Beiträge von Matilda

    Ich vergaß den Zwinker-Smilie. Und ja, ich weiß auch, dass es auf den Baustellen haufenweise Monteure aus Ost- und Südosteuropa gibt, deren billige Arbeitskraft wir nutzen und bei denen es uns am Poppes vorbei geht, ob sie ihre Kinder aufwachsen sehen.


    Ich habe ein enges Familienmitglied, der jetzt, mit sechzig Jahren endlich nicht mehr das ganze Jahr lang für viel zu wenig Geld auf Montage fahren muss, sondern vor Ort arbeiten darf. Ich freue mich sehr für ihn. Und ich wünsche dieses Leben in fremden Städten in billigen Monteurspensionen niemandem, der es nicht haben möchte.

    Ja, schrecklich. Neulich hab ich mir genau dasselbe Gejammer von einem ca. 60-jährigen Kollegen angehört. Seine Kinder hat er leider nicht aufwachsen sehen, aber was muss, das muss.


    Bei uns in der Branche sind selbst die jungen Monteure nicht mehr bereit, jahrelang auf Montage zu fahren. Das sind gar keine richtigen Männer mehr. #freu

    Unbedingt ins Rudas-Bad gehen. Wir waren noch in zwei oder drei anderen Bädern, aber das Rudas-Bad gehört als einziges davon zur Liste meiner Sehnsuchtsorte.

    In der Synagoge hatten wir eine Führung, das war schön und beklemmend. Danach Flodni und Dobostorte essen in der koscheren Bäckerei Fröhlich. Lecker.


    Edit: Boah, schon wieder Urlaub. #top

    Wir haben jede Menge alte Stoffbeutel. Die sind alle jahrelang im Dauerumlauf. Zum Beispiel haben wir zwei Beutel, die ich vor etwa zehn Jahren von Nähdame geschenkt bekommen habe. Die werden derzeit als Schlafanzug-Beutel im Kindergarten benutzt.

    während der westliche Imperialismus unerwähnt bleibt.

    Echt? Die haben nicht die Kolonialzeit behandelt? Das ist an sich schon Teil der Bildungspläne.

    Sorry, ich bezog mich auf den Nachkriegsimperialismus. Aber das Kind lässt mich auch sehr wenig wissen, was es in der Schule lernt, also ist mein Bild sehr unvollständig.

    ich müsste jetzt etwas ausholen, um zu verdeutlichen, wie verzerrte weltbilder auch in die andere richtung funktionierten und funktionieren.

    Das widerspricht doch nicht der Tatsache, dass in der DDR verzerrte Weltbilder vermittelt wurden. Und wenn Du vehement behauptest, was in meinem Heimatkundeheft steht, das nebenan im Schrank liegt, und in meinen Kinderbuch steht, das nebenan im Regal steht, könne darin gar nicht stehen, dann hilft das nicht.

    Ich denke, dass ein idealisiertes DDR-Bild der Sache nicht hilft, sondern schadet.

    fürs protokoll: ich habe das so nicht gelernt.


    gern suche ich mal nach offiziellen lehrplänen der ddr. die sind sicher zu finden.

    Ich habe das so sicher auch nicht in der Schule gelernt, sondern der Schule und der mir verfügbaren Literatur entnommen und mir mein eigenes Bild daraus gebaut. Ich war zehn Jahre alt, ich konnte das nicht differenzieren. Ich hatte keinen Zugang zu Erwachsenen, die mir irgendwas erklärt hätten, habe also alles ausschließlich offiziellen Quellen für Kinder entnommen, die nicht alle auf dem damals aktuellen Stand waren. Und Stalin wurde in der älteren Literatur durchaus verehrt und wurde dann einfach nicht mehr erwähnt. Es fehlte mir also die Aufklärung über die korrigierte Geschichtswahrnehmung, denn ich war noch zu klein, um den Sputnik zu lesen.


    In meinen alten Heimatkundeheften wird übrigens Thälmann jährlich erwähnt und beschrieben, dann noch Marx und Engels, Lenin, das Manifest der Kommunistischen Partei, die Gründung der KPD, die Gründung der DDR, Wilhelm Pieck, Erich Honecker, Walter Ulbricht, Otto Grotewohl, verschiedene Parteitage der SED, die Gründung der Pionierorganisation, die Herrschaft der Faschisten, deren Unterdrückung des sowjetischen Volkes, der Kampf der deutschen Antifaschisten mit den Kommunisten als führende Kraft, die FDJ, die Nationale Volksarmee, die Grenztruppen und Kampfgruppen der DDR. Das ist zumindest alles, was ich darin über Geschichte finde (ich habe noch drei verschiedene Hefte, vermutlich Klasse 2-4). Da nervt es mich, wenn über den tollen Geschichtsunterricht für Grundschüler in der DDR berichtet wird.


    Edit: Es nervt mich noch viel mehr, wenn meine Tochter in der Schule die Deutsche Teilung als Gegensatz zwischen Diktatur und Demokratie kennenlernt, während der westliche Imperialismus unerwähnt bleibt.

    Ich bin z.B. ziemlich sicher, dass ich Ende 4. Klasse gewusst habe, in welchen Jahren der 2. Weltkrieg war.

    Das wusste ich auch. So wie ich wusste, dass mindestens 80% der Leute in Deutschland Antifaschisten waren und dass das Ziel der Faschisten in erster Linie die Vernichtung der Antifaschisten und Kommunisten war und dass sie niemanden mehr fürchteten als Ernst Thälmann und dessen Ermordung das größte Verbrechen des Faschismus war. Neben Thälmann waren Lenin und Stalin die wichtigsten Guten der Geschichte. Und ich hatte ein recht großes Interesse an Geschichte und hab alles aufgesogen, was ich in die Finger bekommen habe. Was eben so für Kinder verfügbar war.

    Ich weiß nur, aus meinem Umfeld, daß das Mathewissen noch nicht mal ausreicht um ein Fach mit Mathe (aber eben nicht nur Mathe) studieren zu können, da muß vorher was nachgeholt werden. Weil bestimmte Themen gar nicht im Schullehrplan vorgesehen sind (Erfahrung für Niedersachsen, NRW und B, also nicht Bayern). Das geht auch, aber vor dem Hintergrund ist fraglich, ob es sinnvoll ist da nochmal downzugraden.

    Maschinenbau in Sachsen hatte vor 20 Jahren auch schon Vorkurse in Mathe und Physik. Ich fand das damals gar nicht schlimm. Andere Leute holten im Studium das Latinum nach oder gingen zum Sprachenlernen ins Ausland oder machten ein Praktikum oder ein FSJ.


    In meinem Studium hab ich übrigens komplizierte Mathematik gelernt, im Alltag als Ingenieurin brauche ich als max. Schwierigkeit den Dreisatz. Weil das Problem nie die Mathematik, sondern immer die nicht vorhandenen Eingangsdaten sind.

    Meine Tochter hat sich mit sieben oder acht Jahren eine Babypuppe sehr gewünscht und auch bekommen. Mit der hat sie eine Zeit lang gespielt. Insgesamt war sie aber nie eine große Puppenmutti. Stattdessen wurden gemeinsam mit dem besten Freund viele Jahre lang Rollenspiele mit Playmobil gespielt. Ich selbst habe bis weit über die Grundschulzeit hinaus mit meinen Puppen gespielt. (Und finde die Frage ulkig, ob mit vier die Puppenzeit schon vorbei ist, wenn sie da doch gerade erst anfängt.)

    Ich würde an Deiner Stelle eher noch ein, zwei Jahre warten und dann eine Puppe schenken, wenn sie sich ohne Nachfrage eine wünscht.

    Ab welchem Einkommen macht es einen Unterschied? Bis zu welchem Einkommen kann man/darf selber entscheiden, wohin man spendet und wohin nicht (und ob überhaupt oder mit der Familie Urlaub macht... die Musikschule bezahlt...) , ohne mit Vorwürfen deswegen rechnen zu müssen?


    Was wäre gewonnen, wenn die "Superreichen" ihr Geld ganz für sich behalten hätten und, wie du sagst, auf diese Weise für Notre Dame deutlich weniger zusammen gekommen wäre?

    (Denn daß es für sie eine Entscheidung zwischen Seenotrettung und Notre Dame war, glaub ich irgendwie nicht.)

    Die Diskussion vermischt sich. Unabhängig von der Frage, wofür man spenden “darf“ muss sich die Aufmerksamkeit auf die Tatsache richten, dass Milliardäre nicht “ihr“ Geld, sondern gestohlenes Geld spenden und damit überhaupt nicht spenden, sondern lediglich weniger stehlen.


    Ein Einkommen, dass man mit seiner eigenen Arbeit erwirbt, wird sehr selten in der Dimension sein, die hier kritisiert wird. Davon “darf“ man spenden, wofür man möchte.


    Das schlechte Gewissen der kleinen Leute und das sich angegriffen fühlen von Leuten aus dem gehobenen Mittelstand ist vollkommen unnötig.

    Zitat:

    "Hätten die drei reichsten Familien Frankreichs gar nichts gemacht und sich eine neue Yacht gekauft, anstatt Geld für Notre-Dame zu spenden - niemand hätte sich beschwert."

    Ja, weil man weiter verdrängt hätte, dass es Menschen gibt, die andere Menschen und unser aller natürliche Ressourcen derart ausbeuten, dass sie so viel Geld haben können. Mir zumindest geht es so, dass wenn ich das nicht 95% der Zeit verdrängen würde, müsste ich andauernd kotzen ... oder gucken, ob es die RAF noch gibt.

    Bei uns zu Hause wurde immer drinnen versteckt. Es gab immer viele süße Nester, für die Geschwister mit Schildchen gekennzeichnet. Ich hab das als ganz warme Erinnerung, wie die blaue Kutsche mit den Hasen-Pferden hinter dem Sofa steht - oder hinter der Gardine.


    Und morgens beim Aufwachen stand immer ein großer Schoko-Osterhase vor dem Bett.


    Dieses Jahr fahren wir Ostern zu meiner Mutter und ich hoffe ein bisschen auf die blaue Kutsche und den Ostermorgen-Hasen.