Volksbegehren Artenvielfalt - Bayern, seid ihr dabei?

  • Huhu liebe Bayern-Raben,


    am 31.1. geht's los, und bis maximal 13.2. kann man sich in den Rathäusern für das "Volksbegehren Artenvielfalt - Rettet die Bienen" eintragen. 1 Million Eintragungen werden benötigt, damit das Volksbegehren stattfinden kann. Seid ihr dabei? Ich bin gerade am Überlegen, ob ich mich noch kurzfristig als Rathausheldin für unsere Gemeindin melde... fremde Passanten ansprechen ist ja eigentlich so gar nicht mein Ding. #angst Macht das zufällig jemand von euch und wenn ja, sollte man da ein bißchen extrovertiert sein oder ist das wurscht? #zaehne


    Auf jeden Fall, wer noch unentschlossen sein sollte, hier sind alle Infos: https://volksbegehren-artenvielfalt.de/ Ich finde es eine tolle Sache und die Chance etwas zu bewegen, was in der Form wahrscheinlich nicht so schnell wieder kommt.


    Lg #blume

    LG, Yolotzin :)


    Each circumstance is a gift, and in each experience is hidden a treasure.
    (Neale D. Walsh)

  • Ich werde auf jeden Fall unterschreiben.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Ich hab mir mal den Gesetzesentwurf angeschaut.

    Weiss jemand ob "

    Der Freistaat Bayern schafft ein Netz räumlich oder funktional verbundener Biotope (Biotopverbund),

    das bis zum Jahr 2023

    mindestens 10% Prozent Offenland und bis zum Jahr 2027 mindestens 13% Prozent Offenland der Landesfläche umfasst."

    überhaupt machbar ist? 10% des Offenlands der Landesfläche hört sich für mich nach ganz schön viel an. Oder werden da existierende Naturschutzgebiete etc schon dazugezählt?

    Aufgrund meiner Einstellung zum Leben sehe ich keinen Grund, mich meines Alters entsprechend zu verhalten!

  • Ich finde jedes Volksbegehren unterstützenswert. Das ist gelebte Demokratie.


    Ich würde auch unterschreiben, wenn ich dagegen wäre. Denn dann kann ich trotzdem mit Nein stimmen.

  • Hmm, vielleicht denkt sie, dass das Volksbegehren zu große Chancen auf Erfolg hat, falls es zustandekommt, weil die meisten Menschen wahrscheinlich "pro Bienen" stimmen (platt gesagt), vor allem diejenigen, die sich vorab nicht eingehend mit den Forderungen beschäftigt haben? Was genau stört dich, verdandiswort ?

    LG, Yolotzin :)


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    (Neale D. Walsh)

  • Langversion oder Kurzversion?


    Mich stört daran soviel!

    Die Forderung "Ziel ist, die landwirtschaftlich genutzten Flächen des Landes nach und nach, bis 2025 mindestens 20 % und bis 2030 mindestens 30 %, gemäß den Grundsätzen des ökologischen Landbaus gemäß der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 in der jeweils geltenden Fassung zu bewirtschaften."

    Liest sich wunderbar.

    Fun Fact dazu: Es ist aktuell nicht überall in Bayern möglich als Milchviehbetrieb neu auf Bio umzustellen und Bio-Milchlieferant zu werden. Warum? Die meisten Molkereien haben einen Aufnahmestoff, da der Biomilchmarkt gesättigt ist.


    Also eine Bitte an alle die sich eintragen: Kauft regional und Bio! Ansonsten ist eure Unterschrift nichts wert.




    Edit: Sollten sich 10 % aller Wahlberechtigen eintragen, kommt es zu einem Volksentscheid über den Gesetzentwurf - außer der Landtag stimmt dem Gesetzentwurf vorher zu.

    Signatur macht Urlaub

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  • verdandiswort

    Danke für deine Erklärung.


    Bio und regional (so viel wie möglich) ist für mich selbstverständlich. Wobei ich regional bio vorziehe (Bio-Kartoffeln aus Ägypten brauchbich definitiv nicht).

    Zum Glück gibt es hier ganz viel Gemüse aus dem "Knoblauchsland", also 50 km Luftlinie.

  • Ich werde unterschreiben, regional und bio kaufe ich sowieso schon lange.


    Hier gibt es schon seit 2 oder 3 Jahren versuchsweise solche Biotope im Raum zwischen Straße und Feld und es ist beeindruckend, was da nach so kurzer Zeit alles fliegt und kriecht. Schmetterlingsarten, die ich schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, Käfer die ich glaub ich noch nie gesehen habe etc. Und zwar nur da, nicht auf dem Feld und nicht auf den normalen Grünstreifen.

  • Hmm, die Frage ist, wie das dann genau umgesetzt würde. Fakt ist doch, dass aktuell viele Bioprodukte importiert werden, weil die Nachfrage groß ist. Bei der Milch ist das aktuell nicht der Fall, dafür aber in anderen Bereichen? Ich will damit nicht sagen, dass ein Milchbauer plötzlich etwas anderes produzieren soll (das geht wahrscheinlich nicht? Oder nur teilweise?), aber man sich bei der Quote danach richten müsste, wo die Anfrage am größten ist und hierzulande theoretisch und sinnvoll bedient werden kann. Bio-Gurken lassen sich im Winter sicher nicht gut in Bayern produzieren. Womit wir beim Konsumenten wären. Also ich kaufe z.B. zu 90% regionale Biomilch. Und versuche, das auch sonst so zu halten, soweit es möglich ist, was auch bedeutet, dass ich darauf achte, was gerade hier Saison hat (leider gibt's für die Kinder doch immer mal wieder Gurken, Parprika und Tomaten im Winter, weil sie sonst kaum Gemüse essen... für mich würde ich das nicht oder fast nicht kaufen außerhalb der Saison). Und ich ärgere mich, wenn ich im deutschen Supermarkt nur ägyptische Biokartoffeln bekomme. Meinst du, man kann politisch einfach nicht viel ausrichten, v.a. auf regionaler Ebene, wenn das Bewusstsein beim Konsumenten und bei Handel zu wenig ausgeprägt ist? Wie kann man das ändern? Mehr Information, Bildung? Das wäre zumindest auf regionaler Ebene umsetzbar.


    Edit: Hach, witzig, Sarsaparille , dass du auch die ägyptischen Kartoffeln nennst. #freu

    LG, Yolotzin :)


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    (Neale D. Walsh)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Yolotzin ()

  • Hier gibt es schon seit 2 oder 3 Jahren versuchsweise solche Biotope im Raum zwischen Straße und Feld und es ist beeindruckend, was da nach so kurzer Zeit alles fliegt und kriecht. Schmetterlingsarten, die ich schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, Käfer die ich glaub ich noch nie gesehen habe etc. Und zwar nur da, nicht auf dem Feld und nicht auf den normalen Grünstreifen.

    Das sind Blühstreifen.

    Diese werden von Landwirten egal ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend freiwillig angelegt.
    Freiwillig! Dort wo es sinnvoll und notwendig ist. Zwischen den satten grünen Wiesen und Maisflächen in landwirtschaftlichen Gunstlagen. Bei Maisanbau für Biogas-Nutzung (regenerative Energie) ist ein Blühstreifen meiner Meinung nach ein Muss. Aber ich einer eher kargen Gegend, wo dank weniger Niederschläge und karger Böden auch im Sommer an Wiesen und Straßenrändern Pflanzen blühen macht eine gesetzliche Verpflichtung zur Nichtnutzung von Flächen die Landwirtschaft noch schwieriger.

    Letzten Sommer hatte ich den direkten Vergleich: Straßenränder im fränkischen Steigerwald, blühen, nicht nur Feldwege sondern auch Bundesstraßen: Wegwarte, Klatschmohn, Doldenblüher, ... solange bis der fehlende Niederschlag die Blüte beendete. Straßenränder im Allgäuurlaub: sattes Grün, wie alle Wiesen.


    Ich möchte zu hinzufügen: Die konventionelle Landwirtschaft ist in den vergangenen 30 Jahren viel nachhaltiger und ökologischer geworden, als in der breiten Öffentlichkeit bekannt ist. Aber jede gesetzliche Verpflichtung beschleunigte in der Vergangenheit auch den Strukturwandel hin zu größeren Betrieben.
    Eine große Veränderung zur "Industrialisierung" der Landwirtschaft in Bayern war der Beginn des Biogas-Booms. Die Erzeugung von regenerativer Energie führte zur Vermaisung, aber nur regional in Maisgunstlagen. Ein weiterer Bau von Biogasanlagen finden kaum mehr statt.

  • Straßenränder im Allgäuurlaub: sattes Grün, wie alle Wiesen.

    Da es dort aber dieses Jahr viel mehr Niederschläge gab als in Franken und in einigen Gebieten sogar mehr Niederschläge als im normalen Jahresdurchschnitt würde ich da keine Rückschlüsse ziehen.

  • Straßenränder im Allgäuurlaub: sattes Grün, wie alle Wiesen.

    Da es dort aber dieses Jahr viel mehr Niederschläge gab als in Franken und in einigen Gebieten sogar mehr Niederschläge als im normalen Jahresdurchschnitt würde ich da keine Rückschlüsse ziehen.

    Mein Rückschluss ist:

    Im Allgäu und im gesamten Voralpenraum gibt es immer mehr Niederschläge als in Franken. Dort gibt es satte grüne Wiesen und viel Mais. Grün soweit das Auge reicht. Wiesen werden fünf bis sechs mal im Jahr gemäht. Bei nicht-Nutzung von Wiesen erwarte ich dort hauptsächlich Brennesseln, Ampfer, Löwenzahn, oder indisches Springkraut - Pflanzen die in dieser Umgebung mit den guten, nährstoffreichen Böden und vielen Niederschlägen gut gedeihen. Einsaat von Blühstreifen auf Feldern sehr sinnvoll.


    Im Vergleich dazu in den fränkischen Mittelgebirgslagen: wenig Niederschläge, karge Böden. Landwirtschaftliche Nutzung nur mit Erträgen, welche halb so groß sind wie in den Gunstlagen. Wiesen werden 2- 3 mal im Jahr gemäht, sofern es regnet. Aber es blüht. Auf den Wiesen, an den Straßenrändern.


    Per Gesetz Bayernweit gleiche Vorgaben für unterschiedlichste Naturräume halte ich für falsch.

    Signatur macht Urlaub

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von verdandiswort ()

  • Der Slogan "Rettet die Bienen" regt mich auch auf. Natürlich verstehe ich dass sowas verkürzt wird, aber ich möchte die Wildbienen retten, der Honigbiene geht es nicht so schlecht. Die frisst nur den Wildbienen das Futter weg.

    Ich werde mich schon eintragen, einfach deshalb dass sich im Landtag mit dem Thema beschäftigt wird.

    holly mit großer Tochter (07/03) und kleinem Sohn (06/06)

  • Was ist denn ein Eintragungsschein?

    Mit dem Eintragungsschein kann man sich auch bei einer anderen Gemeinde eintragen, wenn man während der Zeit nicht am eigenen Wohnort ist. Oder falls man zu alt, gebrechlich, krank ist, kann man auch jemand anderen mit der Eintragung beauftragen.