immer wieder dieses Einschlaf-Still-Thema....

  • hier im Forum gehts ja ganz oft darum, bei mir auch grad mal wieder... :(


    Zur Situation, mein Sohn ist 21 Monate alt. Stillen ist eigentlich hauptsächlich zum kuscheln und einschlafen und nachts weiterschlafen. Nachts variiert das so von 1x die Stunde bis 2 mal die Nacht, je nach Phase. (Stillen ganz selten wenn er krank ist oder so auch mal zum trösten und nur so kuscheln)

    Ernährung ist das nicht mehr, ich hab schwangerschaftsbedingt eigentlich keine oder kaum noch Milch. Aber emotional ist das halt noch sehr wichtig für ihn.


    Daher wollte ich das eigentlich auch gern weitermachen. Es tut auch trotz Schwangerschaft nicht weh, manchmal leicht unangenehm aber aushaltbar.


    Ich komm aber immer wieder an den Punkt, dass ich übers abstillen nachdenke, aber ich bin so unsicher ob ich das wirklich will und kann, daher versuch ich es nicht richtig.

    Ich würd eigentlich weiterstillen, mich belastet nur dieses als einzige für den Schlaf verantwortlich zu sein oft sehr.


    Ich kann dadurch kein Schwangerschaftsyoga oder Geburtsvorbeteitung machen und ich hab Panik, dass ich ggf. einen Kaiserschnitt hab und im Krankenhaus bleiben muss. Oder auch nur, dass die Geburt so lang dauert und zu Hause klappt das schlafen nicht. Das ist so ein großer Druck für mich.


    Ich würd gerne weiterstillen, wenn ich einen kleinen Teil der Schlaf-Verantwortung abgeben könnte.


    Ich denke auch nicht, dass abstillen gut klappt, wenn ich nicht 100%ig sicher bin.


    Diese Still-Schlaf-Verknüpfung ist wirklich sehr sehr stark. Es ist auch nicht so, dass er bei meinem Mann schläft, wenn ich nicht in der Wohnung bin, das klappt bisher leider nicht. Im Auto schläft er nur mit extrem viel Glück, im Buggy gar nicht, in der Trage gehts zumindest kurz mal aber ist mittlerweile so schwer, das kann wenn dann nur mein Mann.


    Ach ja, er braucht meine Brust nicht im Mund, er dockt sich selbst vorher ab. Aber braucht das nuckeln halt vorher. Ich hab es auch mit diesem Buch "schlafen statt schreien" probiert, also vor dem Einschlafen die Brust aus dem Mund ziehen aber das hat nicht so wirklich was gebracht.


    Gibt es eine Chance, dass er ohne abstillen lernt, bei jemandem anderen einzuschlafen?

  • Ich würde nicht in "vorauseilendem Gehorsam" jetzt schon abstillen, es sei denn das Stillen ist für dich (zu) schmerzhaft. Ich hab 1,5 Jahre lang Tandem gestillt. Das war nicht immer einfach, aber es war für uns definitiv besser, als wenn ich den Großen in der Schwangerschaft gegen seinen Willen abgestillt hätte. Er war so schon überfordert genug mit der Ankunft seines Bruders.


    Sein Wichtigster Stillmoment hat sich nach der Geburt vom Kleinen vom Einschlafen zum Aufstehen verschoben. Nach anfänglichem Protest hat nach der Geburt vom Kleinen das ins Bett bringen komplett der Papa übernommen, dafür war der erste Weg nach dem Aufwachen zu mir zum in Ruhe Stillen, während der Papa das Baby so lang wie möglich bei Laune gehalten hat. Hätte ich vorher nie so erwartet.


    Wie Du selber schon sehr richtig feststellst: abstillen klappt eh nur, wenn Du Dir zu 1000% sicher bist, dass Du das jetzt auch wirklich willst. Den kleinen hab ich Nachts abgestillt, als die Alternativen lauteten: abstillen oder das Kind an die Wand klatschen. Da hat es dann auch innerhalb von 3 Nächten geklappt, seither wird durchgeschlafen.


    Ihr werdet Wege finden die für euch passen.

  • Unser Kind ist in dem Alter auch beim Papa eingeschlafen. Ich bin so ab ca. 15 Monaten einfach ab und zu abends weg gegangen. Mal hat es sich bis in 23:00 wach gehalten, bis ich zu Hause war, mal ist es an den Papa gekuschelt eingeschlafen.


    Wenn ich da bin, musste noch lange gestillt werden. Wenn ich nicht da war, war es aber auch okay. Vielleicht könnt ihr das tagsüber üben, voraus gesetzt er macht mich Mittagsschlaf? Bei uns waren ab ca. anderthalb regelmässig Papa und Kind den ganzen Samstag oder Sonntag ohne mich, entweder unterwegs oder daheim Da hatten sie entspannt Zeit, einschlafen beim Mittagsschlaf zu üben. Lesen, ruhig spielen, Kinderwagen, was halt gerade gepasst hat.


    Jetzt mit ca. 3.5, ein halbes Jahr nach der Geburt des Geschwisterchens, habe ich nachts abgestillt. Es hat für mich nicht mehr gepasst. Das wurde, nach anfänglichem Protest, meist gut akzeptiert. Kuscheln, lesen, erzählen sind jetzt gute Alternativen. Vor einem Jahr hätte ich mir das noch nicht vorstellen können.


    Kannst Du Dir vielleicht einfach, die Freiräume nehmen, die Du brauchst? Und darauf vertrauen, dass Papa und Kind das schon hinkriegen werden? So ganz unabhängig vom Stillen.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Hallo,


    Ich würde das "beim Papa sein" vom "einschlafen" und auch vom "stillen oder nicht" trennen.


    Meine Kinder haben bis ca. 3 alle nicht mit dem Papa einschlafen wollen, vor allem nicht, wenn ich anwesend war. Und zwar auch dann nicht, wenn sie schon lange abgestillt waren. Das gab ein Riesentheater, also haben wir es gelassen und die Entlastung an anderer Stelle eingebaut.


    Irgendwann schlug das übrigens um und dann war ICH zum ins Bett bringen abgeschrieben. Weil Papa die cooleren spontan erfundenen Geschichten erzählte und es mit ihm lustiger war...


    Wenn ich einen Termin hatte, war das anders. Allerdings hatten wir dann auch nicht den Anspruch, daß da Kind unbedingt irgendwann schlafen musste, es musste ihm gut gehen, das reichte. War es Müde, schlief es irgendwann auch bei Papa im Arm ein, ansonsten hatten die beiden eben eine gute Zeit bis ich wiederkam, zur Not auch mit einem Nachtspaziergang.

    Das klappte wiederum sogar in der ganz intensiven Stillzeit.


    Ich wünsch euch eine gute Lösung.

  • vielen Dank für die ermutigenden Antworten!


    Bei uns ist es bisher so, dass ab dem Punkt, wo er müde ist und ins Bett will, er anfängt, ganz schlimm zu weinen, wenn ich nicht da bin. Das wird ganz hysterisch und hört erst auf, wenn ich da bin.


    Aber es kann sich ja noch alles ändern. Zumindest das mit Papa alleine sein, ist in den letzten Monaten soooo viel besser geworden. Beim Spielen wird er mittlerweile bevorzugt, wenn er da ist, da bin ich abgeschrieben. Das war auch bis vor kurzem ganz anders und lässt hoffen, dass das schlafen auch irgendwann wird. :-)


    Ich finde es jedenfalls sehr beruhigend zu hören, dass es auch ohne stillen bei manchen Kindern nicht klappt, dass sie beim Papa schlafen. Das nimmt mir ein bisschen den Druck, abzustillen, um das Problem zu lösen. Wenn es ja ohne stillen ggf auch nicht klappt. Danke euch, das musste ich vielleicht einfach noch mal hören. Danke!!!

  • Das Problem hatten wir auch lange, ich hatte mit 18 Monaten abgestillt und trotzdem wollten 3 von meinen 4 Kindern partout nicht beim Papa einschlafen. Das wurde erst später besser, aber auch jetzt mit 7 mag er am liebsten von mir ins Bett gebracht werden

  • Ich hab zwar nicht abgestillt aber das einschlafen klappt inzwischen auch ohne stillen. Trotzdem schläft das Kind nicht mit dem Mann im Bett ein.


    Wenn es in der Trage klappt würde ich vorschlagen - Kind müde, Mann steckt das Kind Bettfertig in die Trage (wenns kalt ist Decke um die Trage wickeln) und dreht seine Runden. Dann schaut er ob ablegen oder mit Kind in der Trage auf dem Sofa funktioniert. Evtl reicht es ja schon um Abends ein wenig Zeit zu überbrücken. Daran kann man dann anknüpfen.

    “Stelle Dich an den Abgrund der Hölle
    Und tanze zur Musik der Sterne!”
    (Walter Moers)


    Du darfst sein, wer du bist, du darfst dich äußern und wir nehmen das ernst. Da ist immer beides: Wurzeln und Flügel, Bindung und Freiheit.

    (Herbert Renz-Polster)

  • Wenn das Nuckeln für ihn wichtig ist... kannst du das mit irgendwas ersetzen? Ich hab das Einschlafstillen mit drei oder so erst ausgeschlichen, dafür hat er dann immer noch ein Fläschchen mit Reismilch genuckelt vor dem Einschlafen mit ganz viel Mamakuscheln, und das wurde dann auch über Wochen langsam ausgeschlichen.

    Vielleicht kommt ihr ja auf eine Zwischenlösung...

    When you’re a kid, they tell you it’s all… Grow up, get a job, get
    married, get a house, have a kid, and that’s it. But the truth is, the
    world is so much stranger than that. It’s so much darker. And so much
    madder. And so much better.