Beiträge von Denise Both

    Liebe Lori,


    als allererstes würde ich mit dem Kind zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt gehen und nachschauen lassen, ob ihm etwas fehlt. Von Erkältung über Mittelohrentzündung bis hin zum Harnwegsinfekt können die unterschiedlichsten Erkrankungen dazu führen, dass ein Kind die Brust verweigert. Und wenn die Ursache in einer Erkrankung liegt, helfen alle Tipps und Tricks nichts, sondern verlängern nur das Drama.


    Da Du schreibst, dass dein Sohn sich überstreckt und einmal an der Brust getrunken hat, als er auf dem Rücken lag, würde ich unbedingt auch abklären, ob es etwas gibt, was ihm Schmerzen in den üblichen Stillpositionen verursacht und auch ausprobieren, wie er darauf reagiert, wenn Du im die Brust anbietest, wenn er auf dem Rücken liegt.


    Wichtig ist es jetzt, das Kind nicht unter Druck zu setzen, also nicht stundenlang mehr oder minder ununterbrochen versuchen, den Kleinen an die Brust zu bringen, sondern ihm immer wieder die Möglichkeit geben, an der Brust zu trinken, aber eben auch zu akzeptieren, wenn das Kind nicht will und es dann nicht drängen. Haut-zu-Haut-Kontakt ist gut, aber eben auch nicht unter der Prämissen "Du musst jetzt aber an die Brust", sondern zwanglos und mit Ruhe.


    Um Probleme mit der Brust zu vermeiden, sollte sie regelmäßig entleert werden, aber das weißt Du ja selbst schon.


    Liebe Grüße

    Denise

    Liebe JEV,


    ich verstehe, dasss Du deinem Kind auf keinen Fall schaden willst, doch bevor Du jetzt eine Stillpause von ungewisser Dauer einlegt, solltest Du dich gemeinsam mit deinem behandelnden Arzt genau informieren, in wie weit eine solche Stillpause überhaupt notwendig und sinnvoll ist.


    Prinzipiell ist eine Stillpause von mehreren Wochen bei einem 16 Wochen alten Kind möglich, aber es kostet sehr viel Kraft und Ausdauer, die Milchmenge über einen so langen Zeitraum durch Abpumpen aufrecht zu erhalten und es besteht ein nicht geringes Risiko, dass dein Kind anschließend nicht mehr weiß, was es mit der Brust anfangen soll. Eine Rückführung an die Brust kann dann sehr mühsam sein und es gibt keine Garantie, dass sie erfolgreich sein wird.


    Ich zitiere dir einmal die Fachliteratur zu Carbimazol, denn nur wenn Du korrekte Informationen hast, die über den Beipackzettel hinausgehen, kannst Du eine informierte Entscheidung treffen.


    Schaefer, Spielmann: Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit 8. Auflage 2012 S. 714:

    "Zu den Thyreostatika zählen Carbimazol (z.B. Carbimazol Hexal®), das zu Thiamazol/Methimazol (z.B. Favistan®) als aktivem Metaboliten verstoffwechseltwird, und Propylthiouracil (Propycil®).

    Carbimazol und Thiamazol besitzen einen M/P-Quotienten von etwa 1. Unter täglich 40 mg Carbimazol wurden Konzentrationsspitzen von 0,72 mg/l Milch Methimazol gemessen (Cooper et al. 1984). Daraus errechnet sich eine relative Dosis von maximal 27% für den gestillten Säugling; im Durchschnitt sind jedoch nur 2–10% der gewichtsbezogenen Dosis anzunehmen (Übersicht in Bennett 1996).

    Empfehlung für die Praxis

    Propylthiouracil wurde bisher als Thyreostatikum der Wahl in der Stillzeit angesehen. Da die sehr seltene schwere Lebertoxizität bei PTU-behandelten Patienten etwas häufiger als nach Carbimazol/Thiamazol beobachtet wurde, wird diese Therapie inzwischen kontrovers diskutiert. Eine stabil auf Carbimazol/Thiamazol eingestellte stillende Mutter sollte nicht umgestellt werden; denn auch unter Thiamazol und Carbimazol darf uneingeschränkt gestillt werden. Werden täglich mehr als 450 mg PTU bzw. mehr als 20 mg Thiamazol eingenommen, sollten beim jungen Säugling nach etwa 3 Wochen die Schilddrüsenparameter kontrolliert werden. Thyreostatika dürfen nicht zusammen mit Schilddrüsenhormonen gegeben werden, da hierdurch höhere Dosierungen der Thyreostatika erforderlich werden. Natriumperchlorat soll in der Stillzeit nicht genommen werden"


    E-lactancia abgerufen 13.02.2018
    http://www.e-lactancia.org/bre…ding/carbimazole/product/

    Very Low Risk

    Compatible.

    Not risky for breastfeeding or infant.

    Comment

    Pro-drug which is metabolized to methimazole that is equivalent to 60% of drug.

    Excretion into breast milk is insignificant (Low 1979, Johansen 1972, Rylance 1987).

    No adverse effects reported in breastfed infants (Rylance 1987).

    Plasma levels in those infants were shown to be very low (Rylance 1987).

    Daily dose up to 30 mg has shown to be safe for the infant (Lamberg 1984, Verd 1998, Bartalena 2005) at both short term (hormone serum level) and long term (psychomotor development).follow-up.

    The American Academy of Pediatrics rates us as compatible with breastfeeding


    Da Carbimazole in den USA nicht erhältlich ist, wird es in der "Medikamentenbibel für die Stillzeit" unter Methimazol abgehandelt, in das es verstoffwechselt wird


    Thomas Hale: Medications and Mothers' Milk 2017:

    "Carbimazole is a prodrug and is rapidly converted to Methimazole.

    Levels of Methimazole in milk depend on the maternal dose but appear too low to produce clinical effects. ... In another study of 35 lacating women receiving 5 to 20 mg/day of methimazole, no changes in the infant thyroid function were noted in any infant, even those wirth higer doses. Further studies by Lamberg in 11 women, who were treated with themthimazole derivative carbimazole (5 - 15 mg daily, equal to 3,3 - 10 mf methimazole), found all 11 infants had normal thyroid funtion following maternal treatments. ... In a study of a woman with twins who was receiving up to 30 mg carbimazole daily, the average methimazole concentration in milk was 43 µg/l. The average plasma concentrations in the twin infants were 45 and 52 nh/ml, which is below therpeutic range. Methimazole milk concentrations peaked at 2 - 4 hours after a carbimazole dose. No change in thyroid function in those infants werde noted.

    In a large study of over 134 thyrotoxic lactating mothers and their infants. methimazole therapy was initiated at 10 - 30 mg/day for one month and reduced to 5 - 10 mg/day subsequently. Even at methimazole doses of 20 mg/day, no changes in infant TSH, T4 or T3 werde noted over 12 months of the study. The authors conclude that both PTU [Propylthiouracil] and methimazole can safely be adminstered during lactation"


    Für dich vielleicht auch interessant ist die Angabe bei Toxnet, dass es nicht zwingend notwendig ist, routinemäßig die Blutwerte des Kindes zu kontrollieren, wenn die Mutter Carbimazol einnimmt.

    Toxicology Bibliographic Information (TOXLINE, DART, HSDB, CCRIS, GENETOX, IRIS, ITER, LACTMED, CHEMID, CPDB, CTD, HAZMAP, HPD, TOXMAP, TRI2016),

    a database of the National Library of Medicine's TOXNET system

    (http://toxnet.nlm.nih.gov) on February 13, 2018. https://toxnet.nlm.nih.gov/cgi…arch2/f?./temp/~1EDORB:4:

    "The American Thyroid Association recommends only monitoring infants for appropriate growth and development during routine pediatric health and wellness evaluations and routine assessment of serum thyroid function in the child is not recommended.[1] Rare idiosyncratic reactions (e.g., agranulocytosis) might occur, and the infant should be watched for signs of infection. Monitoring of the infant's complete blood count and differential is advisable if there is a suspicion of a drug-induced blood dyscrasia."


    So, das war jetzt viel Information und auch noch auf Englisch, aber die aktuellsten Informationen gibt es nur selten auf Deutsch. Ich würde an deiner Stelle all diese Informationen in Ruhe mit meiner behandelnden Ärztin oder meinem behandelnden Arzt durchgehen und sie/ihn darauf ansprechen, sich im Zweifelsfall mit der Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie in Berlin in Verbindung zu setzen. Es ist wichtig immer den Einzelfall zu berücksichtigen und nicht nur den Text auf deren Webseite zu lesen.


    Wenn Du magst, kannst Du mich auch gerne anrufen (Telefonnummer per PN) und wir können auch einmal direkt miteinander sprechen, wie Du vorgehen kannst, gleich für welche Lösung Du dich entscheidest.


    Liebe Grüße

    Denise




    Liebe Murkel,


    die Wichtigste in dieser Situation ist Geduld. Deine Kleine verbindet im Moment das Trinken an der Brust mit Schmerzen und deshalb mag sie nicht daran trinken. Es gibt zwar keine Garantie dafür, dass sie wieder an der Brust trinken wird, aber Du kannst durchaus berechtigte Hoffnung haben, dass sie es wieder wird. Versuch ihr jetzt vor allem die Schmerzen zu nehmen. Das heißt Schmerzmittel in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt und vor allem kalte Getränke und Speisen (abgepumpte oder von Hand entleerte Muttermilch in Eiswürfelbehälter und Stieleisförmchen geben und einfrieren und dann zum Lutschen geben geht oft gut). Außerdem viel Kuscheln und viel Hautkontakt und kein Druck, dass sie an die Brust soll.


    Für deine Brust genügt es zunächst einmal so Milch zu entleeren, dass sie nicht spannt oder sich gar ein Milchstau entwickelt. Die Milchmenge wird sich wieder einpendeln, sobald dein Mädchen wieder an der Brust trinkt. Falls sie den Weg an die Brust nicht mehr finden sollte, kommt es darauf an, ob deine Brust noch spannt oder gar prall voll wird. Dann immer gerade soviel Milch entleeren, dass die unangenehme Spannung nachlässt und anschließend kühlen. Eventuell auch eine bis drei Tassen Salbeitee über den Tag verteil trinken. Und pass überhaupt ein bisschen auf dich auf. In so anstrengenden Krankheitszeiten, sollten auch Mütter schauen, dass sie zwischendurch mal durchschnaufen und sich ein bisschen erholen können. Nimm jede Hilfe, die Du bekommen kannst an.


    Gute Besserung


    Denise

    Liebe Knuiddelber,


    sorry, ich habe jetzt erst gesehen, dass Du nochmals geschrieben hast.


    So wie Du es beschreibst, dürfte es jetzt aufwärts gehen. Schau aber weiter gut auf dich, gönne dir genug Ruhe und reagiere bei ersten Anzeichen für einen Milchstau sofort mit der bewährten Vorgehensweise häufigses Anlegen/Entleeren, danach eventuell Kühlen und Ruhe.


    Manche Frauen haben nur ein einziges Mal einen Milchstau, andere neigen dazu, dass es immer wieder zu Staus oder sogar Brustentzündungen kommt. Wie das bei dir ist, kann ich nicht sagen.


    Liebe Grüße

    Denise

    Liebe Knuddelber,


    ein Milchstau ist nicht selten ein Anzeichen von Überlastung, deshalb ist neben regelmäßiger und guter Entleerung der Brust ein wesentlicher Punkt, dass frau sich Ruhe gönnt. Schon alleine aus diesem Grund wäre es sinnvoll, wenn Du heute nicht arbeiten gehst. Nun sind die Grenzen zwischen Milchstau und Brustentzündung fließend und Du schreibst, dass die Brust immer noch heiß und schmerzhaft ist. Da deine Beschwerden zudem bereits deutlich länger als 24 Stunden anhalten, kann ich dir nur ans Herz legen, deine Ärztin oder Arzt (Frauenärztin oder Hausärztin, falls sie sich damit auskennt) draufschauen zu lassen.


    Gute Besserung!

    Denise

    Liebe stillende Mama,


    für Medikamente in der Schwangerschaft bin ich sicher nicht die passende Ansprechpartnerin. Und auch zu Medikamentenfragen in der Stillzeit kann und darf ich lediglich weitergeben, was in der Fachliteratur zu finden ist.


    Wie nicht anders zu erwarten und bei sehr vielen Wirkstoffen der Fall, wird vom Hersteller von Duphaston von der Einnahme in der Stillzeit abgeraten:

    „Es liegen keine Daten über die Ausscheidung von Dydrogesteron in die Muttermilch vor. Erfahrungen mit anderen Gestagenen weisen darauf hin, dass Gestagene und ihre Metabolite in kleinen Mengen in die Muttermilch übergehen. Ob ein Risiko für das gestillte Kind besteht, ist nicht bekannt. Daher sollte Duphaston 10 mg in der Stillzeit nicht eingenommen werden.“ (Fachinformation Mylan Healthcare, Stand 08/2017)


    Dydrogesteron ist ein Gestagen, also ein synthetisches Gelbkörperhormon, das in seiner Wirkung dem Progesteron ähnelt. Dazu findet sich in Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit (Spielmann/Schaefer, 8. Auflage 2012, Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag) folgendes:

    „Die Gabe von Gestagenen als Bestandteil einer Mini- oder Kombipille oder von Depotpräparaten oder im Rahmen der Notfallkontrazeption beeinträchtigt die Milchmenge kaum und hat keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss auf ihre Zusammensetzung (Übersicht in Bennett 1996).

    Die Gestagen-Aufnahme des Säuglings liegt zwischen 1 und 2% der gewichtsbezogenen mütterlichen Dosis kontrazeptiver Zubereitungen. Dies wurde für „Pillen“ mit Desogestrel (in Cerazette®), Levonorgestrel (z.B. Microlut®, Mirena® Intrauterinpessar) und Norethisteronacetat (z.B. Cliovelle®) nachgewiesen (Übersicht in Bennett 1996; Shaaban 1991).

    Der prozentuale Anteil für den Säugling direkt nach Injektion von 150 mg Medroxyprogesteronacetat als „Dreimonatsspritze“ (Depo-Clinovir®) liegt bei 7,5 μg/kg/ Tag (Übersicht in Bennett 1996).“

    Allerdings steht auch bei Spielmann/Schaefer) „Auch zu … Dydrogesteron (Duphaston®), … liegen keine spezifischen Erfahrungen vor.“

    Die Empfehlung für die Praxis aus o.g. Quelle bezieht sich auf den Einsatz zur Empfängnisverhütung:

    „Reine Gestagen-Präparate (Minipille) sind in der Stillzeit die hormonalen Kontrazeptiva der 1. Wahl. Auch gestagenhaltige Intrauterinpessare und die Notfallkontrazeption erfordern keine Einschränkung des Stillens. Die heute üblichen niedrig dosierten Kombinationspräparate (Ethinylestradiol plus Gestagen) oder Gestagen-Depotpräparate sind ebenfalls akzeptabel. Etwa 6–8 Wochen nach der Entbindung kann, falls erforderlich, mit der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva begonnen werden. Keines der üblichen hormonellen Kontrazeptiva erfordert eine Einschränkung des Stillens.“


    Auch in der internationalen Literatur konnte ich keine konkreten Angaben zu Dydrogesteron finden. Bei e-lactancia werden Progesterone allgemein in die Kategorie „very low risk“ eingestuft s. http://www.e-lactancia.org/bre…ing/progesterone/product/ .

    Am besten besprechen Sie Ihre Bedenken hinsichtlich der Einnahme nochmals mit Ihrem behandelnden Arzt, der im Zweifelsfall nochmals bei der Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie in Berlin (www.embryotox.de) nachfragen kann.


    Liebe Grüße

    Denise Both

    Liebe Osssiline,


    ich nehme an, dass du dich verschrieben hast und dass Gadovist gemeint ist.


    Ganz generell gilt für MRT-Kontrastmittel in der Stillzeit:

    „Weniger als 1 % der der Mutter verabreichten parenteralen Kontrastmitteldosis wird über die Muttermilch ausgeschieden und auch nur ca. 1 % werden resorbiert. Die Kontrastmittelbelastung des Neugeborenen kann damit vernachlässigt werden. Auch die Jodidbelastung des Neugeborenen ist minimal. Bei den Gadolinium-Komplexen wird der Einsatz von makrozyklischen Gd-Komplexen empfohlen.“

    Aus: Fröhlich JM, KubikHuch RA. Röntgen-, MR- oder Ultraschallkontrastmittelwährend der Schwangerschaft oder Stillzeit: Was ist zu beachten? Fortschr Röntgenstr 2013; 185: 13–25


    Zu Gadovist speziell liegen mir folgende Informationen vor:

    Die Plasmahalbwertszeit beträgt 1,81 Stunden, die Zeit bis zur Maximalkonzentration im Plasma 2 Minuten, das Molekulargewicht 604 D und es ist nicht oral verfügbar. Es wird davon ausgegangen, dass 0,1 % der mütterlichen Dosis in die Milch übergehen. Im Tierversuch gingen weniger als 0,01 % der gesamt verabreichten Dosis in die Milch über. Aus: Hale TW, Rowe HE Medications and Mothers‘ Milk 2017 S.413


    Auch bei e-lactancia wird Gadovist als „very low risk” und stillverträglich eingestuft s. http://www.e-lactancia.org/breastfeeding/gadobutrol/product/

    Ich hoffe, das hilft dir weiter und wünsche dir ein gutes Untersuchungsergebnis.


    Liebe Grüße

    Denise

    Liebe DeanRuby,


    auch wenn es sich jetzt vermutlich so anfühlt, als ob der September schon vor der Tür steht, ist es doch noch eine für dieses Alter relativ lange Zeit, in der sich noch viel ändern kann und wird. Also jetzt bitte nicht in Panik verfallen:-)


    Es geht pro Tag um einen Zeitraum von etwa sechs Stunden, in denen Ihr Kleiner von Ihnen getrennt sein wird. Nach Ihrer Beschreibung können Sie auf alle Fälle direkt vor dem Losfahren stillen und sofort nachdem Sie wieder zurück sind und den restlichen Tag wann immer Sie und Ihr Kind wollen. Dazwischen kann Ihre Mutter Ihrem Sohn Beikost und Getränke anbieten und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er diese auch annehmen.


    Trinkt Ihr Kinder überhaupt aus der Flasche? Wenn nein, warum sollte es dann jetzt Muttermilch aus der Flasche trinken und noch dazu von Ihnen annehmen, wenn doch das Original verfügbar ist. Auch kann ein Kind mit einem Jahr über einen Zeitraum von sechs Stunden in der Regel sehr gut ohne Muttermilch auskommen ohne Schaden zu nehmen. Unsere Kinder wissen sehr genau, dass Stillen nur bei Mama geht (andere Möglichkeiten sind in der Regel ja doch ein eher theoretisches Konstrukt). Einjährige nehmen deshalb bei Abwesenheit der Mutter meist recht schnell gut Essen und Trinken in anderer Form an.


    Sie schreiben, dass Sie babyled-weaning praktizieren. Das ist sicher ein guter Ansatz, bei dem allerdings häufig angenommen wird, dass es bedeutet, dass das Kind nicht gefüttert werden darf. Babyled-weaning heißt kindgesteuertes Abstillen, d.h. das Kind bestimmt welche Mengen es von was isst und daneben wird weiter nach Bedarf gestillt. Es heißt aber nicht, dass das Kind neben dem Stillen ausschließlich Fingerfood zum selbständigen Essen erhält. Es kann und darf also beispielsweise auch Brei oder Suppe angeboten werden und das Kind darf auch mit einem Löffel gefüttert werden. Kinder sind individuell und - falls Sie das noch nicht gemacht haben - probieren Sie einmal aus, was Ihr Sohn davon hält, dass Sie ihm nicht nur stückige Kost zum Selberessen anbieten.


    Versuchen Sie gelassen zu bleiben und diese Gelassenheit auch auf Ihr Kind zu übertragen. Sie wissen Ihr Kind gut und liebevoll betreut. Trauen Sie Ihrem Sohn und Ihrer Mutter zu, dass die beiden gut zurecht kommen werden, sechs Stunden sind gar nicht so lange, wie es Ihnen jetzt vielleicht vorkommt.


    Liebe Grüße

    Denise Both

    Liebe Murkel,


    warum *hust*? Wie lange Du stillst ist doch alleine eure Entscheidung.


    Gadothek enthält Gadopentetat-Dimeglumin, dieses wird in Thomas Hale "Medications and Mothers' Milk 2017" als L2 eingestuft. L2 umfasst Medikamente, die „innerhalb einer begrenzten Gruppe stillender Frauen untersucht wurde, ohne dass sich eine erhöhte Nebenwirkungsrate bei dem Säugling feststellen ließ. Und/oder die Wahrscheinlichkeit eines nachweisbaren Risikos, das durch die Verwendung dieses Medikamentes durch eine stillende Frau hervorgerufen werden könnte ist überaus gering“

    Die Halbwertszeit beträgt 1,5 bis 1,7 Stunden und die orale Verfühbarkeit 0,8 %.

    Das American College of Radiology ist zu dem Schluss gekommen, dass das Weiterstillen nach der Verabreichung eines Gadolinumhaltigen Kontrastmittels als sicher anzusehen ist.


    Ich hoffe, Du bekommst ein unbedenkliches Ergebnis bei deiner Untersuchung.


    Liebe Grüße

    Denise

    Liebe Pachamama,


    ich fürchte, ich kann dir nicht die verbindliche Antwort liefern, die Du brauchst.


    Beim Hersteller findet man nur die (übliche) Angabe "Da keine ausreichend dokumentieren Erfahrungen vorliegen, sollte das Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden."


    Und in der mir vorliegenden Literatur finde ich auch nur allgemeine Aussagen. So steht in "Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit" von Spielmann und Schaefer 8. Auflage:

    "Homöopathika sind hinsichtlich ihrer Verträglichkeit in der Stillzeit kaum systematisch untersucht. Es liegen jedoch keine Fallberichte zu ungewöhnlichen Reaktionen des Säuglings vor.

    Eine Befragung von 139 Frauen ergab, dass 84% in der Stillzeit mindestens ein Phytotherapeutikum eingenommen hatten (Gut et al. 2004). Trotz der breiten Anwendung fehlen systematische Untersuchungen zur Stillzeit für die meisten Mittel. Eine Schädigung des Säuglings über die Muttermilch wurde jedoch bisher nicht beschrieben." Allerdings sind Homöopathika ja nicht unbedingt mit Phytotherapeutika gleichzusetzen.


    Auf alle Fälle wird jedoch geraten auf alkoholische Zubereitungen möglichst zu verzichten.


    Nun ist dein Kind ja kein Neugeborenes oder kleiner Säugling mehr, so dass die Einschränkungen sicher weniger streng gesehen werden müssen, aber dennoch möchte ich dir ans Herz legen, dich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen, welches Medikament für dich und deine Situation am besten geeignet ist. Es gibt auch in diesem Bereich stillverträgliche Lösungen.


    Falls es mir gelingt, konkrete Aussagen zu dem von dir genannten Präparat zu erhalten, melde ich mich nochmals.


    Liebe Grüße

    Denise

    Liebe Peggy,


    das klingt ja nach einem ganzen Bündel von möglichen Ursachen dafür, dass deine Kleine (aktuell) nicht mehr an der Brust trinken will - und darüber wohl auch nicht wirklich glücklich sein wird. Letztendlich ist es allerdings weniger wichtig, was diesen Stillstreik ausgelöst hat (manchmal lässt sich der Auslöser auch gar nicht finden und nach ein paar Tagen ist der Stillstreik genau so verflogen wie er kam), sondern vielmehr wichtig, die aktuelle Situation so gut wie möglich zu meistern.


    Es kann gut sein, dass sie die Brust und auch den Geschmack der Muttermilch mit etwas Unangenehmen in Verbindung bringt. Möglicherweise Schmerzen oder Übelkeit oder auch dem Schreck, dass Du beim Beißen aufgeschrien hast. Deshalb ist es jetzt wichtig, dass Du versuchst Ruhe zu bewahren und sie auf keinen Fall bedrängst, an der Brust zu trinken. Viel Körperkontakt ohne gezielte Anlegeversuche, viel Kuscheln mit und ohne direktem Hautkontakt sind in einer solchen Situation oftmals hilfreich. Deine Kleine erlebt so, dass sie nicht zu etwas genötigt wird, was sie aktuell nicht möchte. Als nächsten Schritt kannst Du dann, wenn ihr beide euch entspannt fühlt, quasi nebenbei die Brust anbieten.


    Da Du möglichst weiter stillen magst ist Abpumpen oder Milchgewinnung mit der Hand wichtig, um die Milchbildung in Gang zu halten und Probleme mit deiner Brust zu vermeiden. Dabei ist die tatsächlich gewonnene Milchmenge nicht das absolut Entscheidende, das wird deine Kleine regeln, sobald sie wieder trinken mag.


    Und lass deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt unbedingt nach der Kleinen schauen. Vielleicht hat sie doch Schmerzen oder auch Schmerzen, die vor allem in Stillposition auftreten. Wenn ein Kind Schmerzen in Stillposition hat, kann es woe oben schon erwähnt auch vorkommen, dass abgepumpte Milch verweigert wird, weil der Geschmack der Muttermilch mit den erlebten Schmerzen in Verbindung gebracht wird.


    Es kommt vor, dass durch eine solche Konstellation wie bei euch die Stillzeit tatsächlich beendet wird, aber das muss keineswegs zwangsläufig so sein. Gib dir und deiner Tochter Zeit, drei Tage sind zwar in der aktuellen Situation lang, aber es kann durchaus etwas länger dauern, bis ein Stillstreik überwunden ist.


    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe Schäfchen,


    Schmerzen beim Stillen - abgesehen von einer gewissen Empfindlichkeit in der allerersten Zeit nach der Geburt - sind niemals normal. Deshalb ist auch das von dir beschriebene Stechen in der Brustwarze nicht als normal anzusehen.


    Was jetzt allerdings die Ursache für das Stechen sein könnte, ist aus der Ferne nicht wirklich zu beurteilen. Möglich ist vieles von einer Verletzung (eventuell auch durch einen Stoß oder Schlag auf die Brust) bis hin zu einer Pilzinfektion. Um das genauer einzugrenzen ist es sinnvoll, dass Du dich zunächst einmal zu einer persönlichen Beratung an eine Kollegin vor Ort wendest.
    Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://www.lalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).


    Falls eine ärztliche Beurteilung erforderlich sein sollte, hängt die Frage, ob Frauenarzt oder Hausarzt davon ab, wieviel Erfahrung dein/e Hausarzt/ärztin mit stillenden Müttern hat.


    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe Alona,


    also auch nochmals auf diesem Weg.


    wann der "richtige" Zeitpunkt für die Einführung von Beikost ist, ist naturgemäß von Kind zu Kind verschieden. Dennoch sollte bei einem Kind, das mit einem Jahr oder älter feste Nahrung ablehnt oder eben nur in so mikroskopisch kleinen Mengen isst, wie Du es beschreibst, genau hingeschaut werden, denn Muttermilch alleine ist in diesem Alter für einen längeren Zeitraum in aller Regel nicht mehr ausreichend (wenn ein krankes Kleinkindeinige Zeit, bis es wieder gesund ist, nur an der Brust trinkt, ist das meist kein Problem). Dabei sind nicht nur Gewicht und Größe des Kindes ausschlaggebende Faktoren der Beurteilung, sondern es sollte die gesamte
    Entwicklung angeschaut und auch ein Blutbild gemacht werden. Außerdem ist es sinnvoll für einige Tage oder eine Woche einmal ein genaues Ernährungsprotokoll zu führen, in dem jeder Bissen (also auch eine einzelne Rosine u.ä.), den das Kind isst, aufgeschrieben wird. Manchmal essen die Kinder nämlich deutlich mehr als man denkt. Mit einem solchen Protokoll
    lässt sich beurteilen wieviel das Kind tatsächlich - vielleicht einfach so nebenbei - isst.


    Was mir allerdings auffällt sind deine Angaben zum doch heftigen Würgen und dem von dir geschilderten Herausschieben der festen Nahrung mir der Zunge. Der Zungenstoßreflex sollte in diesem Alter schon lange verschwunden sein. Daher würde ich die Mundmotorik
    des Kindes anschauen lassen.


    Der Ratschlag,das Kind einfach hungern zu lassen oder von der Mutter zu trennen, um es zumEssen zu zwingen, ist sicher keine Lösung - und kann außerdem übel ausgehen,denn es gibt Kinder, die dann eben doch nicht "von sich aus" zu essen
    beginnen und außerdem ist eine solche Vorgehensweise schlicht grausam.


    Um nicht in eine Essstörung hineinzurutschen, ist es sinnvoll, dass jemand mit entsprechender Erfahrung, mit ins Boot geholt wird. Dazu kann zum Beispiel eine Zweitmeinung eines anderen Kinderarztes oder Kinderärztin sinnvoll sein.



    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe Thumbelina,


    wenn wirklich eine Infektion vorliegen sollte, ist es sinnvoll schnell einen Arzt oder eine Ärztin draufschauen zu lassen.


    Du kannst mir gerne per PN schreiben wo Du bist, vielleicht finde ich in meinen internationalen Listen eine Kollegin oder eine Ärztin, die Mitglied bei der ABM (Academy of Breastfeeding Medicine) ist. Es gibt in etwa 100 Ländern der Erde StillberaterInnen, also nicht ausgeschlossen, dass es auch dort, wo Du bist, jemanden gibt.


    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe Thumbelina,


    die Theorien über die Entstehung solcher Bläschen sind nicht ganz einheitlich, doch es könnte sein, dass der epidermale Wachstumsfaktor eine Rolle spielt. Es gibt einen ziemlich deutlichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von solchen Bläschen und Stress und deshalb ist es ganz wichtig, dass Du versuchst, Stress und Belastungen so weit wie irgend möglich zu reduzieren.


    Und ja, ein Milchbläschen oder "Weißes Häutchen", wie es auch genannt wird, kann sich durchaus nach dem Eröffnen infizieren und deshalb sollte die Eröffnung möglichst nicht in do it yourself-Verfahren erfolgen.


    Im akuten Fall hat sich die auch von dir schon erwähnte Vorgehensweise bewährt: warme Kompressen auflegen, um das Bläschen (bzw. die Blockade) zu erweichen und dann sofort dein Kind an die Brust anlegen. Dabei musst Du unbedingt auf eine gute Stillhaltung und korrektes Ansaugen achten. Die Wärme der Kompresse führt dazu, dass sich der Milchgang leicht ausdehnt, so dass er für den eventuell festsitzenden Pfropfen (der beim Rauskommen wie ein dünnes Spaghetti oder ein Sandkorn aussehen kann) durchgängig werden kann. Ein Häutchen über dem Milchgang, wird sich durch die Hitze ausdehnen und dünner werden und beim Stillen aufreißen.


    Sobald Wärme angewendet wurde, wird der Milchspendereflex zusammen mit der Saugtätigkeit des Babys in den meisten Fällen ausreichen, um das Bläschen zu öffnen.


    In manchen Fällen ist tatsächlich eine Eröffnung notwendig, was Du auch gemacht hast. Bei der Eröffnung sollte nicht "blind" herum gedrückt, gekratzt oder gestochert werden. Um die Wundheilung nach dem Eröffnen des Bläschens zu fördern, können die gleichen Vorgehensweisen wie bei wunden Brustwarzen empfohlen werden. Feuchte Wundheilung mit Hilfe von hochgereinigtem Lanolin verhindert eine feste Schorfbildung und weitere Probleme.


    Zusätzliche Maßnahmen, die neben Ruhe helfen können, sind häufiges Anlegen, Veränderung der Ernährungsgewohnheiten (weitgehender Verzicht auf gesättigte Fettsäuren) sowie auch die zusätzliche Einnahme von Lecithin und Vitamin C. Die Milch fließt dann wohl "besser".


    Wenn Du keinen Frauenarzt erreichen kannst, dann lass doch mal deine Hausärztin bzw. Hausarzt draufschauen, vor allem damit auch geklärt werden kann, ob eventuell doch eine Infektion vorliegt, die adäquat behandelt werden muss.


    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe Krötenmutti,


    Es kann sein, dass der von dir beschriebene starke Milchspendereflex die Ursache des Problems ist, es kann aber eben auch sein, dass die Probleme auf der kindlichen Seite liegen oder es ist eine Kombination aus beidem. Saugprobleme sind leider aus der Ferne nur sehr schwer bis gar nicht beurteilbar. Auch eine Einschätzung darüber, welche Auswirkungen der Schnuller bei euch hat, ist aus der Distanz nicht möglich. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Du dich an eine Kollegin vor Ort wendest, die sich anschauen kann, wie dein Kind an der Brust trinkt, ihm in den Mund schauen kann und sich auch die Brust ansieht unmittelbar nachdem deine Kleine losgelassen hat.


    Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter:
    http://www.lalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).


    Einzu starker Milchspendereflex, kann dem Kind das Gefühl geben, zu ertrinken. Fallses wirklich so sein sollte, dass deine Kleine mit dem Milchspendereflex nichtzurecht kommt, kann es helfen, dich beim Stillen etwaszurückzulehnen. Auch das Berg-auf-Stillen bzw. dieAustralia-Haltung kann hilfreich sein. Bei dieser Stillposition befindest Du dich mit leichterhöhtem Kopf in Rückenlage. Das Kind liegt mit dem Gesicht nach unten auf dirparallel zu deinem Körper. Bei einem jungen Säugling muss der Kopf des Kindesvon der Mutter an der Stirn abgestützt werden
    Durchdie Schwerkraft wird dein Brustgewebe in der Rückenlage zurückgezogen, so dassdas Ansaugen für das Kind schwieriger werden kann. Daher ist es günstig, wennDu die Brust weit genug hinter dem Brustwarzenhof hältst und eventuell dasBrustgewebe leicht zusammen drückst. Lassdir diese Haltung von einer Kollegin zeigen.


    WeitereTipps sind, dass Du dein Kind unmittelbar nach dem Ansaugen und Einsetzen desMilchspendereflexes kurz von der Brust abnimmst (bitte brustschonend denSaugschluss lösen, sonst leiden die Brustwarzen), die Milch erst einmal fließenlässt (dabei sind Mullwindeln oder kleine Handtücher günstig, um die Milchaufzufangen) und dein Kind erst dann wieder anlegst, wenn der starke Milchflussnachlässt. Außerdem ist es sinnvoll, das Baby häufiger anzulegen, dann spritzt dieMilch unter Umständen nicht ganz so stark. Reagiere wirklich bereits auf dieallerersten Hungerzeichen, dann ist dein Kind weniger unruhig und weniger„gierig“. Manche Frauen machen auch gute Erfahrungen damit, das Kind nurjeweils an einer Seite pro Stillzeit anzulegen, aber das musst Du individuellausprobieren.


    Liebe Grüße
    Denise Both

    Liebe Moschi5,


    ich verstehe, dass Du nach einem Weg suchst, deinen Kleinen ohne Weinen abzustillen, aber ich fürchte, dass es ganz ohne Schmerz bei einem Kind, das von sich aus noch nicht zum Abstillen bereit ist, nicht gehen wird. Außerdem ist eine Mutter - ob sie nun stillt oder nicht - nicht wirklich "ersetzbar", dein Kind braucht nicht nur die die Brust, sondern auch die Mutter, die an dieser Brust "dranhängt".


    Du schreibst, dass dein Sohn tagsüber so gut wie gar nicht mehr gestillt wird und nachts häufig gestillt werden will.
    Das klingt für mich danach, dass es sinnvoll wäre, zunächst mal wieder einen Schritt zurückzugehen. Es könnte sein, dass das komplette Abstillen für dein Kind am Tag schlicht zu schnell und zu viel war und jetzt versucht der kleine Mann nachts das nachzuholen, was ihm tagsüber fehlt. Dieser scheinbare Rückschritt kann durchaus ein Schritt nach vorne sein auf eurem Abstillweg, weil er möglicherweise wieder etwas mehr Ruhe in die Nächte und damit insgesamt zu einer Entspannung führen kann.


    Sprich mit deinem Kind darüber, dass eure gemeinsame Stillzeit dem Ende zu geht. Ganz wichtig ist allerdings, dass DU absolut sicher und überzeugt sein musst, das Richtige zu tun. Du selbst musst in deiner Entscheidung dazu klar und eindeutig sein, denn deine eventuellen Zweifel bleiben dem Kind nicht verborgen. Nur wenn Du selbst sicher bist, dass Du nicht mehr stillen willst und wirst, dann kann Abstillen funktionieren. Allerdings bedeutet es nicht, dass dein Kind auch dann, wenn Du in deiner Entscheidung fest bist, nicht trotzdem trauern und aufbegehren wird, aber ihr werdet gemeinsam einen Weg finden, mit der Trauer umzugehen.


    Und dann ist noch wichtig: Dein Kind muss sicher spüren, dass Du ihm zwar die Brust entziehst, aber weiterhin für es da bist und es liebst. Aus diesem Grund sind die Vorschläge zur Trennung von Mutter und Kind unsinnig und außerdem gibt es nicht wenige Kinder, die nach einer solchen Trennung erst recht nach der Brust verlangen - was macht frau dann?


    Probier' dann auch mal die Politik der kleinen Schritte. Verkürze die Stillzeiten, statt sie gleich ganz ausfallen zu lassen. Führe Regeln für das Stillen ein (nur wenn es dunkel ist, nur wenn wir beide alleine sind, nur wenn wir beide im Bett sind usw.). Zum Verkürzen kannst Du z.B. mit deinem Sohn ausmachen, dass sie so lange an der Brust trinken darf, bis Du rückwärts von 100 auf 0 gezählt hast oder bis zwei Strophen von einem Lied gesungen sind o.ä. Allmählich wird dann nur mehr von 90 abwärts gezählt oder nur mehr eine Strophe gesungen usw.


    Auch die Vorgehensweise, dass dein Mann zumindest einen Teil der Einschlafbegleitung übernimmt ist durchaus sinnvoll. Da er keine Brust hat, werden die beiden eigene Strategien entwickeln müssen, was Väter und Kinder aber in aller Regel recht gut schaffen - wenn es auch manchmal etwas unorthodoxe Ideen umfasst:-). Voraussetzung ist dabei jedoch, dass Vater und Sohn bereits genügend Gelegenheit hatten, viel entspannte Zeit miteinander zu verbringen.


    Weiter können dir vielleicht auch die Tipps in dem folgenden Link rabeneltern.org/index.php/wiss…bett?showall=&limitstart= helfen. Schau da mal rein.


    Ja und dann ist da noch eine Sache, auf die ich dich hinweisen möchte: Nächtliches Abstillen bedeutet nicht zwangsläufig, dass dein Kind nachts weniger oft aufwachen wird. Diese oftmals mit dem Abstillen verbundene Hoffnung, wird häufig nicht erfüllt werden.


    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe Lina2,


    prinzipiell ist es möglich, die Milchbildung in der weniger genutzten Brust wieder anzukurbeln, allerdings denke ich, dass es wahrscheinlich nicht mehr auf eine vollständige "Ausgewogenheit" hinauslaufen wird - ohnehin besteht wohl bei keiner Frau eine absolute Symmetrie. Prinzipiell ist die aktuelle Einseitigkeit auch eher ein kosmetisches Problem, das sich nach dem Abstillen im Laufe der Zeit auch wieder ausgleichen wird.


    Alleine durch verändertes Anlegen dürfte es auch relativ schwierig sein, da Nico ja merkt, dass es an der bevorzugten Brust mit deutlich weniger Aufwand mehr Milch gibt und deshalb vermutlich wenig begeistert sein wird, die andere Brust anzuregen. Außerdem wirst Du nachts ja wohl weiterhin die bevorzugte Brust anbieten und nicht gezielt darauf hinarbeiten, deinen Nachtschlaf zu unterbrechen, um die andere Seite anzubieten.


    Eine Möglichkeit wäre, durch vorübergehendes, zusätzliches Abpumpen, die Milchproduktion wieder verstärkt anzuregen und dein Sohn wird dann wahrscheinlich, wenn die Milch wieder besser und reichlicher fließt, eher geneigt sein, dort auch wieder mehr zu trinken und damit die gesteigerte Milchmenge aufrecht zu erhalten.


    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe ma-ela,


    so wie Du es beschreibst, denke ich auch, dass der starke Milchspendereflex ein Faktor ist, der euch Mühe bereitet. Zusätzlich scheint es tatsächlich eher schwierig zu sein, zu erkennen, wann deine Kleine Hunger hat. Da Kinder in dem Alter oftmals an wirklich allem saugen, was sie erwischen können, ohne dass sie Hunger haben, ist dein Verdacht, dass deine Tochter über die Milch "die trotzdem kommt" verärgert sein könnte, gar nicht so unwahrscheinlich.


    Ich habe dir per PN die Kontaktdaten zu einer Kollegin in deiner Stadt geschickt. Trau dich und lass dir einen Termin bei ihr geben, sie ist eine wirklich liebe und kompetente Frau und wird dir im direkten Kontakt sicher gut weiter helfen können.


    Liebe Grüße
    Denise

    Liebe ma-ela,


    schon alleine die Länge deines Textes lässt erahnen, wie verzweifelt Du sein musst.


    Um mit deiner letzten Frage anzufangen: Ich denke, Du solltest, die Kinderärztin gezielt darauf ansprechen, dass Du befürchtest, dass dein Kind ein anatomisches Problem im Mund-Rachen-Raum haben könnte. Dann kann sie sich deinen Kleine nochmals gezielt daraufhin anschauen und dich mit hoher Wahrscheinlichkeit beruhigen und Du kannst diese Sorge zumindest ad acta legen. Und falls doch etwas vorliegen sollte, kann entsprechend gehandelt werden.


    So wie Du es beschreibst, denke ich, dass tatsächlich ein Kommunikationsproblem zwischen deiner Kleinen und dir vorliegt. Beschreibe mir doch bitte einmal, was Du als Hungerzeichen interpretierst. Die Art und Weise wie ein Kind Hunger signalisiert bleibt nicht immer gleich, sondern verändert sich im Laufe der Zeit. So ist es zum Beispiel bei einem Baby nach den ersten Wochen kein zwingendes Hungerzeichen mehr, wenn es die Hände oder Finger zum bzw. in den Mund führt. Dieses Verhalten gehört dann vielmehr zur Erkundung von Mund und Händen.


    Außerdem muss dringend abgeklärt werden, woher die Schmerzen beim Stillen kommen. Da dies jedoch per Ferndiagnose am Monitor nicht möglich ist, solltest Du dich unbedingt nochmals an eine Kollegin wenden. Wenn Du mir eine private Nachricht mit deinem genauen Wohnort schickst, kann ich nachschauen, ob ich in deiner Gegend jemanden kenne.


    Liebe Grüße
    Denise