Kämpferischen Frauentag uns allen!

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  • Ich habe gerade nochmal nachgelesen.

    Danke für deine Worte Magorma

    Es sind Fakten. Die Dinge liegen auf dem Tisch.

    Aber das Problem wird auf die einzelne Person abgewälzt.

    Frau hätte sich ja einen anderen Beruf /besseren Arbeitgeber /anderen Mann /anderen Wohnort aussuchen können. Weniger Kinder /die Kinder früher oder später bekommen / mehr betreuen / anders betreuen lassen können

    Und so darf sich jede Frau selbst als Versagerin fühlen, weil sie es nicht geschafft hat, ihr (Berufs-)Leben gleichberechtigt zu führen.

    Und da sind wir bei Teile und Herrsche.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Meine 16- jährige Tochter kommt gerade von einer links- queeren Frauentagsdemo zurück. Ich bin stolz auf sie, auf die Selbstverständlichkeit und Zielstrebigkeit, mit der sie in Gremien oder auf Demos oder in Diskussionen für ihre Werte eintritt und wie sie sich traut, sie selbst zu sein und sich damit zu zeigen, viel selbstverständlicher als ich in ihrem Alter. Ein bisschen bin ich heute auch stolz auf mich, dass ich meinen Töchtern schon deutlich mehr weibliches Selbstbewusstsein und weibliche Kultur, finanzielles auf eigenen Beinen stehen und ein ausgewogeneres Rollenverständnis vorleben kann als meine Mutter das konnte. Jede Frauengeneration scheint mir trotz Gegenwind ein Stückchen weiter voranzukommen und gibt der nächsten eine bessere Ausgangsposition. Es gibt natürlich noch viele strukturelle Ungerechtigkeiten, aber ich bin mittlerweile auch oft durchaus glücklich, als Frau in dieser Welt zu leben. Als ich ein Kind war, wollte ich nämlich lieber zu den Jungs gehören, weil die für mich erkennbar das bessere Los gezogen haben. Ich glaube meine Töchter erleben das schon anders.

  • Genau es braucht noch 138 Jahre um den gender pay gap auszugleichen….

    Weiter so… aber hey.. da wird’s uns auf die art und weise gar nicht mehr geben… von daher beschäftigen wir uns weiter mit dem schimpfen auf die böse Gesellschaft

    Voll triefender Sarkasmus off

    Ich finde es sehr spannend - seit über 12 Jahren führe ich diese Diskussion hier,,, waren es am Anfang noch die… wir entscheiden das individuelle, meine Kinder brauchen mich Argumente, ist es jetzt die böse Gesellschaft.

    Auf die Idee, dass frau… kommt immer irgendwie niemand… aber hey.. DIE sind da draußen und machen.

    Leider haben wir einen so riesigen backlash. Die Einstellung von annielu’s Tochter begegnet mir wenig,

    Und ins real life da gehe ich jetzt auch wieder hin.

    Grübelt vor sich hin… ich sollte es von nun an lassen in solchen strängen zu schreiben.

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Ich kenne gestandene Frauen in Vollzeiterwerbsarbeit, z.T. mit, z.T. ohne Partner, mit Kindern, die in Vollzeitbetreuung groß werden oder groß geworden sind. An Manchen hing die Carearbeit im Wesentlichen alleine, bei anderen wird es sich aufgeteilt.

    Was mir an der ganzen Geschichte mit der Gleichberechtigung immer ein bisschen fehlt: die Frau ist schwanger, gebärt das Kind, das ist körperlich voll anstrengend und trägt irreversible körperliche Veränderungen nach sich. "Schwangerschaft ist keine Krankheit" - nein. Aber auch nicht nichts.

    Stillen (oder abpumpen) kann nur die Frau. Egal wie, das kostet sie Zeit und Energie.

    Gut, immerhin gibt es Mutterschutz und das Recht auf Abpumppausen. Kindkranktage. Coronakindkranktage. Elternzeit. Für beide Eltern.

    Aber das stört. Cool ist das, wenn Männer das nehmen, die werden hier auf Arbeit auch gefeiert. Bei Frauen nervt das, weil man anders planen und reagieren muss. Es stört. Am Besten sollen sie wegbleiben (also konkret auf Arbeit), bis sie wieder funktionieren. Aber sie sollen schon auch Arbeiten. Vollzeit. Mit funktionierenden Kindern, die nie krank sind (also gesamtgesellschaftlich). Und vor allem nachdem der Mann sich getrennt hat ("Da ist der Gesetzgeber streng." - O-Ton Familienrichterin im Scheidungsverfahren. Im Alltag alleine mit 3 Kindern.)

    Also ja, ich hab nach den Geburten jeweils 2,5, 1 und 3 Jahre nicht gearbeitet. Selbst entschieden aus Notwendigkeit. Danach Vollzeit und zweimal Teilzeit.

    Weil es ob verheiratet oder nicht rückblickend keine andere Bindungsperson gab. Jetzt kann der andere Elternteil fröhlich weiter die Kinder drangsalieren und ihnen Druck und Angst machen, weil Umgang so wichtig ist. Ohne natürlich irgendeine Form von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Die Folgeprobleme (Stress, Ängste, Kranheitsanfälligkeit) bearbeite ich im Alltag zusätzlich zur Vollzeiterwerbstätigkeit. Nicht. Ich mache freiwillig zu meinem Privatvergnügen nur einen Teilzeitjob. Falle da aber zu viel aus (Kindkranktage und selbst angesteckt). Deshalb und wegen meiner "fordernden familiären Verpflichtungen" kann ich da nix und werde auch für nix vorgesehen, was vergleichbare Kolleginnen (es gibt kaum Kollegen) an Aufgabengebieten bekommen, so die Wahrnehmung der Chefetage. Obwohl ich den familiären Verpflichtungen durch Teilzeit begegne (was sowieso schon überhaupt für die wenigsten AEs möglich ist , mir ist das bewusst).

    Ich würde mir wünschen, dass es normal ist, dass Kinder in Kitas dauernd krank sind. Und das automatisch im Beruf berücksichtigt wird, ohne Schuldzuschiebungen.

    Dass es normal ist, dass Elternschaft der Frau mehr abverlangt. Dass dieses "mehr" ganz automatisch im Berufsleben mit berücksichtigt wird. So schwer ist es auch wieder nicht, dafür Modelle zu entwickeln.

    Und dass Carearbeit gewürdigt und fair verteilt wird, so dass individuell von mir aus nach Vorliebe aufgeteilt werden kann, aber nicht durch äußere Zwänge.

  • Meine Welt: Mit meinem Beruf als Erzieherin kann ich alleinerziehend keine Familie versorgen. Das habe ich leider nicht bedacht bei der Berufswahl. Also sollten Frauen, die Kinder wollen einfach nicht in Carejobs gehen.

    Zitat eines mir bekannten Jungen 18 Jahre … ne Erzieher werde ich nicht, da verdiene ich zu wenig

    Das könnt ihr ja jetzt gerne an eure Kinder weitergeben… Aufgenommen auf bei der Berufswahl und der Parnterwahl…

    Ja, aufgrund des geringen Verdienstes sollten Frauen nicht mehr in den Erzieherberuf gehen! Und in andere Carejobs auch nicht.

    Genau deswegen steigen Frauen aus dem Job aus, weil es irgendwann reicht immer wieder zu hören, selbst schuld. Aber wer braucht schon Erzieherinnen... Das macht mich echt sauer, die ganzen systemrelevanten schlecht bezahlten oder unter schwierigen Bedingungen Arbeitenden sollten sich also lieber andere Jobs suchen? Und ja, natürlich gebe ich allen jungen Menschen um mich genau das mit auf den Weg, damit sie nicht so ahnungslos in ihre Berufswahl gehen.

  • Der Film ist ganz wundervoll, unbedingte Empfehlung den rest auch noch anzuschauen!

  • ich bin nicht claraluna, aber ich verstehe diesen Rat immer zynisch bis fatalistisch.

    Das geht immer alles in die Richtung "Wärst Du mal lieber einfach keine Frau geworden."

    Wähle keinen Beruf, der Dir Spaß macht sondern einen, der viel Geld bringt, damit Du Dir Kinder leisten kannst, falls Du welche willst. Aber bekomm am Besten gar keine. Im Zweifelsfall lies Regretting Motherhood Interviews.

  • Also ja, ich hab nach den Geburten jeweils 2,5, 1 und 3 Jahre nicht gearbeitet. Selbst entschieden aus Notwendigkeit. Danach Vollzeit und zweimal Teilzeit.

    Weil es ob verheiratet oder nicht rückblickend keine andere Bindungsperson gab. Jetzt kann der andere Elternteil fröhlich weiter die Kinder drangsalieren und ihnen Druck und Angst machen, weil Umgang so wichtig ist. Ohne natürlich irgendeine Form von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Die Folgeprobleme (Stress, Ängste, Kranheitsanfälligkeit) bearbeite ich im Alltag zusätzlich zur Vollzeiterwerbstätigkeit. Nicht. Ich mache freiwillig zu meinem Privatvergnügen nur einen Teilzeitjob. Falle da aber zu viel aus (Kindkranktage und selbst angesteckt). Deshalb und wegen meiner "fordernden familiären Verpflichtungen" kann ich da nix und werde auch für nix vorgesehen, was vergleichbare Kolleginnen (es gibt kaum Kollegen) an Aufgabengebieten bekommen, so die Wahrnehmung der Chefetage. Obwohl ich den familiären Verpflichtungen durch Teilzeit begegne (was sowieso schon überhaupt für die wenigsten AEs möglich ist , mir ist das bewusst).

    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    JA GENAU SO.


    das problem ist, dass immer von falschen voraussetzungen ausgegangen wird.

    frauen und männer sind NICHT gleichermaßen "eltern", nicht im ansatz. männer einzurechnen ist immer ein problem für frauen, weil letztere die letzte instanz sind und auf goodwill der ersteren angewiesen. gleichzeitig sorgt mehr einbindung aber nicht für mehr beitrag, sondern erst mal für mehr _ansprüche_. das funktioniert hinten und vorne nicht! die forderungen müssen dahin gehen, dass frauen _unabhängig_ von männern jedweder art würdig leben und teilhaben können!


    und claraluna ja, man muss ans ganze ran und es gibt kein richtiges leben im falschen. das heißt aber nicht, dass aufklärung und bildung und information für die individuelle frau fehlinvestiert sind. man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen, aber niemand darf die individuellen möglichkeiten überschätzen. jede einzelne frau kann natürlich

    -> sich über das rentensystem informieren, über gehälter und arbeitsbedingungen in berufen, darüber, wie sich die lebenshaltungskosten für eine familie zusammensetzen (ist ja mehr als miete und essen). früh recherchieren, wie sie diese erkenntnisse

    -> sich einen kostenplan anfertigen: das ist mein mindeststandard/der meiner kinder = da darf ICH mit MEINEM einkommen niemals drunter rutschen

    -> sich bewusst machen, dass der traum von liebe, familie und "team", den wir schon von kleinst auf mit dem großen löffel verabreicht bekommen, sehr oft eine romantische illusion ist und in die sackgasse führt.


    sinn- und zwecklos erachte ich den ansatz, mehr care-arbeit an männer "abzugeben" bzw. sie in eine "pflicht" zu nehmen, die für sie nicht existiert.

    lg patrick

  • In meinem Arbeitsumfeld sehe ich wie Frauen systematisch benachteiligt sind, wenn sie Kinder haben.

    Wohnungsvergabe. Ziel der Vermieter: möglichst hohes Einkommen, möglichst wenig Aufwand und Lärm.

    Daher sitzen in den 2-3 Zimmer Wohnungen fast nur Single Männer (oft geschieden/getrennt). Diese erwirtschaften für sich alleine !! das 2-3 fache des Einkommens, das eine Alleinerziehende mit 1 oder 2 Kindern zur Verfügung hat.

    Daher gehen Alleinerziehende quasi immer leer aus auf dem privaten Wohnungsmarkt und haben keine Chance.

    Mann gönnt sich ein Arbeitszimmer oder Abstellzimmer (ist finanziell ja locker drin) und die Alleinerziehende schläft im Wohnzimmer auf der Couch und die Kinder teilen sich ein Zimmer. Das ist die Realität, die ich jeden Tag sehe.

  • Und diese Männer wollen an ihrer Situation nichts ändern, sich nicht binden und nicht helfen. Sie sind über alle Maße privilegiert und das soll bitte so bleiben. Und sie haben Zeit und Geld überall ihre Meinung kund zu tun und überall die Finger drin zu haben.

    Wir sind von Gerechtigkeit und Gleichheit noch sehr, sehr weit entfernt.

  • Ich finde es auch keine sinnvolle Lösung, wenn niemand mehr Erzieher:in wird, in die Pflege geht oder einen anderen wirklich notwendigen Beruf ergreift, der nur schlecht bezahlt wird.

    Wobei, genau genommen wäre das schon die Lösung. Dann würde nämlich einfach alles zusammen brechen.

    Und dann nehmen wir die Kinder, bringen sie unseren Männern zu ihrer Arbeitsstelle, damit wir in Ruhe unserer Arbeit nachgehen können.

    #cool

    It all started with the big BANG!

    (Big Bang Theory)

  • Und diese Männer wollen an ihrer Situation nichts ändern, sich nicht binden und nicht helfen. Sie sind über alle Maße privilegiert und das soll bitte so bleiben. Und sie haben Zeit und Geld überall ihre Meinung kund zu tun und überall die Finger drin zu haben.

    Wir sind von Gerechtigkeit und Gleichheit noch sehr, sehr weit entfernt.

    absolut.

    sie _wollen_ nicht.

    ich empfehle immer wieder zawn villines großartige, sensationelle analysen zum thema care-arbeit und ungerechtigkeit - in dem bereich ist es genau so. sie bringt es hervorragend auf den punkt.


    und man kann nie erwarten, dass jemand anders einem die privilegien gibt, die man gern hätte, und sich damit quasi selbst beschränkt.

    man muss zugreifen. und wir frauen sind ja nicht die minderheit, sondern 52% der menschheit und könnten durchaus bei entsprechendem vorgehen die welt komplett selbst gestalten. leider liegen wir in den starken fesseln der sozialisation, die wir über jahrtausende erfahren haben.

    lg patrick

  • Ja, aber die selbstschädigende weibliche Sozialisation (=für alle anderen mehr sorgen als für sich selbst) wächst aber auch von Generation zu Generation mehr raus ist meine Beobachtung.

  • Wenn ich sehe, wie viele Frauen auch hier im Forum noch von ihren Männern abhängig sind, gibt es noch viel zu kämpfen. Wobei ich schon beobachten musste, dass Frauen zurück an den Herd teilweise wieder sehr in wird.

  • @annielu ja, weil sie sich heute nicht mehr rentiert. Früher warst Du mit Ehe abgesichert und danach Witwenrente bis zum eigenen Tod.

    Mit den ganzen Trennungen und Scheidungen zieht das Alles nicht mehr. Da kann frau gucken wo sie bleibt, wenn sie Care Arbeit der Erwerbsarbeit vorzieht.