Austausch MIH/Kreidezähne/Zahnschmelzdefekte

  • Puh, der letzte Zahnarzttermin hat meine Befürchtungen leider bewahrheitet: die ersten bleibenden Zähnen meines Großen haben MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation). Die Milchzähne hatten nie was, deswegen hat mich das auch so aus den Socken gehauen. Nun denn, ich bin mal losgezogen und habe neben dem elmex-Gelee auf Rezept auch noch eine flouridierte Mundspülung gekauft. Toothmouse haben wir schon zuhause, darauf bin ich damals dank euch Raben gekommen. Xylit haben wir sowieso zuhause, da werde ich auch mal nach xylithaltigen Zahnpflegekaugummis gucken.

    Ich erinnere mich zudem noch an Tipps wie die Weidebutter und alles, was Vit-D.-reich ist, aus dem Karies heilen-Buch, was hier auch empfohlen wurde. Göttin sei Dank ist mein Großer nicht allzu erpicht auf Süßigkeiten, er zieht herzhafte Speisen deutlich vor.


    Dennoch würde ich mich gerne mit anderen Betroffenen austauschen, wie es euch so geht (...die Schuldgefühle -.- ), was ihr so macht, wie die anderen bleibenden Zähne rausgekommen sind usw.

    Momentan steht der Thread noch im relativ öffentlichen Gesundheits-Unterforum, falls gewünscht, kann ich ihn gerne in geschütztere Bereiche verschieben.

  • Mein drittes Kind hat an einem Schneidezahn MIH. Er ist noch am Anfang des Zahnwechsels, weswegen es sein kann, dass noch mehr Zähne betroffen sind. Aktiv machen wir aktuell aber nichts, außer das Putzen intensiv zu begleiten und das Gelee aufzutragen. Unser Zahnarzt, der unsere ganze Familie betreut, hat bisher auch nichts weiteres angeraten.


    Ich bin gespannt, ob die Ursachen irgendwann explizit benannt werden können. Dann ist ja wahrscheinlich auch die Behandlung zielführender möglich? Schuldgefühle habe ich nicht, denn beim Putzen waren wir immer hinterher und selbst wenn es eine Erkrankung von mir in der Schwangerschaft oder ein Umstand der Geburt sein sollten, hätte ich da ja nichts initiiert. Worüber machst du dir dahingehend Gedanken? #liebdrück

  • Mein Sohn hat es an den Backenzähnen. Ich konnte die „komischen Beläge“ nicht wegputzen und bin deswegen zur Zahnärztin. Sie hat die Diagnose gestellt und Elmex Gelee verschrieben mit besonderer Begründung (wird erst ab 6 Jahren von der KK übernommen, Kind war gerade so 5).
    Trotz gründlichster Zahnhygiene und tapferen Ertragens des scharf schmeckendes Elmex Gelees einmal die Woche war ein Backenzahn beim nächsten Zahnarztbesuch massiv kariös und kurz vor „muss gezogen werden“.
    Wir waren sehr frustriert darüber, aber hilft ja nichts.

    Die Zahnarztintervalle sind jetzt auf alle 4 Monate runtergesetzt und ich putze weiterhin täglich nach mit elektrischer Zahnbürste, Kind jetzt fast 8 Jahre alt. Dazu natürlich einmal die Woche Elmex Gelee, mittlerweile auch beim jüngeren Bruder. Ernährung haben wir nicht geändert, die ist in meinen Augen normal.

    Schuldgefühle habe ich nicht mehr, die Ursache ist ja nicht klar. Die Kinder schimpfen über das Gelee, ertragen es aber.

  • Meine jüngste hat das auch, auf den hinteren Backenzähnen und auch auf den Vorderzähnen, das Milchgebiss war tadellos, und die neuen Zähne sind es auch, - bis auf die Verfärbungen eben. Alle halben Jahre macht die Zahnärztin so nen Flourid-Lack drauf, ansonsten machen wir nichts, ausser normal Zähne putzen. Das Kind isst auch durchaus Süssigkeiten.

    Ich habe keine Schuldgefühle deshalb, warum sollte ich?

    Die Zahnärztin sagte mir, dass sie das in den letzten Jahren häufiger sehen, früher kam soetwas kaum vor, und dass vermutet wird, dass es von Umweltgiften kommt, aber sicher weiss man das noch nicht.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • mein Sohn hat es auch.. die Backenzähne sind stark betroffen...die Schneidezähne wenig.


    Als erstes wurde uns eine Zusatzversicherung ans Herz gelegt.

    Wenn es weiter so zerbröckelt, werden die Zähne verkront oder ggf im Rahmen einer Sprangenbehandlung die defekten Zähne gezogen und gegen die Weisheitszähne "getauscht"

    Mein Sohn ist jetzt 12 Jahre..

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • paulina Hm, über die Zahnversicherung denke ich gerade auch nach. Mal recherchieren, ob sich das lohnen würde.


    Die Schuldgefühle habe ich, weil wir diese Vitamin-D-Tabletten über die ersten beiden Lebensjahre alles andere als regelmäßig gegeben haben. Es hieß, die seien auch für den Aufbau der Zahnkeimlinge unheimlich wichtig. Dass Schuldgefühle irrational sind und zudem wenig hilfreich, das weiß ich. Dennoch hätte ich das gerne verhindert.

    Die Studienlage zu den Ursachen ist ja sehr fuzzy, ich erhoffe mir da in Zukunft auch bessere Erkenntnisse.

    Danke für eure Beiträge, ihr klingt sehr routiniert.

  • Die Schuldgefühle habe ich, weil wir diese Vitamin-D-Tabletten über die ersten beiden Lebensjahre alles andere als regelmäßig gegeben haben.

    Also, ich war bei diesem Kind total hinterher, mit dem Vit D, ganz im Gegensatz zu den beiden Älteren. Glaub nicht, dass das was genutzt hätte.
    Die beiden Grossen, die kein Vit D bekommen haben, haben keinen Schmelzdefekt. :)

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Ich setze mich zu euch dazu. Mein Jüngster hat 2 Backenmilchzähne mit MIH. Beide Zähne sind spät gekommen und waren direkt auffällig gelb verfärbt. Ein Zahn ist bereits mit Füllung versorgt, der zweite musste noch nicht.

    Ausser vierteljährliche Zahnarztbesuche machen wir aktuell nichts besonders.


    (Aber ich mache mir Gedanken bzgl. Auslöser: im 5. Monat schwanger habe ich eigentlich unnötig mit speziellen Desinfektionsmittel gearbeitet, und dies wohl etwa der Zeitraum der Anlage dieser beiden Zähne war....)

  • Mein Großer hat es an zwei Milchzähnen und bisher an einem bleibenden. Der Zahnarzt vermutet, dass es an den Asthma-Medikamenten der Kleinkindzeit lag, ich habe die Stillhütchen (Weichmacher) im Verdacht. Vitamin D haben wir konsequent gegeben, Flouridtabletten nicht.


    Schuldgefühle habe ich nicht, aber ich schäme mich, wenn Leute auf den braungelben Eckzahn gucken, weil es ungepflegt aussieht, obwohl er gut putzt und alle 3 Monate zur Zahnreinigung geht. Für Außenstehende sieht es aus, als ließe ich ihn mit unbehandeltem Karies rumlaufen.

  • Zahnschmelzdefekte können ein Anzeichen für Zöliakie sein.

    Bitte einfach auf der Liste im Hinterkopf behalten, falls noch andere Anzeichen dazu kommen (weinerliche Stimmung, Eisenmangel, Antriebslosigkeit/Energiemangel und natürlich die verscheidendsten Bauchsymptome, wobei die deutlich seltener sind als allgemein angenommen).

  • Bei meiner großen Tochter wurde die Diagnose erst in der Grundschule diagnostiziert. Der Zahnarzt davor hat nur gesagt, dass die Zahnfarbe anders ist, sonst alles okay. Mir sagte die nachfolgende Zahnärztin, dass die Kinder wohl unterschiedlich stark betroffen sein können. Bei meiner Tochter ist es wohl sehr mild. Sie hatte jetzt mit fast 13 Jahren keine Probleme mit den Zähnen, alles tadellos bis auf die Verfärbung.

    Schuldgefühle habe ich nicht. Mir wurden Umweltgifte als mögliche Ursache genannt.

    Ich habe in der Schwangerschaft keine Medikamente genommen, habe die D-Flouretten immer regelmäßig gegeben, habe und Stillhütchen habe ich nicht verwendet.

    Die Ursache würde mich aber sehr interessieren.

  • Ich muss mich hier leider auch dazusetzen mit Kind klein.... Wir putzen zu ihrer Unfreude nun auch elektrisch, sie ist erst drei, hab schon Angst, wie die bleibenden Zähne aussehen, wenn schon die Milchzähne so betroffen sind.

  • Ich habe kein Kind mit dem Problem, aber neulich lief eine Pur+ Sendung zum Thema „Plastik im Körper“. Da wurde eben dieses Plastik bzw die Weichmacher aus dem Plastik, die von zB Plastik-verpackten Lebensmitteln in den Körper übergehen, als wahrscheinlichster Grund für Kreidezähne genannt. Die Quelle ist jetzt vielleicht nicht die wissenschaftlichste, aber ich wollte euch das nicht vorenthalten. Ich fand das Thema spannend.

  • Meine mittlere Tochter ist auch betroffen. Ich hatte es befürchtet, heute kam die Diagnose. Hier sind es vorrangig die Backenzähne (Milchzähne), aber auch bleibende Schneidezähne.


    Schuldgefühle habe ich sehr, auch wenn es nichts hilft. Sie hat aus Flaschen getrunken, aber ich meine, damals extra diese genommen zu haben, die angeblich kein BPA enthalten. Aber wer weiß. Alles andere war eher gewöhnlich - bis auf eine sehr heftige Dosis Antibiotika nach einem Blinddarmdurchbruch.


    Das wirklich vorrangige Gefühl in diesem Moment ist Verzweiflung. Und Fragen über Fragen.


    Was bedeutet das jetzt für meine Tochter? Wird sie von jetzt an trotz guter Zahnpflege immer hässliche Zähne haben? Wird sie schmerzhafte Behandlungen über sich ergehen lassen müssen? Wird sie gesundheitlich Folgeschäden davon tragen? (Irgendwie gibt es doch einen Zusammenhang zwischen Zahn- und bestimmten organischen Erkrankungen?)


    Warum wird dieses Symptom eigentlich nicht erforscht, wenn es doch so häufig auftritt?


    Kann ich jetzt überhaupt irgendwas tun, außer Geld zu sparen für all die Behandlungen, die da kommen könnten?


    Was genau bedeutet die oben erwähnte Zusatzversicherung? Meiner Erfahrung nach schließen Versicherungen ja gerade dann _keine_ Verträge mehr ab, wenn ersichtlich ist, dass sie in Anspruch genommen werden könnten.


    (Erfahrung bezieht sich allerdings auf schwer krankes Frühchen. Da wurde die Versicherung ganz klar und deutlich mit der Begründung abgelehnt, dass das Kind ja krank ist.)

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    There is no foot too small, that it cannot leave an imprint on this world.

  • Oh man Metterschling - ich glaube mir ging es fast so wie dir, als ich den Thread eröffnet hab.

    Ich drück dich erstmal und mag dir eine große Portion Zuversicht geben.


    Bei uns sind wohl auch beide Einser Schneidezähne oben betroffen.

    Ich finde den Wikipediaartikel recht aufschlussreich dazu, habe aber auch noch ein paar andere Fachartikel dazu gelesen. Das ist immer meine Erste-Hilfe-Strategie. Bei schlimmen Dingen will ich erstmal lesen und verstehen, das macht es ein wenig weniger bedrohlich. (Es gibt zB drei Schweregrade, wir sind wohl so im fast Zweierbereich mit den unteren Schneidezähnen. Kann man dennoch was tun, um es aufzuhalten)

    Ich war auch anfangs echt geschockt und hatte große Schuldgefühle. Jetzt geht es mir da schon besser (Danke @all für die lieben Beiträge!!), ich sehe halt zu, viel für die Zähne zu tun.

    Wir putzen jetzt fast nur noch mit der Schallzahnbürste, ich habe auf Anraten meiner Zahnärztin nun Zahncreme mit Fluoridanteil im Erwachsenenbereich (also 1450ppm statt der altersüblichen 1000ppm). Zusätzlich gibt es einmal pro Woche elmex Gelee und alle zwei Tage Toothmousse. Nach jedem Putzen spült er mit einer Fluoridspülung für Kinder. Xylit hatten wir vorher schon immer wieder mal, das gibt es weiterhin alle paar Tage mal löffelweise nach dem Putzen zum Insbettgehen.

    Und weil die betroffenen Zähne schmerzempfindlicher sind, haben wir die Kindervariante der Sensodyne. Das scheint meinem Sohn auch was zu bringen. Am Übergang zum Zahnfleisch neigt er aber bei den hypomineralisierten Schneidezähnen deutlich zu Zahnfleischentzündungen (ich vermute mal, weil der Schmelz poröser bzw rauer ist und sich Plaque besser festsetzen kann und als Nährboden für die Entzündung dient?), aber da hat das regelmäßige Putzen mit der Schallzahnbürste schon deutliche Besserung gebracht.

    Der Großzwerg macht das Putzen toll mit, er bemüht sich Süßigkeiten nicht mehr wild durch den Tag verteilt zu essen sondern zu einem Naschzeitpunkt, der in der Nähe der Zahnputzzeit abends liegt.


    Klingt voll aktionistisch, nä? Ich versuche es so nebensächlich wie möglich als Routine einzuschleifen. Es kommen sicher auch die Tage, wenn er als Pubertier keinen Bock auf Putzen hat. Da versuche ich mit guten Gewohnheiten eine gute Basis zu schaffen.

    Meine Zahnärztin meinte, mit den Zähnen könne mein Kind 100 werden. Aber auch, dass es auf besonders gute und regelmäßige Zahnpflege ankomme. Dann sei es ein rein optisches Problem.


    Wegen einer Zahnzusatzversicherung haben wir uns noch nicht beraten lassen. Aber Geld werden wir auf alle Fälle dafür zurücklegen, auch wenn noch nicht ganz absehbar ist, welche bleibenden Zähne betroffen sind.

    Die Tatsache, dass es die unteren Schneidezähne beide betrifft, spricht wohl eher für eine deutlichere Beteiligung auch der restlichen Zähne. Einzelne Backenzähne sprechen für eine eher milde Betroffenheit. (Quellen dazu auch ich morgen mal raus)


    Wie geht es deiner Tochter damit?

  • hier auch.

    Meine hatte schon schlechte Milchtzähne, und jetzt sind v.a. die 6er von dieser Schmlez-Schwäche betroffen.

    Aber punktuell auch Schneidezähne.


    Ursache unklar, vermutet wurde immer wieder AB in der SchwaSchaft oder Babyzeit (sie bekam leider 2x AB als Baby).

    (Kein Flaschenkind, keine Säfte, kein Tee usw)


    Wir sind Dauerkunde beim ZA, alle 6-8 Wochen. Fluorid, usw.das volle Programm.

    Ein 6er hat jetzt mit 14 eine Wurzelbehandlung bekommen.


    Wir haben problemlos vor ca. 3 Jahren eine Zusatzversicherung abschließen können.

    Die TK bietet eine Kooperation mit einer PKV an, das kostet fast nix.

    Einmal im Jahr Beläge entfernen und der Beitrag ist schon wieder drin.

    Die Wurzelbehandlung haben sie anerkannt, mal sehen, wie viel sie am Ende wirklich zahlen.

    Ist noch nicht abgerechnet.


    VitD war unterirdisch (9 statt min.20), das haben wir schon gesteigert.

    Zusätzlich soll sie (eigentlich) Mineralien nehmen, ("Pulvin").


    Die Kieferorthopädin meint übrigens, dass das in der Regel in der Pubertät zum Stillstand kommt.

    annalin mit Nr 1 M 9/2003 und Nr2 W 3/2006

  • sagt mal, worauf kommt es denn bei einer elektrischen Bürste an? Ich hatte hier zu Testzwecken erst einmal eine ganz günstige getestet. Damit war das Putzergebnis deutlich schlechter, als wenn ich dem Kerl die Zähne von Hand putze. Sind die Elektrobürsten da so verschieden? Ich kenne mich da null aus. Der große Bruder nutzt die jetzt für seine "normalen" Zähne und kommt gut damit klar, aber der putzt auch schon selber und war eher schlampig im Handbetrieb.

    Hier sind bisher nur die hinteren unteren Backenzähne leicht betroffen. Der erste Milchzahn ist jetzt vorn ausgefallen, mal schauen was da nachkommt. ZA meinte, dass man dann halt extra fluoridieren sollte und sonst abwarten.

    Meisterschülerin mit dem großen Meister(02/11), dem Möppi (09/13), dem Kleinchen (07/15) und


    hebamme4u-Ticker


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  • conundrum Sie war natürlich geknickt. Anlass für diesen Zahnarztbesuch außer der Reihe war aber meine Vermutung, dass sie Kreidezähne haben könnte, deswegen war sie auch drauf vorbereitet. Ich habe ihr heute nochmal gesagt, dass es nicht ihre Schuld ist und wir eben schauen müssen, was wir tun können. Danke dir auch für deinen ausführlichen Bericht, das hat mir sehr weitergeholfen.^^


    Meisterschülerin Ich glaube, die Zahnbürsten funktionieren einfach unterschiedlich. Bei den oftmals günstigen drehen sich die Bürstenköpfe einfach nur im Kreis. Bei qualitativ hochwertigeren vibrieren die Bürstenköpfe. Meiner ganz persönlichen Erfahrung nach putzen letztere besser.


    Hat sich jemand von euch eigentlich mal mit Ulrike von Aufschnaiter beschäftigt? Ihr Sohn war (?) ebenfalls von dieser Zahnerkrankung betroffen, was sie dazu bewegt hat, nach Ursachen zu forschen. Ob sie Empfehlungen gibt, weiß ich nicht, da ich erst gestern auf den Titel ihres Buches gestoßen bin.


    Ich kann jetzt nicht so einordnen, wie seriös die Frau ist. Bisher habe ich mir nur ein, zwei Videos mit Interviews auf Y**t*b* angesehen. Vielleicht weiß jemand von euch mehr darüber?

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