Beiträge von tulan

    Ich wunder mich, wieso keine dieser Karrierefrauen einen Mann hat, der ihr Zeit freischaufelt. Ich mein, wenn ich weiß, wie viel für meine Partnerin dran hängt, dann halt ich ihr doch den Rücken frei?

    Eine Kollegin von mir ist mal mit einer angefangen Flasche Wein und Marmelade im Korb auf dem Rücksitz nach Hause gefahren. Dann einem Häschen ausgewichen und dabei im Straßengraben gelandet, wobei sich Wein und Marmelade im Auto verteilten. Als die Polizei kam, den Geruch wahrnahm und die Erzählung vom Häschen hörten, war deren erste Reaktion: "Einmal pusten bitte!"

    Die Warme Mahlzeit auf Abends verschieben hab ich auch grad gedacht. Muss ja nicht für immer sein, kann ja in einigen Monaten wieder ganz anders aussehen.


    Und das mit dem Stillen klingt so, als müsstest du dir da keine Sorgen machen.

    Für mich liest sich das wie zwei verschiedene Problembereiche. Frage 1: Wie kannst du die Mahlzeiten für alle entspannt gestalten? Frage 2: Isst sie genug? Und um dazu was schreiben zu können, wäre mir die Info wichtig, wie oft sie noch gestillt wird. Prinzipiell spricht ja gar nichts dagegen, sie vor den Mahlzeiten zu stillen, damit sie satt ist, ihr am Tisch dann aus der Flasche Hafermilch oder Wasser anzubieten, sie dann etwas von dem, was sie interessiert, essen zu lassen - und dann weiter nach Bedarf zu stillen, wenn sie danach wieder Hunger hat. Dazu könnte mindestens eine Familienmahlzeit vielleicht so gestaltet werden, dass sie entweder beim Papa ist oder schläft, so dass die beiden anderen entspannt essen können. Und ihr bietest du dann eben was an, wenn du und der Sohn nicht mehr hungrig sind, dann geht das mit dem Probieren eh viel entspannter.

    Warum ich das schwierig finde? Eben weil es in einem Tag schwierig ist, differenziert zu sein. Afrika-Projekttage, die ich erlebt habe, waren oft "Trommeln, Elefanten und Ubamba-Lieder" und das fand ich schwierig. So wie auch Ohnezahn es beschreibt. Und weil eben nicht nur meine Tochter mich mit großen Augen fragt "Wie, Afrika ist kein Land?" und es daher mal dran wäre, ein oder zwei Länder rauszupicken und damit gezielter was zu machen. Ich hätte auch Angst, dass solche Aufzählungen wie "Deutschland, Italien und Afrika" fortgeschrieben werden.


    Wir frühstücken uns um die Welt, oder wir kochen Gerichte der Welt, finde ich nochmal sehr anders, weil da gezielt ein Aspekt (Küche) herausgegriffen wird. Aber dann müsste man sich auch die Mühe machen, klarzumachen, dass in Ghana Fufu, in Eritrea Injerra und in Südafrika Biltong gegessen wird. Afrikas Küchen sind sehr verschieden und so wie in Europa auch haben schon Nachbarländer sehr verschiedene Gerichte.

    Bin ich die Einzige, die schon die Idee eines Afrika-Projekttages an sich rassismusverdächtig findet? Ich mein, ein Tag über einen ganzen Kontinent - was soll dabei rauskommen? Ich kann mir ebenso schwer einen Amerika- oder Europa-Projekttag vorstellen, wage aber zu behaupten, dass niemand auf diese Idee käme.

    Das ist definitiv eine Herangehensweise...allerdings habe ich da so meine Probleme, ich finde es bereits problematisch bet. Leuten in einer Talkshow ein Forum zu geben. Ich erinnere noch recht genau einen der ersten Talkshowauftritte von Höcke bei Jauch und mein Entsetzen das ihn niemand des Raumes verwies, nachdem er erst die Deutschlandflagge auspackte und sich dann absolut geschichtsrelativierend äusserte...ich war und bin der Meinung, dass es ein eklatanter Fehler war solchen Leuten ein öffentliches Forum zu bieten

    Das glaube ich durchaus auch. Ich würde als Talkshowmoderatorin da auch immer wieder moderierend eingreifen und denjenigen, wenn er sich nicht beherrschen kann, rauswerfen. Aber zur Begrüßung bekommt er trotzdem erstmal meine Hand.

    Du gibst jedem die Hand der dich danach fragt? Und findest das gesund?

    Ich nicht. Also weder würde ich einem Nazi die Hand geben noch finde ich es OK, das zu tun.

    Natürlich gebe ich jedem die Hand. Zumindest im beruflichen Kontext. Privat ist das noch einmal eine andere Sache, aber beruflich in einer Talkshow aufzutreten, ist einfach was anderes. Und da finde ich es nicht okay, jemandem eine angemessene Begrüßung zu verweigern - egal ob es ist, weil der/diejenige eine andere Meinung hat oder weil sie Muslima ist oder was auch immer. Ich respektiere erst einmal jede/n - was aber natürlich nicht heißt, dass ich alle Meinungen unwidersprochen stehenlasse.

    Annie, ich hab mir das Video auch mal angesehen. Ich finde es erstaunlich, wie der Typ redet, ohne auch nur eine Position der AfD, der er zustimmt, klar zu benennen. Und das Bild, dass, wenn alle nach links gehen, ja mal jemand nach rechts gehen müsste, finde ich einfach nur peinlich. Ich kann mich in den 30 Jahren BRD, die ich nun kenne, an keinen allgemeinen Linksruck erinnern.

    Das Einzige, worin ich ihm zustimme, ist, dass die Alternativen zur Alternative entweder unbekannt sind oder keine gute Politik machen. Und dass ich es keinen guten Stil finde, wenn man sich weigert, jemandem die Hand zu schütteln. Auch ich wär eher dafür, Leuten inhaltlich zu begegnen, statt mit Schlagwörtern. In seinem Beitrag wirkt das so, als würden nur andere Politiker*innen auf die AfD mit Schlagworten reagieren, das stimmt ja nicht. Zumindest kann ich den AfD-Politiker*innen keine Schlagwortarmut attestieren. Das ist also allgemein etwas, was ich mir anders wünschen würde in der Politik: Das da differenzierter gesprochen wird auch für das "gemeine Volk".

    Das Malbuch ist sowas von geschmacklos - einfach nur provokant.


    Zum Thema Holocaust: Ich weiß nicht. Da ich ja Leute kenne, die auch Führungen für Schulklassen machen, diskutiere ich da immer mal wieder drüber. Ob das Sinn macht, verpflichtend Jugendliche da hinzuschicken, die null Interesse haben und null Vorbildung. Ich weiß es nicht genau. Ich erinnere mich noch gut an meinen Besuch mit der Schulklasse, in denen einige meiner bekennend rechten Schulkameraden während des gezeigten Films demonstrativ ihre Schulbrote rausholten und aßen. Erreicht worden sind die sicher nicht - sie haben mich ausgelacht, weil ich so berührt war.

    Jetzt im April kommen ja wieder die Jahrestage der Befreiung und so langsam wird es eng mit Zeitzeugen. Wenn meine Tochter noch Überlebende kennenlernen soll, dann muss sie das jetzt tun. Sie ist 12 und ich habe damit begonnen, sie darauf vorzubereiten, mitzukommen. Mir ist wichtig, dass sie auch nein sagen kann, dann fahre ich ohne sie zur Gedenkveranstaltung, aber ich will sie schon deutlich einladen. Aber ich allein kann das ja auch gut vor- und nachbereiten und die Überlebenden erzählen wohl auch keine Details. Mit einer ganzen Klasse ist das schon deutlich schwerer denke ich. Aber das Thema auszusparen, ist auch keine Lösung.

    Naja, das Schwierige ist, dass das Thema ja auch belastend ist. Potentiell traumatisierend. Und je nach Feinfühligkeit des Kindes ist es schon schwer, dass per Gießkanne an eine ganze Klasse auszuschütten, in der ein Kind ist.

    Bei uns ist das Thema privat immer mal wieder da, schon allein dadurch, dass eine meiner besten Freundinnen in einer einschlägigen Gedenkstätte arbeitet.

    Also meine Eltern weigern sich auch, Schaum- oder Schokokuss zu sagen. Die nennen auch Schwarze noch N***. Mit Überforderung hat das sicher nichts zu tun, eher damit dass sie auf dem Privileg beharren, die Dinge so zu benennen wie sie wollen. Und in meinem Arbeitsumfeld kommen wir ja nicht so oft auf solche Themen - trotzdem fällt mir auf, wie viele trotzig an den überkommenen Sprachregelungen festhalten.