Beiträge von tulan

    Fannie, das alles trifft so ähnlich auch auf meinen Ex zu, der auch aus Westafrika kommt. Wenn ich heute Englisch spreche, ist das immer noch sehr pidgingeprägt, was immer wieder für Irritation sorgt, weil ich auch einen deutschen Akzent habe. "Long time no see" verstehe ich sofort. oder auch "I go come" - ich komme gleich wieder. Und auch hier war das so, dass das Deutsch meines Ex und vieler seiner Freunde, sehr fantasiereich - aber wenig korrekt war. Das ist auch so geblieben. Mein Gefühl ist, dass sie keine einzige Sprache wirklich korrekt sprechen und die Sprachaneignung an sich ganz anderen Wegen folgt. Wenn sie sich unterhalten, ist das eine wilde Mischung aus ihren Muttersprachen, den Hauptsprachen des Landes, Englisch und Deutsch. Aber sie verstehen sich und das reicht aus. Aber um hier zu studieren oder ernst genommen zu werden, reicht es eben nicht.

    Mein Gefühl ist, dass die hiesige Spracherwerbsförderung zu sehr davon ausgeht, wie es in D eben in den meisten Regionen ist: Es gibt eine Sprache und die sprechen alle (mehr oder weniger) gut. Aber in vielen Regionen dieser Welt gibt es mehrere Sprachen und es ist völlig normal, dass jemand mit 3 oder mehr Sprachen aufwächst, die er oder sie dann alle irgendwie kann, ohne je auch nur eine Ahnung von Grammatik gehabt zu haben. Dann kommt die Person in einen Deutschkurs und jemand dort versucht, mit grammatikalischen Begriffen zu operieren und setzt dabei Strukturen voraus, die einfach nicht vorhanden sind. Ich habe AfrikanerInnen getroffen, die haben sechs oder sieben Sprachen gesprochen - aber ihr Englisch verstand ich nur, weil ich Pidgin kann und ihr Deutsch ist auch eine Art Pidgin-Deutsch. Ich nehme an, dass das auf alle der sechs Sprachen so zutraf.

    Um das zu verstehen, hab ich dann eine westafrikanische Sprache gelernt. Und erst da habe ich begriffen, wie verschieden der Aufbau von Sprachen sein kann. Darauf hatten mich die drei europäischen Fremdsprachen, die ich vorher gelernt hatte, nicht vorbereitet.

    Witzig ist: In meiner jetzigen Familie gibt es immer noch einige Worte, die mein Ex damals geprägt hat, "Unter den Linden" beispielsweise heißt immer noch nur "Untala" und wenn mir jemand was verständlich erklärt, dann erwidere ich gern "so blemstel Hase!"

    Dieser Mann ist der Vater meiner Ältesten. Er hat Deutschland völlig frustriert letzten Monat verlassen und lebt jetzt in einem englischsprachigen Land.

    Bevor er nach Deutschland kam hat er übrigens Pharmazie studiert. Er hatte so große Pläne, war voller Elan ....

    Das ist so traurig. Ich kenne einige solcher Geschichten.

    Ich mach die Haare nass, streich mit der Haarseife drüber, auch über die Längen, und schäum es dann auf. Dann ausspülen und Rinsen (1El Essig auf einen Liter Wasser). Das funzt hier gut, bei enorm kalkhaltigem Berliner Wasser.


    Und ich mache meine Haarseife selber.

    Nach meinem Verständnis bis du nicht trans, Viva, sondern gendernonbinär oder queer. Und damit bist du nicht allein. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn sich Personen unabhängig davon, wie sie aussehen, aussuchen können, mit welchen Pronomen sie angesprochen werden wollen. Wenn du dich mit "er" wohler fühlst, kann ich gern versuchen, das ab jetzt so zu handhaben.

    Allerdings stimme ich dir zu, dass das im Alltag alles andere als einfach ist. Außerhalb von Trans- oder Queerkreisen gleicht es einem Kampf gegen Windmühlen.


    Auf meiner Urkunde steht übrigens auch Doktorin, ich durfte vor der Verleihung ankreuzen, ob ich eine Vergebung des weiblichen Titels wünsche. Der Formulierung nach war das eine Sonderregel, das Formular lag aber einfach bei. Im Alltag sprechen mich aber die Leute im beruflichen Kontext als "Frau Doktor tulan" an, "Frau Doktorin tulan" würde ich als doppelt gemoppelt finden. Ich würde aber (so mein Hirn mir keinen Strich durch die Rechnung macht), sagen, dass ich "Doktorin der Philosophie" bin, oder besser geisteswissenschaftliche Doktorin, denn Philosophin bin ich ja (meist) nicht.

    es nimmt aber im gesellschaftlichen diskurs einen unglaublich großen raum ein. nicht erst neuerdings. ich bin das nicht gewohnt und finde es unverhältnismäßig.

    Das erlebe ich auch so. Da ich begonnen habe, mit gendernonkonformen Menschen zu arbeiten, gewöhne ich mir gerade an, das Gendersternchen zu sprechen. Also die Lücke, die dann auch Raum für alles jenseits von w und m lässt. Ist eigentlich kein großes Ding, zeugt nur von Respekt vor dem Gegenüber. Für mich kann ich das tun, ohne dass ich dabei stehen bleiben muss. Ich verstehe nicht, wieso sich Leute über Gendersternchen aufregen, weil das doch bloß son Winzding ist. Man kann sich doch, wenn man es egal findet, dann einfach schulterzuckend der Förderung von Frauen in Führungspositionen zuwenden.


    Zu Geschlechterbildern in der DDR glaube ich, dass da tatsächlich auch die Bilder in Bilderbüchern usw. diverser waren. In meiner Erinnerung gab es da Kranfahrerinnen und Lokführerinnen. Leider kann ich es nicht mehr prüfen. Die paar Bücher, die ich aufgehoben habe, sind leider sehr stereotyp. Worum es mir aber geht: Ich glaube, dass Sprache eben nicht das einzige ist, was es gibt. Und wenn da dauernd ein Bild ist, auf dem eine Frau in einem Kranhäuschen sitzt und da "Kranführer" druntersteht, dann ist das auch eher so zugeordnet. Heute gibt es aber viel mehr Bilder - und sie zeigen eben oft Geschlechterstereotype.

    Na ja, nimm mal als Beispiel die Amerikaner, die über Ramstein ihre Drohnen steuern.
    Würden wir die "rauswerfen" - ich weiß nicht, wie möglich das wäre - hätten wir bekannte Nachteile wie z.B. eine verschlechterte Beziehung zu den USA, was uns an anderer Stelle empfindlich treffen könnte.

    Das ist mir völlig klar, wenn ich das Video sehe. Es würde natürlich bedeuten, die aktuellen diplomatischen Beziehungen zu den USA in Frage zu stellen. Was meines Erachtens lange mal dran wäre. Ich habe Rezos Forderung genau so verstanden: Nicht alles zu entschuldigen, weil man ja den Status Quo halten muss.

    Vieles ist vermutlich wahr, aber Irgendwie hinterlässt das Video einen schalen Geschmack. Ich fand die Stelle im Video, wo er sagt "ich habe nur eine Minute gegoogelt um herauszufinden dass..." ja doch recht bemerkenswert.

    Ich nicht. Ich hab das als Zuspitzung verstanden, als seine Art von Humor. Dass er in Vorbereitung des Videos stundenlang googeln musste, wird ja deutlich.

    Daneben kann es natürlich doch auch wahr sein: Wenn man weiß, mit welchen Suchworten man findet, was man sucht, dann kann man auch in wenigen Sekunden fündig werden.

    Dem schließe ich mich an. Die Reaktionen sind allesamt herablassend, ausweichen und nicht ernst nehmend. Trotz der Reaktionen der Menschen auf das Video.

    Das hinterlässt bei mir einen Schalen Beigeschmack.

    Geht mir genauso. Es kotzt mich richtig an, dass ich in den Nachrichten und so Rezo rauf und runter höre, sich aber nie mal jemand ernsthaft mit seinen Argumenten und seiner Kritik auseinandersetzt. Das ist für mich keine Demokratie.


    Und auch wenn ich skeptisch bin, ob sich durch Wahlen so viel ändern kann, wie nötig wäre: Wahlen sind aktuell unser stärkstes mir bekanntes Handwerkszeug als Bürger*innen. Daher plädiere ich klar dafür, wählen zu gehen und weder CZU noch SPD zu wählen. Weil bei denen eben klar ist, dass sies nicht rocken.

    Dass ich meine, dass die AfD keine Alternative ist, kann man wahrscheinlich schon erahnen, wenn man mich liest. Aber es gibt ja noch zog andere Parteien, die einen Versuch wert wären.

    Ich habe das Video auch gesehen (gut, eher beim Stricken gehört) und fand es beeindruckend. Mir ist völlig klar, dass er natürlich manches zuspitzt (für mich markiert er das auch deutlich). Ich habe leider nicht das nötige Wissen um auch nur die Hälfte seiner Aussagen zu überprüfen. Aber wir können das ja zusammen tun. Einige hier haben ja beschrieben, dass er Scheinkorrelationen macht, simplifiziert und Zusammenhänge behauptet, wo keine sind. Ich wüsste das gern genauer. Mögt ihr dafür Beispiele nennen?


    Und die Sache mit der Drogenbeauftragten finde ich auch schwierig. Entweder verweigert sie ein Interview, oder sie gibt eins - aber sich mit "davon weiß ich nichts" aus der Affäre zu ziehen, finde ich enorm unschön. Dass sie das wirklich nicht weiß, glaube ich allerdings nicht. Nur nimmt sie den Typen, der sie interviewt, offenbar nicht ernst genug, um in einen Austausch mit ihm zu gehen. Und das finde ich höchst bedenklich,

    Ich kann mir das gut vorstellen, wie das läuft "Das ist doch kein Kind, das ist doch ein Junge!" Hatten wir hier auch und wurde von mir immer mit "aber ein Junge ist doch ein Kind" kommentiert.

    Siehst und mir wär es lieber, wenn einfach die Kleidung in der entsprechenden Größe gezeigt würde, weil meine Mädels eher die Haie kaufen würden.

    Da fehlte der zweite Satz, nämlich, dass ich es dämlich finde, dass die Einhörner den Mädels und die Haie den Jungs zugeordnet werden, was für beide Geschlechter die Wahlmöglichkeiten unnötig einschränkt. Jedes Kind darf alles lieben - ob Hai oder Einhorn. Wenn man nun im Laden Kinderkleidung sortieren will, könnte man einfach nach Art der Kleidung sortieren (Röcke, weite Shirts, schmale Shirts, Hosen), oder meinetwegen darin auch nach Farben, aber die Sortierung nach Geschlecht macht, so denke ich, nur bei Unterhosen und BHs für Teenies Sinn.

    Genaugenommen fände ich das auch bei Erwachsenenkleidung toll, wenn es da mindestens eine Unisex-Abteilung gäbe. Da wären dann weite Shirts und Pullis, Mützen und Schals, die wirkliche jede*r tragen kann. Und auch bei Schuhen: kleine und große, weite und schmale. Fertig. Dann dürfte ich einfach in die weite Schuhe Abteilung schlenzen und hätte vielleicht auch nicht so arge Probleme, weite Schuhe in Gr. 38 zu finden.

    Ich habe auch kein Problem, wenn mir im Geschäft die Ecke mit der mädchenkleidung gezeigt wird. Meine wollen das, die verweigern alles andere. Ich hätte ein Problem, wenn man mich umleiten oder abhalten wollte, ihnen etwas aus der jungsecke zu kaufen. Und eine gewisse Sortierung finde ich nicht schlecht - das muss nicht junge-mädchen sein. Aber die ganzen blauen Sachen mit haien drauf möchte ich nicht auch noch durchforsten müssen, wenn wir einkaufen gehen.

    Siehst und mir wär es lieber, wenn einfach die Kleidung in der entsprechenden Größe gezeigt würde, weil meine Mädels eher die Haie kaufen würden.

    Ja klar. Aber dann bleiben meine anderen Hobbys auf der Strecke und mir geht es ja gerade darum, diese mehr zu pflegen. Meine Arbeit leidet nicht wirklich darunter, dass ich in kurzen Pausen im Forum surfe.

    Ich finde das auch ganz klar Genderkacke, aber in dem Sinne, dass sie benutzt wird, um zu versuchen, festzunageln, wer eine Frau ist und wer nicht. Im Alltag gibt es eben viel mehr als eindeutige Frauen und eindeutige Männer und sie ist offenbar eine Person, die sich als Frau versteht, der das aber nur eingeschränkt zugestanden wird, weil sie eine der vielen Personen ist, die genetisch nicht eindeutig zuordnenbar ist. Wer sich mit gendernonbinären oder Transthemen beschäftigt, wird darauf stoßen, dass die Athletin damit leider nicht allein ist. Ob jemand eine Frau ist oder nicht, lässt sich eben weder genetisch noch durch einen Hormonstatus eindeutig festlegen. Andersrum gibt es ja auch Menschen, die biologisch eindeutig weiblich scheinen, es aber trotzdem nicht sind. Da die Sportwelt aber nunmal streng nach Männern und Frauen geteilt ist, sind solche Menschen ein "Problem" das man medikalisieren oder ausschließen muss. Und das finde ich in höchstem Maße diskriminierend. Wie ja auch schon mehrere hier schrieben: Jemand, der sehr groß ist oder andere Vorteile hat, wird ja auch nicht ausgeschlossen oder operativ auf das Normalmaß zurecht gestutzt. Warum sollte das im hormonellen Bereich anders sein?


    Und es passt zwar nicht ganz zum Thema, ich habe mich angeregt dadurch gefragt, ob Transmenschen vom Profisport ausgeschlossen sind. Wahrscheinlich ja, oder?