Beiträge von Talpa

    Mir den Mund zu verbieten, wegen etwas, was in keiner Weise geschrieben habe, ist aber völlig ok?


    Ich bin tatsächlich stinkesauer, weil mich Deine Unterstellung sehr verletzt - und finde ganz ehrlich Deinen Ton mir gegenüber auch ziemlich verfehlt.

    Ich bitte Dich, meine Posts nochmal zu lesen und wenn sie Dir nicht weiterhelfen, sie einfach zu ignorieren. Deiner Tochter unterstelle ich gar nichts.

    Da darf ich den Ton doch gleich mal zurück werfen: was soll das?! Du hattest eine Frage gestellt, ich habe geantwortet, was ich in persönlichen Gesprächen so von Menschen erfahren habe, wie sie es empfinden, wenn andere ihrer Liebe einen Namen geben möchten - Das ist absolut kein Grund mich so anzupampen, vielen Dank auch!

    Ich bin gerade ziemlich sauer.

    arbeitet dein mann wegen der kinder teilzeit?

    würde er ohne kinder heute vollzeit arbeiten?


    wenn ja, dann hat es doch auch mit den kindern zu tun.

    So langsam beginne ich zu verstehen, was die unterschiedlichen Posts meinen.


    Als ich mich für ein Kind entschieden habe, war mir klar, dass ich mich sozusagen für einen weiteren Beruf entscheide (so rein vom Stellenprozent her). Ich habe mir einen "Zeit- und Kraftfresser" in mein Leben geholt. Meine Kollegin hat hingegen ein Orchester, eine andere ein grosses politisches Engagement... Mit dieser Entscheidung war auch klar, dass wir unsere Kraft anders verteilen wollen/müssen.


    Ich verstehe jetzt, dass für viele hier Leistungsfähigkeit einen Vollzeitjob beinhaltet - da dies in meiner Lebenswelt so gar nicht vorkommt, hatte ich das nicht in der Art auf dem Schirm.

    So gesehen kann ich für mich sagen:mit Familie halte ich mich und meinen Mann nicht für genug "leistungsfähig" 200% ausser Haus zu arbeiten. Aber das wäre auch null gewünscht von uns. Innerhalb dem von uns gewählten Konzept "leisten" wir jedoch nicht weniger als vorher (aber natürlich anerkenne ich die Erfahrungen der Anderen).


    Gesamtgesellschaftlich finde ich es nicht erstrebenswert, dass ein "Weitermachen wie immer" das Modell für alle Lebensphasen sein soll. Ich wäre für viel flexiblere Lebensarbeitszeit.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Dass es sich bei Erwerbsarbeit und deren Leistung ausschliesslich um 100%-Pensen geht, habe ich im Ausgangspost nicht gelesen und finde, dass interpretierst Du da rein, Trin, ich nicht (ich hatte auch schon vor den Kindern keinen 100% Job und würde auch heute kaum in einem solchen arbeiten).

    Bei der Definition von Leistung kommen wir nicht zusammen.


    patrick*star : das sind tolle Beispiele - nicht das Kind alleine ist die Belastung, sondern der Macker, der auch gebügelte Hemden will (aber frau soll trotzdem bald wieder einsteigen, weil sich das lohnt - aber das Bügeln, das macht sie so routiniert, das macht weiterhin sie).


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Für mich bleibt im Grunde aus allen Postings über: wenn ich gestresst, übermüdet und überlastet bin, dann schadet das allen meinen Leistungen. Und umgekehrt, wenn ich meinen Lebensbereich Familie auf eine Art regeln kann, die mir gut tut (zeitlich, unterstützungsmässig, finanziell...), dann kann ich den Lebensbereich Lohnerwerb auch leisten.


    Ich hatte das Glück, das viele Stellschrauben bereits passten, andere konnten wir anpassen und uns so einrichten, dass ich meine Arbeit meistens sehr geniesse.

    Wenn die Umstände hingegen so stressig sind, wie manche hier beschreiben, verstehe ich, dass die Kraft ausgeht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Flickan, der Satz: "Weil ich mehr Elter war als er" trifft es für mich sehr gut.

    Und ich sehe mich auch in Hannas Worten sehr gut: vieles an "Leistungsabfall", welchen ich lese, sehe, höre ist nichts anderes als besch* Rahmenbedingungen für Mütter - und ja, ich meine ausschlieslich Mütter in diesem Fall.


    Die hatte ich zum Glück nicht und vielleicht auch deshalb keine Verschlechterung meiner Arbeit erlebt? Oder hatte ich schon vorher Arbeitgeberinnen, die "normal" waren und ihre MitarbeiterInnen als Menschen ansahen?


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Ja, im Kühlregal wäre es der echte Hit! Die Salate sind nämlich echte Müllschleudern...


    ToGo-Becher habe ich genau einen, der dafür wirklich dicht ist und so auch ausgetrunken in meiner Tasche rumfliegen darf.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Klingt nett - aber irgendwie auch ein bisschen aufwendig.

    Ich kenne es so, dass praktisch alle TakeAways eigene mitgebrachte Gefässe akzeptieren (in dem Öko-TakeAway neben meinem Geschäft ist frau ohne eigenes Gefäss schon langsam eine Exotin...).


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Wir reden da von sehr unterschiedlichen 100%, denke ich. Wenn 100% in manchen Köpfen völlig unschaffbare Arbeitspensen sind (oder nur schaffbar, wenn die Person übermenschliches leisten kann), dann ist da was ganz anderes im Argen als nur Elternschafts-Leistungsabfall.

    Meine Arbeitgeber erwarten von mir, dass ich die mir anvertrauten Aufgaben möglichst sorgfältig und speditiv erledige - sie erwarten aber nicht, dass ich ständig für 2 Personen schufte... und zu meinem Job - den man auch mit "ständig unter" bezeichnen könnte: ständig unterfinanziert, unterbesetzt und unter massivem Zeitdruck ;) - gehört auch, dass ich hinstehe und sage: xy geht nicht, wenn YZ gehen soll. Priorisierung ist mein zweiter Vorname.

    Aber für mich ist das 100%- ich tue, was ich kann (mit allen "Mist, heute ging mal gar nix vorwärts" oder "Mei, dann halt alles nochmal von vorne" die da so anfallen) - und in dem Sinn gab ich vor den Kindern meinen Arbeitgeberinnen nicht mehr als heute. Manches vielleicht anders, aber einen echten Leistungsabfall im Sinne: kann den Arbeitsanfall nicht mehr bewältigen? Nein, das hatte ich tatsächlich nicht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    100% Leistung sind für mich immer auf die anteilige Arbeit zu sehen. Eine Ärztin in Teilzeit arbeitet vielleicht nur an einem Tag in der Woche, macht ihren Job in der Zeit aber gut. Unabhängig vom Kind. Das ist für mich dann doch kein Leistungsabfall.

    So sehe ich das.

    Ausser in emotionalen/gesundheitlichen Extremsituationen erwarte ich von den Menschen, die mit mir zusammen arbeiten, dass sie ihren Job gut machen - wenn ich, weshalb auch immer (es gibt eine Menge Möglichkeiten, warum mir ein 60%-Pensum lieber ist als eines mit 100%, Elternschaft ist nur eines davon) das Gefühl habe, nicht so viel Erwerbsarbeit zu leisten wollen/können, dann passe ich mein Pensum dementsprechend an. Aber in den Stunden, in denen ich am Arbeitsplatz bin, versuche ich mich darauf zu konzentrieren - was aber auch voraussetzt, dass vorher und nebenher vernünftige Entlastung da ist. Wenn ich weiss, mein Mann ist beim fiebernden Kind, dann bin ich zwar nicht völlig frei von Sorgen, aber doch soweit entspannt, dass ich arbeiten kann und mein Arbeitgeber weiss, warum er meinen Lohn zahlt. Wenn ich hingegen zuwenig Hilfe habe, das Kind nicht in Händen weiss, bei denen mir wohl ist - ja, dann ist es sehr schwer für mich, komplett zu entspannen und zu leisten.


    "Abschalten" kann ich in dem Sinn niemals - dazu ist mein Beruf zu sehr Berufung, natürlich lese ich auch mal beim Einschlafkuscheln einen Fachartikel... Die 200% aus dem Studium, die jemand erwähnte, sind bei mir aber auch irgendwie immer geblieben.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Ja, dann verstehe ich das auch anders als Du: wenn mich ein Kunde in meiner freiberuflichen Arbeit für 3 Stunden bucht, dann bekommt er 100% von diesen 3 Stunden. Das war schon während meinem Studium so, auch nach durchgemachten Partynächten - die Arbeitgeber zahlen schliesslich dafür.

    Wieviel % Arbeitszeit, gemeinsame Zeit und Betreuungszeit eine Familie braucht/will/wählt, ist aber schlicht die Sache dieser Familie - und ist sehr individuell.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Entschuldigung, aber da muss ich gerade vehement widersprechen: es gibt null evolutionären Grund, keinen hirnphysiologischen oder sonstwie "angeborenen" Grund, warum Frauen mehr mental load haben etc.

    Das sind anerzogene und kulturell erwartete Konzepte, die machen, dass niemals jemand einen Mann fragt, ob er Job und Familie unter einen Hut bringt...


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Kajak : naja, was die Medien machen, weiss ich nicht - aber ich verbringe definitiv zu viel an meinem Arbeitsplatz, um meine Arbeit nicht zu mögen.

    Für mich ist es tatsächlich wichtig, meinen Job zu mögen, sonst ist mir zuviel Lebenszeit verschwendet.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Ich finde auch, die Baby/Kleinkindzeit war körperlich anstrengend - aber ich habe die Arbeit immer als Erholung empfunden. Allerdings hatte ich a) jeweils nur ein kleines Kind aufs Mal und b) mein Mann ebenfalls seine Arbeitszeit reduziert.


    Drei Kinder, Job und wahrscheinlich Vollzeit arbeitender Vater (?) - das ist schon ein schier unmenschliches Pensum und irgendwo wird die Leistung nachlassen.


    Wenn Dich der Morgen am meisten stresst, könnte das schon eine Entlastung sein, wenn der Mann mehr Spätdienst macht. Wichtig ist, was EUCH entlastet - ich habe bei uns den Eindruck, dass es weniger der Zeitgewinn ist, als eine gute Aufteilung und Organisation der Zuständigkeiten.

    Mein Mann würde zum Beispiel beim regelmässigen Morgendienst durchdrehen (oder zuerst die Kinder), dafür kruschelt er abends auch nach harten Arbeitstagen völlig entspannt um die Kinder, kocht Abendessen und betreut Hausaufgaben bis ich da bin.


    Ich würde mich wohl mit dem Mann mal hinsetzen und nochmal Stellschrauben Punkt für Punkt durchgehen - und wenn Jobwechsel Dich entlastet, dann würde ich es in Erwägung ziehen (ist ja nicht für alle Zeit).


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Ja, da bist Du wahrscheinlich eher die Ausnahme.


    Ich konnte mich in so Berufe auch hinein träumen, aber ich wollte Ärztin (und Forscherin/Abenteuerin und Archäologin) werden, nicht Arzt. Das war Herr Müller und ich wollte schon, dass mir die Leute dann Frau Talpa sagen ;)


    Liebe Grüsse


    Talpa