Studie zum Bedingungslosen Grundeinkommen

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  • Und da stimme ich Dir absolut zu, ich bin auch dagegen wie es derzeit in den Jobcentern abläuft. Aber ich glaube es wird immer Ausnutzer im Sinne von "wie kann man die Gesetzgestaltung so lenken dass letztendlich eine kleine Elite massiv profitiert" geben.

  • Heißt das, du befürwortest grundsätzlich nichts, was missbraucht werden kann, auch wenn es anderen hilft?


    Bei Steuern, bei Alg 2, bei Subventionen gibt es auch Missbrauch.


    Sollen wir die abschaffen?

    Schlupflöcher schließen wäre mein Ansatz!


    Bei dem BGE sehe ich aber so viele Ansatzpunkte des Missbrauches dass ich da einfach eine deutlich höhere Gefahr sehe sich zu verrennen.


    Wie gesagt, wenn alle EU- Bürger nach Einführung Erstwohnsitz in D anmelden gäbe es nichtmal genug Kontrollkapazitäten das zu überprüfen.


    Stell es Dir nur mal auf lokaler Ebene vor: BGE ausschließlich im Saarland beispielsweise: Was würde wohl passieren?


    Alle Studenten würden dort hinziehen, die Gutbezahlten würden in die nächstgelegenen Städte umziehen. Falls Inflation, würde halt in RLP eingekauft.

  • Ich glaube diese "ich muss an mich raffen, was ich kriegen kann" Mentalität haben wir aber, weil die Dinge jetzt so sind wie sie sind.
    Das fängt bei der auf Druck basierenden Kindererziehung an und setzt sich dann in einer Gesellschaft fort, die auch Erwachsene auf Druck basierend behandelt.
    Wenn du nicht .. dann.
    Ich habe die Hoffnung, dass sich das tatsächlich durch ein BGE mittel- und langfristig ändern könnte.
    Dass auch Eltern, die nicht ständig in dieser Druck-Mentalität bleiben ("wer nicht arbeitet, verdient es nicht, gut zu leben" bzw. im durchaus vebreiteten Extrem "wer nicht über seine gesunden Grenzen geht, ist weniger wert") das auch nicht mehr so an seine Kinder weitergibt.
    Man stelle sich nur mal vor: Eltern, die ihre Kinder nicht dafür anschreien, dass sie wütend sind, weil sie in den Kindergarten müssen. Weil die Eltern nicht das Empfinden haben, selbst zur Arbeit zu müssen und gleichzeitig nicht wütend deswegen sein zu dürfen. :)

    Wer genug hat (Zeit, Kraft, Geld) kann es sich leisten großzügig zu sein.
    Wieso glauben wir bei unseren Kindern, dass wenn wir sie großzügg, empathisch und gleichwürdig behandeln, sie sich ebenso verhalten werden, aber sprechen das anderen Erwachsenen grundsätzlich ab?

    Was ich zB ganz wichtig fände, wäre wenn ein Teil des BGE für Kinder auf ein diesem Kind gehörendes Konto eingezahlt werden muss, auf das die Eltern nicht einfach so zugreifen können. Damit Kinder und Jugendliche, die vielleicht Eltern haben, die sie nicht beim Wachsen unterstützen, sie nicht vollständig davon abhalten können, indem sie das Geld einbehalten.
    Sprich: dass die nächsten Generationen schon mit dem Wissen aufwachsen dürfen, dass sie sie finanziellen Möglichkeiten haben, sich auszuprobieren und zu entfalten.

    Wer sagt eigentlich, dass die Schildkröte unter dem Panzer keine Flügel versteckt?

  • Also solange Studierende freiwillig in München studieren, glaube ich das schlicht nicht....


    Geld ist echt nicht alles.

    Aber würde die Gutverdienerfamilie wohnen bleiben wenn im Nachbarkreis nur die Hälfte der Steuern zu zahlen wären?


    Und anhand von grenzüberschreitenden Lebensmitteleinkäufen (in der Schweiz üblich) sieht man ja auch dass Preisunterschiede im Fall von Inflationsgeschehen mit den Füßen abgestimmt werden.


    Das ist ein extrem fragiles Experiment inmitten von Europa mit sehr freizügigen Reise-, Wohn- und Arbeitsregularien.

  • Wenn ich drei Jahre lang dieses Bedingungslose Grundeinkommen bekommen würde, also jetzt das von dem Projekt, würden wir wohl aus ALG II fallen. Ich vermute, wir bekämen dann Wohngeld. Und dadurch auch das Kindergeld. Ich würde unsere Lebenshaltungskosten bei den Einkäufen von Lebensmitteln ein wenig anheben, vollwertiger, ökologischer.

    Ich weiß gar nicht, wieviel durch Wegfall anderer Dinge dann mehr da wäre, aber das ist mir auch vollkommen schnurz.

    Denn:


    Für mich würde es bedeuten, dass ich keinen Druck mehr vom Amt bekomme, dass ich mich in der Zeit endlich entspannt und sicher fühlen könnte, nicht von jemandem gemaßregelt zu werden oder unangenehme Briefe zu bekommen oder hinter BuT, weil vergessen auszuzahlen, herzulaufen und immer nachhalten zu müssen, ob korrekt ausgezahlt wurde und ständig damit zu leben, dass jemand mich überprüfen darf, was ich mit meinem Geld gemacht habe. Ich wäre nicht mehr oder weniger von anderen finanziell abhängig.


    Das würde mich so sehr entlasten, dass meine Gesundheit und damit meine Lebensqualität enorm ansteigen würde, ich könnte entspannter meine berufliche Qualifikation angehen, um dann in eine Erwerbstätigkeit einsteigen zu können. Wenn ich es länger bekommen würde, dann könnte ich das ohne Druck und Angst machen, also auch den Übergang in die Erwerbstätigkeit, denn Druck und Angst hemmen mich unheimlich.


    Würde ich Geld verdienen, ich würde nicht so furchtbar viel Geld mehr ausgeben, aber ich würde etwas zurücklegen können, sodass ich nicht von anderen abhängig wäre.


    Und was ich mehr habe, das ich nicht für die Ausbildung meiner Tochter zurücklege oder als angemessenes (!) Polster, damit ich nicht auf dem Niveau, das ich jetzt habe, in Not gerate, das würde ich dann weitergeben an andere, also "spenden".


    So stelle ich es mir für mich vor. Ob das so wäre, weiß ich nicht, also ob ich durch ein Grundeinkommen wirklich mehr Geld hätte.


    Aber allein schon die Tatsache, dass es BEDINGUNGSLOS ist, ist für mich unendlich viel wert.

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.


  • Ja, und gleichzeitig sieht man auch, dass die meisten Deutschen, Franzosen, Österreicher etc. nicht in der reichen Schweiz leben und arbeiten wollen, sondern dass es sich auf ein bisschen Grenzgängertum in beide Richtungen beschränkt. Und die Schweizer kaufen zwar ab und zu in Konstanz ein, aber dann doch auch wieder viel zuhause.

  • Sehr interessantes Thema, mit dem ich mich ehrlich gesagt noch nicht beschäftigt habe. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

    Aber da ich Optimist bin und an das Gute im Menschen glaube (und gleichzeitig weiß, daß es viele Idioten gibt, die für sich stets das Beste rausschaufeln) und mich außerdem u.a. Fiawin s und Frau Dechse s Texte sehr nachdenklich gestimmt haben hoffe ich, daß es eines Tages kommt, in welcher Form auch immer. Und natürlich, daß es gerecht ist, so gerecht man eben mehreren Millionen Menschen werden kann...


    A propos München und teuer wohnen: Ich habe da studiert, weil ich einen Platz zugeteilt bekommen habe und nicht, weil ich das Luxusleben wollte.

    Es gibt bestimmt einige, die laut Drahtesel wegen niedrigerer Steuer in den Nachbarkreis ziehen würden, aber durchaus nicht 'alle'! Im Moment leben wir auch in einer der teuersten Städte (nicht München) und hadern sehr damit. Tun uns aber schwer, alle Zelte abzubrechen und dahin zu ziehen, wo es billiger ist. Was ist mit Freunden, Nachbarn, Arbeit, der super Infrastruktur, die dann wegfällt?

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß es sich alle "Gutverdienerfamilien" so einfach machen würden und um des Geldes Willen wegziehen.

    Mag bestimmt bei einigen so sein, aber der Großteil der Menschheit sind doch Gewohnheitstiere.


    Ist jetzt doch etwas lang geworden und nur ein paar Gedanken dazu.