Halal-Fleisch in Schulkantine

  • Sorry für das lange Zitat, ich kriege es gerade nicht besser hin.

    Shevek, kannst du dir vorstellen, dass ich mich durchaus schon mit Menschen aus dem Nahen Osten unterhalten habe?

    Und ja, Erdbeerminze hat mich richtig "übersetzt". Ich habe dich so verstanden, dass du meinst, jemand, dessen Vater / Eltern bereits in Deutschland aufgewachsen ist / sind, verhält sich nicht mehr respektvoll gegenüber Älteren / Lehrerinnen, weil das hier so nicht üblich ist. Aber wenn ich dich falsch verstanden habe, würde ich mich freuen, wenn du mir erklärst, wie du es gemeint hast.


    Und was ist albern? Den Satz verstehe ich nicht, ich merke nur, dass ich ihn gerade wenig wertschätzend finde.


    Mir ist übrigens aufgefallen, wenn ich mit Jugendlichen über "Respekt" rede, und das ist ja ein Wort, das sehr oft fällt, gerade in Klassen mit Jugendlichen, deren Eltern oder Vorfahren aus anderen Kulturkreisen stammen, es mir oft nicht mit viel Substanz gefüllt zu sein scheint. Oft können sie dann nicht wirklich begründen oder erläutern, was für sie Respekt ist oder wann man ihn verdient. Und häufig stelle ich fest, dass sie zwar viel über Respekt reden, dieser in ihrem Handeln aber nicht unbedingt Ausdruck findet.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Allgemein kann ich dieses plötzliche Theater um das Hände schütteln in der Schule nicht nachvollziehen.

    Ich bin in Deutschland zur Schule gegangen, und mir hat 13 Jahre lang nicht ein Lehrer die Hand gegeben.

    Kann ich mich jetzt diskriminiert fühlen?

    Das habe ich auch nur als ein Beispiel verstanden. Und es ist doch hier absolut irrelevant, ob Dir in 13 Schuljahren in Deutschland ein Lehrer die Hand gegeben hat.

    Es geht um eine Situation, in der es nach den dortigen Gepflogenheiten wohl üblich gewesen wäre. Damit ist die Situation doch ganz anders.


    Eine Bekannte ist Lehrerin - die hat es häufiger (Brennpunktschule), dass Eltern zum Elterngespräch kommen, entsetzt feststellen, dass sie eine Frau ist, umdrehen und gehen und das Gespräch mit ihr verweigern. - Das würde mich ganz schön anpieksen.



    Zum Topic zurück: Für mich ist die Anzahl benötigter Essen relevant. Ausnahmen im Sinne von "bringt sich sein Essen mit und darf aus dem Vorhandenen, so bezahlt, gerne aussuchen" von mir aus immer gerne. Ausnahmen im Sinne von "muss die Schule / der Träger" für sorgen, finde ich für einzelne Essen nicht machbar und nicht erforderlich.

    Das Problem mit der Zugehörigkeit zur Gruppe muss einfach anders aufgefangen werden können, als jedem Sonderwunsch so zu begegnen, dass er erfüllt wird und am besten für niemanden erkennbar unterschiedlich von den anderen der Gruppe ist. Das müssen die Kinder auch lernen, dass eine Gruppe eine Gruppe sein kann und trotzdem inhomogen.

    Ist die Schule groß genug und es ist sinnvoll machbar, finde ich mehrere Essen zur Auswahl sehr gut.

    Hier gibt es ein Gericht. Das war schon im Kindergarten so. - Allerdings sind Ausnahmen möglich (Allergien, ...).

    Viele Ausnahmen treiben die Kosten in die Höhe. Dann lieber bessere Grundzutaten.

  • Heute war mein Kind hungrig nach der Schule. Das Mittagessen hat ihr nicht geschmeckt und sie hat nur eine Kartoffel gegessen. Und das ohne irgendwelche Einschränkungen. Ist manchmal so, dass das Kind nix findet was es essen mag.

    Bei den oben geschilderten Allergien wäre ich eh dafür einen Rahmen zu schaffen dass das Kind sein mitgebrachtes essen verzehren kann. Ich kenne keine Kantine in der das hinreichend gut funktioniert

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Hallo,

    Zum Topic zurück: Für mich ist die Anzahl benötigter Essen relevant. Ausnahmen im Sinne von "bringt sich sein Essen mit und darf aus dem Vorhandenen, so bezahlt, gerne aussuchen" von mir aus immer gerne. Ausnahmen im Sinne von "muss die Schule / der Träger" für sorgen, finde ich für einzelne Essen nicht machbar und nicht erforderlich.


    Die Schule an sich hat damit normalerweise sowieos wenig zu tun, DAS muss direkt mit dem Essensanbieter geklärt werden (es sei denn die Schule kocht selber und ist daher der Essensanbieter, aber dann finde ich das noch unkomplizierter).


    Hier ist es zum Glück machbar und möglich möglich, daß das einzige Zölli-Kind tatsächlich ein einzelnes Sonderessen bekommt. Der Anbieter hat irgendwie einen Untervertrag mit einem anderen Anbieter (der Spezialessen anbietet) geschlossen., das war eine einmalige Sache und läuft nun die 4 Grundschuljahre.


    Wenn es aus gesundheitlichen Gründen geht, könnte man schon hinterfragen, warum es aus anderen Gründen nicht gehen soll und ob da eventuell eine gewisse (ab)wertung der jeweiligen Gründe drin steckt...


    Und ja, Kinder müssen vieles lernen. Aber gerade wenn man vermeiden will, daß Kinder in der Schule aus rein religiösen Gründen zu einer Gruppe (gemacht) werden, die sich sonst so eventuell gar nicht ergeben würde, fände ich ein "alle die möchten k ö n n e n Schulessen mitessen" nun mal sinnvoller.

  • Trin: Ich stelle da die Gesundheit eindeutig über alles andere. Wenn es machbar ist für wie für Dein Kind, finde ich das sehr gut.

    Nimmt man eine kleine Schule (hier läuft das Essen über die Schule bzw. den Kindergarten, die wechseln da durchaus den Anbieter, ohne, dass ich das mitbekomme), die nur ein Essen anbietet, wird der mögliche Speiseplan sehr sehr klein, wenn man alle Sonderwünsche berücksichtigt (hängt Euch nicht an "Sonderwünsche" auf, das ist nicht abwertend gemeint), so dass alle mitessen können.


    Klar steckt da eine gewisse Wertung dahinter, aber dadurch, dass ich die Gesundheit höher werte als die Religion als Grund, werte ich nicht die Religion an sich ab. Ich sehe nur nicht, dass die Religion einzelner das Leben aller stark einschränken können sollte. - Und da ist es mir völlig egal, von welcher Religion wir reden.


  • Hallo,

    Trin: Ich stelle da die Gesundheit eindeutig über alles andere. Wenn es machbar ist für wie für Dein Kind, finde ich das sehr gut.


    Für mein Kind war es damals noch nicht machbar, das schrieb ich weiter vorne, aber inzwischen hat sich da zum Glück einiges verbessert.


    Ob man Gründe werten sollte.... na ja, da kann man verschiedener Meinung sein.

    Meine ist: Entweder es ist möglich, das Essen entsprechend zu gestalten dann ist es egal, wie andere den Grund dafür finden oder es ist aus ganz realen Gründen nicht möglich, dann ist es eben so, dann müssen gute Alternativen gefdunden werden.

    Aber "Es w ä r e möglich, aber ich (bzw. wer auch immer) finde den Grund nicht schwerwiegend genug, weil es ja "nur" religiöse Gründe sind." sollte mMn hinterfragt werden.


    Es ist ja in den meisten Fällen keine Frage von: "Wir müssen uns entscheiden, ob wir im Essensplan gesundheitliche ODER religiöse Gründe berücksichtigen und müssen darum eine Rangfolge erstellen."


    Inwiefern das Leben aller stark eingeschränkt wird, wenn eine Schule (unter anderem oder auch ausschließlich) auch Essen anbietet, daß nicht nur, aber eben auch Kinder mit muslimischen Hintergrund oder Allergien oder... essen können, verstehe ich nicht. Wo genau ist denn da für andere die starke Einschränkung der anderen?

  • Trin: Das sehe ich anders. Ich denke, es kann durchaus eine Frage von "entweder oder" sein. Und da stelle ich - salopp gesagt - die Gesundheit hier und jetzt einfach über das Seelenheil.


  • Hallo,


    Trin: Das sehe ich anders. Ich denke, es kann durchaus eine Frage von "entweder oder" sein. Und da stelle ich - salopp gesagt - die Gesundheit hier und jetzt einfach über das Seelenheil.



    Ja, das sehen wir tatsächlich verschieden.

    Ich kann mir schwer vorstellen, daß ein Anbieter täglich vor der Entscheidung steht: "entweder-oder". Also "entweder bekommt das Allergiekind ein Essen, daß es essen kann ODER das Kind, daß kein Schwein und co. möchte. #weissnicht


    Und wie gesagt, auch die massive und daher abzulehnende Einschränkung der anderen Kinder sehe ich nicht, wenn es z.B. eine leckere Menülinie für alle bestellbar gibt, die eben auch zuverlässig für muslimische Kinder taugt. #weissnicht

  • Vorneweg möchte ich betonen dass ich selbstverständlich möchte dass muslimische Kinder ganz normal am Essen teilnehmen. Aber die Forderung nach halal spricht ja für eine orthodoxe Auslegung der speisevorschriften. Da bin ich nicht mehr dabei.

    Wenn diese Debatte öffentlich geführt wird ("hier im forum nicht) schwingt oft eine große Menge islamophobie mit. Ich mag mich mit denen nicht gemein machen, deshalb weise ich nochmal drauf hin auch wenn ich zu denen gehöre denen die Forderung nach halal nicht wichtig ist.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Ich hab gerade die bedarfserhebung für Kinderbetreuung ausgefüllt und sie fragen (immerhin dort) ab, welche Besonderheiten im Essen für die Kinder nötig wären! Unterteilt nach religiösen Gründen, Allergien, vegetarisch, sonstiges.

    Das finde ich immerhin nett.

    Wobei ich zugeben muss, dass sich das bisher nur sehr begrenzt im wirklichen Angebot niederschlägt. Zumindest im Kindergarten ging da ziemlich gar nichts. In der mittagsbetreuung bekommen meine Kinder kein Essen.