Krankenakte selber fuehren - wie am Besten?

  • Hi


    Es gibt doch hier bestimmt Rabinnen, die fuer sich selbst eine Art Krankenakte fuehren.


    Wie macht ihr das? Telefonapp (die hoffentlich nicht alle Infos durch die Gegend schickt), Exceldatei? Was sollte an Infos rein?

  • Interessante Frage.

    Derzeit habe ich für die Tochter einen Zettel mit den wichtigsten Diagnosen/Konditionen und aktueller Medikation (also Dinge die auch im notfall wichtig wären), den sie bei sich trägt. Ich habe hier auch eine Kopie davon.

    Dazu habe ich eine excel-Tabelle am Handy/iPad wo Temperatur, Gewicht und außergewöhnliches (umkippen, Erbrechen sowas...) reinkommt.

    Zusätzlich habe ich eine Chronik angelegt mit Verlauf, Untersuchungen, Behandlungen, usw.

    So ganz zufrieden bin ich damit aber auch nicht.

  • Wir führen einen Ordner mit allen Laborwerten und allen Arztbriefen.

    Zusätzlich hefte ich immer die Beipackzettel aller aktuell verwendeten Medikamente zusammen ab. Falls wir mal notfallmäßig ins KH müssten, käme das alles mit.

    Für Urlaube habe ich meist die letzten zwei Arztbriefe in Kopie dabei plus die Beipackzettel.

  • Wenn die Akte für den weiterbehandelnden Arzt informativ sein soll: Entlassungsbriefe aus Krankenhausaufenthalten nachrichtlich auch an sich schicken lassen und abheften. Laborwerte sich kopieren lassen und abheften. Berichte der Fachärzte, die man besucht, sich auch schicken lassen oder gleich mitgeben lassen und auch abheften. Das Gleiche mit Röntgen- und ähnlichen Befunden. Wichtig ist der Befund, nicht CD voller Bilder. Alles in einen Ordner. Oder entsprechend digitalisieren, wobei ich persönlich Ordner für an sinnvollsten halte, aktuell zumindest noch. Medikamentenliste vom Handy kann man noch in die Akte übertragen, nicht aber die ganze Vorgeschichte. Krankenhausdrucker drucken nicht von Privatsmartphones und meistens besteht in den Notaufnahmen keine Möglichkeit, private CDs einzulesen. Aber kopieren oder scannen geht immer.


    Bei einer Vorgeschichte ist es wichtig, dass sie in der jeweiligen Akte landet, nicht nur dem aufnehmenden Arzt erzählt wird. Ärzte wechseln heutzutage häufig.


    Röntgenpass bei wiederholten Untersuchungen ist auch wichtig. Und hilfreich.


    Ich selbst würde unter heutigen Umständen einen Teufel tun, meine Krankengeschichte in eine App einzugeben.


    Wenn Krankenhaus oder Arzt Dir einen Bericht verweigert, lass Dich nicht verunsichern. Patient hat gesetzliches Recht auf alle seine Unterlagen, Recht, Arztbriefe zu bekommen und jederzeit seine Akte einsehen.

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  • Wir führen einen Ordner mit allen Laborwerten und allen Arztbriefen.

    Zusätzlich hefte ich immer die Beipackzettel aller aktuell verwendeten Medikamente zusammen ab. Falls wir mal notfallmäßig ins KH müssten, käme das alles mit.

    Für Urlaube habe ich meist die letzten zwei Arztbriefe in Kopie dabei plus die Beipackzettel.

    So führe ich das auch .

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  • Um selbst Unterlagen zügig auffinden zu können, finde ich es hilfreich, möglichst viel zu scannen und mit Tags zu versehen. Gerne würde ich die Bilder mal alle in pdfs umwandeln, auf die eine Volltextsuche anwendbar ist...


    Leider ist aber meiner Erfahrung nach eine parallele Aktenführung in Papierform unerlässlich, da der Transfer von Daten von privaten Devices zu Arzt- und Klinikrechnern entweder nicht oder nur sehr umständlich möglich ist. An einem einfach nutzbaren System für die Unterlagen in Papierform scheitere ich bisher. Wie ordnet Ihr denn die Unterlagen? Chronologisch, nach medizinischen Fachrichtungen, nach jeweiliger Erkrankung? Ihr kennt vielleicht die Herausforderungen: Für einen Termin in einer Spezialambulanz werden alle Unterlagen der letzten x Jahre zu Erkrankung A benötigt, die nächste Ambulanz wünscht Vorbefunde zu A und C, für den SBA, das Pflegegeld, die Eingliederungshilfe sind wieder andere Dinge vorzulegen usw. Und aus eigenem Interesse sollte auch eine kompakte Zusammenschau für Notfallsituationen vorhanden sein.

    Liebe Grüße, Rheinländerin

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von rheinländerin ()

  • Daten von privaten Devices auf klinikrechner zu übertragen macht keiner der noch alle Tassen im Schrank hat.

    Das Risiko kliniksrechner mit Viren zu verseuchen ist hoch, deshalb ist so etwas idR per Dienstanweisung verboten und wird zu recht auch oft technisch unmöglich gemacht.

    Kopie der letzten Arztbriefe und aktuelle medikamentenliste auf Papier. Ist in der Regel ausreichend.

    Bei komplizierten Verläufen gerne auch etwas mehr.

    Aber, es sollte nicht ausufernd sein. Das kann kein mensch lesen.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Mir - ganz persönliche Meinung - ist es lieber, Patient bringt sein Ordner mit, ich schaue da schnell durch und sage, was ich kopiert haben möchte. Oft können Leute gar nicht selbst beurteilen, was wichtig ist. Wenn jemand mit chronischer Darmerkrankung, zum Beispiel, deswegen in der Notaufnahme landet und letzten Entlassingsbrief der Unfallchirurgie nach Schenkelhalsbruch dabei hat (alles schon genau so erlebt), hilft mir das oft null weiter.

  • Wichtig ist der Befund, nicht CD voller Bilder

    Das sehe ich anders. Hier schreibt den Befund der Radiologe, nicht der Facharzt. Da helfen die Bilder schon sehr weit. Ich habe auch schon Bilder nach D geschickt.

    Daten von privaten Devices auf klinikrechner zu übertragen macht keiner der noch alle Tassen im Schrank hat.

    Sehe ich auch so. Wird hier aber gemacht. (Genauso wie staendig word docs zu verschicken anstatt pdfs)#rolleyes


    Danke @alle! #danke

  • Ich habe mir jetzt, gruppiert nach Themen (Arztbriefe, Schulbeurteilungen, Zeugnisse) Kopiervorlagen erstellt, die rückwärts sortiert sind, bei Kopie also sofort in der richtigen chronologischen Reihenfolge ausgespuckt werden. Dann ist der Krempel halt doppelt und dreifach in meinem Ordner, aber es hat mich solche Nerven gekostet, die doppelseitig gedruckten Briefe jedes einzelne Mal einzeln auf den Scanner zu legen. Jetzt kann ich den Stapel in den ADF-Einzug legen und fertig - mittlerweile ist mir die Papierverschwendung, ehrlich gesagt, egal.

  • Wichtig ist der Befund, nicht CD voller Bilder

    Das sehe ich anders. Hier schreibt den Befund der Radiologe, nicht der Facharzt. Da helfen die Bilder schon sehr weit. Ich habe auch schon Bilder nach D geschickt

    Du bist vermutlich nicht in D? Hier geht kein Radiologischer Befund ohne Facharzt raus, höchstens vorläufiger.


    Wenn mir ein Patient bei Aufnahme CD in die Hand drückt, kann ich sie zwar in die radiologische Abteilung geben mit der Bitte, einzulesen ( und zu befunden), das dauert aber bis zum nächsten Werktag. Grundsätzlich ist es nicht falsch, klar, die CDs mit Bilder zu haben, für die Sitzation bei Aufnahme sind sie aber nicht hilfreich.


    Klar kann man auch Bilder bei Bedarf von woanders bestellen. Im weiteren Verlauf.

  • Je nachdem an welchem Arbeitsplatz ich bin kann ich gar keine CD einlesen.

    Und selbst wenn ich die CD gestartet kriege, ich kann die Bilder nicht so interpretieren wie ein Radiologe.

    Natürlich müssen die Bilder befundet werden, und zwar von jemandem der das sehr oft macht.

    Mit vorhandenem Befund kann ich auch viele Bilder lesen, zum selber interpretieren und nichts übersehen bin ich einfach nicht tief genug in der Materie

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Hier schreibt den Befund der Radiologe, nicht der Facharzt.

    Der Radiologe ist doch ein Facharzt. Er ist wirklich derjenige, der die Bilder am besten befunden kann, dafür, was dann mit dem Befund gemacht wird, welche Konsequenzen erforderlich sind, ist dann Orthopäde, Internist, Chirurg, Gyn, usw zuständig.

  • Wir sind bisher nicht genug krank, dass wir eine Patientenakte bräuchten. Gott sei Dank.

    Wenn doch, dann sind die in der glücklichen Situation, dass es hier in diesem Land die online-Krankenakte gibt, in der fast alle Befunde drin sind. Das bringt aber auch nur dann was, wenn die Befunde denn auch alle gelesen werden. Oft ist aber da so ein Wust und solche Massen an Briefen und Daten drin, dass es schlicht unmöglich ist... es sei denn, jemand fasst mal den Beschluss und ist so gnädig, eine Zusammenfassung zu schreiben. Passiert leider so gut wie nie (und da kann ich mich gerne auch an die eigne Nase fassen).

    Leider umfasst die online Krankenakte nicht Daten aus der Psychiatrie, Frauenheilkunde oder andere Bereiche, die der Patient hat sperren lassen.

    Das mit der Psychiatrie stört mich immer noch ein bisschen, da ich finde, dass so die Psychiatrie immer noch als was besonderes betrachtet wird, was spezielle geschützt wird und damit zur Stigmatisierung der psychiatrischen Erkrankungen beiträgt. Auch unter medizinischen Kollegen. Denn die Akten sind ja nicht für weiss Gott wen offen, sondern nur für medizinisches Personal.


    Dass Teile der Akte gesperrt sind, ist auch insofern blöd, dass deswegen auch nicht die komplette Medikation sichtbar ist, Stichwort Wechselwirkungen und so.

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • Wenn doch, dann sind die in der glücklichen Situation, dass es hier in diesem Land die online-Krankenakte gibt, in der fast alle Befunde drin sind. Das bringt aber auch nur dann was, wenn die Befunde denn auch alle gelesen werden. Oft ist aber da so ein Wust und solche Massen an Briefen und Daten drin, dass es schlicht unmöglich ist... es sei denn, jemand fasst mal den Beschluss und ist so gnädig, eine Zusammenfassung zu schreiben.

    Das werde ich nun selbst machen, sobald ich die Kopien meiner Krankenakte, aller Untersuchungen usw bekomme. Jeder, der in meine Akte guckt, sagt nur: Was ist das fuer ein Chaos... #haare Ja... Ich bin seit 8 Jahren hier in dieser Abteilung in 'Behandlung'...

  • Wir führen für L. eine Akte, in der alle Befunde sortiert gesammelt werden. Meine Aufteilung ist:

    Stationäre Aufenthalte

    Orthopädie

    Kinderhospiz+Palliteam

    Radiologie

    Kardiologie

    SPZ

    Labor/Mibi

    Ambulant

    Auge

    Genetik


    Ich mag es auf Papier, weil ich die Akte schnell schnappen und mitnehmen kann.