Antolin - Bitte erklärt mir, warum das sinnvoll/gut/was auch immer ist

  • Das mit dem Reinhauen war als Metapher gemeint.


    Klar sind denen die Urkunden wumpe. Es geht um die öffentliche Auszeichnung. Und es ist den Kindern gesagt worden, dass es um mehr Lesen geht. Wenn dann aber ein Kind, das pro Woche im Schnitt zwei Bücher sinnerfassend liest (mit Büchern meine ich nicht nur Lotta Leben, sondern Erich Kästner, Michael Ende, und klar, auch Nele Neuhaus), das Gegenteil einer Würdigung bekommt, finde ich das schräg, und für meine Tochter hat es sich doof angefühlt. Und Ende der 5. Klasse bekommen die Kinder das durchaus mit, wer da zuerst seine Urkunde bekommt, weil die meisten Punkte, also die meisten Bücher gelesen.

    Ich finde das ungünstig.

    Und auch für die, die nicht gerne lesen, ist es doof. Es werden ja auch nicht die Lerndokus vorgelesen.


    Ich war auch sehr erstaunt, dass das an gerade dieser Schule auch noch so gehandhabt wird.


    Und natürlich geht der Moment vorbei. Aber es hat ihn gegeben. Vollkommen unnötig.

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


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    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

  • Hm, ich finde es völlig ok, wenn man solche extrinsischen motivatoren nutzt, um Kinder, die den Zugang zu Büchern nicht gefunden haben dorthin zu bewegen.


    Deine empörung kann ich überhaupt nicht verstehen. Ein Kind, dass das, wofür es eine Auszeichnung gibt schon hervorragend kann, wirste damit nicht hinten Ofen hervorlocken.


    Aber nach deinen Beschreibungen würde ich deiner Tochter mehr als genug sozialkompetenz zuschreiben, um zu erkennen, das sie mit Leseförderung durch Antolin nichts zu tun hat.


    Das ist genauso wie die Situation zu Beginn der Schulzeit, in der manche schon fließend lesen konnten und sich benachteiligt fühlten, dass sie im Unterricht nie drankamen und ihr wissen zeigen konnten, weil die Lehrer damit beschäftigt waren, denjenigen die noch nichts konnten, die einzelnen Buchstaben zu erklären.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von janos ()

  • Ja, es gibt einige wenige Kinder, denen extrinsische Motivation was bringt. Die können es doch auch machen.


    Dagegen sag ich auch gar nichts.


    Den Rest werde ich jetzt nicht mehr weiter auswalzen, ist auch wurscht.


    Edit: Doch, ich walze noch kurz. Ich halte viel davon, so zu leben, dass es stimmig und autentisch ist. Ich halte nichts von leeren Ritualen oder Tätigkeiten oder Vorgehen etc., die mit einer Scheinbedeutung gefüllt werden.

    Und deshalb mag ich es nicht.

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Fiawin ()

  • Ich melde an dieser Stelle zurück, dass ich, als ich den Thread reaktivierte, einfach nur zeigen wollte, dass es auch Kinder gibt, die Antolin toll finden, sich nicht unter Druck setzen lassen, weiter Freude am Lesen haben, und fertig.


    Und ich wollte darauf hinweisen, dass ich eine sehr schlechte Meinung hatte von Antolin, aufgrund dieses Threads, und zwar BEVOR mein Sohn das erste Mal auf die Antolin-Website gegangen ist. Und dass ich diese Meinung revidiert habe, und dass mir das eine Lehre war, nämlich nicht alles schlecht finden zu müssen, was offensichtlich in mehrheitlicher Rabenmeinung schlecht ist.


    Die Vehemenz, mit der dann aber die Meinung verteidigt wurde, dass Antolin wirkich übel sei, ein Motivationskiller etc.pp., hat mich dazu gebracht, nichts mehr zu schreiben.


    Jetzt ein "dagegen sag ich doch gar nichts" zu lesen, fühlt sich an wie eine Ohrfeige.


    Und nun ent-abonniere ich diesen Thread.

    Grüße von Trüffel mit großem J (*06/2010) und kleinem J (*10/2013) und einem sehr großen J (*xx/197x #cool)

  • Trüffel Das wollte ich nicht.#sorry


    Ich habe eher den Eindruck von diesem Thread und auch allgemein gehabt, dass Antolin bei den Raben sehr positiv gesehen wird.


    Es tut mir leid, ich wollte nicht, dass sich das für Dich so anfühlt. Ich wollte nicht trampelig sein. Ich hoffe, Du liest das jetzt doch noch.

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  • Kaum eines dieser Kinder wird tatsächlich gezielt ein Buch mehr als sonst wegen Antolin gelesen haben.

    Da muss ich widersprechen. Ich kenne wirklich etliche lesemuffelnde Kinder, die durch Antolin tatsächlich motiviert wurden, mehr (oder überhaupt) Bücher zu lesen.

    Dieser Beitrag kann eine eigene Meinung enthalten. Im Idealfall ist es die des Verfassers. :evil:

    Und - Frauen sind mitgemeint. :D

  • Ich habe nun doch zurückgerudert. Ist doch gut jetzt. Ich bin doof, und gut is.

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  • Wenn mir die Lehrerin per Rundmail glücklich mitteilt, wieviele Bücher schon bei Antolin bearbeitet worden sind, trifft sie in erster Linie eine Aussage darüber, wieviel Zeit die Kinder am Computer verbracht haben. Kaum eines dieser Kinder wird tatsächlich gezielt ein Buch mehr als sonst wegen Antolin gelesen haben.

    So, und hier ist das komplette Zitat. Ich weiß, dass ein Kind ein Buch wegen Antolin gelesen hat, weil es ja musste. Die anderen habe auf das zurückgegriffen, was sie schon gelesen hatten. Antolin hat nicht nachhaltig bei diesen Kindern die Lust am Lesen gefördert. Darauf bezog ich mich.

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  • Ich wollte dir jetzt nich vorn Koffer kacken, echt nich. Das war kein Stück böse gemeint, und ich hab hier beim Lesen auch nich mitn Augen gerollt oder so. Statistiken wollte ich übrigens auch nich aufstellen, ich glaub sowieso keinen Statistiken. Höchstens denen, die ich selber gefälscht erstellt habe #nägel.

    Ich wollte dir übrigens immer mal gern mitteilen, dass ich gern Gastkind bei dir wäre. Ich habe gelesen, was du dem Gastkind ins Lunchpaket gesteckt hast und hab beschlossen, dass ich in meinem nächsten Leben Gastkind werde.

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  • Aber nur, wenn Du kein Antolin machst, sonst werd ich authoritär und steck Dich ohne Lunch ins Bett.#ja




    Und ich glaube, ich sollte einfach erstmal nicht mehr komplexe Themen diskutieren.#hammer


    Mir widerstrebt Antolin, auch wenn ich finde, dass besondere Situationen durchaus besondere Maßnahmen erlauben. Und was andere machen, ist ohnehin nicht meine Sache. Ich hoffe, dass ist jetzt eine Aussage, mit der ich niemandem mehr auf die Füße trete.

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  • Vielleicht hilft es dir, wenn ich dir sage, dass keins meiner Kinder Antolin gemacht haben, dennoch aber totale Leseratten sind.

    Ich glaub, das muss man echt differenzieren. Das Hampelmonster ist Leseratte. Meine Kinder auch. Und viele der Kinder, die ich kenne auch. Die kennen das aber auch von zuhaus. Und die machen alle kein Antolin. Ist denen wumpe, lesen tun die so oder so, weil sies von zuhaus aus gewohnt sind. Und weil sie Spaß dran haben.

    Die Kinder, die das nicht kennen, bekommen über Antolin die Motivation, ihre Fortschritte digital zu erfassen und dafür sogar Punkte zu bekommen. Und das ist ein Ansporn! Vielleicht können wir das einfach nicht nachvollziehen, aber statistisch ist das (ich glaub da zumindest fest dran) so.

    Die Kinder sitzen vielleicht eh den ganzen Tag vor irgendwelchen digitalen Medien. Aber mit Antolin hat das vielleicht sogar noch einen Sinn dazu.

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  • Interessant wäre es ja dann noch, ob die Kinder, wenn es dann kein antolin mehr gibt, weiterlesen?

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Interessant wäre es ja dann noch, ob die Kinder, wenn es dann kein antolin mehr gibt, weiterlesen?

    Ich glaube schon, dass es sich so auswirken kann.


    Ich habe hier neben einer absoluten Leseratte und einem duchschnittlich lesebegeisterten Kind auch noch ein Kind, das bislang Lesen total ablehnt (und das, obwohl auch sie seit früher Kindheit sehr viel mit Büchern zu tun hatte; wir hatten eine extrem vorlesebegeisterte Babysitterin...).


    Bei ihr denke ich, dass es ein blöder Kreislauf ist:

    Sie kann nicht so gut lesen, deshalb liest sie nicht gern und nur selten und widerwillig und deshalb verbessert sich ihr Lesevermögen auch kaum.

    Wenn jetzt irgendeine Motivationsquelle (meinetwegen auch Antolin) sie dazu bringen würde, mehr zu lesen, würde es ihr wohl irgendwann leichter fallen und mehr Spaß machen und sie würde dann vielleicht mehr lesen...


    Leider hat sie kein Interesse an Antolin.

  • Das stimmt schon, dass diese Hürde manchen Kindern vielleicht einfacher macht. Wobei ich auch einfach beobachte, dass viele Kinder das lesen auch erst später für sich entdecken. Also erst in 3.,4. und 5. Klasse

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    ~a.joy~

  • Bei meinem Grossen war auch ein Problem, dass die Erstlesebücher inhaltlich für ihn stinklangweilig waren - da waren wir beim Vorlesen schon bei inhaltlich deutlich anspruchsvolleren Sachen. Er hatte wohl auch irgendwo Angst, dass Selber Lesen auf nicht mehr vorgelesen bekommen hinausläuft. Seit er die Saxhen lesen kann die ihn interessieren ist er eine leseratte

  • In der Klasse meines Sohnes wurde auf dem Elternabend der 5. Kl. nachgefragt, ob denn nicht weiter Antolin gemacht werden könne (also vom Lehrer her angesagt) und die Kinder so Punkte sammeln könnten für den Deutschunterricht .... daraufhin der Deutschlehrer: Antolin??? Das sei nur was für kleine Grundschulkinder, um die überhaupt ins Lesen zu bekommen, wenn es denn anders nicht ginge; und die Fragen bei Antolin seien doch sehr simpel, auf keinen Fall mehr etwas für die 5. Klasse, wo sich die Schüler dann doch schon etwas tiefgeehender mit Literatur beschäftigen sollten.

    Und das an einer Gesamtschule, in der ca. 90%der Schüler Migrationshintergrund hatten und das Niveau des Unterrichts vom Anspruch her jetzt nicht unbedingt hoch war (derselbe Lehrer auf demselben Elternabend: realistischer Anspuch sei, die Kinder zum Hauptschulabschluss zu führen, dass keiner abgehe ohne Schulabschluss. Und dafür würde Antolin auf keinen Fall mehr passen).

    Aber hier hats glaube ich auch eher die Grundschüler motiviert, bei denen zu Hause eben nicht vorgelesen wurde oder so.

    Meine hatten ja Spaß, hin und wieder Antolin zu machen, eben weil die Fragen so (babyeier)leicht waren - eben so zur Entspannung sich nochmal mit dem Buch zu beschäftigen, ein kleines Quiz zu machen. Beide waren/sind nun auch wirklich keine leistungsstarken Schüler gewesen, beide hatten nach meiner Erinnerung immer alle Antolinfragen richtig beantwortet. mein Eindruck war auch: Antolin ist nett, aber nichts Tiefschürfendes. Eben ein absolut niedrigschwelliges Angebot. Und dass es die in der Grudnschule gibt udn dann auch Kinder "Erfolgserlebnisse" durch diese Urkunden udn das Punktesammeln haben, die an soich keine besonders "starken" Schüler sind, fand/finde ich total in Ordnung.

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 Mal editiert, zuletzt von Hagendeel ()

  • Meine haben Antolin immer als Ansporn gesehen und ich war da sehr froh drum.


    Ich habe leider nicht die Zeit und Kraft als Alleinerziehende immer viel vorzulesen. Abends bin ich völlig fertig und muss noch den Haushalt machen und vorkochen, wenn die Kinder ins Bett gehen.


    Irgendwie empfinde ich es als elitär, wenn Leute, deren Kinder eh sehr gut sind und toll und viel lesen und deren Mütter genug Zeit zum Vorlesen haben, auch noch motzen, wenn meine Kinder viele Antolin Punkte haben.


    Kann man denen nicht wenigstens das mal gönnen und sie dafür loben?


    Für mich war es ein Riesenakt, alleine 2 Kindern lesen beizubringen. Und dann kriegen wir im RL Häme für unsere ("albernen, überflüssigen, braucht-kein-Mensch") Antolin Punkte.

  • Ich glaube, es kommt immer darauf an, was man damit machen will und wie.


    Und ob man das, was man damit machen will, auch so benennt. Und das, was damit passieren soll, dann auch so stattfindet.

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  • Ich glaube nicht,dass Antolin Kinder zu mehr Lesebegeisterung bringt.


    Ich habe aber als Lesemutter in den Klassen meiner beiden Söhne gesehen,dass es eine prima Methode ist,um einfach lesen zu trainieren.

    Klar,wenn man eh gerne und gut liest,wird die Sache bestimmt schnell langweilig.


    Aber dieser Hype,der kurze Zeit in den Klassen da war (es war halt was neues,spannendes,man durfte am Computer in der Schule arbeiten),hat schon dazu geführt, mehr zu lesen und die Lesefähigkeit voran zu bringen.

    Und selbst,wenn die Kidner die Bücher,die sie eingegeben haben schon kannte...sie mussten ja noch die Fragen lesen und verstehen und haben damit wieder ein bißchen was gelesen.

    Zu der Zeit war für die meisten Kinder der Übergang da, vom langsamen silbierten Aneinanderfügen von Buchstaben zum automatisierten Lesen.

    Dieser Übergang ist anstrengend...nur viel lesen macht dann ja lesen irgendwann leicht.

    Viele Kinder hat dieser Wettbewerb über die schwierige Zeit getragen,nicht alle Kinder haben eben ein tolles Leseumfeld.

    Und denen dann zu sagen:"mach doch was in Antolin" zog oft mehr als zu sagen:üb mehr lesen.

    Und nicht alle Kinder müssen Spaß am Lesen haben....so wünschenswert es wäre....letztendlich reicht es ,wenn sie es können.

    Und dafür war Antolin hier für viele Kinder eine Möglichkeit von vielen.