Wie schreibt ihr eine Entschuldigung für die Schule?

  • Das man ein Attest braucht finde ich krass, es ist die Schule und nicht der Arbeitgeber. Wahnsinn, welche Rechte die Schulen haben.


    Aus Elternsicht verstehe ich, wie lästig das mit den Attesten ist.

    Als Lehrerin muss ich gestehen, werde ich latent aggressiv, wenn ich Formulierungen lese, die sich darauf beziehen, welche Rechte die Schulen da doch haben. Die Schulen bestehen aus Menschen. Und zwar aus Lehrerinnen, die pro Schuljahr und Klasse z.T. zwei dicke Leitzordner vollstopfen mit Entschuldigungen und Attesten, über die auch noch fein säuberlich Statistik geführt werden muss. Alles nebenher. Ich glaube, das kann sich jemand, der nicht an der Schule arbeitet, kaum vorstellen. Auch nicht, was es bedeutet, angesichts dieser Fehlzeiten in manchen Schuljahren jede Klassenarbeit doppelt (oder mehr) zu erstellen. Bei den Mengen an Fehlzeiten ist es einfach nicht mehr wahrscheinlich, dass alle, die bei einer Arbeit gefehlt haben, wirklich krank waren. Ergo: die Schulen führen sowas nicht zum Spaß ein, sondern als Reaktion auf Fehlzeiten. Das ist natürlich doof für die, die wirklich nur fehlen, wenn sie krank sind. Dahinter steckt aber die Hoffnung, das Fehlen derjenigen einzudämmen, die einfach keinen Bock haben.

    Meine beiden Sätze beziehen sich auf eine allgemeine Attestpflicht für alle. Und ja, das finde ich geht gar nicht, das ist ein enormer Eingriff der Schule in das Leben der Familien (Zeitaufwand, Organisationsaufwand). Das sind Rechte, die meiner Meinung nach nur dem Arbeitgeber gehören sollten. Eine Attestpflicht in begründeten Fällen meine ich damit nicht.

    Fürs Protokoll: Ich weiß, wieviel Zeitaufwand und Arbeitsaufwand im Lehrerberuf steckt (mein Vater ist Lehrer).

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • Ja, aus Elternsicht kann ich das echt verstehen. Wir bzw. ich sind hier gerade ständig krank. Ich war heilfroh, dass die Schule meiner Kinder kein Attest verlangt hat. Mir ging es nämlich in der ersten Woche zu schlecht zum Arzt zu gehen. Und auch wenn mein Mann die Kinder zum Kinderarzt gebracht hätte - darauf hätten wir keine Lust gehabt, wegen der Wartezeiten und Viren dort.


    Von der anderen Perspektive empfinde ich es manchmal schon als Zumutung und durchaus auch als Eingriff in mein Leben und mein Zeitmanagement / Organisation, wenn in den Klassenarbeiten munter gefehlt wird. Dass ich dann z.T. stundenlang über Nacharbeiten brüte und die in meiner Freizeit beaufsichtige oder organisieren muss, wann die geschrieben werden können, bedeutet für mich, dass ich weniger Zeit zum Unterricht vorbereiten habe, weniger Zeit für meine Familie und / oder weniger Zeit zum Schlafen. Wenn jemand krank ist, kein Thema, da habe ich vollstes Verständnis dafür. Ich frage Schüler*innen, die krank zur Arbeit erscheinen auch ausdrücklich, ob sie sich wirklich in der Lage fühlen, mitzuschreiben. Aber leider gibt es eben auch zu viele Schüler*innen, die fehlen, weil sie noch Zeit rausschinden wollen oder es einfach nicht auf die Reihe kriegen, ihre Zeit einzuteilen.


    Das mit den Attesten ist natürlich keine elegante Lösung. Und wie immer ist es so, dass diejenigen unter dem Verhalten der Schluris leiden, die alles "richtig" machen. Es wäre echt schön, wenn es eine andere, für alle menschlichere Lösung gäbe.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • In der Grundschule reicht ein Anruf morgens im Sekretariat, ab 3 Tagen Krankheit hätten sie auch gerne was schriftlich (hatten wir aber noch nicht bisher), ich weiß echt gar nicht ab wann die ein ärztliches Attest sehen wollen würden... #confused aber ich vermute auch mal ab 3 + x Tage.


    Im Gymnasium DARF man gar nicht mehr anrufen morgens, da läuft die Erstkrankmeldung online über ein Formular. Dann muss man aber schriftlich immer noch nen Zettel nachreichen, die Kinder kriegen immer Vordrucke am Anfang vom Schuljahr und man trägt nur Datum und Unterschrift ein.

  • Tut das Not?

    Ich musste noch nie eine schreiben.
    Wenn Kind krank rufen wir morgens in der Schule an und sagen Bescheid, reicht so.

    Ist aber auch ne kleine Zwergen-Dorfschule...

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  • Von der anderen Perspektive empfinde ich es manchmal schon als Zumutung und durchaus auch als Eingriff in mein Leben und mein Zeitmanagement / Organisation, wenn in den Klassenarbeiten munter gefehlt wird. Dass ich dann z.T. stundenlang über Nacharbeiten brüte und die in meiner Freizeit beaufsichtige oder organisieren muss, wann die geschrieben werden können, bedeutet für mich, dass ich weniger Zeit zum Unterricht vorbereiten habe, weniger Zeit für meine Familie und / oder weniger Zeit zum Schlafen. Wenn jemand krank ist, kein Thema, da habe ich vollstes Verständnis dafür. Ich frage Schüler*innen, die krank zur Arbeit erscheinen auch ausdrücklich, ob sie sich wirklich in der Lage fühlen, mitzuschreiben. Aber leider gibt es eben auch zu viele Schüler*innen, die fehlen, weil sie noch Zeit rausschinden wollen oder es einfach nicht auf die Reihe kriegen, ihre Zeit einzuteilen.


    Das mit den Attesten ist natürlich keine elegante Lösung. Und wie immer ist es so, dass diejenigen unter dem Verhalten der Schluris leiden, die alles "richtig" machen. Es wäre echt schön, wenn es eine andere, für alle menschlichere Lösung gäbe.

    hier (bei mir in der Schule) muss für jede gefehlte Klassenarbeit ein Attest vorgelegt werden. Binnen 3 Tagen. Original.

    was nicht verhindert (hat), dass es immer die Gleichen sind, die bei Klassenarbeiten fehlen ...

    Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, Klassenarbeiten am Anfang des Halbjahres inkl. Nachschreibtermin anzukündigen bzw. sie bekommen folgende Aussage: "Sollten Sie krank sein, bekomme ich binnen 3 Tagen ein Attest, sonst ist es eine 6. Ich erwarte, dass Sie (!) sich melden, ich lauge niemanden hinterher! Wenn Sie sich melden, machen wir den Nachschreibtermin aus. Der liegt meist entweder in der nächsten Unterrichtsstunde oder 14tägig um 17 Uhr. Je nach Schülerzahl und Raumsituation kann es sein, dass Sie in einer anderen Klasse während des Unterrichts nachschreiben müssen."

    Ich finde es ätzend, so reagieren zu müssen, ist aber zeitlich meist nicht anders möglich.

    Seitdem läufts viel besser und wir haben immer (!) eine Lösung gefunden, die für die SuS okay war.

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Latie ()

  • Grundschule: Vor Unterrichtsbeginn anrufen und Kind abmelden - Ich sag dazu, dass das Kind krank ist/ Fieber hat. Muß ich nicht, darf ich aber. Und andere Eltern machen es scheinbar ebenso, denn beim letzten Mal bekam ich die Antwort " Das haben derzeit wirklich viele".

    Wenn das Kind wieder gesund ist, bekommt es eine handschriftliche Entschuldigung mit, der Text ähnelt dem von Fiawin.

    Gym: Krankmeldung erfolgt über das SchulInformationssystem oder telefonisch. Bei ersterem wars das, bei telefonischem Krankmelden ist noch eine schriftliche Entschuldigung nötig. Die Schulsekretärinnen plädieren für ersteres:D


    Attest an beiden Schulen: Wenn wir sowieso beim Arzt sind, nehmen wir eine kostenlose Bestätigung mit (Atteste kosten!) Gefordert wurde noch nie eines - unsere Kinder sind aber auch selten krank und noch seltener länger als 3 Tage.

    Der Grundschulrektor meinte mal zu mir "Wir kennen unsere Pappenheimer und wissen, wer nur fehlt wenn wirklich krank und bei wem wir genauer hinschauen müssen. Bei den länger dauernden Krankheiten bieten die Ärzte von sich aus Bescheinigungen für die Schule an - das genügt uns dann auch."

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Hier braucht es ab Tag 4 theoretisch auch ein Attest. Wird jedoch meistens nicht eingefordert. Von unserem Kinderarzt gibt es aber nur eines, wenn man am 3 Tage vorher schon mal da war. Kürzlich wollten wir nämlich eines besorgen, weil beide Schulkinder deutlich länger als sonst krank waren. Ist das bei euch auch so? Da ich als Hausfrau selber nicht kindkrank nehmen muss und kein Attest für die Arbeit brauche gehe ich mit den Kindern eigentlich nie sofort zum Arzt. Oft macht der Arzt ja eh nicht wirklich viel und mit fiebernden oder spuckenden Kindern vermeide ich es unnötig raus zu müssen, vor allem da wir kein Auto haben. Ich mag eigentlich ungerne für den Fall der Fälle das es länger dauert und die Schule ein Attest möchte jedes Mal sofort zum Arzt rennen. #gruebel

  • Die Schule, an der ich arbeite, hat auch eine Attestpflicht eingeführt. Vorgestern war ich in einer Klasse, in der 11 Schüler_innen eine Arbeit nachschreiben mussten(von 22). Das war für die Lehrerin auch eine Zumutung organistorisch(die Schüler_innen waren im ganzen Haus verteilt).

    Ein paar davon hatten kein Attest und irgendwie tat es mir auch leid(aber sie wissen es ja und sind alt genug).

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    "Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut." Carolin Emcke


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  • Attest brauchten wir hier noch nicht. In unserer Grundschule wurde es gefordert, wenn die Krankheit länger als 2 Wochen andauerte, das hatten wir zum Glück nicht. Da sowohl Mann als auch ich einen AG haben, der problemlos Homeoffice erlaubt, habe ich in den vergangenen Jahren auch nie Kindkrank Tage benötigt. Insofern war der Gang zum Arzt für die Kinder gut vermeidbar.


    Für Atteste wird ja üblicherweise Geld verlangt. Könnte der Arzt nicht eine Krankschreibung wie auch für AN ausstellen?

    Die Schule, an der ich arbeite, hat auch eine Attestpflicht eingeführt.

    Eine pauschale Attestpflicht ist m. W. doch gar nicht zulässig? Offenbar glauben die Eltern das und halten sich daran.

  • Attest brauchten wir hier noch nicht. In unserer Grundschule wurde es gefordert, wenn die Krankheit länger als 2 Wochen andauerte, das hatten wir zum Glück nicht. Da sowohl Mann als auch ich einen AG haben, der problemlos Homeoffice erlaubt, habe ich in den vergangenen Jahren auch nie Kindkrank Tage benötigt. Insofern war der Gang zum Arzt für die Kinder gut vermeidbar.


    Für Atteste wird ja üblicherweise Geld verlangt. Könnte der Arzt nicht eine Krankschreibung wie auch für AN ausstellen?

    Die Schule, an der ich arbeite, hat auch eine Attestpflicht eingeführt.

    Eine pauschale Attestpflicht ist m. W. doch gar nicht zulässig? Offenbar glauben die Eltern das und halten sich daran.

    Das habe ich unklar ausgdrückt, sorry. Es gibt eine Attestpflicht für das Fehlen bei Klassenarbeiten. Wer kein Attest hat, der bekommt eine 6. Es muss auch kein kostenpflichtiges Attest sein oder nur irgendein Wisch vom Arzt, der belegt, dass das Kind wirklich krank war.

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