Beiträge von Aomame

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    Zuckerschote beim Essen:

    "Mama, isst du das mal für mich?"

    "Ich soll das essen? willst du es nicht?"

    "Nein! du sollst das in meinen Bauch rein essen!"

    "??? wenn ich das esse, dann geht das auch in meinen Bauch. In deinen Bauch rein essen kann ich das doch gar nicht!"

    "#rolleyes#rolleyes#rolleyes neinnnn, in meinen Mund! Du sollst das in meinen Mund reinessen!"

    "ach, ich soll dich füttern?"

    "Füttern. Genau."

    Dialog mit der Zuckerschote:


    "So, wir müssen heute ganz gründlich Zähneputzen, du hast heute ganz viel Süßes gegessen."

    "Dann esse ich nie wieder Süßes, dann muss ich keine Zähne putzen."

    "Hm, wenn man was isst, kommen immer auch Bakterien, da muss man trotzdem immer Zähne putzen."

    "Und wenn ich Mama esse?"

    "Äh, bitte nicht Mama essen! Aber wenn du mich essen würdest, wären da trotzdem Bakterien, dann müsstest du trotzdem Zähne putzen."

    "Aber wenn ich Mama esse, dann sagt keiner mehr, dass ich Zähneputzen muss!"

    (q.e.d.)

    Unser Kinderarzt hat bei unserer damals Dreijährigen gesagt, wenn es stört, reicht einmal waschen mit ausgewiesenem Schuppenshampoo, ansonsten kann man das auch einfach in Ruhe lassen. Ich fand es mit der Zeit zu schmerig, weil die Haare auch dicht und lang waren und sich der Schorf nicht auskämmen ließ, und nach einmal Schuppenshampoo (wir hatten das von Sebamed) war das Thema tatsächlich durch. Hilft natürlich nur, wenn das Kind grundsätzlich zum Haarewaschen bereit ist. Wir haben jetzt das gleiche Phänomen wieder bei der Kleinen, aber da kann ich schon froh sein, wenn die sich ausnahmsweise mal beim Baden die Haare nass machen lässt, da würde ich das mit dem Shampoo nur bei äußerstem Leidensdruck wagen.

    Ich bin immer schon stille Vielleserin mit wechselnden Spezialbereichen. In der zweiten Schwangerschaft hab ich vor allem im Monatsthread geschrieben, dann eine Zeitlang in der Reading Challenge mitgemacht, was ich leider zeitlich nicht mehr schaffe, und zur Zeit hab ich Spaß am Poetry Slam. Wenn zwischendrin mal ein Thema kommt, zu dem ich was sagen mag, tue ich das, aber das bleibt sehr unregelmäßig. Ich habe aber auch schon sehr hilfreiche Unterstützung bekommen, wenn ich mal eine Frage hatte und ein Thema eröffnet habe.


    Wenn dann auf mich reagiert wird, stelle ich fest, dass mich das ziemlich fordert, weil plötzlich die eher passive Konsumentenhaltung zu einer sozialen Interaktion geworden ist und ich mir plötzlich diese ganzen Fragen stelle, die ja jetzt hier verschiedentlich ventiliert werden -- wie komme ich an, hab ich mich blöd ausgedrückt, bin ich jemandem auf den Schlips getreten etc. Ich finde solche Fragen schon im RL sehr anstrengend und ziehe mich meistens recht schnell wieder aufs Lesen zurück, wenn ich merke, dass mich diese Ebene zu sehr beschäftigt. Dadurch, dass ich viel mehr lese als ich schreibe, ist mir auch klar, dass ich über manche andere viel mehr weiß als sie über mich, ich finde das bringt eine etwas schwierige Asymmetrie rein, die im RL selten so vorkommt. An sich bin ich froh, dass ich fast ausschließlich über mein uraltes Handy reingehe, das mir das Schreiben beinahe verunmöglicht. Würde ich ernsthaft anfangen zu schreiben, hätte ich Angst, dass ich gar nicht mehr aus dem Forum rauskäme, und mir viel zu sehr zu Herzen nähme.


    Insgesamt fühle ich mich zugehörig -- dem Dorf oder Netzwerk, wie oben geschrieben wurde. Ich nehme keinen festen Kern wahr, höchstens einen öffentlichen Marktplatz, auf dem wechselnde Leute viel Zeit verbringen und dadurch, dass man sie so viel zusammenstehen und klönen sieht, auffälliger sind, auf dem man sich aber jederzeit dazustellen kann und zuschauen, oder mitquatschen, wenn einem danach ist. Und ich bin froh, dass es so einen Marktplatz gibt, weil er viel dazu beiträgt, die Grundstimmung zu definieren und aus dem Forum eben mehr zu machen als eine Datenbank. Ich fühle mich zugehörig, ich glaube nicht, dass irgendwer an mich denkt, wenn sie ans Forum denkt; und ich bin es total zufrieden. Ich mag es sehr gern hier.

    Die Erbse ruft aus der Küche: "Mamaaa? Erklärst du mir mal wie der Marmeladenknacker funktioniert?"


    Gemeint war der Korkenzieher.

    Die Erbse muss innerhalb von zwanzig Minuten das dritte Mal aufs Klo. Ich, auf Ursachensuche: "Hast du denn heute so viel getrunken?" Sie: "nein, eigentlich hab ich gar nicht viel getrunken. Nur vorhin ein bisschen gesoffen." #prost

    Die Erbse sieht unsere große Luftmatratzenpumpe und ruft begeistert: "komm schnell, Schötchen, damit können wir melken spielen!" Die Zuckerschote, ähnlich enthusiastisch: "jaaa! und ich bin die Milch!"

    Die Zuckerschote und ich haben nachmittags über die Unterschiede zwischen Fröschen und Schildkröten diskutiert, und sind nicht einig geworden. Kurz vorm Einschlafen setzt sie sich nochmal auf und teilt mit "Mama, Frosch und Schildkröte sind doch das gleiche. Beide sind grün, und beide sind cool." Sprach's, legte sich zurück und schlief ein.

    Die Zuckerschote reflektiert über Geschlechterverhältnisse:
    "Alle sind Frauen." (Pause) "Nur nicht die Männer." (längere Pause) "Aber die können ja auch Frauen sein."

    Die Zuckerschote ist mitten in der Rollenspielphase angelangt. Meistens spielt sie Menschen aus ihrer Umgebung.


    "Mama, ich bin das kleine Tanjababy!"
    Kenne ich nicht, nur eine deutlich ältere Tanja. "Wer ist denn das Tanjababy??"
    "Das ist aus Baby gemacht. Das ist manchmal so, weißt du."

    Mein Mann hat seine eigenen thematischen Foren, in denen er unterwegs ist. Manchmal nehmen wir Forumskulturvergleiche vor und amüsieren uns beide. Aber ich erzähle auch dann und wann was, oder er schlägt vor, ich soll mal im Forum nachfragen. Ich glaube, ich wäre nicht hier, wenn es ausschließlich um Schwangerschaft--Geburt--Erziehung ginge, sondern ich mag die vielen Themen, das Persönliche und vor allem den Umgang und die Leute. Ihm geht es viel stärker um Themen, er fände das drumherum wahrscheinlich eher störend.

    Mal wieder Thema Schlafen:


    Die Zuckerschote fordert bei der Einschlafbegleitung "Der Mond ist aufgegangen" in Dauerschleife an, macht aber (im Gegensatz zu mir #schnarch ) nicht die geringsten Anstalten einzuschlafen. Nachdem ich bei der letzten Runde schon nur noch halbartikulierte Laute produziert habe und nicht sofort auf die Aufforderung nach einem Da Capo reagiere, fordert sie: "Mamaaa, Mond ist aufegangen!! Das schaffst du schon!"

    Zum Thema nicht müde sein:


    Das Zuckerschötchen liegt im Bett und kämpft mit der elendigen Müdigkeit, für die sie wirklich keine Verwendung hat. Der letzte Satz, den sie noch herausbringt, bevor ihr endgültig die Augen zufallen:


    "Mama, (was) kann man noch alles im Bett machen?"

    Die Erbse spielt Friseur und unterzieht mich einem umfassenden virtuellen Wellnessprgramm -- Haareschneiden, frisieren, schminken... steht dann vor mir und überlegt sebstkritisch, was sie noch optimieren könnte. Lippenstift passt nicht dazu. Rouge findet sie blöd. Hmm. Plötzlich eine Erkenntnis:
    "Ein Lächeln würde gut dazu passen, Mama! Die Falten da ziehen das alles so runter."


    (sagte ich nicht, ich werde alt #warte )