Beiträge von tulan

    Ich habe ein Kind, das gelegentlich mit so Fundsachen ankommt. Einmal war es ein Kuscheltier, ein sichtlich abgeliebter Pandabär, den sie aus dem Kino, in dem sie mit der Schule waren, mitgebracht hatte. Cinemaxx. Was habe ich mir den Arsch aufgerissen, um das Kino zu kontaktieren und so eine Möglichkeit zu finden, dass der Bär zurückkommt. Es war nicht möglich. Die großen Kinoketten habe eine zentrale Hotline irgendwo in Süddeutschland, die nie erreichbar ist. Meine Mail wurde mit "Fundkisten in die Sie den Bär bringen können, gibt es nicht, Kinder vergessen doch Kuscheltiere eh schnell und denken dann nicht mehr dran" beantwortet. Ich fand das so dreist - die Person hat entweder kein Kind, war nie Kind oder ist völlig empathiebefreit.


    Ansonsten machen wir immer Aushänge am Fundort und wenn es dann niemand beansprucht, darf sie es behalten. Oft gibt es ja keinen Ort, an dem man die Dinge angeben kann. Wenn es einen gibt (wie eine Kasse) und ich da mit vertretbarem Aufwand hinkomme, würde ich es dort abgeben (lassen). Vielleicht könnt ihr ja dort wegen der Flosse eine Nummer hinterlegen, falls sie wieder auftaucht?

    Ich hab ja auch schon geschrieben, dass ich vor dem Hintergrund dieser Info über das Ziel verstehe, warum du (Nele) diesen Fragebogen so verwendest. Liefert doch gute Ansatzpunkte, um dann (so es die Zahlen denn hergeben) über Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen zu schreiben. Die Schwierigkeiten des Fragebogens kann man dir ja dann auch nicht vorwerfen.

    Astarte Es werden nicht Erziehungsstile erfasst, sondern eben Risikofaktoren für die Entwicklung des Kindes. Das sind Faktoren, deren Einfluss international wissenschaftlich anerkannt ist. So auch in Deutschland. Fraglich ist eher, ob der Fragebogen in dieser Form in Deutschland dasselbe misst, wie in englischsprachigen Ländern. Das herauszufinden ist eben das Ziel meiner Arbeit.

    Achso. Das erklärt einiges. Ich glaube, dass es ein methodisches Problem ist, wenn die Items von den Ausfüllenden nicht verstanden werden, insofern erwarte ich Schwierigkeiten bei der Anwendung dieses Fragebogens.

    Wohin kann ich eine Mail senden?

    Du hast dich über meine negative Bewertung des Fragebogens geärgert. Das verstehe ich und es tut mir leid, ich war nicht sehr feinfühlig. Aber an mangelnder Fachkenntnis liegt es nicht. Ich bin promovierte Psychologin mit einiger Forschungsexpertise - genau darum habe ich mich auch so geärgert. Weil es eben das Fach ist, für das ich brenne.

    Ich habe den FB ausgefüllt, hatte aber auch meine Probleme damit. Mein Kind verhält sich in der Schule nicht schlecht, aber es hat Lernschwierigkeiten. Welche Antwort wird da erwartet?

    Die Fragen nach körperlicher Züchtigung in Form von versohlen oder auch ohrfeigen werden vermutlich von den meisten Teilnehmern ähnlich beantwortet. Doch es gibt sicherlich Familien, in denen es auch vorkommt, dass einem Elternteil mal die Hand ausrutscht. Solche Situationen sollen mit dem Fragebogen eben auch erfasst werden. Ob die betreffenden Personen das im Fragebogen auch angeben, kann natürlich nicht überprüft werden. Sozial erwünschte Antworten sind allerdings etwas, womit sich die Forscher in jedem Land herumschlagen müssen.

    Mir ist es schonmal passiert, dass ich mein Kind zu hart angefasst habe. Aber das schlägt sich in dem Fragebogen nicht wieder, weil ich die Fragen dort so verstanden habe, dass danach gefragt wurde, was ich gewöhnlich oder in den letzten vier Wochen getan habe. Wenn ich mein Kind nun zwei Mal in 11 Jahren geschlagen hätte, trifft beides nicht zu. Etwas, was gewöhnlich passiert, ist dann für mich kein "Hand ausrutschen" (was für ein Euphemismus) mehr.


    Ich finde den Fragebogen, muss ich zugeben, richtig schlecht. Beispielsweise die Frage danach, ob ich davon ausgehe, angemessen auf das Verhalten meines Kindes reagieren zu können. Was angemessen ist, wird doch völlig verschieden beurteilt. Die Fragen bieten oft so viel Informationsspielraum, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie man so valide Informationen gewinnen will.

    Ich finde das auch total schwierig. Meine ist ja schon 11, aber sie fährt meist auf dem Gehweg, weil ihr Schulweg an einer Straße entlangläuft, in der noch eine Straßenbahn fährt und die total eng und unübersichtlich ist. Ich trainiere mit ihr eine Parallelstrecke, aber dass sie die mit ihrem eingeschränkten Sehen sicher fahren kann, wird noch dauern. Ich bin da immer wieder total im Clinch: Einerseits will ich sie fahren lassen, andererseits ist es schon eine Zumutung für sie mit dem Verkehr und fehlenden Radverkehrsanlagen. Und sie muss Regeln brechen, um einigermaßen sicher voranzukommen. Letztlich ist mir ihre Sicherheit aber wichtiger als Regeln.

    Insofern: Trainiere mit ihm, was geht und sag ihm, er soll im Zweifelsfall rücksichtsvoll auf dem Gehweg fahren.

    Ich glaube, dass die Bedürfnisse, sich zu schützen, sehr verschieden sind. Wenn die Ignore-Funtkion Einigen hilft, sich hier entspannter zu bewegen, dann hat sie ihren Zweck erfüllt. Ich habe sie noch nie benutzt und bin daher dankbar über die vielen Gedanken und Schilderungen davon, wer sie warum benutzt. Ich selbst mache lieber Forenpause, wenn mich das Forum zu sehr anstrengt.

    Ja, das finde ich auch. Vor allem wenn man offenbar jahrelang wegen einer gefühlt kleinen Sache auf der Ignorliste ist und die, die einen drauf hat, wie Trin, so viel und in so ähnlichen Themen schreibt, dass man sich ständig begegnet. ich fände es komisch, Trin jetzt zu ignorieren und mich nie auf sie zu beziehen, nur weil sie irgendwann mal entschieden hat, mich zu ignorieren. Ich lese viele ihrer Posts immer noch gern und sehe sie als wichtigen Bestandteil der Diskussion - warum also dann sie ignorieren? Mir hilft es dann auch nicht, immer wieder darauf hinzuweisen, dass ich ignoriert werde. Allerdings hilft es mir indirekt: Inzwischen weiß ich von drei anderen, mir sympathischen Rabinnen, dass sie auch ignoriert werden und das hilft mir, mit der Kränkung umzugehen.

    Das Video ist dermaßen außerhalb normalmenschlichen Lebens, das es mir einfach egal ist.

    Geht mir ein bissel ähnlich. Das ist halt irgendein komisches Zeremoniell, das mich nicht tangiert. Ich denke man, über das Alltagsleben thailändischer Frauen sagt es nichts aus.

    Puh ich würd das ja jetzt echt gern lassen. Ich habe sehr genau formuliert, worüber ich mich austauschen möchte und worüber nicht. Aber wenn du nun so genau wissen möchtest, wie ich darauf gekommen bin, dass du zu dem Thema forscht, dann kann ich die Stellen raussuchen, ist ja nur fair. Es sind die hier:

    Na ja, vielleicht ist es nur die Formulierung, aber natürlich neigen psychotische Menschen deutlich stärker zu Gewalttaten gegen sich und andere, als nicht-psychotische Menschen. Die Psychotiker, die Gewalt ausüben müssen dabei ja nicht in der Mehrheit sein, damit die Aussage stimmt. Über den genauen Faktor streiten sich die Geister, aber wenn man diesen Fall betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit einfach sehr hoch, dass das der Hintergrund ist.

    Na, dann ist es auf jeden Fall besser, sich gar nicht erst mit mir über die aktuelle Studienlage auseinanderzusetzen. Ich habe mit dem Thema in erster Linie persönlich und auch fachlich Kontakt, was nicht impliziert, dass ich "die Weisheit mit Löffeln gefressen hätte". Der Zusammenhang ist eindeutig, lediglich der Faktor ist Gegenstand der Debatte.

    Der zweite Beitrag veränderte meine Sicht auf den ersten, so dass ich annahm, die sich scheidenden Geister würden dich einschließen. Und ich finde immer noch, dass der zweite Beitrag klingt, als könne man sich mit dir fundiert über die aktuelle Studienlage auszeinandersetzen und als könntest du die aus dem FF zitieren. Und dann ist es für mich naheliegend, davon auszugehen, dass die Debatte um die Faktoren auch von dir geführt wird.


    War offenbar ein Missverständnis, ich finde, da muss man jetzt niemandem einen Strick draus drehen. Ich habe gerade eh nicht die Muße, nachzurecherchieren und meine Argumente mit Zahlen zu unterfüttern. Ich glaube, dass paranoide Schizophrenie eine der am stärken stigmatisierten psychischen Erkrankungen sind, mit denen ich zu tun habe und dass ich es daher nicht gut finde, wenn in den Medien als Erklärung für ein Verbrechen "war halt psychotisch" steht, als sei das jetzt schon eine Aufklärung dessen, was geschah. Das ist aber nichts weiter als meine persönliche und im Zweifelsfall unmaßgebliche Meinung.

    tulan Ich schätze das Missverständnis hast Du mit diesem Satz selbst ausgelöst. Ich habe Dich durch das "ich, die da drüber erarbeitet hat" auch so verstanden, dass Du geforscht hättest.

    Danke für den Hinweis. Für mich war klar (weil ich ja wusste, was der hintergrund war), dass "erarbeiten" heißt, dass man Literatur aufbereitet. Für einen Vortrag. Mehr wars nicht.


    sandra : Deine Zahlen sind spannend. Die wichtige Frage wäre nun, das 12fache wovon. 0,5% Mal 12 ergibt was ganz anderes als 20 Mal 12. Bei sehr geringeren Prävalenzen können Faktoren riesig wirken und winzig sein.

    Ich gebe zu, ich bin zu neugierig, um einen Haken dran zu machen. Es stimmt nämlich glaube ich, dass wir inhaltlich sehr ähnliche Positionen vertreten. Ich möchte mich nämlich durchaus über die Studienlage austauschen, wenn ich schon mal das große Glück habe, dass ich über das Forum in Kontakt mit jemandem komme, die grad aktuell zu diesem spannenden Thema forscht und da viel mehr drin ist als ich, die da vor einigen Jahren mal was drüber erarbeitet hat. Offenbar haben wir ja ein großes überschneidendes Interessensgebiet und es wäre schade, wenn wir davon nicht profitieren könnten. Mich hat gestört, dass ich deinen Ton als hochmütig und entwertend empfand. Vielleicht war ich überempfindlich, aber ich finde das auch aktuell wieder:


    Ja, das hätte ich mir auch vorstelle können, wenn ich das jetzt noch mal ohne "Subtext" lese, allerdings schrieb Tulan ja zwischenzeitlich, dass sie sich an meiner Aussage gestört hat. Zumindest lese ich das so. Zusätzlich finde ich es immer schwierig, wenn dann so ein genervter Ton angeschlagen wird mit

    "Weisheit mit Löffeln gefressen" oder dass jemand nun ausgerechnet jetzt keinen Bock hat, die aktuelle Studienlage zu diskutieren...

    "dass jemand nun ausgerechnet jetzt keinen Bock hat, die aktuelle Studienlage zu diskutieren..." - das schrieb ich nicht. Ich schrieb, dass ich sie in diesem Ton nicht diskutieren möchte. Wenn ich das Gefühl habe, das alles, was ich schreibe, ja sowieso hanebüchener Unsinn ist - dann macht das keine Lust auf einen Austausch. Aber wenn es möglich wäre, dass wir uns etwas mehr darum bemühen, einander nicht zu entwerten, dann würde ich gern wissen

    - welche Form von Psychosen die aktuellen Studien betreffen

    - welche Ergebnisse es gibt und wo gestritten wird bzw. Uneinigkeit herrscht.


    Was mir auch wichtig ist, ist, dass mein eigentlicher Einwand gehört wird: Hier in diesem Thread ging es seitenweise darum, ob und warum es schwierig ist, in den Meiden zu benennen, dass der mutmaßliche Täter aus Eritrea kam. Dass allein die Benennung des Herkunftslandes Rassismus befördern könnte. Dann wird in der Presse benannt, dass er eine Psychose gehabt habe (vielleicht) und es gibt keinerlei Thematisierung dessen, was für ein Stigma damit verbunden ist. Das stößt mir einfach auf und hat nicht nur mit dir, Arnoli, zu tun. Es hängt sich nur an deinem Post und dessen Formulierung auf.

    Arnoli ich habe keine Lust, mit dir über die aktuelle Studienlage zu sprechen, die für Fremdgefährdung bei Psychosen generell meines Wissens nicht so eindeutig ist, wie du sie darstellst. Da du ja offenbar die Weisheit mit Löffeln gefressen hast und sehr sicher bist, dass ich totalen Unsinn verbreite, liegt mir nichts an einer Auseinandersetzung mit dir auf dieser Ebene.