Brackets und Versiegelung

  • Ich brauche mal etwas Entscheidungshilfe und Orientierung. Ich bin selbst gerade nicht fit, jetzt auch krank geschrieben und alles ist mir schnell zu viel.


    Also mein Sohn, 13 Jahre alt, hat für Nachts oben und unten eine Spange. Nun sollen Brackets folgen.

    Ich hatte auf einmal ein KV von über 2000.-€. Habe dann die KV angerufenen die sagten, das sie eigentlich alles tragen. 600.-€ müßte ich vorstrecken, bekäme ich aber am Ende der Behandlung zurück.

    Okay, das war dann geklärt, der erste Schock überwunden. Hatte kein persönliches Gespräch mit der Ärztin, mein Sohn geht da alleine hin.


    Jetzt habe ich gelesen, das alle 24 Zähne einen Bracket bekommt und die Versiegelung jedenfalls 250.-€ privat bezahlt werden muss und unbedingt notwendig sei.


    Meine zwei Frage wären: müssen so viele Zähne einen Bracket bekommen und ist die Versiegelung notwendig? Ich habe die Ärztin dbzgl. am Telefon befragt.

    Mir kam die Antwort wie ein reines Verkaufsgespräch vor, nicht wie ein Beratungsgespräch. :stupid:


    Oh Mann, ich habe da echt keine Ressourcen für so Sachen....könnt Ihr mir helfen?

    Danke einstweilen.

  • Es gibt hier ja schon mehrere Threads zu den Kosten.

    Meine ganz persönliche Erfahrung ist, dass es KfOs gibt, die eher Verkäufer hätten werden sollen.
    Wir sind zuerst bei einem gelandet, der hat mit diesem: Selbstverständlich wollen Sie doch nur das Beste für ihr Kind oder etwa nicht?-Gesprächstil versucht uns quasi alles zu verkaufen. Sollte dann einige 1000 Euro kosten.

    Wir haben uns dann eine Zweitmeinung geholt. Das war dann genau das Gegenteil. KfO und Zahnarzt in einem.
    Da wurde gesagt, dass die Kassenleistung komplett ausreichend ist (Ausnahme Retainer). Alles andere kann man gerne machen und bezahlen, ist aber nicht nötig.

    Wir sind dann dort geblieben und sind zufrieden.

    Also nein, wir haben keine Versiegelung und auch sonst nichts zusätzlich.

  • Kannst mir grad kurz sagen, was Retainer sind und warum es die braucht?

    Liebe Grüße von Jaluplupia

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  • Sie werden am Ende der Behandlung an die Zahninnenseiten geklebt (über mehrere Zähne hinweg, in Form eines Drahtes, sodass die aneinander fixiert werden) und verhindern, dass sich alles wieder verschiebt.

    In einem kieferorthopädisch behandelten Gebiss gibt's recht viel Spannung. Mir selbst passiert es immer wieder, dass sich der Retainer von einem der Zähne löst. Wenn ich dann erst Wochen später zum Zahnarzt gehe und wieder ankleben lasse, seh ich sofort, dass es nicht mehr so gerade ist wie zuvor. Scheint also schon ziemlich sinnvoll, auch wenns manchmal nervt (Maiskolben oder rohe Möhren essen).

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Polarlicht ()

  • nein, es wird nur eine lose Spange bezahlt.


    Es gibt keine Beweise, dass Versiegelungen Karies verhindern.Es werden nicht die B. versiegelt sondern der Zahn drunter.

  • Irgendwie haben ja gefühlt fast alles Teenager Brackets.

    Mein Sohn meint, wenn sie dann bei seinen Kumpels runter kommen, gäbe es oft so gelbe Flecken auf den Zähnen.

    Versiegelung scheint da auch nicht zu schützen?

    Ich ging davon aus, das etwa nur die Hälfte der Zähne Brackets bekommen. Aber alle?

  • Das hängt von der Zahn- Kieferfehlstellung ab. Gelbe Flecken kenne ich von meiner Großen und deren Freundinnen nicht. Hol Dir doch noch eine Zweitmeinung ein, wenn Du Dir unsicher bist.

  • Wir sind mit unseren beiden bei einer KiO, die uns von mehreren Seiten empfohlen wurde, und von der ich auch sehr angetan bin.


    Die hat zwar auch eine ganze Palette von Zusatzleistungen im Angebot, die in einem Heftchen beschrieben sind, aber die hat sie nicht groß diskutiert sondern meinte, das meiste davon sei Geschmackssache. Was sie als nicht-Kassenleistung aber sinnvoll findet sind die Zahnversiegelung als Kariesschutz und ein Memorydraht, der wohl die Behandlungsdauer verkürzt.


    Wir hätten dabei die Versiegelung besonders für Q sinnvoll gefunden, weil er beim Zähneputzen nicht so der König ist, und eine Verkürzung der Behandlungsdauer bei T, weil die sowieso recht lange dauern soll. Haben uns dann aber für beides bei beiden entschieden.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Das Kassenmodell ist halt technischer Stand von vor 30 Jahren. Das hat auch funktioniert, aber die Reinigung der Zahnspange ist viel aufwendiger. Zudem sind die Kräfte bei den selbstligierenden Systemen angeblich geringer und das Ganze damit schmerzärmer. Wir haben uns daher dafür entschieden, Versiegelung ebenfalls und Retainer wird es auch geben. Hier aber auch Katastrophengebiss, vielleicht hätte ich sonst anders entschieden.

  • Unsere Zahnärztin sagt, dass gerade die schnelkenen Behandlungen die wenig sinnvollen sind, weil die Zähne Zeit brauchen um verschoben zu werden.


    Außerdem ist die Kassenleistung nicht auf dem Stand von vor 30 Jahren.

    Als ich meine vor ca. 20 Jahren bekommen hab, war die noch völlig anders, als heute.


    Die Brackets sind viel kleiner usw.

  • Aber die Gummis sind noch so und die machen das Reinigen schwerer, denke ich. Es gibt allerdings bisher keine Studien, die eine Überlegenheit der schnelleren Brackets beweisen. Funktionieren tut beides, es ist immer auch eine Bauchsache, wie man da entscheidet. Hängt natürlich immer auch an der Person, die es einem verkauft, der man vertraut. Und die finanzielle Lage spielt natürlich auch eine Rolle.

  • Reinigen ist kein Problem.


    Ja, klar gibt es gute Verkäufer und wer das Geld gerne dafür ausgeben will, kann es machen.


    Ich vertraue da eher auf die KfO, die sagt, dass die Zusatzleistungen unnötig sind.

    Sie könnte damit ja viel mehr Geld verdienen.


    Edit nur zur Sicherheit. Das ist nur meine persönliche Meinung zu meinen Erlebnissen.

    #luftballon

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  • Unsere Zahnärztin sagt, dass gerade die schnelkenen Behandlungen die wenig sinnvollen sind, weil die Zähne Zeit brauchen um verschoben zu werden.

    Da scheinen die Meinungen dann auseinander zu gehen. Was du schreibst war intuitiv auch das, was ich dachte. Nämlich dass die Maximalgeschwindigkeit der Zähne das ist, was die Behandlungsdauer letztlich bestimmt.


    Unsere KiO ist aber der Meinung, dass die Memory-Drähte eine langsamere, aber gleichmäßigere Verschiebung der Zähne bewirken, auch einigermaßen gleichmäßig zwischen den Verstell-Terminen, und dass das in Summe mehr bewirken soll als eine starke Bewegung unmittelbar nach dem Verstellen, und dann Stagnation bis zum nächsten Termin. Was davon stimmt kann ich nicht beurteilen.


    Allgemein sagte die KiO aber, dass heute die Systeme - auch der normale Kassen-Draht - viel ausgereifter sind als vor 30 Jahren, und es deshalb generell schneller geht als damals. Bei meinen Klassenkameraden waren 5-6 Jahre Zahnspange damals keine Seltenheit. Bei T, wo sie von einer ziemlich langen Behandlungsdauer sprach, meinte sie sowas wie 3 Jahre.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ja, ich vermute auch, dass die Meinungen auseinander gegen.


    Wenn ich meine persönliche Statistik nehme.


    3 Zahnärzte raten zur Kassenleistung, weil langsamere Behandlungen besser für die Zähne sind.


    1 KfO rät dazu alles zu nehmen, was es gibt, weil es schneller und besser geht.


    Nur der letzte hätte ein finanzielles Interesse an den Zusatzleistungen.


    Wie geschrieben. Wir fühlen uns gut beraten mit den Kassenleistungen.


    Und was am Ende besser gewesen wäre weiß eh keiner.

  • Schlussendlich entscheidet bei uns der Geldbeutel und das ärgert mich sehr bei der „Entscheidungsfindung“, da ich keine Wahl habe.