(tierrechte) ich muss das einfach irgendwo los werden

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  • Ich möchte solche Dinge am liebsten auch ganz weit von mir wegschieben. Dennoch tue ich es nicht. Ich kann und will meine Augen nicht verschließen. Das Wissen über solche schrecklichen, brutalen Gräueltaten bewirkt, dass ich mit offeneren Augen durch die Welt gehe, oftmals mein Verhalten ändere und schlussendlich, das Leid der Opfer ein winziges Stückchen mittrage. Ich will, dass sie gesehen werden, ich will darauf aufmerksam machen, ich will Menschen unterstützen, die so mutig sind, etwas dagegen zu unternehmen.



    Ihr Raben habt mich schon mehrfach hier auf entsetzliche Dinge aufmerksam gemacht. Teilweise sind sie so furchtbar, dass ich mit niemanden darüber sprechen kann, weil sie so schlimm sind, dass sich meine Freunde, Verwandte und Familie davor schützen müssen. Um so wichtiger ist für mich der Austausch hier im Forum. Auch wenn ich fast nie etwas dazu schreibe, ich lese Euch.



    Deshalb hier an dieser Stelle: Danke Euch allen!

    Es ist Liebe, die Gestalt angenommen hat. Glück, das den Atem nimmt. Zärtlichkeit, für die es keine Worte gibt. Eine kleine Hand, die zurückführt in eine Welt, die man vergessen hat.

  • erstens bringt zumindest mir der austausch darüber schon etwas hinsichtlich meiner handlungsmöglichkeiten. und zweitens sehe ich: ich stehe gar nicht allein da mit meiner fassungslosigkeit. diesen eindruck kann man nämlich im alltag durchaus gewinnen. ich habe das gefühl, dass fast alle leute diese realitäten am liebsten ganz weit weg schieben möchten. kaum einer will darüber sprechen oder schreiben.

    natürlich bist du nicht allein.
    #knuddel



    Was mich manchmal ärgert ist, dass "man" oft nicht sachlich gegen Missstände vorgehen kann.
    Zum Beispiel hatten wir hier in der Stadt neulich einen Zirkus. Das war einer mit Tieren. Mit Elefanten und Seehunden und so.
    Ich wäre gerne hingegangen und hätte mich den zu den Vorstellungszeiten stattfindenden Demonstrationen angeschlossen.
    Aber ich habe ein Kind. Und die Demonstranten trugen teilweise Peta-Plakate bei sich, wo extrem blutrünstige Bilder gequälter Tiere drauf zu sehen waren. Diese Bilder halte ich für Kinder nicht geeignet. Die kriegt man ja nie wieder aus dem Kopf, aus der Seele ...
    Bei einer Demonstration ohne solche Bilder, hätten wir allen Freunden und Bekannten und deren Kindern Bescheid sagen können und dann wäre es sicher eine viel erfolgversprechendere Veranstaltung gegen Tierhaltung im Zirkus geworden.
    Aber nun ... #augen

  • leider sind die sachen auf den plakaten aber auch die realität in genau diesem moment für tiereltern wie kinder.
    ich verstehe deine einwände. aber vielleicht sind genau diese bilder das, was bei deinen kindern ein nachhaltiges umdenken anregt. das haben ja einige hier beschrieben. bei mir war das auch so. es begann sehr sehr früh bei mir. und das ist noch heute da. aber es hat mein verhalten mein ganzes leben lang beeinflusst (und sicher schon sehr vielen tieren das leben gerettet).
    was ich jetzt echt vermeiden möchte ist, wieder das leid des menschen an den bildern in den fokus dieses threads zu rücken.


    ich will wirklich, dass er den tieren gelten soll, dieser thread.

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    schlaue signatur in arbeit

  • Ich finde dieses thread auch wichtig und gut ... aber ich verstehe auch das Beduerfnis nicht hinsehen zu wollen. ICh hab den link ja auch nicht angeklickt, aber ich habe die Dokumentation ueber das Leiden der Baeren in China gesehen und das hat mich damals sehr getroffen. Ich neige dazu solche Dinge zu sehr an mich ranzulassen und muss mich da manchmal auch einfach vor schuetzen. Das hat nichts mit vergessen wollen oder nicht wahrhaben wollen oder ignorieren zu tun, aber es hilft nunmal niemandem, wenn ich ueber solche Bilder in emotional nicht stabile Zustaende gerate.
    Deshalb wuerde ich meine Kinder auch vor solchen direkten Bildern schuetzen wollen. Das muss wirklich nicht sein .. man kann Kinder auch sanft an solche Themen fuehren ohne sie traumatisieren zu muessen. Ich finde es auch besser, wenn meine Kinder sich bewusst dafuer entscheiden z.B. vegetarisch zu leben und nicht dorthin traumatisiert werden.


    Ich sehe auch gar nicht unbedingt den Weg des Veganers oder Vegetariers als den alleinig wahren .. schaetze aber, dass das hier nicht auf Verstaendnis stossen wird. Mir ist es einfach viel lieber, ich kaufe lokale Nahrung, die durchaus auch tierische Produkte beinhaltet .. wo ich genau weiss, wo es her kommt und was dort drin ist und wie die betreffenden Tiere leben .. als mich vegan zu ernaehren und auf Produkte angewiesen bin, die aus Laendern kommen, deren Produktionsbedingungen ich nicht abschaetzen kann. Ich habe z.B. auch mal eine Dokumentation ueber die Produktion von Palmoel auf den Phillipinen (oder war es Indonesien) gesehen, was teils sehr furchtbare Konsequenzen fuer das Leben der ORang Utans hat. Da werden auch z.B. die Muetter, die ihre Kinder vor Waldroderern schuetzen wollen erschossen .. und die Kinder bleiben halt bei den toten Muettern und werden (hoffentlich) von Hilfsorganisationen eingesammelt. Und Palmoel ist in zig veganen Produkten mit drin ...
    Natuerlich konsumieren andere auch solche Produkte .. auch Soja ist in der Hinsicht sehr problematisch .. aber auch das wird natuerlich auch als Tierfutter verwendet.
    Sprich .. der richtige ethische WEg ist so verdammt schwer. Ich finde es immer schade, wenn da vorschnell verurteilt wird. Nicht jeder Nicht-Veganer/Vegetarier ist gedankenlos und kuemmert sich einen Dreck um Tierrechte ... genauso wie ein Nutella-essender Veganer das nicht ist ...
    Oder was mich immer wieder erstaunt .. MEnschen, die aus moralischen Gruenden Vegetarier sind, aber bei Milchprodukten oder Backwaren ueberhaupt nicht auf Herkunft achten. Da geht es doch nur um ihren eigenen Schutz, denn das Tierleid eines Bio-Schlachttier (und damit meine ich echt bio und nicht discounter bio) ist doch deutlich geringer als das der Legehennen in Polen oder der STandard-Milchkuehe ...


    Sorry, wenn das hier so nicht hingehoert ...

  • Ich weiß nicht, das gehört eigentlihc auch nicht hierher, aber irgendwo muss ich das lassen. Bei uns hat vor einigen Tagen jemand eine Katze in Benzin getaucht und angezündet - nachdem er ihr die Krallen gezogen hatte und die Zähne ausgeschlagen. #heul WER TUT SO WAS????

    Immer auf Fettnäpfchensuche...


    Chaosqueen mit Chaosprinzessin ( #female 3/13)

  • dieser mensch muss in einer inneren hölle leben, che. das ist nur leider kein trost. für niemanden. am wenigsten für die opfer.

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    schlaue signatur in arbeit

  • ich verstehe übrigens, dass ihr jetzt gern über veganismus und bio-fleisch reden möchtet. aber da wäre ich euch unglaublich dankbar, wenn wir dafür einen extra thread aufmachen könnten.


    ich möchte mich hier wirklich genau darauf beschränken: die trauer, die empörung, das leid. ja, ist anstrengend, aber diesen ort gibt es sonst nirgends hier. vegan-diskussionsthreads dagegen schon.


    weiter gehts.
    heute ein 6 minuten-film, der zeigt, warum ein veggie-day pro woche zu wenig wäre:


    http://www.filmsforaction.org/…ss/#.UgzsphNiy20.facebook

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    schlaue signatur in arbeit

  • Du bist ganz sicher nicht allein mit Deiner Empörung und Fassungslosigkeit. Allerdings schiebe ich das Thema im Moment auch eher weg. Ich habe eine Weile mit der ALF sympathisiert und auch mit dem Gedanken gespielt, mich dort zu engagieren. Kennt jemand zufällig das Buch "From Dusk Till Dawn" von Keith Mann? Aber dann kamen die Kinder und seither ist das kein Thema mehr. Wer weiß, vielleicht greife ich irgendwann mit 70 oder so zur Skimütze und befreie Tiere aus Versuchslaboren. Das ist nämlich auch richtig widerwärtig, was dort so alles mit Tieren angestellt wird.

    "Guck mal, hier ist ein bisschen Grün für Deine Kaninchen."
    "Mama, die essen nur Blau!"

  • Dieser Thread zeigt mir mal wieder ganz eindrucksvoll die eigene Feigheit auf. Ich kann die links nicht anklicken, mir wird davon einfach schlecht und es schleicht sich der feige Wunsch ein, wenn ich dass nicht sehe, dann gibt es das vielleicht auch nicht...Humbug, ich weiß...und feige. Aber es ist nicht lange her und wir haben zu hause eine reportage über die gallenbären gesehen und selbst meinem mann standen die tränen in den Augen und der ist was Emotionen angeht eher hart gesotten...


    Spenden tun wir seid einigen Jahren für diese Jungs und Mädels:http://www.seashepherd.org/


    Kiwi

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf


    Men det finns sätt att leva och inte bara överleva - Lena Hallengren 2020

  • Ich weiss nicht, Feigheit ist der falsche Begriff. Es ist wie bei einem schrecklichen Autounfall, da schaue ich auch weg, wenn ich vorbeifahren muss und Hilfe vor Ort ist. Ich bin aber dennoch in der Lage, Hilfe zu leisten, wenn notwendig. ( musste ich schon machen, darum weiss ich's)
    Es kommt mir immer ein bisschen vor wie Voyeurismus, da hinzuschauen, wenn ich eh nicht helfen kann.
    Und, um nochmal das Beispiel mit dem Unfall zu bemühen: i h kann mich sehr gut einfühlen in die Umstände, auch ohne schreckliche Details zu sehen.

    Mit vielen lieben Grüßen von Alexy und dem Rest von hier! 8)




    "Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt."
    Erich Fried

  • Ich will da auch keine diskussion draus machen ... ich habe mich nur als nicht-veganer und derzeit auch nicht-vegetarier von dem wurst kommentar etwas angegriffen gefuehlt. Ich konsumiere idR sehr bewusst und achte bei allem sehr darauf wo das nun herkommt .. egal ob tierisches produkt oder nicht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sehr viel mehr ueber all die furchtbaren unarten wie tiere leiden muessen weisss als die meisten menschen. Dennoch und gerade deshalb moechte ich mir manchmal nicht erneut solche bilder und filme antun.


    Aber wie du schon sagtest ... darum soll es hier nicht gehen.

  • Wer weiß, vielleicht greife ich irgendwann mit 70 oder so zur Skimütze und befreie Tiere aus Versuchslaboren. Das ist nämlich auch richtig widerwärtig, was dort so alles mit Tieren angestellt wird.

    Das ist richtig, aber mit Aktionen wie gewaltsamen Tierbefreiungen verdoppelt man das Elend, ohne es zu wollen :(
    Die Labore müssen dann eine neue Versuchsreihe starten, neue "frische" Tiere benutzen, mit denen geht das dann einfach von vorne los.


    Das wirklich Dramatische ist: Wenn man es den Instituten hierzulande durch Demos oder Einbrüche zu schwierig macht, dann ziehe die einfach nur ins Ausland um. Und während es hier noch ein Mindestmaß an Tierschutzgesetzen gibt, sowie einigen Programmen, durch die Versuchstiere nach ihren Testreihen in ein normales Leben vermittelt werden, gibt es all das im Ausland oft nicht.


    Wir müssen hier in Deutschland wirklich den Ball flach halten, sonst endet das für die armen Viecher *richtig* fatal.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • wenn ich sowas lese und drüber nachdenke, komme ich wieder ins Grübeln, ob es Sinn macht, meinen Kindern meine eigene vegetarische Lebensweise "aufzuzwingen" - und wie explizit ich werden "darf", wenn die Beschwerden losgehen, weil es nix mehr vom toten Tier gibt (keine konventionellen Gummibärchen mehr, nix mehr mit Gelatine oder (tierischen) Lecitinen, nix mehr mit "Vollei" in den Zutaten...)


    Ich selbst esse solche Produkte nicht, aber den Kindern dauerhaft alles verwehren...
    ... finde ich einfach schwierig und knabbere an meinem faulen Kompromiss

  • Ich gehöre zu den wegguckern.
    Ich halte es schlichtweg nicht aus, hinzusehen. Die wenigen Dinge, die ich tatsächlich gesehen habe und auch die Berichte wie hier, die mir Kopfkino machen, rauben mir so schon den Schlaf.
    Mein Weg ist also der, zu spenden, vegan zu sein, für Tiere im Umfeld zu sorgen, keine Unterhaltung mit Tieren aufzusuchen.
    Und mir das Recht zu nehmen, nicht alles anzusehen.

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Ich finde den Thread auch gut UND WICHTIG! Noch esse ich Fleisch, habe aber sehr reduziert. Immer öfter ertappe ich mich bei Gedanken wie, "du beißt gerade auf einem Tier herum" oder "an welcher Stelle dieses Stück Fleisch wohl saß, dass ich gerade zerbeiße" :( . Dann schmeckt es mir nicht mehr und ich fühle mich schuldig. Ich alleine wäre sicher schon lange Vegetarierin, aber meine Familie isst sehr gerne Fleisch, besonders Fisch.


    Ganz schlimm finde ich, dass Tiere nicht nur grausam und in Massen zur "Nahrungsgewinnung" dahin gemetzelt werden, sondern die ganzen Scheiße (sorry...) so dermaßen sämtlichen Kapitalmarktregeln unterliegt, dass es subventioniert und bezuschusst wird und Tiere geboren, gequält, geschlachtet, oder aufgrund eines "falschen Geschlechts" (Küken) aussortiert und geschreddert werden. Sie hatten nie die Bestimmung in einer Kühltheke zu landen, sondern ihr Tod diente einfach dazu, jemandem die Tasche voll zu stopfen.
    In Spanien beispielsweise werden Büffelkälber geboren, damit ihre Mütter die Milch für den "wertvollen" Büffelkäse produzieren. Die Kälber nimmt man ihnen weg und entsorgt sie.


    Im Übrigen mache ich keinen Unterschied zwischen Chinesen, die Hunde auf dem Speiseplan haben (Schweizer übrigens auch) und uns, die Kühe und Schweine essen. Für Tierleid muss man nicht ins Ausland schauen, das finden wir auch in Deutschland.


    Meistens schütze ich mich und meine Seele auch durch nicht-klicken solcher Links. Ich bin ein heiterer, lustiger Mensch, aber ich merke, dass ich nach der Konfrontation mit solchen Bildern oft tagelang niedergeschlagen, traurig und sehr depressiv bin. ;(

    Ernest Hemingway — 'So far, about morals, I know only that what is moral is what you feel good after and what is immoral is what you feel bad after.'