Schonung nach Leistenbruch und Kinderbetreuung

  • Hallo,

    der Papa meine zwei Jüngsten wird diese Woche am Leistenbruch operiert. Das genaue Verfahren weiß ich nicht.

    Er lässt das alles auf sich zukommen und hat sich noch nicht weiter informiert, wie genau die postoperative Schonung aussehen soll, was er dann machen darf und was nicht und wie lange. Er wartet ab, was sie nach der OP sagen.

    Da er aber aktiv in die Kinderbetreuung eingebunden ist (wir sind nicht zusammen, wohnen aber im gleichen Haus), wäre es für mich schon gut, da ein bißchen planen zu können.

    Momentan bringe z.B. ich immer den 5jährigen in die Kita und er die Zweijährige zur TaMu.

    Da er diese zum Auto und vom Auto zur TaMu rein trägt, ist das ja erstmal gestrichen. Aber meint ihr, er könnte den Großen wegbringen / holen? Oder geht das wegen Auto fahren nicht? (Nicht falsch verstehen, er soll sich bitte so schonen, wie notwendig, aber ich muss dann morgens die doppelte Bringezeit rechnen oder anderweitig Hilfe organisieren und würde mich gern drauf vorbereiten.)


    Ist Kinderbeaufsichtigung ohne Tragen der Kleinen oder Toben möglich?

    Kennt sich jemand aus? Wie lange sollte er sich wie stark schonen? Bettruhe? Nich Auto fahren? Nicht schwer heben?


    Vielen Dank, Seda

  • Gehe ich recht in den Annahme, dass die Zweijährige sicher laufen und Treppen steigen kann? Wenn sie körperlich eingeschränkt wäre, müsstest Du ihre komplette Betreuung übernehmen, aber wenn sie normal mobil ist, dann könnte Dein Mann sie wieder betreuen, sobald die Fäden gezogen sind - nach 14 Tagen spätestens sollte das der Fall sein. Er muss sie anschließend "nur" sechs Wochen lang davon überzeugen, dass sie sich eigenständig bewegt! Denn schwer heben darf er erstmal nicht.

    Sie muss also selbst auf den Wickeltisch klettern oder er sie auf dem Boden wickeln. Sie muss selbst ins und aus dem Auto steigen, selbst die Treppen laufen. Zum Kuscheln muss er sich hinsetzen und sie auf seinen Schoß klettern.

    Das geht alles. Als unser kleiner Spezialist zwei war, hatte ich erst die Fehlgeburt von Zappelchens Zwilling und durfte nichts heben, um Zappelchen zu behalten, und etwas später im Jahr hatte mein Mann eine Leistenbruch-OP. Bei einem Kind im Trotzalter braucht man viel Zeit, Geduld und Fantasie, um es in Bewegung zu bekommen, aber wenn es nicht anders geht, ist es machbar.


    Bei Euch geht es aber anders. An Deiner Stelle würde ich ihm anbieten, dass er den Fünfjährigen und Du die Zweijährige transportierst. Davon abgesehen soll er selbst tätig werden, wenn er Hilfen zur Kinderbetreuung braucht! Er kann ja eine Haushaltshilfe beantragen.

    Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

  • Ja, die Zweijährige läuft sicher, aber können und wollen sind zwei paar Schuhe, v.a. früh morgens.

    Das ins Auto klettern kriegt sie nur mit guter Laune und dann viel Zeit hin, und meist klettert sie dann über den Sitz weiter und muss eingefangen werden usw.; also das ich alles übernehmen müssen.

    Oder ich setze sie ihm früh ins Auto und die Tagesmutter nimmt sie raus.


    Ab wann ginge Auto fahren überhaupt?

    Die Kita des Großen ist nicht fußläufig. Zwar auch mit Bahn und zu Fuß erreichbar, aber durch einen steilen Berg wäre das unpraktisch.


    Ich fahre in den Herbstferien mit beiden Kindern weg, da hat er dann nochmal komplett zwei Wochen Ruhe.

    Ist es realistisch zu erwarten, daß er in den zwei Wochen davor schon den Großen bringt/holt, oder die Kleine fährt, eher nicht, oder?


    Wir betreuen die Kinder ohne offizielle Regelung gemeinsam, Kinderalltag ist zusammen, es ist nicht so, daß immer nur einer zuständig ist, daher ist das schon ok so, er muss für sich keine Hilfen suchen, ich übernehme halt, was nicht geht (bzw. wir haben auch noch zwei Omas).

  • Sedativa Du stellst hier die Fragen, die eigentlich er den Ärzten stellen muss!

    Gib ihm die Verantwortung (zur Not mittels eines Zettels voller Fragen), er muss das mit den Ärzten besprechen und Dir sagen, wie lange er seine Hälfte der Kinderbetreuung nicht oder nur eingeschränkt übernehmen kann.

    Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

  • Ich bin am Tag nach der Leistenbruch-op

    ( nicht minimal invasiv-Netz wurde eingesetzt)

    Ob das sinnvoll war ? Eher nicht, aber außer tragen und heben konnte ich alles machen. Hatte zwar dann ein großes Sermon, keine Ahnung ob davon, aber auch das schränkte nicht ein.

  • die erste Zeit dürfte er sich wohl von selbst ausreichend schonen, aber sehr aufpassen muss er, wenn er nichts mehr fühlt von der op, dann ist es noch lange nicht verheilt und reißt schnell wieder.

    Kinderbetreuung ohne toben, tragen, festhalten, behüoft werden geht. Muss nur sicher sein, dass die kinder das mitmachen.

    Eine bekannte hatte für 3 (?) Wochen eine Haushaltshilfe über die Kasse.

  • Sedativa Du stellst hier die Fragen, die eigentlich er den Ärzten stellen muss!

    Gib ihm die Verantwortung (zur Not mittels eines Zettels voller Fragen), er muss das mit den Ärzten besprechen und Dir sagen, wie lange er seine Hälfte der Kinderbetreuung nicht oder nur eingeschränkt übernehmen kann.

    Ja ich weiß. Ich hab ihn gefragt, weil ich dachte, das hätte er schonmal vorab geklärt, aber er ist der Meinung, das würden sie ihm dann schon im KH alles erklären, er sah da keinen Anlass, sich mal vorab zu informieren (ich muss dann halt sehen, wie es geht).

    Er wurde schon ob meiner Nachfrage leicht grantig, nach dem Motto, er würde immerhin operiert und alles an was ich denke wäre, ob ich morgens früher aufstehen muss #rolleyes.

  • Unser Geschäftsführer (über 60) war bei seiner Leistenbruch-OP am Tag nach der Entlassung aus dem KH wieder im Büro und ist selber mit dem Auto hergefahren.

  • Er wurde schon ob meiner Nachfrage leicht grantig, nach dem Motto, er würde immerhin operiert und alles an was ich denke wäre, ob ich morgens früher aufstehen muss

    Hihi, versuchen kann er es ja. Ich kenne allerdings einige, die am nächsten bzw. einige tage später wieder fit waren (natürlich ohne schwer heben). Aber Autofahren und sitzende Tätigkeiten gingen gut. Nicht dass er Dir was ganz anderes erzählt

    Du sollst den Tag nicht vor dem Elternabend loben.

  • Mein Mann hatte eine minimalinvasive Leistenbruch-OP, als unser großes Kind 5 Monate alt war. Er hat sich am Tag der OP selbst entlassen.

    Am den ersten zwei Tagen konnte er sich nur unter starken Schmerzen überhaupt bewegen (auf dem Sofa umdrehen oder so, beim Aufstehen musste ich helfen). Danach war Autofahren möglich und kurze Strecken zu Fuß auch. Das Baby heben, Einkaufstaschen tragen etc konnte er etwa 6-8 Wochen nicht.

  • Ich hab einen Freund, der das gar nicht gut weggesteckt hat.

    Der hat wochenlang so schmerzen gehabt und die finden den Grund nicht und fällt auch in der Kinderbetreuung großteils aus.

    Bis jetzt ist das immer wieder ein Problem.

    OPs können eben leider auch schief gehen. Daher würde ich lieber langfristiger planen und dann schauen, ob es wirklich nötig ist.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz