Beiträge von Silbermöwe

    bis dahin möglichst null Belastung, keine Ahnung wie das bei einem Dreijährigen Wuselkind gehen soll

    Gute Besserung!


    Als mein Zappelchen "Hüpfschnupfen" hatte, bekam er in der Wohnung unseren großen Möbelroller zur freien Verfügung, lag bäuchlings darauf, trieb das Ding mittels Ruderbewegungen der Hände an und hatte riesigen Spaß dabei. Die Teile kann man im Baumarkt kaufen.

    Sie reagiert bei allen Situationen, die sie gefühlt nicht kontrollieren kann, extrem aggressiv.

    In der Schule ist sie jetzt schon gemieden. Wer will schon mit einem Kind spielen, vor dem man Angst haben muss?

    Das klingt, als sei sie selbst grundlegend unzufrieden, unglücklich und wütend, so dass jede Kleinigkeit reicht, das Fass zum Überlaufen zu bringen.

    Mein ex ist polytox und bei uns gab es nie einen Tropfen im Haus.

    Außerdem bin ich von mph in dem Alter alles andere als begeistert.

    Ich verstehe, dass Du btms nicht in der Familie haben möchtest...


    Deine Tochter braucht Hilfe, das steht außer Frage. Was ich mit unseren Kindern tue, läuft auf "Stärken stärken, Schwächen ausgleichen" hinaus ( wenn ich es hinkriege. Manchmal laufe ich so auf dem Zahnfleisch, dass es nur darum geht, den Tag zu überstehen, dann den nächsten, danach den übernächsten, aber darum geht es hier nicht). Also positive Erlebnisse und Erfolge zu vermitteln. Daraus entsteht der Mut und die Kraft, an den Schwächen zu arbeiten.


    Trotzdem geht das erst, seit der Spezialist und ich niedrig dosiertes mph nehmen. Vorher waren wir viel zu gestresst, um etwas lernen zu können! Inzwischen haben wir so viele gute Gewohnheiten eingeschliffen, dass wir die Kapseln auch mal für ein Wochenende weglassen können, aber den längeren Auslassversuch in den Sommerferien brachen wir ab, weil es wieder unerträglich wurde; das Kind verweigerte alles, auch das, worauf er sich freute. Es ging einfach gar nichts mehr ohne Zwang.

    Mit mph profitiert er von der Ergo, vom Sporttraining, vom Forderunterricht in der Schule, kann mit seinem Bruder spielen, einen Teil der Hausaufgaben erledigen, Freundschaften pflegen, ist sauber und trocken, kann seine Zähne putzen - ohne nicht.


    So ist das bei uns. Was Euch hilft, wirst Du herausfinden müssen. Ich wünsche Dir viel Kraft dafür!


    Lieben Gruß - Silbermöwe


    P.S.

    Cordula Neuhaus schrieb irgendwo, dass die Suchtgefahr bei ungenügend oder gar nicht behandelten ADHSlern signifikant erhöht sei. Bei multimodal behandelten sei die Quote derer, die als Erwachsene eine Suchterkrankung haben, wesentlich niedriger. Ihre Bücher kann ich Dir sehr empfehlen, sie schreibt wissenschaftlich fundiert und kennt das Thema aus allen Perspektiven.


    pps. wusstest du, dass man auch für ADHS-Kinder einen Pflegegrad und Pflegegeld bekommen kann?

    Es sind die Teile des ADHS, die nichts mit der Aufmerksamkeit zu tun haben - HS. Mich würde bei dem, was Du sonst über Eure Familie schriebst, nicht wundern, wenn die Tochter sehr gut begabt wäre und ein eventuelles Aufmerksamkeitsdefizit dadurch ausgleichen kann, sich also trotzdem ein schnödes ADHS dahinter verbirgt.

    Zappelchen (6) packt seinen Stiefel aus. Plötzlich höre ich ihn rufen "Ha, erwischt! Der Nikolaus ist ein Dieb!! Auf dem Etikett da steht, dass das vom dm ist." Ich schaue ins Zimmer und sage, dass die Sachen ordnungsgemäß bezahlt worden sind, da sei kein Diebesgut im Stiefel, und wende mich dann wieder der Frühstücksvorbereitung zu. Zappelchen überlegt vor sich hin, wie der Nikolaus sich wohl unsichtbar gemacht haben könnte, um sich hinter die Kasse zu schleichen und Geld hinein zu tun...

    Sein großer Bruder behauptet, das habe alles Mama besorgt. Ich schaue Zappelchen an und frage, was er dazu meint. Er ist sich ganz sicher: "Das kann nicht sein, du würdest doch niemals so Schokomännlein kaufen!"

    und wenn nichts da ist, muss ich krank einkaufen gehen

    #nein Musst Du nicht.

    Wenn ich krank bin, bekommt mein Spezialist eine Einkaufsliste und einen 20€-Schein und macht sich mit der Packtasche an seinem Fahrrad auf den Weg zum Supermarkt. Das erste mal musste/durfte er das mit sieben Jahren. Er ist jetzt neun und kann Eier braten und Nudeln kochen, beide Kinder können Rohkost putzen und klein schneiden. Was muss, das geht! Die Kinder kriegen das hin und sind stolz auf´s Ergebnis.

    Gute Besserung!

    Passend dazu fragte mich der Spezialist (sein Vater war nicht da) beim Abendessen, nachdenklich seine Pizza kauend:

    "Mama, wie viele Samenergüsse hatte Papa eigentlich schon?"

    ein bisschen würde ich im Hinterkopf behalten, dass auch schon recht junge Kinder manchmal auf die Idee kommen, ihre Eltern auf den Arm nehmen zu wollen.

    Ja - aber dafür ist dieses Thema eher zu komplex, denn die Vorstellung, dass wir auf der Oberfläche einer riesigen Kugel leben, widerspricht der Alltagserfahrung unserer Kinder. Im Buch "Schiffe am Himmel" erzählt der Autor, dass er als Kind erfuhr, die Welt sei kugelförmig, und weil er sich von der Welt rundum umgeben und geborgen wusste, glaubte er, im Inneren einer Hohlkugel zu leben. Das Blau über ihm konnte logischerweise nur ein Meer sein, und er suchte nach Schiffen darauf... Die Vorstellung, auf einem Riesending zu stehen mit dem Kopf richtung Weltall passt eher zu Jugendlichen als zu Schulanfängern.

    Das würde ich mit einem anfassbaren Vergleich beantworten - einem großen Magneten, auf den ich rundum kleine Magneten setze. Sie werden alle zum großen Magneten hingezogen, für die kleinen Magneten ist der große "unten". Entfernt man sie zu weit davon, dann fallen sie zu Boden, wie wir zur Sonne fielen, wären wir nicht auf einer stabilen Umlaufbahn.

    Wir haben aufgegeben, Fräulein Igel wurde immer kränker und es lag eindeutig nicht am Wasser. Wir hatten sie schon auf über 500 g gefüttert, aber dann nahm sie nur noch ab, wurde immer unruhiger und rannte in der Nacht zu heute so intensiv in ihrer Unterkunft herum, dass sie blutige Fußspuren hinterließ, und nicht wenig! Wir brachten sie heute zur Station zurück, wo eine neue Kotprobe eingesammelt und das ganze Tier medizinisch behandelt wird -

    und bekamen eine gesunde, bereits winterschlafreif gemästete junge Igelin, die wir direkt in den Garten brachten, denn den Drinnenstall muss ich noch putzen und desinfizieren. Sie kam auch ziemlich schnell aus ihrem Karton, hat jetzt zwei Stunden lang den Garten erforscht und frisst gerade. Eine Längswand des Futterhauses habe ich aus Bastlerglas gemacht und zum Wintergarten hin gedreht, so dass wir von drinnen gemütlich gucken können, ob da wer am Futternapf ist.

    Ein Igel im Garten gefällt mir viel besser als ein Igel im Haus!

    eine beispielrechnung geht von ca. 50 Atomkraftwerken aus, um ein Bonbon auf ein Viertel der lichtgeschwindigkeit zu bringen.

    Das brachte Zappelchen doll zum Lachen. Dann fragte er, ob es mit einem halben Pfefferkorn ginge. Ich wandte ein, er müsste einen riesigen Treibstofftank für das Pfefferkorn mitnehmen, da käme es auf so ein Gewürzkrümelchen gar nicht mehr an. "Jaaaa, Mama, und die ganzen Kraftwerke!"

    Er hat es verstanden und sich sehr über die Erklärung gefreut. Danke dafür!

    Um ein Objekt zu bewegen, braucht man Energie. Je schneller es sein soll, desto mehr. Das gilt auch im vakuum. Im Vakuum braucht man (ideal gerechnet) keine Energie, um die Geschwindigkeit zu halten, zum erreichen aber schon.

    Das ist die passende Antwort, danke dafür! Zappelchen ist zwar hochintelligent, aber erst sechs. Ich versuche immer, ihm die Antworten so anschaulich zu machen, dass er sie an Alltagserfahrungen anknüpfen kann. Dann versteht er auch so abstrakte Themen.

    Zappelchen (6) möchte wissen, ob man im interstellaren Raum eine Rakete auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen könnte. Ich bin mir sicher, dass das nicht geht. Er meint, "aber hinten kommt doch Licht raus! Und im Weltall ist nichts im Weg, was bremst."

    Also: Geht das? Und wenn nicht, warum nicht?

    Nein, wahrscheinlich lag es am Wassernapf. Sie bohrt gelegentlich ihr Näschen unter alle Einrichtungsgegenstände, und dann hat das Wasser die unangenehme Eigenschaft, in der Zeitung zu verschwinden. Seit ich den Wassernapf alle paar Stunden kontrolliere, geht es ihr besser. Gestern saß sie morgens vor dem leeren Wassernapf - sie wog 428 g. Heute früh hatte sie noch Wasser und wog 464 g. Sie scheint über´n Berg zu sein.

    Außerdem verliert sie ihre Scheu, lässt sich von den Kindern nach dem Ausmisten noch 10 Minuten lang bewundern, bevor sie wieder schlafen geht. Wir konnten heute Fotos machen!