Beiträge von janos

    Runa , das sehe ich ähnlich. Es kommt auch ganz gewaltig darauf an, wo die 20% am Schluss dann fehlen - wenn mit der Friseur die Haare komplett schräg schneidet, so dass es mir damit oll geht oder ein lehrermensch schnell ungeduldig wird, so dass ein Schüler, der ohnehin schon schwierig ist noch unsicherer im Verhalten wird hat es eben auch schon ganz gravierende Auswirkungen, auch wenn die Arbeit grob in Ordnung absolviert wird.


    Der perspektivwechsel vom leistungserbringer zu demjenigen, der die Leistung erhält hilft da schnell, zu sehen, ob das noch ok ist oder nicht.


    Ist ein bisschen so das Phänomen, das Menschen, die sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppen dort besondere Rücksichtnahme erwarten. Schließlich sind sie trotz Erkrankung arbeiten und hätten statt dessen auch zu Hause sich erholen können.


    Ich finde das ganze echt schwierig. Eine gratwanderung. Aber dadurch, dass man das Thema der doppelbelastung einfach ignoriert wird es nicht einfacher

    Auf lange Sicht hat die Mutterschaft bei mir persönlich zur Leistungssteigerung beigetragen.

    Das finde ich einen spannenden Blickwinkel. Und würde ihn für mich in Teilen durchaus unterschreiben. Zumindest mache ich meinen Job anders, als ich ihn kinderlos machen würde.

    Das empfinde ich ähnlich. Die softskills bekommt man nirgendwo so gut beigebracht wie von den eigenen Kindern. Und auch ein gewisser Abstand zu den 100%, die man oft meint leisten zu müssen und die nur das schale Gefühl hinterlassen, mal wieder nicht alles geschafft zu haben. Und das geht ja nicht nur Eltern so, sondern den kinderlosen genauso. Runa hat das oben sehr schön geschrieben

    janos ....und es mich wirklich entmutigt, wenn Frauen selbst die Benachteiligung so schicksalhaft (ja, genau, biologistisch) annehmen.

    ok, diesen Punkt meinst du. Da gebe ich dir vollkommen recht. Das ist unerträglich, wie manche Frau in eine total regressive Rolle schlüpft. Weil die Menschen drumrum ihr das so einreden.

    hanna , aber es bestehen doch Einschränkungen dadurch, dass man Kinder hat. Die kann man doch nicht wegdiskutieren.


    Wenn jemand sein Leben so organisiert, dass er oder sie weder Kraft noch Zeit für seine Kinder benötigt (weil zB der Partner oder ein Aupair alles abnimmt oder die Großeltern vor Ort sind) ist das fein. Aber das dürfte nur für sehr wenige Realität sein.


    Der Rest hat durch kleine Kinder mehr Belastung als ohne Kinder. Stilldemenz finde ich auch einen blöden Begriff, weil er so biologostisch klingt (und so, als wäre das Stillen selbst schuld und nicht die Schlaflosigkeit), aber ein schlecht schlafendes Kind, das mehrfach pro Nacht gestillt werden will macht die Kognition nicht besser.


    Mich ärgert es, wenn von Eltern kleiner Kinder erwartet wird, genauso viel zu leisten wie von Eltern großer Kinder oder kinderloser Menschen. Wer sich das zu Hause so organisiert - prima. Familien, in denen ein oder beide Eltern sowohl mit Carearbeit als auch Erwerbsarbeit zu tun haben sollten problemlos die Arbeit um ihre Familie herumstricken können. Und nicht die familie als zweitrangig nach der Arbeit betrachten müssen.


    Und dazu gehört zb, dass nicht erwartet wird, dass sie selbstverständlich auch nach 18uhr noch an einer Veranstaltung teilnehmen können.

    Man kann das doch einfach so stehenlassen, dass es Mütter gibt, die es schwer finden, wieder zu arbeiten und lieber nicht oder weniger oder anders arbeiten möchten, andere damit aber kein Problem haben und es sogar genießen, wieder arbeiten gehen zu dürfen.

    aber darum geht es doch gar nicht, wenn die Frage ist, ob die Leistungsfähigkeit unter der doppelbelastung Familie und Job sinkt?


    Die Menschen aus @casas Beitrag lieben ihre Tätigkeiten offenbar - dennoch sind sie nur eingeschränkt verfügbar und demnach weniger einsetzbar als ohne Kinder.


    Ich kenne praktisch niemanden aus meinem berufsumfeld, der oder die nicht nach spätestens einem Jahr wieder vollzeitig arbeiten gegangen ist. Aber es bestehen ständig limitationen durch die elternschaft: bestimmte Schichten können nicht gearbeitet werden, es kommt häufiger zu fehlzeiten wegen kindkrank (oder selbstkrank, weil die Zeit zur Regeneration fehlt). Spontane Überstunden gehen nicht. Und die Nächte mit Schlafmangel hinterlassen bei jeder Arbeit ihre Spuren, das ist oft genug untersucht worden.


    Mir geht es um den Punkt, dass man sehr gerne arbeiten geht, aber dennoch unter der Belastung leiden kann.

    Und wenn wir dann auch noch so Fragen stellen wie - die Leistung sinkt durch die Mutterschaft - leisten wir den lieben Arbeitgebern noch weiter Vorschub, Mütter massiv zu benachteiligen. Aus dem Grund stört mich ja die Fragestellung.

    Das stimmt!

    Das hatte ja oben schon jemand angemerkt - besser wäre es, wenn "Elternschaft" da stünde (auch wenn es hier natürlich passt, dass eine Frau schreibt und in dem Kontext "Mutterschaft" schreibt)


    Und wenn es dann für alle Menschen, die teil der Gesellschaft sind, es selbstverständlich sein dürfte, darauf mit "ja" zu antworten.

    Ich mag bei ainu unterschreiben. Wenn ich arbeite, dann vergesse ich meine Familie. Da habe ich einen anderen „Hut“ auf, bin auf die Arbeit konzentriert - und habe auch schon mal vergessen meine Kinder aus der Betreuung zu holen #angst

    Die kinder abzuholen habe ich auch schon vergessen. Während der Arbeit denke ich auch nicht an Kinder und Familie.


    Ich kann mir so gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die es ohne Einbußen ihrer Leistungsfähigkeit ertragen, über Monate hinweg nachts alle zwei Stunden geweckt zu werden und dann tagsüber vollzeitig zu arbeiten. Aber vielleicht gibt es die ja. Anscheinend gibt es die. Oder deren Kinder schlafen besser.

    Die Vorbehalte, dass Frauen mit Kindern nicht so leistungsfähig sind, sind ganz schön abhängig davon, wo man lebt.


    Da wo ich herkomme bekommt Frau mit Karriere spät Kinder oder gar nicht. Hier wo ich jetzt lebe ist das ganz anders. Ich Frage mich oft, wie mein Leben in einer eher konservativ geprägten Gegend gelaufen wäre. Ich glaube, die Umgebung kann einem ganz schön viel Kraft rauben durch die Erwartungen (bzw die negative Erwartung, dass man es sowieso nicht packt).


    Aber dennoch kosten mich meine Kinder derart viel Kraft, dass ich nicht behaupten kann, dass sie meine berufliche Leistungsfähigkeit nicht beeinflussen würden. Ganz objektiv und unabhängig davon, wieviel Unterstützung ich von außen bekomme. Ich finde schwanger sein und stillen und kleine Kinder haben anstrengend und kräftezehrend.


    Und je nachdem ob diese Phase 2 Jahre oder 20 dauert ist die Karriere hierdurch mehr oder weniger beeinträchtigt

    ja, das Problem ist aber, dass das immer kommt - es wird ja von der Gesellschaft schon suggeriert, dass man das nicht schafft, weil man Mutter ist. Und eben, nicht alle Frauen empfinden so oder merken da irgendwas von.

    Was meinst du? Dass man Karriere nicht machen kann wegen Kindern? Oder nicht leistungsfähig sein?

    Ich denke, es sind zwei völlig unterschiedliche Aspekte - man kann sich sehr auf seinen Job und den Wiedereinstieg in den Beruf freuen. Aber andererseits durch die Kinder weniger leistungsfähig sein. Das eine hat mit anderen so ziemlich gar nichts zu tun.

    Ich muss gestehen, die Stilldemenz habe ich buchstäblich gemerkt - ich war kognitiv weniger leistungsfähig. Besonders habe ich das beim Verlust von Femdsprachenkenntnissen gemerkt. Also schon eine frauenspezifische Sache.

    Aber wie ist das denn biologisch. Weiß das jemand genauer? Liegt das tatsächlich am Stillen oder am Schlafmangel.

    Gibt es Vergleichsstudien die zeigen wie es Frauen* geht die zwar Stillen aber trotzdem genug Schlaf bekommen, weil der Partner das Kind immer nimmt, wenn es nicht nur ums Stillen geht (z.B. zum in den Schlaf wiegen, ins Bett bringen, morgens) ?

    sorry, aber ich hab - wie vermutlich viele hier - insgesamt 8 Jahre gestillt, und das, was immer unter Stilldemenz geht, das war in den ersten Monaten. Danach hörte das auf. Von dem her glaube ich da schlicht nicht an die Existenz einer Stilldemenz, sondern eher an eine "Demenz" wegen der geänderten Rahmenbedingungen. Plötzlich musst Du nicht mehr nur an Dich denken, sondern an vieles mehr. Früher war alles viel übersichtlicher. Und das pendelt sich dann mit der Zeit ein.

    Aber das häufige stillen zieht sich doch bei manchen über viele Monate hin, gerne mal über ein Jahr. Bei häufigem nächtlichem geweckt werden durch ein zuwendungsbedürftiges Kind wundert es mich nicht, dass man über die Zeit kognitiv abbaut. Mir geht es heute noch immer wieder so, der kleine wird im Herbst drei.

    Bei mir haben die vielen Elternzeiten in meinen Augen zu deutlich schlechteren Leistungen geführt. Mir fehlte die Routine, ich habe immer wieder von vorne angefangen.


    Die KollegInnen haben das irgendwie nicht realisiert, dass ich zwar 20 Jahre im Job war, aber durch Schwangerschaft und Elternzeiten dann eben doch nur 10 und die nicht am Stück. Das fühlte sich blöd an, als vermeintlich "Alter hase" bei so vielen Dingen unsicher zu sein (und Fehler zu machen)


    Mein Chef fand das nicht schlimm, er hat mich immer sehr bestärkt weiter zu machen und auch mehr personalverantwortung zu übernehmen ("Sie managen zu Hause Ihre Kinder - da wird Sie das hier nicht weiter fördern").


    Leider hat er auf einer Vollzeittätigkeit bestanden, da war es dann vorbei mit dem Verständnis

    Es wurde nicht "gefordert" #rolleyes Es gibt einfach Menschen, die meinen, es wäre vernünftig bei der Bekämpfung bestimmter Krankheiten nicht nur auf Kinderimpfungen zu setzen...


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Meinen, fordern, schlagen vor, überlegen....


    Ich verstehe durchaus, warum die Idee durch erwachsenen Impfquoten einen guten Herdenschutz zu erreichen nicht zielführend ist.


    Der Vorschlag wurde hier mehrfach gebracht - da fand ich eine Korrektur des Bildes der Patienten, die vernünftig sind, conpliant und sich um ihr und das Wohlergehen anderer mühen notwendig.


    Mein Bild ist übrigens bei weitem nicht so negativ, wie es hier vielleicht rüberkommt, Fiawin . Ich möchte nur dem hier von vielen formulierten ganz anderen Bild eins entgegenstellen, das mir tagtäglich begegnet und meines Erachtens deutlich häufiger ist als einige hier wahrhaben wollen

    Ich glaube nicht , dass Erwachsene Impfungen aktiv vermeiden aus Sorge vor Nebenwirkungen oder sonstigen Gründen, die die Kritiker anbringen.

    Jetzt kennst Du eine Erwachsene.:)


    Ich bin allerdings dennoch gegen Masern geimpft.

    Und schon weiß ich einen Grund mehr, warum es wenig bringt, auf die Erhöhung der Impfrate bei Erwachsenen zu setzen....

    ....na für die gurte hat es dann schon ein Gesetz gebraucht....so ganz überzeugend waren die Argumente da dann doch nicht...


    Dazu, wieviel der medizinischen Empfehlungen umgesetzt werden gibt es viele Untersuchungen. Die Compliance ist oft überschaubar. Ich habe mal eine Zahl von 50% der Patienten gelesen, die eine gute compliance zeigen. Der Rest macht das mehr so nach eigenem Gutdünken. Was ja durchaus auch sinnvoll ist, die sollen ja nicht wie die Lemminge sein.


    Mein Menschenbild in meinem privaten Umfeld ist übrigens auch ein völlig anderes. Würde ich das als Maßstab nehmen würde ich dir umfänglich recht geben: Information und Aufklärung und die Sache läuft....

    Ich glaube nicht , dass Erwachsene Impfungen aktiv vermeiden aus Sorge vor Nebenwirkungen oder sonstigen Gründen, die die Kritiker anbringen.


    Es interessiert sie schlichtweg nicht. Sie sind gesund, warum sollten sie zum Arzt. Oder sie haben eben andere gewichtige Gründe, nicht zum Arzt zu gehen.


    FSME ist wie gesagt mit einer hohen Quote an schweren Verläufen behaftet. Da impft man schon allein aus Angst ein bisschen schneller.... Werbung für die Impfung durch den Hersteller des Impfstoffe würde hierzulande wohl auch etwas kritisch beäugt werden, ich weiß nicht, ob das so gut ankäme ...