Der Autist das Gymnasium und der ganze Rest (It`s over now)

Liebe interessierte Neu-Rabeneltern,

wenn Ihr Euch für das Forum registrieren möchtet, schickt uns bitte eine Mail an kontakt@rabeneltern.org mit eurem Wunschnickname.
Auch bei Fragen erreicht ihr uns unter der obigen Mail-Adresse.

Herzliche Grüße
das Team von Rabeneltern.org
  • Danke, deine Wut tut mir auch gut ;)


    Als ich im anderen Thread von Leslie Winkle gelesen habe, wie einfach man in Berlin mit psychischen Erkrankungen Nachteilsausgleich bekommt, hab ich erstmal geheult.

    Mir wurde bei der allerersten Krankmeldung meiner Tochter, also wirklich am ersten Fehltag, direkt vom Direktor gesagt, dass es für meine Tochter am Gymnasium wohl nicht weiter geht. Das war zum Halbjahr und ihre Noten voll okay (3-er Schnitt)


    Der Lehrer in der Schulberatungsstelle hat mir dann erklärt, was es in der Theorie für Lösungen gäbe. Aber das kann halt jeder Direktor lustig selbst entscheiden.


    Ich würde nie wieder ein Kind aufs Gymnasium schicken. Und wenn ich mitbekomme, wie in der Klasse meiner Jüngsten die Kinder jetzt schon Angst haben (Ende 3. Klasse!), dass sie nächstes Jahr nicht den Schnitt fürs Gym haben und dann Stress mit ihren Eltern bekommen… #hmpf

    Scheiss beknacktes bayerisches System!!!


    Oh, ich vermute bei mir übrigens auch ADS. Und ich bin damals auch am Gym gescheitert und erst über den 2. Bildungsweg lief es dann.

  • ..oh je, so viele! Bei uns kam die Botschaft letzten Donnerstag an. Und keine der Schulen, die uns empfohlen wurden hat Platz (Gemeinschaftsschule, Baden-Württemberg)

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Das es bei euch durch den Nachteilsausgleich so spät erst klar ist wie das Kind wirklich steht ist blöd. Allerdings sollten doch die Lehrer eine Vorstellung davon haben welche Noten sie ihm mündlich geben. Das ist ja nicht eine einzelne Prüfung sondern berücksichtigt die komplette Mitarbeit.

    Da wäre ein Hinweis beizeiten schon hilfreich gewesen.

    Irgendwie fühlt es sich unfair an wenn jetzt am Ende der Hinweis auf mangelnde Mitarbeit/Motivation kommt, bei einem Kind das seine guten Noten im mündlichen machen muss.

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Jetzt muss ich auch heulen..... es ist nicht fair!

    Allerdings ist Inklusion auch in Berlin nicht in allen Schulen und bei allem Lehrer:innen angekommen..... aber es ist grundsätzlich möglich, inklusiv zu beschulen

  • Und gleichzeitig macht es mir auch Angst, weil meine Spezialisten ja auch noch einige Schuljahre vor sich haben.

    Wenn alle Seiten mitziehen, kann auch ein Kind mit ASS erfolgreich Abitur machen.

    Schwierig wird es, wenn die Schule sich aus welchen Gründen auch immer querstellt, da bist du machtlos.


    Ich finde bestürzend, dass die eingangs genannte Schule einen Jugendlichen einfach so "gehen Sie doch woanders hin" abschieben will und kann.

  • Nein, kann sie nicht !

    Die Frage ist aber - will die Mutter sich dagegen auflehnen ? hat sie Energie und kraft für das Dagegenhalten ?

    Das Verhalten der Schule ist absolut nicht im Interesse des Kindes und daher nicht hinnehmenbar. Ich würde - selbst wenn ihr Euch für einen kurzfristigen Wechsel entscheidet - zumindest einen Brief an das Schulamt sowie das zuständige Bildungsministerium schreiben, denn auch wenn diese wie viele anderen staatlichen Schulen Inklusion für sich ausschließt - was im übrigen klar eggen die Genfer Menschenrechtskonventionen verstößt - hat sie alles erdenkliche zu tun, um einem jungen Menschen mit einer seelischen Beeinträchtigung eine gleichberechtigte Bildungschance zu ermöglichen. Wie viele dieser beeinträchtigten jungen Menschen dem Bildungssystem verloren gehen - und damit übrigens auch uns als Gesellschaft, denn in vielen steckt eine Menge Potential - darf nicht stumm hingenommen werden sondern sollte in jedem einzelnen Fall öffentlich gemacht werden. Nur dann besteht die Chance auf Neuerung.

    Aber wie gesagt - ich kann nur ahnen, wieviel Kampf es in einem solchen Leben für Kind und Eltern täglich gibt und habe vollstes Verständnis, wenn man sich da nicht für in Lage fühlt.

    Und mir geht es absolut nicht darum jeden Schüler auf dem Gymnasium zu halten. Ein Wiederholen ist eben so und manchmal nicht zu vermeiden. Aber einfach dringend einen Schulwechsel anzuraten, so kurz vor Ende des Schuljahres und ohne intensive Gespräche mit Eltern und Schüler sowie das Herstellen von Kontakten zu alternativen Möglichkeiten - da kann ich für eine Schule nur sagen : Thema verfehlt, setzen, 6 !

    4 Jungs 2006-2013, 4 Hühner, 4 Hunde und 4 Schildis
    Cry a River, build a bridge, get over it #herz

  • Und gleichzeitig macht es mir auch Angst, weil meine Spezialisten ja auch noch einige Schuljahre vor sich haben.

    Wenn alle Seiten mitziehen, kann auch ein Kind mit ASS erfolgreich Abitur machen.

    Schwierig wird es, wenn die Schule sich aus welchen Gründen auch immer querstellt, da bist du machtlos.


    Ich finde bestürzend, dass die eingangs genannte Schule einen Jugendlichen einfach so "gehen Sie doch woanders hin" abschieben will und kann.

    Und zu deinem Thema Abitur - Absolut !

    Ich hatte tatsächlich erst kürzlich eine Fall in der Arbeit, bei dem sich ein Schulamt querstelle und meinte, die Förderung gäbe es nur bis zum Erreichen des ersten Bildungsabschlusses ( was eine Förderung bis zum Abitur und damit auch das Erreichen des Abitur fast unmöglich macht für viele Kinder mit seelischer oder sozialer Beeinträchtigung). Auf Nachfrage hat dann das zuständige Bildungsministerum bestätigt, dass dem natürlich NICHT so ist, es darf bis zum Erreichen des Abitur gefördert werden.

    Wichtig ist es auch sich immer eine Liste der Nachteilsausgleiche zu besorgen und diese der Schule vorzulegen - ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Wissen insoweit bei den einzelnen Schulen ( aber auch Schulämtern) herrscht.

    4 Jungs 2006-2013, 4 Hühner, 4 Hunde und 4 Schildis
    Cry a River, build a bridge, get over it #herz

  • Wenn ich das richtig lese, hat die Schule im Vorfeld durchaus signalisiert, dass es Probleme gibt und offensichtlich scheint man ja auch schon mehrere Jahre im Gespräch zu sein.

    Wiederholen kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, aber das ist auch nicht immer der Königsweg.

    #post*#post*#post*#post*#post*#post*#post *8 * 9 * #post * 11 * #post * 13 * 14 * 15 * 16 * 17 * 18 * #post * 20 * #post * 22 * 23 * 24

  • Wenn ich das richtige lese, ist aber die Entscheidung - runter von der Schule ! - bislang nicht einmal gefallen ? Und darum geht es doch. Wenn ein Kind nicht mitkommt ( und das hier betroffene scheint ja bislang nicht einmal wiederholt zu haben) darf ich als Eltern wohl zurecht vermuten, dass die daraus resultierende Konsequenz nich das Verlassen der Schule sondern das Wiederholen der Klasse ist ! Und WENN die Konsequenz das Verlassen der Schule ist, dann sollte ich als Schule mit Fachwissen mich doch RECHTZEITIG mit den Eltern zusammensetzen und Ideen über den Wechsel ausarbeiten. Ehrlich jetzt - da fehlt mir für das Vorgehen hier jedes Verständnis, komplett am Kind vorbei.

    4 Jungs 2006-2013, 4 Hühner, 4 Hunde und 4 Schildis
    Cry a River, build a bridge, get over it #herz

  • Die Frage ist aber - will die Mutter sich dagegen auflehnen ? hat sie Energie und kraft für das Dagegenhalten ?

    Genau das ist hier der Punkt. Ich habe sehr viel für mein Kind erstritten und erkämpft, bis zur absoluten Erschöpfung (Erschöpfungsdepression!). Ich will und kann nicht mehr. Ich denke inzwischen, der Schulwechsel, so er denn irgendwie machbar ist, ist die richtige Lösung.



    Wenn ich das richtig lese, hat die Schule im Vorfeld durchaus signalisiert, dass es Probleme gibt und offensichtlich scheint man ja auch schon mehrere Jahre im Gespräch zu sein.

    Wiederholen kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, aber das ist auch nicht immer der Königsweg.

    NATÜRLICH bin ich seit mehreren Jahren im Gespräch. Ich bin immer im Kontakt mit den Lehrenden, das versteht sich ja wohl von selbst. Tatsächlich habe ich in den vergangenen Wochen mehrfach mit dem Verbindungslehrer telefoniert und auch danach gefragt, wie wir noch unterstützen können und wie die Lage derzeit aussieht, weil ich weiß, dass die letzten Noten in Latein ziemlich miserabel waren. Hier war die Aussage, er müsse halt mündlich noch liefern. Dann kam eine eins im Abfragen und eine mir nicht bekannte Note in einem Referat.

    Bitte unterstelle mir nicht, ich hätte das ja kommen sehen können.

    Wir hatten die Situation mit einer kritischen Lateinnote bereits öfter und er hat es mündlich noch rum gerissen. Das war für mich NICHT abzusehen. Wiederholen ja, dass man mit solchem Nachdruck den Schulwechsel "empfiehlt", habe ich nicht kommen sehen.


    Es hätte durchaus anders laufen können. In den vergangenen Jahren saß ich wegen jedem (sorry!) Blödsinn bei einem Elterngespräch. Ich finde schon, dass man mal vor 6 Wochen was hätte sagen können.


    Inzwischen hatte ich ein langes Gespräch mit seiner Therapeutin und glaube, dass ein Schulwechsel tatsächlich der bessere Weg ist. Nicht nur, weil ich nichts mehr durchkämpfen will, sondern auch, weil er dem Leistungsdruck nicht standhält. Und warum sollte er das müssen? Gymnasium war ein Weg. Der war ziemlich holprig und jetzt sehen wir zu, dass es besser wird.

    Fairy tales are more than true: not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten.

    Neil Gaiman

  • Hast du denn schon eine Alternative in Sicht?


    Und was passiert, wenn du bei dieser Schule einfach dicht machst, und dich darauf konzentrierst, eine andere Schule zu suchen?


    Nach meiner Erfahrung, können Schulen einiges, wenn man als Mutter verweigert und die Verantwortung abgibt.

    Das musst du nicht wirklich machen, es reicht, wenn es bei der (aktuellen) Schule so ankommt.


    Dein Sohn bleibt erstmal wo er ist (er muss ja irgendwo zur Schule gehen), du suchst in Ruhe eine gute Alternative, und der aktuellen Schule gegenüber zuckst du einfach mit den Schultern.

    Vielleicht finden sie ja auch was gutes, wenn sie den Eindruck haben, dass du das nicht für sie übernimmst.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Ehrlich, wenn das Gymnasium so ein Kampf auf verschiedenen Ebenen ist, dann wechselt.

    Mit Latein als zweiter Sprache ist es so lala auf die Realschule zu wechseln allerdings nicht ausgeschlossen. Viele Realschüler haben ja gar keine 2. Fremdsprache.

    Er kann dann immer noch Abitur machen über ein Wirtschaftsgymnasium zum Beispiel (ihr seid in bawü? da gibts das wohl öfter).

    Uns wurde gesagt dass in Klasse 10 am Gymnasium (NRW) das Tempo anziehen würde weil Oberstufe .

    Wiederholen ist in unserem Jahrgang auch nicht möglich weil da die Umstellung auf G9 zurück kommt.

    Hier gäbe es theoretisch noch die Möglichkeit einer Gesamtschule, theoretisch weil die idR voll sind. Ich weiß nicht ob es das bei euch gibt.

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Latein als erste Fremdsprache. Ich glaube, wäre das nicht, hätte er es gepackt. Aber er wollte unbedingt musisch (und das ist absolut richtig so gewesen!) und das gabs nur in Kombi mit humanistisch.


    Naja, das Thema ist durch. Wir haben entschieden, dass er die Schule verlässt. Er MUSS nächstes Jahr einen Schulplatz bekommen. Er steht jetzt auf den zwei infrage kommenden Realschulen auf der Warteliste und ich telefoniere nächste Woche noch die Mittelschulen mit M-Zug ab.


    Dass er von der Schule runter geht, war für mich nie ein Problem und stand auch schon früher zur Debatte. Dahingehend wurde mir aber bisher von der Schule abgeraten. Auch so ein Grund, warum ich verblüfft bin. Aber tatsächlich gab es einen Wechsel der Schulleitung und der fährt wohl eine andere Schiene.

    Fairy tales are more than true: not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten.

    Neil Gaiman

  • Zum Thema Latein als erste Fremdsprache: der damals beste Freund meines Jüngeren hat nach der 7. Klasse gewechselt und kam auf der Realschule bestens klar, obwohl er in Englisch ja ein Jahr hinterher war. Je später der Wechsel, desto geringer dürfte der Unterschied sein. Da würde ich mir gar keine Gedanken machen.

  • Ich kenne es auch nur so, dass die aktuelle Schule bei der Suche nach dem neuen Schulplatz aktiv mithilft. Die Schulen haben ja doch meist Kontakt untereinander und können da schnell helfen.