Taschengeld - Gedanken von Nora Imlau

  • ja genau. das gleis 7 hätte sie gern dazu

    Ach, da habe ich Chabis erzählt. Das Gleis 7 gibt es ja so gar nicht mehr. Es ist ja jetzt das "Seven25"- Abo und einiges teurer. So schade.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Die Gedanken zum Taschengeld fand ich, na ja, im Grunde gut, aber nicht gegen Taschengeld sprechend, sondern eher, dass man den eigenen Umgang mit Kinder grundsätzlich hinterfragen sollte.


    Hier gibt es Taschengeld nach Jugendamttabelle und wir es sicher auch weiter geben. Es wird nicht als Druck- oder Strafmittel benutzt. Es gibt das unabhängig von Nöten, Verhalten usw. Immer.


    Noten werden nicht bezahlt. Ebenso Haushaltsarbeit. Ich vertrete die Meinung, dass es unter anderem eine Familie ausmacht, dass alle mit anpacken. Sonst wäre Haushalt quasi nur reine Erwachsenenaufgabe, das will ich so nicht haben. Wir leben alle hier, mein Mann und ich sind nicht Dienstboten der Kinder. So würde ich mich aber fühlen, wenn Haushaltstätigkeiten nur meine Pflicht wären. Daher sind sie gemeinsame Pflicht und keiner wird dafür bezahlt.


    Darüber hinaus ist es selbstverständlich so, dass geht es uns finanziell gut, teilen wir es mit Kindern. Beim Einkaufen dürfen alle mitwünschen und ich lege höchstens bei ungesunden Sachen, die ich auf keinen Fall oder nur sehr begrenzt kaufen will, Veto ein. Wenn Spielzeug oder Klamotten gewünscht werden, bekommt Kind das, wenn es drin ist.


    Darüber hinaus bin ich mir ziemlich sicher, dass wenn jemand in reichen Verhältnissen aufgewachsen ist, hat er grundsätzlich andere Erwartungen und anderen Umgang mit Geld, als jemand, der Knappheit kennt. Künstlich knapp halten, damit Kind es lernt, halte ich für unschön.

  • Was ich mich frage: in dem Modell, dass die Kinder nur fragen brauchen und dann praktisch immer Geld bekommen, wie lernen die Kinder dann, mit einem festen Betrag im Monat auszukommen? Denn irgendwann ist ja Studium oder Lehre, und dann muss das Gehalt reichen, und das war jedenfalls bei mir nicht so viel. Recht weit entfernt von "sich regelmäßig was gönnen". Und wie lernen die Kinder, eine Rücklage anzusparen, falls eine unerwartete Rechnung ins Haus flattert?

    Ich frage, weil ich eine Freundin hatte, die eben auch immer Geld von den Eltern bekam, wenn sie wollte. Und dann später, auf sich allein gestellt, überhaupt nicht damit zurecht kam und alle negativen Formen des Dispos erfahren musste. Manche Kinder können bestimmt auch ohne "Training" mit einem Budget gut klarkommen, aber doch bestimmt auch viele nicht? #confused Und wie weiß man, ob das Kind es später hinbekommen wird?

  • Aber Taschengeld im Grundschulalter hat ja nun mit Azubi-Vergütung mit 16, 17 oder älter nicht so viel zu tun.

    Mit 16 kann man auch ohne jahrelanges Training ausrechnen, wie lange die Kohle hält.


    Meine Kinder verpassen ihr Azubigehalt mMn auch darum mit vollen Händen, weil sie, was Taschengeld betraf, immer recht kurz kamen. (Also nach Düsseldorfer Tabelle - damit kommt man aber nicht besonders weit - plus hier und da mal was Extra.

    Jetzt, da die endlich mal Geld haben, gönnen sie sich alles, was bislang nicht drin war.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Ehrlich gesagt kenne ich so viele Menschen, die selbst mit Taschengeld keine Ahnung hatten und haben mit ihren Finanzen zu Haushalten, dass Taschengeld nicht so das Allheilmittel zu sein scheint. Schließlich ist Taschengeld Geld zum reinen Vergnügen, kann ausgegeben werden wie man will, keine Bedingungen. Wieviel sollen da die Kinder lernen, dass Geld nicht nur zum Spaß haben ist?


    was ich sagen will. Kinder können sehr wohl ohne Taschengeld lernen mit Geld umzugehen, und Taschengeld alleine ist absolut kein garant dafür dass man später mit Geld umgehen kann

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

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  • Hallo,

    Was ich mich frage: in dem Modell, dass die Kinder nur fragen brauchen und dann praktisch immer Geld bekommen, wie lernen die Kinder dann, mit einem festen Betrag im Monat auszukommen? Denn irgendwann ist ja Studium oder Lehre, und dann muss das Gehalt reichen, und das war jedenfalls bei mir nicht so viel. Recht weit entfernt von "sich regelmäßig was gönnen". Und wie lernen die Kinder, eine Rücklage anzusparen, falls eine unerwartete Rechnung ins Haus flattert?


    Ich hatte ja als Kind kein festes Taschengeld (bekam allerdings auch nicht alle Spontan-Wünsche erfüllt) und es war für mich nie ein Problem, mit meinem Geld auszukommen. Im Gegenteil ich hatte ein Problem damit, welches über die absolut lebensnotwendige Menge hinaus auszugeben (nicht den billigsten Pulli, sondern den, der mir gefällt z.B.).


    Ich kenne inzwischen in meinem Umfeld so viele Taschengeld- und kein-Taschengeld-Versionen und so viele junge Erwachsene, die super oder weniger gut mit ihrem Geld auskamen,welche, die das von Anfang an konnten und welche, die in die eine oder andere Richtung erst noch lernen und Erfahrungen machen mussten, Geschwister, die die gleichen Voraussetzungen hatten und völlig verschieden mit dem Thema umgingen... so daß ich denke, daß eine hat mit dem anderen nur sehr wenig zu tun.


    Junge Leute sind ja nicht doof, sie können rechnen und wenn sie wissen, soundsoviel kommt aufs Konto, soundsoviel geht für Miete usw. ab, wissen sie auch: Also habe ich soundsoviel monatlich zur Verfügung. Das ist eine einfache Gleichung, die fast alle hinbekommen. Ob sie es dann tatsächlich schaffen, damit auszukommen hängt mMn von vielen Faktoren ab, das Taschengeld hat da mMn kaum einen Einfluss.

  • ich denke wirklich, dass am wichtigsten ist,

    dass in der Familie über Geld geredet wird um ein bewusstsein zu schaffen.

    ob man gut oder schlecht mit geld umgehen kann hat was mit impulskontrolle

    und charakter zu tun.


    es gibt extreme: wo geld nie eine rolle spielt, das wirkt sich schon später negativ aus.


    aber eben ganz normal am tisch, beim einkauf über die dinge sprechen,

    ob es gerade knapp ist, dem kind erklären, warum x y gerade nicht geht oder gut geht, ...

  • Unsere Kinder bekommen auch Taschengeld, allerdings einen sehr geringen Betrag. Die Neunjährige 1€ in der Woche, die 11 jährige 6 € im Monat.

    Dazu noch etwas von den Großeltern zum Geburtstag etc. oder mal für den Urlaub.

    Das grundsätzliche Problem, daß ich mit Taschengeld habe, ist, daß es für den Konsum von Dingen gedacht ist. Und soviel konsumieren wir (die ganze Familie) einfach gar nicht bzw. wollen das gar nicht.

    Bücher, Zeitschriften und Hörspiele kommen aus der Bibliothek oder Bücherzelle. Es gibt ein Zeitschriftenabo von den Großeltern für die Kinder. Nachrichten gibt es im Internet. Videos ebenfalls. Die Grundausstattung Spielzeug ist vorhanden, daß was an Geburtstagen etc. dazukommt reicht völlig. Kleidung gibt es gebraucht im Internet oder vor Ort, selten einzelne Stücke neu. Es stehen ganz oft Spielsachen, Bücher etc. im Sperrmüll oder zum mitnehmen an der Straße oder im Umsonstladen. Sonst kaufen wir gezielt gebraucht.

    Essen für unterwegs nehmen wir meist mit als Picknik. Die Süssigkeitendosen sind dank mehr als wohlmeidender Verwandter übervoll. Eis machen sich die Kinder in Eisformen selbst mit Joghurt, Marmelade etc.

    Musikschule und Sportvereine sind unsere größte Ausgabenposten im Freizeit-Bereich. Wir haben einen Garten, der See im Sommer oder der Fahrrad-/Waldausflug sind kostenlos. Konzerte, Museum etc.bezahlen wir Eltern, es gibt aber auch viele kostenlose Angebote, die man nutzen kann.


    Die Kinder wissen meist gar nicht, wofür sie das Taschengeld ausgeben sollen (und vergessen auch oft danach zu fragen) und sind zufrieden mit den Sachen, die da sind oder über gratis/Tauschgelegenheiten oder durch Geschenke erhältlich sind. Sie haben irgendwie gar nicht so unerfüllte materielle (Konsum)-Bedürfnisse.

  • Juichen, wie alt sind denn deine Kinder?

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Ehrlich gesagt kenne ich so viele Menschen, die selbst mit Taschengeld keine Ahnung hatten und haben mit ihren Finanzen zu Haushalten, dass Taschengeld nicht so das Allheilmittel zu sein scheint. Schließlich ist Taschengeld Geld zum reinen Vergnügen, kann ausgegeben werden wie man will, keine Bedingungen. Wieviel sollen da die Kinder lernen, dass Geld nicht nur zum Spaß haben ist?

    Nun ja. Meine Tochter hat mit einem hohen Taschengeld recht schnell angefangen, nicht mehr permanent irgendwelchen "Kiki" haben zu wollen. Den "Kiki" musste früher ich bezahlen, oder sollte es in ihren Augen. Seit sie Geld zur Verfügung hat ist ihr das "eigene" Geld zu schade für solche "Hefte mit Kram" oder mal hier ein Plastikkrams und dort ne Naschi-Tüte.


    Sie weiss, wenn sie nicht permanent 2,50 Euro für Kram ausgibt reicht das Geld dann auch mal für etwas größeres. Das ist dann für mich Haushalten. Dass dann später auch noch Lebensmittel, Versicherungen udn Co hinzu kommen bekommt das Kind dann hoffentlich auf die Kette.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • juichen:

    das würde ich alles auch so sehen,

    aber meine kinder nicht :D


    wir haben sehr viel spielzeug, aber es gibt immer wünsche


    wohnt ihr fernab von jeglichen läden?

    das ist eine ernstgemeinte frage. ich merke einfach, dass wir in städten natürlich viel mehr sachen sehen,

    als aufm dorf

  • naja, es ist doch ein deutlicher unterschied, ob es sich um 7jährige handelt oder um 16jährige. Da kann man doch nicht in einen Topf werfen.

    Ich hab erst ab 14 Taschengeld bekommen und dann auch gleich mit eigenem Jugendkonto. Ich hab nie Taschengeld vermisst vorher. Bei uns lief es so, dass meine Eltern halt immer mal ein bisschen Geld gaben für Kiosk oder Heftchen oder whatever, und wenn ich was besonderes wollte, hab ich gefragt.


    Ich denke mir mal, in den USA ist Taschengeld bei Kindern nicht üblich, weil sie niemals ohne Erwachsene irgendwo sind. Das ist hier halt deutlich anders. Meine Kinder sind öfter ohne mich unterwegs, vor allem die Grosse.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • mein 7-jähriger hat schon ganz konkrete wünsche und

    erfragt die Kosten und wie viel geld er zur verfügung hat.


    weil wir ihm eben nicht alles einfach so kaufen sucht er die wege,

    wie er es bekommen könnte.

    ich will schon auch, dass er eigenes geld zur verfügung hat.

    nur wahrscheinlcih derzeit nicht als wöchentliche oder monatliche auszahlung

  • wohnt ihr fernab von jeglichen läden?

    das ist eine ernstgemeinte frage. ich merke einfach, dass wir in städten natürlich viel mehr sachen sehen,

    als aufm dorf

    das hatte ich schon mal vorher angesprochen, dass das einen sehr großen unterschied ausmacht, sehe ich auch in der verwandschaft so, dass die großstadtkinder mehr auswahl haben und auchviel mehr konsumieren, und auch generell alles auf einem teureren level. markenklamotten sind hier kein riesenthema...#applausin münchen schon. und wenns keinen starbucks gibt, kann ich auch mein taschengeld nicht hintragen, genauso x klamottenläden, lush, und was weiß ich noch alles...hier ist der dm und müller der gipfel des konsums...:D

    schnecke 2004 und schneckchen 08/2008

  • So pauschal Großstadt-Land kann man das auch nicht sagen ;) , wir sind mittendrin und deswegen eher etwas reizüberflutet und als Konsequenz ablehnend, was Konsum angeht, daher sind die Kinder gewöhnt, nie etwas zu kaufen :) . Ausnahmephase hatten alle Anfang der 5. Klasse, da muss man ausprobieren, was man an der neuen Schule alles so zu essen oder trinken kaufen kann.

    Ansonsten sammelt sich das Taschengeld auf den Kinderkonten.

  • Wir wohnen in der Stadt, gehen aber eigentlich immer nur Lebensmittel einkaufen, ganz selten mal ein Geburtstagsgeschenk, wenn sie eingeladen sind und das Kind sich ein bestimmtes Spielzeug wünscht. Die Großen fahren auch allein zur Musikschule und kommen an Läden vorbei.

    Ich denke, sie kennen es einfach kaum, daß wir Süßigkeiten, Snacks, Zeitschriften, Bücher, Kleidung oder Spielzeug im Laden kaufen.


    Gerade vorhin haben die beiden Großen zusammengelegt und ein Micky-Maus-Heft mit Handschellen dazu gekauft. ;)

    Das kommt vielleicht 2 mal im Jahr vor.

    Meine Große hat es auch schon geschafft, beim Schulfest-Flohmarkt zwei Micky-Maus-Bücher zu kaufen, mit einem Stück Kuchen in einer ruhigen Ecke zu lesen und gleich auf dem Flohmarkt wieder weiterzuverkaufen #blink