Dieses dämliche Schreiben nach Gehör regt mich auf!

  • Bei meiner Tochter stand jetzt im Zeugnis (3. Klasse): Kennt die Rechtschreibregeln, wendet sie aber nicht immer konsequent an. Das trifft es ganz gut.


    Im Diktat, gerade wenn es viel aktuelle Lernwörter enthält ist es teilweise schon richtig gut, im freien Schreiben aber manchmal noch eine Katastrophe. Vor allem gibt es kein Wort mit schwierigen Stellen, wo ich sagen könnte: das schreibt sie jetzt immer richtig. Auch bei Wörtern, die oft geübt und richtig verwendet wurden kann es sein, dass es doch irgenwann wieder falsch ist. Bäume, häufig, Liebe z.B.

  • Also ich war ja auf einer "konventionellen" Schule. Habe Rechtschreibung und Lesen "normal" gelernt. Ich habe da immer noch große Unsicherheiten. Es gab mal eine Zeit da wollte ich (von mir selber aus) auf die Waldorfschule wechseln. Mein damaliger Klassenlehrer hat mir dazu geraten. Meine Mutter hat es mir ausgeredet. Mit dem Hinweis, ich müsste dort Socken stricken (HandarbeitsDAU war ich auch). Ehrlich, wenn ich heute Socken stricken könnte hätte ich was fürs Leben gelernt. Mein "konventionelles Schulwissen" hingegen war für eine sehr kurze Zeit. Viva, lass laufen, das wird schon. Die lernen da nützlichere Sachen als irgendein Rechtschreibkram der sowieso reformiert wird und dann veraltet ist.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • ja, das ist auch meine meinung. aber leider hat sie an all den schönen dingen, die sie früher interessierten (garten, handarbeit, malen, kunst, musik) das interesse verloren, seitdem sie auf dieser schule ist.


    vorerst lassen wir das laufen, ich führe einiges auch auf das alter zurück. aber wenn sich das verschärft, müssen wir echt nochmal in uns gehen.
    der kleinen bekommt die schule super. aber der wäre auch jede andere schule super bekommen. und sie hat einen unglaublich tollen lehrer. mal wieder. die große hatte echt nur pech.

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    Bis mindestens Ende März in Pause #rolleyes ... oder auch nicht :D

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  • Ich krame diesen Thread mal hervor, weil mich interessiert, wie es den Kindern, die 2013 - 2015 nur Grütze geschrieben haben, jetzt so geht.
    Hier ist es gerade eine Katastrophe. Niedersachsen, Klasse drei, incl. Lehrerwechsel, plötzlich gibt es Noten, aber RSF werden nur in Englisch und in den Grammatik-Tests angestrichen, in Aufsätzen, Sachkunde usw. nicht. Folglich haben wir hier eine lustig bunte Bandbreite von Zensuren. Kind ist frustriert, Mutter ist frustriert, Vater schimpft auf die Grünen, die laut Oma daran Schuld sind, Lehrerin sagt das wird schon noch, aber ihr glaubt keiner mehr.


    Ist doch echt für'n Arsch.

  • Hessen, Klasse 3. Sohn hat Rechtschreibprobleme, Leidensdruck ist gerade stark, aber ich denke, dass "Schreiben nach Gehör" nicht die Hauptursache ist und finde das frühe Schreiben immer noch toll. Er sieht sich gerade mit einer Freundin ein "Buch" an, eher eine Art Comic, den die beiden in der ersten Klasse geschrieben/gemalt haben und das ist nach wie vor großartig.


    Ich könnte hier viel eher auf Lehrermangel, Gehaltsungerechtigkeiten (Hessen bezahlt Grundschullehrerinnen viel schlechter als andere Bundesländer), miserable Ausstattung der Schulen allgemein schimpfen. Da wird der Karren an die Wand gefahren. Unsere erste KL wurde schwanger, erste Schwangerschaft, Unterrichtsbefreiung wegen allen möglichen Infektionskrankheiten, Vertretung durch unqualifizierte U-Plus-Kräfte, teilweise gar keine Vertretung...


    Da sollte in der 2ten KL der Gebrauch von Wörterbüchern eingeübt werden, erste Rechtschreibregeln internalisiert werden, ja bitte wann denn und von wem denn???


    Ach, übrigens, habe gerade mal mein altes Posting gelesen. Die viel gelobte Fibelmethode, laut meiner Schwägerin besser geeignet für schwächere Kinder, brachte in meinen Augen keinen signifikanten Vorteil.


    Also damals habe ich ja nachgefragt weil ich interessiert an Meinungen war. Ich habe in der Methode eher Vorteile gesehen. Beim Lesen war er recht fix und ist halbwegs flüssig, ich denke, da so "langsam" herum zu machen wie das bei mir damals geschehen ist hätte ihn eher abgelöscht. Kann man aber im Nachhinein nicht wissen. Ich bin gerade frustriert wegen der Schulpolitik. Hier reagiert niemand auf steigende Schülerzahlen, es wird keine neue Erhebung gemacht, alle gehen von sinkenden Zahlen in der Planung aus. Raumnot ist immens. Neulich habe ich ein Interview mit einem Bildungsforscher gehört, der meinte nur, dass alle Parteien Bildung im Wahlprogramm hätten aber keiner etwas macht. Und wenn "der Wähler" die Wahl hat zwischen "mehr Bildung" und "niedrigere Steuern" wählt er immer letzteres. Zum Kotzen.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

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  • Die Eltern ziehen sich derweil zurück und bewegen sich (meiner Meinung nach) auf Nebenschauplätzen. Schimpfen auf Lesen durch Schreiben, bringen ihren Kindern zuhause Schreibschrift bei, finanzieren Nachhilfe. Teilweise habe ich noch das Gefühl, manche setzen auf den "Big fish, litte pond"-Effekt und freuen sich, dass ihr nachhilfegestähltes Kind zwischen den ganzen Kindern deren Eltern das nicht leisten können besonders glänzt. Die Elternschaft letztes Halbjahr war echt eine Katastrophe. Da regt sich das Öko-Bildungsbürgertum über Elektrosmog auf der via einen Schulserver im Klassenraum entsteht, dass aber Unterricht ausfällt, das x-wieviele Fächer mittlerweile nicht mehr von Fachkräften unterrichtet werden, interessiert keinen. Chancengleichheit? Bitte, warum denn? Ich arbeite ja nur halbtags oder gar nicht und kann mit meinem Kind den ausgefallenen Stoff prima zuhause nacharbeiten. Sorry, ist jetzt ot, aber ich bin da wirklich gefrustet.


    Ich frage mich immer, wo hier der Aufschrei bleibt.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Teilweise habe ich noch das Gefühl, manche setzen auf den "Big fish, litte pond"-Effekt und freuen sich, dass ihr nachhilfegestähltes Kind zwischen den ganzen Kindern deren Eltern das nicht leisten können besonders glänzt.

    Hui, da fühl ich mich jetzt auch etwas ertappt... Ich kaufe seit ein paar Monaten alles, was mir an Übungsheften über den Weg läuft und quäle den Großen damit. Aber mit Chancengleichheit hat das echt wenig zu tun, er hat einfach das Glück (oder Pech, je nach Perspektive), dass wir uns die Lehrmaterialien leisten können und ich nur bis 14:30 arbeite, um ihn so nachmittags besser mit Grammatik beglücken zu können.


    Den Aufschrei habe ich bei der Landtagswahl in Nds auch vermisst. Gerade nachdem im Sommer viele Gymnasiallehrer an Grundschulen abberufen wurden.
    Immerhin wurden jetzt Lehrerstellen ausgeschrieben. Aber woher nimmt man die Kandidaten, um diese Stellen zu besetzen? Hex hex... Klappt nicht. Mist.

    Dass die Teilungsgrenze für Grundschulklassen in Nds bei 27 liegt finde ich auch krass. Hier herrscht z.T. ein Geräuschpegel, bei dem kein Mensch vernünftig lernen kann.

  • Meine Tochter ist jetzt in der 6.Klasse und es ist nur marginal besser geworden. Außerdem ist in der Schule schon länger nichts mehr in die Richtung geübt worden (Gmnasium Bayern), ich fürchte man geht davon aus, dass die Kinder das jetzt können sollten.


    Zum Glück hat sie Latein als erste Fremdsprache, da zählen die Rechtschreibfehler nicht. Jetzt mit Englisch ist es leider auch so, dass sich bei den sicher gekonnten Wörtern die Rechtschreibung nachläßt. Also hi statt he oder wot statt what.


    Ich fürchte wir werden das Thema jetzt doch mal angehen müssen. Sie ist allerdings in guter Gesellschaft, fast ein viertel der Klasse ist von der Benotung der Rechtschreibung ausgesetzt


    Bei meinem Drittklässler, der anders gelernt hat sieht es viel besser aus.

  • Bioschnitte, vor der letzten Grammatik-Arbeit bin ich auch in die Buchhandlung (weil ich das Zeug selber nicht kann) und habe mir entsprechendes gekauft: Auch weil die Kinder vor den Arbeiten hier teilweise kein Material an die Hand bekommen um vernünftig zu lernen. Es geht so viel unter.


    Hier ist ja schwarz-grün an der Regierung und ich könnte den Kultusminister echt *!"§(E§T&)=`?(***.


    Als ich mich letztes Halbjahr so aufgeregt hatte stand Sohn noch nicht schlecht da, da dachte ich noch, es ist nur eine Arbeit daneben gegangen. Jetzt sind wir auch persönlich betroffen, aber ich finde es für viele Kinder ganz fürchterlich ungerecht. Alleinerziehende, Nicht-Muttersprachler, beides zusammen, wie sollen die das leisten? Ich rede auf dem Fußballplatz ganz viel mit anderen Eltern und da sind einige extrem ratlos. Und die, die ihre Stimme erheben könnten tun es nicht weil sie ganz gut durchkommen.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Ich habe Montag wegen diverser Probleme in der Schule ein Krisengespräch mit der Klassenleitung und der Schulsozialpädagogin, da werde ich unter anderem nochmal ansprechen, dass es sinnvoll wäre, den Kindern wenigstens die Fehler zu markieren, auch wenn sie nicht bewertet werden. Woher sollen sie sonst wissen, dass man es eigentlich ander schreibt? Ich habe gerade eben einen Sachkunde-Test vorgelegt bekommen, der vom Inhalt her eine drei war, von dem ich aber kaum ein Wort lesen konnte. Kompliment an die Lehrerin, wer die experimentelle Orthographie meines Kindes lesen kann, kann auch die Lottozahlen aus dem Kaffeesatz lesen.

  • Niedersachsen. 3 Klasse. Ergeizige und fleißige Schülerin. Rechtschreibung ist wirklich fürchterlich obwohl das Kind viel liest, laut Lehrern immer gut mitarbeitet und ansonsten gute Leistungen im Unterricht zeigt.

  • Bremen, 4. Klasse. Gestern ungeübtes Diktat unterschrieben, bei 79 Wörtern ein Fehler. Das Wort hatte sie zudem doppelt geschrieben, einmal richtig und einmal falsch. Die Lehrerin hat die falsche Version gewertet. Also Rechtschreibung super. Wobei hier ab der zweiten Klasse auch Rechtschreibung eingeführt, ab der dritten kontrolliert wird.

    Wenn sie frei schreibt, gibt es viele Fehler. Das soll aber in Rahmen sein bis zur sechsten, dass die Orthographie leidet, wenn sie sehr auf den Inhalt fokussieren.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Ich bin fest davon überzeugt, dass es für die Rechtschreibung nicht entscheidend ist, wie das Kind in der ersten Klasse Buchstaben/Lesen/Erstes Schreiben lernt.

    Wichtig ist, dass ab der 2. Klasse konsequent Regeln eingeführt und auch kontrolliert werden und auf Fehler hingewiesen wird.


    Meine Mittlere hat ab der 2. Klasse mit einem didaktisch in der Hinsicht deutlich besser aufgebauten Lehrwerk gearbeitet, als mein Großer und die Lehrerinnen haben deutlich mehr Feedback gegeben. Das macht, finde ich, sehr viel aus. Sie hat jetzt Mitte der 4. Klasse eine passable Rechtschreibung.


    Mein Großer, mittlerweile 7. Klasse hat immer noch eine mäßige Rechtschreibung, es sind aber langsam Verbesserungen zu erkennen. Hier gibt es aber in den Nebenfächern keinen Punktabzug bei Rechtschreibfehlern, es sei denn Fachbegriffe werden entstellt.

  • Bayern, 6. klasse, intensives üben in der 3/4 hat sich rechtschreibtechnisch ausgezahlt, schrift ist, naja, sagen wir mal ok und interpretierbar.


    Bayern 2. klasse, ich mach das nicht mehr mit und gehöre zu den Eltern die die Chancengleichheit vermasseln, Kind hat deutliche Schwierigkeiten mit Rechtschreibung. Zum einen liegt das am Kind, ich glaube er braucht dabei einfach viel Übung weil es ihn null interessiert, zum anderen weiß ich nicht woran, ist halt einfach so.


    Chancengleichheit sehe ich in Bayern schon lange nicht mehr. Nach diversen Elternabenden, auch in weiterführenden Schulen bin ich, die ich mich selbst schon als fast födermama sehe die lieber Bullerbü zuhause hätte, immer wieder leicht schockiert was hier (teilweise auch unausgesprochen) von den Eltern erwartet wird. Ehrlich, das packe ich nicht, ich habe noch andere Kinder außer den jeweiligen Schulkindern, und ich habe den Eindruck das geht so wie vorgestellt nur wenn Mama mit Einzelkind zuhause ist und nachmittags gut durchstrukturiert Schule macht.

    (GS: jeden Tag lesen, Dikatat üben bei Bedarf, ein bisschen rechnen, täglich HSU wiederholen und dazu passendes tun, z.b. Im Wald Blätter sammeln. Täglich HA und Mäppchen kontrollieren, am besten gleich besprechen wegen schneller Rückmeldung. Das ist das Basisprogramm. GYm: bis zur 7 gerade bei Jungs bitte auf die HA achten, regelmäßig darauf achten Vokabeln richtig abzufragen - bitte aufschreiben lassen und kontrollieren, die Termine für Schulaufgaben im Blick haben und die Kinder anleiten dass Hausaufgaben nicht reichen, aber was stattdessen getan werden kann und soll, tja, nach Bedarf des Kindes halt) neee, Chancengleichheit ist das definitiv nicht. Wenn Dein Kind kein high Performer ist oder etwas langsamer im denken oder uninteressiert an Ordnung oder irgendwas außerhalb des Mittelmaßes dann ist es Dein Job. Wenn es Mittelmaß ist und du mit ihm übst bist du ne Fördermutter. Ist es schlechter bist du schuld weil du nicht genug mit ihm liest.

    Ich bekomme den Eindruck als Eltern haste eh die A....Karte.



    Der große läuft nun weitgehend alleine mit Erinnerungen meinerseits. Aber das war keine Leistung der GS. Und das finde ich eine wesentliche Kompetenz die einfach nicht richtig rübergebracht wird. Zumindest hier. Wie auch, wenn Kinder Hausaufgaben abgeben die dann. Benotet werden und wenn die. Eltern nicht korrigiert haben sitzen die Kindern blöd da. Äh ja. Zitat Elternabend: nach Paragraph blablabla sind Hausaufgaben elternarbeit und wenn sie sich nicht daran halten dann (Liste mit Konsequenzen).

    Ich seh das zweischneidig, aber in Richtung bildungsgleichheit ist das kein Fortschritt.

    Nur eines nimm von dem, was ich erfahren:
    Wer du auch seist, nur eines – sei es ganz!
    (mascha kaleko)

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  • Mich regt das Schreiben nach Gehör auch auf, und bei uns an der GS macht das von den Eltern keiner mehr mit (stillschweigend, mit der Schule braucht man da nicht zu diskutieren)


    In Klasse 1-3 hieß es, lassen Sie als Eltern die Schule und die Kinder mal machen.

    Falls es Probleme gibt, meldet die Schule sich, Blabla.

    Und man soll die kindliche Freude am Schreiben nicht verderben, blablabla...


    Ende Klasse 3 waren dann die VERA-Tests, und Anfang Klasse 4 der Elternabend...

    Deutsch- und Mathelehrerin standen vor den Eltern, peinlich berührt, ewig drumherum geredet, von wegen, die Gesamt-Ergebnisse des VERA-Testes im Bundesland... alles nicht soooo toll...Gesamtstatistik im Bundesland... also äh und so... (und alle Eltern dachten schon, kommt doch ENDLICH zum Punkt)... ja... also, blabla... äh... und die Ergebnisse in der 3. Klasse hier an der Schule unterscheiden sich da überhaupt nicht von den Ergebnissen der VERA-Tests auf Bundesland-Ebene... wir liegen da also genau im Schnitt... blablabla... ähh...

    also, Fazit:

    Die Klasse hat im VERA-Test total ABGEK*CKT... und Sie als Eltern sollten ab jetzt mit ihren Kindern Rechtschreibung ÜBEN ÜBEN ÜBEN (und kleines 1x1 ÜBEN ÜBEN ÜBEN)


    Danke fürs Gespräch, und Danke, dass man uns 3 Jahre lang offiziell verboten hat, mit unseren Kindern zu üben (noch mehr danke auch, dass man das mit den Kindern IN der Schule offensichtlich nicht geübt hat)


    Ach ja... in der Klasse sind übrigens 10 Kinder. Sehr schwierig für die Lehrer, den Kindern da in der GS Rechtschreibung zu vermitteln und das mit den Kindern zu üben.

    Noch Fragen?

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  • hier auch Niedersachsen, 3. Klasse , ehrgeiziger Schüler, aber sehr uninteressiert an Ordnung. Rechtschreibung ist übel, obwohl er sehr viel liest, allerdings zweisprachig,das hilft für die deutsche Rechtschreibung ja auch nur teilweise und vielleicht liegt da dann auch ein Teil des Problems.

  • liddy

    Habt ihr mal gefragt, was genau bei VERA abgefragt wurde. Hier war Rechtschreibung bei zwei Kindern überhaupt nicht Gegenstand von VERA, genausowenig in den landesweiten Lernstandserhebungen die Anfang der fünften Klasse gemacht wurden.


    Hier hatten beide Kinder ähnlichen Deutschunterricht in der Grundschule und ich muss sagen, es kommt auch ganz viel auf das Kind an. Während mein Großer in der GS ein grottiger Rechtschreiber war (ist noch nicht super, aber deutlich besser) hat meine Kleine RS nahezu perfekt drauf. Sie geht aber auch mit einem völlig anderen Blick und Interesse an das Schreiben heran.


    Lesen hilft für die RS nur dann, wenn das Kind auch ein Interesse an richtiger Schreibung hat. Kandidaten wir meinem Sohn hilft das überhaupt nicht. Das ist wie mit einer Armbanduhr. Die allermeisten Menschen können die Uhr lesen, aber wissen, die das Teil, das ihnen die Zeit zeigt aussieht und aus dem Kopf Details beschreiben kann kaum jemand.

  • Wichtig ist, dass ab der 2. Klasse konsequent Regeln eingeführt und auch kontrolliert werden und auf Fehler hingewiesen wird

    Leider ist das für viele Kinder offenbar zu spät.

    Das glaube ich nicht. Es kommt doch immer darauf an, wie die Lehrperson individuell auf die Kinder eingeht. "Reine" Methoden gibt es sowieso kaum. Es gibt ja z.B. auch einige Kinder, die schon lesen können, wenn sie in die Schule kommen, dann ist es sowieso kein "Lesen-nach-Schreiben" mehr. Diesen Kindern sollte man natürlich schon Hinweise geben, auf was sie achten müssen, um nicht nur zu schreiben, sondern auch richig zu schreiben. Von der Methode "macht mal wie ihr wollt" halte ich auch nichts. Das ist ja auch nicht die Intention von "Lesen-nach-Schreiben".

    Ich denke schon, dass es gut möglich ist, eine ausgewogene Mischung aus Schrift entdecken und auf Regeln achten zu verrmitteln.

    Aber klar ist das anspruchsvoll für die Lehrperson, schwieriger als nach der Fibel zu lehren.

    Freda mit dem Jan-Feb-Mär-Trio (01/05 + 02/08 + 03/12) #love


    Ich kaufe und verkaufe im Rabenflohmarkt

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  • Hier (Bayern) war der Große noch voll drin in der "Schreiben-nach-Gehör"-Phase (eingeschult 2010) #sauer . ABER er hatte zum Glück in Klasse 1 und 2 eine Klassenlehrerin, die das System selbst vollkommen dämlich fand und das zwar deshalb pro forma erstmal laufen ließ, aber ab Klasse 2 alle Fehler zumindest angestrichen hat. Und zwar in allen Fächern, nicht nur Deutsch. Mittlerweiel ist er 6. Klasse und hat eigentlich keine Probleme, in Englisch eher als in Deutsch oder Latein. Kind 2 hatte zum Glück die gleiche Lehrerin, ich glaube da hat man das System aber er schon gekippt, weiß ich gar nicht mehr genau. Er hat aber lange Zeit arge Probleme gehabt mit RS, leider auch ein Wenigleser. Es hat erst jetzt Anfang 4. Klasse irgendwie klick gemacht und so langsam wird es weniger, hauptsächlich Groß-/Kleinschreibung ist Dauerthema. Ich merke aber deutlich den Lehrerwechsel von Klasse 3 zu 4. Er hat jetzt eine Deutschlehrerin, die den Kindern Sttrategien vermittelt in Sachen RS und übt, übt, übt, Nervt ihn bisweilen, weil die Hausaufgaben vom Umfang zugenommen haben, aber bringt wirklich deutlich was!