Gerechte Aufteilung des Geldes mit Nachwuchs - Armutsfalle / Rentenlücke bekämpfen

  • Alles, was besser sein will als die gesetzliche Rente, funktioniert nur mit Glück. Und das „Glück“ besteht dann daraus, dass es genug andere Leute gibt, die eine Altersvorsorge gewählt haben, die sich als schlechter rausstellt als die gesetzliche Rente.

    Das verstehe ich nicht. Kannst Du mir diesen Zusammenhang erklären?

    Als Ausgangsinformation ist es erst mal wichtig zu wissen, dass die gesetzliche Rente
    super effizient ist,

    mit sehr wenig Verwaltungskosten funktioniert

    und niemand dabei irgendwelche Gewinne abzweigt.


    Das haben jahrelang aus verschiedenen Gründen verschiedene Leute (nicht nur Vertreter:innen der Versicherungswirtschaft) versucht aktiv zu verschleiern, deswegen ist es möglicherweise nicht mehr Allgemeinwissen.


    Die gesetzliche Rente funktioniert im Prinzip so, dass ein Anteil festgelegt wird, der von den augenblicklich Erwerbstätigen genommen und den Menschen im Ruhestand gegeben wird. Wie viel dein eigener Anteil am umverteilten Kuchen ist, wird eben durch die erworbenen Rentenpunkte festgelegt.


    An diesem Prinzip kommt man nun im Kern mit keinem denkbaren System der Altersversorgung vorbei: Die Alten kriegen immer etwas von dem ab, was die Jungen produzieren. Geld sparen geht nur auf individueller Ebene, auf volkswirtschaftlicher Ebene funktioniert das nicht.

  • Falls das relevant ist - mir wurde gesagt, dass man das nur beantragen kann, wenn die Kinder in Deutschland geboren wurden und dort auch in den ersten 3 Lebensjahren lebten.

    Bin kein Experte, aber das ist, glaube ich, nicht korrekt. Ich hab schon für Personen, deren Kinder definitiv diese Kriterien nicht erfüllen, bei der Rentenversicherung die Anerkennung beantragt (bei 8 Kindern und der Anrechnung dieser Zeiten kann nämlich ein Anspruch rauskommen, selbst wenn keine Einzahlungen aus Erwerbstätigkeit vorlagen, was in meinen Fällen aber vor allem für die Frage der Krankenversicherung interessant war). Wenn du dazu mehr wissen möchtest, schreib mir, ich kann dann nochmal nachfragen.

  • Das fände ich auch interessant, weil mein Kind in den ersten drei Lebensjahren auch eine zeitlang im (damals noch EU-...) Ausland gelebt hat. Ich wollte die Beantragung jetzt mal in Angriff nehmen, auf der Webseite der DRV kann man übrigens detaillierte Auskünfte bekommen/bestellen, z.B. den Versicherungsverlauf.

    tt1c48ce.aspx
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  • 1. Jetzt: das ist ja einfach, da könnt Ihr schauen, was da ist und es verteilen.

    2. berufliche Zukunft: da lohnt es sich, in jedem Falle darauf zu achten, dass auch das Betreuende Elternteil zügig die Möglichkeit bekommt und nutzen kann (!) jetzt und in Zukunft ein familienfinazierendes Einkommen zu erwirtschaften/erwirtschaften zu können.

    3. Trennung: bei einer Zugewinngemeinschaft werden die Rentenpunkte der Ehezeit aufgeteilt, finde ich so weit ok. Zum Barvermögen wurde ja auch schon etwas geschrieben.

    Die Rentenlücke tut sich dann auf, wenn das betreuende Elternteil nach der Trennung nicht für ausreichend Kohle sozialversicherungspflichtig arbeiten kann (z.B. wg. unzureichender Ausbildung, abgefahrenem Karrierezug, Kinderbetreuung etc.).

    4. Tod des Partners: hier wird es richtig böse, denn wenn keine eigene Rente erwirtschaftet wurde, bleiben nur maximal 55% Witwenrente.


    Es schadet also gar nichts, freiwillig während der Ehe in die gesetzliche Rentenkasse für das betreuende Elternteil einzuzahlen. Im Fall einer Trennung wird es eh hälftig geteilt, wenn man zusammen bleibt, ist es eh eine Kasse, aber wenn einer stirbt, hat der Andere einen eigenen Anspruch.


    Als bei uns die engsten Jahre vorbei waren (Hausbau, Kind winzig) haben wir geschaut, wie groß die Differenz ist zwischen dem, was ich tatsächlich in die Rente eingezahlt habe (Teilzeit) und was ich ohne Kind in Vollzeit über die Jahre eingezahlt hätte.

    Ok, Zinseszinseffekt und Anrechnung der Kinderzeiten haben wir mal raus gelassen wg. kompliziert. Aber bevor wir hier iregndwelche Wände gestrichen oder Sofas ersetzt haben, haben wir diese Summe in meine Rentenkasse eingezahlt.


    Wie bei Geldanlagen immer üblich, sollte man auf Risikostreuung setzen. Nicht alles auf eine Karte. Riester scheint ja z.B. oft eine feine Sache zu sein. BU oder Betriebsrente im Auge behalten.


    Und Susan Sto Helit Wenn Du schon (knapp) einen Anspruch auf gesetzliche Rente hast, würde ich das Pferdchen auch füttern, sofern möglich. Wer weiß, welche Sozialleistungen in Zukunft mal an den Bezug einer gesetzlichen Rente gekoppelt sind (interessant sind z.B. die Beiträge zur Krankenversicherung beim Bezug von Versorgungswerkrenten bzw. gesetzlicher Rente).

  • Falls das relevant ist - mir wurde gesagt, dass man das nur beantragen kann, wenn die Kinder in Deutschland geboren wurden und dort auch in den ersten 3 Lebensjahren lebten.

    Bin kein Experte, aber das ist, glaube ich, nicht korrekt. Ich hab schon für Personen, deren Kinder definitiv diese Kriterien nicht erfüllen, bei der Rentenversicherung die Anerkennung beantragt (bei 8 Kindern und der Anrechnung dieser Zeiten kann nämlich ein Anspruch rauskommen, selbst wenn keine Einzahlungen aus Erwerbstätigkeit vorlagen, was in meinen Fällen aber vor allem für die Frage der Krankenversicherung interessant war). Wenn du dazu mehr wissen möchtest, schreib mir, ich kann dann nochmal nachfragen.

    a) Ein Anspruch auf Rente entsteht schon bei zwei Kindern.

    b) Es gibt irgendwelche Regelungen für EU-Ausland, da kenne ich mich nicht aus.

    c) Im Fall von Nachtkerze ist es wirklich so wie sie schreibt.

    Wer im Nicht-EU-Ausland für einen Nicht-EU-Arbeitgeber gearbeitet hat bzw. wo das andere Elternteil für einen Nicht-EU-Arbeitgeber gearbeitet hat, kriegt auch bei deutscher Staatsangehörigkeit nur Rentenpunkte für die Zeit, in der das jeweilige Kind in Deutschland gemeldet war.


    Edit: Dass die Geburt in Deutschland war ist aber keine Voraussetzung.

  • Xenia. Das kann sein, es ist ganz schön mistig mitunter, wenn man die EU-Heimat zeitweise verlässt. Da verfallen nämlich ne ganze Menge andere Ansprüche. Ich weiß mittlerweile von doch einigen, die die Kindern bei den Großeltern gemeldet hatte. Ich war dazu zu ehrlich.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Xenia. Das kann sein, es ist ganz schön mistig mitunter, wenn man die EU-Heimat zeitweise verlässt. Da verfallen nämlich ne ganze Menge andere Ansprüche. Ich weiß mittlerweile von doch einigen, die die Kindern bei den Großeltern gemeldet hatte. Ich war dazu zu ehrlich.

    Vermutlich nicht nur die Kinder, sondern die ganze Familie, oder?


    Ich finde das Melden bei den Großeltern nicht generell unehrlich, sondern pragmatisch. Dem Rentensystem kann es weitgehend egal sein, ob die Kinder ihre ersten drei Lebensjahre irgendwo im Ausland verbracht haben, solange sie für den Schulabschluss wieder zurück sind.


    Man kann das übrigens auch so regeln, dass es völlig legal ist - aber natürlich nicht rückwirkend. Es gibt je nach Bundesland Regelungen, wie lange du anwesend sein darfst, bevor du meldepflichtig wirst. Und wie oft du anwesend sein musst, damit du dich zwischen zwei Besuchen nicht abmelden brauchst. Entsprechend kann man die Besuche ausrichten.


    Die Großeltern müssen dann halt zwischendurch trotzdem die Müllgebühren zahlen. ;)

  • Vermutlich nicht nur die Kinder, sondern die ganze Familie, oder?

    Gute Frage, so genau habe ich da nicht nach gefragt.


    Wir waren damals halt in den USA. 17Jahre lang war ich da und ging damals davon aus, dass das auch unser Lebensmittelpunkt sein wuerde. Und dann kam es doch anders als gedacht.

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  • "Als bei uns die engsten Jahre vorbei waren (Hausbau, Kind winzig) haben wir geschaut, wie groß die Differenz ist zwischen dem, was ich tatsächlich in die Rente eingezahlt habe (Teilzeit) und was ich ohne Kind in Vollzeit über die Jahre eingezahlt hätte.

    Ok, Zinseszinseffekt und Anrechnung der Kinderzeiten haben wir mal raus gelassen wg. kompliziert. Aber bevor wir hier iregndwelche Wände gestrichen oder Sofas ersetzt haben, haben wir diese Summe in meine Rentenkasse eingezahlt."

    => Das ist super konkret - werden wir so umsetzen <3


    Danke auch für den Punkt Rentenpunkte für Kindererziehung, das schaue ich mir die Tage mal genauer an.


    Ehevertrag haben wir seit der Hochzeit vor ein paar Jahren auf der To Do Liste *hust* Werden wir aber auch mal angehen in den nächsten 1-2 Jahren, v.a. bzgl. Trennung, Todesfall, Berufsunfähigkeit etc.


    Aktuell splitten wir erstmal das Einkommen, das auf dem Konto landet durch 2 und dann machen wir das mit den Rentenpunkte wie von die.lumme beschrieben - das klingt für's Erste recht fair :)