dem her sehe ich das natürlich so ein bisschen von aussen.)

    Das passt halt nicht unbedingt zu meiner Region. Ich kenne z.B. auch mehrere Familien ohne Auto. Die dann eher in der Stadt und die laufen eben oder nehmen Busse. Überhaupt bewegt man sich hier nicht nur im Auto fort. Und ich kenne sogenannte Free Range Kids die sich mitten in der - schon um Einiges mehr als in Deutschland kriminellen - Grossstadt frei bewegen. Was ich so tatsächlich nicht mit 6jaehrigen hier machen würde. Bei uns laufen auch in der Kleinstadt Kinder zu den Nachbarn. Aber Fahrrad kommt trotzdem später. Es könnte auch Anden Hügeln liegen hier.

    ich wohne in der Alpenrepublik. Auch die Kinder im Wallis lernen mit 4 Radfahren.

    Ich kenne vor allem die Ostküste, da läuft man nur in der Großstadt. In den Suburbs, vergiss es. Es gibt ja auch kein Radnetz, alles ist auf Autos ausgerichtet. Ich weiss nichtmal, ob es dort, wo meine Eltern lange lebten (nähe New York) überhaupt einen öffentlichen Nahverkehr gab jenseits von Schulbussen. Angeblich. Aber ich hab ihn nicht gebraucht, weil ich schon Autofahren konnte, als ich längere Zeit dort war, und das daher für mich kein Thema war. Meine Schwestern konnten gar nichts machen und waren auf Elterntaxi oder Freunde, die schon fahren konnten, angewiesen.


    Free Range kids... ja... in kleinen alternativen Blasen. Und wenn Du nicht aufpasst, wirst Du von irgendwelchen anderen wohlmeinenden Eltern aus anderen Blasen verklagt wegen kindsvernachlässigung.

    nun ja, in einem Land, in dem die täglichen Wege mit dem Auto zurückgelegt werden unter allen Umständen, und alle Kinder unter 12 (oder war es 18?) quasi Auslaufverbot haben und null Freiheiten fern von Erwachsenenbetreuung wundert das mich dann auch gar nicht,

    auch nicht neurotypische kinder mit Brillen legen hier den Schulweg alleine zurück... eine Freundin meiner Tochter sieht trotz Brille enorm schlecht, sie hat in der Schule eine Integrationshelferin und bekommt auch sonst alles in sehr gross und hat für den Computer ein spezielles Vergösserungsprogramm , dennoch fährt sie Roller und das alleine. Ich denke mal, das ist Gewöhnungssache.

    naja, also ein 8jähriges, dieses Jahr offensichtlich noch 9jähriges kind ist doch für den Anhänger einfach zu gross, vor allem wenn da noch andere kinder drin sind... ausserdem braucht der doch eigene Bewegungserfahrung, sonst fährt er erwachsen noch nicht Rad etc. Finde ich halt auch immer einen Punkt, ein 8jähriges trägt man doch nicht mehr nur nicht, weil es einfach gross und schwer ist... in dem alter legten meine den Schulweg ohne mich zurück, mussten also laufen bzw. eben rollern.

    naja, wo ist der Unterschied? Ein extrinsischer Motivator kann doch genau so intrinsisches Lernen triggern? Vor allem bei älteren Kindern. Meine Grosse lernt mittlerweile auch ganz klar intrinsisch motiviert, weil sie (auch) gute Noten will. Der Faktor ist also extern, ihre Motivation aber schon intrinsisch.

    Beide meine Kinder gehören ganz klar zur Fraktion wenn ich was nicht will, dann mach ich es auch nicht, wenn man mir die Wahl lässt. Meine Grosse hat lesen gelernt mit 4.5, weil sie es wollte, meine Kleine könnte jetzt nicht lesen, wenn man sie nicht von aussen gezwungen hätte. Keins meiner Kinder würde Mathe können bzw. nur das allernotwendigste, wenn man sie nicht von aussen gezwungen hätte. Meines Erachtens ist das auch ok so.

    ich cringe mit. Furchtbar sowas. Dann sagt doch einfach mental health und gesteht euch ein, dass Englisch einfach eine griffigere Sprache ist. Aber mentale Gesundheit ist was, wofür man als Übersetzerin gesteinigt wird.