Beiträge von Silbermöwe

    "Mama, kannst du nochmal davon erzählen, wie das war? Ich meine, als das, dings und wie das war, als du das gemacht hast, früher? Ich meine, in dem Jahr, wo ihr... und als der Dings dann... erzählst du das nochmal?"


    Zappelchen hört gern Geschichten aus meiner Kindheit - nur welche?

    Gestern unterhielt ich mich mit einer zierlichen Verwandten der nächsten Generation. Sie zeigte mir ein Kunststück, ich bewunderte sie und meinte "du bist ja auch ganz schön groß geworden." Daraufhin reckte sie mir drei Finger entgegen: "ich bin drei Jahre alt, und ich bin viel größer, als ich alt bin!"


    Stimmt so, jedenfalls auf der Innenseite.

    Ja, ich bin auch als Elternvertreterin an einer Grundschule in NDS auf den Zeugniskonferenzen dabei - aber ich erfahre nicht alles von allen Kindern: wenn es um mein eigenes Kind geht, muss ich den Raum verlassen. Die andere Elternvertreterin bleibt drin. Ich höre dafür mit, wenn es um ihr Kind geht und sie draußen wartet.


    Vor jeder Klassen- oder Zeugniskonferenz werden wir erneut auf die Schweigepflicht hingewiesen.

    Was die Beschwerden auslöst, scheint wirklich für jede Person etwas anderes zu sein. Der Spezialist hatte als Säugling ebenfalls Neurodermitis. Er vertrug neben ein paar Lebensmitteln auch keine Mineralölprodukte (außer Sonnencreme). Gar keine! Er brauchte Baumwollwindeln mit Wollüberhosen, weil die Wegwerfwindeln nicht gingen, in akuten Schüben verdünnten schwarzen Tee zum Waschen und Olivenöl als Creme-Ersatz und als Basispflege eine relativ billige Handcreme mit Bienenwachs vom dm. Feuchttücher waren des Teufels, aber Öltücher wurden vertragen.


    Es hat sich bei ihm komplett ausgewachsen.

    als mein mann und ich noch kinderlos waren, haben wir ab und zu alleine urlaub gemacht. wir ernteten meist unverstaendnis, wie wir das nur machen koennen, ob wir in trennung waeren usw.

    Das hielten wir auch so. Ein Cousin fragte mich mal schüchtern, wie ich das denn meinem Mann erklärt hätte, denn seine Frau ließe ihn nicht weg - sie hat Angst wenn sie alleine ist. Ich konnte ihm nicht helfen: wir haben keine Angst, wenn wir alleine sind, sondern genießen es, ungestört zu sein.

    Da brauchen gar keine Lösemittel in der Nähe zu sein - Weichmacher verfliegen irgendwann. Mir sind zwei mal in unterschiedlichen Urlauben die Sohlen von den Wanderstiefeln gefallen - unterwegs natürlich! - weil die Schaumstoff-Dämpfungsschicht nicht mehr elastisch genug war.

    Wobei so kleine Rituale haben wir schon, aber das sind dann wohl eher Routinen wie Sandmännchen, lesen, heia - aber auch da darf nix geändert oder weggelassen werden, weil sonst kämen wir alle erst um zwölf ins Bett

    Ich kenne einige Familien in meinem Umfeld, die so viele festgelegt Strukturen haben, dabei fühle ich mich immer sehr eingeengt.

    Routinen sind das eine, Festlegungen noch mal etwas anderes... Ich sorge hier zwar für Planbarkeit, aber es muss lebendig bleiben.

    Meine Kopfdämonen sagen mir, dass ich das Baby vielleicht nicht annehmen kann, nicht lieben könnte, überfordert bin und und und.... kennt das jemand von euch? Geht es noch jemanden so?

    Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Ich war auch lange ungewollt kinderlos.


    Sage mal Deinen Kopfdämonen, dass sie Platz machen sollen für die Freude. Sie haben teilweise recht: die schlaflosen Nächte überfordern fast alle für ein Weilchen. Deswegen haben Kinder zwei Elternteile: du kannst das Baby abgeben, wenn du schon im Stehen schläfst. Wickeln, herumtragen, liebhaben ist eine teilbare Aufgabe! Ich habe meine Kinder auch nicht liebevoll angestrahlt, wenn sie mich nachts um drei anbrüllten, sondern mir Ohrenschützer aufgesetzt, muffelig geguckt und sie gestillt und bei Bedarf gewickelt, damit sie mit dem Krach wieder aufhörten. Es reicht völlig aus, wenn Du Dein Baby tags liebst und es nachts behutsam versorgst mit egal welcher Laune.


    Aber die Kopfdämonen kennen nur einen Teil der Wahrheit. Ihr bekommt ein zauberhaftes Wunschkind und werdet es ins Leben begleiten. Die Dämonen sollen bitte beiseite rücken und Platz machen für die Freude!

    Bei uns gibt es eher "Morgen-, Nachmittag-, Abendroutine" bzw. "Mama im Dienst" vs. "Papa im Dienst".

    Solche ritualisierten Abläufe haben wir auch, das fällt bei mir aber nicht unter Familienleben, sondern unter Sonderpädagogik für meinen Spezialisten. Und da nach wie vor mein Mann nur wochenends und in der Ferien da ist, haben wir den Grundsatz "Mama macht die Regeln, mit Papa gibt es Ausnahmen". Inzwischen wissen alle, dass das daran liegt, dass zwei Erwachsene für zwei Kinder viel mehr spontan tun können als eine Erwachsene allein. Aber der Käse der Woche ist eindeutig eine Kindererfindung.

    Interessanterweise erwarten die Großen, wenn sie uns besuchen, immer bestimmte Regeln oder Routinen und freuen sich darauf

    #ja So etwas meine ich! Meine Mutter meinte mal, "Familie" bestehe aus gemeinsamen Erinnerungen.

    Bei uns gibt es einen Brezeltag oder auch Filmabend genannt (abends Film schauen mit Brezeln oder anderem Gebäck und Beilagen) und Sonntag wurde lang „Eiertag“ genannt..

    Wie gemütlich!

    vor dem ersten Kaffee sollte Mama nicht von der Seite angesprochen werden

    Das ist hier auch so. Möchten meine Kinder etwas anderes frühstücken als sonst, dann müsen sie mir das am Vorabend sagen. Morgens vor dem ersten Kaffee bin ich nicht bereit, über Müsli/Haferbrei/Brot/Restevongestern zu verhandeln. Mein Mann kocht dagegen mit den Jungs auch Samstags früh um sechs Spaghetti oder poppt Popcorn mit ihnen. Dann ist Wochenende.


    Solya Euer Mittwochsessen ist auch so ein "Käse der Woche". Und ja, das vereinfacht das Leben.

    ... lass das mal besser untersuchen. Eile hat es nicht, aber...

    auf die Art wurde bei einem Verwandten von mir eine Blutgerinnungsstörung entdeckt. Der Mensch hat inzwischen einen Schlaganfall überlebt. Also, wenn Dir ohne Einwirkung von außen Blutgefäße platzen, dann solltest Du Deine Gerinnungsfaktoren bestimmen lassen, damit im Bedarfsfall dafür gesorgt werden kann, dass es bei peripheren Hämatomen bleibt.

    Ihr Lieben,


    in einem anderen Strang wird über einen (fiktiven) Text debattiert, in welchem eine Frau sich an einen Tagesrhythmus klammert. Eigentlich gehört sie für sechs Wochen zur Kur und ihre Kinder zu liebenden Verwandten auf einen Bauernhof oder so, aber diese Option besteht in dem Text nicht. Der Rhythmus wirkt darin wie ein Exoskelett, was alles zusammenhält. Es sind ungesunde Verhältnisse.


    Dabei heisst es immer, Rhythmus sei wichtig für die Kinder. Meine Kinder meinen das auch. Wir haben übliche Zeiten für alle wichtigen Tätigkeiten wie essen, schlafen, spielen, Haushalt, Schule, Hausaufgaben, Sporttraining, aufräumen, Verabredungen u.s.w., und Sonntags frühstücken wir Brötchen. Solche Gewohnheiten ersparen einem jede Menge Diskussionen. Wegen ADHS passiert das alles bei uns nicht von allein, sondern muss bewusst so gestaltet werden, aber eben nicht zwanghaft, sondern jeden Tag neu, passend zur Tagesform und dem, was ansteht. Weil die Kinder mitreden, treibt das ganze manchmal erstaunliche Blüten...


    Der Spezialist kam vorhin aus der Schule und begrüßte mich mit den Worten: "Mama, gibt es heute den Käse der Woche?"

    ich antwortete: "Heute ist Mittwoch, den gibt es doch sonst Donnerstags! Aber ich habe ihn schon gekauft, wenn du etwas Geduld hast, heize ich den Ofen vor."

    Ja, die Geduld habe er wohl, wenn es dafür den gebackenen Camembert schon heute gibt. Beim Essen war dann Zappelchen, der gar keinen Käse mag, beleidigt, weil er die extra gewünschte Paprika vor sich stehen hatte und nicht das hartgekochte Ei, welches er doch IMMER bekommt, wenn wir gebackene Camemberts essen... ich habe es nachgeliefert, die Paprika aß er trotzdem.


    Bei Euch gibt es doch bestimmt auch von den Kindern erfundene Sitten. Mögt Ihr schreiben, was Eure nicht wegzulassenden Kleinigkeiten, Eure "Käse der Woche" sind?