Beiträge von ainu

    ja... ich hab übrigens in den letzten Jahren gelernt, mich sehr zu beherrschen. (vor allem im partnerschaftlichen/familiären Kontext, im Job hatte ich noch nie solche Probleme bisher). Ich bin fähig, ohne die Stimme gross zu erheben, sehr klar und ruhig zu bleiben und dennoch messerscharf zu argumentieren. Das braucht sehr sehr sehr viel Kontrolle von mir.

    aber ich hab natürlich jetzt den ruf weg, emotionslos, kalt und arrogant zu sein... wo bei einem Mann ganz klar Ruhe und Durchsetzungsfähigkeit auch in brenzligen Situationen gepriesen werden würden.

    ich fahre.

    und höre vor allem Musik. andere Jahre manchmal Hörspiele für die Kinder. Aber nach dem 300sten Mal 3Fragezeichen oder immer muss ich alles sollen... uff. mal schauen, wie ichs dieses mal mache, seit ich nicht mehr mit dem Vater der Kinder in Urlaub fahre, muss ich auch nicht mehr alles alleine fahren.

    Wenn wir also Donnerstag nachmittag zum Spielplatz fahren wollen, kommt unter "Donnerstag" in das zweite Kästchen das Autosymbol und das Bild vom Spielplatz.


    Auf dem Foto sieht man z.B., dass wir mittwochs am Nachmittag zum Reiten fahren.

    das geht doch aber auch nur, wenn die Aktivitäten fix sind... als meine Kinder so klein waren, hatten wir kaum fixe Aktivitäten und an meinen Kindertagen wusste ich oft Donnerstagmittag nicht, was ich in 2 stunden mache... ich hab mich auch oft am morgen des Tages entschieden, was ich mache...

    ich wog mit 18 40kg auf 1m59 (also fast 10cm kleiner), heute - 22 Jahre und 2 Schwangerschaften später - wiege ich 48kg auf 1m59. Abgesehen von den Schwangerschaften wog ich in den letzen 20 Jahren nie mehr als 55kg (und das am ende meiner Lizzeit, in der ich viel gesessen und viel schoki konsumiert hatte, ungelogen 2 Monate post liz war ich auf 50kg). Ich darf nie über längere Zeit Mahlzeiten auslassen, sonst geht das Gewicht sofort runter. Wenn ich in schlechten Phasen weniger esse, weil keinen Appetit, dann auch. Ich konnte die Dissendphase nur mein Gewicht halten, weil ich zugesehen hab, dass ich jeden Tag Essen gehe mit Freund*innen (war für mein Portemonnaie eine Herausforderung).

    Ich fürchte, das ist einfach Veranlagung. Was künstliches zuführen würde ich nicht, ehrlich gesagt. Vielleicht hilft aber Sport? Weil dann mehr Muskeln. (ich bin ja bekanntlich Sportmuffel... daher auch nix damit...)

    ich hab, als mein grosses kind 4 war, YouTube (wir hatten keinen Fernseher) ganz klar reglementiert, davor war es eher so sporadisch ein bisschen und nicht fix nach Zeiten. Auch heute sind die Zeiten, in denen sie Fernsehen dürfen ganz klar abgesteckt, davor und danach gibt es nichts, und ich hab auch aufgehört mit den Ausnahmen.

    Ich finde es kann nicht sein, dass Kinder nichts tun können, ohne zu konsumieren. Und so war das eine Weile bei uns - bzw. wurde dann enormst gestürmt, dass sie jetzt fernsehen wollen. Jetzt wissen sie genau, sie brauchen nicht stürmen. Fernsehen gibts nur zu der und der zeit und sonst nicht. Und bei meiner grossen führte das eine zeitlang dazu, dass sie nichts machen wollte, weil dann könne sie ja sonst nicht fernsehen. Aber hallo?!? Daher gibts fernsehen bei uns nur abends, und nur 20min, am Wochenende vielleicht mal ein film oder so. fertig. keine Diskussionen. In der restlichen Zeit machen wir andere Dinge. (und natürlich sind sie mittlerweile viel in der Schule).

    Für uns haben fixe Zeiten also sehr geholfen.

    es geht ja darum, ob man unbedingt ein schweizerisches abi braucht oder ob für eine okaye zukunft auch ein deutsches (oder sonstiges) reicht. ich behaupte aus erfahrung zweiteres.

    ganz ehrlich: es ist völlig egal, ob es ein Schweizer oder ein deutsches ist #weissnicht und das bawü-abi wird dem schweizerischen eh gleichgestellt, jedenfalls hier. Und an einer Schweizer Hochschule muss frau auch nicht studieren, das geht prima anderswo, ist aber vielleicht in manchen Gegenden teurer, zb. England. Es ist auch völlig egal ob man an einer "exzellenten" (#rolleyes) uni wie Heidelberg oder an einer "normalen" uni wie Zürich oder Hamburg studiert. Darauf kommt es -jedenfalls zurzeit noch- nicht an. (höchstens die Lebenshaltungskosten sind in Zürich um ein vielfaches höher als in Hamburg).

    Der Punkt ist doch bei der ganzen Sache eher, was Deine Tochter in kauf nehmen will für ein Abi (woanders wohnen, Internat, keine Klassengemeinschaft, lange Pendelstrecken etc.) oder ihr als ganze Familie (zb. Umzug, was ja auch die Schwester betreffen würde und Dich und den Vater (wobei ich denke, der arbeitet in einer Branche, in der Pendeln sehr normal ist ;-) )


    (nachtrag: stimmt so auch nicht mehr wie noch vor 15 jahren. die wirtschaft zahlt nicht mehr so gut wie einst. auch hier nicht.)

    Die Löhne sind immer noch hoch verglichen etwa mit D - auch ein Grund, warum Schweizer Unis fürs Deutsche unheimlich attraktiv sind, auch für den Mittelbau. Als Doktorand*in in der Schweiz verdienst Du doppelt so viel. Ich hätte zb vom Lohn, der mir an der Uni Freiburg für eine Promotionsstelle angeboten wurde, kaum leben können (in Freiburg, es wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen, das in Basel zu versuchen, was umgekehrt ja viele tun, in der Schweiz arbeiten und in Freiburg wohnen). Mit meinem Schweizer Lohn kam ich gut durch.

    Und: An der Uni sind die Löhne aber trotzdem vergleichsweise tief im Vergleich zur Wirtschaft, immer noch, und Du verdienst noch sehr lange nicht gut. Während das in der Wirtschaft einfach nicht der Fall ist, da bist Du schnell auf einem höheren Niveau.

    Es ist an der Uni ein "Problem", überhaupt Schweizer Anwärter*innen für die Stellen zu haben, auf 50 Bewerbungen kommen 3 von Schweizer*innen.

    (Ob das überhaupt eine Rolle spielt, steht dann auf einem anderen Blatt und ist eine andere Diskussion)

    und auf der ebene der lehrenden/professoren befanden sich dann eh fast nur noch leute mit deutschem abi. da wird etwas viel bohei um die hürden gemacht, die man hier künstlich hoch hält.

    hat nix mit dem Abi zu tun, sondern mit Netzwerk und der Tatsache, dass besonders Schweizer Ökonom*innen und Jurist*innen aus Geldgründen lieber in die Wirtschaft gehen oder Richtung Anwaltspatent, Uni ist weniger lukrativ.

    ja, die arbeitsweise ist wohl ähnlich wie bei dir, ainu. die 1,8 resultiert aus einer absoluten rekordzeit, exakt nichts korrektur lesen wollen, sondern weg damit. wir werden da immer wirder von lehrern drauf angesprochen, wie merkwürdig ihr zugang ist.

    spannend. Ich weiss nicht, ob meine Eltern da drauf hingewiesen wurden, ich bin von meiner eigenen Mutter beständig drauf hingewiesen worden, dass mein Zugang ja so gar nicht gehe, und ich meine Matura eigentlich auch gar nicht verdient hätte. Für sie ging das unter: Kind strengt sich nicht an und könnte viiiiiiel besser, wenn sie nur sich anstrengen würde. Ich bin eben so null der fleiss-typ... irgendwann kickte dann die Vernunft ein und ich sah ein, dass eben solche Sachen wie Korrekturlesen (das ich ja selbst jetzt teilweise beruflich mache...) zum Arbeitsprozess gehören - Text entsteht so. Ich finde aber zb bis heute Arbeiten schreiben -Text generieren -einfacher als Tests oder eben so fleissarbeit, wo man sorgfältig (argh) und geflissentlich (argh) alles in der minutiös (argh) richtigen (argh) Reihenfolge tun muss und genau (...) abmessen muss und huääää.


    ne, es war eigentlich schlimmer. sie wollte meistens gar nichts, schon gar keine lehre. darum ging es immer auch darum, ihr zeit zur reifung zu verschaffen. der termin bei der hiesigen berufsberatung vor zwei jahren war ein desaster. hinzu kommt, dass es auch für mich grenzen gibt, was ich als beruf und lebensplanung unterstützenswert finde.

    Berufsberatungen sind aber auch... pffft. also bei mir kam da nie was gescheites bei rum. Aber ich bin ja, wie Du, der Meinung, das ein 14jähriges Kind sich nicht sollte entscheiden müssen. Deshalb bin ich ja immer für allgemein bildende Schule bis 18.

    wenn es nach ihr ginge, hätte sie gern 10 bücher, die sie in rekordzeit durcharbeiten könnte. sie hat einen sehr speziellen zugang zum lernen, das wäre abendfüllend, es hier auszuführen. das ist ihr weg, wie sie mit ihren voraussetzungen mit dem schulsystem umgeht. ich finde es teilweise recht seltsam, da sie grundsätzlich alles in der hälfte der zeit oder weniger macht und dabei fehler einkalkuliert. wir hatten zusammen als familie eine sportprüfung (hobby). ihr blatt war nach max. 8 minuten ausgefüllt. wir hatten eine stunde zeit. bestanden haben wir alle.


    nun finde ich ihre herangehensweise in einigen punkten suboptimal, aber auch nicht schlimm.


    ihr ziel ist ein studium, für das ein „normales“ abi deutlich besser ist (allerdings sind auch andere wege mit umwegen möglich).

    ich bin auch ein bisschen so gewesen... wobei es bei mir daran lag, dass ich einfach schnell war, und mir das zeug langweilig wurde, und ich es schnell fertig gemacht hab, damit ich dann andere dinge machen konnte. Ich weiss nicht, ob das auf Deine Tochter zutrifft, aber ich bin zb schludrig (und es war mir oft egal). In Chemie dann lieber 20 Experimente in einer Stunde und dann halt 5 falsch, wie bloss 5 aber alle richtig... mich hätte z.b. geometrisches Zeichnen, wo alles genau sein muss etc., in den Wahnsinn getrieben, aber in Kunst war ich immer wahnsinnig gut ;-)

    Das ist in einem System, in dem man einfach ein "pass" haben muss, super, in einem System, wo es drauf ankommt, wie gut das "pass" ist, nicht.

    Ich weiss mittlerweile auch ziemlich genau, was das "Problem" ist, bei mir und was da alles zusammenkommt, das aber, falls Interesse besteht, lieber via pn.

    Zitat

    also was steckt hinter der Idee, nun doch Abi machen zu wollen?

    warum „nun doch“? ich hatte dazu doch nie etwas geschrieben. wir hatten das alles doch immer ergebnisoffen gehalten.

    Du hast immer sehr negativ über das Umfeld geschrieben und dass Deine Tochter sich da mitreissen lässt, das alles für normal hält und dementsprechend dahingehend keine Freude und keine Ambitionen entwickelt, was anderes zu machen, als eine Lehre.

    Zitat

    (in der Schweiz seid Ihr schon aus der Schulpflicht raus?)

    es gibt zumindest einige kinder im umfeld meiner tochter, die nach der 9. keine lehre machen und irgendwo jobben, also schon seit jahren. weiss nicht, ob das legal ist.

    In der Schweiz ist die obligatorische Schulzeit bis zur ende 9., Klasse, danach ist es dem Staat egal, ob Du in der Schule bist oder nicht. Auf dem Gymi war auch der Tenor immer: ihr seid freiwillig hier, wer nicht bereit ist, mitzumachen, sollte sich was anderes suchen. Alle Bildung/ausbildung nach der 9. Klasse ist Privatsache.

    Zumal z.B. in NRW sich das Waldorf Abitur nicht vom Extern Abitur unterscheidet = 8 Prüfungsfächer.

    Ist das in andern Bundesländern anders?

    Das bringt mich da drauf, plus das, was Du ergänzt hast: VivaLaVida um was geht es denn genau? Dass es möglich nicht schwierig/anders schwierig sein soll? Oder dass man gewisse Fächer hat oder nicht hat? Oder kein Druck? Wenig Prüfungsfächer? Andere Prüfungsfächer? Oder deutsches Abi, weil "deutscher" Zugang? Der dann wäre? (ich glaube, da findest Du innerhalb von Deutschland grosse unterschiede).

    Nicht Schweizer System (was eh bis heute von Kanton zu Kanton verschieden ist, Gymi noch mehr als Grundschule)? Weil eben z.b. die Internationale Schule unterscheidet sich massivst von allem anderen, schon zu meiner Schulzeit war die Zeit, die ich an der Internationalen Schule verbrachte, völlig anders.

    und was will Deine Tochter - also was steckt hinter der Idee, nun doch Abi machen zu wollen? Welche Berufswünsche hat sie?

    Für die Hochschulzulassung ist es egal, ob sie in Bawü oder in der Schweiz Abi macht, was Schweizer Hochschulen betrifft, IB wird mittlerweile anerkannt. Waldorf bin ich überfragt. Deutsche Hochschule akzeptieren problemlos Schweizer Abi, Waldorf soweit mir von meinen deutschen Freundinnen bekannt auch.