Rassistische/stereotype Missionsspardose in der Weihnachtskrippe-ein NoGo oder nicht?

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  • Wir waren als Familie mal in einem Land, wo es sehr viele biracial Menschen gab (wie sagt man das auch deutsch?). Es war sooooo unendlich angenehm, endlich mal nicht aufzufallen (und wir fallen nicht Mal so extrem auf), und dennoch war es fuer uns deutlich zu spüren. Ich glaube, dass kann man sich so gar nicht vorstellen, wenn man das nicht mal selbst erlebt hat. V

    doch ich versteh das total. Kann das sehr gut nachvollziehen, nur war ich die einzige Weiße.

    und ich sag Dir ja, ich fühl mich hier irgendwie immer so ein Stück weit gehemmt.... ich denke das ist für beide Seiten schwer...


    also was ich meine... ich hatte einen afrikanischen Mann, der war mir aus bestimmtem Grund sehr unsympathisch (hat was gemacht). Bei jemand anderem hätte ich das genauso doof gefunden.... den hätte ich aber einfach nur für blöd erklärt... bei dem afrikanischen Mann war ich da gehemmt.


    und so wärs mir wahrscheinlich auch mit dem BMW Fahrer gegangen...


    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du von den USA sprichst... da war für mich auch sehr spannend... wir waren zuvor in einem anderen englischsprachigem Land und immer war ich die Ausländerin... das war einfach klar... in USA nicht. Das war für mich auch so ein Aha Erlebnis.


    mama5 und warum ist das deiner Tochter peinlich. Auch das versteh ich nicht. Einfache Frage, schlagfertige Antwort (und ich hoffe jetzt einfach, das war auch genauso nett gemeint oberdoof fände ich es nämlich wenn der Mensch ob so einer Frage pikiert wäre), perfekt wäre von deiner Tochter gewesen wenn sie genauso lustig gekontert hätte.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • claraluna Nein, ich meine nicht die USA. Dort haben wir gelebt und es durchaus gespürt anders zu sein. Weniger als in Deutschland, aber dennoch spürbar und zT auch mit offenem Rassismus. Wie gesagt einfach Teil der Masse sein und dazuzugehören ist manchmal auch was schönes, dass viele einfach als selbstverständlich wahrnehmen. Und ich denke, dieses Gefuehl haben Menschen, denen man die nicht-deutsche Herkunft anzusehen glaubt, wenig. Manchmal hat es natuerlich auch Vorteile anders zu sein, oft aber auch nicht.


    Aber man kann sich nicht immer aussuchen wo man wohnt.


    Ich denke, wir alle haben unsere Erfahrungen gemacht, wo wir Menschen mal falsch eingeschätzt haben, wo wir gehemmt waren etc. Ich kann diese Reaktionen auch aus eigener Erfahrung verstehen. Aber es zeigt mir eben einfach auch, wie die Lage ist.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Peinlich weil er das so daher gebracht hatte das er da halt die falsche Person für eine solche Frage ist und sie sich das vielleicht hätte denken können

  • Ich hatte gestern eine ziemlich skurrile Situation mit unseren Nachbarn. Sie sind in zweiter Generation hier, sprechen perfekt deutsch, gebildet, etc.

    Sie selber sagen von sich, dass sie stolze Türken sind und keinesfalls Deutsche. Die Infos dienen nur dazu, dass ihr euch ein Bild machen könnt. Gestern gab es nun folgendes Gespräch zwischen Mutter und Sohn über die Kinder im Fussballtraining.


    Sohn: Mama, Albaner waren die dir sich immer gegenseitig töten

    Mama: Genau! Das machen die.

    Sohn: und ich bin ein Kanacke

    Mama: Genau! Du bist ein Kanacke und stolz drauf!


    Sie sind dann zum Training gefahren und ich bin immer noch irritiert. Ich finde das dermaßen befremdlich und Frage mich woher das kommt.

  • Ich denke, dass ist ein ähnliches Phänomen, wie hierzulande bei den "Tschinggen" (Italiener:innen erster, zweiter, dritter Generation) zu beobachten ist. In dem Moment, wo die Gruppe den ursprünglich despektierlichen Begriff selbst übernimmt und ihm eine eigene Bedeutung gibt, übernimmt sie die Deutungshoheit.


    Stolz finde ich persönlich doof - dankbar für die Länder, in denen ich wohnen durfte und die unterschiedlichen Einflüsse meiner Familie bin ich durchaus.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Der Wikipedia-Artikel zu Kanake gibt schön wider, woher das Wort kommt, wie es dann zum Schimpfwort wurde und dass es seit einigen Jahren von Migranten als Selbstbezeichnung "zurückerobert" wird.


    Und der Rest: Migrationshintergrund schützt vor Rassismus nicht - sonst wäre er ja einfach einzudämmen.

  • Mein Sohn ist in einer multinationalen Klasse.

    NIEMAND der Freunde mit Migrationshintergrund fühlt sich als Deutscher. Im Gegenteil wird die türkische, griechische, polnische, russische Herkunft stets betont. Meinen Sohn nervt das total.

    Bei Deutschen würde das berechtigterweise auch befremdlich wirken.

  • Ich verstehe es immer nicht, weshalb es befremdlich wirkt, wenn eine Person ihre Herkunft betont.

    Sofern das alles ohne rassistische und/oder diskriminierende Elemente bleibt, darf doch jede_r selbst entscheiden, was er betonen möchte an seiner Person.

  • weil man auf der einen Seite nicht Integration fordern kann und auf der anderen Seite dann betont, dass man ja gar nicht integriert sein will.


    Ich denke, das ganz generell das Problem hier... die Amerikaner fühlen sich als Amerikaner und können trotzdem stolz auf das Land sein aus dem sie kommen. Trotzdem sind sie als erstes Amerikaner.


    Ich finde andere Kulturen sehr bereichernd. Und bin trotzdem der Meinung dass es nicht funktionieren kann, wenn man Leute zusammenschmeißt, die sich einer anderen Kultur verpflichtet fühlen und sich nicht auf ein gemeinsames "Leitbild" oder wie man das auch immer nennen mag, einigen können.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Für mich und in dem Umfeld, in dem ich mich bewege, schließt es sich nicht aus, seine Herkunft zu haben (tun wir ja alle), diese auch - wenn man möchte - zu betonen und gleichzeitig super integriert zu sein.

    Ich vermisse in meinem multikulti-Umfeld keine Integration, kein gemeinsames Leitbild (alles vorhanden #confused) und finde es trotzdem nicht befremdlich, wenn da jemand einfach stolz ist oder betont, er sei Grieche. Funktioniert super.

    Deshalb eben mein Befremden über das Befremden.

  • Man kann wunderbar integriert sein und trotzdem die eigenen Wurzeln betonen.

    Diversität heißt das Stichwort.

    Es gibt überhaupt keine „Leitkultur“ (auch wenn das Wort nicht fiel war es ja gemeint). Jeder Mensch ist individuell. Die Forderung, alle mögen sich einem einheitlichen wasauchimmer unterordnen (und dann passen die einzelnen doch nicht rein, weil zu...) finde ich nicht sinnvoll.

  • Ich denke mal, was unangenehm aufstößt, ist Nationalismus, übertriebener Patriotismus. Wenn ein Kind aus der Multikultiklasse sagen würde: "Hört mal, ich bin echter Deutscher!" Mit dem Beigeschmack, was Besseres zu sein, geht das halt zu weit, genau wie umgekehrt auch.

  • Ich unterschreibe bei jascha #ja

    Die ganze Zeit habe ich jetzt darüber nachgedacht, was mir so Unbehagen bereitet und es ist wirklich mein eigenes Befremden darüber, dass es jmd befremdet, wenn ein anderer seine Herkunft betont. Und die Annahme, um sich zu integrieren, müsse man diese ja "ablegen". Irgendwie gruselt mich das.

    Und "integrieren" wird mMn auch sehr .... äh ... unachtsam verwendet. Das aber nur am Rande.

    Ist ja eh OT.


    Edit: natürlich bereitet mir nicht mein Befremden das Unbehagen. Ich denke, man versteht, was ich meine.

  • gluecksmama. das hat hier niemand geschrieben. Die Herkunft zu vergessen.


    Zu mehr habe ich keine Lust mehr.

    Es hat auch ebenfalls niemand geschrieben "Herkunft vergessen" #confused

    Schade, dass du dir auf die Füße getreten fühlst, das war nicht meine Absicht. Ich äußere eben auch mein Befremden, wie du ja auch und es ist ja ok und - eigentlich - auch Diskussionsgrundlage, von unterschiedlichen Dingen befremdet zu sein.

    Wenn man dann offen bleibt und in den Dialog geht, kann man Verständnis und Miteinander entwickeln und erlebbar machen :)