Beiträge von Mitzl

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    Meine Kleingroße wird groß ;(


    Heute morgen am Frühstückstisch sagte sie mit einem Ausdruck tiefster Traurigkeit:
    "Mama, ich lieb gar nicht mehr rosa und pink. Ich bin einfach schon zu alt dafür."
    "Bist Du traurig deswegen?"
    "Jahaa."
    "Dann kannst Du es doch einfach weiter lieben und trotzdem groß werden."
    Tochter, den Trähnen nahe:
    "Aber ich finde meine Liebdose nicht mehr. Ich muss sie hier irgendwo verloren haben."

    Wir schauen zusammen eine Dokumentation über Botswana. Großkind (5) fragt nach einer Weile:
    "Mama, warum sind die gar nicht hautfarbig?"
    "Je weiter im Süden die Menschen wohnen, desto stärker scheint die Sonne, deswegen setzen sich die dunkleren Hautfarben durch."
    Nach einer Weile:
    "Mama, ist der Matthias (Freund von mir) auch ganz dunkel?"
    "Nein, der ist doch blond, wieso?"
    "Na, weil er doch im Süden wohnt."


    Ich habe ihr dann erklärt, dass es wenig Unterschied macht, ob man in München-Schwabing oder München-Thalkirchen wohnt. :D


    Nachklapp: Wir schauen weiter den Dokumentarfilm. Irgendwann fragt Großkind:
    "Mama, wenn die Schwalben in den Süden fliegen, fliegen die dann in den Süden vom Matthias oder in den Süden aus dem Fernsehen?"

    Also in unserem Bioladen gibt es Bier #pfeif


    Der nächste Kindermund ist einer für Insider, die "Eine Möhre für Zwei" kennen:


    Kleine (3) steht nachdenklich vor der Gästetoilette und ruft: "Aufwachen Günni! Aufwachen!"

    Ich bin für lesen lassen, aus meiner eigenen guten Erfahrung. Meine Großeltern und Eltern hatten eine Riesenbibliothek. Ich habe schon im Grundschulalter Gustaf Freytag in Fraktur gelesen, nicht alles kapiert, nicht alles bis zum Ende gelesen, was mich verstört hatte, wieder weggelegt, einfach, weil genug Auswahl da war. Dazu auch noch ein riesiges Angebot an Ponybüchern und so einem Kinderkram. Wenn ich etwas Verstörendes las, kam das zu meiner Lebenserfahrung dazu, aber das war nicht schlimm für mich, es schlug ein, rührte mich an, vielleicht veränderte es, wie mein Gehirn wuchs, aber ich bin heute ganz zufrieden mit mir und meinem Lesehirn. Im Grunde habe ich regelmäßig etwas gelesen, das mich überforderte. Das bringt aber die Gehirnentwicklung unheimlich in Schwung. Ab der 5. Klasse hatte ich ungehinderten Zugang zu einer Stadtteilbibliothek und las mich einmal von vorn bis hinten durch, meistens Kinderbücher, Asterix, aber auch viele Ratgeber, Biographien, Grenzwissenschaften (die ich heute als einen rechten Schmarrn sehe, aber wenigstens habe ich mich informiert). Relativ früh kamen die Wallace-Krimis und die schönen Hardboiled-Bücher wie Chandler und Hammet dazu. Hach ja. Ich bereue kein Buch, das ich als Kind gelesen habe. Das einzige, was ich wegräume, ist der große Lehrband über Todesermittlung und Rechtsmedizin, der macht sogar mich noch queasy wegen der Fotos, aber der liegt deswegen schon oben außer Reichweite.


    Ob unsere Kinder noch Asterix lesen? :S

    Großelternzeit. Ha ha. Ich sehe schon den Opa, der im Beruf pausiert um seine Enkel zu schuckeln. Hier geht es doch bloß um die Großmütter. Ein Instrument, um Frauen gleich zweimal aus dem Berufsleben zu kicken. Und Arbeitgeber hätten jetzt auch noch eine Ausrede, qualifizierte Frauen zu benachteiligen, wenn sie das gebärfähige Alter schon hinter sich haben. Von einer unbezahlten "Großmütterzeit" profitieren außerdem nur die Gutverdiener, da die Paare, die auf zwei Gehälter angewiesen sind, keine Auszeit finanzieren können. Die Geringverdiener bleiben auf der Strecke.


    Eine zutiefst frauenfeindliche und spaltende Politik.

    Leider tappe ich völlig im Dunkeln. :S Ich hätte so gern einmal eine richtige Diagnose, etwas Griffiges, das man gezielt behandeln kann. Jedes Mal, wenn ich denke, man könnte es eingrenzen, verschieben sich die Probleme wieder. Beim SPZ würde die Kleine mal richtig diagnostisch durchgenudelt und verschiedenen Heilpädagogen, Therapeuten und auch einem Logopäden gezeigt. Eine Freundin von mir war mit ihrem schwerhörigen Kind da und war begeistert. Sie bekommt von der Logopädie "Heidelberger Elterntraining", d.h. die Eltern werden für die Alltagsförderung gecoacht.


    Die Ergotherapie kommt mir wie ein Schuss in den Nebel vor, der Arzt hat gerade mal ein Bilderbuch mit dem Kind gelesen und ihr irgendeine Anweisung in Punkto Bauklötzchen gegeben, auf die sie keine Lust hatte. Das war seine ganze Diagnostik. Vielleicht ist das Ergo gut, vielleicht ist es für sie sinnlos, weil ihre Probleme woanders liegen, keine Ahnung. Abwarten werde ich die 10 Stunden erst einmal.

    Bei uns im Viertel wurde eine Fliegerbombe gesprengt und ich habe der Großen erklärt, wie das war mit dem Krieg und den Bomben. Die Kleine (3) muss zugehört haben, denn seitdem zeigt sie jeden Tag mit dem Finger in Richtung Terrassentür und ruft:
    "KRRRIEG!"

    Hanna, ich war schon vor so kurzer Zeit eben wegen der Entwicklungsverzögerung bei diesem Arzt. Die Ergotherapeutin meinte nach der Anamnese, ich solle das Kind doch mal beim SPZ vorstellen und hat den Ball an ihn zurückgespielt. Die Therapie hat noch gar nicht richtig angefangen. Warum soll er sie jetzt noch mal innerhalb kürzester Zeit wegen des gleichen Problems sehen?
    Nein, schwindeln würde ich auch nicht, das fände ich blöd. Ich will das schon Auge zu Auge erledigen, das war eher witzig gemeint. Aber ja, eine Überweisung an der Theke hätte es hier getan.
    Ich habe halt Angst, zu viel Zeit zu verlieren. Die ganze zauberhafte Kindergartenzeit kann ihr dadurch vergällt sein, wenn ihre Lebensqualität durch ihre Einschränkungen gemindert ist.

    Chindsmagd, ich gehe da auch vom Leidensdruck aus und der ist bei meiner Tochter schon da. Sie ist oft frustriert und hat große Schwierigkeiten, etwas zu äußern. Da sie schon interessiert an anderen Kindern ist, weiß sie sich nicht anders zu helfen als zu schubsen und das kommt natürlich auch nicht so gut an. Zur Zeit übt sie ganze Sätze, die auch sehr deutlich herauskommen, aber halt leise und laaaaangsam. Wenn sie nicht will oder sich die Antwort nicht zutraut, reagiert sie nicht auf Ansprache, und wenn sie reagiert braucht man echt Geduld und muss sich mit dem Ohr zu ihrem Gesicht hocken, bis sie den Satz fertig hat. Die Geduld haben nicht alle.
    Sie wurde Anfang Mai 3 und ist erst zwei Wochen im Kindergarten, davor war sie in einer extrem dämlichen Krippe.

    Vielen Dank fürs Verschieben und vielen Dank für Eure Antworten! :)
    Lara, das war eigentlich mein Plan, aber der ging dummerweise nicht auf. #weissnicht
    Chindsmagd, die Kleine ist im Vergleich zu Gleichaltrigen schon auffällig, das sieht man gerade im Vergleich zu den anderen Eingewöhnungskindern.


    Wobei ich diese Kindergartenwoche richtig stolz auf sie war, sie tut sich zwar schwer, ist aber fröhlich und angstfrei und als eine für sie völlig fremde Erzieherin sie fragte, was sie machen wolle, sagte sie, undendlich leise und unendlich langsam und mit ihrer seltsam tonlosen Schublade-auf-Schublade-zu-Stimme: "Ich will Pilze spielen".
    Und heute mittag verlangte sie angeblich nach "noch mehr Nudeln" (meine große Tochter spioniert für mich). Die Erzieherinnen im Kindergarten sind total vernünftig und bodenständig, nicht solche Psychos wie in der Krippe.
    Pädaudiologische Tests wurden schon gemacht, da war alles unauffällig.
    Über Ergo kann ich noch nicht viel sagen, wir waren erst zwei Mal da. Beim ersten Mal sollte sie Formen in Säckchen erfühlen und hat halt die Säckchen aufgemacht und die Sachen rausgetan. :D Ich sollte dazu sagen, dass sie eine Anarchistin ist.


    Das Thema Überweisung ist jetzt (noch mal) vertagt, weil ich erst das Ergorezept zu Ende machen will. Danach mache ich einen neuen Termin beim Kinderarzt und mein Mann soll auch mal mitgehen. Sollte der Durchbruch dann noch nicht da sein, werden wir mit dem Wunsch nach einer zweiten Meinung argumentieren.


    Einen anderen Kinderarzt gibt es leider nicht, die sind alle so ausgebucht und der ist schon der beste #weissnicht

    Hups, ich hatte das in "Kleine und große Kinder" im geschützten Bereich angelegt, wie ist das Thema jetzt in "Tragen" gehüpft? Hier wird keiner mehr getragen, die sollen laufen. Könnte mir jemand bittebitte den Thread verschieben? #flehan

    Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie genervt ich bin #sauer Mein Kinderarzt zickt herum, uns eine Überweisung zum SPZ auszustellen, allein aus verletzter Eitelkeit. Ich weiß jetzt nicht, wo ich diese blöde Überweisung herkriegen soll.
    Wir sind seid ungefähr einem Jahr dran, den Problemen meiner Kleineren (3) auf den Grund zu gehen. Sie spricht wenig, "hört" schlecht, kann schlecht mehrere Handlungen im Voraus planen und wirkt allgemein eher wie eine 2-jährige. Sie hat einen hohen Leidensdruck, null Selbstvertrauen und viele Wutanfälle. Für einen ganzen Satz braucht sie Ewigkeiten. Aber unser Kinderarzt bremst uns aus, wo es nur geht.


    Beim ersten Termin sagte er nur: Abwarten. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Daraufhin machten wir initiativ einen Termin beim HNO aus uns ließen uns eine Überweisung von der Sprechstundenhilfe ausstellen.
    Diagnose: Gehör super, Sprachstand glatt durchgefallen.
    Zweiter Termin beim Kinderarzt. Hatte Arztbericht nicht mal gelesen. Sagte auf meinen Bericht, dass sie sprachverzögert sei: "Und was ist Ihr Problem damit?" Dann las er ein Bilderbuch mit ihr und stellte fest, dass sie tatsächlich schlecht spricht.
    Dagnose: "Unspezifische Entwicklungsstörung". Rezept Ergotherapie.
    Als ich anmerkte, dass sie eher Logopädie und SPZ bräuchte, meinte er, das sei noch zu früh. Sie kommt aber dieses Jahr schon in den Kindergarten!
    Wir machen brav Ergotherapie in der ihre Motorik und Konzentrationsfähigkeit gefördert wird, die beiden Bereiche, in denen sie nun wirklich null Probleme hat.
    Jetzt, wo ich endlich eine Überweisung zum SPZ wollte, damit der Sache mal auf den Grund gegangen wird, zickt die Praxis. Ich soll noch einmal einen Termin beim Herrn Doktor machen und mich rechtfertigen, warum ich zum SPZ will. Wo er doch das alles in der Praxis hat. Ja toll. Als ich der Sprechstundenhilfe sagte, dass wir genau wegen dem Problem schon beim Herrn Doktor waren und ich damals schon vergeblich um eine Überweisung bat, sagte sie nur: "Oh. Also, wann könnten sie nächste Woche vorbeikommen?"


    Ich mag mich nicht mehr rechtfertigen. Ich will endlich mit der Kleinen an die Klinik, wo ihr hoffentlich endlich geholfen wird. Wer gibt mir jetzt eine Überweisung? Bestimmt nicht der Kinderarzt, von dem ich mich dann noch dumm anreden lassen darf. #hammer

    Bei uns hat sich, durchs Kikaninchen befeuert, ein neues Wort eingeschlichen. Kleintochter nennt Weintrauben, die schon bötsch sind und sich eindrücken lassen: "Schildkröte".
    Heute nahm ich ihr eine aus der Hand mit den Worten: "Nimm eine Neue, die da ist schon schildkröte."

    Meine Töchter durften bei den Großeltern, bei denen kräftig Mundart gesprochen wird, jeden Tag Sendung mit der Maus schauen. Als wir uns nach dem Urlaub die Missgeschicke der Maus auf dem Computer anschauen, sagt meine Große (5):


    "Etz sogt's glei, etz leckt's mi olle am Oarsch."


    Als auf dem Rückweg Rosenstolz im Radio läuft, trällert sie:


    "Gib mir die Saaahne!"

    Liebe Mandelbaum, ich bin in Ingolstadt aufgewachsen, wohne aber seit längerem nicht mehr dort.


    Ingolstadt ist eine Großstadt mit allem drum und dran, also wird es wenig Kulturschock für Euch werden.
    Wohnen: Entweder wirklich in der Altstadt mit vielen schönen mittelalterlichen Gässchen und Kneipen, oder im Süden von Ingolstadt. Das ist die schöne, grüne Seite, wo es schnell bäuerlich wird. Die Altstadt ist wunderschön, es gibt dort ein Münster, und die Hohe Schule, eine der ältesten Universitäten Bayerns, das mittelalterliche Kreuztor - ach, ich schwärme schon wieder. Um die Altstadt herum liegt ein Grüngürtel mit klassizistischen Festungsanlagen, in denen man gut spazieren gehen kann, ein kleiner Biergarten ist darin, ein Hallenbad, Spielplätze und jenseits der Donau das ehemalige Landesgartenschaugelände.


    Verkehr: Es ist mit der Bahn gut zu erreichen, aber es ist wegen Audi eine Autostadt, verlasst Euch lieber nicht aufs Busnetz. Deshalb würde ich Euch empfehlen, nicht zu weit rauszuziehen. Ihr werdet immer das Auto brauchen.


    Ausgehen: Dollstraße, Münster, Kreuztor. In der Dollstraße ist momentan angeblich am meisten los.


    Freizeit: Es gibt ein Spaßbad und diverse Kiesbaggerseen, die oft sehr idyllisch liegen, man muss herumfahren und entdecken, oft waren wir damals die ersten, die in einen neuen See sprangen. Außerhalb von Ingolstadt wird es recht schnell grün und bäuerlich. Leider herrscht ein großer Baudruck, vieles, was vorher noch Acker war, ist jetzt von gräßlichen gesichtslosen Neubausiedlungen mit Mehrspännern zugepflastert. Das Kulturangebot ist toll, es gibt ein rennomiertes Stadttheater, die Jazztage, die Bluestage und viele Konzerte auch für die Jugend.


    Kinder: Konkrete Tipps kann ich Dir nicht geben, weil ich nur noch zu Besuch komme. Bei Schulen und Kindergärten würde ich mich halt nach dem Wohnort richten, damit die Kinder bald Freunde in der neuen Umgebung haben. Ingolstadt ist eine Großstadt mit allem Drum und Dran, da gibt es das übliche Programm wie in anderen Städten auch. Das Spaßbad fällt mir ein und dann diverse Ausflugsziele, z.B. Schrobenhausen, das Hopfenmuseum. Wunderschönauch für Kinder ist das Kelten- und Römermuseum in Manching. Meine Kinder lieben die Volksfeste, weil die nicht so überlaufen sind und den Oberstimmer Barthelmarkt.


    So, das war's mit der Werbetrommel :D

    Kinder essen Würstchen, Töchterchen (4) will Nachschlag.
    Mutter: "Die schmecken Dir ja richtig gut. Sollen wir die wieder kaufen?"
    Kind überlegt lange, bevor es antwortet: "Nein, sollen wir nicht mehr kaufen. Das hat meine Denkabteilung gesagt."
    Mutter: "Warum hat Deine Denkabteilung das gesagt?"
    Kind: "Weil, nächste Woche, da müssen die das machen, und das, und abends auch noch, und da haben die gesagt, da haben die keine Zeit zum Einkaufen, sagt die Denkabteilung."