Essenssituation zu Hause, Sohn braucht lange zum Essen, was tun?

  • Ich glaube ein nicht wartender Zug würde bei meinem Sohn nicht ziehen. Genauso wenig wie "Wir müssen uns beeilen, sonst kommen wir zu spät zu..."

    Aber der Mähdrescher, der hat gezogen!

  • Hier braucht der Große beim Abendessen so lange. Ich wasche dann halt nebenher ab, 1 m vom Esstisch entfernt, während der Mann den Kleinen ins Bett bringt. Wenn der Große fertig ist, geht er ins Bett und mit etwas Glück schläft der Kleine dann schon und es schaukelt sich nicht ewig hoch (ein gemeinsames Zimmer).


    Drängeln vom Mann führte nur dazu, dass der Große sich nicht satt aß.

  • Ich glaube ein nicht wartender Zug würde bei meinem Sohn nicht ziehen. Genauso wenig wie "Wir müssen uns beeilen, sonst kommen wir zu spät zu..."

    Aber der Mähdrescher, der hat gezogen!

    Ja, aber der Zug fährt zu den heiß geliebten Großeltern #zwinker


    Edit: aber es stimmt, es muss etwas sein was dem Kind wichtig ist.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Obstsalat ()

  • Hm, ich würde nach einer gewissen Zeit mit dem Gesellschaftsspiel anfangen und ihn während des Spielens sein vorbereitetes Brot/Gemüse/Obst zu Ende essen lassen.

    Das funktioniert hier auch nicht, zu große Krümel und Schmiererei. Und das mit 7Jahren, unglaublich....


    Ich danke euch allen erstmal für eure Ideen! #danke

    Und ich schließe mich tulan an, es beruhigt schon mal, das es nicht nur uns so geht.....


    Und ich habe gemerkt, das ich einfach mal mehr an mich denken möchte. Wenn ich die Ruhe nicht habe, sitzen zu bleiben, dann stehe ich auf und mache was in der Nähe. :)

    Im Moment sind ja auch noch Ferien. Besonders spannend wird es morgens wenn die Schule los geht.

    Ich glaube ein nicht wartender Zug würde bei meinem Sohn nicht ziehen. Genauso wenig wie "Wir müssen uns beeilen, sonst kommen wir zu spät zu..."

    Aber der Mähdrescher, der hat gezogen!

    Das ist hier auch so. Ich hab ihm Morgens auch schon eine Uhr gestellt, so nach dem Motto, wenn der Zeiger da ist, dann ist das Essen beendet, dann müssen wir los. Oder die Kinderuhr App, da sieht man wie die Zeit abläuft....

  • Ich weiß nicht, ob euch das hilft, aber bei uns wurde es bei der Mittleren mit Schulbeginn besser. :)


    Hier gibt es in der Grundschule maximal 10 Minuten Pause zum Frühstücken, ab der 2.Klasse zweimal 5 Minuten. Bis zu den Herbstferien kam sie damals motzend und jaulend nach Hause, weil sie kaum etwas vom Frühstück geschafft hat. Zum Ende der 1.Klasse war das kein Problem mehr.

    Vor der Einschulung war die Kugel Eis vorm Aufessen weggeschmolzen. In der 3.Klasse war sie die schnellste "Eisesserin" der Klasse. (Die Lehrer gehen hier regelmäßig mit den Kindern vor den Ferien Eis essen.)


    Unsere Jüngste (7) isst unter Zeitdruck lieber gar nichts und mault dann ewig rum, bis sie merkt, dass sie schlechte Laune hat, weil sie hungrig ist. :wacko:

    Sie fängt morgens und abends einfach 10 Minuten vor uns an. Dann sitzt sie zwar am Ende immer noch 10 Minuten länger da als ihre Geschwister und auch alleine am Tisch, aber das scheint inzwischen okay für sie zu sein. Ich geh dann schonmal duschen und wenn ich fertig bin putzen wir gemeinsam die Zähne.

    Zur Schule nimmt sie einen Quetschie (wiederbefüllbar) mit, weil sie tatsächlich alles andere zeitlich nicht schafft und sich mit Hunger nur schwer konzentrieren kann. #weissnicht

    LG Mullemaus


    (mit m 08/03, w 11/05 und w 07/12)

  • Zur Schule nimmt sie einen Quetschie (wiederbefüllbar) mit, weil sie tatsächlich alles andere zeitlich nicht schafft und sich mit Hunger nur schwer konzentrieren kann. #weissnicht

    Das ist eine gute Idee, das merke ich mir für den Fall dass es bei uns auch so bleibt!

  • Meine ist ja schon in der 6. Klasse, ich kann also eindeutig sagen, dass es mit der Einschulung nur minimal besser geworden ist. Den Satz "meine Güte, das ist ja echt das langsamste Kind, das mir je begegnet ist", höre ich immer wieder in Bezug auf anziehen und essen. Da wartet dann die ganze Klasse auf sie und alle trappeln - aber es nützt nichts. Inzwischen kann sie manchmal schnell machen, aber meist kann sie es nicht - selbst wenn sie will. Und leider führt das dazu, dass sie gelegentlich ohne Frühstück aus dem Haus muss oder in der Schule nichts isst, weil sie es verpennt, sich in den 45 Minuten, in denen Essen ausgegeben wird, was zu holen. Zunächst haben wir morgens versucht, mehr Zeit zu lassen, aber selbst wenn es eine Stunde Puffer gibt (was mich echt schmerzt, weil ich früh aufstehen hasse), hilft das nichts. Dann wird sie nur an anderer Stelle noch langsamer. Also gibt es 20 bis 40 Minuten zum Essen (je nachdem wie schnell sie sich anzieht) und ich und mein Mann bereiten ihr so viel wie möglich vor, so dass sie nur noch löffeln muss. Und wenn sie nicht isst, dann hat sie eine Brotbox, in der immer ein Snack ist. Wenn der alle ist (sie ist dafür verantwortlich, die Dose rauszustellen zum Nachfüllen, wenn der Snack alle ist), dann schnorrt sie sich entweder durch oder bleibt hungrig. Aber bei einer fast 12jährigen fühle ich mich nicht mehr dafür verantwortlich, sie zu füttern. Ich sorge dafür, dass sie essen kann, ob sie das dann tut oder nicht, ist ihre Sache. Das führt außerdem dazu, dass ich entspannter mit dem Thema bin und das ist eine Menge wert.

  • Mal von der anderen Seite:

    Bei uns bin ich es, die ewig zum Essen braucht. Ich kann einfach nicht schneller essen bzw. ich könnte wohl, wenn es unbedingt sein müsste, aber damit ginge es mir nicht gut, und dann würde ich lieber ganz aufs Essen verzichten.

    Und so war es schon immer.

    Meine Mutter war sehr sehr genervt, weil ich für Sachen wie Anziehen und Essen unglaublich viel Zeit brauchte.

    Zuhause, im Kiga, in der Grundschule - überall war ich immer die letzte beim z.B. Umziehen für den Sportunterricht.

    Mein Pausenbrot hab ich evtl. angebissen, wenn ich sehr hungrig war, meist aber gar nicht erst rausgeholt, weil auch die große Pause viel zu kurz war, um es zu essen.

    Meist hab das Brot dann auf dem Nachhauseweg gegessen (da konnte ich mir so viel Zeit lassen, wie ich wollte).


    Inzwischen (ich bin jetzt Mitte 50) kann ich mich sehr schnell an- oder umziehen, meist muss ich hier auf die anderen Familienmitglieder warten, wenn wir gemeinsam los wollen, weil die echt ewig brauchen :D - aber beim Essen hat sich bis heute nichts geändert.

    Ich weiss nicht, warum das so ist, keine Ahnung. Aber egal, was Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und wer noch so alles an mir "rumerzogen" hat, gemacht haben, es hat nichts geändert.

    Außer, dass ich dann im Zweifelsfall gar nichts gegessen habe bzw. wenn die anderen am Tisch ihr Besteck beiseite legten dann auch behauptete, satt zu sein.


    Vielleicht ist es bei deinem Kind ja ähnlich.

  • wir mögen es auch gern gemütlich und ich lege dann oft Wäsche etc.pp. nebenher, da ich viel schneller bin... dabei quatschen wir und hören Musik oder so.

  • Ich finde 1 Stunde für ein nettes gemeinsames Essen mit Plausch ehrlich gesagt gar nicht lange. Mich stressen Schnellesser aber auch und unter Druck esse ich lieber gar nichts als schnell.

    Bei uns darf aktuell jeder aufstehen, wenn er fertig ist, beim Kind (falls es mal länger dauert) bleibt immer einer noch sitzen. Manchmal wird geredet, manchmal liest derjenige der fertig ist einfach was.

    Ich finde es auch manchmal gemütlich, bei einem Essen eine Stunde zusammen zu sitzen, aber nicht 3-4 Mal täglich. Unser 7-Jähriger isst auch sehr langsam, erzählt viel, macht gelegentlich Pausen zum Spielen usw. Wenn ich zu unruhig werde, stehe ich auf und erledige etwas, im Gespräch bleiben können wir trotzdem. Seit einiger Zeit isst der Kleine (teilweise) alleine und schaut sich dabei Playmobil- oder Legokataloge oder irgendwas anderes an.

  • Nostra danke für diese Schilderung, die mich nochmal mehr drauf hinweist, Druck rauszunehmen. Ja, ich denke, das ist ähnlich und sie hat da wenig Einfluss drauf. Inzwischen ist es nicht selten so, dass sie mich fragt, ob sie schonmal mit Essen anfangen darf, wenn der Tisch schon fertig gedeckt ist. Ich finde ja gemeinsames Anfangen toll, aber ich sollte wohl doch noch öfter "ja" sagen. Dann fühlt sie sich auch weniger gedrängt, wenn wir dann aufstehen und hat schon einen Vorsprung.

  • ihr seid ja alle echt enspannt. Mein Kind braucht auch locker ne std. Das macht mich manchmal wahnsinnig. Oft stehe ich nach ner halben std auf und mache die Küche. Manchmal fängt er schon mit der rohkost an während ich noch koche oder er bekommt sie schon in sein Zimmer vorab. Und häufig bin ich einfach genervt weil er nach 20 Minuten noch an der ersten Gabel kaut. Hörbuch und co verdoppelt das ganze von der Zeit. In der Schule isst er kaum weil er es nicht schafft....eine Lösung habe ich nicht

    Trummelbiene startet durch in diesem Jahr!

  • Und falls das auch wer kennt und sich freut damit nicht alleine zu sein: was oben lange braucht zum Reingehen braucht auch unten lange zum Rauskommen. Außer ich rechne damit, dass sie jetzt eh erst mal lange am Klo sitzt und ich schnell ein gekauftes Geschenk verstecken kann oder ähnliches, dann höre ich schon Sekunden später die Klospülung #hammer

  • @ Trummelbiene: ich hab heute morgen wieder gedacht, ich werde wahnsinnig. 1 Stunde zum Essen, dann macht er ganz entspannt im Badezimmer weiter, während mir durch den Kopf geht, was ich eigentlich noch schaffen wollte, bevor ich zur Arbeit fahre. Also haben wir um 11 Uhr doch "schon" das Haus verlassen. #eek

    Ich schaffe es im Moment irgendwie kaum entspannt zu bleiben, obwohl ich was nebenbei mache. #heul

    Und Hörspiel hab ich jetzt auch ausprobiert und verlängert auch die Mahlzeit.

    Also du bist nicht allein. ;)

    Gruß Lina

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Lina.5 ()

  • Stimmt - mir fällt jetzt erst auf, dass meinen Beiträgen etwas fehlt - nämlich dass es mich auch mal sehr wahnsinnig gemacht hat und auch immer wieder mal macht. So entspannt wie ich gerne wäre bin ich leider nicht immer.

    Daher danke an die Erfahrungsberichte von Langsam-Essern! Das hilft mir etwas, ruhig zu bleiben.


    Es ist halt wirklich blöd, wenn dasselbe Kind, dass 1h zum Essen braucht (3x täglich) und ebenso lang (gefühlt) um sich umzuziehen usw. (2x täglich) dann auch noch regelmäßig jammert, dass zu wenig Zeit zum Spielen, Vorlesen, etc ist. Herzaubern kann ich die Zeit leider auch nicht #weissnicht

  • Manchmal fangen so langsam-essende Kinder auch an zu kochen- das lohnt sich dann :-)

    Allerdings ist dann die Küche auch gerne 3 Stunden oder mehr belegt, weil das Pubertier in aller Ruhe kocht oder backt und verzehrt. Daran dürfen wir Oldies dann aber auch teilhaben *lecker*


    Ich bin ein echt geduldiger Mensch, aber ich war auch heilfroh, als die ersten Mahlzeiten in die Betreuung ausgelagert waren. Weil ich sonst auch locker 5 Stunden täglich mit Essensbegleitung beschäftigt war. Ich mein, es war auch schon cool, dass ich meine damals anderthalbjährige locker mit zum Brunchen nehmen konnte und dieses Kind glücklich über viele Stunden mit uns am Tisch saß und geschlemmt hat #super während wir tratschen konnten.


    Inzwischen (so ab 13-14 Jahren) geht auch Turbo-Essen in 10-15vMinuten, zur Not auch im Auto zwischen zwei Terminen. Aber nicht als Dauerzustand.

  • Obstsalat


    Ich lese manchmal schon während des Essens vor. Das hat dann aber mitunter zur Folge, dass es noch länger dauert.


    Es dauert hier einfach auch ewig. Wenn andere Kinder hier sind, ist das oft doof, weil die schon lange fertig sind und dann ganz hibbelig sind und weiterspielen wollen. Meine Kinder sind immer die letzten.


    Es hat auch nix genutzt was nettes hinterher zu machen.


    Auf Klassenfahrten aßen sie so langsam, dass sie jeden Tag küchendienst hatten. Nützte auch nix.


    Und würde vorgeschlagen beim fernsehen zu essen. Nur sobald der Film läuft essen meine Kinder nicht mehr.


    Ich selbst war ein sehr langsamer Esser und wurde erst als junge Mutter schnell, weil ich zwischen stillenden Arbeit nur sehr wenig Zeit hatte.


    Letztendlich ist ja besser langsam zu essen gut zu kauen. Das sättigungsfgefühl setzt dann ein, wenn man voll isst, es wird besser gekaut, mehr Nährstoffe aufgenommen


    Ab und an genieße ich lange ausgedehnte Mahlzeiten sehr. Aber im Alltag ist es sehr zeitraubend.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~