Beiträge von die.lumme

    Jepp, der alltägliche Wahnsinn...

    Für Kinder unter 12 Jahren sind die schon genannten 75mg-Paracetamol-Zäpfchen, die Säuglingsnasentropfen, bestimmte Asthmamedikamente, bestimmte ADHS-Medikamente (Abhängig z.T. von der Packungsgröße #blink) und Ibu-Schmelztabletten relevant. Sicher gibt es noch ein paar andere Medis über dem Festbetrag, bei denen Mehrkosten anfallen.

    Die goldenen 1980er Jahre sind in den Apotheken lange vorbei, auch 50ct. können wir nicht mehr verschenken...


    Und mit den Pauschalen diogenes und zitrulle , das ist echt ein Elend!

    Ein Pumpenkind von uns hat extra die Kasse gewechselt, um eine kontinuierliche Blutzuckermessung zu bekommen - nur leider haben die Eltern nicht bedacht, dass die neue Kasse das Pumpenzubehör auch nur auf Pauschale abgibt. Da müssen wir jedes Jahr wieder mit spitzem Bleistift durchrechnen, damit wir es zumindest als Nuller durchschleusen können und das Kind irgendwie ausreichend versorgt ist.


    Für die Alten ist es auch hart: einige Kassen zahlen für Inko-Material nur 16€ im Monat. Und da sollen dann sämtliche Ausscheidungen eines Monats reinpassen.... das kann nicht funktionieren.

    Rezepte faxen ist tatsächlich nicht zulässig, weil man darin eine Zuweisung an bestimmte Leistungserbringer sieht.

    Hier auf dem Lande ist es aber ohne gar nicht möglich, man denke nur an die Krankenhausentlassungen am Freitagnachmittag... oder die weiten Wege (20-50km zu Fachärzten sind normal), dazu die Vorgaben der ollen Lieferverträge und die Schwierigkeiten mit den Lieferengpässen...

    ... das Originalrezept muss aber trotzdem noch in die Apotheke... wie kommt es da hin?

    Wir sammeln (auf Kundenwunsch) die Rezepte bei den ortsansässigen Ärzten ein, aber unsere Kunden haben auch viele auswärtige Ärzte... und häufig sind die Rezepte falsch ausgestellt, so dass die Praxis korrigieren muss... richtig nett wird es, wenn solche Praxen sich dann wegen des Portos weigern, das korrigierte Rezept per Post raus zu schicken.

    Das kannste doch nicht machen?!


    Ich wünsche mir von Herzen, dass Du in fünf oder zehn Jahren hier mal wieder vorbei schauen magst und dann lauter schöne Dinge zu berichten hast. Einen Ex der sich anständig und wertschätzend verhält, einen L. der souverän seinen Weg macht, und vor allem: eine selbstbewusste glückliche flughexe, die keinerlei finanzielle Engpässe mehr zu bewältigen hat.


    So.

    Nein, ich weiß nix genaueres, kann auch nicht nachsehen, weil ich Urlaub habe.


    Für das Ersatzmedikament soll die Ärztin ein Rezept ausstellen und die Apotheke eine Genehmigung bei der KK beantragen. Wir machen das so, dass wir uns so lange durch die KK telefonieren, bis wir den zuständigen Schreibtisch erreicht haben, erläutern mündlich die Sachlage und faxen den Antrag direkt auf den richtigen Schreibtisch.


    Meist klappt es dann per Einzelentscheidung nach der zweiten oder dritten Intervention.


    PS: auch für einen solchen Aufwand bleiben nur etwa 5€ pro Packung in der Apotheke (unabhängig vom Preis).

    Jufena Phenprogamma ist eines dieser Arzneimittel, bei denen die Umstellung auf einen anderen Hersteller schwierig sein kann (bei dem selben Wirkstoff, wohlgemerkt!).

    Akut wüsste ich nichts über Lieferengpässe bei diesem Arzneimittel, aber da steckt man nicht drin. Kümmere Dich lieber rechtzeitig.


    Unsere Apotheke fragt mehrfach stündlich alle Dauerdefekte bei den Großhandlungen an. Dauerdefekte sind Arzneimittel, die wir eigentlich am Lager haben, die Liste umfasst z.Zt. ca. 250-300 Artikel, die nicht lieferbar sind.

    Auf einer Fortbildung zu allerlei viralen Hautkrankheiten habe ich gehört, dass wir alle, auch schon im frühen Lebensalter, viele HPV-Stämme auf der Haut haben. Problematisch wird es erst, wenn sie durch die sexuelle Aktivität vor den Gebärmuttermund oder andere sensible Stellen verbracht werden.

    Deshalb ja die Impfung so früh.


    Hier lief der Entscheidungsprozess recht einfach „ich halte es für sinnvoll, vertraust Du mir da?“

    „Jo, sag an, was es kann und was es nicht kann, dann passt das“. Aber hier ist die Kompetenz in Gesundheitsdingen auch ganz klar verteilt.

    Und das lässt man den Phamafirmen durchgehen? Also die Politik müsste da doch durchgreifen, oder?

    Ich greife Deinen Kommentar mal heraus...

    Halt Dich fest: das ist politisch so gewollt.

    Die ganze Chose hängt an vielen Faktoren. Die unsäglichen Rabattverträge der Krankenkassen führen dazu, dass es einerseits eine Marktkonzentration gibt (also weniger Hersteller, die in Konkurrenz miteinander stehen), gleichzeitig werden die Margen der Hersteller kleiner, was dazu führt, dass sie knapper kalkulieren müssen. So knapp, dass auf jeden Fall sämtliche Ware verkauft wird, bevor neue produziert wird. Was zu Versorgungslücken führen kann. Bei Generika ist das normalerweise nicht so schlimm, da kann man meist auf einen anderen Hersteller ausweichen. Aber nicht bei allen Präparaten: Antiepileptika, Schilddrüsenmedikamente, bestimmte retardierte Arzneimittel, bestimmte Blutverdünner und noch so einige andere sind kritisch zu bewerten, da kann es beim Wechsel des Herstellers zu ernsthaften Schwierigkeiten kommen.

    Wegen des Preisdrucks werden viele Wirkstoffe in China oder Indien produziert. Wenn da mal ein Werk dicht macht, weil Anforderungen nicht erfüllt werden, gibt es kaum Ausweichkapazitäten. Neulich ist eines von nur einer Hand voll Werke weltweit für Ibuprofen abgebrannt. Die Lieferengpässe haben wir bis heute.

    Wenn ein Container vom Schiff fällt, oder die Ware den Spezifikationen nicht entspricht, wird es auch eng.

    Ein anderer Punkt ist, dass der Zwischenhandel mit Arzneimitteln politisch gefördert wird.

    Früher in der guten alten Zeit, da haben die Großhandlungen ihre Ware direkt beim Hersteller gekauft und an die Apotheken weitergegeben. Eine sichere und zuverlässige Lieferkette.

    Jetzt werden Arzneimittel durch die halbe Welt geschoben, zwischen den EU-Ländern hin und her verkauft, von einem Zwischenhändler zum nächsten. Auf dem Weg leidet die Qualität und Fälschungen werden eingefädelt.

    Dagegen ist ein unzuverlässiges Monstrum namens Securpharm eingeführt worden (das ist die Geschichte mit den QR-Codes auf den Packungen), das nur Ärger und Arbeit macht.

    Die Zulässigkeit des Zwischenhandels macht es auch möglich, dass die anderen Europäer mit höheren Arzneimittelpreisen den deutschen Markt leer kaufen (das, was wir jahrelang mit Griechenland, Portugal, Spanien gemacht haben). Die Hersteller reagieren mit der Kontigentierung (keine/kaum Auslieferung an den Großhandel, nur einzelne, abgezählte Packungen direkt an die Apotheke, meist nur zwischen 2-4 pro Apotheke und Monat).

    Der Versandhandel mit Arzneimitteln verschärft das Problem zusätzlich, ist aber gegen jeden Sachverstand auch politisch gewollt.

    Das sind mal grob ein paar der Faktoren, die zu den Lieferengpässen führen. Also ein vielschichtiges Problem.

    Die Beschaffung aus dem Ausland ist nicht so ohne Weiteres möglich, da stehen hohe rechtliche Hürden davor, das erzählt Euch aber im Einzelfall die Apotheke. Aus dem Ausland beschaffen kann aber grundsätzlich jede Apotheke, so sie etwas willig ist.

    Also ein Kontingentarzneimittel.... das ist ein Mist!

    Da sind die Arzneimittel hier in D so billig, dass sich der Verkauf für die Hersteller nicht lohnt. Sie verkaufen die produzierte Ware lieber ins Ausland und geben hier die Ware nur tröpfchenweise, kontigentiert, ab. Widerliches Gebaren.

    Die Ware wird kommen, und hoffentlich auch rechtzeitig.

    Direkt mal den Arzt kontaktieren für einen Plan B?

    Das ist eigentlich Job der Apotheke... in Absprache mit dem Kunden. Denn Ärzte haben keine Vorstellung davon, was es gibt, wie die Lieferfähigkeit ist, wie in diesem Falle das Rezept geändert werden muss...

    Selbstverständlich muss der Arzt die Änderung bei Wirkstoffwechsel oder Wechsel der Darreichungsform abnicken, aber es ist Job der Apotheke, vernünftige machbare Alternativen anzubieten.

    Das ist eine ganz beschissene Situation! Und seit Monaten leider unser täglich Brot #sauer


    Bitte telefoniere die Apotheken in Deiner Umgebung ab, insbesondere auch die größeren. Es gibt verschiedene Großhandlungen. Die meisten Apotheken haben Verträge mit 2-4 verschiedenen, aber andere Apotheken haben oft auch andere GH am Start, unsere Region wird zum Beispiel von 6 oder 7 verschiedenen beliefert. Direkt vom Hersteller ist die Ware auch oft kontingentiert, d.h. eine Apotheke darf z.B. nur 2 Packungen im Monat bestellen, egal wie viele Rezepte ihr vorliegen.... #haare

    Dazu kommt, wie viel Geschick die PKA beim Einkauf beweist. Unsere haben ein besonders gutes Händchen, so dass wir erheblich öfter in der Lage sind noch zu liefern, auch wenn alle anderen Apotheken in der Gegend schon nichts mehr beschaffen können.

    Manchmal ist aber auch echt Essig, da geht gar nichts mehr, auch nicht aus dem Ausland (was an sehr enge Bedingungen geknüpft ist). Da hilft nur, mit viel Phantasie andere Lösungen zu finden (auch unser täglich Brot).


    Ich drücke Euch ganz feste alle Daumen!

    Allein der Rotz mit den Genitalwarzen... da gibt es durch die Impfung einen deutlichen Rückgang und damit auch eine indirekt deutlich geringere Ansteckungswahrscheinlichkeit mit anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen...

    Klar, Kondome sind in jedem Falle immer anzuraten... aber manchmal spielt das Leben....

    Ja, Annie Deine Bedenken meinte ich.

    Danke für Deine Offenheit.

    Für mich und uns begegnen wir den Punkten 1-3 mit Aufklärung, Verstand und Aufmerksamkeit (traue ich meiner Tochter absolut zu).

    Aber ich lese auch regelmäßig die Veröffentlichungen vom RKI, so dass ich da keine falschen Vorstellungen habe.

    Für die Nebenwirkungen und die Hilfsstoffe wende ich mich an die Statistik und den Spruch meines Vaters „etwas Risiko ist immer“.


    Aber ich gebe zu, dass ich vor und zu Beginn meines Studiums auch sehr kritisch war. Das hat sich gewandelt mit dem dem zunehmenden Verständnis der Zusammenhänge, des Immunsystems.


    Aber letztendlich ist es immer eine individuelle Entscheidung.

    Aber auch die WiPo-Impfung im Kindesalter soll einen gewissen Schutz vor Gürtelrose bieten, wenn ich mich richtig erinnere.


    Der „Gürtelrose“-Impfstoff für Erwachsene Shinrix ist erst Ende des Jahres wieder lieferbar. Also macht Eure Oldies nicht vorzeitig verrückt.