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  • Hallo in die Runde,

    Unser Baby ist jetzt 8 Monate alt und hat 7 Zähne, die alle recht problemlos kamen. Aber quasi vom ersten Tag an beißt er, sobald er Haut am Mund spürt. Was am Anfang nur mit Kauleiste noch irgendwie verschmerzbar war, ist inzwischen echt nervig und schmerzhaft. Die ganze Familie ist übersäht mit blauen Flecken, weil er ohne Vorwarnung extrem fest zubeißt.

    Der Dreijährige bekommt inzwischen schon regelrecht Panik, wenn das Baby auf ihn zu krabbelt und ich merke, wie ich mich auch innerlich immer mehr anspannen, sobald der Babymund meiner Haut zu nahe kommt.

    Beim stillen beißt er auch, aber ziemlich gezielt, wenn er fertig ist. Das heißt, wenn ich mich auf ihn konzentrieren kann, merke ich es rechtzeitig und kann abdocken, wenn nicht, wird es eine blutige Angelegenheit.

    Wir reagieren häufig mit einem lauten quietschen oder einem "Aua, nicht beißen". Häufig weint er dann, weil er sich erschreckt. Die Kinder, vor allem der Dreijährige schubsen auch mal im Affekt, da weint er natürlich auch. Nur um zwei Minuten später die Zähne im nächsten Zeh, der nächsten Hand oder der nächsten Wange zu versenken.

    Kennt das Problem jemand und hat eine Lösung dafür? "Aua, nicht beißen" scheint es irgendwie nicht zu sein.

    Er isst gerne und viel, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit Hunger zu tun hat, dann hätte er quasi immer Hunger....

  • Ohje, das klingt echt zermürbend.

    Beiß-Spielzeug hast Du sicher schon ausprobiert, hm?

    Hast Du mal beim Kinderarzt nachgefragt? Mal in den Mund schauen lassen?

    ich denke da an eine Irritation im Mund. Jucken, brennen etc. Wobei Du das sicher auch anderweitig gemerkt hättest.

    Wenn man schon nicht die Fresse halten kann, dann einfach mal Ahnung haben!

    (Frl. Heiligenscheiß)

  • Das ist anstrengend.

    Ne Lösung habe ich nicht. Nur ne 2-jährige, die das bei mir, ihrer Schwester dem Baby und ab und an sich selbst auch macht. Den Rest der Familie läßt sie in Ruhe.

    Auch so im Vorbeigehen, quasi aus dem Nichts.

    Ne richtige Lösung habe ich noch nicht. Sie bekommt dann immer ihren Schnuller. Dann ist der Mund voll. Damit beißt es sich nicht so gut.

    Aber schön, dich mal wieder zu lesen.

    Meisterschülerin mit dem großen Meister(02/11), dem Möppi (09/13), dem Kleinchen (07/15) und ohne Ticker, dafür nur mit der Hälfte der Kinder.

  • Bei uns war es so, dass unsere Mittlere ca. vom 1. bis zum 2. Geburtstag ihre Zwillingsschwester biss.

    Immer vollkommen unvorhersehbar und aus dem Nichts. Das gab teils blutige Wunden, manchmal durch die Kleidung hindurch.

    Wir haben natürlich immer gesagt "Nicht beißen!" und auch alles mögliche andere versucht, aber eigentlich hat nichts geholfen, außer die beiden möglichst nicht aus den Augen zu lassen, aber so richtig verhindern konnte man es nicht. Manchmal reichte es, wenn ich mich kurz umgedreht habe.

    Ich war damals wirklich froh, dass sie nicht in einer Betreuung war und dort andere Kinder gebissen hat, das hätten die anderen Eltern vermutlich nicht "witzig" gefunden...

    Es hörte dann irgendwann einfach so von selber auf!

  • Ich hab als Tageskinder immer mal wieder so kleine Beisszwerge. Ausser "Aua!" und sofort Kontakt/Spiel unterbrechen (also runtersetzen/aufstehen/...) und dabei sagen "das tut weh" kannst da nicht wirklich was machen.

    Wichtig: keine Verneinung, das bewirkt eher das Gegenteil ("denk nicht an nen rosa Elefanten "). Also nicht "nicht beissen" sondern "das macht Aua" o.ä.

    Der kleine Trost: Je konsequenter man das macht, desto schneller kapiert das Kind Ursache - Wirkung und lässt das Spass-Beissen. Frust-Beissen dauert noch ne Zeit länger, die Emotionskontrolle ist in dem Alter noch nicht so weit (Troauch da dieselbe Reaktion und keinen Erfolg geben. Wer sich im Streit durch beissen ein Spielzeug sichern will der kriegts trotzdem nicht)

    Aber auch das wird mit der Zeit besser.

    Ich hab aktuell auch nen kleinen Beisszwerg. Mit nem Jahr hat er quasi den ganzen Tag versucht irgendwen zu tackern. Jetzt mit fast 2 macht er das nur noch in seltenen, hochemotionalen Situationen. (Und ehrlich gesagt ist mir beissen fast lieber als Schubsen oder Bausteine werfen. Ist die Gefahr von lebensgefährlichen Verletzungen noch am geringsten von den dreien #angst )

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Beissring hilft meiner Erfahrung nach übrigens nur bei älteren Frustbeissern, die es so lernen umzulenken. So ab 2 Jahren frühestens.

    Und Mundprobleme sind in der Regel auch kein Grund.

    Es sind meist einfach sehr orale Kinder, die über ihr Lieblings-Sinnesorgan ausprobieren und Kontakt knüpfen wollen.

    Letztlich nix Anderes als das "ungeschickte versehentliche Hauen statt streicheln" in dem Alter, das aber milder gesehen wird von Eltern weil "meint er ja nicht böse, kann die Kraft noch nicht dosieren". Ist aber mit Beissen dasselbe.

    Vermutlich hat aber jeder böse Erinnerungen an ein Beisskind in der eigenen Kita und möchte nicht dass sein Kind "auch so " wird. Während Hauen, Schubsen und Bausteinwerfen irgendwie nicht in Erinnerung bleiben. Vielleicht weil mans länger sieht? Weil in der Situation ist es ja gleich schlimm #gruebel

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • quasi vom ersten Tag an beißt er, sobald er Haut am Mund spürt

    Ich erinnere mich dunkel an meine Stillgruppe (lang ists her) und die LLL-Schulung - es gibt da einen überschießenden Affekt / Reflex, den ich als "clenching response" gelernt habe.

    Orale Reaktion ist bei Babys ja vollkommen normal, manche drücken da richtig fest und schmerzhaft zu. Eine gute Sillberaterin kann da mit Training gegensteuern, dann lässt das nach - was gut ist, bevor die Zähne da sind. Und dann ist auch die spätere orale Kontaktaufnahme sanfter.
    Du könntest mal versuchen, eine Stillberatung zu kontaktieren.

    Die beste Vergeltung ist, nicht zu werden wie dein Feind (Marcus Aurelius)

  • Bei uns hat gegen Beissen (nur beim Stillen, sonst haben meine Kinder nicht gebissen) funktioniert, laut AUA oder NEIN zu sagen und das Kind von der Brust wegzunehmen. Einpacken und erst wieder nach einiger Zeit anbieten.

  • Das haben erstaunlich viele Kinder, so eine Beissphase.

    Die gute Nachricht: sie geht vorbei. Die schlechte: viel tun kann man nicht....

    Ich habe mir das Verhalten von Klein-Talpos Krippenerzieherin abgeschaut: Beisserchen absetzen, zur Seite stellen etc und unaufgeregt: "Ich möchte nicht, dass du beisst" (haust, trittst, Steine wirfst...) und dann um das "Opfer" kümmern.

    Ich fand es logisch, dass zuviel Aufregung, Lautwerden oder so die Spannung nur erhöht.

    Liebe Grüsse

    Talpa