anstrengende Situation beim gemeinsamen Essen

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  • Was meinen Mann stresst. Gute Frage. Es ist entweder die Situation: er bereitet ewig lange das Essen vor, dann sitzt er nach 5 Minuten alleine am Tisch (die gemeinsamen 5 Minuten sind dann laut und chaotisch, die Kleine fegt das Essen vom Tisch...ODER der Große braucht mega viel Betreuung und will auf dem Schoß sitzen und gefüttert werden oder irgendwie spielerisch essen.

    Volle Solidarität für deinen Mann. Das nervt. Ich hab auch manchmal Mahlzeiten, wo die anderen wieder aufstehen und ich das Gefühl habe, dass ich noch gar nicht zum Essen gekommen bin. Vielleicht kann er den Fokus mehr darauf legen, dass das jetzt so ist, aber später noch besser werden kann (Wie Trin es ganz toll beschrieben hat). Zumindest brauchen sie irgendwann nicht mehr so intensive Betreuung beim Spielen.


    Bei deinem Sohn hab ich es auch noch nicht geblickt. Ist er abgelenkt? Oder mag er wirklich nichts essen?


    Und ab und zu abends erst essen, wenn die Kinder im Bett sind, finde ich auch super. Wir essen dann gerne auf dem Sofa aber man könnte es ja auch richtig zelebrieren mit Tischdecke und schönem Geschirr.

    Wobei ich seine Haltung jetzt nicht so besonders hilfreich finde. Kann ja sein, dass es andere Kinder gibt, die das schon besser können, aber wie will er das denn erzwingen?

  • Meine Kleine hat lange Zeit (mit Sicherheit bis kurz vor Schuleintritt) viel viel kleine Mahlzeiten gebraucht. Sie KONNTE nicht 3 (oder 4 oder 5) Mahlzeiten am Tag essen (und sich dabei jeweils satt essen).

    Es GING nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass es hier auch in diese Richtung geht. Ich würde auf gar keinen Fall ein Kind 45 min "bei Laune" halten und immer wieder Essen rein"zaubern". Das ist Stress pur für alle und schafft nur Raum für Machtkämpfe.

    Für _mich_ wäre das der falsche Weg.


    Meine Kleine hat lange nur klitzekleine Häppchen verteilt über den Tag gegessen. Da kann man ja durchaus zusehen, dass das keine Süßigkeiten sind sondern vernünftige Lebensmittel.

    Sie kann auch heute mit 9 noch nicht immer artikulieren, dass sie Hunger hat. Oft muss ich sie auf diese Idee erst mal bringen ;).

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Hallo,


    Ich bin ja eh eine, die sich fragt, warum man fürs Essen stundenlang in der Küche steht, wenn es dann von den Kids in 3 Minuten weggefuttert - oder stehen gelassen wird.


    Das heißt natürlich nicht, daß es jetzt nur noch Nudeln mit Ketchup und Reis mit TK-Mischgemüse geben soll.


    Aber ich denke, man muss sich dann tatsächlich entscheiden zwischen "Ich fahre den Aufwand runter, bis er für mich im Verhältnis zum Gewinn (Genuss) steht - ODER ich mache es tatsächlich zuallererst für mich und bin zufrieden, wenn ICH XY essen kann - und wenn sich noch jemand darüber freut ist es schon "Bonus".


    Daß man sich "nebenbei" um Kinder kümmern muss, na ja , das ist halt so, wenn man welche hat. Dann kann man schauen, wie man sich gegenseitig entlasten kann (ev. du bleibt beim 3-jährigen bis er fertig ist, dein Mann geht mit dem Kleinkind und isst später, dafür dann ungestört? und am nächsten Tag gehst du wieder mit dem Zwerglein) .


    Ob man dem Kind mit Essen hinterherrennt, ODER versucht, zu einem Zeitpunkt, den man als Mahlzeit festgelegt hat eine bestimmte Menge ins Kind zu bekommen, ist eine persönliche Frage, meins wäre es beides nicht (wobei ich nichts gegen einen herumstehenden kleinen (gesunden) Snackteller hätte). Ich finde, gemeinsame Mahlzeiten sollten ein Angebot sein und bei uns waren sie schon das angestrebte Ziel. Gleichzeitig sollte eben eben auf die individuellen Bedürfnisse und das altersentsprechende Können geschaut werden (Oh ja, da musste ich selbst bei Kind 4 noch einiges dazulernen)


    Ich hab inzwischen gelernt, daß Menschen da verdauungstechnisch sehr verschieden sind und logischerweise auch verschiedene Bedürfnisse haben. Aber ich denke, daß es aktuell nicht den großen Unterschied ausmachen würde, es würde vermutlich am "sitzen bleiben können" eine einjährigen oder am "schneller mehr essen" eines dreijährigen Kindes nicht sooo viel ändern.


    Ich denke wie gesagt, im Moment ist dran, nach den echten Ursachen für die Unzufrieddenheit zu schauen und dann zu gucken, wo man etwas ändern kann und wo man überzogene Erwartungen loslassen muss. Dabei ist es ganz egal, was andere tun und nicht tun (da sieht man eh meist nur die Sahne-Momente...), sondern das was für EURE Familie im Moment "überzogen" ist.


    Das kann in ein paar Wochen ja auch schon wieder anders aussehen. Oder man hat sich dran gewöhnt und kreative, gute und vor allem ganz individuelle Lösungen für das eigene "So ist es" gefunden und vermisst das, was man an "Üblichkeiten" früher erwartet hat, gar nicht mehr so arg.

  • Das Problem ist vermutlich, dass man rückblickend eben keinen oder kaum einen Blick auf die Zeit hat, in der man selbst so klein war.

    Man denkt an "Kindheit", sieht sich selbst in der Rückblende winzig klein und ist da meist schon deutlich älter als drei, nämlich eher so acht bis zwölf. Und das ist einfach eine vollkommen andere Welt.

  • vielleicht hilft auch das Wissen, dass in anderen Kulturen dieses "gemeinsame mahlzeiten Ding" nicht so hoch gehängt ist?


    Ich finde die Idee des gemeinsamen Essens sehr schön, in der Realität klappt das bei uns auch mit größeren Kindern sehr selten. (Anekdote: Raclette gerade dieser Tage - das wird ja oft mit stundenlangem Zusammensein verbunden - bei uns sind alle so hungrig, das wir in kürzester Zeit pappsatt und fertig sind)

    Ich vermute, dass wir zudem auch werbeopfer sind, dort wird das ja immer extrem zelebriert. Dann gibt es diese Vision der kultivierten tischgespräche (hahaha - ich habe teilweise redeminuten zugeteilt und irgendwie hat immer ein Kind geheult )


    Ich habe irgendwann Essen und Mahlzeiten für mich entmystifiziert. Es geht am Ende nur um Zuführung von Energie. Das entspannt.


    ... und tatsächlich mehren sich jetzt (Kinder sind 10 und 13) Situationen, in denen wir beim Frühstück verweilen oder mit Freunden ewig am tisch mit den Kindern sitzen.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Das ist sehr schön geschrieben. Den Stress und die Erwartungen rausnehmen hilft sehr.

  • vielleicht hilft auch das Wissen, dass in anderen Kulturen dieses "gemeinsame mahlzeiten Ding" nicht so hoch gehängt ist?

    Magst Du verraten an welche Kulturen du da denkst? Mir fallen momentan nur eine Menge Kulturen ein, in denen dem Essen ein deutlich höherer Stellenwert beigemessen wird als in Deutschland.


    Zu der eigentlichen Situation: ich glaube, ich würde auch bei der Wahl des Ess-Ortes anfangen, der mir für die aktuelle Lebensphase der Familienmitglieder nicht optimal erscheint. Wünschenswert fände ich eine Ess-Situation, wo das jüngste Familienmitglied schnell wieder aufstehen und sich nah am Tisch beschäftigen kann ohne das jemand anders deswegen das Essen unterbrechen muss. Bei dem 3Jährigen würde ich auch versuchen Druck rauszunehmen und ihm ggf. dosiert und regelmäßig Zwischenmahlzeiten anbieten, möglichst ohne dass es in Daueressen ausartet.

  • vielleicht hilft auch das Wissen, dass in anderen Kulturen dieses "gemeinsame mahlzeiten Ding" nicht so hoch gehängt ist?

    Magst Du verraten an welche Kulturen du da denkst? Mir fallen momentan nur eine Menge Kulturen ein, in denen dem Essen ein deutlich höherer Stellenwert beigemessen wird als in Deutschland.

    Ich finde, der gesamte südeuropäische Raum kann da Vorbild sein. Schau dir jedes x-beliebige italienische oder griechische Restaurant an: Da hat es nahezu immer eine Kinderecke oder einen Spielplatz im Außenbereich.

    Und warum? Weil die Erwachsenen gern gesellig zusammensitzen - was einfach nur Spaß macht, wenn die Kinder spielen gehen #heilig

  • wir haben einen indischen Untermieter, der mir ähnliches berichtet - siehe verlinkten Artikel.

    https://www.familienkost.de/aroundtheworld_finnland.php


    Ich kenne es weiterhin aus Südostasien, das männer und Frauen nicht zusammen essen. Zudem habe ich erlebt, dass man dort nicht diese strikten Zeiten hatte, man aß individuell wenn hunger aufkam.


    Nichtsdestotrotz gibt es rituelle gemeinsame Begegnungen auch mit Essen, aber nicht täglich.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Ich glaube ja, dass er vor allem Angst hat, dass diese gemeinsamen Familienmahlzeiten, die er sich wünscht, niemals stattfinden werden, wenn man jetzt „einreißen lässt“, dass die Kinder den Esstisch verlassen.

    Das kann ich total gut nachvollziehen, weil ich früher leider auch dazu tendiert habe, in Panik zu verfallen, wenn sich ein Familienmitglied zweimal in Folge so verhält, dass ich das auf Dauer echt nicht aushalten könnte oder zumindest richtig doof finden würde (z.B. sowas wie „Kind wacht um 2 Uhr auf, hat weder Hunger noch Durst, ist aber putzmunter und möchte zwei Stunden lang spielen“).

    Bisher ist es nie passiert, dass das dann dauerhaft so war, und inzwischen bin ich da auch verhältnismäßig entspannt, aber das war ein langer Lernprozess.

    Gibt es denn irgendwas, das Deinen Mann früher sehr gestört hat, und das inzwischen - völlig ohne großes Eingreifen Eurerseits - nicht mehr passiert? Sodass er Vertrauen fassen kann, dass das auch in diesem Fall so sein wird?

    Denn ich glaube auch, dass das eine Frage der Zeit ist, bis das mit den gemeinsamen Mahlzeiten viel, viel besser klappt.

  • vielleicht hilft auch das Wissen, dass in anderen Kulturen dieses "gemeinsame mahlzeiten Ding" nicht so hoch gehängt ist?

    Magst Du verraten an welche Kulturen du da denkst? Mir fallen momentan nur eine Menge Kulturen ein, in denen dem Essen ein deutlich höherer Stellenwert beigemessen wird als in Deutschland.

    Ich finde, der gesamte südeuropäische Raum kann da Vorbild sein. Schau dir jedes x-beliebige italienische oder griechische Restaurant an: Da hat es nahezu immer eine Kinderecke oder einen Spielplatz im Außenbereich.

    Und warum? Weil die Erwachsenen gern gesellig zusammensitzen - was einfach nur Spaß macht, wenn die Kinder spielen gehen #heilig

    Wir waren echt schon oft in Italien und gehen da auch immer jeden Abend essen, aber Spielecken oder Spielplätze gab es da nur sehr, sehr selten.

    In den letzten Jahren habe ich da ehrlich gesagt nur sehr oft erlebt, dass die Erwachsenen Tablets dabei hatten, die - manchmal auch mit voll aufgedrehter Lautstärke und sehr nervtötend - dem Nachwuchs überlassen wurden, der dann den ganzen Abend gebannt davor saß.

    Vor ein paar Jahren sind wir in einem Lokal sogar darauf angesprochen worden, dass unsere Kinder Bücher lesen. Das sei ja doch sehr ungewöhnlich. Und im selben Restaurant waren wir dann vor zwei Jahren nochmal, da meinte der Kellner, ach, das seien ja die Jungs, die lesen 8o (die hingen - inzwischen 16 und 20 - natürlich nach dem Essen an ihren Handys, gelesen haben sie schon lange nichts mehr).

  • Wenn wir als Familie zusammen essen, führt das meist dazu, dass ich nach 3 Minuten mit der Kleinen aufstehe und mit ihr was spiele und mein Mann mit dem 3 Jährigen 45 Minuten sitzen bleibt. Manchmal bleibt mein Mann auch alleine sitzen weil der Große keine Lust auf Essen hat.

    Ich verstehe nicht ganz, wie du nach 3 Minuten fertig bist mit Essen.

    Ich verstehe auch nicht, warum der 3 Jährige zum Essen motiviert werden muss.


    Ich schreib mal, wie wir es gemacht haben, als die Kinder klein waren, vielleicht ist ja was dabei.


    Wenn sie älter sind, werden gemeinsame Mahlzeiten eh immer weniger, weil unterschiedliche Zeitplanungen vorliegen.


    Wir haben den Tisch gedeckt und das Essen vorbereitet.

    Dann haben sich alle gesetzt und angefangen.

    Wenn die Kinder fertig waren, sind sie aufgestanden. Je nach Alter war das nicht abschließend und sie konnten zurück kommen und weiter essen.

    Spielzeug im Essbereich hat da auch geholfen oder es wurden halt die Schüsseln ausgeräumt.


    Nach einiger Zeit, sind wir auch aufgestanden und haben schonmal angefangen abzuräumen, da konnten die Kinder sitzen bleiben und weiter essen.


    Ich weiß nicht, was für euch ein guter Kompromiss zur Essensdauer ist.

    Aber darum hätte ich mich bewegt.


    Ich persönlich würde weder nach 5 Minuten aufstehen, noch 1 Stunde sitzen bleiben.


    Aber wenn man sich zum Beispiel auf 30 Minuten für die Erwachsenen einigt, dann kann dein Mann länger sitzen bleiben und deine Kinder früher aufstehen und ihr habt trotzdem eine Zeit zusammen.


    Klar gibt es auch Situationen, die dazu führen, dass das so nicht möglich ist.


    Aber die Kinder werden auch älter und gewöhnen sich daran.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • danke für die vielen Antworten, ich schaffe es gerade gar nicht, auf alles zu antworten...


    Mondschein

    Naja, 30 Minuten ist ja ein guter Kompromiss aber für eine 1Jährige irgendwie viel erwartet. Sie hält halt nur 5 Minuten aus und will dann weg aber besonders beim Abendessen wenn sie schon müde ist- natürlich nicht alleine im anderen Zimmer spielen.


    Weil es jetzt mehrere erwähnt haben: es ist nicht so, dass ich dann mit essen rüber gehe und sie dort weiter füttere. Ich meinte nur so, dass sie, wenn man was zu essen beim spielen da hat, durchaus ganz gut was essen kann im Gegensatz zur Essenssituation am Tisch.


    Wir haben uns jetzt drauf geeinigt, dass mein Mann vor dem Frühstück schon mal alleine isst um nicht so hungrig zu sein (das ist ein großer Stressfaktor für ihn, dass er selbst so großen Hunger hat und nicht dazu kommt in Ruhe zu essen, weil es so unruhig ist) und das Abendessen versuchen wir im Wohnzimmer zu machen mit Spielzeug auf dem Boden, sodass die Kleine spielen kann.


    Ach so, ich weiß grad nicht, wer es geschrieben hat, den Aufwand runterzufahren: ja, auf jeden Fall, von mir aus, aber irgendwie braucht mein Mann das total. Es ist also für ihn und nicht für die Kinder. Er betreibt den Aufwand unď möchte das gerne genießen und dann klappt es nicht.


    Ich kann mir auch vorstellen, dass es die Angst ist,, "wenn man es jetzt einreißen lässt.." ich versuche ihn da zu beruhigen.

  • Mondschein

    Naja, 30 Minuten ist ja ein guter Kompromiss aber für eine 1Jährige irgendwie viel erwartet. Sie hält halt nur 5 Minuten aus und will dann weg aber besonders beim Abendessen wenn sie schon müde ist- natürlich nicht alleine im anderen Zimmer spielen.

    Ich schrieb ja für die Erwachsenen.

    Meine Kinder mussten in dem Alter nicht sitzen bleiben. Aber es ist halt Standardmäßig auch niemand mit ihnen aufgestanden.

    Sie haben dann am Essplatz gespielt.


    Abendessen wäre ja evtl. auch möglich, dass die Kleine schon schläft.


    Das haben wir auch teilweise so gemacht. Kommt natürlich darauf an, wann sie schläft.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • vielleicht hilft auch das Wissen, dass in anderen Kulturen dieses "gemeinsame mahlzeiten Ding" nicht so hoch gehängt ist?

    Magst Du verraten an welche Kulturen du da denkst? Mir fallen momentan nur eine Menge Kulturen ein, in denen dem Essen ein deutlich höherer Stellenwert beigemessen wird als in Deutschland.

    Ich finde, der gesamte südeuropäische Raum kann da Vorbild sein. Schau dir jedes x-beliebige italienische oder griechische Restaurant an: Da hat es nahezu immer eine Kinderecke oder einen Spielplatz im Außenbereich.

    Und warum? Weil die Erwachsenen gern gesellig zusammensitzen - was einfach nur Spaß macht, wenn die Kinder spielen gehen #heilig

    Ok - dann ist das aber ein anderes Verständnis von "gemeinsame Mahlzeiten Ding". Für meine Begriffe werden gemeinsame Mahlzeiten (für Erwachsene) im südeuropäischen Raum viel, viel höher gehängt als in Deutschland. Allerdings besteht man dann da nicht so drauf, dass die Kinder die ganze Zeit mitessen um dafür den Erwachsenen eine längere gemeinsame Mahlzeit zu ermöglichen.

  • Hier in Frankreich habe ich schon oft gesehen, dass alle Erwachsenen zusammen die Kinder "füttern" - also, sie beim Essen begleiten, ihnen aufwarten - dann gehen die Kinder spielen und die Erwachsenen setzen sich zum Essen.

    Zuerst fand ich das befremdlich, aber eigentlich ist es echt nett. Die Kids bekommen total viel Aufmerksamkeit, und die Großen machen gleich 2 Aktivitäten gemeinsam, eine aktive und eine ruhige.

    Und gleichzeitig wachsen die Kinder total in dieses aufmerksam anbieten und anreichern hinein, das später die Mahlzeiten so gesellig macht.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Auch in Italien ist es recht üblich, zuhause Kleinkinder separat "abzufüttern" und danach, wenn sie schlafen, in Ruhe mit grösseren Kindern und Erwachsenen zu essen.


    In dem Alter Deiner Kinder würde ich auch die Erwartungen sehr gering halten: Das Essen spannend genug halten, dass das Kind einige Zeit beschäftigt ist, es in den Mund zu bekommen (mit einem Jahr habe ich die Kleine dann oft noch gestillt, nochmals 10 Minuten seelige Ruhe am Tisch) und danach eine Situation gestalten, dass die Kinder beschäftigt sind und Du und Dein Mann den Teller leer essen könnt. Wenn es nicht im anderen Zimmer geht, wie wäre es mit einem Spieltablett am Tisch? Knete, Bauspielzeug... irgendwas spezielles, das es nur am Tisch gibt und Euch etwas Luft verschafft zum Sitzenbleiben.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Hallo,


    30 Minuten würden wir hier zu den meisten Mahlzeiten nicht schaffen, irgendwie sind wir offenbar Essensbanausen #schäm Dabei sitzen keine Kinder mehr am Tisch sondern nur noch jugendliche/junge Erwachsene und wir Eltern.

    Essen dauert zwischen 5 Minuten (Haferflöcken zum Frühstück z.B.) und vielleicht 15-20 Minuten, länger isst hier niemand.


    Manchmal teilen sich die Mahlzeiten in einen "Essenteil" und einen "Teetrink- + Schwatzteil", dann kann es schon mal vorkommen, daß wir eine Stunde am Tisch sitzen, aber dann wirklich nur die, die mitschwatzen wollen. Aber das ist ganz sicher nicht täglich der Fall.


    Wie ich schon schrieb, für uns (4 lebhafte Kinder) war es hilfreich einen klaren Anfang (bei uns Gebet - Tischkerze anzünden) und ein klares Ende (Tischkerze auspusten + kurzer Dank an den Vorbereiter/Koch) zu haben. Das offizielle Ende war dann, wenn die (meisten) Kinder fertig waren, aber natürlich durfte jeder der noch wollte weiteressen.

    Kleine Kinder sind da nach und nach reingewachsen, von ihnen wurde natürlich noch nicht erwartet, daß sie das können.


    Ach so, ich weiß grad nicht, wer es geschrieben hat, den Aufwand runterzufahren: ja, auf jeden Fall, von mir aus, aber irgendwie braucht mein Mann das total. Es ist also für ihn und nicht für die Kinder. Er betreibt den Aufwand unď möchte das gerne genießen und dann klappt es nicht.


    Das zu brauchen und für SICH so zu gestalten, ist ja auch völlig in Ordnung.

    Problematisch wird es immer dann, wenn jemand (auch in anderen Bereichen) eigentlich etwas für SICH macht, weil man selber es so gewohnt ist, so braucht,. so gut und richtig findet - und dann erwartet, daß alle anderen es genau so empfinden und den eigenen Aufwand darum entsprechend wert schätzen und würdigen.

    Wenn das dann nicht der Fall ist - was ja oft so ist - dann sind Frust und Ärger auf die anderen vorprogrammiert.


    Zitat

    Ich kann mir auch vorstellen, dass es die Angst ist,, "wenn man es jetzt einreißen lässt.." ich versuche ihn da zu beruhigen.


    Da sehe ich zwei Möglichkeiten.


    Bei vielen Dingen ist es so, daß man zu früh zu viel erwartet und damit sich und auch die Kinder unter Druck setzt. Dabei kommt es mit der Zeit von alleine, nur eben jetzt noch nicht. Und vielleicht auch nicht übermorgen sondern erst in 2, 3 Jahren. (Inzwischen ist es so, daß ich mich manchmal schon mal vom Tisch verabschiede, während "die Jugend" noch schwatzten will).

    Möchte ich mich so lange jeden Tag aufs Neue ärgern?


    Und wenn manche Sachen doch nicht "kommen" weil sie nicht zu unserer Familie passen oder weil die Kinder das nicht leisten können - will ich mich dann "für immer" ärgern?


    Oder doch lieber Lösungen finden, die "bis dahin" oder auch dauerhaft UNSERE Version der Sache sind?


    Daß dein Mann vorher schon mal was isst, finde ich z.B. eine gute Lösung. Ich kenne Menschen, bei denen Unterzuckerung extrem auf die Stimmung schlägt und damit auch sehr ihre Geduld und ihren Umgang mit anderen Menschen beeinflusst. Oft sogar, ohne daß sie überhaupt merken, daß sie Hunger haben und die Vermutung, es könnte so sein lässt sie noch verärgerter werden.


    Da ist schon mal super, daß dein Mann das für sich erkannt hat. Es ist so wie es im Moment ist, nicht sein Familienideal, aber es ist für euch eine Lösung, die euch JETZT mehr Frieden und Gelassenheit in die Familie bringt.


    Alles Gute.