Teenager zum Lernen motivieren - Lehrergespräch Tipps gesucht

  • Für sämtliche Sprachen und die meisten anderen geisteswissenschaftlichen Fächer.

    Das ist definitiv falsch. Ich kenne an mehreren Unis in Deutschland Studiengänge für romanische (!) Sprachen und dort kann man heute i.d.R. Latein auch durch eine andere Sprache ersetzen, also z.B. Spanisch für ein Französischstudium. Vielleicht mag es an einigen Unis noch so sein, dass man das Latinum braucht. Das sind dann aber Ausnahmen.

  • Für sämtliche Sprachen und die meisten anderen geisteswissenschaftlichen Fächer. Für die Promotion in Geschichte hätte ich sogar das große Latinum gebraucht (oder auch Latein äquivalent zu fünf Jahren Unterricht) - ich hab dann in Politikwissenschaften promoviert.

    Es hat sich da ja auch viel geändert.
    Ich habe leider keine Komplettübersicht gefunden.
    Aber es sind viel weniger Fächer, als bei uns früher.

  • Da kommt dann wieder nur das Argument, dass man ja fürs reine Vokabeln lernen keine Nachhilfe bräuchte.

    Ich denke das Problem ist halt auch, dass er nie was lernen musste, er hat nicht gelernt zu lernen.

    er braucht nachhilfe fürs lernen selber, nicht für vokabeln pauken.


    ich hab nochmal nachgedacht. ich würde dem sohn wahrscheinlich alles nochmal auf den tisch knallen, was ich an lösungen so zu bieten haben und ihm sagen, dass er gerne eine möglichkeit aussuchen kann, aber nicht erst drei tage vor der letzten schularbeit. und dass ich ihn ab jetzt in ruhe lasse und es alleine seine sache ist, ob er sitzen bleibt oder nicht.

    interessant, dass Latein allgemein doch tatsächlich also schwierig angesehen wird.

    latein ist nicht schwierig, nur mühsam. man muss auswendig lernen. die schulmathematik ist mit logischem denken und ein bischen aufmerksamkeit im unterricht recht gut machbar. logisches denken hilft aber nur sehr wenig bei latein.

    #rose

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.


    Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral. Johanna Dohnal

  • Ich persönlich fände ja sitzenbleiben als größte Strafe.


    Auch ohne zweite Fremdsprache kann man abitur machen, in 13 jahren. Dann kommt die zweite Sprache in klasse 11-13. ich denke im fachabitur braucht man die zweite Fremdsprache auch nicht. Klar, das wäre mit schulwechsel verbunden.


    Aber ein qualfach wiederholen, das er wahrscheinlich nicht braucht im leben, wäre doch der komplette horror und die größte Motivation sich nochmals dem vokabellernen hinzugeben.

  • Mondschein und Alanna Danke, dann bin ich da nicht mehr auf neuestem Stand. Wobei ich es 2008 in Heidelberg noch brauchte. Aber das war kurz vor Abschaffung des Lehramtsstudiums, vielleicht hat der Bachelor das Latinum hinfort gespült.. :D

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Ich hatte in der 9. Klasse selbst einen Hänger in Latein und habe mit einem halben Jahr Nachhilfe die entstandene Lücke schließen können. Hinterher habe ich wieder Spaß an Latein gehabt und noch das große Latinum gemacht.


    Der feste Termin in der Woche hat mir sehr geholfen (ich musste aber auch Grammatik nachholen). Sich da selbst zu motivieren und einen gefühlten Riesenberg alleine nachzuarbeiten schafft glaube ich kaum jemand.

  • Latein ist für mathematisch interessierte so lange witzig wie man keine Vokabeln lernen muss. Das hat mir auch das Genick in Latein gebrochen. Ich brauchte sonst nicht viel zu tun und habe nicht verstanden dass ich in dem einen Fach so etwas stumpfens wie Vokabeln lernen soll.

    Hat am Ende nix gemacht weil dritte Sprache, und hat meine Eltern davon überzeugt zu unterschreiben dass ich es abgeben kann

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Ich würde erstmal in Erfahrung bringen, ob eine 5 in Latein die Versetzung in die Oberstufe gefährdet. Wenn nicht, wäre ich gelassen und würde keine Bemühung unternehmen, die Minimalstrategie des Sohnes deutlich zu verändern. Solange die Lateinnote noch irgendwo im 4er-Bereich sein sollte, und das wird sich ja beim Lehrergespräch klären, gäbe es ohnehin keinen sofortigen Handlungsbedarf.

  • Also ich hatte das „Glück“ gleich am Anfang einen ganz schrecklichen, mega furchteinflössenden Lateinlehrer zu haben. Es war das einzige Fach, das ich ein Jahr lang jeden Tag gelernt habe und bei dem ich mir freiwillig Nachhilfe organisiert habe.


    Danach musste ich nie mehr einen Strich für Latein machen. Ich hab sogar mein Abi drin gemacht. Das schöne ist nämlich, dass Latein einen sehr begrenzten Wortschatz hat, weil da ja alle neuzeitlichen Wörter nicht existieren.


    Andere Kinder, die am Anfang nicht so viel gelernt haben, sind da auch nie mehr nachgekommen.


    Vielleicht motiviert deinen Sohn das ja als Denkansatz.

  • Tolles Buch und tolle Website, vielen Dank für den Tipp. Die Videos sind auch klasse. Viele Anregungen auch für meinen jüngeren Sohn, der sich so schwer tut auf dem Gymnasium und mit dem Lernen. Für den Großen wäre das Buch ein super Einstieg...muss ich unbedingt besorgen!

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • ich würde in dem Alter nichts mehr machen, was er nicht mit tragen will. Er ist alt und clever genug die Konsequenzen mit Dir gemeinsam anzusehen und zu entscheiden, ob er was ändern möchte und ob er dazu Hilfe annehmen will.

    Anbieten, ja, aber nicht zwingen.

  • Ich hab mal gerade nachgeschaut. In Rheinland Pfalz muss man eine zweite Fremdsprache mindestens vier Jahre vor Eintritt in die Oberstufe durchgehend belegt haben, um die Verpflichtung von zwei Fremdsprachen erfüllt zu haben und in der Oberstufe keine neue anfangen zu müssen. Das ist wie hier in Niedersachsen. Man muss z.B. Latein nur gemacht haben. Für das Latinum braucht er als letzte Note auf dem Zeugnis mindestens eine vier. Unter den Voraussetzungen würde ich die Verantwortung bei ihm lassen und eventuell Nachhilfe anbieten, dass er sich wenigstens einmal die Woche mit Latein beschäftigt.

  • Danke für die Infos bzgl der Oberstufe! Das entspannt die Sache zwar, aber ich finde trotzdem sein Latinum muss er schaffen. Dann hat er sich wenigstens nicht "umsonst" die Sprache angetan, ne vier ist doch echt zu schaffen mit bisschen gutem Willen...

    Zum Nikolaus hat er jetzt mal das hier bekommen für den Anfang ;-)


    Kaputt ist der Kopf: Mit Wortbildern hundert und mehr Lateinvokabeln pro Stunde lernen https://www.amazon.de/dp/3868825290/ref=cm_sw_r_cp_apa_xDmcCbG2ST266


    Hatte ich vor einiger Zeit schon gekauft und fand es damals dann unpassend, mittlerweile passt es finde ich ;-)

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Also ich als vollkommener Logik-Mensch mit Trend zur Faulheit sage auch: Latein ist langweilig, weil die Grammatik zu einfach, zu strukturiert ist und man eigentlich nur fleissig Vokabeln lernen muss, um gut darin zu sein. Ein reines Fleissfach sozusagen ;) . Ich habs nach 2 Jahren gekippt und mich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Welt zugewandt.

    Das Latinum braucht man hier auch nur noch in den wenigsten Fächern. Nicht einmal mehr für Geschichte ist es zwingend notwendig glaube ich.


    Zum lernen: ich fände es wichtig, dass er lernt zu lernen und Lernstrategien mit auf den Weg bekommt, bevor es zu schwierig wird. Mir haben die Bücher von Verena Steiner (Exploratives Lernen) geholfen, aber geht doch mal zusammen in eine grosse Bibliothek / einen grossen Buchladen (z.B. einer nahen Uni?) und schaut was es da so gibt. Besser als einfach nur Nachhilfe wäre ein Lerncoaching, damit er die zu ihm passenden Lernstrategien entwickeln / lernen kann.

  • Macht Dein Sohn nach 12 oder 13 Jahren Abitur?

    Mein Sohn hat G8 und es jetzt nach der 9. abgewählt, er war mehr als glücklich. Er hat zwar jetzt kein Latinum, aber das ist ihm sowas von egal und mir fällt auch kein Studiengang ein wo es Voraussetzung wäre.

    Ansonsten finde ich das sich sehr viele mit der 2. Fremdsprache schwer tun, Englisch fluppt besser, Französisch finde ich jetzt auch keine leichte Alternative zu Latein.

  • Es ist bei uns G9. Ich denke auch das Thema Lernstrategien wäre wichtig. Wird in der Schule viel zu wenig vermittelt leider...

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Das mit Französisch ist hier anders.

    Anfangs sind die Lateiner vor und haben gute Noten.

    Nach ca. 1,5 Jahren dreht sich das.


    Der Vorteil von Französisch (und auch Englisch, Spanisch, Italienisch) ist, dass es gesprochen wird.

    Und da ist es heute wirklich leichter, weil die Sprache viel mehr genutzt wird und nicht nur Grammatik und Vokabeln erfragt werden.

  • Sorry dass ich mich nicht früher gemeldet habe. Es ist gerade alles so viel und ich krieg es nicht sortiert. Das Lehrergespräch war schrecklich, die Lehrerin hat uns klar zu verstehen gegeben, dass er große Lücken hat, keine Motivation und dass wenn im zweiten Halbjahr Originalliteratur (Cäsar) gelesen wird, normalerweise ein Einbruch bei den Noten kommt, den er sich aber nicht leisten kann. Ich habe hin und her versucht Vorschläge zu machen, was er tun kann, sie hat auch eine Nachhilfe genannt mit Kontaktdaten, und gefordert, dass wir ihn strenger kontrollieren sollen, dass er übt und Vokabeln lernt und so. Ich hab dann aber sehr schnell gemerkt, dass das einfach nicht mein Ding ist. Ich hab ihn nie kontrolliert, ich hab ihn immer sein Ding machen lassen, weil er es auch immer gemacht hat und weil einfach immer klar war, er ist ein 1er und 2er Schüler, der schnell begreift, bei vielen Themen anderen in seinem Alter voraus ist, vielfältig interessiert usw. Da war das nie nötig und ich fand es auch gut ihm die Verantwortung dafür zu überlassen. Das kann ich doch jetzt im Alter von 14 nicht mehr einführen, ich finde das lächerlich. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob er sich selbst aus diesem Loch rausziehen kann. Er sagt ja und er will jetzt auch mehr tun und lernen, aber wie lange das vorhält, ich weiß nicht. Nun hat mich auch noch die Klassenlehrerin kontaktiert und will morgen ein Gespräch. Offenbar ist die Klasse allgemein mittlerweile Thema in der Stufe, sie sei so unruhig und die Arbeitshaltung wäre schlecht und so. Man muss dazusagen, es ist die leistungsstärkste Klasse, eine Klasse, die bilingual unterrichtet wird (Geschichte), da sind nur die Top-Schüler aus den anderen Klassen reingekommen, die, die bereit sind mehr zu leisten, die, die bei sämtlichen Schulwettbewerben mitmachen (er hat ja über Jahre immer den Mathe-Preis bekommen, ohne dafür auch jemals etwas üben oder sich vorbereiten zu müssen, weil er es einfach kann)....nun ist die Klasse negativ auffällig. Hat ein paar absolute Katastrophen als Lehrer, u.a. Mathe. Da muss mein Sohn mitterlweile fast der ganzen Klasse Nachhilfe geben, weil außer ihm keiner rafft, was die Lehrerin erklärt.....und nun gibt es nur noch Beschwerden über die Klasse, weil sie u.a. in Mathe so laut und unruhig sind und stören usw. Ich würde ja sagen, die Klasse langweilt sich bzw. bräuchte halt gute Lehrer, die ihr Thema mit entsprechender Begeisterung rüberbringen und Struktur vorgeben, dann würden die auch funktionieren und wären auch bereit was zu tun.....seltsamerweise bei der Klassenlehrerin gibt es immer noch die wenigsten Beschwerden, die ist streng, anspruchsvoll, motiviert und begeistert die Schüler....sie hatten sie die letzten zwei Jahre in Mathe, da war mein Sohn echt begeistert, weil er gefordert wurde (und trotzdem nur 1er hatte), sie weiß also, dass er was kann. Nun haben sie sie in Deutsch, da läuft es offenbar nicht so, obwohl er es eigentlich kann, hatte er nun ne 4 in der Arbeit, seiner Meinung nach lag ihm der Text nicht.....was weiß ich. Ich vermute in Mathe reicht es dieses Jahr erstmals nicht für ne 1, weil er so ne schlechte Eponote hat, weil es so langweilig ist. Also es geht einfach nur bergab und ich muss gerade dabei zusehen, wie mein Sohn, der immer so wissbegierig war, früher so viel gelesen hat, sich für so viel interessiert, sich in der Grundschule eigentlich nur gelangweilt hat, weil er alles direkt konnte, wo wir hofften, dass es im Gymnasium dann besser wird (wurde es auch zeitweise), jetzt total abrutscht in den 4er und 5er Bereich. Absoluter Underachiever würde ich sagen und die Schule trägt meiner Meinung nach da auch ihren Anteil mit. Ja, die Pubertät ist schwierig, aktuell gibt es andere Interessen bei ihm mit höherer Priorität, aber die Schule gibt sich auch redlich Mühe ihm den Unterricht zu verleiden. Ich glaube, er hat das gedanklich da abgehakt, zumindest einige Lehrer, weil er es einfach totlangweilig findet und dann lieber mit den anderen quatscht und so. Und weil er nie gelernt hat wie es ist was für die Schule tun zu müssen, rutscht er jetzt so böse ab, weil die Lücken sichtbar werden.

    WAS KANN MAN DENN DA TUN??? Muss ich da jetzt einfach bei zusehen und hoffen, dass er es irgendwie in die Oberstufe schafft und da dann die Kurve kriegt???? Muss Schule so sein, muss die Pubertät so sein? Ich kann ihn da nicht mehr reglementieren, ich will das auch nicht. Er muss das selber wollen, aber gerade will er einfach nicht. Ich fürchte trotzdem um die Lücken, die er sich jetzt aufreisst und die er später dann mühsam stopfen wird und mir tut es einfach so leid dabei zusehen zu müssen, wenn ich mich erinnere mit welchem Potential das Kind auf die Schule kam und was er jetzt gerade daraus macht.

    Ach das ist alles sehr chaotisch was ich schreibe, aber ich fühle mich gerade so hilflos und weiß nicht, was der richtige Weg ist und ich bin so sauer auf das Schulsystem und was sie aus den Kindern machen (bzw. was nicht).

    Ich möchte, dass mein Sohn ein glücklicher und zufriedener Mensch wird (da bin ich mir sicher, denn ich weiß ja wie er ist und welche Eigenschaften er hat), aber er soll doch auch was aus seinem Potential machen, ist doch einfach so schade, wenn das so versickert und abstumpft, bloss weil da keiner ist, der den Funken zündet ....

    Oder bin ich doch total auf dem falschen Dampfer, seh ihn in einem falschen Licht, halte mich an der Erinnerung fest, was da mal war, sich aber jetzt verändert hat, müsste ihm doch mehr ins Gewissen reden und Vorgaben machen, braucht er das vielleicht (und kann es mir nur nicht sagen)???

    Sorry für das Durcheinander, mein Kopf ist gerade so durcheinander. Kann nicht schlafen, weil ich das ständig im Kopf durchkaue und einfach nicht weiß, was der richtige Weg ist (mein Gefühl gibt mir zwar einen Weg vor, aber ich traue dem Gefühl nicht so ganz bzw. bin mir nicht sicher, ob ich das aushalte....).....


    Ich bin so froh, wenn Ferien sind. Das ganze Schulthema kotzt mich nur noch an, ich hätte nie gedacht, dass mich das mal so belasten würde, schon gar nicht mit ihm, so einem Selbstläufer...dachte ich....


    danke fürs Lesen. Bin über jedes Feedback dankbar. Ich wünsche euch einen schönen dritten Advent, bei uns ist alles weiß. Wie schön und friedlich sieht es aus....

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Ich sehe das etwas anders.

    Er wird nie gelernt haben zu lernen, weil ihm eben alles leicht gefallen ist.


    Jetzt zu schreiben, dass seine Lehrer alle schlecht und unfähig sind, finde ich etwas merkwürdig.


    Und ja, wenn er es jetzt nicht mehr kann, dann muss er jetzt eben lernen.

    Oder er lernt nicht, schafft es irgendwie oder bleibt sitzen, schafft es nicht.


    Ich finde es nicht so ungewöhnlich, dass in dem Alter ein Einbruch kommt.

    Einmal wegen der Pubertät usw. aber auch weil nochmal angezogen wird.


    Es wird dann eben auch Grundlagenstoff für die Oberstufe vermittelt.


    Was dein Sohn aus seinen Möglichkeiten macht kannst du eh nur bedingt beeinflussen.


    Und wenn du sagst, dass du ihn nicht kontrollieren willst, dann muss er es alleine machen oder eben nicht.