Sohn will Medizin studieren

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  • Hallo ihr lieben Raben,


    unser Sohn ist in der EF und wird demnach in zwei Jahren sein Abitur machen.

    Bisher dachten wir immer, dass er beruflich mal in die technisch-mathematische Richtung geht, aber vor einigen Wochen hat er uns eröffnet, dass es sein großer Wunsch ist, Medizin zu studieren. #blink:D


    Er hat sich das wohl sehr gut überlegt, seine 'Motive' für diesen Wunsch sind gut nachvollziehbar und seine Leistungen auch so, dass das im Rahmen des Möglichen ist.


    Da wir in der Familie überhaupt keine Mediziner haben, sind wir recht unerfahren, was diesen Berufszweig angeht und deshalb wollte ich hier mal nach Tipps und Einschätzungen fragen.


    Er möchte nicht weit weg von zu Hause und sehr gerne in NRW bleiben.

    Wie läuft denn so ein Bewerbungsweg um einen Studienplatz ab?
    Wir haben gemeinsam aus Interesse mal an der Uni Münster geschaut, weil die ja einen sehr guten Ruf haben, aber die Infos dort haben uns doch ziemlich erschlagen.


    Ist der Medizinertest immer Pflicht oder nur eine Empfehlung? Sollte er den dann schon nächsten Jahr (dann Q1) machen oder erst im übernächsten - das wäre dann aber direkt während des Abis.


    Gibt es irgendetwas, was er unbedingt schon im Vorfeld beachten sollte? Was sind Fallstricke während der Bewerbung oder am Anfang des Studiums?

    Ist das überhaupt ein empfehlenswerter Beruf? :D (Das frage ich jetzt mal aus Muttersicht. #cool)


    Ich freue mich über jeden Tipp zu dem Thema.
    LG,

    murmel

  • nein, ein Medizinertest ist an der Uni MS nicht in jedem Fall Pflicht.

    Meine Nichte hat jetzt grad mit sehr gutem ABi zum SoSe, nach einem halben Jahr FSJ am Krankenhaus dort angefangen.


    Ob es denn Test braucht, liegt an der Nore, bzw der Punktezahl des Abis. (1,1 Abi ist nicht gleich 1,1 Abi).

    Nona mit großer (03) und und kleiner (05) Tochter und kleinem Sohn (2008 )

  • Zu den aktuellen Bewerbungsmodalitäten kann ich nichts sagen, das hat sich geändert seit meiner Zeit.


    Unis an denen man Medizin studieren kann gibt es in NRW reichlich.

    Der " gute Ruf" ist ehrlich gesagt zweitrangig. Als Student kann ihm die wissenschaftliche reputation der uni egal sein.Das Studium ist tatsächlich phasenweise sehr lernintensiv, da wäre es gut wenn die uni da Strukturen anbieten würde damit sich die Studie da leichter zu Lerngruppen zusammen finden (vor allem am Anfang). Und ob man sich dann an einer uni wohl fühlt hängt auch ganz viel von den Leuten ab die man da kennenlernt.

    Wenn es ihn interessiert, dann soll er es machen. Der Beruf als Arzt ist schon toll. Die Fachgebiete sind so verschieden da findet man seine Nische. Und es gibt ja auch eine Menge Absolventen die dann in die Entwicklung von Geräten gehen. Das liesse sich mit technischem Interesse kombinieren.

    Zum medizinertest (ich kenne nur den alten) ist wichtig dass man ihn vorbereitet. Es müssen keine teuren Seminare sein, aber es gab Bücher in denen modelltests zum üben waren. Am Ende entscheiden manchmal wenige Punkte darüber ob man einen Platz bekommt oder nicht. Da lohnt es sich nichts zu verschenken indem man sich durch die Aufgaben über raschen lässt.

    An manchen unis / bei manchen Kommissionen kann man auch punkten wenn man schonmal im Bereich gejobbt / Praktika gemacht hat.


    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Im Bewerbungsverfahren für Medizin allgemein ist ja alles ein wenig im Umbruch. Was aber relevant ist und wohl auch bleiben wird, ist die sehr sehr gute Abiturnote. Andere Wege ins Studium zu kommen mit einer normal guten Note sind schwierig und werden eher weniger. Darauf lohnt es sich also, sich zu konzentrieren. Es gibt zahlreiche Bewerber auf relativ wenige Plätze, daher lohnt es sich wirklich ein astreines Abi anzustreben, weil man dann gut reinkommt.

    Ich finde es nicht egal, an welche Hochschule man geht. Es gibt ja so Rankings, daran kann man sich orientieren. Dabei ist aber die Forschung egal. Es sollten Rankings sein, für die die Studenten in ihrer Zufriedenheit befragt werden. Ich denke, die Münsteraner sind insgesamt schon zufrieden. Verbesserungsideen gibt es natürlich immer. Die Unis sind auch unterschiedlich groß und damit die Anzahl an Studenten. Will man eher in einer Kohorte sein, wo man sich gut kennt oder will man lieber an eine große Uni gehen?

    Das Medizinstudium ist relativ theoretisch, man muss sehr viel auswendig lernen ohne schon zu verstehen wofür eigentlich. Aber nach dem 1. Staatsexamen nach 4 Semestern wird das langsam besser.


    Den Beruf finde ich gut und gibt Zufriedenheit. Es gibt sehr viele Optionen mit dem Abschluss. Alleine schon bei der Facharztwahl gibt es ja zahlreiche Möglichkeiten. Mediziner können aber auch in andere Sparten ausweichen.

    Der Alltag in der Gesundheitsversorgung ist meistens eher streßig und man arbeitet oft deutlich mehr Stunden als es in vielen anderen Berufen der Fall ist. Aber dafür kommt man mit dem Gehalt dann ja auch gut hin.

    Ich meine Medizin ist was für Leute, die auch in ihrem Beruf aufgehen wollen und engagiert sind. Schon im Studium kommt man oft über 8h/Tag an Aufwand und das bleibt dann eben so. Ich finde das nicht schlimm. Meine Kinder, die das so erleben, sehen für sich aber eine andere Zukunft, weil sie die WorkLifeBalance so nicht haben wollen.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Zur Work-Life-Balance möchte ich noch hinzufügen: Mein Partner arbeitet nur in 50 % so wird er vermutlich keine Karriere machen aber wir können beide 50 % aebeiten, kommen so mit drei Kindern gut hin und haben noch viel Zeit für die noch kleinen Kinder. Das ist also auch möglich auch unter den Mediziner*innen sind Teilzeitmodelle/Jobsharing mittlerweile möglich. Wenn er also nicht unbedingt eine Steile Karriere machen möchte, sondern einfach in diesem Beruf arbeiten möchte kann man auch in Teilzeit arbeiten und hat dann eine gute Work-Life-Balance ;)

  • Ich lese mal mit - unsere 16 jährige ist auch schon seit Jahren fest entschlossen Medizin zu studieren...

    Die langweiligsten Frauen haben die ordentlichsten Haushalte...

  • Hat er schon eine Richtung, was ihn da interessieren würde? Zahnmedizin, Pharmamedizin oder hat er erst einmla nur allgemein den Wunsch Medizin zu studieren. Der NC unterschiedet sich zwar in den einzelnen Bundesländern, aber grundlegend sollte man schon sehr gute Leistungen zeigen, wiel der ganz oft so bei 1,1, liegt

  • Hallo und vielen lieben Dank schonmal für eure sehr interessanten und hilfreiche Beiträge!
    Einige von den Infos waren mir wirklich noch unbekannt.


    Er möchte schon allgemein Medizin studieren, nicht Zahnmedizin oder Pharmazie.

    Bisher kann er vor allem die Fachrichtungen nennen, die er sich nicht so vorstellen kann - Pädiatrie, Onkologie, Gynäkologie. Aber er ist ja auch erst recht jung mit seinen 15 Jahren.


    Er findet irgendwie Orthopädie sehr spannend oder sowas eher Forschendes mit Blut oder Genetik. :D Oder eben Allgemeinmedizin.


    Von seinen Leistungen her ist er schon sehr weit überdurchschnittlich, da mache ich mir keine Gedanken und ein sehr gutes Abi ist eigentlich schon zu erwarten.


    Er sagte mal, dass er es spannend findet, immer mit neuen Situationen konfrontiert zu sein und nicht zu wissen, was ihn als Nächstes erwartet.

    Außerdem ist er schon immer eine gute Mischung gewesen aus Fürsorglichkeit und Pragmatismus.

    Und er hat eine ganz gute Grundeinstellung, da ich ihm gesagt habe, dass da eben auch ein Pflegepraktikum zugehört und er diesbezüglich eher etwas pingelig ist.
    Da meinte er aber, dass er das dann eben durchziehen werde, wenn das die Voraussetzung für seinen Traumberuf sei.


    Es ist auch sehr interessant, was die Mediziner unter euch zu ihren eigenen Erfahrungen schreiben - vielen Dank schonmal dafür! :)

    LG,

    murmel

  • Der Freund meines Sohnes hatte 1,0 im Abi und hat erst im Nachrückverfahren seinen Wunschstudienplatz in FR bekommen. Es hängt wohl sehr vom Ort ab. Ein anderer Freund, ebenfalls mit 1,0 oder 1,1 hat auch in FR keinen ergattert, stattdessen dann in München. Aber er will vielleicht später tauschen. Den Test haben beide sehr gut bestanden und auch dafür viel gelernt.

    Was ich so im Vergleich zu anderen Klassenkameraden mitbekomme, muss man sehr sehr fleißig und äußerst diszipliniert sein, die ersten Semester sind wirklich hart. Ähnlich geht es nur dem Klassenkameraden, der Physik studiert. Kein Vergleich zu früher, mein Mann (auch vom Fach) hat schon öfter darüber den Kopf geschüttelt, er kann sich nicht daran erinnern, dass er in seinen ersten Semestern so viel lernen musste.

    Die Auswahlverfahren der Hochschulen sind sehr unterschiedlich, auch die Gewichtung. Es gibt z. B. inzwischen auch Auswahlgespräche, oder das FSJ zählt mit, etc...

    Bis Dein Sohn so weit ist, wird sich sicher wieder einiges geändert haben.

  • Ich wollte noch hochschulstart.de erwähnen, darüber laufen die Bewerbungen zentral für den Studiengang Medizin. Man kann dort seine Wunschunis angeben und bewirbt sich gar nicht direkt an einzelnen Unis.

    Es lohnt sich, sich etwas länger mit den jeweiligen Auswahlverfahren der Hochschule zu befassen. Die haben nämlich jeweils ganz verschiedene Kriterien und Tests. Diese werden aber an vielen Unis ständig weiterentwickelt.


    Interessant ist es dann noch sich über Modellstudiengänge zu informieren. Diese haben nicht mehr das klassische Physikum, sondern früher im Studiem mehr Praxisanteile.


    Ansonsten erstmal auf das Abi konzentrieren, je besser das Abi, desto leichter der Zugang zum Studienplatz und desto freier die Entscheidung wie, wann und wo.


    Liebe Grüße :)