Die Freiheit trotzdem arbeiten zu gehen hat ja heute jeder.
Nein.
Es wird immer so beschrieben, und offiziellerweise stimmt es auch. Ich habe diese Freiheit nicht, und mehr als die Hälfte derer, welche ich regelmäßig in der Selbsthilfegruppe treffe, haben sie ebenfalls nicht: wir sind Hausfrauen wider willen.
Was uns nach Hause zwingt, ist, dass die Beschulung neurodiverser Kinder nicht so funktioniert wie vorgesehen, und die außerschulische Betreuung erst recht nicht. Als Elternteil pflegebedürftiger Kinder in der Regelschule wirst Du zuhause festgeklebt, ob Du willst oder nicht. Ständig fällt was aus, das eine Kind ist nur in Teilzeit beschulbar, auch das andere braucht Selbststrukturierungshilfen weit über den Bedarf der Gleichaltrigen hinaus, und wenn die Eltern sich nicht drum kümmern, ist das eine Kindeswohlgefährdung.
Pflegedienste sind keine Lösung, weil sie für unseren Bedarf bei weitem nicht flexibel genug sind. Es braucht ein Elternteil. Es gibt ja sogar das Recht, im Beruf zu pausieren, wenn jemand aus der Familie pflegebedürftig wird - ratet mal, wo der Druck landet, tatsächlich sich drum zu kümmern?!
Es mach mich immer wieder wütend, wenn auch hier der tatsächliche Umfang der Care-Arbeit negiert wird. So gern ich Mutter bin, Hausfrau bin ich nur gezwungenermaßen! Mit zwei Jahren Elternzeit pro Kind hatte ich gerechnet. Der Spezialist ist jetzt fünfzehn und ein Ende der Elternzeit noch nicht absehbar. Die Strukturen, welche mir Erwerbsarbeit ermöglichen würden, existieren nur auf dem Papier.