Ich brauche mal ein Coaching, bitte!

  • Liebe Raben, dieses Forum ist ja ein sprudelnder Quell aus guter Energie und spannenden Ideen, darum lasse ich mal eine Bitte um Hilfe hier: Ich bin gerade ziemlich unglücklich in meinem Job und muss mich dringend neu orientieren, ich weiß aber nicht wie.

    Zu den Eckdaten: Ländliche, strukturschwache Region, ich lebe hier, weil meine Kinder hier leben und kann deswegen auch nicht einfach so umziehen. Ich bin Redakteurin in einem kleinen Fachverlag, das Thema liegt mir nicht, der Chef liegt mir gar nicht.

    Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, bin aber eher keine gute Kauffrau. Ich habe lange als Redaktionsassistenz in einem großen Nachrichtenmagazin gearbeitet, bis wir auf die grandiose Idee gekommen sind, hierher zu ziehen.

    Ich kann: Gut kommunizieren und Teams zusammenhalten. Schreiben. Alle möglichen Texte. Reportagen, Berichte, Pressetexte, Produktbeschreibungen... Egal. Das geht mir gut von der Hand. Ich kann fließend Englisch und sehr gut Französisch, ich kenne mich mit WordPress und Indesign aus, ich bin pflegeleicht und fleißig.

    Ich könnte auch einfach was kaufmännisches machen, wenn das Team nett ist.

    Hier gibt es aber keine Arbeit, und die Stelle, auf der ich gerade sitze, raubt mir die Energie. Es ist richtig kacke, da zu arbeiten... #hmpf

    Was ratet Ihr mir? Ich habe online schon nach Texterbörsen gesucht, aber da müsste ich mich wohl richtig reinhängen, um ein paar Kunden an Land zu ziehen. Dafür fehlt mir leider die Energie. Ich arbeite 30 Stunden und hab ja noch die drei Kinder. Da bleibt irgendwie gar keine Zeit, um sich neu zu orientieren.

    Könnt Ihr mir mal denken helfen, bitte?

  • also hier in Berlin sucht der öffentliche Dienst oft Leute für den ganzen social media bereich, vielleicht bei euch auch?

  • Ich fände eine wichtige Frage, die Du Dir stellen solltest, was Dein aktueller Gewinn /Profit an Deiner jetzigen Tätigkeit ist. Was hat Dich bisherigen an dieser Stelle gehalten?


    Klar, eine schnelle Antwort ist das Gehalt, wobei reines Geld würdest Du auch bei einer anderen Tätigkeit bekommen. Also, was hält Dich außer dem Gehalt noch?


    Wobei natürlich ine andere wichtige Frage wäre, auf wieviel Prozent Deines Gehaltes Eure Familie zwingend angewiesen ist?

  • Tja, außer dem Gehalt hält mich da, dass ich eine Tagesstruktur habe. Das strukturierte Arbeiten allein zu Hause würde mir sicher schwerfallen. Ich komme ja aus einer ziemlich heftigen depressiven Episode, und einfach nur zu Hause sein würde mir gar nicht gut tun...


    Gestern habe ich nach Texterjobs geschaut. Aber das ist eine längerfristige Sache, sich da einen Kundenstamm aufzubauen. Und dafür habe ich einfach keine Kapazitäten. Und dann müsste ich auch in eine Bürogemeinschaft, damit ich unter Leute komme.


    Ich glaube, es wäre gut, wenn ich vor dem Ende der Probezeit Ende Oktober eine Idee hätte. Denn ich will da nicht noch drei Monate länger bleiben. Mist ist das. Ich brauche einfach das Geld... Mist, Mist, Mist...

  • Hm, das ist natürlich nicht ganz einfach. Mit einen Klienten mache ich es in dem Fall so, dass sie mal alle Fähigkeiten (Ressourcen) auf Kärtchen schreiben - immer eine Fähigkeit pro Kärtchen. Auf anders farbige Kärtchen kommen die Interessen. Also Dinge, die noch nicht ganz vorhanden sind, aber woran interesse besteht und das man sich aneignen könnte.

    Das ist mal der erste Schritt. Und danach ordnen wir sie Berufsbildern zu. In diesem Schritt achten wir noch nicht auf die Machbarkeit, denn das würde den Horizont einengen. Und aus den Berufsbildern suchen wir dann mal drei bis fünf raus, die sich am besten anfühlen und die werden dann auf Machbarkeit geprüft.

    Das hat den Vorteil, dass der zensor im Kopf erstmal ruhig Gestalt wird und es zu mehr Ergebnissen kommt. Dadurch unterbricht man gut die gedankenschleifen.