Beiträge von Talpa

    Ich gehöre ja derselben Zunft an wie Solveigh, die weiter vorne erwähnte, dass sie mindestens zwei lebende Fremdsprachen können musste. Das ist bei uns noch extremer, da sind die Landessprachen und Englisch schon mal vorausgesetzt - und die Bereitschaft weitere Sprachen zu lernen wird erwartet.

    Das heisst für mich, dass ich Französisch so einmal im Monat brauche, andere Sprachen häufiger - und das nur im Beruf, noch ohne Urlaub ;)


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Aber warum ist es Dir dann so enorm wichtig, dass Deine Tochter "korrekt" entscheidet?

    Und warum - abgesehen von den goldenen Zungen dieser Lehrkräfte, die offenbar ihren Beruf verfehlt haben und lieber in die Werbung sollten - glaubst Du, dass ausgerechnet Latein dabei hilft?


    Mittelalterliche Heldendichtung war übrigens auch mit Französisch nett, da gab es nämlich auch schöne altfranzösische Stücke, die ich - die Franz-Hasserin - freiwillig gelesen und übersetzt habe...

    Ich kann nur dick und fett bei Viva unterschreiben: humanistische Bildung lebt frau - ob mit Französisch, Suaheli oder Latein...


    Und alles, was Dir so vorschwebt an tollen Zusatzkompetenzen lernt kind völlig unabhängig vom Inhalt - WENN, und das ist der grosse Knackpunkt, das Lernen Freude macht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Fürs Protokoll: ich hatte kein Latein an der Schule - und trotzdem eine solide humanistische Grundausbildung. Latein mit seinen 1500 Vokabeln Grundwortschatz (von denen die meisten Wörter im Deutschen kaum gebraucht werden) habe ich an der Uni nachgeholt.


    Ich finde, Du kannst für Deine Tochter entscheiden, wie Du willst, aber sei ehrlich zu Dir und ihr: "Mutter trauert der eigenen, verpassten humanistischen Bildung nach und darum musst du Latein lernen."

    Wenn ich Dich gerade so lese wäre das psychologisch deutlich gesünder als dieser schlecht verbrämte Druck, den Du ausübst.

    Und ja, ich schreibe das bewusst sehr hart, denn es geht um ein Kind und wie es die nächsten Jahre gestaltet haben wird...


    Du weisst einfach nicht, was in 10 Jahren sein wird: vielleicht zieht Deine Tochter wie viele Deutsche im die Schweiz, dann würde ihr Französisch helfen, vielleicht arbeitet sie für eine NGO in Mexiko, dann wäre Spanisch toll oder vielleicht wird sie Altphilologin, dann nützt ihr Latein... aber jetzt eine 12-jährige durchzuplanen finde ich völlig sinnlos...


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Meine sind Stadtkinder, da war ich Tobe-Anfälle auf dem Gehsteig gewöhnt ;)

    Meine Schweissausbrüche hatte ich bei Besuchen auf dem Land, weil ihnen der Verkehr dort völlig fremd war...


    Wir machen seit wir Kinder haben einmal im Jahr eine Städtereise, ich liebe das sehr!


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Das finde ich das Tolle am "Bildungskanon": es ist unterdessen so viel drin, dass jeder eine andere Auswahl treffen kann - und da halt mal mehr "klassische" Bildung rauskommt und mal mehr "moderne"... Wichtiger finde ich, dass jede Form von Wissenserwerb auch zusätzlich Kompetenzen schult. Und die erachte ich als elementar für unsere Kinder in der Zukunft: wie erarbeite ich mir Wissen - nicht: was habe anno dazumal gelernt?


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Könnte es evt. daran liegen, dass der Lehrplan nunmal in erster Linie für Fachpersonen geschrieben ist? Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ich Fachliteratur in Deinem Beruf auch nicht einfach so verstehen würde?


    Ich verstehe schon so manche Lehrperson, die sich ständig in ihrer Fachkompetenz angegriffen sieht, für mich war (und ist) das der Hauptgrund, warum ich nicht Lehrerin werden möchte.


    Ich mag übrigens den neuen kompetenzorientierten Lehrplan hierzulande sehr - ich glaube diese Vielfalt wird den Kindern viel eher gerecht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Erstens war es nie "Ein Reich" (was hasse ich diesen falsch vereinfachten Geschichtsunterricht - an der Frage Deiner Tochter merkt man, was da für falsvhe Bilder geprägt werden), sondern schon immer ein von Einwanderungen und Eroberungen geprägtes, kulturell vielfältiges Gebiet.

    Aber davon abgesehen: erst eroberten die Perser viele Stadtstaaten (6. Jhdt v.Chr.), dann Alexander der Grosse, dann... und so fort...


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Und dann Latein an einer Schweizer Uni, wo sich die Cee-Fraktion und die Kaa-Fraktion die Waage hielten... :D


    ICH mag mein Wissen auch, Susan, ich habe aber auch einen Faible für einen humanistischen Bildungskanon, gerne noch mit etwas Kurvendiskussion.

    Asreileeth: das meinte ich eigentlich nicht. Also nicht die Eltern, die dem Kind mal sagen, geniess die Zeit, eine Lehre nach der 9ten ist schon was Anderes (und da weiss ich gut, wovon ich rede, mein Sohn ist gerade an dem Scheideweg, bald entscheidet es sich, ob er weiter "sinnlos" lernen darf oder ob er ins Erwerbsleben gehen muss).

    Ich meinte jetzt eher so die "Optimierer-Fraktion": Latein für die Konzentration, Instrument für die Feinmotorik... statt einfach mal ein Hobby ein Hobby sein lassen: Spass und Freude.

    Das was Du meinst, kann ich gut verstehen, wir wünschen uns ja alle das Beste für unsere Kinder.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Etwas vom Hauptthema abgeschweift, aber ein Punkt, der mir gerade sehr auffällt:

    Ich finde das ein ganz trauriges Weltbild, in dem Wissen nur "gutes Wissen" ist, wenn es einen Zweck erfüllt. Schon für Erwachsene, aber im Besonderen für Kinder und Jugendliche! Die sind ja sozusagen Wissenaneignungsmaschinen, genetisch darauf programmiert alles zu merken und erinnern. Und als Schulkinder wurde ihnen da vieles schon sehr erfolgreich ausgetrieben an Neugier (und nein, da sehe ich nicht nur das Schulsystem schuld, dieser Thread ist ja im Moment nicht der einzige aus Elternsicht zum Thema: "wie pushe ich mein Kind") - und dann HAT ein Kind eine eigene Neugier auf etwas, ein Bauchgefühl und was passiert? Die Mutter (und wahrscheinlich der Rest ihrer Umgebung) versucht ihr nur "Sinnvolles, Nützliches" zu raten...


    Mei, ich habe bis anhin meine Kenntnisse zu mittelalterlicher Heldendichtung aus der Schule nicht anwenden können. Aber ich hatte eine Menge Spass damit, damals!


    Also schliesse ich mich kurz gefasst liddy an: Bitte, entspann Dich! Deiner Tochter zuliebe.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Ach Aury, das haben doch jetzt wirklich schon genug Userinnen (zum Teil vom Fach) erklärt:

    - man wird durch das Lernen von Latein nicht strukturierter (Strukturiertes Lernen übt man durch.... tadaaa.... strukturiertes Lernen, völig schnuppe mit welchem Inhalt)

    - man wird durch Latein nicht besser in Bio und Geographie (sorry, die zwei Handvoll abgeleiteter Fremdwörter lernt man auch so) - oder in was auch sonst immer. Man wird schlicht und ergreifend halt besser in Latein...


    Mein ganz persönlicher Tipp: wenn Du so verliebt in Latein bist, mach einen VHS-Kurs für Dich selber ;) vielleicht macht es Dir Spass?

    Aber lass Deine Tochter jetzt nach ihrem Gefühl entscheiden - und was ich hinter all den "Aury-Wünschen und -Vorstellungen" rauslesen konnte ist das eher Französisch, was zu ihr passt.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Keine Milch gekauft sondern bei den Schwiegereltern aus dem Stall geholt. Die war noch warm......

    Jetzt muss ich sehen was ich mit 2 Litern Milch hier so anstelle😇Bin alleine und Mittwoch ist die dann schlecht.

    Sauermilchkäse machen?

    Paneer zum Beispiel aber auch jedes andere Rezept ist möglich.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Es tut mir leid, wenn ich Dir auf die Füsse getreten bin - ich wollte nicht Erfahrungen aufdrücken, wenn Du die gar nicht hören möchtest.


    Allerdings würde ich persönlich jetzt, wenn ich nicht der Meinung wäre wie die Lehrperson, das Üben zuhause mit egal welchen Materialien sein lassen. Ich habe immer das Gefühl, Kinder merken äusserst genau, ob mir ernst ist bei einer Sache oder ob ich es "halt mache, weil man das so macht". Ich denke, da könnt Ihr Eure gemeinsame Zeit sinnvoller nutzen. Zumindest fühlt es sich für mich so an.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Ja, für viele Fächer braucht man das Latinum - aber eben, das lässt sich nachholen an der Uni. Und da ist die Motivation schon einfacher aufrecht zu erhalten als als Schülerin mit der Aussicht auf eine evt mal mögliche Fachwahl in x Jahren...

    Ich würde schlicht nach jetzigen Interessen und Vorlieben entscheiden lassen. Oder halt würfeln, wenn das Kind keine Präferenz hat.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Na, dann ist doch gut - dann brauchst Du ja offenbar keine anderen Erfahrungsberichte, wenn Du Dir so sicher bist. Da hatte ich Dein erstes Post fehlinterpretiert.

    Da wäre es vielleicht das nächste Mal sinnvoller gleich dazu zu schreiben, dass Du Dich nur über die Lehrerin auskotzen möchtest.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    #weissnicht Ja, wenn es Dir nicht wichtig ist... dann ist doch gut.


    Bei uns hat es dem Kind insofern "geschadet" (und tut es immer noch), als es ihm Wege verstellt, die es eigentlich einschlagen könnte, weil es clever genug dafür wäre. Und es hat ihm gründlich die Freude an Lesen und Schreiben ausgetrieben... die kommt erst jetzt langsam wieder.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Aus unserer Erfahrung: sei froh, dass die Lehrerin nervt. Wäre das bei uns so gewesen, wäre meinem Sohn eine Menge Kummer erspart geblieben.

    Sehr vielen Kindern reicht Lesen und das bisschen Verbessern, was in der Schule läuft - aber einige brauchen etwas mehr Übung und profitieren von Rechtschreibtraining (welches ist glaube ich hauptsächlich Typsache - der Tipp mit dem Legen ist toll, das hätte mein Sohn wohl gemocht).


    Liebe Grüsse


    Talpa