Beiträge von Silbermöwe

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    Wenn ich vor lauter Stress ins Rotieren komme und ineffizient werde, ist meine Übersprungshandlung, in die Küche zu gehen und ein Glas Wasser zu trinken. Früher war es ein Becher Kaffee, aber Wasser tut mir auf die Dauer besser.


    Fühle ich mich bedroht oder gerate in Panik, dann stelle ich die Füße hüftbreit und fühle ganz genau nach, wie meine Füße und Beine mein Gewicht tragen: sie geben den Druck an den Boden weiter. Der Boden trägt. Dann atme ich ein paar mal langsam in den Bauch, mache mir bewusst, was ich als nächstes tun will und gehe wieder los, um es zu tun.

    Ist es eine konkrete Person, die mich erschreckt hat, dann stelle ich sie mir in weißer Baumwoll-Unterwäsche vor.


    Gegen Corona-Mürbigkeit höre ich Radio in meiner Zweit- oder Drittsprache. Binnen der letzten zwölf Monate habe ich dadurch richtig große Fortschritte gemacht.


    Um zwischendurch dem Brainfog zu entkommen, schaue ich den Himmel an und versuche, anhand der Wolkenart und -Zugrichtung eine eigene Wettervorhersage zu machen (klappt selten, resettet aber die Gedanken). Oder ich bestimme Pflanzen und Tiere, die mir so vor Augen kommen.


    Und natürlich die Standards:

    Genug Schlaf,

    gutes, gesundes Essen,

    genügend Zeit täglich an der frischen Luft.

    Radio anschalten und mitsingen,

    ein Stück Obst oder Rohkost essen,

    einen Zeitungsartikel lesen,

    ein paar nette Worte mit jemandem wechseln,

    mir vorstellen, ich sei Karikaturistin, und Themen suchen, über die ich etwas lustiges schreiben oder zeichnen kann,

    Gartenarbeit

    und ein Dankgebet für das, was gerade gut ist.

    bilaterale Musik

    Was ist das?

    Erbse hat recht.

    Außerdem ist es im Badezimmer zu sauber! Monster haben Angst vor Seife und Seifenduft - oder hast Du schon mal ein gewaschenes Monster gesehen?

    Beim dm habe ich sogar mal ein Fläschchen Monster-Abwehrspray gekauft und verschenkt, das war ein Pumpspray mit Lavendelseifengeruch. Vielleicht gibt es das noch und hilft Euch?

    Hallo Sarah,


    als Kind litt ich selbst unter psychosomatischen Kopfschmerzen. Deswegen habe ich, so lange meine Kinder aus dem magischen Alter noch nicht herausgewachsen waren, ihnen völlig selbstverständlich gesagt, dass einem die Seele genau so weh tun kann wie der Kopf oder der Bauch. Bei meinem jüngeren Kind war das auch tatsächlich eine Weile der Fall, er kam in der ersten Klasse oft mit Kopf- oder Bauchschmerzen aus der Schule. Fragte ich ihn, ob er etwas falsches gegessen und deswegen Bauchweh habe oder ob ihm die Seele weh täte, sagte er, es sei die Seele, und benannte Probleme in der Schule als Grund.


    Diese Fähigkeit fehlte mir als Kind, sie ist nicht jedem Menschen gegeben. Kann Dein Kind sagen, wenn ihm die Seele weh tut? Wenn nicht, dann vermischt es sich schnell in der Selbstwahrnehmung mit Spannungskopfschmerzen - dann lohnt es sich, psychosomatische Themen mit zu bedenken, grade wenn Schmerzmittel nicht anschlagen.


    In einer Kinder-Schmerzambulanz werden sie das aber wissen und mit bedenken.

    Gute Besserung!

    Mich fragte jemand, ob ich es wisse, bin aber selbst ratlos:


    Bei einem tastbaren, klar abgegrenzten, neu entstandenen Knubbel neben einer Sehne in der Hand: zu welcher Facharztpraxis geht man, wenn man herausfinden möchte, was das ist und wie man das wieder loswird?

    Im Moment möchte man ja einen Praxismarathon eher vermeiden... Das Ding ist eher unempfindlich und verschieblich.

    Zappelchen hat manchmal Schwierigkeiten, morgens in Gang zu kommen. Aber natüüüürlich liegt das nicht am heimlichen Lesen abends, nein:

    "Mama, ich spüre die Bettanziehungskraft!"

    Das muss das Gegenstück zu jener Kraft sein, welche einen auf dem Karussell nach außen zieht. Das ist nämlich die "Fliegkraft".

    Als Totschlagargument?

    Nein, abgesehen von Küchenmessern ist meine Wohnung waffenfrei. Wir streben an, alle Auseinandersetzungen verbal und fair zu betreiben (die Kinder lernen das hoffentlich auch irgendwann...).

    Als Zappelchen zu sprechen lernte, war der einzige ihm nah bekannte Mann der Papa. Alle anderen Erwachsenen seines Umkreises waren weiblich, weshalb er alle Berufe weiblich bezeichnete. Mein Lieblingswort aus der Zeit ist " Baggaladafahrarin".

    Später, am vorigen Wohnort, gingen freiwilige Feuerwehrfrauen in voller Montur zum Sachunterricht in die Grundschule - im Brotberuf gehen sie als Lehrerinnen dorthin. Sie freuten sich regelmäßig auf diese Unterrichtseinheit.

    Es hat auch Vorteile, wenn Kinder immer das selbe möchten. Wir vergaßen mal auf einer Reise das Buch. Abends setzten wir uns zum Vorlesen wie immer, ich hielt ein unsichtbares Buch in den Händen und bin sicher, dass gleich die eine oder andere mitsprechen kann:

    "Nachts, im Mondlicht, lag auf einem Blatt ein kleines Ei."

    - mein Kind blätterte eine unsichtbare Seite um -

    "und als an einem schönen Sonntagmorgen die Sonne aufging, hell und warm,

    da schlüpfte aus dem Ei -"

    "NAKKK" sagte das Kind -

    "eine kleine, hungrige Raupe".

    u.s.w.

    das Kind machte alle Bewegungen und Kommentare wie immer. Das Ritual ging auch ohne Buch.


    Später reichte es, immer das selbe Lied zum Einschlafen zu singen, mein Siebenjähriger braucht das weiterhin. Bin ich nicht da, spielt eine CD dieses Lied. Aber wie bei allem anderen auch: Liebe und Zuverlässigkeit reichen, es muss nicht überall das gleiche Ritual sein.

    Gelegentlich allein zu sein.

    Mit anderen zusammen mehrstimmig zu singen.

    Zu reisen - kleine und große Ausflüge zu machen, die Großfamilie reihum zu besuchen und auch an unbekannte Orte zu fahren.

    Nicht mehr aufpassen zu müssen, ob man jemandem im Gespräch einen Schritt zu nah kommt.

    Schwerhörigen Leuten im Gespräch mein Gesicht zeigen zu können, damit sie mich besser verstehen.

    Du hast zwei! Das ist keine Ausrede, sondern eine Tatsache.


    Die meisten Kinder lernen es dann, wenn sie selbst es wollen.

    Mein Spezialist verweigerte es zuhause komplett, bis sein drei Jahre jüngerer Bruder eines Tages sagte, er wolle das jetzt alleine tun - und schlimmer, der Kleine zog sich an und rief "Fertig, ich bin Erster!" Ab dann gab es ein Anziehrennen und anschließend kloppten sie sich darum, wer schneller gewesen sei. Vorher gab es regelmäßig morgens Zoff, weil ich jedem zuerst helfen sollte... Geschwister eben.


    Ich las mit meinen Kindern dieses Buch, bei uns heißt es "Kleiner Bär macht Quatsch". Die Umsetzung davon übten die Erzieherinnen in der Kita mit dem Spezialisten, Zappelchen wollte es, wie gesagt, selbst zuhause lernen. Die Erzieherinnen hielten mich wahrscheinlich für eine unmögliche Mutter, aber es ging nicht anders.


    Mache es, wie es bei Euch funktioniert. Deine Kinder werden es schon lernen! Und übe nicht morgens früh, sondern dann, wenn Ihr ausgeruht seid und Zeit habt.

    Ich sehe die gleichen Phänomene wie Du, aber interpretiere sie anders.


    Im Moment leiden viele Familien darunter, dass Kinder daheim betreut und beschult werden müssen, während gleichzeitig die Erwachsenen daheim oder anderswo den Alltag samt Erwerbsarbeit fortführen müssen. Selbst die Bundesfamilienministerin sagte, dass das nicht geht - zumindest mit den meisten Kindern und den meisten Familienstrukturen.


    Es gibt aber nebenbei die Feststellung, dass die Kinder jetzt sehr unterschiedlich viel lernen - manche kommen eben doch gut mit den Gegebenheiten zurecht. Es ist sehr viel mehr an Bildungsinhalten leicht online zu finden als früher, aufbereitet für unterschiedliche Altersstufen, und die unsinnige Doktrin, dass Kinder nur in der Schule Neues lernen, daheim höchstens den Stoff wiederholen und davon abgesehen die Familie zur Erholung da ist, hat sich aufgelöst.


    Was fehlt, ist die Individualisierung des Unterrichts bei echtem Homeschooling. Die Kinder müssen jetzt weiter durch die üblichen Lehrpläne geschleust werden und die üblichen Prüfungen absolvieren. Hätte ich meine beiden selbst beschult, was ich durchaus mal erwogen habe, dann per entdeckendem Lernen anhand der aktuellen Interessen. Das verträgt sich nur schlecht mit den vorgeschriebenen Richtlinien und Lehrplänen unseres Bundeslandes. Nur vertragen sich Exkursionen schlecht mit den Kontaktbeschränkungen im Lockdown...


    Ich glaube, dass im Moment viele verkrustete Vorstellungen rund um die Schulanwesenheitspflicht aufgebrochen werden. Das ist die Voraussetzung schlechthin dafür, das Bildungssystem zu überdenken.

    Entschuldige bitte! :rose:So war das nicht gemeint:

    Das ist meine eigene Brille. Mein Schwiegervater lag mir in der ersten, hart erkämpften Schwangerschaft in den Ohren, ich solle das Baby abtreiben, falls es Trisomien habe. Ich sagte nein, so eines sei mir mit allen Konsequenzen willkommen, Angst hätte ich eher vor Autismus, den man ja nicht vorher finden kann (selbst wenn - ich hätte kein Kind zurückgeschickt). Nun rate mal, worauf besagtes Kind aktuell untersucht wird...!

    Aber das ist mein Problem, nicht Deines.


    Euch wünsche ich einfach, dass alles sich so fügt, wie es zu Euch passt.