Beiträge von tulan

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    Ja. Der Server war leider so kaputt, dass alles auf einen neuen Server umziehen musste, aber zum Glück waren die Festplatten noch okay, so dass nichts verloren ging und der Arbeitsaufwand überschaubar war. Gut, mein Privatadmin hat trotzdem mehrere Stunden investiert, aber immerhin keine Woche. Und es ist wirklich ein Glück, dass ein Freund von uns in der Firma noch arbeitet und wir so den direkten Draht haben.

    Ich habe noch laienhaften Input:


    Wenn ich richtig erinnere, gibt es in Twi nur zwei Pronomen: Me und Wo = Ich und dann eins für alle anderen. Dafür ist aber die Erwiderung auf eine Begrüßung total kompliziert, weil es so um die 10 Formen sind und die richtige vom Verhältnis der grüßenden zur begrüßten Person abhängt.


    Dann erinnere mich daran, dass mir mal jemand von einer ebenfalls afrikanischen Sprache erzählte, in der es keine Wortstämme wie im Deutschen gibt, sondern der Wortstamm eher so eine Art Endung ist und alle Veränderungen werden vorn drangehängt.


    Und dann gibt es noch Sprachen, in denen völlig andere Laute erzeugt werden oder Betonungen viel mehr eine Rolle spielen, als im Deutschen. In Twi heißt das Wort papa zum Beispiel je nach dem, welche Silbe hoch oder tief betont wird, Fächer, Vater oder gut.

    Die sind ja nicht in erster Linie schwach, die sind einfach nett und viele Frauen haben doch lieber einen netten Mann, und nehmen einiges nur in Kauf, weil "Männer halt so sind".

    Wobei nach meiner Erfahrung, es eine Menge Männer gibt, die gar nicht solche Machos sind, sondern einfach ihren Teil machen, sich um ihre Kinder kümmern und eine stabile Beziehung führen.

    Die meisten haben nur früh gelernt, dass nicht so herauszukehren.

    Das ist mal wieder so ein typischer Fall, wo du meinen Text konträr zur Intention zu interpretieren scheinst. Natürlich finde ich solches Verhalten nicht schwach, sondern es wird im Rahmen von Bildern toxischer Männlichkeit so interpretiert.

    Wir hatten kürzlich Besuch von Freunden von früher mit gleichaltrigen Kindern und da bekam mein Kind gleich einen Kommentar zu den Haarspangen "Haha, du Mädchen!". Es hat es gut weggesteckt, aber ich bin innerlich ganz schön zusammengezuckt.

    Ich zucke da inzwischen nicht nur zusammen, sondern sage ganz klar, dass entwertende Äußerungen in diesem Haushalt nicht erwünscht sind.

    tulan Siehst du da inhaltlich einen Zusammenhang? Für mich scheint das nur ein eigenes Problem mit ähnlichen Schlagwörtern zu sein.

    Ja, klar. Die AfD ist ohne Patriarchat nicht denkbar.

    Mein Gefühl derzeit ist, dass es für Mädchen zunehmend einfacher wird, zu sein, wie sie eben sind. Jungs lassen wir ein bisschen zurück, vielleicht weil sie männlich grundsätzlich ohnehin im Vorteil in unserer Gesellschaft sind?

    Aber es wird dadurch ja kein Ausgleich geschaffen, dass jetzt einfach mal die Jungs benachteiligt werden.

    Ich glaube, der Mechanismus ist anders: Mädels, die mit Autos spielen, gefährden das Patriarchat nicht, weil sie tendenziell in der machtlosen Position sind. Jungs, die "keine richtigen Männer werden wollen" dagegen stellen das ganze Bild von Männlichkeit in Frage. Sie machen deutlich, dass sie die alte toxische Männlichkeit nicht wollen. Und das wird als viel gefährlicher erlebt und viel stärker bekämpft. Denn wenn Männer anfangen, schwach zu werden (oder, um mal noch einen anderen Aspekt zu benennen, Frauen anfangen, wirklich trans Männer sein zu wollen), dann wird es gefährlich. Dann wankt das ganze System. Dann wird eben auch sichtbarer, dass auch die Männer in den Machtpositionen leiden. Denn natürlich tun sie das. Auch wenn es ihnen zu oft nicht zugestanden wird.

    Da stimme ich Nollaun zu. Und ich denke schon, dass das auch an der Angst liegt, die eigenen Privilegien zu verlieren. Gerade die AfD macht ja ganz viel Wahlwerbung mit der Angst vor dem Verlust von Privilegien. Wenn das keine Rolle spielen würde, würden sie nicht so viele Stimmen bekommen.

    Finde ich bei Arzt/Ärztin auch schwierig und bin gespannt auf die Lösungsidee. Was ich mir theoretisch ausgedacht habe ist, zu sagen, "Ich gehe in die Arztpraxis", aber das löst es nicht recht. "Ich muss das mal einer Fachperson zeigen" ist auch irgendwie sperrig. Ich behelfe mir nun meist, indem ich von Mediziner:innen spreche oder konkret die Person benenne, zu der ich gehe.

    Ich finde es eigentlich eine ganz gute Idee, einfach einen anderen Artikel zu verlinken. Argumentativ auf den Focus-Artikel einzugehen ist nämlich schwierig, weil der so springt und gar keine glatte Argumentationslinie verfolgt. Zudem ist er auch noch widersprüchlich: Er sagt, man müsse zwischen dem grammatikalischen Geschlecht und dem biologischen Geschlecht unterscheiden - gibt aber weiter hinten zu, dass unsere Sprache patriarchalisch geprägt ist. Wenn er diesen Gedanken konsequent weiterführt, müsste ihm eigentlich selbst auffallen, dass es eben doch kein Zufall ist, dass es ein generisches Maskulinum gibt - aber kein Femininum. Das hat damit zu tun, dass Frauen jahrhundertelang der Status als freier Mensch abgesprochen wurde. Sprachlich wird also diese Diskriminierung fortgeführt. Es kann natürlich sein, dass sich das selbst aufhebt, wenn Sexismus nicht mehr da ist - aber so weit sind wir noch lange nicht.


    Außerdem gibt es mittlerweile genug Studien die zeigen, dass das mit dem Mitmeinen eben nicht funktioniert - und zwar auch für Männer nicht. Es ist schon bezeichnend, dass er sich ein Beispiel ausdenkt, statt auf Studien zu verweisen. Seine Behauptung, es gäbe ein funktionierendes generisches Maskulinum ist daher zumindest in Frage zu stellen.


    Dann gibt es noch ein Thema, das er ganz weglässt: Beim Sternchen und dem Glottisschlag geht es nicht nur um Männer und Frauen, sondern auch um alle Personen, die sich anders oder als beides definieren. Diese werden so sicht- und hörbar gemacht. Das mag ihm kein Anliegen sein (so wenig, dass er es nicht einmal erwähnt), aber anderen schon.


    Und was die Wortbildung von Lehrerin angeht, müsste da mal eine sprachwissenschaftlich geschulte Person sagen, ob seine Argumentation stimmt. Wenn sie stimmte, müsste es ja ganz viele Lehrin, Turnin, Malin usw. geben. Das ist aber nicht der Fall, es ist fast immer -erin nach dem Wortstamm. Ich würde daher mal behaupten, seine Idee ist einfach Unsinn.

    Du musst mit deiner Zeit sinnvoll haushalten, das verstehe ich auch- und gerade wenn du SO tief in die Recherche einsteigen würdest, dass du sogar die Studie raussuchen könntest, dann ist tatsächlich die Frage ob du nicht besser vorher die Bremse betätigst und aus dem Artikel aussteigst. Ein Hinweis darauf wäre hilfreich.

    Ähm - verwechselst du mich? Ich hatte mich zu der Studie gar nicht geäußert (weil ich den Artikel nicht zuende gelesen habe) und finde es etwas merkwürdig, dass du meinst, ich sollte darauf hinweisen.#gruebel Wenn ich in jedem Thread schreiben würde, dass ich mich nicht äußere und warum, könnte ich nichts anderes mehr tun.

    Achso, man liest nicht zuende. Na dann brauch ich mich ja nicht wundern, wenn das so anders wahrgenommen wird...

    Naja, wenn ich nach zwei Seiten Text schon genug zum Ärgern habe, warum sollte ich mir dann den Rest auch noch reinziehen? Ich habe vor allem geschaut, ob etwas über die Methodik der Studie drinsteht, so dass ich die Güte der Studie einschätzen kann. Als ich das nicht fand, überlegte ich, wie viel Zeit ich investieren mag, um den Originaltext zu finden. Denn das Ergebnis, dass Töchter mehr von anwesenden Vätern profitieren, als Jungs, ist ja schon spannend. Leider kann ich mich grad nicht aufraffen, um Datenbanken danach zu durchforsten, wie genau das untersucht wurde.

    Also Duracellteenie hätte gern, dass ich sage: "lass doch mal den Menschen vorbei"

    Ich hatte ja auch eine geschlechtsneutrale Formulierung vorgeschlagen. Denn nur, weil ich heute als Frau gelesen werde, heißt das ja noch lange nicht, dass ich eine bin.

    "Da will jemand durch" geht auch immer. Oder der Vorschlag deines Teenies (der*die mir gleich sehr sympathisch ist).