Beiträge von janos

    Bei manchen Arztbesuchen ist das aber mit dem rechtzeitigen Absagen des Termins schwierig. Bei gynäkologischen Vorsorgeabstrichen muss ich außerhalb der Menstruation sein, das kann sich innerhalb von 24h ändern (und ich habe hier Wartezeiten von mehreren Monaten auf den Termin, nix mit planen nach Zyklus).

    Auch bei Lungenfachärzten, wenn es darum geht Akutsymptome zu untersuchen, kann es Sinn machen, kurzfristig abzusagen wenn die Symptome gerade abgeklungen sind.

    Wie gesagt, hier sind die Ärzte bei begründeten Absagen sehr kulant, auch kurzfristig. Es geht wohl mehr um Leute, die "einfach" nicht kommen oder den Termin vergessen.

    Ja, die sind das Problem. Oft sind es Erstvorstellungen, die dann einfach nicht kommen. Oder Leute, bei denen abschließend noch Befunde besprochen werden müssen (denen muss ich dann noch hinterhertelefonieren, um ihnen dann am Telefon ihre Befunde und die Konsequenzen zu erklären. Extrem nervig). Obwohl sie einfach nur auf den AB sprechen müssten und absagen.


    Wenn eine demente alte Frau den Termin vergisst oder jemand nicht kommen kann, weil das Kind krank ist, ist das kein Problem, sowas ist ja auch nicht so häufig, dass es die Ausfälle in der Größenordnung erklärt.


    Bei uns sind es etwa 10% der Patienten mit Termin. Und es gibt auch Nachmittage, da kommen dann 5 am Stück nicht und ich sitze die ganze Zeit rum und habe nichts zu tun. Einfach nur nervig. Und ich finde es mittlerweile auch echt unverschämt.

    bei unserem deutschen Zahnarzt werden 50euro faellig

    Wir hatten unlängst unsere kv gefragt, die wies auf ein Urteil hin, in dem dem pt recht gegeben wurde, die ausfallpauschale nicht zu zahlen.


    Der Arzt muss erst nachweisen, dass er in der Zeit nichts anderes hätte tun können zB bürokram. Wenn er was anderes tun konnte war er also beschäftigt, also kein Verdienstausfall.


    Problem ist auch, dass viele neupatienten nicht kommen. Bevor keine Behandlung zustande gekommen ist kann man auch keinen Ausfall deklarieren, weil wir ja sozusagen noch keine Geschäftspartner geworden sind



    Sehr ärgerlich, wir hatten das nämlich auch vor. Aber so haben wir keine Handhabe. Außer eben immer zu überbuchen und denen, die kommen lange Wartezeiten überzuhelfen

    ich zahlte bisher nur beim Kiferorthopäden für verpasste Termine und zwar 150,- . Das ist recht happig.

    So viel hätte ich hier auch für eine verpassten Termin beim Kieferchirurgen zahlen müssen. Das tut dann schon weh.


    Am Donnerstag sind 5 nicht gekommen. Wäre ja ein schöner Zusatzverdienst...

    den ausgefallenen Termin zu bezahlen fände ich auch gut, das würde die Planung immens erleichtern. Dann würde ich die neuen Patienten mit 30 Minuten einbestellt und könnte die wiederholer für 15 Minuten einplanen.


    In Deutschland ist das für die meisten Fachrichtungen leider verboten.

    Die Grenze zwischen "gerne erzählen" und dem auch hier immer geforderten "den pt zu Wort kommen lassen, um ihn zu verstehen" ist wahrscheinlich schwer zu ziehen.


    Wenn die pt damit zufrieden sind, nach 3 Minuten mit AU und Rezept wieder draußen zu sein bekommt man das wahrscheinlich besser hin. Ist vielleicht auch bei Hausärzten auch anders.


    Ich scheitere immer an den pandorabüchsen, die sich mit pillepalle anmelden und dann aber irgendwas kompliziertes mitbringen. Und an der fehlenden kalkulierbakeit der Anzahl der pt. Und die akuten dazwischen brauchen dann eben schnell mal eine Stunde, solche langen Termine kann ich unmöglich freihalten. Terminvergabedingens sei dank....

    Aber woher weiß man denn, wann man mehr akuttermine freihalten muss? Und wie macht man eine gute Anamnese, ohne sich "zu verplaudern"? Und wie bringt man Patienten dazu, ihre Termine einzuhalten, so dass man wirklich bedarfsgerecht alle 30 Minuten einbestellt und nicht alle 15 Minuten, um potentielle Lücken zu vermeiden, wenn mal wieder die Hälfte nicht kommt?

    Wenn man sich vor Augen führt, was bei otc-präparaten alles falsch laufen kann erscheint es fahrlässig, das nicht zu überprüfen. Und nachdem die ErzieherInnen nicht dafür da sind, kontraindikationen zu überdenken finde ich solche Regelungen echt vernünftig.


    Ich gehe davon aus, dass du Xenia sehr gut weißt, was du tust. Aber nachdem recht hemmungslos immer wieder auch Aspirin in Kinder gekippt wird oder ibuprofen trotz Magenproblemen oder bei völlig kaputter Niere geschluckt wird ist eine konsequente Kontrolle da durchaus sinnvoll.


    Erwachsenen medizieren gerne ihre Kinder mit dem, was ihnen hilft. Und das ist nicht immer das richtige.

    Natürlich kann ich nicht alles, was Hausärzte können. Aber Schmerztherapie ist eigentlich eine Kernkompetenz vieler medizinischer Disziplinen. Und es ist noch keiner für die Verschreibung von Tramadol oder Valoron verurteilt. Aber ich glaube, das geht hier zu weit. Ich habe ja geschrieben, dass meine Erfahrungen ganz anders sind als Deine. Deswegen sind weder meine noch Deine nicht wahr. Beide sind wahr.

    Ich bezweifele kein bisschen, dass wahr ist, was du schreibst. Ich sehe nur eine gewisse Arroganz darin zu behaupten, dass das, was ihr da in einem großen palliativzentrum gemacht habt, alle können sollten. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt dessen, was erlaubt ist und was nicht. Gerade deswegen, weil die sich widersprechende Urteile der letzten Jahre es schwierig machen, auf dem Laufenden zu bleiben.

    Ich bin entsetzt wie hier im Thread wieder einmal mit Halbwahrheiten Angst geschürt wird vor PEG Sonden, die angeblich Sterbenden eingepflanzt werden, um das Sterben künstlich in die Länge zu ziehen, vor Ärzten die angeblich mit einem Bein im Knast stehen würden wenn sie konsequente Schmerztherapie betreiben, vor Demenz die bedeutet den ganzen Tag in Angst zu leben und keine Medikamente dagegen bekommen zu können, usw.


    Ja mit solchen Schauermärchen kann man natürlich die Stimmung im Land dahin bringen, dass der "selbstbestimmt" gewählte Tod als die menschlichere Alternative erscheint.


    Ich selbst habe 5 Jahre lang in der Gerontopsychiatrie gearbeitet. Ich habe auch schon Krebspatient:innen und Wachkomapatient:innen gepflegt. Ich habe im deutschen Gesundheitssystem und in der Pflege viele Missstände gesehen und prangere diese an. Aber lebensunwertes Leben habe ich noch nie gesehen.

    Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass du das, was ich schrieb als schauermärchen titulierst. Zur Stimmungsmache.


    Das sind leider die Dinge, die ich erlebt habe. Akute Schlaganfälle, bei denen wir uns gegen die Peg entschieden haben nach dem Gespräch mit der Ehefrau. Unter Berücksichtigung der Patientenverfügung. Die Woche darauf lag das schreiben des Rechtsanwalts des Sohnes bei der Rechtsabteilung der Klinik. Der Vorwurf eines tötungsdelikts. Wir mögen bitte Stellung nehmen.


    Das passiert immer wieder. Die meisten dieser Vorwürfe lassen sich außergerichtlich klären - aber glaubst du im ernst, dass das ermutigt, Entscheidungen so zu fällen, die zum Tod des Patienten führen? Oder macht man nicht lieber alles, was dem normalen medizinischen Weg entspricht in so einer Situation - reha mit peg, dann Pflegeheim, Tod durch Pneumonie drei Wochen später.


    Demente mit wahrhaftem erleben sind tatsächlich immer wieder dauerhaft wahnhaft, weil die gängigen neuroleptika zahlreiche kontraindikationen haben und demente Patienten nun mal naturgemäß eher alt sind. Freut mich, dass deine Gerobtopsychiatrie das bei allen gut hinbekommt. Ich bin da anscheinend zu blöd für.


    Und Hering, wenn deine große palliativmedizinische Abteilung ohne Klagen hinbekommt, finale Abläufe gur zu gestalten, so empfinde ich es als ziemlich arrogant, das auch von allen anderen Medizinern zu erwarten. Und Hausärzten vorzuwerfen, sie seien zu faul sich Gedanken zu machen. Kannst du alles was Hausärzte können? Nein? Dann kannst du auch nicht erwarten, dass die alles können, was ein spezialisiertes palliativteam kann. Die ambulanten Strukturen werden immer besser, das wird werden. Aber die braucht es auch, weil nicht jeder alles können kann. Schon gar nicht, solange die rechtliche Lage so unübersichtlich ist.

    nur kurz wegen hampelkind auf dem arm.

    Ich finde die Verbotsaufhebung auch nicht gut und bin da sehr bei patrick und spinosa.

    Und bin am Lebensende auch nicht für überzogene Maßnahmen zur Lebenserhaltung.

    Aber genau diese Maßnahmen am Lebensende sind ja das Problem. Eine suffiziente Schmerzlinderung kann als passive Sterbehilfe gewertet werden ebenso wie nahrungsentzug durch fehlende magensonden. Die Rechtslage ist dermaßen diffus, dass man ein gutes Lebensende nur in einer gut funktionierenden palliativen Struktur rechtlich sicher hinbekommt und selbst die erfahrenen palliativmediziner sich häufig mit unklaren Konstellationen konfrontiert sehen.


    Und bei einer fehlenden stabilen Grundlage heißt eine Fehleinschätzung eben nicht "Ordnungswidrigkeit" sondern "fahrlässige Tötung" oder "Mord".

    Nur weil Medikamente frei verkäuflich sind heißt es ja nicht, dass sie deswegen keine Nebenwirkungen haben

    Das hat auch niemand behauptet.


    Aber: Nur weil ein Arzt ein Medikament verordnet hat, heißt es ja nicht, dass es nötig wäre oder keine Nebenwirkungen hätte.

    Ne, natürlich nicht. Aber man sollte von einem Arzt schon erwarten können, dass er kontraindindikation und Nebenwirkung im Blick hat. Zumindest darf man es von einem Arzt erwarten, aber nicht von Eltern.

    patrick*star, eine Konsequenz des Sterbehilfeberbots ist übrigens, dass die von dir geforderte gute palliative Medizin sich in einem unangenehmen graubereich abspielt. Natürlich führt die Gabe hochdosierter Schmerzmittel dazu, dass der Tod früher eintreten kann. Und das gilt für zahlreiche andere Medikamente, die einen guten Zustand multimorbider Patienten erreichen sollen. Das kann man als passive Sterbehilfe betrachten. Die Grenzen sind da fließend und bei uneinigen Angehörigen kann es da recht schnell Probleme geben, solange die Abläufe nicht sehr konkret geregelt werden.

    Zu den Dementen: wer Tag für Tag und Stunde um Stunde seine kleinen Kinder un schränken eingesperrt sieht und ihnen nicht helfen kann, während sie verhungern. Weil er im Pflegeheim eingesperrt ist und auch die ständige Bitte, doch die Polizei zu rufen, damit man freikommt und seine Kinder befreien kann wird nur mit beruhigenden Worten abgetan. Der stirbt daran nicht.


    Auch nicht die 80jährige Frau, der wieder und wieder die Massenmorde zu erleben scheint, die sie als junge Frau mit ansehen musste.


    Die leben noch Jahre mit diesen Wahnvorstellungen. Die ihnen niemand nehmen kann, weil die Niere oder das Herz zu schlecht für eine ordentliche Medikation sind. Weil diese menschen nicht in der lage sind, mit jemandem zu interagieren.


    Ich finde es grausam zu sagen, dass diese Menschen nicht sterben dürfen. Weiß aber auch nicht, wie es gut zu regeln wäre.


    Alleine schon die Möglichkeit, gravierende und damit potentiell letale Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu dürfen, um das Leid dieser Menschen zu lindern, wäre ein großer Fortschritt.

    "Ich rief neulich beim HA an, um zu wissen, welche Diagnose genau in der Akte meines Mannes notiert war, und wie ich am Besten diese Info erhalten könne."


    Das hatte sie im ersten diesbezüglichen Beitrag geschrieben. Das hatte ich dann so verstanden, dass sie wissen wollte, welche Diagnose genau in der Akte des Mannes notiert war.


    Aber wie oben geschrieben - nicht mal die Aussage, ob er dort Patient ist, ist eine Information, die weitergegeben werden darf.

    klar, verantwortlich ist der, der die Informationen rausgibt. Du hattest oben geschrieben, du wolltest wissen welche Diagnose drin steht. Das geht telefonisch nicht. Auch nicht, wenn der Mann selbst anruft.


    Dein Satz weiter unten schildert eben genau das Problem, wenn man die leute am Telefon darauf hinweist, dass sie selber herkommen müssen: es ist umständlich, man hat keine Lust, zweimal zu fahren oder keine Zeit. Man möchte doch nur eine einfache Auskunft, das müsste doch gehen, es kann doch nicht sein, dass man deswegen extra herfahren müsse? Und dann noch zu Zeiten, zu denen die Praxis offen hat?


    Die meisten Patienten haben keinerlei Verständnis dafür. Und werden sehr unfreundlich. Bedrohen und beschimpfen.


    Eigentlich dürfte die Praxis nicht mal bejahen, dass dein Mann dort Patient ist.