Beiträge von ainu

    also vielleicht reden wir aneinander vorbei, aber willst du ernsthaft sagen, dass du nie abgelenkt warst, weil du irgendwelchen Kinderkram im Kopf hattest?

    das war ich nicht. Ich konnte und kann das ausblenden. Mich hat auch besonders der Kleinkind- und Babykram nie interessiert, ich war froh, wenn ich davon eine Auszeit hatte und das nicht in meinem Kopf wälzen musste, da reichten mir die Diskussionen mit anderen Eltern. Wenn ich arbeitete, arbeitete ich. Und das ziemlich schnell nach der Geburt wieder.

    Jetzt sind meine Kinder grösser, aber auch heute ist es so, dass ich, wenn ich arbeite, arbeite - wie jeder Mann auch, der Vater ist, und der sicher nie gefragt wird, ob er nicht abgelenkt ist, und der irgendwie da komischerweise nie Leistungsprobleme hat.

    Nie übernächtigt und unkonzentriert, weil du nachts mehrfach geweckt wurdest?

    das manchmal, aber ich hab mich da, ehrlicherweise daran gewöhnt. Ich hab meine gesamte Dissertation übernächtigt geschrieben, am Anfang wegen der Kinder, am Schluss wegen der Arbeit. Ich hab, um die Diss zu beenden, ein halbes Jahr lang oft nicht länger als 4-5 Stunden geschlafen, meine Kinder schliefen da durch. Wie das wohl auch die Topmanager machen, die nur 4h schlafen, und denen komischerweise nie Leistungsmangel deswegen unterstellt wird, sondern da wird irgendwie hochachtungsvoll genickt.

    Nie nicht arbeiten konntest, weil dein Kind krank war?

    manchmal. Klar. Genauso wie der Papa der Kinder. Das kommt auch heute noch vor. Und manchmal ist man selbst krank.Das gehört für mich zum normalen Leben und hat nichts mit weniger leisten zu tun.

    aKeinerlei Unterbrechungen im Erwerbsleben durch Schwangerschaft und Elternzeit?

    Elternzeit gibt es hier nicht. Ich hatte bei jedem Kind 4 Monate. auf dem Papier habe ich eine Lücke von einem Jahr nach Ende der Dissertation. Das hat aber mit den Kindern nichts zu tun, sondern mit der Tatsache, dass es ein Jahr dauerte, bis ich eine Stelle hatte. Realiter kosteten mich die Kinder sicher 2 Jahre. Die man aber nicht sieht. Das Aufsatzschreiben und publizieren während der Diss kostete mich übrigens auch mindestens ein Jahr.


    Vatertechnisch habe ich einen Engagierten. Ja. Er betreut(e) viel die Kinder und machte viel Haushalt. Andererseits war das aber auch meine Erwartung. Sorry, es sind auch seine Kinder, warum sollte ich da den Löwenanteil der Kinderbetreuung stemmen? Nö. Haushalt dito. Wir haben beide oft dasselbe Pensum gearbeitet (auf dem Papier 80%) und haben paritätisch betreut.

    und ich mache massiv abstriche bei Haushalt et al. Das interessiert mich nicht die Bohne und da investier ich nur das nötigste.

    aber wieder: das hat nichts mit der Leistung für den Job zu tun, meines Erachtens. Es geht ja um das, was Frau tut, wenn sie arbeitet, und da bestreite ich einfach, dass Mütter weniger leister,weil sie Mütter sind und deshalb irgendeine Demenz haben.

    ja, das Problem ist aber, dass das immer kommt - es wird ja von der Gesellschaft schon suggeriert, dass man das nicht schafft, weil man Mutter ist. Und eben, nicht alle Frauen empfinden so oder merken da irgendwas von.

    Was meinst du? Dass man Karriere nicht machen kann wegen Kindern? Oder nicht leistungsfähig sein?

    das wird beides suggeriert und letzteres bedingt ersteres.

    Ich hatte das nicht, sondern habe mich jedes Mal gefreut, wieder (teilzeit) arbeiten zu gehen #angst. Ich habe mich bei der Arbeit immer viel kompetenter gefühlt und genossen, mit Erwachsenen zu sprechen, eine Aufgabe ohne Unterbrechung zu Ende bringen zu können und an Ende des Tages ein sichtbares Ergebnis zu sehen. Auf dem Heimweg habe ich mich dann wahnsinnig auf die Kinder gefreut und hatte wieder Energie. Ich wäre ein Vorzeigevater geworden, aber (war in den Augen anderer) nur eine Rabenmutter, die ihr Kind nicht selbst betreut ...

    hier ähnlich.

    Ich muss gestehen, die Stilldemenz habe ich buchstäblich gemerkt - ich war kognitiv weniger leistungsfähig. Besonders habe ich das beim Verlust von Femdsprachenkenntnissen gemerkt. Also schon eine frauenspezifische Sache.

    Aber wie ist das denn biologisch. Weiß das jemand genauer? Liegt das tatsächlich am Stillen oder am Schlafmangel.

    Gibt es Vergleichsstudien die zeigen wie es Frauen* geht die zwar Stillen aber trotzdem genug Schlaf bekommen, weil der Partner das Kind immer nimmt, wenn es nicht nur ums Stillen geht (z.B. zum in den Schlaf wiegen, ins Bett bringen, morgens) ?

    sorry, aber ich hab - wie vermutlich viele hier - insgesamt 8 Jahre gestillt, und das, was immer unter Stilldemenz geht, das war in den ersten Monaten. Danach hörte das auf. Von dem her glaube ich da schlicht nicht an die Existenz einer Stilldemenz, sondern eher an eine "Demenz" wegen der geänderten Rahmenbedingungen. Plötzlich musst Du nicht mehr nur an Dich denken, sondern an vieles mehr. Früher war alles viel übersichtlicher. Und das pendelt sich dann mit der Zeit ein.

    Ist für mich dann wieder die Frage : warum tut man das seinem Kind an?

    ganz einfach. sobald man kein Abi hat, kann man ganz viele dinge nicht machen. Da kann man noch so viel Interesse an Archäologie oder Physik haben, man kann nicht studieren.

    danke. was heißt „typus“?

    Typus war die Richtung, die man wählte. A (Griechisch und Latein), B (Latein), C (Mathe), D (Neusprachen, also italienisch/spanisch), E (Wirtschaft, Recht), M (Kunst/Musik). D.h. das Typusfach - also Latein oder Griechisch oder Wirtschaft usw. wurde schriftlich und mündlich geprüft, in der Musik/Kunst schriftlich und praktisch.

    Das gibt es heute nicht mehr, bzw. es heisst jetzt anders und man hat viel mehr Auswahl.

    VivaLaVida bei uns wars wie geschrieben: deutsch, französisch, Mathe, Typus Fach schriftlich und mündlich. 5tes pruefungsfach engl oder Geschichte nur mündlich. 6tes Prüfungsfach einigermassen freie Wahl, meist mündlich, bei mir war das Kunst daher schriftlich bzw. Praktisch. Alle Noten der 2 vorhergehenden Zeugnisse zählten fürs Abi, einfach oder doppelt, je nach wichtigkeit der Fächer

    ihr diskutiert über Sachen... ich hatte schriftliche UND mündliche Prüfungen in 4 unabwählbaren Fächer: Deutsch, Französisch, Mathe, Typusfach (zb Latein, je nach Richtung, die man gewählt hatte). Dann noch eine schriftliche in Kunst. Und eine Mündliche in Englisch. (Woran man sieht, wo mein Schwerpunkt lag, nicht in den Naturwissenschaften...)

    Ich hab Mathe nicht gemocht und meine abinote war nicht der Bringer, aber ich habs geschafft, und bin der Meinung, dass es schon was ist, was zu einer allgemeinen Hochschulreife dazugehört. Ich hab auch weder Leistungskurs noch das Mathezentrierte Abi gemacht, was bei uns auch möglich gewesen wäre. Aber das stinknormale Mathe sollte, finde ich, sein.

    (fürs Protokoll: Geisteswissenschaftlerin)

    hier (westen des westens) ist mein sohn im umfeld das einzige ae-kind, und das wurde diverse male festgestellt bzw. angemerkt.

    Hier (Osten des Ostens) ist es auch von Nachteil nur von der Mutter aufgezogen zu werden.

    das ist generell von Nachteil, sobald man(n) von "bloss Frauen" aufgezogen wird. Nur wo Männer sind, ist es nicht suspekt. Sieht man auch am Diskurs der fehlenden Männern in der Grundschule und den Kitas. So gut ich es finden würde, wenn auch dort Geschlechterparität herrscht, so misogyn finde ich die Kommentare von wegen der Verweich/blichung der Schule etc. Gibt nicht wenige, die denken, Jungs hätten Schulprobleme, weil keine starke männliche Hand sie führt.

    also meine Tochter macht das in der Zirkusschule... vielleicht mal bei euch nach so etwasem gucken, ohne Fachperson würde ich sowas nicht machen.

    und mit durchschnittlich 31 Jahren bleibt der Musikgeschmack dann auch stehen und man lässt sich auf nichts neues mehr ein. Musikalischer Stillstand. Das hat sogar nen englischen Namen, aber an den erinnere ich mich grad nicht.

    dem kann ich nicht zustimmen... ich habe so viele neue Musik in den letzten 10 Jahren entdeckt. Ich bin sicherlich nicht stillgestanden. Das kann ich mir gar nicht vorstellen.

    Ich empfehle anstelle des anstrengend-empörten ZEIT-Artikels den Originalartikel, Trash-Zeitung hin oder her:


    "This doesn’t mean older women should give up and go into purdah. There’s nothing wrong in wishing to be desirable – it’s just not best achieved wearing a black lace corset in public. One of the great plusses of growing older is gaining the confidence and freedom to value yourself as something other than a sexual object."

    naja sorry, aber es geht doch niemanden was an, wenn ich Korsett tragen will? Da sollte es doch völlig egal sein, wie alt ich bin. Umgekehrt wird auch ein Schuh draus: davor muss man sich also als "sexual object" präsentieren?!? nee, sorry... da vermischt die gute Dame Äpfel mit Birnen. Sich als "sexual object" zu präsentieren ist doch auch mit 20 nicht ok - bzw. wenn man das will bitte, aber die Diskussion ist eine andere. Da sind so viele Kurzschlüsse und Voreingenommener Sh**t einfach nur in diesen 2.23 Zeilen, Original hin oder her.

    1. niemand hat das Recht zu urteilen oder mir vorzuschreiben, was ich anzuziehen habe, egal ob ich 20, 30, 60 oder 90 bin.

    2. niemand hat Kleiderstandards für Alter festzulegen.

    3. ob Korsage = sexual object ist doch immer noch in the eye of the beholder?

    Ich glaube auch, "Kaiser" ist direkt von Gott eingesetzt (bzw. dem Papst). Der jap. Tenno stammt ja laut Mythologie sogar direkt von den Göttern ab.

    das tun die meisten europäischen Fürstenfamilien in ihrer Mythologie auch... das ist doch der einzige Weg, wie es legitimierbar ist, dass die einen herrschen und die anderen nicht.