Umgang mit Krankheit auf der Arbeit - erfahrungsthread

  • Ich wollte damit übrigens nicht JooBoo persönlich angreifen.

    Aber die vom Arbeitgeber zu verantwortenden Missstände sind in vielen Bereichen einfach unmöglich.

    Zum Teil schon, aber es gibt auch Situationen, wo alle auf einmal ausfallen (von Schwangerschaft bis zum heftigen Infekt) - das lässt sich auch mit gut geplanter Reserve nicht alles und sofort auffangen. Und je nach Job hängt da auch einiges dran.

    Natürlich gibt es das. Das sind aber doch Extremsituationen.


    Hier musste in einem solchen Fall der Kindergarten mal geschlossen werden.

    Das kommt ja aber nicht ständig vor.


    Wenn aber eine Hebamme eingesetzt wird und es keine Bereitschaft gibt, dann wird das bewusst in Kauf genommen.


    Es gibt übrigens auch Bereiche, wo das funktioniert.


    Bei Flugesellschaften zum Beispiel.

    Da gibt es klare Regeln und eine Rufbereitschaft, die innerhalb einer kurzen Zeit bereit stehen muss.

    Wenn da jmd. kurzfristig absagt, wird abgerufen.


    Es ist also nicht so, dass das unmöglich ist...

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Das gibt es in technischen Berufen sehr häufig. Es ist z. B. billiger, 24/365 einen Mechaniker neben das Fließband zu setzen und ihn das ganze Jahr lang fürs Däumchen drehen zu bezahlen, als dass im Notfall das Fließband eine Stunde länger still steht und man Produktionsausfall hat weil der Mechaniker erst anreisen muss.


    Die Fließbänder in Autofabriken sind mit 10-20% mehr Personal ausgestattet, als es Arbeitsstationen gibt. Falls mal jemand aufs Klo muss (oder krank wird) sind immer noch 100 % der Arbeitsstationen besetzt.

  • Ich persönlich gebe Bescheid, sobald ich erahne, dass ich so krank sein werde, dass ich morgen nicht zur Arbeit kommen kann. Ich teile dann mit, dass es sein könnte, dass ich morgen flachliege und melde mich dann nochmal am nächsten Morgen so zeitig wie möglich, dass ich krank bin.


    Meine Arbeit beende ich in der Regel noch, denn von einem Moment auf den anderen die Arbeit abzubrechen, das geht nicht, es sei denn, ich habe einen Herzinfarkt oder ähnliches. Falls ich etwas Ansteckendes vermute, verhalte ich mich dementsprechend vorsichtig, bin dabei aber grundsätzlich nicht panisch, weil ich ja in den meisten Fällen auch schon ansteckend war, als ich noch keine Symptome hatte. Bei vielen Krankheiten ist man ja schon mehrere Tage vorher ansteckend, da sind die 3 Stunden bis Arbeitsende jetzt auch nicht mehr entscheidend.

    JooBoo interessant. Du gefährdest dann also Neugeborene, die Mutter und dich selber sich mit Magen-Darm anzustecken, weil dein Arbeitgeber nicht für Ersatz sorgt?

    Ich würde lieber das Neugeborende und die Mutter durch Magen-Darm gefährden, als dass ich unter der Geburt alles stehen und liegen lasse und das Kind mit der Schulter steckenbleibt und beide daran sterben.

    Es ist illusorisch, dass ein "Arbeitgeber" zu jedem Zeitpunkt für jeden sofort Ersatz organisieren kann.

    Genau so.


    Mir ist Mondschein s Punkt schon klar, dass es Misstände gibt, die beseitigt gehören, aber dass sollte man dann im Nachhinein thematisieren, anstatt Personen zu gefährden, weil ich aus Prinzip die Misstände genau jetzt in diesem Moment ändern möchte. Ich vermute, dass es sogar vor Gericht kritisch werden könnte, sollte man in bestimmten Situationen "den Stift fallen lassen" und es führt zu einem größeren personellen oder materiellen Schaden, obwohl es noch gegangen wäre.

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

  • ich warne meine Chefin auch vor, sollte ich bedenken haben meine Dienste in den nächsten Tagen ggf. Nicht abdecken zu können. Das kann auch schon mal 3 Tage vorher sein.

    Dann kann sie schon mal überlegen wie ggf. die Dienste abgedeckt werden können. Wir verabreden dann einen festen Termin zudem ich verbindlich zu oder absage.

    Spontane Krankmeldungen sind auch völlig okay (ist ja manchmal so) aber am allerliebsten sind ihr die mit Vorwarnungen.

  • buntgrün , so etwas funktioniert nur bei intaktem vertrauensverhältnis. Wenn man dem Mitarbeiter zutraut "blauzumachen" dann geht das nicht mehr.

    Schoko

    Da hast du durchaus recht.


    Allerdings habe ich nur meine Chefin, der ich mitteilen kann, dass ich morgen krank bin bzw. in drei Tagen wahrscheinlich immer noch krank bin. Ich arbeite zwar im Team aber nie gleichzeitig sondern nacheinander.

  • buntgrün , so etwas funktioniert nur bei intaktem vertrauensverhältnis. Wenn man dem Mitarbeiter zutraut "blauzumachen" dann geht das nicht mehr.

    Schoko

    Da hast du durchaus recht.


    Allerdings habe ich nur meine Chefin, der ich mitteilen kann, dass ich morgen krank bin bzw. in drei Tagen wahrscheinlich immer noch krank bin. Ich arbeite zwar im Team aber nie gleichzeitig sondern nacheinander.

  • Ich kenne es von beiden Seiten.


    Im Normalfall würde ich in dem Fall wie Mondschein argumentiert die Arbeit abbrechen und gehen.


    Zum Teil hätte das für mich und die Kollegen blöde Folgen gehabt und ich habe noch eine Übergabe mit einem Kollegen gemacht. Ich bin z. T. auch noch für die Übergabe zur Arbeit wenn ich normal gleich zum Doc gefahren wäre (wenn z.B. ein größerer Infotermin geplant ist und ich 200 Personen eingeladen habe dann musste ich für diese 200 auch personalisierte Infounterlagen bereitstellen - ansonsten hätten die im Anschluss alle nochmal den Wunsch gehabt ihre Unterlagen mit mir zu besprechen und das wäre ein zeittechnischer GAU gewesen...).


    Mich würde eine Abmahnung, obwohl der Vorgesetzte selbst sehen konnte das man offensichtlich mit einem Infekt erkrankt ist, sehr befremden. Es wäre für mich ein Zeichen, dass dieser sich im täglichen Umgang nicht wirklich mit seinen Mitarbeitern als Menschen auseinandersetzt.


    Krank auf Ansage kenne ich auch eher den Fall dass der MA nach Urlaub fragt und dann "krank anmeldet" nachdem der Urlaub nicht gewährt wurde.


    Allerdings haben wir das in den letzten Jahren nur noch selten abgemahnt. Wenn wir nicht genau belegen konnten, dass derjenige nicht krank war (und stattdessen z.B. doch den Ausflug abgetreten hat/die Terrassenplatten verlegt hat wofür er frei bekommen wollte) hat das Gericht häufiger Abmahnungen einkassiert. Die Krankbescheinigung des Arztes hat bor Gericht meiner Erfahrung nach eine recht hohe Beweiskraft.

  • Ich arbeite im Sozialbereich und bin oft alleine im Dienst.

    Wenn einer von uns krank zu werden droht, geben wir so früh wie möglich Bescheid bzw. versuchen schon im Vorfeld einen Notersatz einzuteilen und vereinbaren, bis wann der/die Kollegen/in Bescheid gibt.

    Hatte aber auch schon spontan MD im Samstag Nachtdienst inkl. 3 Klienten, die damit auch schon lagen. Da ruf ich keine/n Kollegen/in an. Sondern bitte höchstens den Tagdienst früher da zu sein.


    Wir haben auch Krankpräventionstage, dh. wenn die Erkältung droht, darf man auch zu Hause bleiben, damit man dann z.b

    den Wochenenddienst 3Tage später machen kann.

  • Wir hatten jetzt die Situation wo wir uns echt alle ein wenig geärgert haben. Die Kollegin war letzte Woche krank ok kein Ding. Hat sich auch erst Montag gemeldet gut kann passieren. Sie war so Montag nicht im Frühdienst da was echt doof war. Ich hatte frei und wäre dann sonst gekommen wenn wir es gewusst hätten. Gut manchmal merkt man es erst morgens.


    Die Woche war ok es sind einige Bewohner nicht da so war einer weniger kein Problem ich war dann ja auch wieder im Dienst.


    Montag rief sie an sie hätte noch keinen Termin beim Arzt sie würde sich Dienstag melden. Hat sie nicht......



    Also bin ich gestern wie geplant zum Frühdienst in Erwartung dass sie anruft........Hat sie nicht.


    Da ich eh in meinem Arbeitsort Termine hatte bin ich halt am Nachmittag nochmal gekommen.

    Mittlerweile hätte sie sich gemeldet Au bis 6.10......



    So krank dass sie nicht telefonieren kann ist sie nicht sie rief wegen freier Tage die sie im Oktober bräuchte nämlich an letzte Woche.


    Eine andere Kollegin leidet unter Depressionen die ist auch oft krank ja. Aber da wissen wir immer wie lange und sie meldet sich wenn teilweise auch nur privat bei einem von uns. Aber wir wissen wann sie wieder kommt.


    Wir haben jetzt den Dienstplan neu gemacht, ich tausche lustig zwischen Spät und Früh hin und her........


    Krank werden kann jeder aber so fanden wir es alle unbefriedigend.