Hamstern wir jetzt Nurofen? - Die aktuelle Situation um Kindermedikamente

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  • Also hier war das Umfeld sehr sparsam und es ging eher in die Richtung „nur, wenn es nicht anders geht“.

    Und das ist doch kein Wettkampf. Manche brauchen es häufiger, als andere, manche sind häufiger oder schwerer krank oder leiden mehr darunter. Ich finde nicht, dass man sich jetzt rechtfertigen muss, wenn man Medikamente benötigt.

    Und ja, früher mussten viele da einfach durch, das halte ich aber nun nicht für erstrebenswert.

    Kein Wettkampf

    Aber Gesundheitssystem zu teuer, Medikamentenmangel

    Da kann man ja schon mal schauen was notwendig ist und was nicht.

    Und als allererste Maßnahme würde ich die Erstattung von Homöopathie abschaffen

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Vielen Dank für eure Beiträge, das hilft mir zum Verstehen. Frisch ja, ich komme aus einem Haushalt, der zu meiner Kinderzeit durch anthroposophische Vorstellungen geprägt war. Was übrigens auch bedeutete, dass unser Kinderarzt, als wir Masern und Windpocken hatten, mehrfach auf Hausbesuch bei uns war, also an der Stelle gab es gefühlt mehr Ressourcen.

    Ich hatte einen Beitrag über Leute gesehen, die in den Niederlanden Medikamente einkaufen, weil sie in Deutschland nichts mehr bekommen (war der evtl. sogar hier verlinkt?). Da sah man dann auch Leute mit mehreren Packungen aus der Apotheke gehen, das wirkt schon "hamsterartig".

    Ich würde nicht alles so machen wie meine Eltern damals (meine Eltern wahrscheinlich auch nicht), aber ich habe jetzt zum Beispiel nicht versucht, noch Ibu zu hamstern, obwohl ich auch manchmal Kopfschmerzen habe (und dann in der Regel eine Schmerztablette nehme).

    Und ich hatte ja gerade selbst einen Unfall und bin gerade etwas genervt davon, dass ich im beruflichen Umfeld immer wieder (sicherlich total lieb gemeint, manchmal vielleicht auch aus Haftungserwägungen oder weil man selbst genervt ist) Arztbesuche nahegelegt bekommt, die in meinen Augen unnötig sind. Wenn ich mal etwas länger erkältet bin, dann soll ich auch immer zum Arzt gehen. Der nix macht, außer schlimmstenfalls irgendein Antibiotikum zu verschreiben (bei Erkältung) oder zu röntgen (bei Unfällen). Das kostet alles Zeit und Kraft. Dabei hätte es in den bisherigen Fällen auch gereicht, einfach sich auszuruhen und ein paar Hausmittel anzuwenden. Meine Prellung ist heute schon wieder besser, von daher vermute ich, dass es diesmal wieder so ist.

    Ach ja, ich war vorhin in der Apotheke, um ein Blutdruckmedikament zu besorgen und bekam in zwei Apotheken gesagt, dass es Lieferengpässe gäbe.

  • Wir haben doch Pharma Industrie in Deutschland und Europa, warum werden die jetzt nicht verpflichtet? Gerade biontec hat soviel Geld verdient durch die Impfung, die können bestimmt mehr… bei Luxusgütern ist mir das ziemlich egal, aber Medikamente finde ich schon essentiel und die Engpässe sind ja nicht erst seit gestern bekannt. Da hat man innerhalb kürzester Zeit eine Impfung aus dem Boden gestampft, und viel Geld damit verdient, aber Antibiotika oder fiebersenkender oder wie las jetzt auch krebsmedikamente schafft man nicht. Als Laie verstehe ich das so garnicht.

    Das Problem sind die Grundsubstanzen.

    Wenn die nicht lieferbar sind, kann auch die willigste Firma nix herstellen.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Es kommen auch die Rohstoffe aus China, Indien und den USA, meine ich. Die Lieferketten sind auch betroffen.

    Weiß ich, ist aber schon länger so, und warum hat man da nicht reagiert?

    Vermutlich weils bisher ja immer irgendwie doch noch funktioniert hat und ist ja nicht lukrativ und so. Typische Finanzpolitik halt #yoga

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Ibu in Tablettenform muss man aktuell auch nicht Hamstern meiner Info nach.

    Hamstern hat auch nichts mit dem reellen Bedarf zu tun. Wenn manche jetzt Flaschenweise ibusaft im Ausland besorgen, sind das eventuell auch die Leute, die mal Klopapier gehamstert haben und wahrscheinlich teilweise heute noch von ihren Vorräten zehren.

    Hauptsache man hat möglichst viel von rarer Ware im Haus. #rolleyes

  • Und als allererste Maßnahme würde ich die Erstattung von Homöopathie abschaffen

    Diese Maßnahme ist zweifellos geeignet, Ausgaben von Krankenkassen zu begrenzen, aber ich habe ernsthafte Zweifel, dass es gegen die momentanen Engpässe bei Schmerzmedikamenten hilft.

    Wirklich interessant finde ich, dass hier die Apotheken nichts beischaffen können an Ibu für Kinder, aber 50 Kilometer weiter, über der Grenze, gibts genug. Da muss ja wohl noch ein anderes logistisches Problem drin stecken als die Lieferkette aus wasweißichwo.

    Die beste Vergeltung ist, nicht zu werden wie dein Feind (Marcus Aurelius)

  • Ihr seid süß, Rezept auf dem Handy ?? Es gab einen Versuch dieses Jahr, ausgedruckt auf Papier mit QR Code. Gab aber nur wenige Praxen die es gemacht haben und eigentlich liegt es auch wieder auf Eis, Datenschutz und so ?

    In Finnland geht das Rezept online auf einen Server und alle Apotheken des Landes können per Sozialversicherungsnummer des Patienten drauf zugreifen und das Medikament aushändigen. Muß man nur in der Apotheke seinen Sozialversicherungsausweis vorzeigen bzw die Nummer aufsagen können......

    Das ist schon seit mind. 10 Jahren so geregelt.

    Die langweiligsten Frauen haben die ordentlichsten Haushalte...

  • Das mit der Homöoathie unterschreibe ich. Aber neben dem Problem der Finanzierbarkeit, das ja ein grundsätzliches ist, geht es ja hier grade um den Mangel an bestimmten Medikamenten. Und der kommt, wie Frisch schon schrieb, nicht dadurch, dass plötzlich alle zu viel Medikamente geben, sondern dadurch, dass gerade viel mehr Menschen krank sind, als sonst, viel weniger geliefert wird (und das wird sich noch weiter verschärfen mit dem Umbruch der Covid Politik in China) und deswegen, weil offenbar u.a. durch die KV-Verträge der Markt hierzulande kaputt ist.

    Es ist nicht die Schuld der Eltern. Dass man Medikamente angemessen einsetzt, darüber sind sich hier sicher alle einig.

  • Ich finde die Erstattung von Homöopathika auch Quatsch, allerdings machen die meiner Erinnerung nach nicht so viel von den Kosten aus (Hier steht: 9 Millionen gegenüber 47 Milliarden Gesamtausgaben).

    Wenn man danach geht, was wirklich gut hilft, muss man ehrlicherweise auch einiges an echten Medikamenten aussortieren bzw. nur deutlich eingeschränkter verordnen...

  • Es gibt nicht nur keine schnelle Lösung, es gibt mMn noch nicht mal eine belastbare Ursachenanalyse.

    Wir hier im Forum müssen die nicht betreiben; wofür leisten wir und Gesundheitsministerien und so was?

    Die Zuständigen sollen was tun für ihr Geld, herausfinden, wo es hakt und Abhilfe schaffen, nicht bloß Flohmarktideen für Mangelverwirtschaftung raushauen.

    Gegeben:

    - wir (deutsches Gesundheitssystem) haben Engpässe

    - unsere europäischen Nachbarn offenbar nicht

    Gesucht:

    - was genau machen die anders

    - was machen wir (deutsches Gesundheitssystem)falsch

    - was können wir (deutsches Gesundheitssystem)- ggf. am Beispiel orientiert - besser machen

    Alles, was wir hier im Forum und als sonstige Privatpersonen tun können, ist uns ärgern und Abgeordnete anschreiben. Und hoffen, dass unsere Kinder, wenn sie krank werden, ausreichend versorgt werden können.

    Die beste Vergeltung ist, nicht zu werden wie dein Feind (Marcus Aurelius)

  • Ich muss mich ka mal outen, denn ich habe mir im September(?) Als die ersten Meldungen kamen wegen Knappheit an Ibu Saft eine zusätzliche Flasche geholt (Meine jüngste hatte mal wieder eine Erkältung, ich habe eine Kindkrank Meldung gebraucht und daher ein Rezept bekommen)

    Zusätzliche hatte ich noch eine volle Flasche zuhause.

    Ich habe 3 Kinder alle noch zu klein zum Tabletten schlucken, ich finde es beruhigend etwas zu Hause zu haben, gegen Schmerzen (kann sich ja jemand den Arm brechen,... Und gegen Fieber).

    Die erste Flasche haben wir bei der allgemeinen Erkätungswelle jetzt angebrochen, die zweite hab ich noch, der Winter ist ja noch lange.

    Ich gebe selten bei Fieber, aber wenn meine Kinder über Schmerzen klagen will ich ihnen was anbieten können

  • Ich habe auch großes Verständnis für Leute, die "hamstern". Es braucht viel rationale Arbeit, um sich selbst nicht durch Aktionismus zu beruhigen, wenn es um bestimmte Angst-Szenarien geht. Dafür braucht man Ressourcen, die gerade Eltern zur Zeit bestimmt nicht immer haben.

    Wer mit Migräne lebt, weiß, dass die Vorstellung, kein Schmerzmittel nehmen zu können, Schweißausbrüche auslösen kann. Möglicherweise geht es Eltern, die das Kranksein ihrer Kinder - ganz egal, aus welchen Gründen - als bedrohlich erleben und sich selbst ungern als hilflos, ganz ähnlich.

    Hilfreich fände ich tatsächlich, sachlich und ruhig über Alternativen zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung aufzuklären. Das wäre das beste Mittel gegens Hamstern, in meinen Augen.

    (Genauso hätte das übrigens mit Klopapier funktioniert - alle, die ich kenne, die schon einmal in Indien waren, hatten keinerlei Angst vor Klopapierverlust :D)

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Und wer weiß ob die Eltern die in den Niederlanden einkaufen nicht auch für die Kinder von Freunden und Bekannten was mitbringen. Anstatt das jede Familie einzeln fährt.

    “Stelle Dich an den Abgrund der Hölle
    Und tanze zur Musik der Sterne!”
    (Walter Moers)

    Du darfst sein, wer du bist, du darfst dich äußern und wir nehmen das ernst. Da ist immer beides: Wurzeln und Flügel, Bindung und Freiheit.

    (Herbert Renz-Polster)

    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Mit meinem ersten Kind damals (mehrere Fieberkrämpfe und dazu so oft MOE wie andere Schnupfen hatten) hätte ich auch Nurofen gehamstert. Da wäre ich ohne einfach trotz allen Hausmitteln sowas von geliefert gewesen.

    Und wenn ich ohnehin dafür nach Holland gefahren wäre - ich bin ja auch für ne ZAHNPASTA mal nach Holland gefahren, weil mein Picky Eater nur diese akzeptieren konnte #rolleyes - hätte ich in der KiTa vermutlich vorher gefragt, ob ich irgendwem mit ähnlicher Problematik noch was mitbringen soll.

    Es gibt überall auch Gutes in der Welt.
    Selbst RTL hat Ninja Warrior!

  • Übrigens habe ich selbst bei meinen Kindern (10 und 16) noch nie Fieber senken müssen (bisher ...).

    Aber in meinem Bekanntenkreis sind gar nicht wenige Kinder, bei denen sehr hohes Fiebern eher ungut ist bzw. Senken ärztlich angeraten.

    Die Freundin meiner Tochter z.B. halluziniert bei Fieber, andere neigen zu Krämpfen, mein Neffe hatte letztes Jahr einen Schlaganfall.

    Ist so ein bisschen wie mit der Frage, wer Risikopatient:in ist - wenn man nachfragt, sind es gar nicht so wenige, bei denen man es lieber nicht ausprobieren möchte ...

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Also hier war das Umfeld sehr sparsam und es ging eher in die Richtung „nur, wenn es nicht anders geht“.

    Und das ist doch kein Wettkampf. Manche brauchen es häufiger, als andere, manche sind häufiger oder schwerer krank oder leiden mehr darunter. Ich finde nicht, dass man sich jetzt rechtfertigen muss, wenn man Medikamente benötigt.

    Und ja, früher mussten viele da einfach durch, das halte ich aber nun nicht für erstrebenswert.

    Danke! jascha das sehe ich genau so!

    Und auch Frisch

  • Susan Sto Helit Unsere Kinderärztin damals hat auch Hausbesuche durchgeführt, ich kann mich an einen erinnern, als ich Lungenentzündung hatte.

    Frisch Mich irritiert diese Diskussion auch gerade. Es handelt sich um ein strukturelles Problem, und ich finde es unfair, den Eltern eine Mitschuld unterzuschieben. Aber ja, kann man ja mal versuchen. Und ich habe eigentlich immer eine Flasche da, weil a) einige Kinder und b) davon einige, die keine Tabletten schlucken können und Zäpfchen einfach keine Alternative sind.

    Julia und Tochter (11/04), Tochter (04/08), Sohn (06/17) und Tochter (12/20)

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.