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  • OK, da das bei mir kein Herzensthema ist, sondern ich einfach nur bewusstes Fehlen in der Schule = schwänzen definiert habe, werde ich mir keinen Zacken aus der Krone brechen und künftig einfach das Wort "Streik" benutzen. #ja




    Und mir fällt noch was auf, was für mich dieses Sektenführer hafte unterstützt und zwar: dieser Personenkult. Es ist ja nicht so, als ob es Gretas Job wäre oder sie gewählt worden wäre, dennoch muss immer sie als Person da stehen, ja sogar ziemlich umständlich um die halbe Welt reisen. Auch das soll jetzt kein Vorwurf sein, ich habe keine Ahnung woher das kommt oder wer das bestimmt.


    Als sie ihre erste Rede hielt, dachte ich, sie sei eine Sprecherin einer Gruppe von jungen Leuten die das jetzt in die Hand nehmen - und sich abwechseln.


    Anhänger gibt es genug, aber immer muss Greta ran. Es hätte doch auch einfach ein amerikanischer Jugendlicher sprechen können - gerade wenn es um den Inhalt und nicht die Art und Weise oder gar Person geht.

  • Ja, es ist immer nett, wenn man eine Ikone hat, die man hochhalten kann, die man vorschieben kann, eine Person, auf die man alles projizieren kann.


    Allerdings sehe ich keinen "Kult", denn es geht ja nicht um eine Verherrlichtung Greta Thunbergs. Sie ist eine Aktivistin. Würden die Leute mal hinnemachen in den Regierungen und so, dann könnte sie auch wieder in die Schule gehen und müsste nicht in die USA reisen. Aber sie hat sich ein Jahr Zeit genommen, bevor sie in der Schule weitergeht, um dieses Jahr dieser Sache zu widmen. Ich finde das anerkennenswert.

    Ich wünsche ihr und hoffe, dass sie dann, wenn das Jahr rum ist, die Schule weitermacht.


    Ich würde mir auch einen vorsichtigen Gebrauch des Worts "Sektenführerin" oder "sektenführerhaft" wünschen. FfF ist keine Sekte. Das Wort wirkt auf mich in diesem Zusammenhang inkriminierend.

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.


  • Hallo,


    ein Sektenführer ist für mich jemand, der sich als Person wichtig nimmt, der glaubt und deutlich macht, daß das seelische oder sonstige Heil aller anderern von IHM/IHR und der Nachfolge seiner Ideen abhängt.


    Das Gefühl habe ich bei Greta an keiner Stelle im Gegenteil, es geht nie um ihre Person, die wichtig wäre (außer den Kritikern, die damit vom Inhalt ablenken...) , sondern immer um die Sache - und zwar um eine Thematik, die sich ja nicht FFF mal eben als sozusagen "Lehre" und Ritus ausgedacht hat.


    Ganz im Gegenteil, sie vermittelt mir gerade auch in dieser Rede glaubhaft, daß ihr im Grunde nichts lieber wäre als daß ihr Engagement in dem Maße nicht mehr nötig wäre und sie einfach wieder unbeschwert Teeny und Schülerin sein kann - weil sie darauf vertrauen kann, daß die Erwachsenen die Verantwortung wirklich übernehmen und handeln.

    Tun sie aber nicht. Das ist aber nicht ihre (Gretas) Schuld.

  • Was die Versauerung der Meere angeht (mit weitreichenden Folgen, für einen Großteil der Lebewesen darin) sind übrigens die Prognosen für 2100 bei Messungen schon 2016 erreicht worden. Soviel zu irgendwann.


    Ansonsten sag ich es mal mit Marc Uwe (des Twist zum Klimawandel kommt erst ab Minute 3, lohnt sich trotzdem):

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Ich bin jetzt im Grunde zu spät, aber mir nochmal wichtig das Stilmittel „Whataboutism„ ,also das nicht aufs Argument eingehen sondern ablenkend, weg wischend zu antworten: greta sei manipuliert, greta wirke krank, etc. als Antwort auf die drängenden Fragen des Klimawandels muss meine ich, als Methode genannt werden. Wenn ich sage, ja ich erkenne die Botschaft an, das Mädchen irritiert mich aber, komplett ok. Wenn ich sage ich mag keinen Personenkult und deshalb stößt mich die Rede ab auch in Ordnung. Aber es ist schlicht ein rhetorischer Trick und ein Versuch ein Argument zu entkräften ohne es inhaltlich zu können zu sagen, die ist doch gesteuert und deshalb das Thema Quatsch ( ums platt zu machen). Meinem Eindruck nach ist es im Moment alltägliche Realität diese , inhaltlich quasi leere, Argumentationen zu nutzen. Das sollte immer wieder benannt werden. Es Ist kein Gegenargument zum rasanten Menschengemachten Klimawandel zu sagen, greta rede komisch, wirke gesteuert, sei selbst inkonsequent etc.

    Mondschein das stößt mir tatsächlichen bei deinen links auf. Kein wie auch immer gearteter Zusammenhang zu diesem Unternehmer ändert etwas am Thema menschengemachter Klimawandel. Es entsteht nur das diffuse Gefühl „ach wenn das so ist, dann ist greta nur Fake= Klimawandel nur Fake“

  • nisub ich kann Greta unabhängig vom Klimawandel betrachten.


    Daher teile ich deine Meinung dazu nicht.


    Greta ist auch kein Fake. Sie ist ein junger Teenie, ein Mensch.


    Auch der Klimawandel ist kein Fake.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • So, ich will auch noch mal ;-)



    Auch ein Hausbrand oder ein Krieg führen zu Wirtschaftswachstum.

    Vor allem das Letztere kurbelt mächtig die Rüstungsindustrie an, bis die Enwicklung wieder kippt und ein Land wirtschaftlich ausblutet.


    Und es könnten Tausende neuer Jobs entstehen aus einer bewussten Entscheidung zu effizienterem Haushalten mit Energien, etc.


    In den 80ern hatte auch kaum jemand auf dem Schirm, dass viele Arbeitsplatze, die weggefallen sind, weil die Industrie in Billiglohnländer abgewandert ist, an anderer Stelle im Dienstleistungssektor neu entstehen würden.

    Konnte sich keiner vorstellen.


    Ja, Arbeitsplätze fallen weg.

    Aber neue kommen hinzu.

    Mir fehlt bei der betrachtung immer etwas die andere Seite der Waage (noch von Dir Xenia ).


    Der Punkt, weswegen jetzt nur Pillepalle beschlossen wurde, ist nicht die Angst vor dem Systemumbruch sondern die Angst vor der Hetze der Bildzeitung. Der Grund ist das Wissen, dass die herrschenden Eliten sich ihre Gewinnmöglichkeiten nicht kampflos wegnehmen lassen.


    Und die Ölförderung und die Kohleverstromung sind einfach genau das: Gewinnmöglichkeiten für die herrschenden Eliten.

    Aber sowas von!


    Fiawin ja das meine ich. Ihre Art zu gucken, ihre Art zu reden usw.

    Und es gucken da eben nicht nur Leute zu, die ihr positiv zugewandt sind.

    Für die ist das doch ein gefundenes Fressen.

    Ich sehe da schon die Erwachsenen in der Pflicht sie zu beschützen.

    Wie Fia schon schrieb:

    Und, was wir auch nicht vergessen sollten: Sie ist nicht nur ERST 16, sondern sie ist auch SCHON 16.

    Genau ! 2 Jahre noch und dann ist sie volljährig!

    Viele Menschen fangen in dem Alter bereits an zu arbeiten, mussten sich mit strengen Lehrmeistern auseinander setzen und andere Jugendliche leben für ein Jahr im Ausland.

    Himmel, sie ist doch keine 10 mehr...


    Greta wird da so reingeworfen.

    Und ich glaube, dass es nicht ihr eigener Impuls war, der sie so weit gebracht hat.

    Ich glaube eher, sie hat sich selbst da reingeworfen. Es war ihre Entscheidung, sich alleine in Schweden in den Schnee zu setzen und zu streiken.

    Ja, das alles mag eine Eigendynamik bekommen haben, aber dass das nicht das ist, was sie möchte, bezweiflich ich.

    Also klar, sie möchte nicht da oben auf dem Podium sein, sie möchte eigentlich in der Schule sein. Aber da Klimasituation ist, wie sie ist, ist es IHR ein Bedürfnis, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das zu ändern. So nehme ich sie wahr. Und da finde ich schon, dass es ihr eigener Impuls ist.

    Bestätigt mich aber leider nur, dass ich denke es geht ihr nicht gut.


    Wie muss das sein, wenn du da stehst, ausgelacht wirst und dann unter Tränem weiter redest, bzw. die Tränen versuchst zu unterdrücken....

    Spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können.

    Ich habe schon öfter mal vehement mit Tränen in den Augen für eine Sache gekämpft. Wenn dann jemand gekommen wäre, der nur den Beschützer spielen will, anstatt mich ernst zu nehmen, dann wäre mir erst recht zum Heulen gewesen.

    Ich finde es aber schön, wie besorgt Du um sie bist. Ich weiß nur nicht, ob es das ist, was sie wollen würde. Mich würde solche "Bemutterung" irgendwie abstoßen, vor allem als 16-jährigen mit einem klaren Ziel vor Augen.


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

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  • Es ist leider nicht alles schwarz und weiß. Ich bin z.B. davon überzeugt, dass die erhöhte Mobilität heutzutage Austauschprogramme, Erasmus etc ermöglicht und damit einen wertvollen Beitrag zur Völkerverständigung, im Gegensatz zu Völkstümelei und (Welt)Kriegen, die ja auch nicht ganz so klimafreundlich sind.

    Ja! Es gab schon immer Mobilität und die Handelsstraßen waren nicht nur für den Warenaustausch, sondern auch für den Austausch von Ideen und Gedanken wichtig. Ich denke, für ein gutes Zusammenleben auf diesem Planeten brauchen wir auch den Austausch und die Begegnung. Die Frage wäre, wo man da die Grenze festsetzt.

    Und zum Rest... Ehrlich gesagt halte ich Klimaschutz tatsächlich für so wichtig, dass man notfalls unangenehme Folgen wir Arbeitslosigkeit vorübergehend hinnehmen sollte. Weil es nun mal um unsere Lebensgrundlagen geht.

    ...solange Du nicht selber von der Arbeitslosigkeit betroffen bist!

    Man könnte ja auch einfach mehr Frauen freien und kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln gewähren und sie dann selbst entscheiden lassen, solche Maßnahmen dachte ich eher. Oder dass der Papst das Verhütungsverbot aufhebt etc.

    Eine Frau, die sich nur über ihre hohe Kinderzahl definieren kann, wirst Du mit einer kostenfreie Pille nicht vom Kinderbekommen abhalten.
    Es gibt viele Möglichkeiten zu verhüten - auch ohne künstliche Verhütungsmittel. Auch die staatliche Geburtenkontrolle hat praktisch keinen Einfluss (wenn man China mit Ländern vergleicht, die sich wirtschaftlich ähnlich entwickelt haben). Was wirklich hilft - und zwar ganz unabhängig von alle den anderen Faktoren, die regional sehr unterschiedlich sind - ist, Frauen zu Bildung zu verhelfen. Gebildete Frauen bekommen im Schnitt deutlich weniger Kinder - überall auf der Welt.

  • Ich finde, Malala hat den Schritt vom personenhype hinzu einem selbstbestimmten erwachsenenleben gut geschafft.


    Ich bin zuversichtlich, dass Greta das auch schafft.


    (und in Sachen Klimawandel hat sie recht. Und Emotionen und Tränen sind nichts schlimmes, das hat uns nur das Patriarchat beigebracht.)


    "für Frauen ist die Zeit gekommen, nicht mehr auf höfliche Art wütend zu sein." Leymah Gbowee (Friedensnobelpreisträgerin)

  • Es ist ja nicht so, als ob es Gretas Job wäre oder sie gewählt worden wäre, dennoch muss immer sie als Person da stehen, ja sogar ziemlich umständlich um die halbe Welt reisen. Auch das soll jetzt kein Vorwurf sein, ich habe keine Ahnung woher das kommt oder wer das bestimmt.

    Erstmal: Sorry, für die Bemerkung gestern. Das war überhaupt nicht böse gemeint.

    Ich finde, auf der Sektenführerähnlichkeitsskala nimmt Greta einen der hinteren Plätze ein, mindestens 2/3 der Weltbevölkerung kriegen da von mir höhere Werte. Ich war eben sehr erstaunt, dass man das auch anders sehen kann.


    Zum Thema: Wer bestimmt, dass immer Greta eingeladen wird? Ganz einfach: Die Leute, die sie einladen. Und es ist ja auch nicht immer Greta.

    Wenn sich die Union greenwashen will, dann lädt sie schon die lokalen Repräsentanten von FfF ein, weil man mit denen deutsch reden kann.

    Aber sie spricht Englisch, ist autentisch, erzählt interessante Dinge, wieso soll man dann in amerikanischen Talkshows und für UN-Konferenzen nicht Greta selber einladen?


    Und zum Rest... Ehrlich gesagt halte ich Klimaschutz tatsächlich für so wichtig, dass man notfalls unangenehme Folgen wir Arbeitslosigkeit vorübergehend hinnehmen sollte. Weil es nun mal um unsere Lebensgrundlagen geht.

    ...solange Du nicht selber von der Arbeitslosigkeit betroffen bist!

    Astarte, Du unterschätzt da die Menschen.


    Wenn Menschen der Meinung sind, es wäre für ein gemeinsames Ziel notwendig, dann sind sie noch zu viel größeren Opfern bereit, als nur eine temporäre Arbeitslosigkeit. Zumal hier ja Arbeitslosigkeit auch nicht bedeutet, dass man deswegen hungern müsste.

    Das Problem ist, dass die Erkenntnis „hier ist es jetzt wichtig!“ zu den Leuten kommen muss.


    Solange wir die Bildzeitung und viele andere mit Einfluss derartig gegen uns haben, solange funktioniert das halt noch nicht.

  • Danke, happy spider, du sprichst mir aus der Seele!


    Und zum Rest... Ehrlich gesagt halte ich Klimaschutz tatsächlich für so wichtig, dass man notfalls unangenehme Folgen wir Arbeitslosigkeit vorübergehend hinnehmen sollte. Weil es nun mal um unsere Lebensgrundlagen geht.

    ...solange Du nicht selber von der Arbeitslosigkeit betroffen bist!

    Nein, Astarte, auch dann. Was nützt mir mein Arbeitsplatz, wenn er mit den Lebensgrundlagen meiner Kinder erkauft wird?


    Ich lese dieses Argument so oft, deswegen würde ich von dir (und von denen, die es sonst noch vertreten) wirklich gerne mal hören, wie du dir denn die Lösung des Problems vorstellst. Wie soll der Klimawandel eurer Meinung nach aufgehalten/gebremst werden?


    Tisi
    Ich habe dich gelesen. Danke für die Erklärung, wirklich nachvollziehen kann ich sie nicht. Jede wirklich gute Rede hat einen emotionalen Anteil, spricht die Zuhörer _auch_ emotional an (ich frage mich gerade, ob du z. B. Martin Luther King auch mit einem Sektenführer vergleichen würdest?). Emotionen sind nichts Verwerfliches, sie sind menschlich, und zum emotionalen Spektrum gehören auch Zorn und Trauer. Damit Demagogie daraus wird, müssen noch andere Elemente hinzukommen, die sehe ich hier nicht. Ich sehe ein junges Mädchen, das seinem hilflosen Zorn Ausdruck verleiht. Man sollte nicht vergessen, dass Greta Thunberg und F4F keinerlei politische Macht hat. Sie können nur appellieren, auf Missstände hinweisen, mehr nicht. Und das tun sie jetzt seit Jah und Tag weitestgehend erfolglos, da kann man schon mal wütend werden.

  • Ja, ja und ja! #herz

  • Hallo,


    "für Frauen ist die Zeit gekommen, nicht mehr auf höfliche Art wütend zu sein." Leymah Gbowee (Friedensnobelpreisträgerin)


    #top


    Und ich möchte ergänzen: Nicht mehr auf eine "gut aussehen müssende", nicht mehr auf eine "stimmlich und sprachlich nette", nicht mehr auf die emotionslose, nicht mehr auf die "gut frisierte", nicht mehr ... (Dabei kann ich wie gesagt keinen dieser Vorwürfe an sie nachvollziehen)


    Eigentlich ganz wunderbar, daß eine so junge Frau den Mut hat, uns das vorzuleben.

    Das sollten wir auch vor anderen so sagen und nicht nach Gründen suchen, warum sie besser ("zu ihrem eigenen Schutz"...) doch nicht reden sollte ...

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • #super


    Sie macht das so toll.

    Sie bleibt trotz Emotionen bei der Sache, man merkt, daß es ihr enorm wichtig ist.


    Ich bin dankbar, daß es jemanden gibt, der sich mit so viel Verve dieser üblen Kritik stellt und nicht nachläßt. Ich denke, genau das brauchen wir. Da würde sich gar nichts bewegen, wenn es keinen starken Gegenpol gäbe. Denn das hat es nicht, bis sie kam und es war viel früher klar, was auf uns zukommt.

  • Astarte, Du unterschätzt da die Menschen.


    Wenn Menschen der Meinung sind, es wäre für ein gemeinsames Ziel notwendig, dann sind sie noch zu viel größeren Opfern bereit, als nur eine temporäre Arbeitslosigkeit. Zumal hier ja Arbeitslosigkeit auch nicht bedeutet, dass man deswegen hungern müsste.

    Nein, Astarte, auch dann. Was nützt mir mein Arbeitsplatz, wenn er mit den Lebensgrundlagen meiner Kinder erkauft wird?


    Ich lese dieses Argument so oft, deswegen würde ich von dir (und von denen, die es sonst noch vertreten) wirklich gerne mal hören, wie du dir denn die Lösung des Problems vorstellst. Wie soll der Klimawandel eurer Meinung nach aufgehalten/gebremst werden?

    Es geht hier auch nicht um einen einzelnen Arbeitsplatz, es geht hier um Regionen, wo sehr viele Leute davon leben. Das bleibt nicht bei einer temporären Arbeitslosigkeit! Vielleicht werden sie auch vom Amt genötigt, jeden Tag 100km zu einem anderen Arbeitsort zu pendeln - auch nicht so übermäßig umweltfreundlich.

    Es ist verdammt gefährlich, ganze Regionen in die Armut zu zwingen und ihnen keine Alternativen anzubieten. Dann haben wir bald noch ganz andere Probleme.

  • Fortsetzung:


    Was mir bei der ganzen Diskussion zu kurz kommt, sind die Gedanken, wie wir gutes Leben auf Zukunft für alles gestalten können. Und das besteht eben nicht darin, einfach alle Produkte so teuer zu machen, dass sie sich nur die Wohlhabenderen leisten können. Die Frage der sozialen Gerechtigkeit und der Teilhabe wird völlig aus dem Blick verloren. So können wir aber nicht Gesellschaft gestalten!



    Meines Erachtens müssen wir wieder zu deutlich mehr Staatseigentum zurück. Das hat auch Nachteile, lässt sich aber leichter zum Wohle der Gesamtgesellschaft steuern. (z.B. Wenn das Wasser knapp wird, kann es nicht sein, dass einzelne Firmen sich eine goldene Nase verdienen, während die Menschen vor Ort leer ausgehen.)


    Ich wäre außerdem dafür, alle Gesetze auch auf ihre Klimaauswirkung hin zu überprüfen. Und ansonsten bin ich dafür, eher die lebenswerten Dinge hervorzuheben, die persönlichen Vorteile, wenn man sich ressourcenschonend und umweltfreundlich verhält. Nur mit Verboten und Verzichtsaufforderungen kommen wir nicht weiter.


    Und ich glaube, dass wir den Klimawandel nur sehr bedingt aufhalten können. Aber es wird sich sehr deutlich die Frage stellen, wie wir die Zukunft auch unter veränderten Klimabedingungen gestalten können.

  • wie wir gutes Leben auf Zukunft für alles gestalten

    Was ist ein gutes Leben?


    Örrgs, auf absenden gekommen, ich bin noch nicht fertig.


    Also,was ist ien gutes Leben? Ich denke schon, dass wir sehr viel runterfahren müssen. Es wird nicht ohne Verzicht gehen. Aber es geht nicht, dass wieder nur bestimmte Gruppen verzichten, das sehe ich ganz genau so. Es braucht auch Umverteilung.

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif

    age.png



    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.


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  • Was ist ein gutes Leben?

    Das ist eine Frage, über die wir reden sollten. Darauf habe ich keine allgemeingültige Antwort - aber das muss eine gesamtgesellschaftliche Frage sein.

    Im Moment tun wir alle möglichen Dinge, weil sie wirtschaftlich notwendig sind, die Aktionäre das so wollen, der Markt so funktioniert (nein, der Markt funktioniert nicht einfach so) und dagegen stehen jetzt einige auf und verlangen vor allem Verzicht.

    Dabei wäre die Grundfrage doch erstmal: was wollen wir überhaupt im Positiven und wie können wir dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen gut leben können. Wir brauchen gute Visionen für die Zukunft, für die sich ggf. auch der individuelle Verzicht lohnt.

  • Erstmal müssen überhaupt Anreize für ein nachhaltigeres Leben geschaffen werden. Gefühlt ist derzeit derjenige finanziell bevorteilt, der möglichst ressourcenverbrauchend lebt: Der Flieger ist meist günstiger als der Nachtzug. Tierische Milch ist billiger als pflanzliche Ersatzprodukte. Die Preisunterschiede zwischen fairtrade und konventioneller Kleidung / Nahrung sind eklatant.