Beiträge von ainu

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    Auch ein Argument, dem ich mich selbst nicht ganz entziehen kann: weibliche Brüste haben eine größere sexuelle Anziehungskraft, als männliche. Das ist jetzt zwar sehr von der jeweiligen männlichen bzw. weiblichen Brust und persönlichen Vorlieben abhängig, aber ganz allgemein ist das ja schon auch messbar.


    Aber doch nur, weil wir sie über Jahrhunderte hinweg genau so aufgeladen haben. Das ist doch sozialisiert und daher reversibel.

    Was man schon daran sieht, wenn man sich einige Stammesgesellschaften anschaut, in denen diese sexuelle Aufladung von Brüsten nicht geschehen ist.

    exakt. Das ist doch einfach völlig kulturell bedingt, wer einen blick in anthropologische Fachliteratur wirft, der*die weiss das sofort. In Westeuropa sind Brüste sexualisiert seit einer ganzen Weile. Daher kann sowas, was die Diskussion hier ausgelöst hat, auch passieren. Zudem leben wir immer noch im Patriarchat - das Männern Freiheiten zugesteht und Frauen einschränkt und den männlichen Blick als die Norm ansieht. Immer noch. Und die Polizei halte ich da zudem nicht für besonders fortschrittlich.

    naja, wenn die Schweiz immer meint, das fünfer und das weggli haben zu müssen #weissnicht ich finde es immer wieder unglaublich, wie uninternational die Schweiz agiert, haben die echt das Gefühl, die können der EU Bedingungen diktieren? Auf welcher Grundlage?

    ich glaube, keine Lust auf care-arbeit zu haben, ist sicher einer der Knackpunkte bei Männern. Warum arbeiten frischgebackene Väter statistisch gesehen plötzlich so viel mehr? Weils zuhause eben nicht wonnig und gemütlich, sondern sau anstrengend ist, da ist das Büro die reinste Oase.

    Ging mir jedenfalls immer so als die Kinder klein waren.

    Die genauen Regelungen kenn ich nicht, aber es kann sein dass es bei dem Fall mehr um das Recht des Kindes auf einen Vater geht.


    Es sind nämlich hier auch anonyme Samenspenden verboten, nicht weil man diese Väter dann finanziell belangen kann, sondern weil das Kind das Recht hat später herauszufinden, wer der leibliche Erzeuger ist.

    Ja, da schütten sie aber das Kind grad mit dem Bade aus. Der Fokus hat sich vom Vater auf das "Wohl des Kindes" verschoben, aber die Frauen werden weiterhin schikaniert. Was meine Schwester an ärger hatte, weil der Vater ihres Kindes im Ausland lebte und sie nicht verheiratet waren (aber ein Paar und zusammen), das geht auf keine Kuhhaut. Die haben sowas von gedrängt und drangsaliert. Unter dem Denkmäntelchen "Wohl des Kindes" werden da weiterhin einfach Frauen zu unmündigen Menschen gemacht, die kontrolliert werden müssen.

    Mir persönlich würde es schon exorbitant guttun, in einer Welt zu leben, in der ich keine Angst vor dem Verlust meines Arbeitsplatzes oder meiner Wohnung haben muss. In der ich in meinen Job meiner Qualifikation entsprechend zurückkehren kann, wenn ich das möchte.

    In der ich ohne Wenn und Aber und jegliche Erklärungen eine Schwangerschaft abbrechen kann.

    ja. und obwohl meine Urgrossmütter, Grossmütter und Mutter in einem Land aufwuchsen, in denen sehr sehr vieles anders war als in der BRD oder der Weimarer Republik oder zu Bismarcks Zeiten, so hatten auch sie das nicht.

    ainu, deine Beschreibung von Schwangerschaft und Geburt könnte zumindest für meine ersten Kinder von mir sein (ich fand nur die Schmerzen fies, aber alles schnell vergessen). War alles super. Ich schäme mich jedoch heute dafür, wie ich ausgehend von meinen Erfahrungen über andere Frauen geurteilt habe, denen es schlechter ging in dieser Lebensphase.


    Ich glaube, jede Frau, die sowas berichtet nährt tatsächlich die Mär von angenehmer Schwangerschaft und Entbindung, die mit jedem dieser Berichte für die einzelne Frau schwieriger zu widerlegen ist.

    Sorry Janos, aber nee... wo hab ich geschrieben, dass ich urteile? Nirgendwo. Auch erzähle ich das nicht, um irgendjemanden zu widerlegen oder eine Mär zu nähren, denn meine Geschichte ist keine Mär. Auch meine Geschichte ist authentisch und echt, genau so wie diejenige von anderen authentisch und echt ist, die anders sind. Nur weil es bei mir so war, hab ich keine Erwartung, dass das eine Norm sein sollte. Es sollte keine Norm geben, sondern allen Möglichkeiten sollte eingeräumt werden zu existieren. Und ein Staat und eine Gesellschaft sollten meines Erachtens so aufgestellt sein, dass jeder Art und Weise zu Gebären Rechnung getragen wird.

    Wie sollte denn gesellschaftlich Frauen wie mir Rechnung getragen wird. Ich brauchte kein Wochenbett, ich wollte auch keins. Wieso sollte das nicht genau so ok sein, wie diejenige, die es braucht und will? Wenn jetzt in der Gesellschaft ein Zwang zu 44 Tage oder 6 Wochen nicht das Haus verlassen wäre, wie es zb im 18. Jh. mancherorts war, wäre das für mich pure Qual und Folter gewesen. Das eine ist nicht besser als das andere, beides sollte möglich sein.

    krass. ich erzähle, wie es mir ganz persönlich losgelöst von irgendwas ergangen ist, und Du kommst mit so einem Klopper. Wie ist das nochmal mit der Anerkennung unterschiedlicher Erfahrungen? Mit meiner Erfahrung und meinem persönlichen Erleben!! werte ich doch nicht andere Erfahrungen ab?!? Wenn das die Argumentation ist, dann verstehe ich, warum nie eine Frau, die gute Geburten oder sowas hatte, davon erzählt.

    würdest du sagen, dein Mann hat äqivalente Leistungen rund um eure Kinder erbracht? das klang für mich aus deinen bisherigen Beiträgen eher nicht so?

    Genau das ist die Frage! Sind die körperlichen und mentalen Folgen des Kinderkriegens bei Dir genauso klein wie bei Deinem Ex? Bei mir nicht. Vor allem hat sich der Körper meines Mannes durch das Kinderbekommen 0,0 verändert.

    Bei meinem Ex hat sich viel mehr geändert als bei mir #stumm#angst

    Überhaupt ist die Frage, ob man im Job wirklich genauso leistungsfähig sein muss und kann, wenn man das gesamte erwachsene Arbeitsleben hindurch alle vier Wochen blutet.

    wieder, das ist doch individuell. Für mich war das auch immer völlig periphär. War und ist halt so. Das hatte aber mit meiner Leistungsfähigkeit nichts zu tun. Genau so wie ich offensichtlich wenig zyklusbedingte Schwierigkeiten habe. All das ist bei mir eher so ein bisschen nebensächlich ;-)

    und diese Frauen gibt es eben auch.

    ich mag eure Einigkeit ja ungern stören, aber diese körperlichen Dinge sind halt schon sehr individuell... ich brauchte kein Wochenbett, hatte schnelle, reibungslose Geburten ohne Komplikationen, wog nach 6 Wochen fast genau so viel wie vorher und passte nach 6 Monaten auch in die gleichen Kleider, und passe heute noch, mit 42, in die gleichen Klamotten wie mit 28 (in die, die ich mit 20 trug passte ich hingegen mit 26 nicht mehr...).

    Aus meiner Sicht als jemand, der wenn, dann noch eine späte Mutter würde und sich regelmäßig anhören darf, wie gefährlich die Pille doch ist, ging es mir mehr darum, welche Risiken es gibt. Ein Risiko muss sich ja nicht immer verwirklichen, viele sind sogar sehr selten (Tod im Wochenbett zum Beispiel betrifft in Deutschland "nur" ca 7 Frauen auf 100.000 Geburten).


    Und auch wenn du das alles easy weggesteckt hast und keine Probleme hast - würdest du sagen, dein Mann hat äqivalente Leistungen rund um eure Kinder erbracht? das klang für mich aus deinen bisherigen Beiträgen eher nicht so?

    Betreuungstechnisch hat mein Mann ähnlich geleistet in den Kleinkindjahren im Sinne der aufgewendeten Betreuungstage. Bei kind1 hatten wir sogar 50/50 zu Anfang. Das verschob sich dann mit dem zweiten Kind deutlich. Nächte und co. machte ziemlich bald alles ich.

    Das hatte aber nichts mit Schwangerschaft und Geburt zu tun. Sondern dann mit der Kinderaufzucht. Schwangerschaft und Geburt sind heutzutage ja nur noch kleine Stationen im Leben von Frauen (mit Ausnahmen wie janos abgesehen), generell kriegt ja niemand mehr 14 Kinder, was vor 300 Jahren durchaus die Norm war. Schwangerschaft und Geburt waren für mich tatsächlich ein Spaziergang, auch wenn ich das nicht oft sage, weil man dann eben so passiv-aggressive Retourkutschen kriegt wie "schön lief für Dich alles gut". Ich wollte einfach nur das Andere aufzeigen, das halt auch da ist. Ich fand die Zeit jetzt aber auch nicht die "beste in meinem Leben", sondern es war halt da, aber mein Leben konzentrierte sich eigentlich meistens auf andere Sachen. Bei kind1 stand die Arbeit im Vordergrund, bei kind2 der Balanceakt zwischen Arbeit und kind1.

    Die Kinderaufzucht steht für mich da tatsächlich auf einem anderen Blatt, und vielleicht wäre ich generell besser gefahren, wenn ich der Verdienerinnenpart gewesen wäre. Mir ging es nämlich, im Gegensatz zu anderen, nicht so, dass ich nur um meine babies sein wollte die ganze Zeit. Ich war eher froh, wenn sie jemand mir abnahm. Sie kamen ja dann eh wieder, sobald sie schrien, hunger hatten oder die windeln voll waren ;-)

    Es geht doch alles um Kontrolle von Frau und Reproduktion letzten Endes durch die Gesellschaft und durch Männer.

    ich mag eure Einigkeit ja ungern stören, aber diese körperlichen Dinge sind halt schon sehr individuell... ich brauchte kein Wochenbett, hatte schnelle, reibungslose Geburten ohne Komplikationen, wog nach 6 Wochen fast genau so viel wie vorher und passte nach 6 Monaten auch in die gleichen Kleider, und passe heute noch, mit 42, in die gleichen Klamotten wie mit 28 (in die, die ich mit 20 trug passte ich hingegen mit 26 nicht mehr...). Ich arbeitete jeweils immer schnell weiter, bei kind1 schneller als bei kind2. 3 Jahre Elternzeit hätten mich aus dem Fenster springen lassen. Ich stillte jedoch insgesamt 8 Jahre. Das war möglich, weil ich über meine eigene Zeiteinteilung verfügen konnte! <- meines Erachtens ein key factor bei der ganzen Sache.

    Ich hätte sehr gelitten unter irgendwelchen Zwängen zu Wochenbett oder nicht arbeiten dürfen oder mich auf Reproduktionsarbeit und Kinderaufzucht festzulegen. Bis heute. Ich hatte auch nie Probleme, meine Kinder abzugeben. Auch als sie babies waren. Sie gingen mit 10 resp. 11 Monaten Teilzeit in die Kita und ich hatte damit nie ein Problem, auch waren sie von Anfang an auch vom Vater betreut.

    und das ist nicht dahingeredet, weil das System es will, sondern das ist bei mir einfach so. Also auch solche Frauen gibt es. Wäre ich ein Mann, wäre es kein Thema.