Beiträge von tulan

Liebe interessierte Neu-Rabeneltern,

wenn Ihr Euch für das Forum registrieren möchtet, schickt uns bitte eine Mail an kontakt@rabeneltern.org mit eurem Wunschnickname.
Auch bei Fragen erreicht ihr uns unter der obigen Mail-Adresse.

Herzliche Grüße
das Team von Rabeneltern.org
    Zitat


    Wenn es um die Musik geht, kann ich ja zu ihm sagen: Das wurde doch dir erklärt, ich muss Kaffee kochen 🤷🏻‍♀️ und ein Augenzwinkern hinterher.


    Warum es nicht einfach offen mit ihm besprechen?

    ach komm - aber wer hätte denn was davon, wenn Du die freundlichen Vermieter jetzt "belehrt" hättest?

    Man muss ja nicht belehren. Aber wenn der Mann sagt "Das Technische erklären Sie mal lieber meiner Frau, ich übernehme die Geschirrspülmaschine, das ist eher mein Feld" ist eine kleine Irritation da und die Stimmung nicht gleich schlecht.

    Aber "Damen" ist in meinem Sprachgebrauch und dem meiner Kinder ganz selbstverständlich die Bezeichnung für unbekannte erwachsene Frauen (genauso wie "Herren" für unbekannte männliche Erwachsene). Ich sage z. B. zu meinen Kindern: "Lasst die Dame mal vorbei" und empfinde das eigentlich als die einzig mögliche respektvolle Bezeichnung von Leuten, über die ich in ihrer Hörweite spreche ("Frau" geht notfalls auch, gebe ich zu). Entsprechend bin ich auch überhaupt nicht irritiert, wenn mich jemand als Dame bezeichnet...

    Für mich ist eine Dame eine vornehme Frau. Da ich nicht vornehm bin, fühle ich mich damit nicht gemeint. Bei Frau fällt es mir auch leichter, Frau* zu denken, bei Dame bekomme ich das nicht hin. Insofern käme ich nie auf die Idee, fremde Frauen als Damen zu bezeichnen.

    Darf ich nochmal nachhaken, warum ist der Ausdruck „Mädels“ so schlimm?

    Und bei Mädels kommt es bei mir drauf an, wer es sagt. Für weiblich gelesene Personen unter 16 kann das jede:r sagen, für ältere nur als Selbstbezeichnung. Alles andere finde ich tendenziell kleinmachend. Da gibt es Ausnahmen, wo die Augenhöhe anders klar wird, aber prinzipiell mag ich erwachsene Personen nicht als Kinder benennen. Also weder Jungs noch Mädels. Es sei denn, ich frotzele - dann spiele ich mit der enthaltenen Entwertung.

    Ich frage mich ja tatsächlich was dahinter steckt. Vielleicht kannst du ihn das in einer ruhigen Minute mal fragen. Was er eigentlich damit verbindet, was du trägst. Ist ja schon ein Unterschied, ob er mit dir angeben will, sich sonst fremdschämt, weil das "so gehört", bestimmen will, sich sonst nicht geliebt fühlt oder whatever.

    Magorma: ich finde nichtmal das Anliegen legitim. Wenn ich weiß, eine Person trägt nicht gern Röcke, wieso sollte ich der Person dann vorschlagen, einen Rock zu tragen? Ich kann mir festlich wünschen. Aber Rock? Und bei Babys finde ich Festkleidung schlicht unsinnig.


    Und Zur Kitaarbeit würd ich einfach hingehen. Ich steh hier auch oft zwischen den Männern auf der Baustelle und die schicken mich dann auch nicht weg.

    Naja, irgendwie denke ich die ganze Zeit "Frauenbrüste sind geschlechtsmerkmale" oder gar - teile.

    Nein. Brüste sind sekundäre Geschlechtsmerkmale. Primäre sind die Geschlechtsteile. Sekundäre sind Brüste und Bärte, wobei man streiten könnte, ob Männerbrüste da auch dazugehören. Bärte werden in keiner mir bekannten Kultur verdeckt, sondern völlig öffentlich getragen (oder entfernt). Auch das spricht also dafür, dass Frauen da barbusig rumlaufen dürfen - so wie Männer es barbärtig dürfen.

    Nochmal: Warum erregt es die Öffentlichkeit bei einer Frau? Und ist diese Begründung universell betrachtet(!) stichhaltig?


    Das ist die Kernfrage.

    Mich erregt es auf jeden Fall nicht.

    Weil die Frau dem Manne gehört(e) und dieser natürlich das Recht an dieser erhalten wollte/( will siehe Incels). Da Männer bis Mitte/Ende des 20.Jahrhunderts Hauptformer der Gesetze und Normen waren (und dies in Umbrüchen immer wieder schnell an sich gezogen haben 68er, franz. Revoulotion) ist der Umgang der Frau mit ihrem Körper weiterhin reglementiert.

    Und das halte ich historisch für eine sehr glaubwürdige Begründung.


    Dass ich inzwischen angestarrt werde, wenn während des Umziehens kurz meine Brüste oder der Po entblößt ist, fällt mir aber auch immer mehr auf. Das war doch jahrzehntelang normal, wieso soll ich mich da plötzlich verrenken? Und gleichzeitig ist gerade Bademode modern, die mehr zeigt als verdeckt. Sehr merkwürdig.

    Ich finde das ein ganz gutes Beispiel dafür, dass unsere Kinder oft andere Dinge brauchen, als wir uns vorstellen. Dann ist es manchmal schwer, von den eigenen Bildern loszulassen und das Kind in den Bedürfnissen anzunehmen, die es hat. Insofern plädiere ich ganz klar dafür, deinem Kind den Raum zu lassen, den es so deutlich einfordert. Für deine Trauer darüber kannst du vielleicht einen anderen Raum finden?

    Filme und Bücher über Dystopien verkaufen sich halt besser, als solche über Utopien. Gleichzeitig forciert das natürlich ein Denken in Dystopischen Bahnen und hemmt die Vorstellung von funktionierenden Utopien.

    Keine Ahnung. Vielleicht gelingt es mir ja irgendwann mal, eine wirkliche Utopie zu beschreiben. Es ist halt saumäßig schwer. Kennst du welche?

    Letzte Woche wurde er am Sportplatz von einem anderen Buben um seine Handy Nummer gefragt, als er ihm sagte, dass er sie haben kann, er aber ein Bub sei, rannte der Bursche schreiend davon. Das war ihm dann doch zu steil.

    Uh. das ist mir auch zu steil. Auf so vielen Ebenen!

    Ich hatte mir jetzt nicht vorgestellt, Alte und Kranke umzubringen. Aber ich stelle mir eine Gesellschaft vor, in die auch Personen sich einbringen können, wenn sie keine 40-Stundenwoche schaffen. Es ist ja totale Ressourcenverschwendung, diese Leute in Rente zu schieben.

    Ich habe keinen ausreichenden Überblick über die Gesellschaften, die es derzeit auf der Erde gibt. Ich habe mich immer mal wieder mit Utopien beschäftigt, versuche ja auch seit Jahren, eine zu schreiben. Dystopische Zukünfte sind viel leichter, trotzdem gibt es in meinen SciFi-Welten auch immer mal utopische Anklänge. Was davon wie umsetzbar wäre, ist eine andere Frage, dazu bräuchte es wohl gesellschaftswissenschaftliche Ansätze, die mir nicht verfügbar sind.

    Ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, wie so eine Gesellschaft aussehen/handeln würde. Was wäre anders als jetzt? also klar, es müsste einiges anders sein aber was und vor allem wie?


    Kennst ihr den Film "Hüter der Erinnerung – The Giver". Wäre das so eine gesellschaft ohne Ausbeutung von Frauen?

    Den Film kenne ich nicht. Aber was wäre anders? Zuallererst gäbe es mehr Wertschätzung für Tätigkeiten, die der Gesellschaft als Ganzes dienen. Es ginge also nicht um Wertschöpfung im jetzigen Sinne, sondern um die Frage, was der Gemeinschaft dient. Solche Gesellschaften gab und gibt es ja durchaus und das führt zu weniger Indivdualismus und mehr Einschränkungen für Einzelne an vielen Stellen. Andererseits auch zu mehr Freiheiten an anderen.

    Eine Gesellschaft ohne Ausbeutung von Frauen wäre eine Gesellschaft generell ohne Ausbeutung von Menschen, Tieren, der Natur…

    Ja, ich denke dafür müsste mindestens mal der Kapitalismus abgeschafft werden.


    Aber vielleicht mag tulan ja noch sagen, was sie eigentlich meinte.

    Ja, genau das. Wenn es ein gesellschaftlicher Wert wäre, die eigenen Lebensgrundlagen zu pflegen und zu erhalten, dann ginge das auf der Grundlage des Kapitalismus nicht. Ich glaube, dass das Geld- und Besitzsystem dazu ein ganz wichtiger Hebel ist. Meiner Meinung nach dürfte niemand Land besitzen. Und auch keine größeren Mengen an Geld. Von der Warte der Zukunftstauglichkeit her, ist es sinnlos, dass man etwas, was alle brauchen, wie Land oder Luft oder Wasser oder Essen besitzen kann. Es müsste Nutzungsrechte geben und Fürsorgepflichten. Diese wären gesellschaftlich organisiert.

    Es wäre auch klar, dass die Frage, wer Kinder bekommt und pflegt, wer sich um Kranke und Alte kümmert, eine gesellschaftliche wäre. Man müsste schauen, welche Rahmenbedingungen und Regeln es bräuchte, damit es allen Beteiligten ähnlich gut geht und damit jemand Lust hat, diese Arbeit zu tun. Da niemand ein Auto zum Überleben braucht, wäre dessen Produktion (und auch die von Handys und PCs und wasweißichwas) weniger wert als Carearbeit, denn diese braucht es. Und zwar care für Pflanzen und Tiere und Menschen und die Erde. Es bräuchte einen globalen Blick und einen langfristigen Blick.

    Das Ganze würde wahrscheinlich zu einem geringeren technischen Lebensstandard und einem geringeren Ressourcenverbrauch führen. Wir hätten aber wahrscheinlich im Schnitt mehr Zeit und weniger Anspannung und Sorge.

    Ich trage manchmal Krawatte #ja

    Ich auch. Das Binden schau ich mir immer im Netz an, da gibt es ja verschiedene Knoten.


    Ansonsten könnte ich noch einen Pionierknoten anbieten. #angst:D#kreischen


    Und aus dem Artikel mag ich mal gern zitieren, weil es so wahr ist:


    Der eigentliche Skandal besteht nicht darin, dass Frauen mehr Sorgearbeit leisten als Männer, sondern darin, dass die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse Sorgende in körperliche und psychische Erschöpfungszustände treiben, sie prekarisieren und ihnen ein Leben in Altersarmut in Aussicht stellen.


    Da braucht es mehr als Feminismus, um das zu ändern. Da braucht es eine andere Gesellschaftsform.

    Bei uns käme dann wohl ein blöder Spruch von mir, das Grashalme ja wohl der letzte Schrei seien oder je nach Laune auch direkter, dass ich mir ungefragte Kommentare zu meiner Kleidungswahl und meinen Aussehen verbitte.

    Das ist ähnlich wie bei dem Konflikt, ob man von "gebärenden Menschen" spricht, um die ungefähr 0,03% Transmänner unter den Gebärenden stärker einzubeziehen (was völlig angemessen und sehr präzise sein kann), oder ob man - ggf. pars pro toto - von Frauen (oder meinetwegen Frauen*) spricht. Ich bemühe mich durchaus um inklusive Formulierungen (obwohl ich persönlich in meinem beruflichen und privaten Leben keine einzige Person kenne, von der ich wüsste, dass sie trans oder nicht-binär ist, ebenso wie ich beruflich keine sehreingeschränkte Person kenne und privat nur eine einzige), aber in meinen Augen gibt es sehr wohl Gelegenheiten, in denen es politisch wichtig ist, Frauen sichtbar zu machen oder deutlich zu machen, dass ein Thema in allerallererster Linie Frauen betrifft.

    Ich finde gebärende Menschen super. Ich bin ein Mensch, der geboren hat und keine Frau. Jetzt kannst du dir aussuchen, ob du mich privat kennst oder nicht. ;) Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass ich abwäge, wo ich mich oute und wo nicht. Nur weil niemand das Attribut "nonbinär" vor sich herträgt, heißt das ja nicht, dass in einer Gruppe niemand ist, din sich so definiert. Und so lange mensch als nonbinäre Person so viel Diskriminierung ausgesetzt ist, ist es auch einfach so, dass es wenig safe spaces gibt, um offen als nonbinär aufzutreten.

    In solchen Fällen kann es unter Umständen einen Konflikt geben zwischen den Interessen von nichtbinären Personen, die irgendwie möglichst neutral angesprochen werden möchten, und dem feministischen Interesse, klarzumachen, dass in einer Gruppe verdammte Axt nochmal auch Frauen sind.

    Das sehe ich sofort ein. Daher bin ich auch in der Sprache für den Gender Gap - weil der für mein Dafürhalten zwei Flieg:innen #zwinker mit einer Klapplon schlägt.

    Gebärende Menschen finde ich schrecklich.

    Das reduziert uns schon auf auf unsere Fähigkeit zu gebären. Und was machst du dann mit den Frauen, die keine Kinder bekommen?

    Wieso reduziert das irgendjemanden? Es geht doch hier explizit um Situationen, in denen die Gebährenden angesprochen werden. Geburtshaus, Hebammen usw.

    Ich denke ja dass die allumfassende betrachtung der frauensache eher schadet.

    Das wüsste ich gern genauer. Ich höre das immer mal wieder, aber bislang konnte es mir niemand erklären. Magst du?