Beiträge von regenbogenstraße

    Warum stellen wir so oft „die Entscheidung der Frau“ infrage (die vermutlich ja in sehr vielen Fällen eine gemeinschaftliche Entscheidung war/ist)? Das verstehe ich wirklich nicht. In unserem Umfeld gibt es recht unterschiedliche Modelle und während die Frauen tatsächlich oft reflexhaft meinen ihre Entscheidung (egal welche) verteidigen zu müssen, erlebe ich das bei Männern nicht (auch wieder unabhängig von deren persönlichen Entscheidungen). Sowohl der Mann mit hauptverdienender Ehefrau als auch der Alleinverdiener, dessen Frau seit acht oder zehn Jahren außerhäusig nur sehr kurz mal geringfügig beschäftigt war stellen ihre Situation vor ohne damit zu rechnen, allzu kritisch hinterfragt zu werden.

    Ich hatte eine Art „Zwangsbeglückung“ beim Großen und muss zugeben, dass ich die Babyzeit bei den Kleinen viel mehr genießen konnte. Ja, ich saß nach 4 bzw. 4,5 Monaten das erste Mal wieder im Büro und habe meine vollgestillten Kinder jeweils beim Papa gelassen und ja, ich bin froh (stolz passt nicht so recht), dass das bei uns so geklappt hat und ich würde mir wünschen, dass viel mehr Familien diese Option auch hätten / sehen würden. Das bedeutet ganz sicher nicht, dass alle das so machen müssen, aber ich will, dass alle diesen (von mir empfundenen) Luxus der Wahlfreiheit haben. Da die U3-Betreuunsoption hier inzwischen suboptimal ist, geht das für uns nur, weil auch wir beide beruflich für ne gewisse Zeit zurückstecken.

    Meiner Meinung nach muss dafür viel stärker als bisher bei den Vätern und dem Männerbild angesetzt werden. Selbst hier diskutieren wir seitenweise, ob die Mütter es so oder so richtig machen, ob Frauen dies oder jenes tun müssten etc. Ich wünsche mir viel mehr verantwortungsvolle Väter, die nicht ausschließlich finanzielle Verantwortung übernehmen. Es kann doch nicht sein, dass die Entwicklung so läuft, dass frau entweder, den Beruf lange aufgibt bzw zurückstellt oder ihre Kinder früher oder länger „weggibt“ als ihr lieb ist, während der Vater länger arbeitet (statistisch belegt) und ne Gehaltserhöhung bekommt, weil er ja jetzt ne Familie ernähren muss (meine Wahrnehmung, nicht recherchiert, ob statistisch belegbar).


    Kiwi : Danke, dass du so ruhig bleibst! Werde mir deine besonnene Reaktion bei nächster Gelegenheit als Vorbild nehmen :-).

    Ich hatte in dem Alter nen Ferienjob an der Supermarktkasse und hatte die ersten 3 Wochen fast komplett blaue Oberschenkel. Hatte zunächst auch Angst. Doch dann bin ich mit einem der schlimmsten Flecke nochmals gegen den unteren Rand der Kasse gekommen. Das hat dann doch ein bisschen weh getan, zumindest genug, dass ich es wahrnahm. Durch die (eigentlich leichte) Anspannung hatte ich nicht bemerkt, dass ich immer wieder mal an der Unterkante entlang schrubbte. Das reichte damals schon für übelste blaue Flecke.

    An der Uni hatten die blöden Klappsitze in den Hörsälen noch mal ne ähnliche Wirkung. Da war ich dann schon entspannter. Nach einigen Wochen hatten sich meine Bewegungsabläufe offensichtlich angepasst. Dann sahen meine Beine wieder normal aus.


    Ich wünsche euch, dass es ähnlich harmlos ist.

    Anja und Kiwi : Genau, die gibt es zuhauf. Viele meiner Kollegen finden Ganztagesbetreuung für kleine Kinder ganz furchtbar. Bei ein paar davon hat es zu reduzierten Arbeitszeiten geführt (teilweise langfristig, teilweise „nur“ während der 3 Jahre Elternzeit). Bei der Mehrheit führte dazu, dass die Frau eben stark reduziert hat oder erst spät wieder in den Beruf eingestiegen ist. In unserer Branche wird tendenziell gut bezahlt, da ist es möglich mit einem Gehalt eine Familie zu ernähren (meist ja auch nur für ein paar Jahre „nötig“).

    Frau hat dann ein angemessenes Bildungsniveau ( natürlich nicht zu hoch) und kann das Erlernte dann praktisch in der Kindererziehung anwenden .


    Tatsächlich vor 20 Jahren von Grundschuldlehramts-Studentinnen so gehört.

    Kennen wir uns?8o Genau. So.! gehört.

    Ich kenne das Gegenstück dazu... Die männlichen Studierenden aus den Natur- und Ingenieurswissenschaften, die sich damit brüsten, die beste Wahl bei der Freundin getroffen zu haben, denn das sei ja eine von der Pädagogischen Hochschule (Grund-, Haupt- und Realschullehramt).

    Bei so viel Weitblick bei der Wahl der Partnerin erspart Mann sich später die Diskussionen, wer Elternzeit nimmt, wer Teilzeit arbeitet etc.

    Kotz...

    ich versuche tatsächlich die Jungs nicht „öffentlich“ zu feiern. Mein ältestes Kind hat nämlich durch genau diese so wohlwollenden Kommentare „gelernt“, dass seine rosa Hosen gewöhnungsbedürftig sind und Toleranz nötig ist, um das zu „ertragen“. Trotzdem feiere ich jeden „rosa Jungen“ innerlich, da es rosa zu einer normaleren Farbe macht und irgendwann auch sensiblere Kinder (wie zum Beispiel meiner...) sich trauen ihre eigentlichen Lieblingsfarben zu tragen. Die „blauen Mädchen“ bekommen wenigstens „nur“ die anerkennenden Kommentare (das selbst die blöd sind, weiß ich ja, waren bei uns ja auch schon Grund genug fürs Unwohlsein). Trotzdem feiere ich (auch wieder innerlich...) jedes „blaue Mädchen“.



    [„blau“ und „rosa“ als Platzhalter für stereotyp-geschlechter-spezifisch gekleidet]


    Kiwi wenn du solch eine Zeitschrift findest, sag mir Bescheid - ich suche sein 2 Jahren eine für meine Nichte. Ne ganz normale Zeitschrift, die nicht nur Äußerlichkeiten und „wie gefalle ich Jungs“ thematisiert würde mir schon reichen. Feministischer als das muss sie dann nicht mal unbedingt sein.

    Illusionen haben auch was für sich. Ich habe Physik studiert. Ich wusste einfach nicht, dass das nichts für Frauen ist. Hat mir niemand gesagt. Sexistische Kommentare habe ich an der Uni im übrigen von niemanden gehört.

    Ist bei mir ähnlich, nur dass ich genau 1x einen sexistischen Kommentar bekommen habe, gleich am ersten Tag, als ich neben einer anderen Frau in der Mathevorlesung saß. Da sagte der Typ neben uns "das hier ist Mathe für Physiker" - "ja, und?" - "was, ihr studiert Physik?" - "ja, genau" - "aber doch bestimmt auf Lehramt, oder?" #flop

    Während des Studiums ging es bei mir eigentlich auch - bei mir fing es mit der Diplomarbeit an, das war echt nicht mehr lustig, aber alles ja nur als Witz gemeint und deshalb doch völlig in Ordnung (haben die Witze machenden Männer zumindest entschieden, ich sollte mich bei den wirklich seltenen Anmerkungen doch mal entspannen).


    Vor dem Studium würde ich x Mal gefragt, ob ich mir das auch gut überlegt hätte, ich wolle doch mal Kinder etc. Heute weiß ich dass genau diese Studienwahl mir heute im Ernstfall ermöglichen würde, meine Kinder und mich mit einer Teilzeitstelle durchzubringen.

    In meiner Angestelltenwelt ist Reisezeit im Normalfall Arbeitszeit, aber nur bis zu 4h mehr als der Arbeitstag eigentlich Stunden hat, also Max 11 oder 12h je nach Vertrag. Die Details sind inzwischen ein bisschen anders, aber an reinen Reisetagen kann ich nicht mehr als 12h (pro Kalendertag) abrechnen. Für lange Reise ginge es mMn auch nicht anders - da fallen u. U. ja fast 3 Arbeitstage für Hin- und Rückreise weg, da würde ich ja Unterstunden erreisen....

    Hier haben ja viele Familien eine Jahreskarte für die Wilhelma, ich kenne einige, die dort einfach zwischendurch zum Spazieren hingingen. Da erzeugt ein Ausflug des Kindergartens tatsächlich nicht das Gefühl, was für sein Geld zu bekommen.

    ABER: für die U3 und auch die jüngeren Ü3-Kinder ist ein Großeinkauf bei Wehrfritz o. ä. sicher besser investiert und sie haben viel mehr davon.

    So schön ich es finde, dass es unserer Region wirtschaftlich gut geht und mir das prinzipiell für alle wünschen würde, manchmal treibt es schon eigenartige Blüten und auf so manche Begleiterscheinung würde ich SEHR gerne verzichten.


    Bei uns hätten mind. zwei von drei Kindern durch ihr Verhalten während der Fahrt dem Rest der Gruppe den Tag versaut. Das andere hätte durch Weglauftendenzen im Park jedes übrig gebliebene Fitzelchen Nerven der betreuenden Personen restlos beseitigt...

    Hier gäbe es also schon aus Rücksicht nur Neins.

    Mit acht Monaten hatte ich das Baby abends ganz oft noch im Wohnzimmer einschlafen lassen - damit ich nicht ständig ins Schlafzimmer musste. Das hab ich so lange wie es ging gemacht (irgendwann sind wir Eltern bzw. was wir reden, sehen, hören zu spannend). Heute musste ich extrem häufig ins Schlafzimmer laufen, obwohl das Kind schon 13 Monate alt ist und eigentlich inzwischen etwas besser schläft, wenn es nicht zu spät einen Tagschlaf hatte (und das war heute nicht so).


    Ich frage mich bei solchen Erzählungen inzwischen immer, ob da die anderen das eigene Erleben schön reden. Alle meine und fast alle der Kinder, von denen ich sehr viel mitbekommen habe, hatten solche Phasen (bei meinen waren die Phasen immer nur von wenigen „normalen“ Tagen getrennt).

    Weiß die neue Kollegin dass du sie einarbeiten sollst?

    Das Verhalten klingt anstrengend, aber irgendwie auch „aufgesetzt“. Vielleicht denkt sie nur, sie müsste gleich klar stellen, dass ihr auf der gleichen Hierarchiestufe steht?!?


    Ich würde es auf jeden Fall bald ansprechen, wenn sie wirklich komisch ist, ist es besser du weißt es früh. Wenn sie sich nur wegen irgendwelcher Unsicherheiten oder Missverständnissen so verhält, wird es damit schnell besser.