Beiträge von Miriam

    Ich hätte mein Kind zur Toilette geschickt.

    Ganz kleine Kinder können noch nicht anders, das ist was anderes. Aber trockene Kinder dürfen gerne das WC benutzen, wie es schließlich auch die Erwachsenen tun.


    Die Begründung ist ganz einfach. Wenn ein Kind eine Fähigkeit erreicht hat, kann man sich auch diesbezüglich daran halten wie es sich üblicherweise in der Gesellschaft verhält. Ich möchte nicht unbedingt anderen Erwachsenen beim pinkeln in der Dusche zugucken müssen. Warum sollte ein Kind dann dazu angehalten werden, wenn es doch grundsätzlich bereit ist inzwischen zum WC zu gehen? Das ergibt für mich keinen Sinn, wenn es das Kind doch kann.

    Das ist das Problem, Viper11 Mir ist das völlig klar, wie blöd das für meine Kinder ist. Das ist wohl der Grund warum mich das so deprimiert.

    Ich kriege jedes Jahr zu hören, das die Kinder auch mal eine lange Ferienreise mit uns unternehmen möchten. Finanziell und strukturell war das aber bisher eben nicht möglich.

    Das ist so eine Sache mit den Ferien.


    Mein Mann kann 2 Wochen Urlaub nehmen und ich habe leider gar keinen Urlaub. Hier vor Ort gibt es keine Angebote, die für Teenager irgendwie interessant wären. In die normale Ferienbetreuung dürfen sie ohnehin nicht mehr gehen.


    Die Freunde meiner Kinder fahren in den Urlaub oder sind mir öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen.


    Daher sitzen meine Kinder in den Ferien viel zuhause rum und langweilen sich. Das ist schade, ich kann es aber nicht ändern. Daher freut sich mein jüngerer Sohn nichtmal wirklich auf die Ferien.

    Von daher dürften die Ferien dieses Jahr von uns aus gerne kürzer sein. Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr mehr bieten. Aber 6 Wochen werden wir so nie abdecken können. Und es wird sich auch wohl nichts daran ändern, das die Stadt höchstens Grundschülern noch ein interessantes Ferienprogramm bietet. Also ja, Ferien können auch langweilig sein.

    Ich weiß nicht, ich bin da irgendwie zwiegespalten. Ganz klar, dass das blöd für dich ist! Aber öffentliche Parkplätze sind nun mal für alle da.

    Mein Nachbar, der mich sonst auch nur mühsam grüßt, sprach mich neulich auch an. Ich stehe seit neuestem auf einem öffentlichen Parkplatz, weil wir nur einen PrivatParkplatz mieten dürfen und da steht mein Mann. Ich nutze also einen öffentlichen Parkplatz und komme relativ früh abends wieder, so dass ich leicht einen finde. Mein Nachbar wiederrum bringt seinen Lieferwagen abends mit und findet dann keinen Parkplatz mehr. In den Nebenstraßen sieht es nicht besser aus, so dass er letztlich mit seinem Lieferwagen irgendwo im Weg steht und dafür logischerweise kritisiert wird. Sprich: er fände es gut, wenn ich woanders parken würde, damit er eine Chance auf ‚meinen’ Parkplatz hat. Aber ich kann sein Problem da auch nicht lösen, denn mein Auto löst sich halt auch nicht in Luft auf. Und es gibt keine anderen Optionen.


    Es gibt in den Städten einfach zu wenig Parkplätze. Eigentlich bräuchte man so zentrale Parkhäuser und dann müsste man dort ein Fahrrad positionieren für die letzten Meter... Denn wie soll man Parkplätze schaffen, wenn da einfach kein Platz mehr ist? In unserer Straße wird sich dieses Problem in den nächsten Jahren noch massiv verschärfen, denn ich sehe da einige heranwachsende Autofahrer der Zukunft.

    Ich würde mich da an einen versierten Neurologen wenden, evt. mit Zusatzbezeichnung Schmerztherapeut. Für Nervenschmerzen sind das die richtigen Fachleute. Es gibt einige Möglichkeiten von Pregabalin bis zu verschiedenen Mitteln, die eigentlich gegen Epilepsie wirken, die da hilfreich sein können. Das sollte aber unter ärztlicher Kontrolle gemacht werden.


    Zusätzlich würde ich dann auch nach einem Termin in einer Schmerzambulanz schauen. Da könnten die Wartezeiten länger sein. Daher ist das vermutlich der längerfristige Plan, während man den Neurologen eher noch zu einem Notfalltermin überreden kann, weil Trigeminusneuralgie einfach ein Schmerznotfall ist.


    Mit normalen Schmerzmitteln wird es bei dir nicht getan sein. Also zögere nicht, dir da wirklich fachkompetente Beratung zu organisieren, denn Schmerz kann auch sehr schnell chronifizieren. Du tust dir also nichts gutes, wenn du einfach nur durchhälst.

    Ist die Tante vielleicht auch für nachts eine Option?


    Meine Schwester meinte damals, es wäre schwierig, weil sie ja auch arbeitet tagsüber.... Aber als es dann soweit war, kam sie doch und hat meinen ersten Sohn wunderbar durch die Nacht begleitet im Nebenzimmer. Hinterher war sie zurecht glücklich darüber so nah dabei gewesen zu sein. Ihr Chef hat dann ihre kleinen Klüsen gesehen und sie vorzeitig nach hause geschickt von der Arbeit. Gut, sowas kann einen Urlaubstag kosten... aber vielleicht wäre es ihr das sogar wert? Denn wie oft hat man die Chance ein Neugeborenes mitzubegrüßen?


    Mir wäre es wichtig, dass das werdende Geschwisterkind eine Begleitung hat. Die kann dann Fragen beantworten und auch die Betreuung sicherstellen, falls du verlegt werden müsstest.

    Hier würde mein Arzt auch noch keine Kompressionsstrümpfe verschreiben, wenn das Bein noch so geschwollen ist. Stattdessen würde er die Beine wickeln lassen. Das kann auch der Physiotherapeut. Mein Mann hatte letztes Jahr nach seiner Operation auch noch so ein scheußlich dickes Bein. Da hat immer die Person frisch gewickelt, die eben an dem Tag am Zuge war (Orthopäde, Physiotherapeut oder auch mal ich). Wenn sich die Lage dann beruhigt hat, würde ich die Strümpfe dann ausmessen lassen und sie für mindestens ein Jahr verwenden (nach 6 Monaten gibt es immer neue. Dann sind die auch relativ hin).


    Sobald du wieder laufen kannst und darfst, macht es Sinn viel spazieren zu gehen. Nach meiner ausgeprägten Thrombose damals haben sich schöne Kollateralen gebildet und meine Venenärztin ist immer völlig begeistert, weil das so gut geklappt hat und der Befund ungewöhnlich gut ist, fast wie bei einem Bein, welches nie was hatte.


    Das du da zwischen die Fronten gerätst zwischen Chirurg und Hausarzt ist unerfreulich. Das sollten die untereinander klären. Vielleicht kannst du auch weiterhin in Zukunft die Ärzte daran erinnern.

    Clexane ist teuer, aber das kann kein Argument sein, warum du das nicht bekommst, wenn es nötig ist. Was dein Hausarzt meint, nennt sich HIT= Heparininduzierte Thrombozytopenie. Die kann gefährlich sein und daher sollten tatsächlich unter Heparin Blutkontrollen durchgeführt werden. Allerdings kriegt längst nicht jeder Mensch eine HIT. Gottseidank, denn ich habe das Zeug monatelang spritzen müssen in der 2. Schwangerschaft. Heparin hat wie jedes Medikament Nebenwirkungen. Eliquis aber auch... Da spritzen generell unschön ist, wirst du dich ja ohnehin nicht darum reißen.


    Physiotherapie ist ja immer ein schwieriges Thema in der Medizin. Dir steht die Therapie zu, nur verschreiben will sie keiner. Denn die Ärzte haben die Budgetierung. Die Krankenkassen machen es sich da leicht. Die sagen natürlich immer ja, aber der Gelackmeierte ist am Ende der verschreibende Arzt. Der wird dann nämlich trotzdem bestraft, wenn er frecherweise zu viele kranke Leute hat. Ist nicht schön, aber damit stehst du leidet nicht alleine. Da müsste mal eine bessere Lösung her, die allen Beteiligtem gerecht wird.

    Okay, das klingt jetzt auch nicht so teuer. Ich durchschaue das überhaupt nicht. Meine Cousine hat mal in Süddeutschland gelebt und kam u.a. auch deshalb zurück, weil sie angeblich die Kindergartengebühren schon nicht zahlen konnte. Ob das nun so stimmt, weiß ich nicht. Aber sie hätte angeblich mehrere hundert Euro zahlen müssen. Das wäre dann in der Grundschule ja auch nicht günstiger geworden.


    Mir ging es aber auch nicht um die Frage Hort oder OGS, sondern eher darum, dass ich den Eindruck habe in anderen Bundesländern wäre die Betreuung besser und flexibler als in NRW.


    Edit: jetzt habe ich das Ausgangsposting noch mal gelesen. Da passt meine Frage gar nicht dazu. Also ignoriert es bitte. Ich habe Migräne und bin offenbar total neben der Spur.

    Hier auch NRW und ich bin froh, dass meine Kinder aus dem Alter raus sind.


    Wobei eine Sache: die Betreuung ist für die Eltern preisgünstig zu bekommen, weil ja eben auf Kosten der Betreuer und Kinder gespart wird. Und viele Eltern können halt auch gar nicht mehr bezahlen. Ich selber hätte es auch nicht gekonnt. So können wenigstens alle Kinder auch in die OGS gehen, wenn denn Plätze frei sind.

    Wie läuft das in anderen Bundesländern? Das würde mich mal inzeressieren. Denn es ist ja auch irgendwie blöd, wenn dann ärmere Familien nicht teilhaben können?

    Vielleicht kann dir auch dein Hausarzt noch einen Tip geben für einen passenden Facharzt. Oft kennen die sich untereinander doch ganz gut oder kennen zumindest vom hörensagen her, wer sich für welche Themen besonders interessiert.

    Ich würde mich auch mal umhören, ob es einen versierten Arzt für Hüften bei euch gibt. Eine zweite Meinung ist sowieso nicht verkehrt, wenn dir der 1.Arzt nicht wirklich helfen kann. Wir haben für unseren Sohn damals so einen Arzt aufgesucht und das war hilffeich.


    Es gibt auch Kliniken für manuelle Therapie, die ambulant behandeln. Aber ob das für dich das richtige wäre, weiß ich nicht. Mir hat das damals sehr geholfen, als ich in jungen Jahren starke Schmerzen in der Lendenwirbelsäulenregion entwickelt hatte. Da fiel auch den normalen Ärzten damals nichts mehr ein, weil die primär meine Wirbelsäule in den Fokus genommen hatten. In der Klinik hatten die da nochmal einen ganz anderen, neutralen Blick drauf, denn es war bei mir damals ein muskuläres Problem und der Befund an der Bandscheibe nur zufällig auch da. Die gucken halt nochmal alles an, was da so in der Nähe ist. Den Besuch musste ich damals allerdings privat bezahlen, obwohl das approbierte Ärzte sind. Die hatten halt keine Kassenzulassung. Ich weiß nicht, ob das heute so viele Jahre später immer noch so ist. Es war aber in jedem Fall bezahlbar.


    Aufgeben würde ich an dem Punkt jetzt noch nicht, denn du bist eingeschränkt und ob das langfristig das richtige wäre, ist doch ungewiss. Bewegungsmangel ist schließlich auch nicht gerade gut.

    Das ist unfassbar, Nachtkerze 😞 Gewalt in der Pflege ist ja leider auch nochmal so ein Thema. Die meisten Schwestern und Pfleger sind toll. Aber ich hatte auch mal so eine Schwester im Wochenbett, die richtig gemein war. Das macht einen echt fertig.


    Nollaun, ich würde das auch so verstehen, ja. Ich habe die Leitlinie aber nur überflogen gestern, muss ich ehrlich sagen.

    Es gibt noch so einige Probleme Dinge nicht mehr zu machen, die man aber früher immer gemacht hat. Das gilt bestimmt auch für das CTG, könnte ich mir vorstellen. Denn 1. die Patienten erwarten ein CTG in den Wochen vor der Geburt, 2. ist ein CTG ungefährlich/nicht invasiv und womöglich entdeckt man ja doch eine Frau, die ihre Wehen nicht bemerkt. Wobei man sich da dann auch nach der Konsequenz fragen dürfte, wenn das Kind schon kommen darf. Vielleicht gibt es auch noch mehr Punkte, aber hier schreibt ja scheinbar niemand, der in der Geburtshilfe arbeitet und das ausführen könnte.

    Die Krankenkassen hingegen steuern normalerweise sehr wohl gegen, indem Diagnostik, die nicht sicher Sinn hat, einfach nicht mehr bezahlt wird. Ärzte können das dann trotzdem machen, aber bekommen kein Geld dafür. Ob das für das CTG zutrifft, kann ich nicht sagen.

    Insgesamt muss aber im Gesundheitswesen sehr viel immer wieder gerechtfertigt werden. Es gibt da unglaublich viele Regeln, deren Einhaltung viel Zeit kostet.


    Ein Venenzugang gehört da aber sicher nicht dazu. Der kostet fast nichts und wird von daher ohnehin nicht separat bezahlt. Es müsste Untersuchungen geben, welche Risiken ein Zugang hat, denn die gibt es natürlich. Aber das ist dann sicherlich eine allgemeine Untersuchung und passt so nicht auf die Geburtshilfe, denn da muss der Zugang meistens nicht allzulange drin bleiben und die werdenden Mütter sind im Risiko sicher anders als der übliche 70 Jährige Lungenentzündungspatient z.B.

    Vielleicht gibt es ja irgendwo eine kleine Studie dazu, das ist natürlich öglich. Aber ich kenne sie nicht.

    Ein ganz anderes Problem ist die Übergriffigkeit, die durch Ärzte anscheinend immer wieder passiert. Mir selber ist das in den letzten Jahren nicht mehr passiert. In jungen Jahren aber durchaus öfter.

    Es kommt aber ganz ohne Frage auch heute durchaus immer noch vor. Man hört es ja immer wieder. Der eine oder andere Arzt hat hier in der Region seinen Ruf weg.

    Das ist aber längst nicht bei allen Ärzten der Fall. Wie in jeder Berufsgruppe gibt es da schwarze Schafe. In der Geburtshilfe finde ich es trotzdem oft besonders schwierig, weil es da so viele hausinterne Verfahrensanweisungen gibt... da bleibt wenig Raum für freie Gestaltung.


    Jedenfalls kann keine Leitlinie/Statistik für eine gute Arzt-Patienten Beziehung sorgen.

    Eine gute Arzt-Patientenbeziehung alleine ist auch nichts, wenn es an Fachkompetenz mangelt.

    Leitlinien werden von Fachgremien erstellt. Die sind danach für die Ärzte auch grundsätzlich erstmal bindend. Wer davon abweicht, muss dies begründen. Also mal eben anders machen, ist gerade in der Geburtshilfe tückisch, wenn man nicht verklagt werden will.


    Mediziner haben in der Tat weniger Statistik studiert, als es jemand getan hat, der sich eben auf Statistik versiert hat. Allerdings gibt es längst schon entsprechende Abteilungen in den Universitäten, die u.a. wissenschaftliche Untersuchungen begleiten und die Statistik im Auge behalten. So inkompetent scheint mir das ganze nicht zu sein.


    Niemand rät einer 25 Jährigen zur Mammographie, wenn es dafür keinen konkreten Anlass gibt. Das wäre doch auch Unsinn. Das sagt die Empfehlung zur Mammographie doch auch gar nicht aus. Bei den älteren Frauen könnte es aber sinnvoll sein. Abschließend geklärt ist es aber letztlich noch nicht. Die Sache basiert doch auf evidenzbasierten Daten, so weit sie denn vorliegen. Denn Daten aus dem Umland sind nicht zwingend gleichbedeutend für die deutsche Bevölkerung.

    Bei der Mammographie ist nicht die Statistik das Problem. Sondern die ethische Frage, ob es schlimmer ist viele Frauen unnötig zu ängstigen oder alternativ einen zusätzlichen Todesfall in Kauf zu nehmen. Da diese Frage dermassen brisant ist, ist diese Sache auch noch nicht wirklich abschließend geklärt. Die Daten werden noch weiter ausgewertet. Vielleicht wird uns die Untersuchung später nicht mehr angeboten. Ist durchaus denkbar. Und erst dann kann man sagen ‚ist halt so‘.


    Wird die Empfehlung dann vom Fachgremium verabschiedet, hat sich der Arzt aber erstmal daran zu halten eigentlich. Ich denke, es hat erhebliche Vorteile wenn nicht jeder Arzt alles neu erfinden muss, sondern gewisse Abläufe auch standartisiert sind mit der Option abzuweichen, wenn es sinnvoll erscheint. Eben weil ein Arzt Medizin studiert hat und nicht primär Statistik. Es ist also sinnvoll, wenn gewisse Dinge von Fachgremien eingeschätzt werden. An den Universitäten gibt es inzwischen mathematische Institute, die den Statistikteil im Auge behalten bei den wissenschaftlichen Abhandlungen und da kommt zumindest hier auch keiner dran vorbei.


    Die Leitlinien sollen aus wissenschaftlichen Arbeiten hervorgehen. Evidenzbasierte Daten sind dafür entscheidend. Man kann in der Leitlinie auch nachlesen, wie sicher evidenzbasiert die Empfehlung eigentlich ist. Da gibt es jeweils Abstufungen in der Formulierung. Problem ist aber: es gibt längst nicht immer evidenzbasierte Daten... ist vielleicht auch eine Frage der Finanzierung oft. Bzw. wirft man sich eher auf die besonders wichtigen Fragestellungen. Und wenn es keine Daten gibt, wirds kompliziert. Steht aber schon dann auch so drin in den Leitlinien.


    Alles hat seine Tücken... Ich hab z.B. damals auch viel auf die Aussage vertraut, Hausgeburten wären sicherer, weil Interventionsarm. Und da ist unter bestimmten Gesichtspunkten auch vielleicht durchaus was dran. Mir ging es jedenfalls bei Geburt 2 (Hausgeburt) super, während Geburt 1 (Krankenhaus) durch unnötige Interventionen verpfuscht wurde.

    Aber diese Daten sind halt auch alles andere als evidenzbasiert. Es gehen halt nur gesunde Frauen in ein Geburtshaus oder machen eine Hausgeburt. So funktioniert die Statistik dann ja auch nicht. Sondern es erscheint uns nur plausibel. Diese Daten sind überhaupt nicht vergleichbar.


    Wenn man jetzt zum Zugang zurückkommt. Es gibt wahrscheinlich keine Daten, das ein Zugang das Leben der Mutter retten kann. Aber es gibt umgekehrt eben auch keine Untersuchung, das er das nicht könnte. Wenn man dann mal jemanden mit Hypovolämie erlebt hat, entscheidet man dann eben eher so oder anders. Deswegen hätte ich mir als junge Frau damals eher keinen Zugang machen lassen. Und würde es heute anders sehen, weil ich letztes Jahr in einer ganz anderen Situation mal gesehen habe was eine Hypovolämie mit einem jungen Mann gemacht hat, der eigentlich Sportlervenen hatte. Das ändert eben die Perspektive.


    Hier ist mal eine Leitlinie zum Thema CTG: http://www.awmf.org/uploads/tx…schaft_Geburt_2014-06.pdf Ich hab sie nur überflogenund hab schon schönere Leitlinien gesehen. Aber sie passt noch am ehesten zum Thema hier.

    huehnchen69, mir geht es eigentlich nicht nur um die Bewertung von Stastiken. Das ist sicher ein wichtiger Punkt in diesem Strang! Ich habe aber keine Lust diesbezüglich jetzt auf Literatursuche zu gehen, da ich weder ein Kind erwarte, noch beabsichtige Hebamme o.ä. zu werden.

    Es geht mir eher darum auch die Persepektive von Leuten aus der Medizin aufzuzeigen. Und dafür ist das auch mit der Mammographie so ein Beispiel. Rein statistisch gesehen ist diese Untersuchung durchaus fragwürdig. Eben weil man auch nicht wissen kann, wie schlecht es den falsch-positiv getesteten Frauen geht. Deswegen finde ich das auch ein günstiges Beispiel, weil es kontrovers ist. Denn jetzt erst kommt die emotionale Komponente zu tragen. Ich habe die genauen Zahlen nicht mehr im Kopf.

    Es geht um diesen speziellen Einzelfall. Nur diese eine Frau. Wie würde es dem niedergelassenen Frauenarzt gehen, wenn er vom Screening abgeraten hat und dann ist diese Frau erkrankt und er hat sie da sitzen in seiner Praxis? Und fragt sich, ob er sie doch lieber überzeugt hätte dort hinzugehen...

    Um diesbezüglich sich selber zu schützen, kann ein Arzt sicherlich ergebnisoffen beraten und das ist auch das Ziel der Sache eigentlich und sollte Ergebnis dieses Seminars oben sein. Aber wenn man dann mal ein Rollenspiel macht, stellt man erst fest, wie schwer das ist sich komplett neutral zu verhalten. Ich hab das damals ausprobiert. Ich habe die Ärztin gespielt und eine Freundin die Patientin und es gab noch 5 Zuschauer. Die ‚Patientin‘ fühlte sich mit der Entscheidung überfordert und hat mir wieder gespiegelt, dass ihr das zu wenig war. Sie hat unbewusst darauf gewartet, dass ich ihr jetzt irgendwas rate. Die Zuschauer haben die Neutralität der Beratung beobachtet und waren zufrieden. Sie konnten aber nachvollziehen, warum die ‚Patientin‘ sich überfordert fühlte, weil es eben keinen Rat in die eine oder andere Richtung gab. War also auch wieder nicht richtig.


    Wäre ich jetzt Gynäkologin in einem Kreissaal würde ich wohl auch eine neutrale Beratung anstreben. Ich hatte ja selber eine Hausgeburt. Aber dazu gehört dann u.U, auch Tacheles reden und sagen, was im schlimmsten Fall passieren kann. Das wird dann aber von der Frau wiederrum als Drohung aufgefasst, was irgendwie logisch ist. Wie soll man denn bei solchen Sachen vorgehen, die emotional stark besetzt sind, aber trotzdem besprochen werden müssten? Da erscheint es als Arzt wirklich im ersten Moment einfacher einen Zugang zu legen und man erspart sich ein Gespräch, was einfach gar nicht neutral laufen kann, weil die Gefahr von Blutungen den Frauen Angst macht.


    Ich muss jetzt erst zur Arbeit....

    Nochmal wegen der Sichtweise von Ärzten... ich hab mir das mal überlegt. Wenn es jetzt meinetwegen ein statistisches Risiko von 3% gäbe eine schwere Blutung zu erleiden, die einen schnellen Zugang erfordern würde...


    Wäre ich jetzt die Schwangere, würde ich denken: ‚Na gut, 3% sind nicht wenig. Aber wahrscheinlich triffts mich ja wohl eher nicht‘. Und das ist ja auch realistisch und ich könnte mich sogesehen evt. auch gegen den Zugang entscheiden.


    Wenn man jetzt aber der Arzt ist, dann gehts ja nicht mehr nur um diese speziell eine Geburt. Sondern der Arzt wird in jedem Fall im Laufe des Jahres mehrmals mit diesem Notfall konfrontiert werden. Nur eben ohne vorher zu wissen, wen es treffen wird. Und da wäre es ganz schön vermessen zu sagen, die 3% wären weniger wichtig.


    Wir hatten was ähnliches in einem Seminar. Da ging es exemplarisch um das Brustkrebsvorsorgescreening und ob da die Risiken und der Aufwand überhaupt im Verhältnis stehen. Also um die Bewertung statistischer Daten. Wir waren uns im Seminar schnell einig, dass das Brustkrebsscreening eigentlich totaler Quatsch ist, weil es so viele falsch-positive Ergebnisse gibt und entsprechend viele Frauen unnötig Angst haben. Der Seminarleiter sagte dann nur ganz trocken zu uns: „Die Argumentation ist sicher richtig. Aber Sie haben trotzdem gerade eine Frau zum Tode verurteilt. Bitte bedenken Sie das auch“. Für Ärzte kann einfach diese eine Frau nicht egal sein, denn er ist an ihrer Seite beim sterben. Sehr wohl möglich ist hingegen sicherlich über das reale Risiko aufzuklären und dann die Entscheidung der Patientin zu überlassen...


    Oder ein anderes Beispiel. Meine Hausgeburtshebamme von damals, die ich ansonsten sehr schätze, rät den jungen Müttern davon ab beim Baby den Stoffwechselscreeningtest machen zu lassen, weil man dafür ja Blut abnehmen muss aus der Ferse. Das geht mir bis heute nach, denn dieser Test kann für ein kranken Kind lebensrettend sein oder zumindest vor lebenslanger schwerer Schädigung bewahren. Wenn man die Erkrankung dem Kind anmerkt, ist es schon zu spät und Schäden sind schon da. Natürlich ist das statistische Risiko für jedes Baby klein. Von daher kann man sich als Mutter so entscheiden. Denn da geht es nur um dieses eine Kind.

    Aber als Hebamme vom Screening abzuraten, finde ich unfassbar, denn sie wird in ihrer Laufbahn theoretisch durchaus mal ein Baby übersehen so. Einfach weil eine Hebamme an alle Kinder denken muss und nicht nur an dieses eine. Denn sie wird bei den vielen Geburten irgendwann die Nadel im Heuhaufen wirklich finden. Und dann ist Holland in Not.

    Es ist moralisch doch wohl in Ordnung alle Babys kurz zu ärgern, damit auch die kranken Kinder überleben.

    Was meinst du denn mit Asthmaspray?

    Cortisonsprays wirken frühestens nach einer Woche langsam, wenn man neu anfängt und es auch regelmässig anwendet. Das kann sinnvoll sein, muss aber dein Arzt mit dir entscheiden. Leute, die noch wochenlang nach einem Infekt husten, profitieren manchmal davon. Für Asthmatiker ist es fast immer zwingend nötig.


    Oder meinst du ein Spray, das die Bronchien weit stellt? Das hilft natürlich nur dann, wenn die Atemwege wirklich spastisch zu sind, was ja nicht unbedingt der Fall sein muss, wenn du sonst kein Asthma hast. Das kann dir auch nur dein Arzt sagen, wie er das einschätzt.


    Genug trinken ist eine Maßnahme, die auch sinnvoll ist... wenn die Schleimhäute trocken sind, reizt das noch zusätzlich.

    Zitat Nollaun: „Nicht jeder Notfall erfordert einen Zugang, siehe oben das Beispiel mit dem direkten Spritzen mancher Mittel.„


    Aber dafür braucht man auch trotzdem eine Vene. Und wenn man die nicht mehr auffinden kann, ist das keine gangbare Lösung.

    Ich würde mir heute einen Zugang eher lieber früh legen lassen, wenn man das noch ganz in Ruhe machen kann und der Arzt Zeit hat sorgfältig die optimale Stelle zu suchen. So wurde es bei meiner ersten Geburt damals auch gemacht und als es dann stressig wurde unter der Geburt fand ich sowieso schon die ganze Aufregung schlimm. Da hätte ich auch keine Freude mehr am Zugang legen gehabt und die Leute um mich rum erst Recht nicht.

    Ein Notfallkatheter über den Hals wäre so mein persönlicher Albtraum, weil das nicht ungefährlich ist, wenn man das auch noch schnell machen muss. Man kann auch den Knochen anbohren, wenn es wirklich dringend ist und darüber Infusionen geben. Stelle ich mir persönlich aber auch nicht gerade angenehm vor. Sprich: das möchte ich für mich wirklich nicht riskieren. Das darf aber jeder für sich abwägen, das ist klar. Nur sollte man das wissen, finde ich, worauf man sich im schlimmsten Fall so einlässt, damit man das für sich abwägen kann.

    Außerdem habe ich relativ schlechte Venen und ich hab schon mehrfach bei Krankheit erlebt, dass es bei mir schnell ausgesprochen schwierig wird überhaupt noch Blut abzunehmen. Ein Zugang wäre da noch komplizierter, weil die Dinger sind ja doch noch etwas dicker.


    Mein 2.Kind war dann eine Hausgeburt ohne Venenzugang. Wenn alles gut läuft, ist das natürlich viel schöner. Aber da habe ich mich damals eben auch bewusst dafür entschieden, dass es im Notfall dann richtig blöd sein könnte. Das habe ich damals für mich abgewogen.


    Wenn du keinen Zugang möchtest, würde ich also den Ärzten wohl signalisieren, das dir klar ist, welche Problematik dies im schlimmsten Fall bedeutet und du dich aber trotzdem so entschieden hast. Es kann sein, dass denen das im ersten Moment trotzdem nicht zusagt, weil die Ärzte ja meistens dann die Anweisung vom Chef haben, eben immer einen Zugang zu legen und sicher auch hinter dieser Dienstanweisung auch stehen. Aber netto werden die das schon akzeptieren, wenn du klar und deutlich sagst, dass dir evt. Risiken bewusst sind und du aber trotzdem so entscheidest. Denn dann können die das so in deine Akte reinschreiben und sind dann eigentlich aus dem Schneider (wenn der Zugang dort eigentlich Standart wäre, würde man sonst später womöglich befürchten, der Arzt hätte den Zugang vergessen und entsprechend einen hausinternen Fehler begangen).

    Das könnte dann tatsächlich ein persönliches Problem sein, was es nur hier gibt. Wir haben einen Hausarzt am Ort. Der ist aber der Ehemann von der Kinderärztin, die ihre Praxis eben im anderen Stadtteil hat. Die wünschen es nicht, wenn da hin-und hergewechselt wird. Theoretisch dürften die das ja eigentlich trotzdem nicht merken. Praktisch habe ich es aber schon einmal gemacht, weil kein Auto da war und es kam nicht so gut an.


    Aber ansonsten stimmt das. Das ist wirklich eine Option, die in vielen Fällen funktionieren könnte.