Und was sagt man da?...völliges SLP

  • #banane Trin! Trin! Trin! #banane Sorry OT!


    Wir haben ein Elternpaar in unserm Piklerkurs, das abwechselnd mit dem ca. 1,5 Jahre alten Sohn dort ist und die fordern dass bei jedem Kinkerlitzchen.
    Da gibts teilweise richtig peinliche Situationen. Irgendwann habe ich den Vater mal gebeten, jetzt damit aufzuhören, als der wirklich seinen Sohn fest hielt, nachdem er, wie alle Kinder aus dem Kurs, beim Abschiedsimbiss eine Dinkelstange aus unserm Döschen genommen hatte. Er wollte ihn echt erst weiter gehen lassen, wenn er sich bedankt habe.
    Und da habe ich dann gesagt: "Lass ihn ruhig! Ich mags lieber, wenn sie es auch so meinen!" Und später dachte ich mir dann, dass der Kleine jetzt wahrscheinlich noch eingetrichtert kriegt, dabei auch noch glücklich zu gucken oder so ;( .


    Er ist übrigens auch der Einzige, der sich Dinge von den anderen Kindern einfach nimmt. Vermutlich, weil seine Eltern ihm auch die Sachen wieder weg nehmen, wenn er nicht Danke gesagt hat! :stupid:


    LG, Katinki


    mit J. (3/2008) und G. (1/2011)



    2.321 Beiträge!

  • #banane Trin! Trin! Trin! #banane Sorry OT!


    Wir haben ein Elternpaar in unserm Piklerkurs, das abwechselnd mit dem ca. 1,5 Jahre alten Sohn dort ist und die fordern dass bei jedem Kinkerlitzchen.
    Da gibts teilweise richtig peinliche Situationen. Irgendwann habe ich den Vater mal gebeten, jetzt damit aufzuhören, als der wirklich seinen Sohn fest hielt, nachdem er, wie alle Kinder aus dem Kurs, beim Abschiedsimbiss eine Dinkelstange aus unserm Döschen genommen hatte. Er wollte ihn echt erst weiter gehen lassen, wenn er sich bedankt habe.
    Und da habe ich dann gesagt: "Lass ihn ruhig! Ich mags lieber, wenn sie es auch so meinen!" Und später dachte ich mir dann, dass der Kleine jetzt wahrscheinlich noch eingetrichtert kriegt, dabei auch noch glücklich zu gucken oder so ;( .


    Er ist übrigens auch der Einzige, der sich Dinge von den anderen Kindern einfach nimmt. Vermutlich, weil seine Eltern ihm auch die Sachen wieder weg nehmen, wenn er nicht Danke gesagt hat! :stupid:
    LG, Katinki


    Ohje wie traurig. Wär's dann nicht evtl. auch mal an der Pikler-Leiterin, was zu sagen...dass 1,5 jährige das noch nicht können müssen bzw. können können ;( widerspricht ja schließlich komplett dem Pikler-Konzept, oder?


    Wir hatten eine Mutter beim Pekip, die ihre 6monatige Tochter immer an beiden Händen festgehalten und hingestellt hat, um mit ihr "Laufen" zu üben. Wenn Sie dabei halt noch entsprechend ungelenk war, hieß es:"siehst Du, Du bist slber Schuld, wenn das noch nicht klappt, musst Dich halt mal bisschen anstrengen!" #schäm Sie hat sowieso permanent in so nem Ton mit ihr geredet.


    Da hat jmd. auch mal fallen lassen, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man dran zieht...

  • "Möchten" ist doch eine flektierte Form von "Mögen", warum ist "magst du" denn dann falsch? *rosinenzähl*


    Weil mögen und "möchten" zwei Paar Stiefel sind. Anlässlich deiner Nachfrage hab ich nochmal gegoogelt, wir hatten eine ähnliche Diskussion schon mal im alten Forum, und ich wollt wissen,ob ich mich jetzt sprachgefühlstechnisch total verrenne. Tu ich aber nicht ;) Wenn ich etwas mag, dann mag ich es oder nicht. ""Magst du ins Kino gehen?" ist also eigentlich nicht die Frage, ob das Kind nun ins Kino möchte (!), sondern ob es Kino mag. Quasi ähnlich bedeutend mit "magst du Kino", bzw. "magst du "ins-kino-gehen"?" Es wird also nicht gefragt, ob das Kind ins Kino will/möchte, sondern ob es das mag, das "ins-Kino-gehen".


    "Magst du danke sagen" ist für mich ini meinem Sprachgefühl das gleiche - nicht die Frage, ob das Kind sich grade bedanken möchte,, sondern ob es das mag, das Danke-sagen. "mag" sagt für mich, dass man etwas mag im Sinne von gern hat. "möchte" sagt für mich, ob man das will.


    Ich bin mir auch recht sicher, dass das zwar regional unterschiedlich angewandt wird, aber grammatikalisch korrekt *korinthenausscheidend* eben doch "möchte" heißt.

  • Wie ich darüber denke, habe ich ja im Nichterziehungs-Thread ausführlich erläutert. ;)


    Wir waren letztes Jahr beim Freund vom Großen (damals gerade 3 Jahre alt) zum Nikolaus eingeladen. Der Opa des Freundes spielt jedes Jahr voller Leidenschaft den Nikolaus (oder diesen Bischof, was auch immer), komplett mit Verkleidung usw. Er hatte dann also seinen großen Sack und für jedes Kind ein kleines Beutelchen mit Süßkram und Obst dabei. Als der Freund von Sohnemann sich sein Geschenk abholte, fragte der Opa "Und, wie heißt das?". Ich schon so 8I geguckt und abgewartet. Als dann Sohnemann dran kam, wurde er als einziges Kind nicht nach dem "Zauberwort" gefragt, wird wohl an seiner Sprachverzögerung liegen, dass es von ihm keiner erwartet. Wie auch immer, vor wenigen Wochen kam ja unser drittes Kind auf die Welt und besagter Opa begegnete mir letzte Woche im Kindergarten. Er kam auf mich zu und fragte "Ist das das kleine L.chen?". Ich bejahte, wir wechselten noch ein paar Worte und das war's. Und ich dachte die ganze Zeit, eigentlich müsste ich sagen "Wie sagt man da?", denn ich finde, er hätte ruhig mal gratulieren können.


    Will damit sagen, dass Erwachsene mitunter von Kindern einfordern, was sie selbst nicht bringen. Dann doch lieber Mund halten und vorleben. #pfeif

    "Guck mal, hier ist ein bisschen Grün für Deine Kaninchen."
    "Mama, die essen nur Blau!"


  • Weil mögen und "möchten" zwei Paar Stiefel sind. Anlässlich deiner Nachfrage hab ich nochmal gegoogelt, wir hatten eine ähnliche Diskussion schon mal im alten Forum, und ich wollt wissen,ob ich mich jetzt sprachgefühlstechnisch total verrenne. Tu ich aber nicht ;) Wenn ich etwas mag, dann mag ich es oder nicht. ""Magst du ins Kino gehen?" ist also eigentlich nicht die Frage, ob das Kind nun ins Kino möchte (!), sondern ob es Kino mag. Quasi ähnlich bedeutend mit "magst du Kino", bzw. "magst du "ins-kino-gehen"?" Es wird also nicht gefragt, ob das Kind ins Kino will/möchte, sondern ob es das mag, das "ins-Kino-gehen".


    "Magst du danke sagen" ist für mich ini meinem Sprachgefühl das gleiche - nicht die Frage, ob das Kind sich grade bedanken möchte,, sondern ob es das mag, das Danke-sagen. "mag" sagt für mich, dass man etwas mag im Sinne von gern hat. "möchte" sagt für mich, ob man das will.


    Ich bin mir auch recht sicher, dass das zwar regional unterschiedlich angewandt wird, aber grammatikalisch korrekt *korinthenausscheidend* eben doch "möchte" heißt.


    Gut erklärt! #danke

    mache Pause - bin im Flohmarkt erreichbar! :)

  • Meine Mutter steht so auf dieses dressierter-Hund-Ding....


    Mach mal dies, sag mal jenes, wie sagt man.


    Für-chter-lich!


    Mein Kleiner bedankt sich richtig haeufig, wenn auch nicht immer dann, wenn mans gerade erwartet.


    "Dante Mama, du mein Ohr sauba gemacht hast!" oO


    Oder


    "Dantesssön du Nudeln gekocht hast".


    Neuerdings verwechselt er bitte und danke.
    Hab mich schon gefragt, ob er bei "Bitte" als Antwort auf sein "Danke" dachte, ich würde ihn verbessern?


    Jedenfalls kommt jetzt recht oft "bittessssön Mama!" wenn ich ihm was gebe :)


    Bei Geschenken ist er einfach noch so hin und weg, da denkt er nur noch habenanguckenwasistdasistesfürmich?
    Und nicht
    "Oma sähe am Liebsten eine kleine Verbeugung, würde gern ein "danke, wie wunderbar" hören und einen Kuss bekommen".



    (in eine ähnliche Kategorie fällt für mich genötigtes Entschuldigen.
    Da schrie mich neulich eine Mutter auf dem Spielplatz an, ob sich mein Sohn
    nicht wenigstens entschuldigen müsse, noch bevor ich das Geschehen mit ihm
    besprechen konnte.
    Ich probiere immer erst, zu klären was war, dann die Empathie anzukurbeln/zu fördern und wenn ich denke, schlecht wäre es schon nicht, frage ich, ob er sich entschuldigen möchte.
    Manchmal sagt er "ja"
    Und manchmal "du", dann gehen wir zusammen und ich spreche für ihn.



    In DEM Fall haben wir das allerdings gelassen oO)

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • ach soulfire, is das schoen zu lesen, dass es noch andere gibt,
    denen die hutschnur hochgeht, wenn oma und opa versuchen,
    "anstaendige " menschen aus ihren enkeln zu machen,
    indem sie ihnen diese bitte/ danke/ entschuldigungsfloskeln eintrichtern!!


    leider hat ihr verhalten bei meinem sohn schon abgefaerbt...:-((
    letztens hatte er ein paar suessigkeiten und ich hab ihn gefragt, ob er seinem cousin ein paar davon abgeben moechte.
    da meinte er doch glatt " ja, aber nur wenn er bitte sagt" ... grmpfffff....
    super... ich hab ihn dann gesagt, dass das erpressung ist,
    und lauter augenroller von meinen eltern kassiert.


    aber dieser thraed hat mich jetzt wieder etwas ermutigt,
    doch nochmal nachzuhaken und einzulenken, wenn meine eltern versuchen,
    meine kinder in dieser richtung zu erziehen.


    hab mir auch schon etwas zurechtgelegt, wenn dieses " wie sagt man da" kommt.
    ich sage ihnen, sie sollen doch etwas persoenlicher werden und folgendes sagen:
    " ich will/ moechte, dass du dich bei mir bedankst , wenn ich dir etwas gebe/schenke"
    ich glaub, das kommt einem viel schwerer ueber die lippen, weil halt persoenlich,
    aber es waere auch sehr viel ehrlicher dem kind gegenueber.
    oder: " ich moechte, dass du mich bittest, wenn ich dir etwas geben soll"
    oder: " ich moechte, dass du dich bei mir entschuldigst, auch wenn du es garnicht so meinst".


    mal schaun, ob sie sich darauf einlassen...


    lg


    nele


    Für die einen ist das Glas halbleer,
    für die anderen ist es halbvoll,
    und ich freu mich schon, wenn überhaupt etwas drin ist !!
    :D

  • Nele, das Problem ist: sie wollen recht wahrscheinlich, dass er sich entschuldigt UND dass es ihm leid tut :)


    Bei meinen Eltern kommt hinzu, dass sie keine Ahnung haben, was man wann theoretisch überhaupt erwarten kann.
    Dass Hauen einem Hund weh tut musste er beispielsweise mit 15 Monaten wissen, nur ICH würde das immer anders sehen.

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Warum ist es so wichtig sich zu bedanken? Ich verstehe da die Sichtweise nicht, denn der/die Schenker/in schenkt ja um jemandem eine Freude zu machen und nicht um ein "Danke" zu erhalten. Wenn ich etwas schenke, dann von Herzen, ich erwarte und möchte kein Danke, sondern Freude bei der beschenkten Person auslösen.


    Oft ist es aber gerade bei Kindern so, dass sie sich eher "innerlich" freuen, weil zu schüchtern. Eigentlich ist das Danke-Sagen eine Konvention, die zurückhaltenden Menschen entgegenkommt, weil sie dem Schenkenden signalisiert, die Geste/Absicht ist angekommen, ohne zuviel von dem Beschenkten abzuverlangen (z.B. ein großes Strahlen)


    Und ehrlich: Ich finde, man kann sich nicht zuviel bedanken. Und wenn ich mich hundertmal lächerlich mache, mir ist das wichtig, denn ich gebe damit Freude zurück.


    Ich finde es im Übrigen übertrieben, wie sich das hier im Thread entwickelt. Aber ich hab es früher, als die Kinder kleiner waren, auch heftigst abgelehnt.


    Inzwischen sehe ich es so: Der Ton macht die Musik. Eine kleine Erinnerung ist ok, solange man nicht beschämend wird oder sonstwie Druck ausübt.

  • Naja, ich bin da eben eher "unerzogen" und finde dieses "bedankt werden wollen" einfach mühsam. Und von Kindern solche Dinge zu erwarten finde ich noch viel mühsamer.

  • Man erwartet ja nicht, dass sie es schon drin haben. Aber man sollte sich doch auch nicht völlig danebn vorkommen müssen, wenn man das bei seinen Kindern mit freundlicher Erinnerung bestärken will.


    Es geht ja nicht mal darum, dass es andere Eltern auch so machen müssen. Es geht ja eher darum, dass es hier teilweise als "No go" hingestellt wird (wohlgemerkt: Hier hat ja keiner geschrieben, dass er/sie seine Kinder unter Androhung von Konsequenzen dazu zwingen würde, danke oder Entschuldigung zu sagen).


    edit wg. Grammatik

  • meine eltern empfinde ich zwar nicht als streng - aber der bitte-danke-drill muss unglaublich wirksam gewesen sein.
    eine sehr gute langjährige freundin hat mir mal gedroht, sie geht mir an die gurgel, wenn ich noch mal mit "ja,bitte!" oder "nein,danke!" auf ein angebot von ihr antworte - und nein, ich kann das beim besten willen nicht abstellen! #hammer


    bei meinen kindern versuche ich das nicht zu machen (und es ist mir noch kaum ein "man sagt danke" udgl. entschlüpft). aber ich bedanke mich an ihrer stelle - eigentlich immer! weil sich der gebende dann auch freut, und die kinder ein gutes beispiel haben.
    oder wir sagen gemeinsam danke (zb oma) wenn das geschenk ausgepackt, beschnuppert, bespielt, anprobiert und beim kind "angekommen" ist. v.a. dann wenn der schenkende sich wirklich mühe gemacht hat, das passende zu finden.

  • ich erinnere meist auch, auf nette Weise denke ich. Allerdings nicht mit "was sagt man da?" , ich will ja kein Rätselraten machen :D


    vorleben alleine reichte bisher nicht, auch wenn ich mich eigentlich oft bedanke.


    Genau wie mit "nett fragen" - mein Söhnchen würde nie auf die Idee kommen, mich zu fragen, ob ich ihm (bitte) noch Milch hole.
    Er sagt stattdessen :"Mama noch mehr Milch holen!"


    Dabei frage ich bei sowas wirklich IMMER auf höfliche Weise, er kriegt es also sicher mit. Also habe ich mir vor kurzem überlegt, dass ich ihm nett sage, wie er das stattdessen formulieren kann. Ungefähr so:"Mama, kannst du mir (bitte) noch Milch holen?" Ich verstehe, dass er noch relativ klein ist (dreieinhalb Jahre alt), aber mittlerweile fühlt es sich für mich einfach nicht mehr "gut" und angenehm an, so aufgefordert zu werden Sachen zu holen. Er kann auch nett drum bitten, finde ich jedenfalls. Darauf reagiere ich einfach viel lieber und fühle mich besser, nicht so als Dienstbote.


    Ich wüsste auch nicht, wann man am besten damit anfängt, falls er nie von sich aus aus Nachahmung damit beginnen würde... irgendwann muss er ja bestimmte Rede-weisen draufhaben, damit er später nicht unangenehm auffällt wegen akuter Unhöflichkeit #augen




    Aber ich finde es interessant, verschiedene Sichtweisen zu hören!
    Das ist immer das Tolle an diesem Forum :)


    Ich denke auf jeden Fall nochmal drüber nach und werde meinen Sohn vielleicht noch etwas zurückhaltender drum bitten, sich zu bedanken...
    (obwohl ich es in jedem Fall schön finde, wenn man sich bedankt wenn man etwas bekommt worüber man sich freut! :) Wenn ich weiß, es gefällt meinem Sohn gar nicht so sehr lasse ich ihn sowieso und bedanke mich für ihn ;) )


    Meine Mutter hat bei uns früher, selbst wenn wir uns bedankt hatten! und es ein großes oder teures Geschenk war gedrängt, uns ÜBERSCHWÄNGLICH zu bedanken! Also lächelnd 'danke' sagen und schluss hat ihr nicht gereicht, das musste dann schon ausführlicher sein...
    das war mir immer sehr unangenehm!
    Als ich älter wurde war mir auch die leise Aufforderung, mich zu bedanken unangenehm. So klein-machend... Da ich es dann meistens auch schon gemacht hatte oder es noch vorhatte.... oder es grad so schlecht reinpasste (große, trubelige Feier o.ä.)

  • Weil ich den Satz aus meiner Kindheit auch nicht mag, habe ich mir angewöhnt, mein Kind mitfreuend zu fragen "Na, freust du dich?" Jedenfalls wenn ich weiß/sehe, dass es sich freut. ;)


    Dadurch wird mein Kind meist angestupst, von selbst "Danke" zu sagen und wenn nicht, dann wechselt der Schenkende die evtl. Erwartungshaltung des wörtlich ausbleibenden "Danke" hinüber zum Wahrnehmen der sichtbaren Freude. (Geht der Satz nicht auch noch komplizierter? #gruebel) Ich habe jedenfalls nicht erlebt, dass sich danach noch jemand beschwert hat, dass mein Kind das Zauberwort noch nicht gesagt hat.


    Letztlich bleibt damit zwar das spießige Erinnern irgendwie erhalten, aber gänzlich übergehen mag ich es auch nicht, dass ein Schenkender irgendeine Form der Rückmeldung erhält oder zumindest wahrnimmt.


    Wir sind damit sehr gut gefahren und die Kinder artikulieren ihre Freude mittlerweile auch schon oft von selbst (jedenfalls der Größere).


    Denn letztlich geht es doch nur ums Artikulieren der Freude, oder?

    LG von Sosh - dem weiblichen Viertel unserer Familie #yoga

  • Ich finde die Floskel "Wie sagt man da?" absolut respektlos und von oben herab, mir ist sowas ähnliches aber auch schon raus gerutscht. Wenn jemand zu mir sowas sagen würde, wäre ich echt sauer.


    Das ist das, woran ich mich erinnern kann, als ich Kind war. Nur war ich nicht nur sauer, sondern eher traurig. Ich weiß, dass ich mich jedes Mal geschämt habe, wenn ich darauf hingewiesen wurde, mich bedanken zu müssen. Ich habe mir deshalb schon jetzt vorgenommen, diesen Satz nicht zu sagen. Habe aber auch keine Idee, wie ich es anders tun kann. Außer mich eben im Namen meiner Tochter zu bedanken. Hier geht dann allerdings das Gedankenspiel los "Der andere hält mein Kind evtl. für unfreundlich und erwartet ein Danke von ihm...." :S

  • Ich habe mir deshalb schon jetzt vorgenommen, diesen Satz nicht zu sagen. Habe aber auch keine Idee, wie ich es anders tun kann.


    Seaside, wir haben zeitgleich gepostet und ich finde unsere Lösung einen guten Kompromiss.

    LG von Sosh - dem weiblichen Viertel unserer Familie #yoga

  • Als die Kinder noch kleiner waren, habe ich mich immer an Stelle der Kinder bedankt.


    Mittlerweile frage ich sie, ob sie "Danke" sagen möchten -
    (Also ich frag nicht: "Und, wie sagt man?" - sondern "Möchtest Du Dich für das-und-das bedanken?") - manchmal tun sie es, manchmal sind sie auch zu schüchtern.
    Dann bedanke ich mich an ihrer Stelle.
    Und manchmal bedanken Sie sich auch tatsächlich von selbst.


    Meine Tochter hat mal einen Knüller gebracht, da war sie knapp 3 - und wir haben eine Spielfreundin von ihr besucht.
    Töchterchen hat ihr so eine Mini-Tüte Gummibärchen mitgebracht.
    Die Spielfreundin nimmt die Tüte Gummibärchen entgegen.
    Und Spielfreundins Mama (übrigens eine Mutter, die immer ausgesprochen freundlich, respektvoll und geduldig mit ihren Kindern redet... finde ich eigentlich jedes Mal, wenn ich es irgendwo miterlebe, sie hat einfach eine sehr, sehr freundliche, warmherzige Ausstrahlung) -auf jeden Fall fragt Spielfreundins Mama ihre Tochter:
    "Und, wie heißt das?" (Sicherlich in Erwartung eines DANKE)
    Und mein Töchterchen: "Gummibärchen." :D


    Ich konnte nicht anders, ich hab losgeprustet.

  • Ich finde es übrigens aus Sicht der Schenkenden ziemlich irritierend, wenn sich gar niemand für ein Geschenk bedankt, mit dem man sich sehr viel Mühe gemacht hat. Wir haben Freunde die begeisterte Waldorf-Anhänger sind und wenn wir dort eingeladen sind und den Kindern was schenken das verbunden mit viel Recherche ausgewählt wurde (alles Öko, keine konkurrierenden Spiele, etc.), hat sich noch nie jemand dafür bedankt, obwohl das Geschenk nach erstmaliger Skepsis irgendwann begeistert angenommen wurde. Auch wenn mich freut, dass die Sachen immer gefallen haben, fühle ich mich dadurch immer etwas vor den Kopf gestoßen, denn ich finde ein kleines Dankeschön, oder auch nur sowas in der Art, könnte wenigstens in Vertretung von den Eltern kommen. Ich jedenfalls freue mich, wenn jemand sich die Mühe gemacht hat, ein Geschenkt für mich oder mein Kind auszuwählen und finde es nicht abwegig, das zum Ausdruck zu bringen.

    Was machen Sie? Nichts. Ich lasse das Leben auf mich regnen.
    Rahel Varnhagen

  • Sosh, Deine Lösung ist irgendwie auch ganz schön. Eine Möglichkeit, wenn man das andere ablehnt.


    Ich hab es aber früher auch nie als Von-oben-herab von meinen Eltern betrachtet. Ich denke, sie haben es hingekriegt, dass es nicht so rüberkam.


    Andererseits muss ich auch zugeben, dass ich es als Schenkender gar nicht so mag, wenn ich sehe, dass Kinder nochmal angehalten werden zu danken (jedenfalls bei kleinen Kindern), je nachdem, wie das abläuft eben. Das gibt mir persönlich gerade mal wieder zu denken.


    Oft lässt man den Kinder einfach nicht genügend Zeit, das Geschenk zu betrachten oder der Zeitpunkt ist eben gerade so, dass das Geschenk nicht so gewürdigt wird/werden kann. Da ist ein Danke von den Eltern für mich völllig ausreichend.

  • Ich wurde als Kind - im Gegensatz zu vielen hier offensichtlich - selten dazu aufgefordert mich zu bedanken...


    Was dazu geführt hat, dass ich es als Kind nicht so richtig gelernt habe. Das automatisierte Danken, das natürlich eine Konvention ist, aber wie ich finde, doch eine, die dem Zusammentreffen eine angenehme Note gibt. Später - als Jugendliche dann fiel es mir zunehmend schwerer, mich zu bedanken, weil ich immer sehr unsicher war, wie ich es richtig machen sollte. Ich habe mich darauf zurückbesonnen, dass man mir ja auch meine Freude über irgendwas ansehen könnte.


    Naja. Mit Anfang zwanzig hat mir eine mir sehr wichtige Person gesagt, sie finde, ich solle mich öfter bedanken - ich sei zwar sehr nett, aber das sei so unhöflich, dass ich nie was sagen würde, wenn es angebracht sei, mich zu bedanken.


    Wow, da war ich natürlich sehr verletzt. Aber die Person war mir sehr sehr wichtig, also nicths mit Kontakt abbrechen und meiner weiterhin danke-armen Wege gehen.
    Ich musste also als Erwachsene selbst lernen, die richtige Balance zu finden. Und fand das nicht immer einfach.


    Deswegen versuche ich jetzt schon, meiner Tochter nahe zu bringen sich zu bedanken. Ich versuche den "man"-Satz zu vermeiden (bestimmt ist mir das nicht immer gelungen...) und bedanke mich auch für sie, wenn sie es nicht rausbringt. Aber ich halte dieses automatisierte Danke auch für einen Weg, seine Freude über etwas zu kanalisieren und in Worte zu fassen. Naja, und dazu kommt zugegebermaßen, dass ich Konventionen nicht unbedingt für was Schlechtes halte. Die Übereinkunft, sich für GEschenke zu bedanken, erleichtert in meinen Augen das soziale Miteinander, weil es Wertschätzung für das GEschenkte ausdrückt. Pantufi hat gut dargestellt, was passiert, wenn man diese Konvention auch als Erwachsener ganz ignoriert...