Ausgelaugt und am Ende

  • Ihr lieben Langzeitstillerinnen, ich brauche Euren Rat/Eure Erfahrungen.

    Ich bin so ratlos. Zweites Kind genauso lang gestillt wie das erste, mittlerweile 27 Monate. Ich möchte noch nicht abstillen, der Kleine auch nicht. Nachts geht es inzwischen bis zum Morgengrauen ohne die Brust (Juhu!), aber von morgens bis abends mindestens 3, gerne 4 oder 5 Mal. Ich habe nur noch sehr wenig Milch.

    Wovon ich seit über neun Monaten ganz viel habe: Ständige Infekte, Bronchitis, Erkältung, Grippe, you name it. Ich fühle mich total ausgelaugt. Der alte Hausarzt verschrieb ständig Antibiotika, nun habe ich den Arzt gewechselt und die neue Ärztin meinte, ich solle 1) abstillen und 2) eine Aufbaukur machen (Vitamine und Spurenelemente).

    Meine Frage: Wem von Euch ging es auch so und was hat euch - außer abstillen - geholfen? Wenn gar nix hilft, klar, dann muss ich wohl schweren Herzens abstillen. Aber ich dachte, ich frag mal vorher Euch weise Frauen um Rat.

    PS: Leider wohnen wir weit weg von jeglichem familiären Beistand, und die paar Leute, die ich kennengelernt hab seit dem Umzug, haben keine Lust oder Zeit, mir die Kinder mal abzunehmen... ich bin also 24/7 im Einsatz, Mann arbeitet viel, Babysitter leisten wir uns nur selten, Putzfrau gar nicht.

    Vielen Dank schon mal für Eure Erfahrungen.

  • Hmm. Ich denke, eine Aufbaukur geht auch ohne abzustillen , oder?

    Ich persönlich habe das Gefühl , dass uns hier orthomol immun super über den Winter gebracht hat , zum dritten Mal . Leider teuer. Als meine Babys waren, habe ich dieses Aufbaupulver genommen ... war das Stadelmann? Bildete mir ein, es half.

    Bei mir lief es mit dem Stillen umgekehrt : einschlafen und aufwachen. Tagsüber habe ich es gecancelt, das mochte ich nicht mehr.

    Über den Winter auch durchgehend Vitamin D bringt hier auch was. B 12 brauchst du auch ausreichend. Ernährst du dich gut ?

    Alles Gute, omega

  • Hi Omega, ja, die Kur geht auch mit weiter stillen, hab ich doof geschrieben.

    Ja, ernähre mich so gut es geht bio und kaum Fertigprodukte etc., einzige Droge ist der Kaffee... ohne den geht es gar nicht, bin sonst ständig müde und Kreislauf im Eimer.

    Vigantol öl nehm ich nun auch weiter, habe großes Blutbild machen lassen vor zwei Wochen - und ganz tolle Werte.. dachte und hoffte, darüber ein Defizit sehen zu können - aber alles total im grünen Bereich, egal ob hb oder Ferritin oder Schilddrüse etc. Alles tipp topp... das Stadelmann Pulver hatte ich nach der Geburt und dann auch den Folgewinter aber hatte leider keinen Erfolg gemerkt.

    Dieses Orthomol - hattest du diese Trinkfläschchen im Einsatz? Oder ist da eh überall das gleiche drin?

    Lieben Dank.

  • Ähm, laugt Dich das Stillen aus oder eher der ganze Rest? Wäre der ganze Rest anstrengender ohne Stillen als mit Stillen? Und wenn ja, wäre das anstrengender als das Stillen selber?


    Ich sag mir immer: Zeit zum Abstillen ist dann wenn ich mir lieber das Gekreische anhöre als zu Stillen.


    Vitaminkram kannst Du auch beim Stillen nehmen.


    Ist halt anstelrengend mit so kleinen #blume

  • Hi Frau Mahlzahn, ja, so sehe ich das auch mit dem Gebrüll versus abstillen ... mein Problem ist, dass ich in 9 Monaten ganze 3 Mal eine beginnende Lungenentzündung hatte und mein Immunsystem im Eimer zu sein scheint... ich stille sehr gerne und JA, der ganze Rest kostet mich so viel Kraft und Ja, wir lassen schon ganz viel liegen, leben in Wäschebergen etc. Nach dem letzten k.o. Infekt musste eine Haushaltshilfe kommen, weil ich nicht mehr aus dem Bett hoch kam. Ich bin sonst echt hart im nehmen ... ich merke nur, dass ich mit meinem latein am ende bin :-(

  • Ich wäre in so einer Situation eher vorsichtig mit abstillen. Keine Brust nachts muss nicht bedeuten dass du dann nicht was anderweitig bieten musst #angst. Das könnte u,U, noch auslaugender sein. Ich kenne diese Nächte wo man..... #sauer, aber eventuell ist das immer noch besser als aufstehen zu müssen. Vielleicht kannst Du ja ein wenig Abstände verlängern und so? Laugt es Dich wirklich aus oder sind es die anderen Dinge?


    Mir hilft Hühnerbrühe immer gut, wenn Du an gute Rinderknochen kommst auch eine Rinderbrühe. Alles was nährt und wenig Verdauungsarbeit braucht.

    Schlafen wann immer sich die Gelegenheit bietet und frische Luft.

    Nur eines nimm von dem, was ich erfahren:
    Wer du auch seist, nur eines – sei es ganz!
    (mascha kaleko)

  • Vermutest Du, eher wegen des Stillens so ausgelaugt zu sein oder aufgrund der übrigen Belastungen? Hat evtl. gerade eines Deiner Kinder seinen ersten Winter in der Kita verbracht und ständig "Seuchen" von dort nach Hause geschleppt?

  • Hi, die große ist im Waldkindergarten schon das 2. Jahr .. aber - ja - wir waren diesen Winter - wie verhext - alle ab Oktober ständig krank, mal reihum, mal im Wechsel, mal alle gleichzeitig. Nur ich komm irgendwie trotz Sommer und Sonne seit Wochen nicht mehr auf die Beine. Der Rest der Familie ist wieder fit...

    In den letzten Tagen kamen mir halt diverse Leute mit "hast du mal an abstillen gedacht", auch eine liebe Freundin, die Hebamme und LZS-Verfechterin ist...

    Mir geht's eher darum zu hören, was ihr "genommen" habt :) (wie zB der Orthoimmun Tipp) oder ob es einfach wirklich eine Frage von "abwarten, bis der kleine mit 3 auch morgens im Kindi ist" und ich schlafen kann/joggen gehen/endlich mal Zeit für mich haben kann...ich weiß, es ist echt anstrengend mit den Kleinen, ich war nur "früher" ein gesundes Stehaufmännchen und seit der Geburt des Sohnemannes bin ich recht neben der Spur.

  • Ich hatte von orthomol so kleine Tüten mit Pulver zum Auflösen. Schmeckte wie Multisaft. Dann hatte ich gleichzeitig ein Glas getrunken 😇. Das schmeckt voll okay, nicht eklig nach Vitamin B🙄. Warum das hilft und anderes nicht-k.A..

    Gruß omega.

  • wenns ums nur ums "nehmen" geht, bitte sehr meine Liste wenns ums aufpäppeln geht:

    - brühe.

    - Congee. Zum Frühstück, als andere Mahlzeit. ist pur etwas fad, kann aber prima gepeppt werden deshalb mit allem was Dein Herz begehrt.

    - Bei grippalen Infektanzeichen nehme ich SOFORT Gelomyrthol und wenns im Hals kratzt diese Thymian Lutschpastillen, da vergesse ich den Namen immer.... pastillen ist wichtig, die sind lecker und helfen.

    - und dann habe ich einen Diffusor den ich mit entsprechenden ätherischen Ölen füttere, wenn alle kränkeln (oder einer) mit einer keimtötenden Mischung. Da gibt es einige, wenn Du magst schicke ich Dir meine Quelle, kann man aber auch gut im Netz finden.

    Nur eines nimm von dem, was ich erfahren:
    Wer du auch seist, nur eines – sei es ganz!
    (mascha kaleko)

  • Ich nehme auch Ortho*mol und bilde mir ein, dass es mir hilft, gesund zu bleiben. (Notiz für mich: Stadelmann aufbrauchen, das Aufbaupulver habe ich auch noch...).


    Von der Stillberaterin habe ich letztens (wegen Erschöpfung), den Tipp bekommen, auf gute Fette zu achten: Nüsse, Avocado, gute Öle. Sie meinte, dass das Drumherum das Anstrengende ist, weniger das Stillen.

  • Es gibt ein Buch über chinesische „Kraftsuppen“, da sind auch tolle Rezepte drin zur Stärkung. Mir fehlte bloß meist die Zeit zum Kochen 😂. Das Prinzip war , alles durch laaaanges Kochen mit Energie anzureichern. Prinzip Brühe , nur unterschiedlichste Sachen drin.

    Gruß omega.

  • mir hilft:


    viel frisches gemüse und obst essen

    in der früh porridge oder congee

    ausreichend zeit nehmen für eine warme mahlzeit

    viel schlafen und für mich wichtig: in der nacht durchschlafen

    spazieren gehen an der frischen luft

    sauna (das hab ich aber erst nach abstillen gemacht. ich glaube, während ich gestillt habe, wären meine brüste bei der hitze ausgelaufen und das wäre mir unangenehm gewesen)

    ruhe

    arbeiten auslagern

    entstressen

    gute sozialkontakte

    #rose  

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.

    Equality is not about making women more like men, but about creating an environment where both sexes can have equal choices and fully participate in social, work and family life.



    Věra Jourová

  • Ich habe 4 Kinder lange gestillt, ich halte das für eine Phase.

    Ich hatte auch so kranke Phasen, trotz gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und halbwegs Zeit für mich. Trotzdem hatte ich MD, Lungententzündung, Hand-Mund-Fuß usw.

    Und dann gab es Phasen mit kranken Kindern, wenig Schlaf, Chips, Schokolade und Alkohol, und ich war fit.


    Ich konnte nie ganz ergründen, woran es lag.


    Es gibt nur 2 Sachen, auf die ich es schiebe, dass wir übers Jahr gesünder geworden sind:

    1) Wir fahren seit 3 Jahren an die Nordsee, Ferienwohnung wirklich hinterm Deich und dann 3 Wochen lang nahezu täglich am Wasser aufhalten

    2) Die Kinder werden älter, in der Schule gibt es etwas mehr Abstand zwischen den Kindern, nicht mehr jeder Infekt wird nach Hause getragen



    Gute Besserung und gute Nerven!

  • Hi, die große ist im Waldkindergarten schon das 2. Jahr .. aber - ja - wir waren diesen Winter - wie verhext - alle ab Oktober ständig krank, mal reihum, mal im Wechsel, mal alle gleichzeitig. Nur ich komm irgendwie trotz Sommer und Sonne seit Wochen nicht mehr auf die Beine. Der Rest der Familie ist wieder fit...

    Habe leider keine Tipps, aber ich sende dir ganz liebe solidarische Grüße (und hoffe, dass hier vielleicht die Erhellung kommt ;)).


    Meine Große ist auch im 2. Kigajahr, seit Oktober 2016 sind wir alle reihum krank, höchstens mal 1 - 2 Wochen Ruhe dazwischen und im Sommer war von Juli bis September 2017 mal Pause. Aktuell sind wir wieder alle vier dick erkältet, ich bin seit fünf Wochen nicht richtig gesund, tippe aber inzwischen auf (zusätzlich zu den ganzen Infekten) Heuschnupfen, das will ich nächste Woche testen lassen.


    Vor den Kindern (und insbesondere Schwangerschaft Nr. 2) war ich max. zwei, drei Tage im Jahr erkältet. Ich bin seit 5 Jahren schwanger und/oder stillend und habe auch manchmal gefragt, ob mich das auslaugt. Aber eigentlich glaube ich das nicht so recht. Eher, dass es durchaus immer noch viel mit dem Kiga zu tun hat. Meine Tochter bekam im ersten Jahr oft AB, dieses Jahr ist sie schon weniger krank, aber trotzdem schleppt sie noch einiges an und jetzt teilweise auch der Kleine, er kommt halt mit in die Einrichtung, zum Kinderturnen etc. Und was mich wirklich auslaugt sind die Krankheitsphasen selbst, man kommt einfach auf keinen grünen Zweig so. Ständig von Neuem Sorgen, viele viele Arzttermine, keine Zeit mehr für sich selbst, langsames Wieder-fit-werden wird unterbrochen vom nächsten Infekt... und selbst in unserem "Erholungsurlaub" waren wir alle krank, es war fürchterlich anstrengend. Viele Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems/Abhärtung kann man erst gar nicht durchführen, wenn man dauerkrank ist. Ich denke inzwischen das ist ein kleiner Teufelskreis, und irgendwann werden wir da wieder rauskommen. In der Zwischenzeit den Ball möglichst flach halten und als Prio Nr. 1 versuchen zu möglichst viel Schlaf zu kommen.


    In meiner Verzweiflung war ich vor drei Monaten bei einer Nährstoffberaterin, seitdem nehme ich diverse Vitamine (B - Komplex, C, D), Selen, Zink, Eisen, Fischöl, Darmpräparate u.a. Keine Ahnung, wie lange ich das noch durchhalte, bisher ist keinerlei Wirkung erkennbar. Vom Stillen wurde da nicht viel geredet, sie meinte halt, dass durch Stress und Infekte viele Nährstoffe flöten gehen...

    LG, Yolotzin :)


    Each circumstance is a gift, and in each experience is hidden a treasure.
    (Neale D. Walsh)

  • In der Zwischenzeit den Ball möglichst flach halten und als Prio Nr. 1 versuchen zu möglichst viel Schlaf zu kommen.

    Liebe Yolotzin,

    jawohl - das hilft mir. Einfach zu wissen, dass ich nicht die einzige bin :) das tut gut. Und ja - ich bemühe mich, den Ball flach zu halten, es ist so schwer... aber ich geb mir große Mühe. Ich mache auch schon grad so eine Aufbaukur mit allen möglichen Spurenelementen, Fischöl, Vitaminen etc. ... und hoffe jeden Tag wieder, dass es aufwärts geht.

    Vielen Dank Euch allen für die guten Tipps und den Austausch. Das blödeste für mich (seit leider drei Jahren) ist der Umzug von Berlin in ein Kaff in BW - und damit der Wegfall des Netzwerkes und das total krasse unterschätzen der Mentalität hier.

    Eine echte Tasse Tee/Kaffee mit Gleichgesinnten ist glaub ich auch Nervennahrung und gibt Kraft .. und daran mangelt es mir leider schon so lange.. habe alles probiert und inzwischen aufgegeben. Bin dankbar für Wald und Feld und Wiesen (Haupt-Umzugs-Grund) und genieße alles Positive, den Rest ...#banane

    Guts Nächtle an alle da draußen und nochmal riesiges DANKE für Euren Input. Gefühlt geht's mir schon besser. Bin sehr dankbar fürs Forum.

    <3

  • Liebe Jmom,


    so kaputt war ich auch mal... Deine beiden Kinder müssten einen ähnlichen Altersabstand haben wie meine. Ich habe gern gestillt und gern gesehen, dass meine Kinder sich abstillten, als es ihnen passte, aber die Erschöpfung hatte bei mir nicht viel mit dem Stillen zu tun. Es war schlicht die Dauerbeanspruchung und die fast komplett alleinige Zuständigkeit, die mich so fertig machten.

    Ich schreibe das, weil alles besser wurde, als der Kleine mit zweieinhalb im Kindergarten eingewöhnt wurde. Ich hatte endlich wieder jeden Wochentag drei frei verplanbare Stunden ohne Kinder. Ab dann kam ich wieder auf die Beine.

    Hast Du einen Kitaplatz für das Jüngere ab Ende der Sommerferien?


    Gute Besserung!

    Silbermöwe

    Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

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  • Magst du genauer sagen, wo du wohnst?

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Denk auch mal über eine Mutter-Kind-Kur nach. Einfach nur um aus der ganz krassen Erschöpfung raus zu kommen

    Evtl. Ist es jetzt noch zu früh. Du hast ja nichts von der Kur, wenn sich das kleine Kind nicht betreuen lässt. Aber behalt es perspektivisch im Auge.

  • Ich bin seit acht (bzw. neun) Jahren ohne Unterbrechung (bzw. 2,5 Monaten nach der FG vor dem Großen) immer stillend oder schwanger und erfahrungsgemäß werden vermutlich noch mindestens 1-2 Jahre dazu kommen. Ich finde das Drumrum viel auslaugender als das Stillen und fand „Zeit für mich“ echt elementar. Diese Zeit war bei mir recht früh Arbeiten, während mein Msnn das jeweilige Baby hatte. Es war also noch nicht mal echtes Ausruhen, sondern „nur“ mal NICHT zuständig sein, mal selbst bestimmt sein.


    Trotzdem hatten wir so ne Dauerkrankheitsphase als der Mittlere noch ganz frisch war (da hat aufgrund des Neugeborenen natürlich auch niemand vom Abstillen gesprochen), das ging bis ich angefangen habe zu arbeiten, das war halt auch einer der ersten richtigen Kiga-Winter.

    Als ich mit dem Kleinen schwanger war, hatte ich dann wieder so ne Phase (teilweise noch mit dem Mann abgewechselt, aber zum Glück fast ohne Kinderbeteiligung). In der Schwangerschaft war ich insgesamt über sechs Wochen krank (verteilt und ohne den Urlaub über Weihnachten, den ich eigentlich auch krank war). Vor den Kindern war ich quasi nie krank (da hatte ich in den über vier Jahren arbeiten nur einmal eine Woche ne AU wegen einer kleinen Ohr-OP.

    Wenn dein Mann unter der Woche viel arbeitet, geht es vielleicht am WE, dass er beide Kinder schnappt und nen Ausflug macht, Freunde oder Verwandte besucht oder so. Und du erholst dich zuhause. Nicht putzen, nicht waschen oder kochen. Einfach ausruhen. Es ist echt anstrengend mit kleinen Kindern, ohne Unterstützung unter der Woche noch mehr!!


    Je nachdem wo in BW du wohnst, hab ich auch noch Tipps für Ausflüge für deinen Mann.