Antolin - Bitte erklärt mir, warum das sinnvoll/gut/was auch immer ist

  • Hallo,


    Hm, so war das bei meinen Kindern nicht und so kenne ich es auch von Arbeit nicht.


    Es reicht für Antolin völlig, wenn die Kinder am Familien-PC ab und zu mal Zugang haben und den haben sie in den meisten Famlien unabhängig von Antolin. Damals hatte noch keins meiner Kinder Handy geschweige denn ein Internet-taugliches Smartphone. Und wenn eine Familie keinen PC/kein Internet zu Hause hat (kenn ich auch jemanden) , macht das Kind eben kein Antolin, so lange es kein Wettbewerb ist, hat es keinen Nachteil davon.


    Ich glaube meine haben dadurch nicht mehr gelesen - aber auch nicht weniger. Und PC-Zeit hätten sie in dem Alter sowieso gehabt, ob sie die nun mit Antolin verbringen oder mit anderen Sachen kommt zeitlich auf das Gleiche hinaus.


    Wie gesagt, ich finde, es kommt auf den Umgang damit an. Sobald es in Wettbewerb wird, finde ich es blöd. Aber da fände ich einen analogen Wettbewerb, bei dem irgendwas mit Stift auf Papier ausgefüllt werden muss, genau so blöd.


    Ich denke, da sind die Erfahrungen oder auch die Erwartungen der Schulen einfach verschieden. :)


    (Ich musste jetzt alles noch mal korrigieren, denn ich hatte aus Versehen immerzu Duolingo geschrieben statt Antolin, weil ich gerade damit geübt habe - aber irgendwie passt es ja auch. Ich könnte die Sprachen auch mit CDs, Lehrbuch Zettel und Stift lernen, aber finde es mit Duolingo zum Einstieg ganz angenehm und es macht mir Spaß. Daß es, wenn ich wirklich mal sprechen will, den direkten Austausch nicht ersetzt, ist auch klar, so wie Antolin eben nicht das Lesen von Büchern ersetzt)

  • Hier wars nach meiner Erinnerung auch total unproblematisch - Kind 1 hatte keine Lust dazu, das war o.k. Kind 2 mochte es eine zeitlang, aber dass sie deshalb nun ewig am Computer gehangen hätte, kann ich nicht behaupten - für ein Buch reichten 3-5 min, um diese Fragen zu beantworten. das war in der "Hochzeit" dann 1x die Woche 10 Minuten oder so. Und dann lange wieder gar nicht, und dann mal wieder, wenn sie Lust hatte ....

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  • Meine Tochter war gar nicht zum Aufgaben lösen am Computer. Ich habe ihr die Fragen vorgelesen und sie hat mir die Antwort genannt. Und ja, sie hat auch dadurch ein-zwei Bücher mehr gelesen.

    Tine mit Perlchen *02.2010 und Junior *12.2013

  • Hier kam Antolin Mitte der zweiten Klasse auf. Mein viel lesendes Kind hat beim ersten Buch nicht verstanden worum es ging (hat also irgendwie die Fragen nicht auf das Buch bezogen) und hatte 3 von 10 Punkten oder so. Danach hat er fast verweigert mit lesen und erst wieder angefangen als wir ihm versichert haben, dass er Antolin nicht machen muss. Zuhause hat er es bisher nicht wieder genutzt, keine Ahnung ob er in der Schule Fragen beantwortet.

  • Ich muss gestehen, ich verstehe das Problem nicht? Keines meiner drei Kinder wollte Antolin, keines hat es genutzt, ich habe das dann immer so an die Lehrer kommuniziert, das war kein Problem. Und für die Kinder war es kein Problem, dass sie dann eben keine Urkunden bekommen haben. Sie konnten sich diesem Wettbewerbs-Gedanken entziehen.


    Eines meiner Kinder liest sehr viel, eines hat mal, heute nicht mehr, eines liest nichts außer den Werbebeilagen in der Zeitung und der Schullektüre, die aber auch äußerst ungern. Nichts davon steht irgendwie mit dem Nichtgebrauch von Antolin in Verbindung, da bin ich ziemlich sicher

    Wir sind das Gegenteil von traurig!


    Einling und Zwillinge #dance

  • Ich glaube, das Problem tritt dann auf, wenn Kinder unter Druck gesetzt werden, Antolin zu benutzen.


    Zudem halte ich nicht viel davon, Motivation über externe Belohnung, die nicht intrinsisch motiviert (ist), mit der Gießkanne zu streuen.


    Des Weiteren stört mich, wenn ein System angewandt ist, weil es "toll und gut" ist, ohne zu hinterfragen, was genau das System macht.


    Punkt zwei und drei kann ich ignorieren, Punkt eins nicht.

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Wer Extremitäten hat, kann keine Kugel sein.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

  • Flickan hier steht wohl in den Zeugnissen drin, wie viele und wie erfolgreich man Antolin benutze. Meine Kinder haben (ganz unrabig) gerne gute Noten.


    Ausserdem hat hier wirklich niemand Lust den Computer anzuwerfen und hinterher ein dämliches Wissensquiz zu machen, nur um zu beweisen, dass das Buch auch wirklich gelesen wurde. Ein Buch lesen besteht doch aus mehr, als nur hinterher belegen zu koennen, dass man es gelesen hat.


    Fuer mich ist das nur noch ein weiterer Wettbewerb, wer kann mehr lesen.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Oder die Kinder untereinander.

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  • Nachtkerze , da steht also auch drin, wenn ein Kind KEIN Antolin gemacht hat? Also tatsächlich eine negative Formulierung? Ich kenne es so, dass bei den Kindern, die es gemacht haben, das quasi lobend erwähnt wird. Und das ist doch auch in Ordnung.


    Meine Kinder haben übrigens auch gerne gute Noten. Mal klappt das, mal nicht. Aber sie haben eben in der Grundschule die Entscheidung getroffen, dass dann im Zeugnis nix dazu steht. Das fanden sie immer noch besser, als blöde Fragen zu Büchern zu beantworten.

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  • Da steht die Anzahl, der mit Antolin bearbeiteten Bücher drin. Also auch Null. Wurde uns so gesagt.

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  • Echt? Also hier wurde dann gar nix dazu geschrieben, wenn die Kinder nicht teilgenommen haben.


    Aber an sich wäre es ja auch so eine wertfreie Aussage und tatsächlich wahrheitsentsprechend. Also keine schlechte Note.


    Edit: Ich bin übrigens genauso Antolin-Hasserin wie meine Kinder. Ich kenne Kinder, die haben da echt einen Wettbewerb draus gemacht und die Antworten einfach gegoogelt. Ganz ohne die Bücher zu kennen. Total Strange. Einfach gelassen sehen. Kinder, die gerne lesen, haben ihr Leben lang was davon, auch wenn sie Antolin-Verweigerer sind.

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    Einling und Zwillinge #dance

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  • Fiawin, aber ich kann die Kinder stärken, sich diesem Druck nicht zu beugen.

    Ja, haben wir auch gemacht. Wir haben unserer Tochter gesagt, dass sie das nicht machen muss, wenn sie nicht möchte, also nicht zu Hause. Sie hat es sich dann einmal angeschaut, aber sie mochte es nicht.

    Der Lehrerin haben wir geschrieben, dass wir die Entscheidung unserer Tochter, Antolin nicht in ihrer Freizeit zu machen (unsere Schule arbeitet ohne Hausaufgaben) unterstützen.


    Am Ende hat die Lehrerin dann Urkunden ausgeteilt, offen vor der Klasse, und allen mitgeteilt, wer wieviele Punkte erreicht hat. An einer Schule, die ohne Noten arbeitet.


    Braucht man das? Klar haben wir unsere Tochter unterstützt, aber muss das alles so sein?

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  • Hallo,


    Bei meinen Kindern lagen die Urkunden im Zeugnis drin. Sie haben sich drüber gefreut, aber es war ihnen ziemlich egal, wie viele Punkte die anderen hatten. Wer nichts gemacht hatte, hatte auch keine Urkunde mit "0 Punkte", aber ich glaube, das fiel im Zettelgewirr am letzten Schultag wirklich niemandem auf.


    Kinder können aus ALLEM einen Wettbewerb machen. Ich hab das täglich auf Arbeit, da wird teilweise körperlich drum gerungen, wer der 7. und wer der 8. in einer Reihe ist, bei Sachen, für die die Reihenfolge gar keine Relevanz hat (Es dürfen ALLE Kinder mit raus und von mir aus gesehen müssten sie sich nicht mal anstellen).


    Sie können aus jedem Angebot, daß ich mache, einen Wettbewerb machen - Ich hab die meisten... gebastelt, ich habe das Schönste... gemalt, ich habe den größten... gebaut... ich habe die meisten Knobelblätter (Ausmalbilder, ...) geschafft...

    Und wenn es nicht von mir kommt, finden sie etwas anderes zum Vergleichen. Oder bringen Tauschkarten mit. Oder...


    Ich mag das auch nicht und kann es so gar nicht nachvollziehen - nur kann das Ergebnis daraus ja auch nicht sein, daß ich keine Angebote mehr mache und eigenes Kreativ werden verbiete.


    Daher werde ich auch weiter meinen gerne knobelnden Kindern Känguruaufgaben mitbringen. werde ihnen Anrgeungen zum Basteln und Gestalten geben usw.


    Ich bleib dabei, Antolin an sich ist nicht schlechter oder besser als ein Rätselheft o.ä.., schlecht finde ich, was offenbar mancherorts draus gemacht wird.

  • Fiawin, aber ich kann die Kinder stärken, sich diesem Druck nicht zu beugen


    Braucht man das? Klar haben wir unsere Tochter unterstützt, aber muss das alles so sein?

    Nee. Das braucht man definitiv nicht .


    Antolin sollte auf der privaten Ebene stattfinden, dann können Kinder, die daran Spaß haben, auch im Wettbewerb mit anderen Motivation erhalten. Die treffen sich dann quasi online. In der Schule hat das meiner Meinung nach nichts zu suchen,. Bundesjugendspiele, Vorlesewettbewerb, Känguru etc., das alles findet statt und da geht es um das aktive Beteiligen der Kinder, völlig in Ordnung. Da hat jeder seine Interessen, Schwerpunkte etc. Bei Antolin gibt es Punkte dafür, dass Kinder am Computer Fragen beantworten. Gelesen haben müssen sie die Bücher nicht, wie gesagt, kann man alles googeln. Und das findet dann sogar den Weg ins Zeugnis? Ist mir unbegreiflich.

    Wir sind das Gegenteil von traurig!


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  • @ Fiawin, natürlich braucht man das nicht - und an der Grundschule meiner Kinder wäre das nie so gelaufen - aber schlimm finde ich das auch nicht. Dann hat das Kind halt keine Urkunde. Na und? Urkunden sind doch sowieso egal, dann kann es das doch gleich lernen.

  • Der Freund meines Sohnes hört die meisten Bücher als Hörbuch und hat damit viele Punkte bei Antolin bzw. dem kostenlosen Programm welches bei uns benutzt wird.

    Meiner hat nicht eine Frage beantwortet und es ist ihm völlig egal welche Urkunden die andern bekommen. Ich glaube es werden hin und wieder die Urkunden ausgeteilt, aber davon bekomm ich nichts erzählt.

  • Hagendeel Das Kind ist aber nicht blöd und merkt sehr genau, dass es vor den anderen als das Kind veröffentlich wird, dass die wenigsten Punkt bei Antolin gemacht hat. Schön, wenn man in dem Alter drüber steht. Beschissen fühlt es sich trotzdem an. Der Mensch ist ein soziales Wesen und möchte dazugehören. Das kann man nicht abtrainieren, und ich halte das auch nicht für sinnvoll.


    Ich finde auch die Lastenverteilung unfair. Meiner Tochter sind Urkunden egal, die braucht das nicht mehr zu lernen. Aber ich finde es unfair, dass sie diejenige sein soll, die wegen so einem Sch*** innerlich tätig werden muss.


    Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der man sich nicht gegenseitig unter Druck setzt und beschämt.


    Ich meine, ich hau meiner Tochter ja auch nicht eine rein, damit sie lernt, dass man manchmal einen auf den Deckel kriegt. Ich finde diese Logik total befremdlich.

    Fiawin mit d9be2134.gif
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  • Fiawin , das verstehe ich schon - wobei körperliche Gewalt für mich schon nochmal eine ganz andere Kategorie wäre.

    Ich kann es mir nur so vorstellen (weil ich es hier nur so kenne), dass diese Urkundengeschichten auch den Kindern doch vermutlich nicht weiter wichtig sind. Die, die eine bekommen, werden sich einen Moment lang freuen, und dann ist es doch auch sehr schnell Schnee von gestern. War jedenfalls hier immer so - an der Grundschule hier gabs auch alle möglichen Urkunden und irgendwelche "Pässe" (1x1-Passe, Füllerführerschein, Rechtschreiburkunde, Geometriepass, was auch immer), Urkunden vor allem bei den Sportfesten, aber auch wegen Känguruhwettbewerb, Matheolympiade usw, teilweise öffentlich, also vor der ganzen klasse ausgeteilt, teilweise individuell. War, soweit ich das mitgekriegt habe, unter den Kindern selbst kein Thema. Wenn meine Kinder eine Urkunde oder einen Pass bekommen hatten, verschimmelte der jedenfalls monatelang im Ranzen (sie hatten das Ding schon meist wieder vergessen, sobald der Schultag zu Ende war und sie einen Fuß vom Schulgelände setzten). Aber klar, in einem leistungsorientiereten Umfeld (von den Elternhäusern der Kinder her) kann das natürlich auch ganz anders sein.